Месечни архиви: October 2014

Inflation niedrig, Arbeitslosigkeit hoch

Die Inflationsrate betrug im Oktober 0,4 Prozent – 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mit, die später noch korrigiert werden kann. Dienstleistungen wirkten mit 1,2 Prozent am stärksten preistreibend, während sinkende Energiepreise (minus 1,8 Prozent) die Inflation in den Euro-Ländern auf weiter sehr niedrigem Niveau halten. Die Mini-Inflation setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. Deren Leitzins liegt bereits bei 0,05 Prozent.

Denn eine zu geringe Inflation kann unter anderem dazu führen, dass Unternehmen nur zögerlich investieren, weil sich die Investitionen nicht rentieren, und Verbraucher in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise Anschaffungen zurückstellen. Das würde das Wirtschaftswachstum hemmen.

Arbeitsmarkt stagniert

Eurostat teilte am Freitag auch mit, dass die Arbeitslosigkeit vor den Wintermonaten in der Eurozone unverändert hoch geblieben ist. Im September hatten 11,5 Prozent der Männer und Frauen in den 18 Euro-Ländern keinen Job. Damit hat sich die Quote seit Juni nicht mehr verändert. In der Währungsunion sind den Berechnungen zufolge 18,3 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Weiterhin am stärksten betroffen sind den letzten verfügbaren Zahlen zufolge Griechenland (26,4 Prozent) und Spanien (24 Prozent). Deutschland (5,0 Prozent) und Österreich (5,1 Prozent) haben im Vergleich die geringsten Arbeitslosenquoten. Gestern hatte die Arbeitsagentur in Nürnberg aufgrund einer anderen Berechnungsgrundlage für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent bekannt gegeben.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Die beiden Staaten stehen auch bei der Jugendarbeitslosigkeit am besten da: In Deutschland haben 7,6 Prozent der Menschen unter 25 Jahren keine Arbeit, in Österreich sind es 9,1 Prozent.

Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit haben Spanien und Griechenland in der gesamten EU die größten Probleme. In Spanien hat mehr als jeder zweite Jugendliche (53,7 Prozent) keine Arbeit, in Griechenland liegt die Quote bei 50,7 Prozent. Ebenfalls hart betroffen sind Italien (42,9 Prozent) und Kroatien (41,8 Prozent). Insgesamt haben in den 28 EU-Ländern 24,5 Millionen Menschen keinen Job, davon knapp fünf Millionen Jugendliche.

ul/wen (dpa, afp, rtr)

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China schickt Elitesoldaten in den Kampf gegen Ebola

China will sich stärker im Kampf gegen Ebola engagieren. Um die Epidemie in Westafrika einzudämmen würden umgerechnet 97 Millionen Euro bereitgestellt, teilte der für Afrika zuständige Generaldirektor im Außenministerium, Lin Songtian, in Peking mit. Die Zahl der medizinischen Helfer in der Region werde von 200 auf 700 aufgestockt. China schicke auch 60 Krankenwagen, 100 Motorräder, sowie Betten, Kleintransporter und Verbrennungsöfen nach Westafrika.

Behandlungszentrum für Liberia

Und auch Soldaten sollen helfen, das Virus einzudämmen. In Liberia soll eine Eliteeinheit der Volksbefreiungsarmee binnen eines Monats ein Behandlungszentrum mit 100 Betten aufbauen. Die Einheit habe bereits im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Lungenkrankheit Sars im Jahr 2002 Erfahrung in der Seuchenbekämpfung gesammelt, teilte Lin mit. Unter den Soldaten seien auch 480 medizinische Fachkräfte, die sich um die Versorgung der Ebola-Kranken kümmern sollten. Sie würden derzeit für den Einsatz geschult. Die ersten 160 von ihnen sollen nach Angaben des Generaldirektors in zwei Wochen nach Liberia reisen.


Chinesische Helfer in Schutzanzügen in Liberia (Foto: picture alliance)

Mehr Helfer aus China: ihre Zahl soll von 200 auf 700 aufgestockt werden

Lin appellierte an die Weltgemeinschaft, ihre Bemühungen im Kampf gegen Ebola zu verstärken, die Koordination zu verbessern und die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu unterstützen, um die Hilfe gezielter und wirksamer zu machen. Der Kampf gegen die Seuche könne nur gewonnen werden, wenn die Unterstützung größer und die Rettungsbemühungen schneller seien als sich die Infektionen ausbreiteten, sagte der Generaldirektor. China werde solange Hilfe leisten wie die Seuche nicht besiegt sei. Auf anfängliche Kritik an der vorher vergleichsweise bescheiden aussehenden Hilfe Chinas ging er nicht ein.

Mindestens 10.000 Ebola-Infektionen

So hatte der China-Chef des Welternährungsprogramms (WFP), Brett Rierson, noch vor knapp zwei Wochen an chinesische Investoren in Afrika und Superreiche appelliert, für den Kampf gegen Ebola zu spenden. Und die USA hatten sich unlängst indirekt über eine angeblich unzureichende Beteiligung Chinas und Russlands beklagt. Die Regierung in Washington hat Tausende Soldaten entsandt. Deutschland schickt dem Roten Kreuz zufolge freiwillige Helfer für zwei Ebola-Krankenstationen. Die Bundeswehr soll im November die ersten Freiwilligen entsenden.


Eine chinesische Näherin produziert Ebola-Schutzanzüge (Foto: afp)

Schutzanzüge gegen Ebola: Produkution auf Hochtouren

Die Zahl der Ebola-Infizierten in Westafrika ist nach WHO-Angaben mittlerweile mehr auf mehr als 13.000 gestiegen. Am stärksten betroffen sind die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea, wobei die Zahl der Neuinfektionen in Liberia wieder etwas rückläufig ist. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Fast 5000 Menschen starben mittlerweile durch das hochaggressive Virus.

cw/gmf (dpa, rtr)

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Runder Tisch als Zukunftsmodell

Jahrzehntelang wurde in Myanmar übereinander, aber nur selten miteinander gesprochen. Seit der Unabhängigkeit von 1948 zerstörten Bürgerkriege zwischen den ethnischen Minderheiten und der Zentralregierung jegliches Vertrauen. Seit 1988 lähmte der permanente Konflikt zwischen Militärjunta und der Nationalen Liga für Demokratie unter der Führung von Aung San Suu Kyi das Land. Alle Versuche aufeinander zuzugehen, Vertrauen aufzubauen und miteinander ins Gespräch zu kommen, scheiterten – wobei der Schuldige oft nicht eindeutig auszumachen war.

Selbst der vielbeachtete Öffnungsprozess seit 2011 konnte das Misstrauen nur abschwächen, nicht ausräumen. So gibt es zwar Waffenstillstandsabkommen zwischen bewaffneten Volksgruppen und der Zentralregierung, aber noch keine Friedensverträge, außerdem werden die Abkommen regelmäßig gebrochen. Bis Donnerstag (30.10.2014) hatte es keine gleichberechtigten Gespräche zwischen Regierung und den führenden Oppositionsgruppen gegeben. Umso höher ist Thein Seins Einladung vom Freitag zu schätzen und die Bereitschaft der Opposition, an den Gesprächen in der Hauptstadt Naypyidaw teilzunehmen.

Neben Präsident Thein Sein und Aung San Suu Kyi nahmen beide Vizepräsidenten, die beiden einflussreichen Parlamentssprecher, Mitglieder der Wahlkommission, der Militärchef und Vertreter einiger ethnischer Minderheiten teil. Inhaltlich ging es wenig konkret um den Friedensprozess, die nationale Versöhnung und die Transformation des Landes.

Mehr als eine Show vor dem Obama-Besuch


Rodion Ebbighausen

Rodion Ebbighausen, DW Asienredaktion.

Den Unkenrufern, dass dieses Treffen nur Augenwischerei im Vorfeld von Barack Obamas Besuch im November sei, muss man entgegenhalten, dass ein runder Tisch – egal aus welchen Gründen – gut und richtig ist. Derartiges hat es in dem von Misstrauen durchsetzten Land seit Jahrzehnten nicht gegeben, deshalb verdient jede Initiative, mit allen Parteien ins Gespräch zu kommen, Unterstützung.

Das Treffen bringt zudem Bewegung in eine innenpolitische Blockade. Es soll über eine Verfassungsänderung diskutiert werden, die es Aung San Suu Kyi ermöglichen würde, bei den Parlamentswahlen Ende 2015 zur Präsidentin des Landes gewählt zu werden. Bisher dürfen Bewerber um die Präsidentschaft keine direkten Angehörigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft haben. Aung San Suu Kyis Söhne sind Briten. Sollte der Passus in der Verfassung geändert werden, hätte Suu Kyi gute Chancen, denn ihre Partei geht 2015 als Favorit in die Wahlen.

Entscheidend aber ist, dass ein runder Tisch eben rund ist, weil keiner der Teilnehmer eine herausgehobene Stellung innehaben soll. Die oft übermäßige Konzentration auf Personen ist Myanmar schon einmal schlecht bekommen. Ein Jahr vor der Unabhängigkeit Birmas ruhte die politische Macht und Hoffnung allein auf Aung San, dem Vater Suu Kyis. Er wurde von politischen Rivalen ermordet. Danach stürzte das Land ins politische Chaos, von dem es sich im Grunde erst heute erholt.

Statt also alle Hoffnung auf Aung San Suu Kyi zu setzen, sollten runde Tische die Regel werden. An diesen sollte Aung San Suu Kyi als Vertreterin der Nationalen Liga für Demokratie neben der Regierung, den Militärs, der Verwaltung, den ethnischen Minderheiten Platz nehmen, um gemeinsam einen gesetzlichen und institutionellen Rahmen für die Zukunft des Landes zu erarbeiten.

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Einzelhandel schürt neue Rezessionssorgen

Der stärkste Umsatzeinbruch im Einzelhandel seit mehr als sieben Jahren schürt die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Die Einnahmen schrumpften im September um 2,9 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt fielen sie sogar um 3,2 Prozent – dreimal so stark wie erwartet. Zudem korrigierten die Statistiker das im August erreichte Wachstum von 2,5 auf 1,5 Prozent kräftig nach unten.

“Damit wird eine Rezession in Deutschland wahrscheinlicher”, sagte Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank. “Das Risiko hat zugenommen”, pflichtete Christian Schulz von der Berenberg Bank bei. Vor Bekanntgabe der Einzelhandelsdaten haben die meisten Experten für das dritte Quartal noch mit einem minimalen Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent gerechnet – getragen vor allem vom privaten Konsum. Schwächelt dieser wider Erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft im Sommer bereits das zweite Quartal in Folge geschrumpft sein. Ökonomen sprechen dann von einer Rezession.

Milder Herbst ist Gift für die Winterkollektion

Eine erste Schätzung zum Abschneiden im dritten Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 14. November. Mehr Klarheit könnte aber schon die kommende Woche bringen, wenn die Daten zu Industrieproduktion und Exporten bekanntgeben werden.

Der Umsatzeinbruch kommt auch deshalb überraschend, weil die Rahmenbedingungen eigentlich gut sind: Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr, die Beschäftigung auf Rekordhoch, die Löhne steigen deutlich stärker als die Preise und erhöhen die Kaufkraft.

“Die Einzelhandelsdaten schwanken oft sehr – in diesem Sommer besonders stark wegen der späten Lage der Ferien”, sagte Berenberg-Analyst Schulz. “Dazu kommt ein milder Herbstbeginn. Der hat vermutlich dazu geführt, dass die neuen Winterkollektionen in den Geschäften keinen reißenden Absatz gefunden haben.” So brach der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im Vergleich zum September 2013 um 5,7 Prozent ein.

Trotz des Rückschlags sehen die meisten Experten den privaten Konsum weiter als Stütze der Konjunktur. Zwar hatte sich das Konsumklima im September und Oktober jeweils leicht eingetrübt, da internationale Krisen wie die in der Ukraine die Verbraucher zunehmend verunsichern. Für November zeigt das von den GfK-Marktforschern ermittelte Barometer aber wieder nach oben. Von Januar bis September nahm der deutsche Einzelhandel 1,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Der Branchenverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von rund 1,5 Prozent.

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Japan lockert überraschend Geldpolitik

Die japanische Notenbank lockert überraschend weiter ihre Geldpolitik. Sie beschloss am Freitag, die Ausweitung der Geldbasis auf rund 80 Billionen Yen pro Jahr zu beschleunigen. Bislang lag das Ziel bei einem Plus von 60 bis 70 Billionen Yen im Jahr. Der Ankauf von Staatsanleihen soll um ein Volumen von 30 Billionen Yen im Jahr erhöht und die Haltedauer der Papiere auf bis zu zehn Jahre verlängert werden.

An der Börse in Tokio schoss der Nikkei-Index für 225 führende Werte in einer ersten Reaktion um mehr als fünf Prozent nach oben. Zugleich zog der Dollar zum Yen auf den höchsten Stand seit sechs Jahren an.

Inflation von zwei Prozent angepeilt

Japans Notenbank war im April vergangenen Jahres zu einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik übergegangen. Damit soll die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen überwunden werden. Die Teuerungsrate in Japan ohne Lebensmittel, aber inklusive Ölprodukte betrug laut Regierung im September zum Vorjahresmonat 3,0 Prozent. Im August lag der Wert bei 3,1 Prozent. Angepeilt ist für das kommende Frühjahr eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist im September gestiegen. Saisonal bereinigt betrug sie nach Angaben des Innenministeriums 3,6 Prozent, im August waren es noch 3,5 Prozent. Zugleich ging die Zahl der verfügbaren Stellen erstmals seit mehr als drei Jahren zurück. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Arbeitsmarkt in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt an Schwung verliert.

Anhebung der Verbrauchersteuer wirkt nach

Die japanische Wirtschaft habe sich zwar tendenziell weiter moderat erholt. Auch sei zu erwarten, dass die Wirtschaft weiter über ihrem Potenzial wachse, schreibt die Notenbank in einer Stellungnahme. An der Preisfront habe jedoch ein Nachfragedämpfer in Folge einer Anhebung der Verbrauchssteuer im April sowie ein deutlicher Rückgang bei den Ölpreisen in jüngster Zeit Druck auf die Preise ausgeübt. Sollte dies andauern, bestehe das Risiko, dass sich die Überwindung der deflationären Stimmung im Land verzögere, hieß es. Um dies zu verhindern und die bisherigen Fortschritte zu untermauern, halte man es für angemessen, die geldpolitischen Zügel noch weiter zu lockern. Zu diesem Zweck kauft die Notenbank jetzt noch verstärkter als bisher Staatsanleihen sowie riskantere Finanzinstrumente.

Wirtschaftsminister Akira Amari sagte, die Regierung sei bereit, die Wirtschaft anzukurbeln. Es sei aber noch keine Entscheidung über ein neues Konjunkturprogramm getroffen worden. Im Frühjahr war die japanische Wirtschaft so stark geschrumpft wie seit der Tsunami-Katastrophe im März 2011 nicht mehr. Der Grund dafür war die deutliche Anhebung der Mehrwertsteuer zum April.

iw/wen (rtrd, dpa)

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US-Krankenschwestern wollen mehr Ebola-Schutz

Der Berufsverband der US-Krankenschwestern (National Nurses United, NNU) rief zu Arbeitsniederlegungen und zu Demonstrationen am 11. und 12. November auf. Ziel sei es, “schärfere Ebola-Sicherheitsvorkehrungen in den Krankenhäusern des Landes” zu erzielen, erklärte NNU.

Schwerpunkt Kalifornien

Nach Angaben des Verbandes wollen sich allein im Bundesstaat Kalifornien 50.000 Pflegekräfte an den Aktionen beteiligen, US-weit noch einmal zusätzliche 100.000 Krankenschwestern. NNU fordert, dass in allen US-Kliniken das “höchstmögliche Maß an Sicherheitsvorkehrungen herrscht”, darunter die Bereitstellung von umfassend dichten Schutzanzügen und Atemgeräten für alle Pfleger. Zudem müsse ein regelmäßiges Training im Umgang mit der Schutzkleidung und mit Ebola-Patienten stattfinden, erklärte NNU. Der Verband will die betroffenen Krankenhäuser ausreichend früh über die Streiks informieren.

Zwei Pflegerinnen in Texas erkrankt

Ebola grassiert in Westafrika. In Liberia, Sierra Leone und Guinea gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganistion inzwischen fast 14.000 Infizierte und etwa 5000 Ebola-Tote. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. In einem Krankenhaus in Dallas im US-Bundesstaat Texas hatten sich zwei Schwestern infiziert, die einen Ebola-Kranken aus Liberia gepflegt hatten.

Beide Frauen sind inzwischen wieder gesund. Das Virus überträgt sich durch Körperflüssigkeiten, medizinisches Personal ist bei der Pflege von Ebola-Kranken daher besonders gefährdet.

Weiter heftig debattiert wird in den USA über den Umgang mit Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern, die nach einem Ebola-Einsatz in Westafrika in die Vereinigten Staaten zurückkommen. Mehrere Bundesstaaten wie New York, New Jersey oder Illinois haben angeordnet, dass Heimkehrer isoliert werden müssen. So soll die Bevölkerung geschützt werden. Die Inkubationszeit von Ebola liegt bei maximal 21 Tagen. Gegen eine derartige “Zwangsquarantäne” gibt es Widerstand von Betroffenen. Auch die Regierung in Washington hat Bedenken.

Für Aufsehen sorgte …

… jetzt eine Krankenschwester, die ihren “Quarantäne-Hausarrest” auf eigene Faust beendete und eine Fahrradtourt unternahm. “Ich will niemanden in Gefahr bringen. Aber ich bin kerngesund”, sagte die 33-jährige Kaci Hickox zu Reportern vor ihrem Haus in Fort Kent im Bundesstaat Maine. Ihr Anwalt erklärte, so lange es keinen Gerichtsbeschluss gebe, dürfe sich Hickox in der Öffentlichkeit bewegen. Sie sei aber bewusst nicht ins Stadtzentrum gefahren, damit die Bewohner “nicht ausflippen”.


Schwester Hickox (l.) auf Fahrradtour (Foto: Reuters)

Schwester Hickox (l.) auf Fahrradtour

Protest gegen “Zwangsquarantäne”

Hickox war vor einer Woche von einem Hilfseinsatz bei Ebola-Patienten in Sierra Leone zurückgekehrt und auf dem Flughafen in Newark (New Jersey) gelandet. Gemäß den neuen Vorschriften zur Verhinderung einer möglichen Verbreitung des Ebola-Virus sollte sie für eine dreiwöchige Quarantäne in einem Isolationszelt bleiben.

Nachdem sich die Frau über die Zustände in dem Zelt beschwert hatte, ließen die Behörden New Jerseys sie am Montag gehen. Den Rest der Quarantänezeit sollte sie nach Absprachen mit den Behörden zu Hause verbringen. Hickox hat bislang keine für Ebola typischen Symptome gezeigt, mehrere Bluttests lieferten negative Ergebnisse.

wl/kle (afp, dpa, rtr)

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Armee ergreift die Macht in Burkina Faso

Die Regierung sei abgesetzt und das Parlament aufgelöst, sagte Armeechef Nabéré Honoré Traoré auf einer Pressekonferenz in Ouagadougou. Bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung “binnen zwölf Monaten” werde ein Übergangsgremium die Regierungsmacht übernehmen, so Traoré weiter.

Vorausgegangen waren tagelange blutige Proteste gegen Langzeitpräsident Blaise Compaoré. Tausende waren in der Hauptstadt Ouagadougou auf die Straße gegangen und hatten sich heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Das Parlamentsgebäude ging in Flammen auf, Demonstranten besetzten das staatliche Fernsehen.


Armeechef Traoré (Foto: AFP/GettyImages)

Armeechef Traoré

Opposition: 30 Tote

Die Gebäude der Regierungspartei in Ouagadougou und der zweitgrößten Stadt Bobo Dioulasso wurden nach Angaben von Augenzeugen ebenfalls in Brand gesetzt. In Bobo Dioulasso stand auch das Rathaus in Flammen. Nach Angaben der Opposition wurden bei den Unruhen rund 30 Menschen getötet. Außerdem hätten mehr als hundert Menschen Verletzungen erlitten, sagte Oppositionsführer Bénéwendé Sankara der Nachrichtenagentur AFP.

Präsident lehnt Rücktritt ab

Auslöser der Unruhen war die Absicht Compaorés, die Verfassung ändern zu lassen, um sich eine weitere Amtszeit zu ermöglichen. Der 62-Jährige hatte sich 1987 an die Macht geputscht. Nach der Machtübernahme durch die Streitkräfte lehnte Compaoré in einer Fernsehansprache einen Rücktritt ab, zeigte sich aber offen für den Dialog mit seinen Gegnern. Er habe die “Botschaft verstanden”, sagte der Präsident mit Blick auf die Proteste. Er stehe für “Verhandlungen” über eine “Übergangsperiode” bereit, an deren Ende die Macht auf einen demokratisch gewählten Präsidenten übergehen solle. Armeechef Traoré hatte sich auf seiner Pressekonferenz nicht zur Zukunft Compaorés geäußert.

Der westafrikanische Staatenbund Ecowas gab zu erkennen, dass der Präsident im Amt bleiben solle. Keine Partei dürfe die Macht übernehmen und dabei die Verfassung verletzen, hieß es in einer Erklärung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich derweil tief besorgt über die Lage in Burkina Faso. Alle Konfliktparteien – Demonstranten, Behörden und Streitkräfte – sollten Gewalt vermeiden und eine friedliche Lösung der Probleme suchen, erklärte Ban in New York. Er bat seinen Sondergesandten für Westafrika, Mohamed Ibn Chambas, in Burkina Faso zu vermitteln.

UN wollen vermittlen

Chambas sagte der Deutschen Welle: “Wir müssen alles tun, um Burkina Faso zu helfen und eine Verschlechterung der Situation zu vermeiden. Daher werden wir am Freitag mit einer Delegation von ECOWAS, Afrikanischer Union und Vereinten Nationen in Burkina Faso sein.” Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, die USA und die Afrikanische Union riefen alle Beteiligten zur Ruhe auf. Die EU forderte ein Ende der Gewalt. Das Auswärtige Amt in Berlin riet von “nicht zwingend notwendigen Reisen nach Burkina Faso” ab.

Burkina Faso ist mit seinen 17 Millionen Einwohnern eines der ärmsten Länder der Welt. Das Land ist ein wichtiger Verbündeter der USA und Frankreichs im Kampf gegen Al-Kaida-Ableger in der Region. Frankreich unterhält einen Stützpunkt in dem Land, den Spezialeinheiten als Basis für Einsätze in der gesamten Sahelzone nutzen.

wl/kle (dpa, afp, rtr)

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