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Maas: Kein Kompromiss mit den USA in Sicht

Im Streit zwischen den USA und der EU über das internationale Atomabkommen mit dem Iran gibt es keinerlei Annäherung. Es seien nur bekannte Ansichten ausgetauscht worden, sagte Außenminister Heiko Maas nach Beratungen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Washington. “Ich glaube, dass wir von einem Kompromiss noch weit entfernt sind”, ergänzte er.

Die USA haben sich aus dem Vertrag zurückgezogen und ihre Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt. Die europäischen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die Nuklear-Vereinbarung erhalten, die dem Iran im Gegenzug für strenge Kontrollen seines Atomprogramms ein Ende der Strafmaßnahmen zusagt.

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EU hält am Abkommen fest

Maas betonte nochmals die “große Geschlossenheit” der Europäischen Union insgesamt in dieser Frage. Die EU-Staaten würden nun weiter an konkreten Maßnahmen zur Rettung der Vereinbarung arbeiten. Der SPD-Politiker zeigte sich allerdings bereit, an dem von Pompeo vorgeschlagenen Außenministertreffen der drei europäischen Vertragsstaaten und den USA teilzunehmen. Es soll Mitte Juni stattfinden.

Vor seinem Gespräch mit dem US-Außenminister hatte Maas mit Präsident Donald Trumps Sicherheitsberater John Bolton gesprochen, der ebenfalls als Hardliner gilt. Auch hier biss der deutsche Minister mit seinen Vorstößen auf Granit. Es sei vereinbart worden, im Dialog zu bleiben, hieß es anschließend.

se/mak (rtr, ap, dpa)

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DFB-Elf: Mission Titelverteidigung beginnt

Exakt um 13:01 Uhr fuhr der schwarze Mannschaftsbus der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch am Fünf-Sterne-Hotel “Weinegg” in Eppan in Südtirol an. Die Mitarbeiter des noblen Hotels rollten für den amtierenden Weltmeister den roten Teppich aus und sorgten im Vorfeld für ideale Trainingsbedingungen: Der Rasen auf dem Trainingsplatz wurde akribisch auf die richtige Länge gestutzt – alles angerichtet für die historische Mission der Titelverteidigung. Doch bis dahin wartet auf Bundestrainer Joachim Löw noch eine Menge Arbeit. Löw nimmt sich dafür Zeit, 16 Tage lang wird die DFB-Elf im Trainingslager in Eppan verbringen, fünf Tage mehr als 2014, damals ebenfalls in Südtirol.

Kein Freifahrtschein für Neuer

Bis zur Bekanntgabe des endgültigen WM-Kaders am 4. Juni muss der Bundestrainer ein paar knifflige Personal-Entscheidungen treffen. Insgesamt drei Feldspieler und einen Torwart wird Löw nach Hause schicken müssen. Darunter möglicherweise auch Manuel Neuer. Der 32-jährige Torwart des FC Bayern hat wegen eines Haarrisses im linken Fuß seit September 2017 kein Spiel mehr bestritten, sein letzter Auftritt im DFB-Trikot liegt sogar mehr als anderthalb Jahre zurück.

“Wir werden nur einen hundert Prozent fitten Manuel Neuer mitnehmen”, betonte Teammanager Oliver Bierhoff in Eppan. Löw will sich gemeinsam mit Torwarttrainer Andreas Köpke ein Bild von der physischen Verfassung Neuers machen und dann eine Entscheidung fällen. Als Ersatz für die Nummer 1 im Tor steht Marc-Andre ter Stegen bereit.

Auch der WM-Einsatz von Innenverteidiger Jerome Boateng, der sich nach einer Oberschenkelverletzung derzeit im Aufbautraining befindet, ist fraglich. Ein weiterer Wackelkandidat ist Nils Petersen. Der 29-Jährige Stürmer vom SC Freiburg ist der einzige Akteur ohne Länderspiel im derzeitigen WM-Kader. Er wurde von Löw überraschend anstelle von Sandro Wagner nominiert.

Trainingslager als Basis für den Erfolg

Als Trainer einer Nationalmannschaft hat Löw nur selten die Gelegenheit, über einen längeren Zeitraum mit seiner Mannschaft zu arbeiten. Deshalb ist die Zeit im Trainingslager für ihn nach eigenen Worten zwar eine intensive, aber auch schöne Zeit: “Im Trainingslager geht es darum, die Basis zu legen für das WM-Turnier, das uns alles abverlangen wird, physisch wie mental.” Um dieses Ziel zu erreichen, wird den Spielern einiges abverlangt. Zweimal am Tag wird trainiert, damit die Spieler nach einer langen Saison konditionell wieder neu aufgebaut werden und der Hunger auf Erfolg neu entfacht wird. Die Bedingungen dafür sind in Eppan perfekt: Das Mannschaftshotel bietet unter anderem einen Fitnessraum, eine Sportsauna, einen Outdoor-Pool und ein Basketballfeld – für Löw “eine gute Kombination, um konzentriert zu trainieren, aber auch zu regenerieren und zu entspannen”.

Wollen den Titel verteidigen

Südtirol bedeutet für den DFB Erfolg: 1990 und 2014 holte Deutschland nach der Turnier-Vorbereitung in der Urlaubsregion jeweils den Weltmeisterschaftstitel, 2010 erreichte die DFB-Elf immerhin den dritten Platz.
Während des Trainingslagers steht am 2. Juni in Klagenfurt der Test gegen Österreich auf dem Programm. Einen Tag nach der Rückkehr aus Eppan, am 8. Juni, steigt in Leverkusen die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien. Danach haben die Spieler noch ein paar Tage frei, um dann am 12. Juni nach Moskau ins WM-Quartier Watutinki zu fliegen. Am 17. Juni steht das Auftaktspiel gegen Mexiko an. Oliver Bierhoff formuliert schon jetzt deutlich den Anspruch an die Nationalmannschaft: “Das Ziel ist natürlich klar. Wir wollen als Weltmeister den Titel verteidigen.”

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Loris Karius: Torwart mit dickem Fell

Loris Karius hat sich ein dickes Fell zugelegt. “Es wird immer Gerede geben, das kann ich nicht ändern. Ich versuche, mein Spiel zu spielen”, sagt der deutsche Torwart des FC Liverpool, der am Samstag nach Bodo Illgner und Marc-André ter Stegen als dritter deutscher Keeper bei einem ausländischen Verein Champions-League-Sieger werden kann. Die für ihre Häme bekannte britische Boulevard-Presse hat den 24-Jährigen seit langem auf dem Kieker. Wenn Karius mal daneben griff, bescheinigte sie ihm “butterfingers” (Flutschfinger) oder betitelte ihn als “blunderful keeper” – im Gegensatz zu “wonderful keeper”, statt eines wunderbaren Torwarts eben einer, der sich grobe Schnitzer leistet. Karius liest diese Blätter nicht mehr und begründet dies so: “In einem Jahr wirst du gefeiert, am nächsten Tag bist du eine Vollkatastrophe.”

Blitzschnelle Spieleröffnung

Dabei sprechen die Fakten in Karius’ Fall eine andere Sprache. In der aktuellen Champions-League-Saison hat der “Deutsche Fußballbotschafter 2018” in sechs Spielen kein Tor kassiert, das schaffte kein anderer Torwart in der europäischen Königsklasse. In 32 Saisonspielen, in denen Karius das Liverpooler Tor hütete, stand 16-mal die Null. Im Januar machte ihn Trainer Jürgen Klopp wieder zur Nummer eins.

Fußball Premier League Liverpool FC vs Watford FC (dpa)

“Reds”-Trainer Jürgen Klopp hält große Stücke auf Loris Karius

“Er spielt mit, ist fußballerisch ein richtig guter Torhüter”, lobte der Erfolgscoach im ZDF seinen deutschen Landsmann. “Er hat eine schnelle Auffassungsgabe, eine blitzschnelle Spieleröffnung, was wir gerne haben.”

Mit 16 auf die Insel

Karius hat eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Mit sieben Jahren begann er, in einem Dorfverein in Biberach in Baden-Württemberg Fußball zu spielen – zunächst auf dem Feld. Weil bei einem Turnier der Torwart ausfiel, musste Karius einspringen: “Das hat so gut funktioniert, dass ich nicht mehr rausdurfte.” Über die Zwischenstationen SSV Ulm und VfB Stuttgart führte ihn sein Weg schon mit 16 Jahren auf die Insel: Manchester City wurde auf den jungen Torwart durch dessen Auftritte in den DFB-Juniorenteams aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. ManCity ließ ihn in der zweiten Mannschaft des Vereins reifen und verlieh ihn schließlich zurück nach Deutschland an den FSV Mainz 05.

Förderer Thomas Tuchel

Dort erhielt Karius 2012 einen festen Vertrag. Im Dezember desselben Jahres gab er sein Bundesliga-Debüt. Der damalige FSV-Trainer Thomas Tuchel machte damit den 19-Jährigen zum jüngsten Torwart der Bundesliga-Geschichte. Ein Jahr später hatte er einen Stammplatz im Team.

Loris Karius (picture-alliance/dpa/S.Puchner)

Von November 2013 an war Karius Stammtorwart des FSV Mainz 05

Jürgen Klopp holte Karius im Mai 2016 zu den “Reds”, wo er einen Vertrag bis 2021 unterschrieb. Ein Handbruch warf ihn zunächst zurück. Als er wieder spielen durfte, leistete sich Karius einige Fehler und wurde zur Nummer zwei hinter dem Belgier Simon Mignolet zurückgestuft.

Ziel Nationaltorwart

Den hat er inzwischen vom Platz zwischen den Pfosten verdrängt – durch gute Leistungen, auch wenn die englische Boulevardpresse gebetsmühlenartig dem FC Liverpool die Verpflichtung eines neuen Torwarts empfiehlt. Loris Karius kann es egal sein. Er wird das Tor hüten, wenn die “Reds” am Samstag in Kiew (Anstoß 20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 Uhr im DW-Liveticker) versuchen werden, im Finale der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid den ersten Europapokalsieg seit 2005 zu holen. “Für uns alle ist es das Karriere-Highlight”, sagte Karius im ZDF. “Deshalb wollen wir die Gelegenheit nutzen und uns den Pokal holen.” Doch er blickt auch schon über diesen Höhepunkt hinaus, auf seine Zukunft beim FC Liverpool: “Ich will hier über Jahre Stammtorwart werden. Und ich will auch in die Nationalmannschaft kommen.” Das dicke Fell, das ein Nationaltorwart benötigt, hat Karius jedenfalls.

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Venezuela: Die EU sucht nach einer Meinung

Spanien war das erste EU-Land, das sich kritisch über die Wahlen in Venezuela am 20. Mai äußerte; kurz darauf folgte Deutschland. Der Tenor ist derselbe: Die demokratischen Mindeststandards wurden nicht eingehalten, und die Wahlen waren weder frei noch fair. Deswegen könnte das Ergebnis auch nicht anerkannt werden.

Einige Tage nach den umstrittenen venezolanischen Präsidentschaftswahlen fehlt noch immer eine gemeinsame Erklärung der 28 EU-Länder, und die kann angesichts der notwendigen Einstimmigkeit auch noch etwas auf sich warten lassen. Die Europäische Kommission erinnert derweil an die bisherige Haltung der EU: Man beobachte die Entwicklung sehr genau und erwäge die Möglichkeit, angemessene Maßnahmen und Sanktionen in Abstimmung mit den regionalen Partnern zu ergreifen.

Der politische Rahmen muss definiert werden

Brüssel - Ramón Jáuregui

Ramón Jáuregui, Präsident von EuroLat

“Die EU arbeitet weiterhin im Einklang mit ihrer Vertretung in Venezuela. Bis jetzt haben die 28 EU-Länder noch keine Entscheidung über ihre politischen Beziehungen zu Venezuela getroffen, und unsere politische und diplomatische Vertretung wird bis auf Weiteres ihre Arbeit fortsetzen. Sie vertritt die EU in politischen Belangen und betreut die EU-Bürger in Venezuela”, sagt Ramón Jáuregui, Präsident der parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika (EuroLat). ”Gleichwohl fordern wir, dass Opposition und Regierung eine Einigung über die Bedingungen und den Zeitpunkt für ordnungsgemäße Wahlen finden”, fügt er hinzu.

Diese Haltung des Sowohl-als-auch stellt nicht alle innerhalb der EU zufrieden. Die liberale Europa-Abgeordnete Dita Charanzová bezeichnet den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro schon seit geraumer Zeit als Diktator und fordert schärfere Sanktionen als die im Januar verhängten. Die tschechische Politikerin glaubt nicht an den Dialog als einen Weg aus der Krise, in der sich das lateinamerikanische Land befindet, sondern fordert eine härtere Gangart.

Ähnlich argumentiert auch Tamara Suju, Direktorin des Casla-Instituts in Prag, einer NGO zur Förderung der Demokratie in Lateinamerika: “Wenn man diese Pseudowahlen nicht anerkennt, dann sollte die EU so konsequent sein und die Regierung von Nicolás Maduro nicht anerkennen. Die EU könnte dem Beispiel der lateinamerikanischen Staaten der Lima-Gruppe folgen, die ihre Botschafter abgezogen und Sanktionen gegen Spitzenpolitiker und ihre Familien im Land aussprechen, angefangen bei Nicolás Maduro”.

Ist ein Dialog noch möglich?

“Leider war die Beteiligung an den Wahlen so gering, dass sie keinen Weg aus der Krise in Venezuela aufzeigen konnten”, sagt Ramón Jáuregui. Diese Präsidentschaftswahl werde wahrscheinlich auch keinen Weg aus der ökonomischen Krise weisen, so der spanische Politiker.

Brüssel Konferenz über Menschenrechte Südamerika

Tamara Suju (l.): “Die Stunde der Diplomatie ist vorbei”

Die humanitäre Hilfe der EU erreicht die Menschen derzeit außerhalb der venezolanischen Grenzen: in Boa Vista, Brasilien und in Cúcuta in Kolumbien. Doch viele venezolanische Migranten verlassen das Land auch schon in Richtung Spanien, Frankreich, Portugal, Italien, Peru und Argentinien.

“Es herrscht Hunger in Venezuela, und die Stunde der Diplomatie ist vorbei”, meint Tamara Suju. Sie sieht keinerlei Möglichkeit eines Dialogs mit einer “kriminellen Regierung”.

Ramón Jáuregui reagiert genervt auf solche Äußerungen: “Wo ist denn die Alternative? Wie lautet der Vorschlag derjenigen, die gegen den Dialog sind? Dass die Regierung gestürzt wird? Wie denn? Soll das etwa durch einen gewaltsamen Konflikt im Land geschehen, der für alle desaströs wäre?”

Auf der anderen Seite äußert der EU-Politiker aber auch Verständnis für die scharf kritisierte Bobachtermission des spanischen Ex-Präsidenten José Luis Rodríguez Zapatero, der die Wahlen als transparent und offen qualifizierte.

Venezuela Wahlen (picture-alliance/AP Photo/A. Cubillos)

“Niemand kann beweisen, dass die Venezolaner nicht frei gewählt haben”

“Vielleicht ist die Ausrechnung der 8 Millionen Stimmen schon korrekt gewesen. Niemand kann beweisen, dass 46 Prozent der venezolanischen Bevölkerung nicht frei gewählt haben. Wahrscheinlich bezieht sich Zapatero darauf. Aber nach Meinung der internationalen Gemeinschaft waren die Grundvoraussetzungen für diese Wahlen nicht demokratisch”, meint Jáuregui.

Seiner Ansicht nach gibt es keinen Ausweg aus der Krise jenseits des Dialogs. Der eingeschlagene Weg müsse demokratisch und friedlich sein. Jede Form der Gewaltanwendung müsse unbedingt verhindert werden. In der parlamentarischen Vertretung EuroLat präsidiert Jáuregui eine Gruppe von 75 EU-Abgeordneten aus 28 Ländern. Für ihn gibt es nur den mühsamen Weg. “Wir plädieren für ein Übereinkommen, einen Fahrplan und verbindliche Zusagen, um die politische Krise dieses Landes mit demokratischen Mitteln zu lösen”.

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