Месечни архиви: September 2014

Gravierendes Versagen von Obamas Leibgarde

Bei dem Vorfall vom 19. September habe der Irak-Veteran Omar Gonzales deutlich weiter in den Amtssitz des US-Präsidenten vordringen können, als der Secret-Service bislang zugegeben habe, berichtet die “Washington Post” in ihrer aktuellen Ausgabe. Demnach habe es der 42-Jährige bis in den East Room geschafft, der häufig für offizielle Empfänge oder Pressekonferenzen genutzt wird. Auch die “New York Times” schreibt über den Vorfall und schildert, dass der mit einem Messer bewaffnete Mann einen Sicherheitsbeamten im Eingangsbereich des Weißen Hause überwältigt hat. Das Blatt betonte, es sei der erste seit Jahrzehnten bekanntgewordene Fall, bei dem es ein Eindringling geschafft hat, derart weit in das Weiße Haus vorzudringen.

Sorge um die Sicherheit der Präsidentenfamilie

Kommentatoren in Washington äußerten sich schockiert und sprachen von einem besorgniserregenden Vorfall. Es müsse die Frage gestellt werden, ob Präsident Barack Obama und seine Familie im Amtssitz tatsächlich sicher seien. Es handele sich um mehr als nur eine Panne und es sei zu hinterfragen, ob die Leibgarde des Präsidenten ihren Aufgaben gewachsen sei.

Der Secret Service hat noch keine Stellung zu dem Bericht der “Washington Post” genommen. Seine Direktorin, Julia Pierson, muss allerdings am Dienstag im Kongress aussagen. Der Eindringling selbst befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Er war als Soldat im Irak stationiert und leidet nach Angaben von Angehörigen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis.

bri/hu dpa, AFP

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Kurden im Irak greifen IS an drei Fronten an

An drei Fronten haben kurdische Truppen im Irak nach eigenen Angaben seit dem Morgengrauen Angriffe gegen die Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS) gestartet. Im Visier der Kurden sind demnach IS-Stellungen nördlich von Mossul und in der für das Ölgeschäft wichtigen Stadt Kirkuk sowie einer weiteren Stadt an der syrischen Grenze. Einem ranghohen Peschmerga-Vertreter zufolge eroberten die Truppen mehrere Dörfer, die IS-Einheiten zuvor besetzt hatten.

Unterstützt wurden sie dabei von den USA und ihren arabischen Verbündeten, die erneut IS-Stellungen aus der Luft bombardierten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte griff das von den USA geführte Bündnis auch wieder in Syrien an. Ziel waren zwei von IS-Milizen besetzte Dörfer westlich und östlich der eingekreisten Stadt Kobane (Arabisch: Ain al-arab) an.


Ein US-Kampfjet startet vom Flugzeugträger USS George H.W. Bush in Richtung Syrien (Foto: epa)

US-Kampfjets bombardierten erneut IS-Stellungen

Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt im Norden Syriens ist seit Tagen von IS-Truppen eingeschlossen und liegt unter schwerem Artilleriebeschuss. Die Bewohner befürchten ein Massaker bei einer Eroberung durch die Extremisten. Für den IS hat die Stadt an der Grenze zur Türkei eine wichtige strategische Bedeutung – mit ihrer Eroberung könnten die Dschihadisten zwei von ihnen beherrschte Gebiete in Syrien verbinden.

Türkei bringt Truppen in Stellung


Türkische Panzer fahren an der syrischen Grenze auf (Foto: getty)

Sicherheitsmaßnahme: Türkische Panzer an der syrischen Grenze

Angesichts der Kämpfe in Kobane hat die Türkei Truppen an der Grenze zu Syrien zusammengezogen. Nach Angaben türkischer Medien bezogen 35 Panzer wenige Meter von der Grenze entfernt Stellung. Die Regierung in Ankara will noch in dieser Woche über einen möglichen Einsatz gegen den IS entscheiden. Im Gespräch ist die Einrichtung einer Sicherheitszone auf der syrischen Seite, die gemeinsam von türkischen und internationalen Truppen geschützt werden könnte.

Neues Geiselvideo

Die Terrormiliz IS hat derweil ein weiteres Propagandavideo veröffentlicht. Wie britische Medien berichten, lassen die Extremisten eine Geisel die Strategie von US-Präsident Barack Obama im Kampfgegen IS kritisieren. Dabei soll es sich um einen 43-jährigen Staatsbürger Großbritanniens handeln. Der Journalist war 2012 in Syrien entführt worden.

In der Vergangenheit hatte IS mehrere Videos veröffentlicht, in denen westliche Geiseln hingerichtet wurden. Ziel der Propaganda ist es, Angst und Schrecken in den Ländern zu verbreiten, die gegen die Dschihadisten kämpfen. Dort wächst die Angst vor Anschlägen durch Rückkehrer, die in Krisengebieten Kampferfahrung gesammelt haben.

sp/uh (dpa,afp,rtr)

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"Wir müssen Abschreckung wieder lernen"

Deutsche Welle: Bei der deutschen Bundeswehr sind viele Hubschrauber und Transportflugzeuge, aber auch Fahrzeuge nicht einsatzfähig. Ist das ein spezielles Problem in Deutschland oder sieht es bei anderen NATO-Ländern ähnlich aus?

Freudenstein: Das kommt darauf an, welche anderen NATO-Länder gemeint sind. Bei west- und südeuropäischen Verbündeten ist die Einsatzfähigkeit auch schwach. Bei den Briten und Franzosen ist es besser und bei den Polen auch, die in den letzten Jahren – schon mit der wachsenden russischen Bedrohung im Blick – vorbildlich modernisiert haben.
Das Problem der Bundeswehr existiert übrigens schon seit vielen Jahren und die Bundeswehr hat auch immer wieder darauf hingewiesen. Jetzt, wo es kriselt, fällt das natürlich plötzlich einer breiteren Öffentlichkeit auf.

Muss man sagen, dass der Ehrgeiz der Bundesregierung, Deutschlands militärische Verantwortung zu steigern, bereits an der mangelhaften Ausrüstung scheitert?

Eindeutig ja, jedenfalls im Moment. Jetzt muss so schnell wie möglich Abhilfe geschaffen werden. Es geht ja nicht um neue teure Waffensysteme, es geht um Ersatzteile und Reparaturen.

Was denkt man bei den NATO-Partnern, wenn die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einräumt, Deutschland könne seine Bündnisverpflichtungen nicht mehr erfüllen?

Die Partner denken sich ihren Teil. Ganz offen gesagt sind manche deutschen Phänomene und auch unsere Befindlichkeiten im Moment ziemlich schwer vermittelbar: Wir haben die größte und am besten funktionierende Wirtschaft, wir sind seit mehreren Jahren in der ‘pole position’ der europäischen Politik, aber wenn’s ums Militärische geht, machen wir uns immer noch ganz klein mit dem verdrucksten Hinweis auf den Zweiten Weltkrieg und die deutsche öffentliche Meinung. Das versteht keiner mehr. Und natürlich können alle ärmeren Länder sich hinter uns verstecken.

Hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Recht, wenn sie sagt, der Wehretat müsse trotzdem nicht erhöht werden?

Das ist für mich schwierig zu beurteilen. Natürlich zögert die Kanzlerin,
den Etat zu erhöhen oder bei anderen Ressorts zu kürzen. Außerdem hat die Bundeswehr wohl tatsächlich schon seit mehreren Jahren Milliardenbeträge zurückgegeben. Das heißt, hier gibt es Mängel im Management und das nicht erst seit gestern. Ob diese anderthalb Milliarden aber reichen, um die Einsatzfähigkeit wiederherzustellen? Ich bezweifle es.

Passt vielleicht die gesamte Ausrichtung der Bundeswehr in puncto Ausrüstung, Ausbildung und Umfang nicht zu den hochgesteckten Zielen?

In der Tat hat die Bundeswehr den Schwenk zu globalen Einsätzen nur zögerlich vollzogen. Mehr als 4000 Soldaten kann Deutschland auch heute nicht in weit enfernte Einsätze schicken. Das ist zu wenig, 13 Jahre nach dem 11. September. Anscheinend hat die Bundeswehr die klassische Stammaufgabe Territorialverteidigung (und sei es als Abschreckung gegen russisches Säbelrasseln) aber ebenfalls vernachlässigt. Ich fürchte, im Moment
muss Deutschland auf beiden Gebieten zulegen.

Wäre es eine Lösung, dass sich bestimmte NATO-Länder auf bestimmte Aufgaben spezialisieren, statt dass im Prinzip jeder alles macht?

Das ist Teil der Lösung. Noch wichtiger ist, dass wir uns alle zusammen im westlichen Bündnis darüber klar werden, dass wir mehrfachen Bedrohungen ausgesetzt sind, die ohne militärische Mittel nicht gelöst oder zumindest auf einem erträglichen Maß gehalten werden können. Den “Islamischen Staat” kann man nicht mit Lichterketten bekämpfen. Und Wladimir Putin beeindruckt man nicht mit ökumenischen Kirchentagen. Wir müssen Abschreckung wieder lernen – und daher wieder mehr für Waffen ausgeben. Das ist traurig, aber je länger wir es vor uns herschieben, desto schlimmer ist es für uns und unsere Kinder.

Roland Freudenstein ist Verteidigungsexperte und Forschungsdirektor beim Brüsseler Thinktank Wilfried Martens Centre for European Studies.

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Kaum sichtbares Chaos beim Piloten-Streik

Ohne sichtbares Chaos am Frankfurter Flughafen hat am Dienstag die fünfte Streikwelle der Lufthansa-Piloten in diesem Jahr begonnen. “Unser Plan geht auf. Es sieht nach einem sehr ruhigen Tag am Flughafen aus”, erklärte ein Sprecher der Lufthansa. Von gestrandeten Reisenden war in den Abflughallen zunächst nichts zu sehen, dafür hatten zahlreiche Medienvertreter ihre Kameras aufgebaut.

Die Fluggesellschaft hatte in dem 15-stündigen Streikzeitraum 25 Interkontinentalflüge von Frankfurt vor allem nach Asien und Nordamerika gestrichen. 32 Flieger sollten hingegen abheben mit freiwilligen Crews oder außerhalb des von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) definierten Streikzeitraums von 08.00 morgens bis zum Betriebsende des Flughafens um 23.00 Uhr. Insgesamt hatte Lufthansa wegen des Pilotenstreiks knapp 50 Flüge gestrichen, rund 20.000 Kunden seien betroffen. Man habe viele Passagiere über andere Fluggesellschaften und Flughäfen umbuchen können, schilderte der Sprecher.

Fünfte Streikwelle

Die Lage am Airport sei sehr ruhig, sagte auch VC-Sprecher Markus Wahl. “Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber.” Auch der Einsatz von leitenden Angestellten mit Pilotenlizenz in den Flugzeugen bewirke am ursprünglichen Arbeitsplatz der Manager-Piloten zusätzliche Probleme. Die Gewerkschaft hatte ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu den vorangegangenen Streiks stark ausgeweitet.

Für Dienstag wurden unter anderem Flüge nach Singapur, Bangkok und Chicago abgesagt. Der Streik fällt in die verkehrsreichste Zeit des Jahres. Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr soll nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen sein. Auch Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollten starten. Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti fänden ebenfalls planmäßig statt.

Keine Verhandlungen

Anlass des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. Die VC hat bereits bei den vier vorangegangenen Streikwellen bei der Lufthansa und deren Tochter Germanwings 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen. Zu weiteren Verhandlungsschritten sagte Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler dem Sender n-tv: “Es wird ehrlich gesagt nicht verhandelt. Wir treffen uns manchmal und dann wird gesagt, legt doch bitte ein unterschriftsreifes Angebot vor und dann geht man wieder auseinander. Verhandlungen heißen für uns aber, man setzt sich zusammen und überlegt, wie können wir uns einander annähern.”

Unternehmenschef Carsten Spohr bat die Kunden um Verständnis. In einer Videobotschaft begründete der Vorstandsvorsitzende die unnachgiebige Haltung des Managements gegen die Pilotenforderungen mit der Verantwortung für das gesamte Unternehmen mit seinen 120.000 Mitarbeitern. Es gehe darum, auch künftig Qualität bieten und Investitionen tätigen zu können, erklärte Spohr. “Wir wollen auch In Zukunft die besten Mitarbeiter der Branche an uns binden, fair behandeln, fair bezahlen.”

Der Konflikt zwischen Management und Pilotengewerkschaft ist auch an anderer Stelle eskaliert. So prüft das Unternehmen den Einsatz externer Piloten auf Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa. Die VC soll sich laut Lufthansa nicht zu Einsparungen bereiterklärt haben, was allerdings von der Gewerkschaft bestritten wird.

ul/wen (dpa)

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Polizisten nach Unruhen in Mexiko festgenommen

22 Polizisten sind nach einer Welle der Gewalt mit mehreren Toten festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft im mexikanischen Bundesstaat Guerrero wirft ihnen unter anderem vor, in der Stadt Iguala auf Studenten geschossen zu haben, die am vergangenen Wochenende für eine Protestaktion drei Busse in ihre Gewalt gebracht haben sollen.

Bei den Ausschreitungen waren sechs Menschen getötet worden, darunter drei Studenten. 17 Personen wurden verletzt. Später hatten Unbekannte auf Busse und Autos geschossen. Zudem war die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden, dem die Haut abgezogen worden war.

Überzogene Reaktion

Die festgenommenen Polizisten hätten mit unverhältnismäßiger Gewalt reagiert, als sie gegen die Studenten vorgingen, sagte der örtliche Staatsanwalt Iñaky Blanco. “Es gab keine Rechtfertigung dafür, Schusswaffen einzusetzen. Ich gehe davon aus, dass das strafrechtliche Konsequenzen haben wird.” Die festgenommenen Polizisten wurden in die Hafenstadt Acapulco gebracht. Die Sicherheitsbehörden befürchteten, Angehörige könnten versuchen, sie zu befreien.

Studenten verlangen Aufklärung

Aus Protest gegen den Polizeieinsatz gingen am Montag Tausende Studenten auf die Straße. Sie forderten außerdem Aufklärung über das Schicksal von 57 Kommilitonen, die seit dem umstrittenen Polizeieinsatz vom Wochenende vermisst werden. Es gebe Hinweise, dass die festgenommenen Polizisten auch in das Verschwinden der Studenten verwickelt seien, sagte Staatsanwalt Blanco. Für die anderen Angriffe seien möglicherweise kriminelle Organisationen verantwortlich.


Junge Menschen mit Kerzen (Foto: Reuters)

Mit einer Lichterprozession machen Studenden auf das Schicksal ihrer vermissten Kommilitonen aufmerksam

Die Demonstranten zogen am Montag durch die Provinzhauptstadt Chilpancingo, griffen das Regionalparlament an und warfen Steine sowie Brandsätze (Artikelbild). Zudem sprühten sie Graffiti an die Wände wie “Massaker von Iguala – Kein Vergessen, keine Vergebung”, wie die lokale Medien berichten.

Bundespolizei und Militär im Einsatz

In Iguala, rund 185 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, sollen nun bis auf Weiteres Bundespolizisten und das Militär für die Sicherheit der 140.000 Einwohner sorgen. Es würden gemeinsame Kontrollposten eingerichtet und Patrouillen eingesetzt, teilte die Regionalregierung mit.

Guerrero gilt als der gefährlichste Bundesstaat Mexikos. Mit 61,59 Morden je 100.000 Einwohnern liegt die von der Drogenkriminalität erschütterte Region, in der sich auch der beliebte Ferienort Acapulco befindet, weit vor den Rauschgifthochburgen Sinaloa, Michoacán und Tamaulipas.

uh/sp (dpa, afp)

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Demonstranten in Hongkong stellen Ultimatum

Die Demonstranten in Hongkong stellen sich darauf ein, länger auf den Straßen der Wirtschaftmetropole auszuharren. Viele legten Nahrungsmittelvorräte an. Stellenweise wurde Barrikaden errichtet. Am Dienstagmorgen blieben erneut viele Schulen geschlossen, im öffentlichen Nahverkehr kam es zu zahlreichen Ausfällen. Bisher blieb es bei den Protesten ruhig.

Auch die Nacht war friedlich verlaufen, nachdem Zehntausende Menschen auch nach Sonnenuntergang auf den Straßen der chinesischen Sonderverwaltungszone geblieben waren, um für mehr Demokratie zu demonstrieren. Die Polizei hielt sich demonstrativ zurück. Am Wochenende war sie noch mit Tränengas, Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen. Bis zum Abend hatte die Verwaltung die Polizeipräsenz deutlich reduziert.

Medien: Ultimatum an die Regierung

Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun-ying forderte in einem öffentlichen Statement ein sofortiges Ende der Proteste. Er erklärte, die wichtigste Protestbewegung Occupy Central habe wiederholt gesagt, die Proteste zu beenden, wenn die “Bewegung außer Kontrolle gerät”. Er forderte Occupy Central dazu auf, das “Versprechen an die Gesellschaft einzuhalten.”

Occupy-Mitbegründer Chan Kin-man erwiderte, man würde die Proteste “zumindest zeitweise” einstellen, wenn Leung zurücktrete. Dies wäre ein “wichtiges Signal”, dass die Regierung die Krise lösen wolle.

Medienberichten zufolge setzten Studentenführer der Regierung ein entsprechendes Ultimatum. Sollte die Rücktrittsforderung bis Mittwoch nicht erfüllt werden, wollten sie die Proteste noch ausweiten, heißt es.


Demonstranten in Hongkong haben Regenschirme zum Schutz vor Trängengas und der Sonne mitgebracht (Foto: afp)

“Regenschirm-Revolution”: Mit Regenschirmen wehrten sich Demonstranten gegen Pfefferspray und Tränengas

Blick auf den Nationalfeiertag

Für China ist der kommende Mittwoch ein Tag mit Bedeutung: Es ist der Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei. Das eigentlich geplante Feuerwerk, mit dem der chinesische Nationalfeiertag in Hongkong begangen werden sollte, sagte die Zentralregierung in Peking ab. Auch am Donnerstag ist ein Feiertag. An beiden Tagen könnten sich noch mehr Menschen zu Demonstrationen versammeln. Unklar ist, wie Peking reagiert, wenn die Proteste andauern. Sie verurteilte diese als “illegal” und warnte andere Länder vor einer “Einmischung in interne Angelegenheiten”, indem sie Demonstranten unterstützten.

Die Zentralregierung befürchtet offenbar ein Übergreifen der Proteste auf das Festland. Die Zensur blockte Berichte aus Hongkong und Kommentare sowie bestimmte Suchworte in sozialen Medien. Youtube oder soziale Netzwerke wie Twitter sind in China ohnehin gesperrt.

Forderung nach mehr Demokratie

Die Proteste, die vor einer Woche mit einem Streik der Studenten begonnen hatten, sind die größten seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China im Jahr 1997. Sie richten sich gegen eine Wahlreform der kommunistischen Führung in Peking. Diese garantiert zwar freie Wahlen für den neuen Chef der Sonderverwaltungszone im Jahr 2017, will aber nur vorab ausgewählte Kandidaten zuzulassen. Dies macht eine Kandidatur von Regierungskritikern zumindest unwahrscheinlich.

Hongkong genießt seit 1997 einen Sonderstatus. Gemäß dem Prinzip “ein Land – zwei Systeme” werden der Sonderverwaltungszone Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit gewährt, die auf dem chinesischen Festland stark eingeschränkt sind.

sp/uh (ap/dpa/rtr)

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FC Bayern mit Feueralarm und Geisterspiel

Ungleiche Vorzeichen am zweiten Gruppenspieltag der Champions League: Während der deutsche Meister FC Bayern München einen Auswärtssieg bei ZSKA Moskau im Visier hat, aber nicht unbedingt nötig (Anstoß: Dienstag, 18 Uhr MESZ), muss Schalke zu Hause gegen NK Maribor gewinnen (Anstoß: Dienstag, 20:45 Uhr). Einen Tag später empfängt Bayer Leverkusen im schon vorentscheidenden Spiel Benfica Lissabon und Borussia Dortmund reist zum RSC Anderlecht (Anstoß jeweils um 20:45 Uhr).

“Geisterspiel” in Moskau

Die Reise nach Russland hatte sich der deutsche Rekordmeister etwas angenehmer vorgestellt, doch schon in der ersten Nacht nach der Anreise gab es eine böse Überraschung: Feueralarm zur Geisterstunde im Mannschaftshotel. “Das war wie früher in der Schule bei einem Feueralarm, dass man schnell die Klassenzimmer verlässt und sich auf dem Schulhof trifft”, berichtete Nationaltorwart Manuel Neuer von der Evakuierung. Zudem muss der FC Bayern vor leeren Rängen antreten – auch die eigenen Fans sind von der Partie ausgeschlossen. Weil sich einige Fans des ZSKA rund um das Champions-League-Spiel bei Viktoria Pilsen in der vergangenen Saison rassistisch verhalten hatten, bestrafte die Europäische Fußball-Union den Verein mit einem Spiel unter Ausschluss der Zuschauer. “Ich habe das noch nie erlebt”, sagte Trainer Pep Guardiola. “Ich hoffe, das ist das letzte Mal.” Für Arjen Robben verkommt das zweite Gruppenspiel unter diesen Umständen gar zu einem “Trainingsspiel”.


Teams vor leeren Rängen (Foto: picture alliance)

Leere Ränge gab es in der vergangenen Saison für den FC Schalke bei PAOK Thessaloniki

Nach dem knappen 1:0-Erfolg gegen Manchester City erwartet die Münchener am zweiten Vorrundenspieltag mit Moskau der vermeintlich leichteste Gegner in der Gruppe E der Königsklasse, der beim starken AS Rom mit 1:5 an die Wand gespielt wurde. Die euphorische Reaktion auf das
Last-Minute-Tor von Bayerns Jérôme Boateng gegen Manchester City läst ahnen, welch hoher Erwartungsdruck auf den erfolgsverwöhnten Münchenern liegt. “Eine höllische Gruppe” sei das, unterstrich Sportvorstand Matthias Sammer. “Das wird eine heiße Partie. Ich würde fast sagen, dass wir gewinnen müssen, wenn man sich die Gruppe anschaut.”

Derbysieg als Motivationsspritze

Dass manche Siege mehr wiegen als andere, hat gerade der FC Schalke erfahren: Mit
2:1 besiegten die “Königsblauen” zuletzt den Erzrivalen aus Dortmund und scheinen damit den missratenen Saisonauftakt mit einem Schlag hinter sich gelassen zu haben. Nun gilt es, die Derby-Euphorie auch in das Spiel gegen den slowenischen Meister NK Maribor mitzunehmen. “Das ist nicht Dortmund oder Bayern”, brachte es Stürmer Klaas-Jan Huntelaar auf den Punkt. Schalke ist gegen die Mannschaft mit den vielen Unbekannten zwar favorisiert, sollte aber gewarnt sein: Der Außenseiter der Gruppe G hatte sich in der Qualifikation gegen Celtic Glasgow durchgesetzt und in der ersten Runde immerhin ein 1:1 gegen Sporting Lissabon erspielt. “Das wird unangenehm”, vermutet Max Meyer und gibt zu: “Natürlich ist es nicht einfach, wenn man gegen Dortmund gewonnen hat, sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren.” Sportvorstand Horst Heldt mahnt jedoch: “Wir müssen die Emotionen zur Seite legen.” Schalke hatte sich am ersten Gruppenspieltag beim FC Chelsea ebenfalls ein 1:1 erkämpft. Nun soll ein Sieg folgen, fordert Heldt, “um den Punkt in Chelsea zu vergolden.”

Dortmund angeschlagen, Leverkusen mit Rücken zur Wand

Der Traumstart in die Champions-League-Saison mit dem überlegenen 2:0-Erfolg über den FC Arsenal scheint schon viel zu lang her zu sein – Borussia Dortmund leckt momentan einige Wunden. Die schmähliche Derby-Niederlage gegen den FC Schalke im Nacken, nur Platz zwölf und sieben Punkte Rückstand auf die Bayern sprechen für einen klaren Fehlstart in der Liga. Beim belgischen Meister RSC Anderlecht muss unbedingt wieder ein Erfolgserlebnis her. Immerhin hat der italienische Neuzugang Ciro Immobile mittlerweile seine Treffsicherheit unter Beweis gestellt und sowohl in der Königsklasse als auch in der Liga getroffen.


BVB-Spieler jubeln (Foto: Getty Images)

Der BVB will an den Auftaktsieg gegen Arsenal anknüpfen

Richtig bitter lief der Start in die Gruppenphase für Bayer Leverkusen. Trotz zahlreicher Großchancen musste die Bayer-Elf eine 0:1-Niederlage beim AS Monaco hinnehmen und steht vor dem Heimspiel gegen Benfica Lissabon, das sein erstes Gruppenspiel gegen Zenit St. Petersburg mit 0:2 verloren hatte, bereits unter Zugzwang.

Die Deutsche Welle berichtet per Liveticker live von den Spielen ZSKA Moskau gegen den FC Bayern München (Dienstag, 30. September ab 17:45 Uhr MESZ) und Schalke 04 gegen NK Maribor (Dienstag, 30. September ab 20:30 Uhr MESZ), sowie Bayer 04 Leverkusen gegen Benfica Lissabon und RSC Anderlecht gegen Borussia Dortmund (Mittwoch, 1. Oktober ab 20:30 Uhr MESZ).

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WWF: Tierwelt schrumpft um die Hälfte

In nur vier Jahrzehnten ist die Zahl der Wirbeltiere um die Hälfte zurückgegangen. Dies berichtete die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF). Der alle zwei Jahre veröffentlichte Living Planet Report geht davon aus, dass durch Jagen, Fischen oder den Verlust von Lebensraum die Zahl der Land- und Meerestieren in dieser Zeit um 39 Prozent zurück gegangen ist. Die Zahl der Süßwasser-Tiere sei sogar um 76 Prozent geschrumpft. Der Bericht stützt sich auf 3200 Wirbeltier-Arten. Diese umfassen Säugetiere, Reptilien, Amphibien und Fische.

“Eine Konsequenz unserer Lebensweise”

Die Umweltgruppe beklagt, dass die Menschheit 50 Prozent mehr von der Natur fordert, als diese aushalten kann. Der Mensch holze Wälder schneller ab als sie nachwachsen können und er überfische die Ozeane. Die Erde könne sich nicht in der gleichen Geschwindigkeit davon erholen. Der Klimawandel, vor allem der steigende Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, erhöhe den Druck auf die Tierwelt zusätzlich. In ärmeren Ländern ist dem WWF zufolge vor allem die Land- und Waldnutzung für die zurückgehenden Wirbeltier-Zahlen verantwortlich. “Dieser Schaden ist nicht unumkehrbar, sondern eine Konsequenz unserer Lebensweise”, sagte Ken Norris, wissenschaftlicher Direktor der Zoologischen Gesellschaft von London.


Schildkröten-Fang in Nicaragua

In Nicaragua werden jeden Tag 600.000 Suppenschildkröten getötet und verkauft

Mehr Menschen, weniger Tiere

Der Direktor von WWF International, Marco Lambertini, sieht nicht nur die Zukunft der Tierwelt, sondern auch die der Menschheit in Gefahr. Er verweist dabei insbesondere auf die steigenden Bevölkerungszahlen. Innerhalb der letzten 40 Jahre ist die Weltbevölkerung von 3,7 Milliarden Menschen im Jahr 1970 auf aktuell rund 7,2 Milliarden gestiegen.

Der Bestand der Wirbeltiere sei “viel stärker zurückgegangen” als gedacht, beklagt die Umweltgruppe. Der 2012 veröffentlichte Report ging noch von einem 28 prozentigen Rückgang zwischen 1970 und 2008 aus. In Lateinamerika sei dieser Trend am drastischsten. Die Zahl der Land-, Süßwasser- und Meerestiere sei dort um 83 Prozent gesunken.

Brauchen wie 4,8 Planeten?

Besonders die Bewohner reicher Industriestaaten gefährden dem Report zufolge den Tierbestand. Kuwait habe den größten “ökologischen Fußabdruck” hinterlassen. Die Einwohner des arabischen Staates hätten demzufolge pro Kopf mehr Ressourcen verbraucht, als jede andere Nation. Aber auch Katar, Saudi-Arabien, Dänemark, Belgien und die USA wiesen vor allem wegen ihrer hohen Kohlendioxid-Emission eine schlechte Umweltbilanz auf. In dem Bericht heißt es: “Wenn alle Menschen auf der Erde den ökologischen Fußabdruck eines durchschnittlichen Kuwaiters hätten, würden wir 4,8 Planeten benötigen. Würden wir den Lebensstil eines typischen US-Amerikaners leben, bräuchten wir 3,8 Planeten.”

nin/mak (afp, rtr)

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Dent: "Deutschland muss mehr zum Bündnis beitragen"

DW: Deutschland kann gegenwärtig nicht seinen NATO-Verpflichtungen nachkommen. Stellt das aus Sicht der USA seine Verlässlichkeit als enger Verbündeter infrage?

Charlie Dent: Viele in Amerika schätzen die deutsche Führungsrolle in Europa, wenn es um wirtschaftliche Belange geht. Wir erkennen starke Führungsqualitäten an, wenn wir sie sehen. Wenn es um Sicherheitsbelange geht, glaube ich wie viele andere Amerikaner auch, dass Deutschland in seiner Gewichtsklasse spielen sollte. Deutschland muss mehr zum Bündnis beitragen, bei der Verteidigung und bei den Geheimdiensten!

Ich habe mich dafür ausgesprochen, dass Deutschland in das “Five Eyes Agreement” aufgenommen wird, die Spionage-Übereinkunft zwischen den USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien. Das ist gescheitert, weil Deutschland nicht genug in seine Geheimdienstfähigkeiten investiert. Viele in den USA glauben, dass Deutschland wichtig ist, wenn es darum geht, die internationale Ordnung zu verteidigen. Deutschland sollte als viergrößte Volkswirtschaft der Welt eine größere Verantwortung für die gemeinsame Sicherheit schultern.

Aber nochmal gefragt: Stellt die Unfähigkeit, NATO-Verpflichtungen zu erfüllen, Deutschlands Verlässlichkeit als Verbündeter infrage?

Die USA und Deutschland werden enge Freunde und Verbündete bleiben, ungeachtet dessen, was in den letzten Jahren passiert ist. Aber es wird immer schwieriger für die USA, bei Problemen wie dem “Islamischen Staat” auf Deutschland zu zählen. Die Vereinigten Staaten brauchen hier Partner mit starken militärischen Fähigkeiten. Wir wollen, dass Deutschland Teil dieser Streitmacht ist. Und vergessen Sie nicht: Deutschland verkauft viele Waffen. Und die sind sehr effektiv.

Aber da gibt es ein generelles Problem. Deutschland hat ohne Frage die größten Verteidigungs-Kapazitäten aller europäischen Verbündeten. Ich bin besorgt, dass die USA ihren Beitrag zur NATO, der drei Viertel ausmacht, überdenken. Nur drei europäische Staaten geben zwei Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Verteidigung aus: Estland, Großbritannien und Griechenland.


Charlie Dent (l.) im Gespräch mit DW-Korrespondent Gero Schließ - Foto: Gero Schließ (DW)

Charlie Dent und DW-Korrespondent Gero Schließ

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier versicherte am Samstag vor der UN-Vollversammlung, dass Deutschland eine größere Rolle in internationalen Sicherheitsfragen spielen wolle. Hat er nach den Veröffentlichungen (über den Zustand der Bundeswehr-Ausrüstung) seine Glaubwürdigkeit eingebüßt?

Nein, das glaube ich nicht. Außenminister Steinmeier meint was er sagt. Aber dass Deutschland eine größere Rolle in Fragen der Sicherheit spielen will, ist zu diesem Zeitpunkt eher eine Absichtserklärung.

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, sagte, das Ganze sei beschämend für so ein großes und wirtschaftsstarkes Land wie Deutschland. Stimmen Sie ihm zu?

Es ist eine Frage des Stolzes und des Selbstrespekts, dass Deutschland seine Verteidigungsfähigkeiten erhöht. Ich weiß nicht, wie lange die amerikanische Öffentlichkeit es erlaubt, dass die USA weiterhin die schwere Verantwortung alleine schultern.

Wie gesagt: Deutschland kämpft in einer zu geringen Gewichtsklasse. Das Land hat großes Gewicht. Und so sollte es sich auch verhalten. Wenn du ein starker Junge bist und zu leichte Gewichte hebst, dann ist das nicht gut.

Charlie Dent ist republikanischer Kongressabgeordneter aus dem US-Staat Pennsylvania. Er ist stellvertretener Vorsitzender der Ländergruppe für Deutschland im Repräsentantenhaus.

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