Архив на категория: News

Wie China illegal die Weltmeere leer fischt

In diesem Jahr soll sie 300 Schiffe umfassen: die chinesische Fischfangflotte, die den gesamten Pazifik überquert hat, um nahe der Galapagos-Inseln ihre Laderäume zu füllen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin The Observers des französischen Auslandsfernsehens France24.

Die Galapagos-Inseln liegen rund 550 Seemeilen, gut 1000 Kilometer, vor der Küste Südamerikas und gehören zu Ecuador. Sie gelten als eines der wenigen unberührten Gebiete der Erde mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Deshalb gehören sie zum Weltnaturerbe der UNESCO und stehen größtenteils unter strengem Naturschutz – die umliegenden Gewässer eingeschlossen.

Doch seit einigen Jahren kommen immer wieder Fischfangflotten aus China, um die überaus reichen Fischgründe dort zu “bewirtschaften”.

An der Grenze zur Illegalität

Die chinesischen Fischer sind offenbar tunlichst darauf bedacht, das Gesetz zu befolgen und halten stets 200 Seemeilen Abstand zu den Inseln. So dringen sie weder in die Ausschließliche Wirtschaftszone Ecuadors noch in das Naturreservat ein. Entdeckt haben Bewohner der Insel die Flotte dieses Mal laut The Observers, weil Müll mit chinesischer Schrift, den die Seeleute offenbar einfach über Bord geworfen hatten, an den Inseln angespült wurden.

Ecuador Galapagos Inseln Illegaler Fischfang

Bedrohte Arten als Delikatesse? Illegaler Fischfang an Bord eines chinesischen Trawlers (Archivfoto)

Doch auch Fischerei außerhalb der geschützten Meeresgebiete gefährdet die Bestände. Zumal es Methoden gibt, ganze Fischschwärme, zum Beispiel Thunfisch, anzulocken. Die Fischer, berichtet das US-Magazin The Economist, platzierten die Köder so geschickt in der Strömung, dass sie die Fische aus dem Naturschutzgebiet herauslocken. Auch Haie, deren Flossenspitzen in Ostasien als Delikatesse gelten, ließen sich so ködern.

China führt an, die Bestände seien groß und unberührt genug, dass die Fischerei kein Problem darstelle. Das sieht Philipp Kanstinger vom WWF Deutschland ganz anders: “China muss das behaupten, um zu rechtfertigen, warum die Flotten überhaupt den ganzen Pazifik überqueren.” Laut einer US-Studie in der Zeitschrift Sciences Advances ist das nämlich überhaupt nicht wirtschaftlich.

Infografik Karte Distanz-China-Galapagosinseln DE

Über 15.000 Kilometer trennen China von den Galapagos-Inseln

Zudem, sagt Kanstinger, gebe es keine verlässliche Datenbasis: “Diese Schiffe haben es in großem Maße auf den Humboldt-Kalmar abgesehen. Aber dessen Bestände sind bisher kaum dokumentiert. Eine Einschätzung über nachhaltige Quoten ist also gar nicht möglich.”

IUU-Fischfang: ein globales Problem

Umweltschützer und Politiker sprechen in diesem Zusammenhang ganz allgemein von illegalem, unreguliertem und undokumentiertem Fischfang, kurz: IUU-Fischerei. “Die IUU-Fischerei hat viele Gesichter”, erklärt Kanstinger. “In Europa beispielsweise werfen Fischer unerwünschten Beifang tot über Bord, dabei müssten sie ihn laut geltenden Gesetzen anlanden und dokumentieren.”

Das Problem dabei: Die jährlich festgelegten Fangquoten basieren nicht auf ständigen Zählungen, sondern auf den Fangdaten der zurückliegenden Jahre. Und dabei kann auch, oder gerade, entscheidend sein, wie viel unprofitabler Jungfisch getötet wurde.

Die viel größeren Probleme mit IUU-Fischerei finden sich aber woanders: “Vor der afrikanischen Küste ist die Situation katastrophal”, sagt Kanstinger. Die Küstenwachen dort hätten keine Kapazitäten, Fischerboote effektiv zu kontrollieren. Europäische Schiffe müssen zwar mittlerweile GPS-Systeme mit sich führen und transparenter arbeiten. Auch dadurch, meint Kanstinger, sei ihre Präsenz vor Afrika zurückgegangen. Stattdessen aber würden die Chinesen auch hier das Geschäft übernehmen.

Paarung und Balzverhalten bei Tieren Blaufusstölpel

Blaufußtölpel beim Balztanz: Auf den Galapagos-Inseln hat sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt

Beim WWF geht man davon aus, dass jährlich weltweit bis zu 26 Millionen Tonnen IUU-Fisch im Wert von 8,6 bis 19,8 Milliarden Euro gefangen wird.

Ecuador ein williger Komplize?

Auch Ecuador und seine Fischer geben ausländischen Fischfangflotten die Schuld. Doch nach Recherchen von The Economist wildern ecuadorianische Fischerboote ebenfalls in verschiedenen Naturschutzgebieten – nicht nur in dem der Galapagos-Inseln.

Die Fangmethoden in Ecuador sind auch der Europäischen Union ein Dorn im Auge. Im Oktober 2019 zeigte der damalige EU-Fischereikommissar Karmenu Vella Ecuador die gelbe Karte: Wenn das Land nicht konsequenter gegen IUU-Fischerei vorgehe, werde man die Handelsbeziehungen aussetzen.

Das wäre ein harter Schlag für das südamerikanische Land: Mehr als die Hälfte der ecuadorianischen Thunfisch-Exporte gehen in die EU. Mit China aber kann es sich das Land erst recht nicht verscherzen. Denn wie viele lateinamerikanische Länder ist es extrem abhängig von dem asiatischen Giganten: Er ist der größte Abnehmer ecuadorianischen Erdöls und einer der größten Gläubiger des Landes.

Aber vielleicht muss sich Quito auch nicht zwischen Peking und Brüssel entscheiden. EU-Fischereikommissar Vella zumindest zeigte sich partnerschaftlich: “Wir sind bereit, eng mit Ecuador zusammenzuarbeiten, um die identifizierten Probleme anzugehen und den Fischerei-Standards anzuheben.”

Source Article from https://www.dw.com/de/wie-china-illegal-die-weltmeere-leer-fischt/a-55801440?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Geberkonferenz will Reformen im Libanon

Die internationale Gemeinschaft will dem krisengebeutelten Libanon weiter helfen, fordert aber die Bildung einer neuen Regierung und dringend notwendige Reformen. So ließe sich das Vertrauen des libanesischen Volkes und der ausländischen Geldgeber zurückgewinnen, erklärten Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und UN-Generalsekretär António Guterres nach einer internationalen Videokonferenz. Macron und Guterres hatten die Gesprächsrunde geleitet.

Die Teilnehmer der Konferenz seien besorgt, dass sich die Untersuchung der verheerenden Explosion im August verzögere, hieß es in der Erklärung. Auch die sich abzeichnende humanitäre Krise bereite Sorgen. Die internationale Gemeinschaft habe ihre Solidarität mit der libanesischen Bevölkerung nachdrücklich bekräftigt. Es müsse aber Reformen im Land geben.

Der Winter steht vor der Tür

Macron hatte die internationale Gemeinschaft zuvor zu mehr Krisenhilfe für den Libanon aufgerufen. “Der Winter ist da, in einem bereits so verletzten Land”, sagte er bei der Videokonferenz. Er monierte, dass bisherige Zusagen zur Regierungsbildung und einem Reform-Fahrplan nicht eingehalten worden seien. Er werde noch im laufenden Monat in das Nahostland reisen, kündigte Macron an. Als frühere Kolonialmacht hat Frankreich noch immer enge Beziehungen zu dem Mittelmeerstaat.

Anfang August hatte eine schwere Explosion den Hafen Beiruts erschüttert. Mehr als 190 Menschen starben, über 6000 wurden verletzt, etwa 300.000 obdachlos. Wenige Tage nach der Katastrophe kamen bei einer Geberkonferenz der internationalen Gemeinschaft knapp 253 Millionen Euro Soforthilfe zusammen. Macron bilanzierte, es sei mit über 280 Millionen Euro inzwischen sogar mehr ausgezahlt worden.

Internationale Hilfskonferenz für den Libanon - Heiko Maas

Außenminister Heiko Maas appelliert an die Entscheidungsträger im Libanon

An der Videokonferenz nahm auch Bundesaußenminister Heiko Maas teil. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei “erschreckend, dass es noch immer keine Fortschritte bei der Regierungsbildung oder den Gesprächen mit dem Internationalen Währungsfonds” gebe. “Die Parteien müssen nun endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und alles dafür tun, das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.”

Deutschland ist zweitgrößter Geber

Seit den Tagen nach der Explosion ist das Land allerdings ohne funktionierende Regierung. Ex-Ministerpräsident Hassan Diab ist nur noch geschäftsführend im Amt. Dem designierten neuen Regierungschef Saad Hariri gelang es bisher nicht, ein Kabinett zu bilden. Maas betonte, die humanitäre Lage verschlechtere sich zusehends. Zwar sei Deutschland zweitgrößter Geber humanitärer Hilfe. “Weitere langfristige Hilfen zum Wiederaufbau und zur wirtschaftlichen Entwicklung hängen jedoch von den Entscheidungsträgern in Libanon ab”, sagte der SPD-Politiker.

Maas fügte hinzu: “Denn die internationale Gemeinschaft ist zwar bereit, einen echten Reform- und Vertrauensbildungsprozess konstruktiv zu begleiten, das Fundament dafür muss jedoch in Libanon selbst gegossen werden.” Deutschland leiste allein im laufenden Jahr 146,5 Millionen Euro humanitäre Hilfe.

Unter den mehreren Dutzend Teilnehmern der Konferenz waren nach Angaben des französischen Präsidialamts König Abdullah II. von Jordanien, Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und Weltbank-Chef David Malpass.

Das Bankensystem muss durchleuchtet werden

Libanons Präsident Michel Aoun erklärte, internationale Unterstützung sei für sein Land unverzichtbar. Die “vielfachen Tragödien”, denen sich die Libanesen gegenübersähen, seien “dramatisch”. Die Wirtschaftskrise habe ihre Ersparnisse und Jobs getroffen und untergrabe nun sogar die Zukunft ihrer Kinder. Das gesamte Finanzsystem des Libanons gehöre auf den Prüfstand, sagte Aoun.

Dadurch könnten die Verantwortlichen für den Bankrott der Wirtschaft identifiziert und der Weg für Reformen geebnet werden. Die seit dem Sommer 2019 andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise, die Corona-Pandemie und die Explosion von Beirut haben den Zedernstaat schwer getroffen.

Inflation ist astronomisch hoch

Das libanesische Pfund hat 80 Prozent seines Werts verloren. Nach Berechnung des US-Wirtschaftsprofessors Steve Hanke betrug die jährliche Inflationsrate zuletzt 365 Prozent. Das sei die höchste Teuerungsrate weltweit nach Venezuela, sagte Hanke dem Magazin “Arabian Business”. Nach UN-Angaben leben 55 Prozent der Libanesen in Armut – doppelt so viele wie im Vorjahr.

haz/bru (dpa, afp, rtr)

Source Article from https://www.dw.com/de/geberkonferenz-will-reformen-im-libanon/a-55805613?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Biden warnt vor vielen neuen Corona-Toten

“Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden bis Januar wahrscheinlich weitere 250.000 Menschen verlieren”, sagte Biden bei einer Online-Veranstaltung mit Mitarbeitern und Besitzern kleiner Unternehmen. “Verstehen Sie mich? Weil die Menschen nicht aufpassen.”

Die Ausbreitung des Coronavirus müsse unbedingt eingedämmt werden. Biden machte keine Angaben dazu, woher seine Einschätzung von 250.000 weiteren Toten stammt. Nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimorehat das Coronavirus seit Beginn der Pandemie mehr als 270.000 Menschen in den USA das Leben gekostet.

Viele Zahlen sind im Umlauf

Ein Modell von Forschern des Instituts IHME der Universität Washington im US-Bundesstaat Seattle rechnet im Fall gelockerter Schutzmaßnahmen mit mehr als 502.000 Toten bis Ende Januar, im Fall schärferer Schutzmaßnahmen mit mehr als 367.000. Dieses Modell wurde in der Vergangenheit auch mehrfach vom Weißen Haus angeführt.

Der Chef der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, sagte bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer: “Unglücklicherweise glaube ich, dass wir vor Februar in der Nähe von 450.000 Virus-Toten sein könnten.” Das sei aber nicht ausgemacht, sondern hänge davon ab, inwiefern sich die Amerikaner an Schutzmaßnahmen hielten. “Die Realität ist: Dezember, Januar und Februar werden hart sein. Ich glaube sogar, dass es die schwierigsten Zeiten in der öffentlichen Gesundheitsgeschichte dieser Nation sein werden.”

Trumps Warnung vor dem Lockdown

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder betont, das Coronavirus werde “verschwinden” und die Pandemie schon bald zu Ende sein. Im übrigen seien Lockdowns – so Trump – geradezu gefährlich. Wenn es wegen des Virus weitere Lockdowns gäbe, würden viele Menschen ihre Jobs verlieren und die Zahl der Selbstmorde werde steigen, hatte Trump auch im Wahlkampf immer wieder gewarnt.

haz/bru (dpa, ap, rtr)

Source Article from https://www.dw.com/de/biden-warnt-vor-vielen-neuen-corona-toten/a-55805519?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Ohne Haaland fehlt dem BVB die Wucht

Am Ende war es doch noch ein guter Tag für Borussia Dortmund, auch wenn eine schlechte Nachricht einige dunkle Wolken über das Westfalenstadion geschoben hatte. Der BVB hat mit einem 1:1 (1:0) vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hat damit eines der Saisonziele bereits geschafft.

Die weniger erfreuliche Botschaft des Abends: Erling Haaland war weder bei diesem Spiel dabei, noch wird er in den nächsten Wochen für den BVB auflaufen können – weil er sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, wie der Klub vor dem Spiel gegen Lazio mitteilte. 

BVB-Spiel auf Haaland zugeschnitten

“Dann müssen es eben die anderen richten”, sagte Michael Zorc und versuchte damit die Verantwortung auf mehrere Schultern im Team zu verteilen. Allerdings war bei dieser Aussage des BVB-Sportdirektors wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens. Schließlich weiß auch Zorc, dass der Norweger nicht ohne weiteres zu ersetzen ist beim BVB. Allein in den ersten vier Partien der Gruppenphase erzielte er sechs Treffer für die Dortmunder. Der BVB hat sein Spiel auf ihn zugeschnitten, das dürfte nun für Probleme sorgen.

In den vergangenen Monaten hatte Haaland fast immer in der Startelf gestanden und wurde getragen von seiner (Tor-) Euphorie. Es schien immer so erfolgreich weiter zu gehen, Woche für Woche. Doch nun ist es anders gekommen.  Trainer Lucien Favre räumte vor dem Spiel gegen Rom einen Fehler in der sogenannten  Belastungssteuerung durch den Trainerstab ein. “Erling wird bis Anfang Januar nicht mehr spielen. Er hat vielleicht zu viel gespielt”, sagte der BVB-Coach. Immerhin vier Bundesligapartien, eine in der Champions League sowie eine im DFB-Pokal muss das Favre-Team noch bis zur rund einwöchigen Winterpause ohne den Torjäger absolvieren.   

Turm in der Brandung fehlt

Dass das schwierig werden könnte, zeigte nicht zuletzt die Partie gegen die Italiener. Die Dortmunder spielten in der ersten Hälfte vor allem um den Lazio-Strafraum herum, immer auf der Suche nach dem Turm in der Brandung, der allerdings nicht mehr auftauchen sollte. Es fehlten gegen die Italiener lange die schnellen, tiefgreifenden Schritte des 20-Jährigen, der bullige Körper und diese Abschlussstärke, mit der er schon so manchen Gegner zur Verzweiflung getrieben hat. Zu viele Kurzpässe, zu wenig Wucht prägten das Spiel der Dortmunder. 

Raphael Guerreiro erzielt das 1:0 für den BVB

Raphael Guerreiro erzielt das 1:0 für den BVB

Dass der BVB trotzdem zur Pause in Führung gehen konnte, hatte das Team einem Fehler von Rom-Torhüter Reina im Spielaufbau zu verdanken. Die Dortmunder fingen den Ball kurz hinter dem gegnerischen Strafraum ab, drei schnelle Pässe und plötzlich tauchte Raphael Guerreiro vor dem Lazio-Tor auf und verwandelte zum 1:0 (45.).

Auch während der zweiten Hälfte machte sich das Fehlen Haalands deutlich bemerkbar. Eigentlich hätte der BVB aus einem komfortablen Umschaltspiel agieren können – hätte der pfeilschnelle Norweger auf dem Platz gestanden. Vielmehr gelang es den Dortmundern viel zu selten, zumindest für ein wenig Torgefahr zu sorgen. So konnte Lazio den Druck erhöhen und die Römer erhielten zu allem Überfluss auch noch einen äußerst umstrittenen Elfmeter von Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zugesprochen. Ciro Immobile traf vom Punkt zum 1:1 (67.). Zudem musste auch noch Abwehrchef Mats Hummels in der Nachspielzeit verletzt ausgewechselt werden.     

Am Ende zitterten sich die Borussen über die Zeit. Und sie werden hoffen, dass ihr Torjäger möglichst schnell wieder das Trikot überstreifen und Tore für das Team erzielen kann. 

Source Article from https://www.dw.com/de/ohne-haaland-fehlt-dem-bvb-die-wucht/a-55803009?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

BVB im Achtelfinale, Leipzig gewinnt in Istanbul

Dem ohne den verletzten norwegischen Torjäger Erling Haaland angetretenen Fußball-Bundesligisten reichte  am Mittwochabend gegen Lazio Rom ein 1:1 (1:0), um zum dritten Mal nacheinander die K.o.-Runde der Champions League zu erreichen. Raphael Guerreiro (44. Minute) brachte den BVB in Führung. Für den Ausgleich der Gäste sorgte der frühere Dortmunder Ciro Immobile per Foulelfmeter (67.). Mats Hummels musste nach einem Zusammenprall mit Immobile kurz vor Schlusszudem verletzt vom Platz. 

Die erhoffte Revanche für das 1:3 im Hinspiel vor sechs Wochen in Rom gelang der Elf von Trainer Lucien Favre damit nur halb. Das Vorrunden-Finale am kommenden Dienstag bei Zenit St. Petersburg ist für den BVB nun sportlich ohne Bedeutung.

 

Sörloth rettet RB Leipzig den Sieg

RB Leipzig hat im Krimi von Istanbul die Nerven behalten und darf weiter auf den Sprung ins Achtelfinale hoffen. Die Sachsen feierten am Mittwochabend beim Gruppenletzten Basaksehir Istanbul mit einer Portion Glück einen knappen 4:3 (2:1)-Sieg und gehen mit neun Punkten ins letzte Gruppenspiel am kommenden Dienstag zu Hause gegen Manchester United. Zudem haben die Sachsen mindestens schon die Europa League sicher.

Yussuf Poulsen (26.), Nordi Mukiele (43.), Dani Olmo (66.) und Alexander Sörloth (90.+2) erzielten die Tore für Leipzig, Irfan Can (45.+3/72./85.) traf gleich dreimal für den türkischen Meister. Dayot Upamecano sah in Istanbul seine dritte Gelbe Karte und fehlt Leipzig damit gegen Manchester.

 

Der 5. Spieltag aus deutscher Sicht in Zahlen: 

Gruppe H:

Basaksehir Istanbul – RB Leipzig  3:4 (1:2)

Tore: 0:1 Poulsen (17.), 0:2 Mukiele (26.), 1:2 Can (45.+3) , 1:3 Olmo (66.) 2:3 Can (72.), 3:3 Can (85.), 3:4 Sörloth (90.+2)  

Gruppe F:

Borussia Dortmund – Lazio Rom 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Guerreiro (44.); Immobile (67.)

 

jst/kre (dpa/sid)

Source Article from https://www.dw.com/de/bvb-im-achtelfinale-leipzig-gewinnt-in-istanbul/a-55802931?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Notre-Dame: Weihnachtskonzert in leerer Kathedrale

“Notre-Dame ist ein bisschen wie unser Zuhause”, sagte Henry Chalet, der Dirigent des Chors von Notre-Dame in einen Interview mit dem Pariser Fernsehsender BFM. Er sei “aufgeregt”, die Kathedrale nach anderthalb Jahren endlich wieder betreten zu dürfen. Schließlich sei der Chor in dem Pariser Wahrzeichen schon seit 850 Jahren zu Gast.

20 Sängerinnen und Sänger des Erwachsenenchors werden Heiligabend gemeinsam mit zwei Solisten und einem Organisten auftreten. Von dem Konzert, das aufgrund strikter Corona-Schutzmaßnahmen ohne Publikum stattfinden wird, soll es eine Live-Übertragung im Fernsehen geben.

Vom Zirkuszelt zurück in die Kathedrale

Zum dritten Mal seit dem Großbrand im April 2019 findet damit wieder eine Veranstaltung in der berühmten Kathedrale statt. Zuvor zelebrierte im Juni 2019 der Pariser Erzbischof Michel Aupetit eine Messe in der Kapelle der Jungfrau Maria vor etwa dreißig Personen, die Hälfte davon waren Priester. Zudem hatte sich der Erzbischof ohne Gläubige am Karfreitag diesen Jahres in die leere Kathedrale zu einer “Zeit der Meditation” begeben. Mehrere Bach-Sonaten waren vom Geiger Renaud Capuçon gespielt worden, und Schauspieler hatten Texte von Paul Claudel, Francis Jammes und Mutter Teresa gelesen. Im vergangenen Jahr wurde die traditionelle Mitternachtsmesse zu Weihnachten in ein Zirkuszelt im Park Bois de Boulogne im Westen der französischen Hauptstadt verlegt.

Da die Hauptorgel von Notre-Dame derzeit restauriert wird, wurde für das Weihnachtskonzert 2020 eine kleine Orgel angemietet. Der verheerende Brand zerstörte vor eineinhalb Jahren nicht nur einen Großteil des Dachs und des Vierungsturms aus dem 19. Jahrhundert, sondern auch die einzigartige Akustik von der Kathedrale. Forscher des renommierten Centre National de Recherches Scientifiques (CNRS) und der Sorbonne in Paris sind derzeit dabei, diesen einzigartigen Klang, der zum akustischen Kulturerbe Frankreichs gehört, zu rekonstruieren.

Wiedereröffnung für 2024 geplant

Der Zeitpunkt für das Weihnachtskonzert ist günstig. Gerade erst wurde in der letzten Novemberwoche ein gigantisches Gerüst entfernt, das bereits vor dem Brand errichtet worden war, um den Vierungsturm von Notre Dame zu reparieren. Um es abbauen zu können, musste zunächst das gesamte Strebewerk durch Holzbalken verstärkt werden. Die Metallstäbe des 200 Tonnen schweren Gerüsts in 40 Meter Höhe wurden durch die Hitze der Flammen ineinander verklebt. Viele Monate lang war das Wetter zu schlecht, um mit dem Abbau zu beginnen, anschließend verzögerte die Corona-Pandemie wochenlang die Arbeiten.

Dachstuhl und Turm der Kathedrale Notre Dame stehen in Flammen, es steigt gewaltiger Rauch auf.

Am 15. April hielt die Welt den Atem an: Das Pariser Wahrzeichen Notre Dame steht in Flammen

Nun ist aber eines gewiss: Notre-Dame ist zu retten. So hätte das Gemäuer unter der Last des Gerüsts oder bei dessen Demontage einstürzen können. ”Die Bedrohung, die das Gerüst für die Kathedrale darstellte, besteht nun nicht mehr”, erklärte Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot. Anfang 2021 werden im Inneren weitere Gerüste installiert, um Arbeiten im Schiff der Kathedrale vornehmen zu können. In der Zwischenzeit kann nun der Chor von Notre-Dame hier ein Weihnachtskonzert per Live-Übertragung geben. 

Bei dem Feuer im April 2019 waren der Dachstuhl und der Spitzturm eingestürzt. Beides soll nach historischem Vorbild wieder neu entstehen, wobei die Arbeiten bis zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 abgeschlossen sein sollen, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprochen hat. Der Zeitplan gilt als äußerst ehrgeizig.

Source Article from https://www.dw.com/de/notre-dame-weihnachtskonzert-in-leerer-kathedrale/a-55799572?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Adventszeit: Deutsche Redensarten zur Entschleunigung

Kräfte sammeln, zur Ruhe kommen – in den vier Wochen vor Heiligabend sehnen sich viele Deutsche nach Besinnlichkeit. Stattdessen Jahresendspurt, auch oder gerade wegen des turbulenten und teilweise dramatischen Corona-Jahr 2020. Immer mit der Ruhe?

Pausen und Ruhe sind wichtig, um nicht zu sagen “erste Bürgerpflicht” (geflügeltes Wort aus dem frühen 19. Jahrhundert). Aphorismen zum Thema Ruhe finden sich viele über die Jahrhunderte.

“Die besten Ärzte der Welt sind Dr. Ruhe, Dr. Diät und Dr. Fröhlichkeit”, meinte zum Beispiel der irische Schriftsteller Jonathan Swift (“Gulliver’s Reisen”). 

Senioren-Paar auf einer Bank auf einem Deich

Kleine Verschaufspause

Friedrich Schiller, deutscher Dichter des 18. Jahrhunderts, gab folgenden Rat: “Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit”, während der antike römische Dichter Ovid befand: “Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer.”

Für den österreichischen Lyriker und Dramatiker Stefan Zweig gehörte “auch die Pause” zur Musik.

“Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten, wie ein Maler von seinem Bilde”, so Christian Morgenstern, deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts. Und für den amerikanischen Schriftsteller John Steinbeck (“Früchte des Zorns”, “Jenseits von Eden”) war klar: “Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.”

Mehr Inhalte über Deutsche und ihre Eigenarten, die deutsche Alltagskultur und Sprache finden Sie auf unserer Seite www.dw.com/meetthegermans_de sowie bei YouTube.

Source Article from https://www.dw.com/de/adventszeit-deutsche-redensarten-zur-entschleunigung/a-51139126?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Kushner, die Golfstaaten und offene Fragen

Die Reise von Jared Kushner an den Golf steht unter dem Zeichen zahlreicher ungeklärter Fragen. Die staatliche katarische Nachrichtenagentur Qatar News Agency gab sich nach dem Besuch des Nahostberaters von US-Präsident Donald Trump zurückhaltend. Kushner und sein Gastgeber, der katarische Emir Sheikh Tamim bin Hamad Al-Thani, hätten sich über “Entwicklungen in der Region” unterhalten, teilte die Agentur mit.

Zu diesen Entwicklungen dürften auch die vergifteten Beziehungen zwischen Katar und Saudi-Arabien sowie dessen Partnern, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain und Ägypten, gezählt haben. Die drei Länder boykottieren Katar seit dem Sommer 2017. Katar, so der Vorwurf, pflege ein zu enges Verhältnis zu Iran. Außerdem decke es den internationalen Terrorismus – gemeint damit waren die Muslimbrüder. Katar gilt als einer ihrer Hauptfinanziers. Katar selbst hat diese Vorwürfe stets bestritten. Den durch den Boykott bedingten Importausfall – auch von Lebensmitteln – konnte das Emirat mit Hilfe vor allem des Iran und der Türkei kompensieren.

Ein – eher indirektes – versöhnliches Signal hatte Katar Mitte November in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrains gesendet. Sein Land habe keine Meinung zur Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel, erklärte der katarische Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani am 18. November in Doha. “Es ist die souveräne Entscheidung der Emirate und Bahrains, eine bilaterale Beziehung zu führen. Wir mischen uns da nicht ein.” Allerdings, fügte er hinzu, sei eine “vereinte Front” arabischer Staaten gegenüber Israel für die Palästinenser die bessere Lösung.

Katar Doha | Staatsoberhaupt des Emirats | Sheikh Tamim bin Hamad al-Thani

Zu Gesprächen bereit? Sscheich Tamim bin Hamad al-Thani, Staatsoberhaupt des Emirats Katar

Was will Trump?

Das schwierige Verhältnis zwischen Katar und Saudi-Arabien sowie dessen Verbündeten dürfte auch vor dem Hintergrund des derzeit größten Konflikts in der Region, zwischen Iran auf der einen und Saudi-Arabien, den VAE, Israel und den USA auf der anderen Seite, erörtert worden sein. Die iranisch-arabischen Spannungen dürften auch bei Kushners Gesprächen in Saudi-Arabien, nach Katar der nächsten Station seiner Reise, auf der Agenda stehen.

Die künftige Rolle des Iran spielt für den derzeitigen wie den kommenden US-Präsidenten gleichermaßen eine große Rolle. Trump und Biden, heißt es in einer Analyse der Jerusalem Post, seien über das iranische Atomprogramm gleichermaßen besorgt. Anders als sein Vorgänger könnte Biden aber versuchen, dieses durch eine Neuauflage des von Trump 2018 aufgekündigten Atomabkommens anzugehen. Das jedoch wolle Trump womöglich verhindern. “Der scheidende Präsident unternimmt Schritte, seinem Nachfolger den Weg zu verstellen, in erster Linie durch ein verschärftes Sanktionsregime. Der wirksamste Weg, eine Rückkehr zu dem Abkommen zu verhindern, bestünde darin, einen Konflikt mit dem Iran vom Zaun zu brechen”, so die Jerusalem Post.

Gefahr einer “verlorenen Generation”

Ein solcher Konflikt wäre aber in vielfacher Hinsicht problematisch. Ein Angriff auf den Iran würde das potenzielle Wachstum und die Erholung des Nahen Ostens von seiner langfristigen strukturellen wirtschaftlichen Krise zunichte machen, heißt es in einer Analyse des mit der Politik des Nahen Osten befassten online-Magazins Al-Monitor. “Ein solcher Krieg würde eine verlorene Generation hervorbringen, deren Chance auf eine demografische Dividende verspielt wäre; er würde eine junge, relativ gesunde und anständig ausgebildete Bevölkerung zu Armut, Immobilität und Schweigen verdammen.”

Darüber dürften sich auch die politischen Eliten der Golfstaaten im Klaren sein und der Idee eines Kriegs oder auch nur einer bewaffneten Auseinandersetzung mit dem Iran darum entsprechend reserviert gegenüberstehen. Zugleich aber sind sie noch im Ungewissen darüber, welcher Art ihre Beziehungen zu den USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden sein werden.

Iran Tehran | Persischer Golf | Militär Einsatz

Region unter Spannung: eine Übung der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, September 2020

Die Sorgen des Kronprinzen

Für diese Frage dürfte sich insbesondere der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) interessieren. Nach der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hatte der US-Kongress gefordert, MbS zur Rechenschaft zu ziehen. Das hatte US-Präsident Donald Trump abgelehnt. Der neue US-Präsident Joe Biden dürfte mit Blick auf Saudi-Arabien eine deutliche Position vertreten, sagte der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz, Günter Meyer, Mitte November im DW-Interview. “Biden hatte im Vorfeld der Wahlen ja bereits angekündigt, die Beziehung zu Saudi-Arabien zu ‘überdenken’. Eine solche Ankündigung zieht meist tiefgreifende Änderungen nach sich.”

Die politische Führung der VAE hingegen dürfte sich um ihr persönliches Geschick weniger Sorgen machen. Allerdings sind sie mit ihrer weit in den Persischen Golf hineinragenden Landzunge im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung ganz besonders verwundbar. Der zäh sich hinziehende und vor allem weitgehend ergebnislose Krieg im Jemen, aus dem sich die VAE inzwischen weitgehend zurückgezogen haben, hat der politischen Führung außerdem gezeigt, wie wenig sie bereits gegen einen nicht-regulären Gegner wie die jemenitischen, vom Iran unterstützten Houthi-Milizen auszurichten vermag. Darum dürften die VAE weiterhin großen Wert auf gute Beziehungen zu ihrer bisherigen Schutzmacht USA legen.

Iran Teheran | Beisetzung des getöteten iranischen Atomforschers Mohsen Fachrisadeh

Provokation zum Gegenschlag? Beisetzung des ermordeten Atomphysikers Mohsen Fachrisadeh

Überlegungen in Jerusalem

Die Frage nach dem künftigen Umgang mit dem Iran stellt sich auch für Israel. Die Regierung in Teheran hatte vor wenigen Tagen erklärt, vieles spreche dafür, dass Israel hinter der Ermordung des iranischen Atomphysikers Mohsen Fachrisadeh stehe. Dazu hat sich die israelische Regierung bislang nicht geäußert. Bei dieser Unklarheit könnte es aus israelischer Sicht durchaus bleiben, denn der Mord hat der iranischen Regierung ihre grundsätzliche Verwundbarkeit demonstriert. Auch das israelische Schweigen lässt sich als Hinweis deuten, dass Israel sine nationale Sicherheit durch mögliche iranische Atomwaffen um keinen Preis gefährdet sehen will.

Letztlich dürfte die Regierung in Jerusalem an einem Waffengang aber nicht interessiert sein. Denn der dürfte auch die neuen Beziehungen zu den VAE, Bahrain und weiteren Golfstaaten auf eine schwierige Probe stellen. Insbesondere in Saudi-Arabien sind viele Bürger von den neuen Beziehungen ihrer politischen Führung zu Israel alles andere als begeistert. Ein Krieg gegen den Iran nicht allein, aber auch um der Sicherheit Israels willen: Das könnte bei vielen Bürgern des Königreichs für erheblichen politischen Unmut mit schwer kalkulierbaren Konsequenzen führen.

USA Wilmington, Delaware | Joe Biden, Vorstellung Team | Joe Biden

Zentrale Figur in den Planpielen am Golf: der künftige US-Präsident Joe Biden

Zuletzt wäre Netanjahu, sollte er tatsächlich auf fortgesetzte Aktionen gegen den Iran setzen, auf den Beistand der USA angewiesen, und zwar auch unter Präsident Biden. Ohne amerikanische Unterstützung, deutet die Jerusalem Post an, könnte Israel sich schwerlich auf eine größere Auseinandersetzung mit dem Iran einlassen. Und das sei für den israelischen Premier das Problem, so die Zeitung: ”Biden könnte wenig gewillt sein, Israel voll zu unterstützen, sollte Netanjahu einen Krieg provozieren wollen.”

Die vielen offenen Fragen dürften sich erst dann klären, wenn Biden sich zu seinen Plänen in der und für die Region klar und deutlich äußert.

Source Article from https://www.dw.com/de/kushner-die-golfstaaten-und-offene-fragen/a-55800396?maca=de-rss-de-all-1119-rdf