Месечни архиви: February 2014

Wortmeldung aus dem Exil

Dort hat der 63-Jährige für 14.00 Uhr MEZ eine Pressekonferenz angekündigt. Janukowitsch war am Wochenende vom Parlament in Kiew abgesetzt worden und aus der Hauptstadt geflohen. Allerdings beharrt er darauf, weiter der rechtmäßige Präsident des Landes zu sein. Die Beschlüsse des Parlaments seien rechtswidrig. Wann und wie Janukowitsch die Ukraine verlassen konnte, ist noch ungeklärt. Aus russischen Sicherheitskreisen hieß es lediglich, man habe seiner Bitte um persönlichen Schutz “auf russischem Gebiet” entsprochen.

Ukrainische Grenzbehörden und die Flugsicherheit hatten seine offizielle Ausreise verhindert. Lange vermutete die Interimsregierung in Kiew den flüchtigen Ex-Staatschef noch in der Ukraine, ließ aber vorsorglich auch weltweit nach Janukowitsch fahnden: Wegen “Massentötungen” wurde ein internationaler Haftbefehl beantragt. Außerdem forderte das ukrainische Parlament den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf, gegen Janukowitsch wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” zu ermitteln.

Vitali Klitschko, einer der Anführer der monatelangen proeuropäischen Protestbewegung und ein möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Mai, machte Russlands Präsident Wladimir Putin wegen der Aufnahme Janukowitschs schwere Vorwürfe. “Es ist eine Provokation für jeden Ukrainer, dass Putin diesem blutigen Diktator Zuflucht gewährt”, sagte Klitschko der “Bild”-Zeitung. “Janukowitsch ist verantwortlich für den Einsatz von Scharfschützen gegen friedliche Demonstranten, er hat Menschen ermorden lassen. Er muss sofort vor ein Gericht gestellt werden.” Die geplante Pressekonferenz sei “absurd”.

Guthaben in der Schweiz eingefroren

Die Entwicklung in der Ukraine wird auch in der Schweiz mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. An diesem Freitag tritt eine Grundsatzentscheidung des Bundesrates, also der eidgenössischen Regierung, in Kraft, wonach möglicherweise existierende Auslandskonten des gestürzten ukrainischen Präsidenten in der Alpenrepublik gesperrt werden. Die Schweizer Banken sind zu “erhöhter Wachsamkeit bei ukrainischen Geldanlagen in der Schweiz” aufgerufen.

Die Kontensperrung gilt auch für weitere Personen aus dem Umfeld von Janukowitsch.Außerdem werden keine weiteren Genehmigungen für Waffenexporte und die Ausfuhr anderer Kriegsgeräte an Kiew erteilt.

Über mögliche Auslandsguthaben Janukowitschs ist offiziell nichts bekannt. Sein Sohn Alexander eröffnete 2011 aber einen Ableger seiner Vermögensverwaltung MAKO in Genf und soll einem Schweizer Medienbericht zufolge binnen drei Jahren rund eine halben Milliarde Dollar (etwa 365 Millionen Euro) angehäuft haben.

rb/wl (afp, dpa, rtr)

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Russen kontrollieren Krim-Flughafen

Die russischen Einheiten, es handele sich um Marine-Soldaten, sollten verhindern, dass “Kämpfer” eingeflogen würden, berichtet die Agentur unter Berufung auf russische Militärkreise ohne weitere Einzelheiten. Im Hafen von Sewastopol ist gemäß eines Vertrages mit der Ukraine die russische Schwarzmeer-Flotte stationiert.

Bewaffnete auch auf Airport Simferopol

Zuvor hatten auch in der Regionalhauptstadt Simferopol bewaffnete Männer mit Sturmgewehren die Kontrolle über den Flughafen übernommen (Artikelbild). Sie patrouillierten auf dem Gelände. Der Flugverkehr ist bislang nicht gestört. Am Donnerstag hatten Bewaffnete vorübergehend das Parlament und den Regierungssitz in Simferopol besetzt.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sprach von einem “militärischen Einmarsch und Besatzung” auf der Krim. Es handele sich um eine “direkte Provokation” auf dem Territorium eines unabhängigen Staates. Dieses Vorgehen verletze alle internationalen Vereinbarungen und Normen. Die Bewaffneten, die den Flughafen der Krim-Metropole Simferopol kontrollierten, repräsentierten die russische Föderation, schrieb Awakow auf seiner Facebook-Seite.

Die damals russische Krim wurde vor rund 60 Jahren von der Sowjetführung der Ukraine zugeschlagen. Die meisten Bewohner der Krim sind ethnische Russen. Sie lehnen den politischen Umsturz in Kiew offenbar mehrheitlich ab und fürchten um ihre Autonomierechte. Das Regionalparlament beschloss deshalb, am 25. Mai ein Referendum abzuhalten. Darin soll es um eine Ausweitung der Autonomierechte für die Krim gehen. Zudem setzten die Abgeordneten die Regionalregierung ab.

Dies weckt Befürchtungen, im Zuge der politischen Umwälzungen könnte es zu einer Spaltung der ehemaligen Sowjetrepublik kommen. Die territoriale Integrität des Landes sei bedroht, warnte der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk. Der bisherige Oppositionsführer wurde am Donnerstag vom Parlament in Kiew mit großer Mehrheit gewählt.

wl/rb (rtr,dpa,afp)

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Assad kann keine Chemiewaffen mehr herstellen

Angesichts der Drohung der USA mit einem Militärschlag hatte Syriens Präsident Baschar al-Assad im vergangenen Sommer der Vernichtung seiner gesamten Chemiewaffen zugestimmt. Der von der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten “Organisation für das Verbot von Chemiewaffen” (OPCW) kontrollierte Prozess (Artikelbild) verläuft schleppend und hinkt dem Zeitplan hinterher. Doch jetzt können die Vereinten Nationen einen wichtigen Teilerfolg verkünden.

Bei der Zerstörung der C-Waffenbestände seien in den vergangenen Monaten deutliche Fortschritte erzielt worden, heißt es in einem neuen UN-Bericht: “Als Folge davon sind die Produktions-, Misch- und Abfüllanlagen der Arabischen Republik Syrien nicht mehr einsatzfähig.” Die Regierung in Damaskus müsse jedoch ihre Anstrengungen verstärken, fordern die Vereinten Nationen gleichzeitig.

Zeitplan wird nicht eingehalten

Ursprünglich war vorgesehen, das gesamte Chemiewaffenarsenal des Assad-Regimes von rund 1300 Tonnen bis Ende Juni zu vernichten. Dies ist aber nicht mehr zu schaffen. Nach einem kürzlich von der Regierung in Damaskus veröffentlichten Zeitplan können die letzten gefährlichen Kampfstoffe nicht vor Ende Mai außer Landes geschafft werden. Die eigentliche Zerstörung der Chemiewaffen ist technisch kompliziert und dauert rund 90 Tage. Als Grund für die Verzögerung gab das Regime den Bürgerkrieg, schlechtes Wetter und logistische Probleme an.

Deutschland unterstützt Entsorgung

Am vergangenen Mittwoch war erst die vierte Ladung chemischer Kampfstoffe außer Landes gebracht worden. Es handelte sich um das gefährliche Senfgas. Die Chemiewaffen sollen in der Nähe von Italien auf hoher See unschädlich gemacht werden. Reststoffe sollen dann in Deutschland in den Anlagen der bundeseigenen “Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten” (GEKA) im niedersächsischen Munster vernichtet werden. Zusätzlich dazu erwägt die Bundesregierung, eine Fregatte ins Mittelmeer zu entsenden, um den Transport und die Zerstörung der Chemiewaffen abzusichern.

Unterdessen hat der Syrien-Sondergesandte der UN und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, zu weiteren Bemühungen für eine Beendigung der Bürgerkriegs aufgerufen. Die unter dem Stichwort “Genf II” bekannten Friedensgespräche seien “noch nicht gescheitert”, sagte Brahimi auf einer Veranstaltung der Grünen im Bundestag in Berlin.

“Nicht aufgeben”

“Im Moment gibt es einen Stillstand, aber wir sollten noch nicht aufgeben.” Zu den diplomatischen Anstrengungen gebe es “keine Alternative”, erklärte der algerische Diplomat. Er forderte Deutschland auf, bei der Suche nach einer Verhandlungslösung seinen “Einfluss in die Waagschale zu werfen”, den es in der Region habe. Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 sind nach Schätzungen mehr als 130.000 Menschen getötet worden. Mehr als neun Millionen Männer, Frauen und Kinder sind auf der Flucht vor der Gewalt.

wl/rb (rtr, afp, dpa)

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Kauder fordert mehr Unterstützung für Ägypten

“Nach einer langen Pause, in der wir Europäer nicht so präsent in Ägypten waren, glaube ich, dass die Zeit gekommen ist, dass wir uns mehr um dieses Land kümmern.” Zu diesem Schluss kam Volker Kauder, Vorsitzender der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, nach einem Treffen mit dem ägyptischen Verteidigungsminister
Abdel Fattah al-Sisi am Donnerstag (27.02.2014) in Kairo. Europa und Deutschland müssten sich stärker in Ägypten engagieren, so Kauder. Sowohl bei der politischen Begleitung des Transformationsprozesses als auch bei Fragen der Ausbildung und der wirtschaftlichen Entwicklung. Dafür möchte Volker Kauder (CDU) nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik werben.

Denn in mancher Hinsicht scheint Ägypten nach dem Sturz von Ex-Präsident Mohammed Mursi im Juli 2013 in den Hintergrund gerückt zu sein. Scharfe Kritik seitens der EU-Politiker erntete in erster Linie der Umgang der Machthaber in Ägypten mit den Muslimbrüdern. Inzwischen gilt die Muslimbruderschaft mit ihren geschätzten sechs Millionen Anhängern als terroristische Organisation, ihre Kader sitzen in Haft oder sind auf der Flucht.

Die politische Instabilität stellt Ägypten vor große Herausforderungen. Die Wirtschaft liegt seit den Umbrüchen vor drei Jahren brach, die Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen ist hoch. Viele Berufsgruppen zeigten ihren Unmut Mitte Februar öffentlich bei Streiks. Das Vertrauen in die Machthaber bröckelt. Die Übergangsregierung von Hasem al-Beblawi
trat am 24. Februar zurück.

Militär versichert, dem Willen des Volkes zu folgen

Soldat vor der Verfassungsgebenden Versammlung in Kairo
Foto: KHALED DESOUKI/AFP/Getty Images

Soldaten dürfen seit einer Gesetzesänderung hart gegen Proteste vorgehen

Trotzdem ist Volker Kauder nach seinen Gesprächen in Kairo der Meinung, dass das Militär das Land voranbringen will. Vertreter der Streitkräfte hätten ihm bei Treffen immer wieder versichert, dass das Militär nicht dauerhaft politische Verantwortung übernehmen wolle. Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen solle das ägyptische Volk selbst über seine Zukunft entscheiden, resümiert Kauder die Gespräche.

Dennoch gilt es auch in der Übergangsphase, eine stabile Sicherheitslage im Land wiederherzustellen. Die Wirtschaft basiert zu einem großen Teil auf Tourismus, der seit den Unruhen von 2011 massiv eingebrochen ist. Nur wenige Badeorte am Roten Meer gelten noch als sicher. Erst am Donnerstag haben deutsche Reiseveranstalter Touristen aus dem südlichen Teil der Sinai-Halbinsel nach Deutschland ausgeflogen, nachdem das
Auswärtige Amt die Reisewarnungen für diese Region um eine Stufe erhöht hatte.

Eine zunehmende Verschlechterung der Sicherheitslage in Ägypten könnte auch Auswirkungen auf Europa haben und beispielsweise weitere Flüchtlingswellen in die EU auslösen. “Ägypten liegt vor unserer Haustür”, so Kauder. Europa könne nur hoffen, dass es den Ägyptern gelinge, diese Herausforderung zu bewältigen.

Papst der Kopten: Christen geht es besser

Er sei optimistisch, was die Zukunft Ägyptens angehe, sagte Kauder, der auch das Oberhaupt der Kopten traf. Papst Tawadrus II. und der deutsche Politiker kennen sich bereits. Kauder berichtete: “Ich habe den Papst noch nie so entspannt gesehen wie im heutigen Gespräch.” Das kirchliche Oberhaupt habe ihm mitgeteilt, dass die Lage der Christen etwas besser geworden sei. Unter der Regierung der Muslimbrüder hatten sich Christen im Land massiv unter Druck gesetzt gefühlt. Die Verbesserungen gegenüber dem
vergangenen Jahr sei ein Grund zur Zufriedenheit, sagte Kauder, der sich seit langem mit der Situation der Christen im Nahen Osten beschäftigt. Dennoch sei Ägypten mitten in einem Prozess. “Es ist nicht alles entschieden. Deshalb wird mein Blick nach wie vor auf die Kopten in diesem Land gerichtet bleiben.”

Jungfrau-Maria-Kirche in Kairo
Foto: AFP/Getty Images

Die Jungfrau-Maria-Kirche in Kairo im Oktober 2013: Koptische Kirchen sind Ziele von Anschläge

Er sei davon überzeugt, sagte Volker Kauder, dass Ägypten eine offene Gesellschaft bleibe, in der Christen, Muslime und andere Religionsgemeinschaften mit- und nebeneinander leben können. Dies hänge mit der Gesamtentwicklung im Land zusammen. Doch “wenn man die Entwicklungen in anderen afrikanischen Ländern sieht, wie Nigeria, Somalia oder Zentralafrika, dann ist man dankbar für die Hoffnungsstrahlen, die man in Ägypten sieht”.

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Lage auf der Krim spitzt sich zu

Eine Gruppe von etwa 50 Bewaffneten hat am frühen Freitagmorgen den Flughafen der Stadt Simferopol auf der Krim kurzzeitig besetzt. Wie der Sender Russia Today unter Berufung auf den Pressedienst des Flughafens im Kurznachrichtendienst Twitter berichtete, verließen die Eindringlinge das Gelände wieder, nachdem sie keine ukrainischen Soldaten angetroffen hätten. Sie hätten sich sogar entschuldigt, hieß es bei Russia Today. Der Betrieb des Flughafens sei nicht beeinträchtigt worden.

Die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine hatte geschrieben, die Männer hätten Militäruniformen getragen. Augenzeugen hätten erklärt, die Bewaffneten hätten dieselbe militärische Kleidung getragen wie die Männer, die am Donnerstagmorgen die Gebäude von Parlament und Regionalregierung auf der ukrainischen Halbinsel Krim besetzt hätten. Die Männer seien in Fahrzeugen ohne Kennzeichen am Flughafen vorgefahren.

Am Donnerstagmorgen hatten prorussische Milizen das Parlament und die Regionalregierung in der Krim-Hauptstadt unter ihre Kontrolle gebracht. In der autonomen Teilrepublik der Ukraine leben überwiegend Menschen mit russischen Wurzeln. Sie fürchten infolge des Umbruchs in Kiew um ihre Autonomierechte. Das von den Moskau-treuen Milizen besetzte Regionalparlament beschloss, dass am 25. Mai ein Referendum auf der Krim abgehalten wird. Darin soll es um eine Ausweitung der Autonomierechte gehen.

Gefahr für die territoriale Integrität

Der ukrainische Übergangsinnenminister Arsen Awakow erklärte, Sondereinheiten der Polizei seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, um ein “Blutbad unter der Zivilbevölkerung” zu verhindern. Interimspräsident Alexander Turtschinow forderte von Russland, alle Militäreinheiten auf der Krim in ihren Stützpunkten zu lassen. Jede Truppenbewegung werde als militärische Aggression gewertet, sagte er.

Die territoriale Integrität des Landes sei bedroht, warnte der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk. Er wurde am Donnerstag vom Parlament in Kiew im Amt bestätigt und soll das Land bis zu den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai führen, nachdem der bisherige Staatschef Viktor Janukowitsch am Samstag entmachtet worden war.

Janukowitsch selbst steht unter russischem Schutz. Er betrachte sich immer noch als legitimen Präsidenten der Ukraine, heißt es in einer von den russischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung. Für diesen Freitag kündigte er eine Pressekonferenz in der russischen Stadt Rostow am Don an.

Russischsprachige Bevölkerung fürchtet um ihre Rechte

Die beginnenden Abspaltungstendenzen der russischsprachigen Krim-Bevölkerung stellt die Ukraine zunehmend vor die Zerreißprobe. Russland hatte am Donnerstag mit einem massiven Militärmanöver auf die Spannungen reagiert und den Schutz für seine in Stadt Sewastopol stationierte Schwarzmeerflotte erhöht. Die NATO warnte vor einer Eskalation. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry riefen Russland von Washington aus zu einer konstruktiven Rolle bei der Stabilisierung der Ukraine auf.

Moskau hatte aufgebracht auf die jüngste Rücknahme eines Gesetzes in der Ukraine reagiert, das Russisch in bestimmten Regionen bisher als zweite Amtssprache festlegte. 60 Prozent der rund zwei Millionen Bewohner der Krim sind ethnische Russen, nur jeder vierte spricht Ukrainisch.

gmf/ml (afp, dpa, rtr)

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Laufen Deutschland die klugsten Köpfe weg?

Es ist kein Geheimnis, dass Länder wie die USA, Kanada oder Großbritannien für Forscher attraktiv sind. Nicht nur für Deutsche. Die Perspektiven und Karrieremöglichkeiten sind ausgezeichnet, die Bezahlung gut und auch das Drumherum passt: Wenig Bürokratie, viel Flexibilität und Kreativität.

Aus Deutschland fand in der Vergangenheit tatsächlich so etwas wie ein Braindrain statt: Viele Wissenschaftler, die einige Zeit im Ausland verbrachten – was in der Forschung üblich und wichtig ist – kehrten nicht mehr zurück. Auch die meisten deutschen Nobelpreisträger der letzten 20 Jahre arbeiten im Ausland, meist an Spitzenuniversitäten in den USA – wie Harvard, Yale, Stanford oder Columbia. Topforscher aus Asien oder Lateinamerika zieht es alleine schon wegen der Sprache – englisch – eher in anglophone Länder als nach Deutschland.

Genau das beklagt jetzt die Expertenkommission für Innovation und Forschung (EFI) in ihrem neuen Gutachten: Dass mehr Spitzenforscher Deutschland verlassen als dazukommen. Nichts Neues eigentlich, aber auch nicht wirklich richtig. Zwischen 1996 und 2011 gingen laut EFI-Gutachten etwa 23.000 Forscher ins Ausland, nur 19.000 kamen nach Deutschland.

Die Zahl sei korrekt, doch nicht aktuell genug, um den Jetzt-Zustand abzubilden, bemängelt beispielsweise der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek. Gerade in den letzten zehn Jahren hätten deutsche Universitäten “nicht nur Boden gutgemacht, in vielen Forschungsfeldern spielen sie längst in der Weltspitze mit”. Das stimmt. In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland einiges getan, um das Land als Forschungsstandort attraktiver zu machen – sowohl für ausländische als auch für deutsche Wissenschaftler.

Deutschland wird attraktiver für Spitzenforscher

Beispielsweise wurde die sogenannte Exzellenzinitiative gestartet. Dabei wurden Universitäten mit mehr Geld ausgestattet, elf Universitäten erhielten den Titel “Eliteuniversität” plus zusätzliche Fördergelder in Millionenhöhe. Ein spezielles Rückholprogramm mit attraktiven Angeboten sollte gezielt deutsche Spitzenforscher aus dem Ausland zurücklocken. Diese Initiativen, sagt Forschungsministerin Johanna Wanka, zeigten, dass der “Standort Deutschland zunehmende Anziehungskraft auf Wissenschaftler, Experten und Studierende ausübt und attraktiv für kluge Köpfe aus aller Welt ist”.

Offensichtlich auch für Nobelpreisträger. So steht jetzt fest, dass Thomas Südhof, Medizinnobelpreisträger 2013, nach Berlin kommen wird, um als Gastwissenschaftler am Institut für Gesundheitsforschung (BIG) zu forschen. Bislang arbeitete er an der Stanford Universität in Kalifornien. Die Zusage zeige, so Wanka, “dass Deutschland mit seiner erstklassigen Forschungslandschaft hochattraktiv für internationale Spitzenforscher ist”.

Es gibt noch viel zu tun

Trotzdem muss weiterhin jede Menge getan werden. Und da hat das Expertengremium mit seinem Gutachten recht. Denn auch wenn sehr viel mehr Geld in Forschung und Bildung investiert wird, auch wenn sich einige Hochschulen nun Eliteunis nennen dürfen – es gibt viele Gründe, weswegen sich Topleute weiterhin lieber für die USA, Großbritannien, Kanada, die Schweiz oder sogar Dänemark entscheiden. Dort wird Englisch gesprochen. In Deutschland fängt man gerade damit an, Englisch zur Hauptsprache zu machen. Außerdem gibt es weiterhin zuviel umständliche Bürokratie und zu selten attraktive Arbeitsverträge. Weshalb also sollte ein Forscher aus dem Ausland für einen Sechs-Monats-Vertrag mit unsicheren Zukunftschancen nach Heidelberg oder Hamburg kommen – womöglich sogar mit Familie? Hier muss sich noch einiges tun. Dann fällt das Urteil der EFI in fünf Jahren vielleicht besser aus.

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Frankfurt verpasst das Achtelfinale

Eintracht Frankfurts Traum vom erstmaligen Einzug ins Achtelfinale auf Europas Fußball-Bühne seit 20 Jahren ist brutal geplatzt. Nach einem großen Kampf und einer mitreißenden Partie schieden die Hessen durch ein 3:3 (1:0) gegen den FC Porto aufgrund der Auswärtstorregel unglücklich aus und können sich nun ganz auf den Abstiegskampf in der Bundesliga konzentrieren.

Stefan Aigner (37. Minute) und Alexander Meier (52./76.) hatten die Eintracht ganz nahe in Richtung Achtelfinale geschossen, doch nach den Treffern durch Eliaquim Mangala (58./71.) versetzte Nabil Ghilas in der 86. Minute der aufopferungsvoll kämpfenden Eintracht den K.o. Vor 48.000 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena zeigten die Frankfurter eine noch stärkere Leistung als
beim 2:2 im Hinspiel vor einer Woche, wurden gegen den 27-fachen portugiesischen Meister aber trotz eines 2:0- und 3:2-Vorsprungs nicht für ihren Willen und ihre Leidenschaft belohnt.

Guter Beginn

Portos Spieler bejubeln ihr Anschlusstor zum 1:2 (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Porto gibt nicht auf und wird am Ende belohnt

In der ersten Halbzeit konnten sich die Gastgeber den erhofften psychologischen Vorteil erarbeiten. Und ausgerechnet die beiden für den gesperrten Marco Russ und den verletzten Sebastian Rode ins Team gerückten Aigner und Tranquillo Barnetta waren entscheidend an der Führung beteiligt. Per Hackentrick leitete Barnetta auf Sebastian Jung weiter, dessen Flanke Alexander Meier zu Aigner köpfte. Der Rechtsaußen spitzelte dann den Ball gekonnt an Porto-Keeper Helton vorbei ins Netz. Zuvor hatte die Eintracht jedoch einige brenzlige Situationen zu überstehen.

Der kriselnde Ex-Weltpokalsieger aus Porto, der am vergangenen Wochenende seine erste Liga-Heimpleite seit über fünf Jahren kassiert hatte, ließ einige Male seine technischen Fähigkeiten aufblitzen. Ein ums andere Mal sah die Eintracht-Abwehr schlecht aus, hatte aber Glück, dass Stürmer Jackson eine gute Vorlage von Danilo nicht nutzen konnte (15.). Die Gäste wirkten ballsicherer und waren mit Pässen in die Tiefe stets brandgefährlich. Dagegen setzten die Frankfurter unbändigen Kampfeswillen und erarbeiteten sich ihrerseits Chancen. Johannes Flum verpasste eine exzellente Möglichkeit, als er aus zehn Metern weit übers Tor schoss (27.). Nur kurz darauf köpfte Portos Mittelfeldspieler Hector Herrera knapp neben das Gehäuse des Tabellen-13. der Bundesliga.

Spannung pur

Portos Spieler jubeln, die Frankfurter trauern (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Frankfurt verspielt alle Trümpfe, Porto darf jubeln

Nach dem Wechsel erhöhten die Portugiesen den Druck. Doch die Veh-Elf war zunächst effektiver. Nach Vorarbeit von Barnetta erhöhte Meier mit einem Linksschuss aus zwölf Metern – es war sein sechster Europacup-Treffer in dieser Saison. Doch Porto gab nicht auf. Nach Flanke von Ricardo Quaresma ließ Mangala Frankfurts Torwart Trapp keine Abwehrmöglichkeit. Kurz darauf war er bei einem Schuss von Maicon zur Stelle (62.). Das mögliche 3:1 hatten die Hessen zwei Minuten zuvor verpasst, als Varela den Schuss von Jung auf der Linie abblockte. Dann aber schlug der 27-fache portugiesische Meister wieder durch Mangala zu. Meier krönte seine Leistung mit seinem zweiten Treffer per Volley-Aufsetzer. Doch vier Minuten vor Schluss wurde die Frankfurter Feierlaune im Keim erstickt.

“Natürlich sind wir enttäuscht, das war heute ein unglaubliches Spiel. Wir haben alles gegeben”, sagte Doppel-Torschütze Meier. “Wenn du drei Tore gegen Porto schießt und zweimal führst und es dann doch nicht reicht, ist das schon sehr, sehr bitter”, gab Keeper Trapp zu. “Es war total unglücklich, eine Verkettung unglücklicher Umstände”, bedauerte der Eintracht-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen: “Es ist bitter, dass wir nicht belohnt worden sind.” Frankfurts Coach Armin Veh resümierte: “Für die kleine Eintracht war es eine tolle Euro-League-Saison. Wir waren unheimlich gern dabei und sind unglücklich ausgeschieden.” Statt der Eintracht bekommt es nun der FC Porto in der Runde der besten 16 mit dem SSC Neapel zu tun.

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