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Wunden und Panik durch Wildschwein-Attacke in Heide

Nach Angaben der Einsatzkräfte startete der aufgebrachte Keiler seine ”Vorstellung” im Zentrum von Heide mit einem Lauf über den Marktplatz – gemeinsam mit einer Sau. Gegen neun Uhr morgens drückte sich das 70 Kilogramm schwere Tier dann durch eine geschlossene Glastür in ein Optikergeschäft, verletzte eine ältere Frau und richtete “erhebliche Sachschäden” an. Eine Videoaufnahme zeigt, wie sich Menschen in dem Laden vor dem Tier in Sicherheit bringen.

Einem Mann eine Fingerkuppe abgebissen

Auf dem Weg zu einer benachbarten Sparkasse griff das Wildschwein dann eine Passantin an. In dem Geldinstitut selbst verletzte es einen Angestellten und biss zuletzt vor dem Gebäude einem Mann die Fingerkuppe ab. In der Sparkasse waren mehrere verängstigte Angestellte vor dem Keiler in ihre Büros geflüchtet. Sie wurden von der Feuerwehr mit Drehleitern über Fenster in Sicherheit gebracht, weil der Eingang durch das Borstentier blockiert war. Die vier Verletzten kamen in Krankenhäuser.

Die Sparkassen-Filiale in Heide, wo der Keiler - obwohl er keinen Cent anrührte - doch für erhebliche Panik sorgte (Foto: picture alliance/dpa/H. Holmson)

Die Sparkassen-Filiale in Heide, wo der Keiler – obwohl er keinen Cent anrührte – doch für erhebliche Panik sorgte

Polizisten gelang es schließlich, das Tier im Eingangsbereich der Bank mit zwei quergestellten Streifenwagen zu stellen und dadurch weitere Attacken zu verhindern. Ein hinzugerufener Jäger erschoss den etwa zweijährigen Keiler. Der Sau gelang die Flucht. Zwischenzeitlich hatte die Polizei die Bevölkerung von Heide dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und die Innenstadt zu meiden sowie “vor allem” die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Entwarnung erst nach vier Stunden

Erst nach etwa vier Stunden gab die Polizei Entwarnung. Beamte und Jäger suchten zuvor noch einmal gründlich das Stadtgebiet nach dem zweiten Wildschwein ab. Nach Angaben der Ermittler könnten die Tiere durch die derzeit laufende Maisernte aus einem Feld aufgescheucht worden und dann in die Stadt geflüchtet sein.

“Das war eine ganz außergewöhnliche Situation”, sagte später der Bürgermeister von Heide, Ulf Stecher. Die Gegend sei nicht gerade dafür bekannt, dass dort Schwarzwild sein Unwesen treibe. “Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden.”

sti/uh (afp, dpa)

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Spaniens Regierung und Opposition bilden Kampffront gegen Katalonien

Beim geplanten Einsatz von Zwangsmaßnahmen gegen die katalanischen Separatisten genießt die spanische Regierung einen breiten Rückhalt der Opposition. Alle Maßnahmen seien in Absprache mit den Sozialisten (PSOE) und der liberalen Partei Ciudadanos beschlossen worden, sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Welche Mittel Madrid konkret einsetzen will, wollte Rajoy nicht verraten. “Die Maßnahmen werden morgen bekanntgegeben”, sagte er auf Fragen von Journalisten.

Neuwahl in Katalonien im Januar?  

Die Nachrichten-Webseite eldiario.es berichtete, Rajoys konservative Volkspartei (PP) und der Chef der oppositionellen Sozialisten, Pedro Sánchez, hätten sich bereits darauf verständigt, im Januar in Katalonien Regionalwahlen abzuhalten. Dies wurde von der PSOE-Verhandlungsführerin Carmen Calvo bestätigt. Der PP-Politiker Fernando Martinez-Maillo sagte lediglich, Wahlen in Katalonien seien “natürlich erforderlich”. Die PP setzt aber weiter auf ein Einlenken der Katalanen. Solange Regionalpräsident Carles Puigdemont die Unabhängigkeit nicht erklärt habe, gebe es Verhandlungsspielraum, sagte Martinez-Maillo.

Am Samstag will der Ministerrat in Madrid die Maßnahmen absegnen. Ende nächster Woche soll der Senat grünes Licht geben. Die Zwangsmaßnahmen gegen die Regierung in Barcelona sollen auf Grundlage des Artikels 155 erfolgen. Dieser ermöglicht unter anderem die Entmachtung einer Regionalregierung, wenn diese die Verfassung missachtet. Der Einsatz von Artikel 155, der bisher nie zur Anwendung kam, ist in Spanien umstritten. Man sei seit Ausbruch des Konflikts immer sehr behutsam vorgegangen, inzwischen gebe es aber keine Alternative, betonte Rajoy in Brüssel. “Man kann nicht akzeptieren, dass eine Regierung gegen das Gesetz verstößt und sie das auch noch völlig bewusst tut”, so der konservative Politiker. Mit dem Einsatz von Artikel 155 reagiert Rajoy auf die Weigerung der Regionalregierung von Puigdemont, das letzte am Donnerstag abgelaufene Ultimatum Madrids zu erfüllen und das Streben nach Unabhängigkeit umgehend zu beenden.

Spanien Sabadell Bank in Barcelona (Reuters/G. Fuentes)

Die Beteiligung an der Geldabhebe-Aktion (im Bild eine Filiale der Sabadell-Bank) hielt sich sichtlich in Grenzen

Nach der Androhung von Zwangsmaßnahmen hat die katalanische Unabhängigkeitsbewegung neue Protestaktionen gestartet, die auf die Wirtschaftskraft der Region zielen. Zahlreiche Menschen folgten einem Aufruf, Geld von ihren Bankkonten abzuheben. In Barcelona gingen am Morgen Bewohner zu den Geldautomaten und hoben Geld ab. Oft war das der symbolische Betrag von 155 Euro, in Anspielung an den Verfassungsartikel 155, auf dessen Grundlage die Zentralregierung die katalanischen Pläne für einen eigenen Staat mit Zwangsmaßnahmen stoppen will.

Banken von Aktion unbeeindruckt

Der Unmut der Unabhängigkeitsbefürworter richtete sich insbesondere gegen die beiden Banken CaixaBank und Banco de Sabadell, die wegen der unruhigen politischen Lage ihren Hauptsitz in Katalonien aufgeben und nach Valencia beziehungsweise Alicante verlegen wollen. Doch ob die Aktion eine nachhaltige Wirkung entfalten konnte, ist fraglich. Die Geldhäuser jedenfalls zeigten sich unbeeindruckt. “Was wir sagen können, ist, dass absolute Ruhe herrscht”, sagte ein Sprecher des Banco Sabadell. Ähnlich äußerten sich Vertreter der CaixaBank. An der Börse stießen Investoren Papiere der Banken ab. Aktien von Banco Sabadell fielen am Mittag an der Börse Madrid um 1,6 Prozent, CaixaBank verloren 0,3 Prozent.

sti/uh (afp, dpa, rtr)

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Nobelpreis-Stiftung will friedlich investieren

Die Alfred-Nobel-Stiftung will ihr Vermögen künftig anders anlegen. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, man habe klare Richtlinien zu Ethik und Nachhaltigkeit eingeführt. Künftig werde die Stiftung nicht mehr in Unternehmen oder Fonds investieren, die im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stünden. Kapitalanlagen müssten mit internationalen Konventionen – wie etwa der gegen Streubomben – vereinbar sein.

Nach Recherchen der finanzmarktkritischen Organisation “Facing Finance” erbringen die Millionen der Institution, die hinter dem Friedensnobelpreis steht, zweifelhafte Zinsen. So seien Teile des Vermögens in Atomwaffenhersteller oder deren Zulieferer investiert, darunter die Firmen Textron, Lockheed Martin und Raytheon. Thomas Küchenmeister von “Facing Finance” erklärte, durch solche Geldanlagen werde die Modernisierung von Nuklearwaffen unterstützt.

Kampfflugzeug US Lockheed Martin F22 Raptor (AFP/Getty Images/E. Jones)

Von der Nobelstiftung mitfinanziert? Kampfflugzeug F-22 Raptor von Lockheed Martin (Archivbild)

Küchenmeister empfahl der diesjährigen Trägerin des Friedensnobelpreises, der Internationalen Kampagne gegen Atomwaffen (ICAN), das Preisgeld von umgerechnet 930.000 Euro nicht anzunehmen, sondern zu spenden. “Facing Finance” ist selbst eine der 468 Organisationen, die zum ICAN-Bündnis gehören. Es war maßgeblich daran beteiligt, dass mehr als 120 Staaten im Rahmen der Vereinten Nationen ein umfassendes Atomwaffenverbot beschlossen haben. Die Atommächte sowie Deutschland hatten sich allerdings nicht daran beteiligt.

jj/mak (epd, kna)

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Bush und Obama gehen mit Trump hart ins Gericht

Ex-US-Präsident George W. Bush ist spürbar auf Distanz zum aktuellen Staatschef Donald Trump gegangen, ohne diesen beim Namen zu nennen. Bush wandte sich bei einer Rede in New York gegen “Fanatismus”, Ansichten über die Vorherrschaft der Weißen und die “Rückkehr isolationistischer Stimmungen”.

Bush zeigte sich besorgt über Spaltungstendenzen in der Gesellschaft. Politische Auseinandersetzungen glitten “zu leicht in Feindseligkeit” ab, beklagte der Politiker, der von 2001 bis 2009 an der Spitze der USA stand. “Bisweilen scheint es so, als wenn die Kräfte, die uns auseinanderziehen, stärker wären als die Kräfte, die uns zusammenschweißen.”

Gegen blinden Eifer und weißen Nationalismus 

Der Ex-Präsident – Republikaner wie Trump – setzte sich auch von dessen Initiativen ab, die Einwanderung in die USA zu erschweren. “Wir haben die Dynamik vergessen, die immer wieder von der Einwanderung nach Amerika gebracht wurde. Anders als für andere Nationen wird unsere Identität nicht von Geografie, ethnischer Zugehörigkeit, Blut oder Boden determiniert”, so Bush weiter. “Das bedeutet, dass Menschen jeder Ethnie, Religion oder Zugehörigkeit gleichberechtigte Amerikaner werden können. Das bedeutet, dass blinder Eifer und weißer Nationalismus in jeder Form eine Schmähung für das Credo Amerikas sind.”

Der 71-Jährige beklagte auch das “schwindende Vertrauen” in freie Märkte und weltweiten Handelsaustausch. Er empfahl den US-Bürgern, sie sollten sich auf ihre hergebrachten “Werte” besinnen.

Gegen Mobbing und Vorurteile

Bush sprach sich schließlich auch gegen Mobbing und Vorurteile aus. Durch derartige Äußerungen werde der Weg freigemacht für Gewalt und Fanatismus. “Der einzige Weg, bürgerliche Werte weiterzugeben ist, sie vorzuleben.” Er spielte mit diesen Äußerungen auf den Stil Trumps an, der immer wieder diffamierende Spitznamen für Rivalen verwendet. So bezeichnete er seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton als “betrügerisch” und den kritischen republikanischen Senator Bob Corker als “Liddle” – abgeleitet von “little” (klein).

Die Rede sorgte in den USA für großes Aufsehen. Während viele Kommentatoren Bush für seine offenen Worte lobten, wurde auch scharfe Kritik laut: Bei Bushs Kriegen gegen Afghanistan und den Irak sei es mit vermeintlich hohen Werten der USA ebenso wenig weit her gewesen wie bei der immensen Stärkung der Geheimdienste in seiner Amtszeit, hieß es in sozialen Netzwerken. Ein anderer Nutzer schrieb im Netz: “So weit ist es unter Trump gekommen, dass ich jetzt gut finden muss, was George W. sagt. Unglaublich.”

Gegen eine Politik der Spaltung  

Ex-US-Präsident Barack Obama (Foto: picture-alliance/telam/L. Lescano)

Barack Obama: Politischer Gleichklang mit dem – einst ungeliebten – Vorgänger George W. Bush

Trumps direkter Vorgänger Barack Obama rief bei einem Wahlkampfauftritt in New Jersey ebenfalls die Wähler dazu auf, sich gegen die “Politik der Spaltung” zu wehren. “Ihr werdet eine Botschaft an das Land und an die Welt senden, dass wir eine Politik der Spaltung und eine Politik der Angst zurückweisen, dass wir eine Politik begrüßten, in der jeder zählt”, sagte der Demokrat. Zwei Gouverneurs-Wahlen in New Jersey und Virginia sowie eine Nachwahl für einen Senatssitz in Alabama noch in diesem Jahr könnten einen Ausblick auf die Parlamentswahl im kommenden Jahr geben, bei der alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 33 Sitze im Senat zur Abstimmung anstehen. Derzeit halten die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern.

sti/mak (afp, dpa, rtr)

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