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Was macht die Weltgesundheitsorganisation?

Was macht die Weltgesundheitsorganisation WHO?

Besonders ins Bewusstsein der Menschen tritt die WHO meist dann, wenn sie einen internationalen Gesundheitsnotstand ausruft, wie etwa 2009 wegen der Verbreitung der Schweinegrippe, 2014 und 2019 wegen des Ebolavirus und Anfang dieses Jahres angesichts des neuartigen Coronavirus.

Doch die Aufgaben und Betätigungsfelder der Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) reichen viel weiter. Mit dem Ziel, überall auf der Welt das höchstmögliche Gesundheitsniveau zu erreichen, leistet sie nicht nur Soforthilfe bei Katastrophen, sondern sie überwacht und bewertet gesundheitliche Entwicklungen weltweit, darunter etwa auch Ernährung und sanitäre Verhältnisse. Mit ihren 194 Mitgliedstaaten ist die WHO federführend in der Forschung zu Gesundheit, sowie im Aufstellen von Normen und Standards.

Warum und wie wurde die WHO gegründet?

Die Idee einer gesonderten Gesundheitsbehörde kam bereits bei der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 auf. Den Staaten war bewusst, dass es zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit auf der Welt – also des zentralen Ziels der UN – auch Lösungen für Gesundheitsprobleme braucht.

Die Verfassung der WHO wurde 1946 von zunächst 61 Staaten in New York unterzeichnet. Am 7. April 1948, also dem Tag, den wir heutzutage als Weltgesundheitstag begehen, trat sie schließlich in Kraft. Der Hauptsitz der UN-Sonderorganisation ist das schweizerische Genf, darüber hinaus gibt es sechs Regionalbüros und 150 Länderbüros. Nach eigenen Angaben zählt die WHO etwa 7000 Mitarbeiter.

Wie finanziert sich die WHO?

Der Programmhaushalt 2020-2021 der WHO beträgt 4,8 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 4,2 Milliarden Euro). Etwa ein Fünftel dieses alle zwei Jahre neu festgelegten Budgets machen die Pflichtbeiträge der derzeit 194 Mitgliedsstaaten aus. Doch nicht jedes Land zahlt das Gleiche: Vielmehr bemisst sich die Höhe des Beitrags nach der jeweiligen Zahlungsfähigkeit.

Der (große) Rest des Haushalts speist sich aus freiwilligen Beitrags­leistungen von Mitgliedstaaten sowie aus Spenden von Stiftungen, UN-Institutionen, NGOs und Privatpersonen. Dass dieser Anteil an der Finanzierung über die Jahrzehnte immer weiter gewachsen ist, sorgt für Kritik, da dadurch die Neutralität der Weltgesundheitsorganisation gefährdet sei.

Der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) zufolge leisteten zum Beispiel 2010 bis 2011 die zehn größten staatlichen Beitragszahler (Pflichtbeiträge plus freiwillige Beitragsleistungen zusammengenommen) über 60 Prozent, darunter die USA, Japan und auch Deutschland. 2012-2013 war der größte Geldgeber, noch vor den USA, die Bill & Melinda Gates Foundation.

USA Coronavirus (Reuters/J. Redmond)

In der Corona-Krise rückte die WHO wieder in die breite Öffentlichkeit

Welche Rolle spielt die WHO in der Corona-Krise?

Im Kampf gegen die Verbreitung des neuartigen Coronavirus kommt der Weltgesundheitsorganisation eine zentrale Rolle zu. Bei übertragbaren Krankheiten wie etwa AIDS, Malaria oder nun Covid-19 koordiniert die WHO internationale Aktivitäten, darunter in diesem Fall auch die Zusammenarbeit in der Forschung zum Coronavirus, die Entwicklung von Tests, Medikamenten und Impfstoffen. Sie hat unter anderem eine länderübergreifende klinische Studie mit dem Ziel initiiert, bereits vorhandene Medikamente auf ihre Wirksamkeit gegen Covid-19 zu testen.

Die Ausrufung eines “Notfalls für öffentliche Gesundheit von internationalem Ausmaß”, wie sie Ende Januar 2020 wegen Corona erfolgt ist, ist das äußerste Mittel, das die WHO besitzt. Damit werden finanzielle und andere Ressourcen freigegeben. Mit der Ausrufung des Notstandes verbinden sich auch konkrete Handlungsempfehlungen an die Mitgliedsstaaten, etwa Quarantänemaßnahmen oder Reisebeschränkungen. Ein aus Gesundheitsexperten, Virologen und anderen Wissenschaftlern bestehendes Notfallgremium passt sie der Lageentwicklung kontinuierlich an. Die Empfehlungen sind zwar rechtlich nicht bindend, zumeist halten sich die Länder jedoch daran.

Anfang März hat die WHO die Ausbreitung des Coronavirus zudem offiziell zur Pandemie erklärt. Damit erkennt sie aber letztlich nur an, dass die Ansteckung mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 globale Ausmaße angenommen hat. Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die Bezeichnung als Pandemie ändere nichts daran, was die WHO tue und was andere Länder tun sollten.

Schweiz PK WHO Tedros Adhanom Ghebreyesus zu Coronavirus (picture-alliance/Keystone/S. Di Nolfi)

WHO-Che Tedros Adhanom Ghebreyesus gilt als Macher

Wie wird der Einsatz der WHO in der Corona-Krise gesehen?

Für ihr vergleichsweise frühzeitiges und entschiedenes Handeln in der Corona-Krise wurde die Weltgesundheitsorganisation zuletzt gelobt – anders als während der Schweinegrippe-Pandemie 2009 oder der Ebola-Krise 2014 und 2015. Nach letzterer hatte die WHO Fehler eingestanden und ihre Arbeitsweise im Umgang mit Seuchen verändert.

Den aktuellen Erfolg der Organisation als globaler Krisenmanager schreiben einige auch WHO-Chef Tedros zu, der seit 2017 im Amt ist und als Macher gilt, der die Öffentlichkeit nicht scheut. Kritik brachte ihm allerdings ein, dass er China für den Umgang mit dem Coronavirus lobte, nachdem das Land den Ausbruch in Wuhan erst ignorierte, um dann rigorose Maßnahmen durchzusetzen.

 

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So trainiert die Bundesliga in Zeiten des Coronavirus

Wer entscheidet darüber, ob ein Bundesligist trainieren darf oder nicht?

Da Deutschland ein föderales System hat, liegen die Entscheidungen, was während der Corona-Pandemie erlaubt ist und was nicht, letztlich bei den Gesundheitsbehörden vor Ort. Sie stimmen sich mit den Landesbehörden ab, die für die grundsätzliche Ausrichtung zuständig sind. Der Bund, also die nationale Ebene, darf in vielen Fragen nur Empfehlungen aussprechen. Daher mussten die Bundesligisten ihre Ausnahmegenehmigungen bei den Regierungen ihres jeweiligen Bundeslandes beantragen und die Details mit den kommunalen Behörden abstimmen. Ernsthafte Schwierigkeiten hatte dabei nur Werder Bremen. Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer bezeichnete eine Sondergenehmigung für Fußballer zunächst als “kein wirklich gutes Signal an die Republik”, stellte im DW-Interview aber klar, dass er vor allem die für Mai geplante Fortsetzung des Spielbetriebs für „keine gute Idee“ hält. Der Tabellenvorletzte der Bundesliga sprach von “Wettbewerbsverzerrung”. Am Montag gab Mäurer schließlich doch grünes Licht für das Werder-Training – unter strengen Sicherheitsauflagen.

Lesen Sie mehr: Die Corona-Krise als Chance für die Bundesliga?

Welche Bundesligisten trainieren bereits?

Der FC Augsburg stieg bereits am 23. März ins Training mit dem Ball ein. Auch der VfL Wolfsburg trainierte seitdem wieder, allerdings zunächst nur in Zweierteams in den Katakomben des Stadions. Borussia Dortmund kehrte am 30. März auf den Rasen zurück. Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04 begannen am 1. April wieder mit dem Balltraining, RB Leipzig am 2. April und Eintracht Frankfurt am 3. April. Acht Vereine – FC Bayern, Borussia Mönchengladbach, TSG Hoffenheim, 1. FC Köln, Union Berlin, Hertha BSC, Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn – stiegen an diesem Montag (6. April) ein, auch die Wolfsburger trainierten erstmals wieder auf dem Rasen. Der FSV Mainz 05 und Werder Bremen kehren an diesem Dienstag (7. April) auf den Trainingsplatz zurück, beim SC Freiburg steht der genaue Termin noch nicht fest.

Deutschland Dortmund Corona Behandlungszentum im Signal-Iduna-Park (picture-alliance/dpa/Borussia Dortmund/BVB/A. Simoes)

Neue Nutzung: Das Dortmunder Stadion wird zum Corona-Behandlungszentrum

Wie sieht das Training konkret aus?

Gemeinsam trainiert wird nur in Kleingruppen von bis zu sieben Fußballern. Dabei sind die Profis gehalten, den empfohlenen Sicherheitsabstand von eineinhalb bis zwei Metern einzuhalten. Zweikämpfe sind tabu.  „Ein sehr ungewohntes Gefühl“ sei diese Art Training, sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer, der sich aber freute, überhaupt wieder mit seinen Kollegen trainieren zu dürfen. Der Fokus liegt auf Spielzügen, Lauf- und Krafttraining. Die Fans sind von den Trainingseinheiten ausgeschlossen. Einige Vereine haben ihre Spieler aufgefordert, sich zu Hause umzuziehen und nach dem Training auch dort zu duschen. Andere Klubs nutzen Einzelkabinen oder mehrere Teamkabinen zum Umziehen.

Warum steigen jetzt so viele Vereine wieder ins Training ein?

Alle Klubs der Bundesliga und 2. Liga hatten sich eigentlich darauf verständigt, bis zum 5. April auf Mannschaftstraining zu verzichten. Einige interpretierten diese Empfehlung der DFL allerdings recht frei, was zu Unmut bei jenen führte, die sich an die Abmachung hielten. Mindestens bis zum 30. April ruht der Spielbetrieb in der Bundesliga. Sollte der Ball ab Anfang Mai wieder rollen können, wollen die Mannschaften nicht nur topfit, sondern auch wieder eingespielt sein. Schließlich fallen in den noch ausstehenden neun Spielen die Entscheidungen über den Meistertitel, die Europapokalplätze und darüber, wer in die Relegation und wer absteigen muss. Als sicher gilt, dass die Saison – wenn überhaupt – dann nur vor leeren Rängen zu Ende gespielt wird. Virologen empfehlen zudem nach dem Tag X, an dem es wieder losgeht, Corona-Schnelltests für die Profis im Abstand weniger Tage, um Ansteckungen auszuschließen.

Symbolbild Sport und Doping | Fußball (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

Wann wird wieder gespielt? Die Bundesliga sucht nach einer Exit-Strategie aus der Corona-Krise

Wird auch in den anderen Fußball-Topligen Europas wieder trainiert?

Wie in Deutschland ruht auch in Italien, Spanien, Frankreich und England der Ball. Völlig offen ist, wann dort wieder gespielt werden kann und damit auch, ab wann vorher Mannschaftstraining sinnvoll und nötig erscheint. In Italien hofft der Verband, dass die restlichen zwölf Spieltage ab Ende Mai ausgespielt werden können. Verbandschef Gabriele Gravina schloss jedoch auch eine Verlegung der Spiele in den September oder Oktober nicht aus.

In Spanien sickerte jetzt ein Plan durch, mindestens 15 Tage vor dem Neustart der Liga – wann auch immer der sein möge – wieder mit dem Training zu beginnen: erst einzeln, dann in kleinen Gruppen und schließlich mit der gesamten Mannschaft. Zuvor sollten alle Spieler und ihre Angehörigen zweimal auf das Coronavirus getestet werden, hieß es.

In Frankreich hat Erstligist FC Nantes beantragt, ab 15. April wieder trainieren zu dürfen. Realistischer erscheint die Wiederaufnahme des Trainings in der Ligue 1 frühestens Anfang Mai. In England liegt die Premier League auf Eis. Am vergangenen Freitag (3. April) beschlossen die Klubs, den Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Eine Diskussion, wann wieder gemeinschaftlich trainiert werden soll, wird aktuell auf der Insel noch nicht geführt. Belgien geht dagegen einen ganz anderen Weg: Die Pro-League-Saison wurde wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abgebrochen, Tabellenführer Club Brügge zum Meister erklärt.

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Wie Ravi Shankar die Weltmusik eroberte

Das Gefühl von Einsamkeit, das viele Menschen in der Corona-Krise umgibt, kannte der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar nur zu gut. “Ich habe soviel Liebe erfahren, aber meine Einsamkeit ist nie verschwunden”, gestand der Musiker 1977 in einem Interview. “Seit meiner Geburt trage ich sie ständig mit mir herum.”

Vielleicht erklärt diese Gemütsverfassung Shankars, warum seine Musik gerade jetzt, in Zeiten von Corona, vor allem einsamen Menschen so wohltut. Shankars meditative Sitar-Klänge laden geradezu ein zum Entschleunigen.

Dabei hatte der noch in der Kolonialzeit geborene Ravi Shankar ein durchaus rasantes Leben. Das Licht der Welt erblickte er am 7. April 1920 im nordindischen Varanasi, als Sohn einer wohlhabenden Brahmanenfamilie.

Als  Musiker tourte Ravi Shankar später um die Welt und ließ mit seiner Kunst die Grenzen zwischen indischer und europäischer Klassik verschwimmen. Bis ins hohe Alter von 92 gab er noch Konzerte.

Sitar-Spieler Ravi Shankar mit 92 auf der Bühne (picture-alliance/Epa/Jagadesh NV)

Ravi Shankar: Eines seiner letzten Konzerte – in Bangalore (2012)

Inspiration für die Beatles

Auch vor westlicher Popmusik hatte er keine Berührungsängste. 1966 brachte Shankar dem Leadgitarristen der Beatles, George Harrison, während eines Indienaufenthalts das Sitar-Spielen bei. Harrison nutzte das indische Saiteninstrument später für Songs wie “Norwegian Wood” oder “Within You, Without You”. Zwischen den beiden höchst unterschiedlichen Musikern entwickelte sich eine enge Freundschaft. 

Schon früh stand Ravi Shankar auf der Bühne – als Tänzer. Bereits im Alter von zehn Jahren reiste er mit der Tanzgruppe seines älteren Bruders Uday, der “Compagnie de Dans et Musique Hindou”, nach Frankreich. Zwei Jahre später tourte das Ensemble durch Europa und Nordamerika.

Für den jüngsten der sieben Shankar-Brüder war dies die perfekte Gelegenheit, Erfahrung im Tanzen zu sammeln, die westliche Kultur zu erkunden – und gleichzeitig verschiedene indische Instrumente zu lernen.

Beatle George Harrison und Ravi Shankar (AP)

Ravi Shankar wurde zum musikalischen Guru für George Harrison (li), 1967

Mit 18 beschloss Shankar, sich ganz dem Sitarspiel zu widmen. Er wandte sich vom Tanzen ab und studierte mehrere Jahre intensiv Sitar, ein indisches Instrument, das bis zu 20 Saiten haben kann. Diese Zeit verbrachte er in der Stadt Maihar, im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Sein Lehrer war damals Allauddin Khan, der Vater des erfolgreichen Komponisten und Sarod-Spielers Ali Akbar Khan.

Seine erste LP “Three Ragas” veröffentlichte Ravi Shankar 1956 in London. Er schrieb Konzerte für Sitar und Orchester und tourte mit seiner Musik um die Welt.

Shankar wird zur Woodstock-Ikone

Mit Shankars Erfolg wuchs auch der indische Einfluss auf die westliche Pop-Musik, etwa im Raga Rock oder im Jazz. Seine Beliebtheit manifestierte sich nicht zuletzt darin, dass der Jazz-Saxophonist John Coltrane 1965 seinen Sohn Ravi nach ihm benannte. Im August 1969 spielte Shankar neben Rock-Stars wie Jimi Hendrix und Janis Joplin beim legendären Woodstock Festival – und war fortan auch eine Ikone der Hippies.

George Harrison und Ravi Shankar Projekt Music Festival from India 1974 (Clive Arrowsmith/Umlaut Corporation)

Beatles-Gitarrist Harrison (li) und Sitar-Spieler Shankar beim “Music Festival from India” (1974)

Legendär war auch das weltweit erste Wohltätigkeitskonzert, das Shankar gemeinsam mit George Harrison 1971 im New Yorker Madison Square Garden organisierte. Mit dem “Konzert für Bangladesch” sammelten die beiden Freunde Geld für die Flüchtlinge des Krieges zwischen Pakistan und Bangladesch (damals hießen die Länder noch West- und Ost-Pakistan). Der Mitschnitt der Veranstaltung erhielt 1972 einen Grammy als “Album des Jahres”.

Aber das Interesse an seiner Musik beschränkte sich nicht nur auf die Flower-Power-Zeit der 60er Jahre. Auch der US-amerikanische Komponist John Cage, der französische Flötist Jean-Pierre Rampal und der Weltklasse-Geiger Yehudi Menuhin fühlten sich von den indischen Sitar-Klängen Ravi Shankars stark angesprochen.

Berühmte Töchter: Norah Jones und Anoushka Shankar

Shankars Privatleben war geprägt von Trennungen und Neuanfängen. 1941 heiratete er die Tochter seines Sitar-Lehrers Allauddin Khan, Annapurna Kahn. Ihr gemeinsamer Sohn Shibhendra (1942-1992) wurde nur 50 Jahre alt. Nach zwanzig Jahren Ehe ließen sich Ravi und Annapurna scheiden.

Sängerin Norah Jones (picture-alliance/dpa Sascha Radke)

Talentiert: Tochter Nora Jones als junge Popmusikerin

1979 kam Ravi Shankars erste Tochter zur Welt, Norah Jones, die 20 Jahre später eine internationale Karriere als Sängerin startete und 2003 gleich mehrere Grammys gewann. Norahs Mutter, Sue Jones, arbeitete erfolgreich als Konzertproduzentin. Die Beziehung zu Shankar hielt nur einige Jahre.

1989 heiratete Shankar erneut. Mit seiner zweiten Ehefrau Sukanya Rajan hatte er zu dem Zeitpunkt bereits eine achtjährige Tochter, Anoushka. Auch sie lernte das Sitarspielen und die klassische indische Musik. Später begleitete sie ihren Vater oft auf seinen Tourneen. 2003 war Anoushka Shankar mit ihrem eigenen Solo-Album”Live at Carnegie Hall” für einen Grammy nominiert.

Ravi Shankar und Anoushka Shankar mit Sitar (Getty Images/AFP/Raveendran)

Klassische indische Sitar-Musik: Tochter Anoushka Shankar setzt die Tradition ihres Vaters fort

Als Weltenbummler mag sich Shankar oft einsam gefühlt haben. Mit seiner Musik aber hat er auf der ganzen Welt Menschen unterschiedlichster Kulturkreise miteinander verbunden. Der indische Musiker gewann insgesamt vier Grammys. George Harrison nannte ihn einst den “Paten der Weltmusik”.

Zuletzt lebte der Hindu und überzeugte Vegetarier Ravi Shankar mit seiner Frau Sukanya in Südkalifornien. Dort starb er am 11. Dezember 2012 in San Diego im Alter von 92 Jahren. Seine Musik lebt weiter.

(mit KNA und Munzinger)

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Homeoffice, sweet homeoffice? Die Vor- und Nachteile der Heimarbeit

“Cool, ich kann schön von Zuhause arbeiten.” Mit Gedanken wie diesem beginnt oft die Heimarbeit. Und in der Tat hat sie einige Vorteile. Erstens: länger schlafen. Viele Menschen haben einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit und verbringen jeden Tag Stunden im Stau oder in überfüllten Bahnen und Bussen. Mit dem Homeoffice fällt das weg. Morgens heißt das länger schlafen, abends: früher zu Hause (beziehungsweise dort ist man dann ja eh).

Zweitens: kein aufwendiges Styling mehr. Für wen muss man sich noch schick machen? Es sieht einen ja keiner. Einfach die Jogginghose anziehen und fertig. Wozu Zähneputzen? Und duschen? Ach, das kann man ja machen, wenn zwischendurch mal Luft ist – oder halt morgen.

Drittens: Keine kontrollierende Chefin und keine nervigen Kollegen. Zu Hause kann man schön in Ruhe arbeiten und es so machen, wie man es selber will.

Viertens: Man kann Dinge nebenher erledigen. Zwischendurch mal mit der Oma telefonieren. Warum nicht? Im Großraumbüro kommt das eher nicht so gut. Aber zu Hause? Kein Problem! Genauso wie Aufräumen und Staubsaugen. Grünen-Chef Robert Habeck arbeitet seit drei Wochen zu Hause. Angeblich macht er bei Telefonkonferenzen nebenbei auch noch die Wäsche.

Fünftens, und das ist aktuell vielleicht der wichtigstes Vorteil: Man ist zu Hause, wenn der Paketbote kommt.

BdT - Staatsballett im Homeoffice (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Balletttänzerin Vivian Assam im Homeoffice

My home is my office

Das Schöne ist, dass man für viele Büro-Jobs gar nicht viel braucht: Oft reichen ein Computer mit Internetanschluss und ein Telefon. Und selbst Lehrer sind Homeoffice-fähig: Sie machen ihren Unterricht per Video von zu Hause und chatten mit ihren Schülern. Fitnesstrainer trainieren zu Hause und lassen ihre Kunden per Video alles nachmachen. Selbst das Staatsballett Berlin macht Homeoffice. 70 Tänzerinnen und Tänzern wurden in den vergangenen Tagen jeweils rund drei Quadratmeter große Stücke des Tanzbodens zugeschickt. Jeden Vormittag wird das Training mit Ballettmeister Yannick Sempey live gestreamt und die Tänzerinnen und Tänzer machen die Übungen in ihren kleinen Homeoffice-Tanzsälen nach. Geht alles.

Trautes Heim, Glück allein! Echt jetzt?

Das Homeoffice hat aber auch so einige Nachteile. Der Autor dieses Stücks hat heute bei seinem ersten Tag im Homeoffice bereits drei Nachteile ausgemacht: Küche, Balkon, Vermieter.

Küche: Bereits am Vormittag hat der Autor Chips gegessen. Homeoffice macht dick! Man isst halt mehr, weil das Essen leicht verfügbar ist und bewegt sich weniger, weil man die Wohnung nicht mehr verlassen muss. Für die Gesundheit scheint es also nicht so doll zu sein.

Balkon: Man begehrt was man sieht. Im Gegensatz zum Bürogebäude ist im Homeoffice der Balkon ständig zu sehen. Bei 22 Grad und Sonnenschein fällt es schwer, im Homeoffice am Computer zu sitzen, wenn doch der sonnige Balkon so lockt.

Sommer Deutschland 2012 (picture-alliance/dpa)

Homeoffice in Balkonien: Einfach mal tief durchatmen….

Vermieter: Dem Autor ist bekannt, dass die Nachbarwohnung seit einigen Wochen kernsaniert wird. Ist er im Büro, bekommt er davon nichts mit. Aber im Homeoffice ist es doch schwer, sich zu konzentrieren, wenn beim Nachbarn Fliesen abgestemmt und Kanäle für Elektroleitungen in die Wände gefräst werden.

Familie versus Einsamkeit: Wahl zwischen Pest und Cholera?

Als ich kürzlich einen Kollegen in Sorge um eine Corona-Ansteckung fragte, ob seine Heiserkeit etwas mit dem Virus zu tun haben könnte, antwortete er, dass er heiser sei, weil er zu Hause wegen seiner drei kleinen Kinder so viel herumschreien musste. Tja, wer zu Hause ist, wenn seine Familie zu Hause ist, merkt, dass ein Tag im Homeoffice auch lang werden kann. “Wenn Du eh zu Hause bist, kannst Du ja auch mal auf die Kinder aufpassen. Ich geh einkaufen”. Und dass der Wellensittich über den Tag verteilt so oft “Niki lieb” sagt, ist vorher auch keinem aufgefallen. Alles sehr nervig.

Wer keine Familie und keine Haustiere hat, hat genau das gegenteilige Problem: Er droht zu vereinsamen. „Im Homeoffice haben Menschen mehr Zeit zum Grübeln und weniger Bewegung”, sagt Professorin Ruth Stock-Homburg dem Evangelischen Kirchendienst. Die Betriebswirtschaftlerin und Psychologin arbeitet gerade an einer Studie zu mentaler Fitness in der Krise. Vorläufiges Ergebnis: mehr “Bore-Outs”. “Bore-Out bedeutet, dass bei Büroarbeitern Langeweile, abnehmende Lernmöglichkeiten und eine Sinnkrise im Job zusammenkommen”, so Stock-Homburg. Die Folge könnten Depressionen und Angst sein. Zudem würden das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem geschwächt.

Tausche Homeoffice gegen Hotelzimmer

Dass das Arbeiten zu Hause nicht unbedingt die höchste Erfüllung im Arbeitsleben sein kann, lässt sich auch daran erkennen, dass immer mehr Hotels jetzt ihre Zimmer als Ausweichbüros zur Verfügung stellen. Das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg wirbt beispielsweise für sein “Office Paket” bei Interessenten, “denen in den eigenen vier Wänden die nötige Ruhe und der Platz fehlt”.. Für 50 Euro pro Tag bekommt man dort ein Arbeitszimmer mit kostenlos nutzbarer Kaffeemaschine. Nur Übernachten darf man dort nicht. Dann muss man wieder zur Familie.

Aktuell wird diskutiert, ob die Corona-Krise nicht der große Durchbruch fürs  Homeoffice sein könnte. Mag sein. Es kann aber auch sein, dass viele merken, dass acht Stunden am Tag außerhalb der eignen vier Wände wie eine Art Urlaub sein können. Urlaub von zu Hause.

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