Месечни архиви: December 2014

Nach Putschversuch kehrt Gambias Präsident zurück

Gambias Präsident Yahya Jammeh sei am Morgen auf dem Flughafen der Hauptstadt Banjul gelandet und unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zum Präsidentenpalast eskortiert worden, hieß es von offizieller Seite. Die Rückkehr in das westafrikanische Land erfolgte damit einen Tag nach einem gescheiterten Putschversuch im Land. Am Abend will Jammeh sich offenbar in einer Fernsehansprache an die Nation wenden. Der Präsident hielt sich während des Putschversuchs im Ausland auf – unklar ist aber, ob er in Frankreich oder in Dubai war. Fest steht, dass seine Rückkehr über den Tschad erfolgte.

Streitkräfte vereiteln Putsch

In der Nacht zum Dienstag hatten bewaffnete Anhänger des ehemaligen Militärführers Lamin Sanneh den Präsidentenpalast und einen Militärposten gestürmt. Den Streitkräften war es aber gelungen, die Angreifer nach schweren Feuergefechten zurückzudrängen. Vier Menschen sollen dabei getötet worden sein, darunter auch Sanneh. Augenzeugen berichteten, dass die Zufahrtsstraßen zum Zentrum der Hauptstadt nach den Gefechten um den Präsidentenpalast stundenlang von Sicherheitskräften kontrolliert wurden.

Menschenfeindliche Gesetze

Der 49-jährige Jammeh war 1994 selbst mit einem Militärputsch an die Macht gekommen. Seither regiert er das Land am Atlantik mit eiserner Hand. Zudem werden ihm immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Europäische Union zog in diesem Jahr mehrere Millionen Dollar Hilfsgelder zurück, nachdem Jammeh ein Gesetz unterzeichnete, das lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle erlaubt.

fab/wl (dpa, rtre)

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Merkel warnt vor Pegida-Bewegung

In ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache erinnert Bundeskanzlerin Angela Merkel an die friedliche Revolution in der DDR vor 25 Jahren und die Massendemonstrationen für Freiheit und Demokratie unter der Parole “Wir sind das Volk” und schlägt dann einen Bogen zur islamfeindlichen Pegida-Bewegung.

“Hass im Herzen”

“Heute rufen manche montags wieder ‘Wir sind das Volk’. Aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion. Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen”, warnt die deutsche Regierungschefin.

Pegida (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”) demonstriert seit Wochen gegen eine angebliche Überfremdung Deutschlands durch Zuwanderer. Hochburg der Bewegung ist Dresden, wo sich vor Weihnachten mehr als 17.000 Menschen an einer Demonstration beteiligten. Zumindest Teile der Pegida-Organisatoren gehören zum rechtsextremen Spektrum.

“Zuwanderung ein Gewinn

Merkel hebt in ihrer Ansprache hervor, dass es wegen der Krisen und Kriege in vielen Ländern derzeit so viele Flüchtlinge gebe wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele seien dem Tod entronnen. “Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen.”


Flüchtlinge aus Syrien kommen in Deutschland an (Foto.dpa)

Flüchtlinge aus Syrien kommen in Deutschland an

Es sei ein Kompliment für Deutschland, wenn Kinder verfolgter Menschen hierzulande ohne Furcht groß werden könnten. Auch unabhängig von Schutzsuchenden sei Zuwanderung “ein Gewinn für uns alle”, betont die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende.

Plädoyer für die Einheit Europas

Mit Blick auf die Spannungen mit Russland in der Ukraine-Krise unterstreicht Merkel die Bedeutung der Einheit Europas. “Es steht völlig außer Frage, dass wir Sicherheit in Europa gemeinsam mit Russland wollen, nicht gegen Russland.” Ebenso außer Frage stehe aber auch, “dass Europa ein angebliches Recht eines Stärkeren, der das Völkerrecht missachtet, nicht akzeptieren kann und nicht akzeptieren wird”. Als Antwort darauf habe sich Europa entschlossen, sich nicht spalten zu lassen, sondern stärker denn je als Einheit zu handeln, um seine Friedensordnung und seine Werte zu verteidigen, so die Kanzlerin.


Mario Götze schießt das Siegtor im WM-Finale Deutschland - Argentinien (Foto: Imago)

Mario Götze schießt das Siegtor im WM-Finale Deutschland – Argentinien

Merkel erinnert auch an den Gewinn der Fußball-WM 2014 durch die deutsche Mannschaft und betont den Wert des Zusammenhalts in Deutschland: “… Es war auch der Zusammenhalt eines Teams, der uns beim Gewinn der Fußballweltmeisterschaft so unvergessliche Momente bescherte.” Mit Zusammenhalt könne das Land auch kommende Herausforderungen wie die digitale Revolution und die alternde Gesellschaft meistern. Zusammenhalt “macht unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich”, betont die Bundeskanzlerin.

wl/fab (dpa, knna, epd)

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Fünf Guantanamo-Insassen nach Kasachstan überstellt

Drei Männer aus dem Jemen und zwei aus Tunesien seien aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba entlassen worden und nach Kasachstan überstellt worden, teilte das Pentagon mit. Die fünf Männer, die seit mehr als elf Jahren ohne Anklage oder Prozess Guantanamo inhaftiert waren, seien nach eingehender Überprüfung durch mehrere US-Behörden zur Freilassung freigegeben worden. Sie standen unter dem Verdacht, die Terrororganisation Al-Kaida oder ähnliche Gruppierungen zu unterstützen. Aus den US-Behörden hieß es nun, die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Männer als “Mitläufer, wenn überhaupt”, angesehen würden.

Hinterlassenschaften von George W. Bush

Derzeit befinden sich noch 127 Gefangene in Guantanamo. Das ist noch mehr als die Hälfte der Insassen, die seit der Eröffnung des Lagers 2001 durch den damaligen Präsidenten George W. Bush dort festgehalten wurden.

In diesem Jahr kamen insgesamt 28 Häftlinge frei, für 59 weitere Insassen liegt eine Genehmigung zur Freilassung vor. Die meisten der Guantanamo-Häftlinge stammen aus dem Jemen, doch Washington kann sie wegen der schwierigen Sicherheitslage in ihrem Heimatland nicht dorthin zurück schicken. In diesem Jahr hatten neben Kasachstan auch Uruguay, Georgien und die Slowakei die Einreise von Guantanamo-Häftlingen akzeptiert. Deutschland hatte 2006 den türkischen Staatsbürger Murat Kurnaz nach vier Jahren Guantanamohaft aufgenommen. Kurnaz ist in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Zu langsam in der Umsetzung

US-Präsident Barack Obama hatte zu seinem Amtsantritt im Januar 2009 versprochen, das international umstrittene Gefangenenlager auf Kuba zu schließen. Rechtliche Probleme und heftiger Widerstand im Kongress und der Öffentlichkeit verhinderten aber, dass er das Versprechen bislang erfüllte. Erst in der vergangenen Woche trat der Sondergesandte der US-Regierung für die Schließung Guantanamos, Cliff Sloan, zurück. Außenminister John Kerry sagte in Washington, Sloan gebe den Posten wie geplant nach 18 Monaten auf. Die “New York Times” berichtete hingegen unter Berufung auf Regierungsvertreter, der Sondergesandte sei unzufrieden gewesen, weil das Verteidigungsministerium zu wenige Freilassungen genehmigt habe.

fab/wl (rtre, afpe, dpa)

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Rauchen aufgeben unter Hypnose

So gut wie alle Raucher wissen, dass ihr Laster Krebs und Herzkrankheiten auslösen kann. Aber trotzdem rauchen sie weiter. Das liegt daran, dass nicht die rationale Vernunft den Griff zur Zigarette steuert, sondern Bereiche des Unterbewusstseins, in der Psychologie auch als Unbewusstsein bezeichnet.

Diese Nischen im Unbewussten lassen sich allerdings knacken, und zwar durch Hypnose. In Deutschland wird die sogenannte Hypnotherapie oder auch Hypnose-Therapie seit 2006 sogar als offizielle Behandlungsmethode gegen das Rauchen anerkannt, auch wenn sie ein Imageproblem hat.

Das liegt daran, dass viele Menschen Hypnose mit spektakulären Vorführungen auf der Bühne oder im Fernsehen in Verbindung bringen, bei denen scheinbar willenlos Hypnotisierte Dinge tun, an die sie sich später nicht mehr erinnern können – etwa ein halbes Dutzend roher Eier herunterschlucken.


Eine Frau in Trance (Foto: DW)

In Trance können Hypnotisierte ihr Unbewusstes herauslocken

Das Unbewusste willentlich wahrnehmen

“Diese Show-Hypnosen haben nichts mit therapeutischen Hypnosen zu tun” sagt Norbert Schick, Hypnose-Psychotherapeut in Bonn. “Diese Menschen sind so tief in einer Hypnose drin, dass sie gar nicht mehr registrieren, was da überhaupt passiert, weil das kognitive Denken dann ausgeschaltet ist. Das ist wie ein Blackout.”

Schick, der Patienten mit Angstzuständen oder Abhängigkeiten seit zwanzig Jahren behandelt, schätzt die Zahl derjenigen, die so tief hypnotisierbar sind, auf etwa dreißig Prozent der Bevölkerung.

Will jemand aber das Rauchen aufgeben, muss er nicht so tief hypnotisierbar sein. Er soll sich ja bewusst sein, was mit und in ihm vor sich geht. “Bei der therapeutischen Hypnose wissen die Patienten immer, was sie tun”, erklärt Schick. “Hypnose ist ein ganz natürlicher Zustand.”

Körperliche Reaktionen verstehen

Hypnose tritt zum Beispiel ein, wenn man ein Buch liest und dabei so tief darin versinkt, dass Gedanken und Gefühle hochkommen. “In diesem Trance-Zustand ist das Unbewusste ganz offen und die Gefühlswelt auch. Deshalb kann man sehr gut damit arbeiten.”

Der Kölner Rechtsanwalt Jochen Gerhard hatte vierzig Jahre lang Tag für Tag mindestens ein Päckchen Zigaretten geraucht. Vor zwei Jahren hörte er dann von einem Tag zum anderen auf. Nach einer Bypass-Operation hatte ihm sein Arzt ein Ultimatum gestellt: Hör auf zu rauchen, oder du stirbst an einem Herzinfarkt! Auch den Rat zur Hypnotherapie hatte der Arzt ihm gegeben.

“Mein Wille aufzuhören war in dem Moment so stark, dass ich mir gesagt habe: ‘ja, ich tue das’”, erinnert sich Gerhard, der nichts zu verlieren hatte außer den 150,- Euro Beitrag für die eintägige Gruppensitzung.

Hilft der Hokus-Pokus wirklich?

Zuerst war Gerhard noch sehr skeptisch, vor allem als der Tag damit begann, dass der Therapeut anfing in einer geradezu gospelartigen Sprache zu sprechen, fast wie ein Baptistenprediger. “Er war sehr intensiv und engagiert. Er wurde laut und hat geschrien: ‘Ja ihr könnte es’ und dann haben wir auch gesagt: ‘Ja, wir wollen – ja wir wollen. Wir wollen aufhören zu rauchen!’ Dann hat er gesagt: ‘Ihr seid Stark!’ und wir haben gesagt: ‘Ja wir sind stark!’.”

Die bunt-zusammengewürfelte Gruppe aus Jungen und Alten, Frauen und Männern musste sich grässliche Bilder anschauen, etwa teergeschwärzte Raucherlungen oder gelb-verfärbte Zähne. Dann ging es raus, um die letzte Zigarette zu rauchen.

In den Raum zurückgekehrt, legten sie sich auf Matten und hörten sanfte Musik. Das Licht ging aus und eine Kerze wurde entzündet, um eine meditative Atmosphäre zu schaffen. “Aber ich fragte mich immer: ‘klappt das denn? Ist das Quatsch? Du hast jetzt den ganzen Tag hier verbracht und jetzt kommt so ein Hokus-Pokus. Aber ich habe versucht mich auf die Stimme zu konzentrieren”, erinnert sich Gerhard.

Dann hat der Therapeut alles, was er den ganzen Tag schon im Seminar gesagt hatte, nochmal wiederholt, “aber diesmal langsam, sehr deutlich und mit einer akzentuierten Stimme”, erinnert sich Gerhard. Dann war es vorbei, das Licht ging wieder an und Gerhard warf seine letzte Zigarettenpackung in den Müll. “Ich habe seitdem nie wieder das Bedürfnis gehabt, zu rauchen”, sagt Gerhard. “Ich vermisse nichts. Mir geht es nicht schlecht. Es geht mir gut und ich weiß nicht, woran es liegt.”


Zigarettenpackung mit Bildern von Raucherlungen (Foto: dpa)

Vor der Hypnose wurden den Teilnehmern Fotos von teergeschwärzten Raucherlungen gezeigt

Auch umgeben von Rauchern kein Rückfall

Sein Widerstandswille wurde dann zu Weihnachten nochmal auf eine harte Probe gestellt. Mit seiner Frau verbrachte Gerhard drei Tage lang Weihnachten bei Verwandten, die alle starke Raucher sind. “Es wurde um ihn herum ständig geraucht”, erinnert sich seine Frau Sabine. “Aber er hat das geschafft und hat überhaupt nicht geraucht.”

Bei früheren Versuchen, das Rauchen aufzugeben, war es ganz anders. “Die letzten Male, die er aufgehört hat, war er wirklich nicht mit der Kneifzange anzufassen. Das war ganz schrecklich. Und dieses Mal reagierte er überhaupt nicht so, er war die ganze Zeit normal und ausgeglichen.”

Der Therapeut Norbert Schick kann erklären, was sich in der Hypnose abspielt. “Es ist so, als ob man das Unbewusste umprogrammiert. Die Zigarette spricht den Patienten immer weniger an, bis er ihr völlig gleichgültig gegenüber steht.” In anderen Worten: Aus dem “Kleinen Freund” wird ein Stängel mit giftigem Kraut.

Keine offizielle Therapieempfehlung

Nach wie vor steht die Absicht, mit dem Rauchen aufzuhören, ganz oben auf der Liste, wenn man Menschen nach guten Vorsätzen fürs neue Jahr fragt. Der erste Versuch schlägt oft fehl. Dennoch ist es keine körperliche Abhängigkeit vom Nikotin, die Menschen nach Wochen wieder rückfällig werden lässt. Die betäubenden Chemikalien, die der Körper durch das Rauchen aufnimmt, sind nämlich kurzlebig und schon nach wenigen Tagen wieder abgebaut.

“Aufhören ist eine mentale Entscheidung”, sagt Martina Pötschke-Langer. “Ist ein Mensch nicht bereit dazu, wird ihm keine Methode helfen.” Die Medizinerin leitet die Krebsprävention am Deutschen Krebs Forschungszentrum in Heidelberg. “Über 80 Prozent der Menschen hören ganz ohne irgendwelche Methoden auf zu rauchen. Sie entscheiden, dass sie das wollen und tun es,” sagt sie.

Der Anteil derjenigen, die Hypnose nutzen liege bei weniger als einem Prozent. “Es gibt auch keine Empfehlung von medizinischen Fachverbänden, ob Hypnose eine angemessene Methode ist, um mit dem Rauchen aufzuhören”, fügt Pötschke-Langer hinzu. Aber es könne durchaus Einzelnen helfen, ihre Sucht zu besiegen, abhängig von den Fähigkeiten und Qualifikationen des Therapeuten.

Über eins gibt es jedoch keine Zweifel, wenn man für das neue Jahr einen guten Vorsatz fast: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – ob mit oder ohne Hypnose.

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Adria-Fähre: 200 Gerettete in Brindisi eingetroffen

Auf dem Marineschiff befand sich der Großteil der Menschen, die das Schiffsunglück überlebt hatten. Die Passagiere hatten nach ihrer Rettung von der “Norman Atlantic” noch lange Stunden auf dem stürmischen Meer verbringen müssen, weil die Bergungsmannschaften rund um das Wrack weiter nach Leichen suchten. Die Abfahrt der “San Giorgio” zur süditalienischen Hafenstadt Brindisi verzögerte sich dadurch. Im Hafen war eine Krankenstation aufgebaut.

Die italienische Marine teilte mit, dass die Suche nach weiteren möglichen Opfern fortgesetzt werde. Die ausgebrannte Fähre war am Montag komplett evakuiert worden. 427 Menschen wurden gerettet, darunter 56 Besatzungsmitglieder.

Bis Dienstagabend wurden elf Todesopfer geborgen. Zudem kamen zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre ums Leben, weil ein Tau gerissen war. Deutsche Opfer gab es nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin nicht. Angesichts offensichtlich fehlerhafter Passagierlisten ist unklar, wie viele Menschen tatsächlich an Bord waren. Laut Passagierliste waren insgesamt 475 Menschen auf dem Schiff – damit wäre das Schicksal von fast 40 Passagieren ungewiss.

Blinde Passagiere

Nach Angaben der italienischen Behörden sind unter den von der Fähre geretteten Menschen auch mehrere Flüchtlinge, die als blinde Passagiere an Bord gelangt waren. Dies mache es “wahrscheinlich”, dass in dem Wrack weitere Leichen gefunden würden, sagte der italienische Staatsanwalt Giuseppe Volpe. Es wird befürchtet, dass sich in parkenden Lastwagen Migranten versteckten, und dass weitere Passagiere in ihren Kabinen verbrannten oder erstickten.

Das Drama der “Norman Atlantic” hatte am frühen Sonntagmorgen begonnen, als auf einem Autodeck der Adria-Fähre ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete. Manövrierunfähig trieb das brennende Schiff danach in Richtung albanischer Küste. Erst nach einer anderthalbtägigen Rettungsaktion konnten die letzten Menschen von der Fähre geborgen werden.

Heftige Vorwürfe gegen Crew

Passagiere beschrieben die Besatzung als komplett unvorbereitet für den Notfall. Die Crew habe keinerlei Anweisungen erteilt. Die Griechin Theodora Doulis, deren Mann Giorgos bei dem Unglück ertrank, berichtete zudem, das Autodeck der Fähre habe nach Benzin gestunken. Eine Lkw-Fahrerin sagte griechischen Medien: “Drei meiner Kollegen sind umgekommen.” Die Trucker hätten in der Fahrerkabine geschlafen. Niemand hätte die Passagiere rechtzeitig alarmiert.


Das Marineschiff San Giorgio brachte die überlebenden Insassen der Fähre nach Brindisi (Foto: Reuters)

Das Marineschiff “San Giorgio” brachte die überlebenden Insassen der Fähre nach Brindisi

Andere Überlebende berichteten von der Panik an Bord. Ute Kilger aus Deutschland schilderte italienischen Medien, wie sich ein beleibter Mann an Frauen, Kindern und alten Menschen vorbeidrängelte, um vor ihnen in einen Hubschrauber gezogen zu werden: “Er ist einfach hingegangen und hat sich in den Rettungskorb gesetzt, der ganz klar für die Kinder bestimmt war”, sagte die 45-jährige Anwältin.

Das Schiffswrack wurde beschlagnahmt und sollte nach Brindisi in Süditalien geschleppt werden. Gegen den italienischen Kapitän Argilio Giacomazzi und den Eigentümer der italienischen Reederei Visemar, Carlo Visentini, leitete die Staatsanwaltschaft in Italien Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Herbeiführens einer Havarie ein. Auch die Staatsanwaltschaft in Piräus in Griechenland ermittelt.

kle/qu (afp, dpa, rtre)

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Neun Tote bei Familiendrama in Kanada

Das Drama habe sich an drei verschiedenen Orten der Großstadt Edmonton und deren Vororten ereignet, teilte Rob Knecht, der Polizeichef der Stadt im Westen Kanadas, mit. Bei den Toten handelt es sich demnach um vier Frauen, zwei Männer, ein Mädchen, ein Junge sowie den mutmaßlichen Täter. Sieben der Opfer seien im selben Haus gefunden worden. Knecht (Artikelbild) sprach von einem “tragischen Tag” für Edmonton. Es handele sich ersten Ermittlungen zufolge um einen “tragischen Vorfall von häuslicher Gewalt”.

Nach Angaben des Polizeichefs erschoss der mutmaßliche Täter zunächst in einer Wohnung im Süden der Stadt eine Frau. Anschließend habe sich der Mann, der nach Auskunft seiner Familie als selbstmordgefährdet galt, in ein Haus im Norden des Stadt begeben, wo er sieben weitere Menschen mit Schüssen tötete. Der mutmaßliche Mörder sei inzwischen tot in der Ortschaft Fort Saskatchewan, rund 30 Kilometer nordöstlich von Edmonton, gefunden worden, sagte Knecht. Demnach nahm sich der Mann das Leben.

Bei dem Vorfall handelt es sich nach Behördenangaben um das schlimmste Verbrechen in der Stadt mit rund 700.000 Einwohnern seit mehr als 50 Jahren.

Zweijähriger erschießt Mutter

Auch aus den USA wird ein tragischer Todesfall gemeldet. Wie die Polizei mitteilte, hat ein kleiner Junge versehentlich seine Mutter mit ihrer eigenen Pistole erschossen. Der Vorfall ereignete sich in einem Supermarkt der Stadt Hayden im Bundesstaat Idaho. Demnach war die Frau dort mit ihrem zweijährigen Sohn und anderen Angehörigen einkaufen. Der Junge habe in einem Einkaufswagen gesessen, als er sich die Waffe seiner Mutter aus ihrer Handtasche griff und sie – offenbar aus Versehen – abfeuerte.

Der Supermarkt Walmart erklärte, in ihrem Geschäft habe sich ein “sehr trauriger Vorfall” ereignet, der zum Tod einer Kundin geführt habe. Ein örtlicher Fernsehsender berichtete, die 29-jährige Frau habe sich mit ihrer Familie über die Weihnachtstage in Hayden im Nordwesten der USA befunden. Sie habe eine Lizenz zum versteckten Tragen von Waffen gehabt.

Die Behörden sprachen nachAuswertung von Überwachungsaufnahmen von einem Unfall. Der Supermarkt wurde nach dem Vorfall geräumt.

kle/qu (afp, rtre, dpa, ape)

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"Europa verteidigt gemeinsam seine Werte"

Die Einheit Europas sei der Schlüssel, um die Krise in der Ukraine zu überwinden, sagte die Bundeskanzlerin laut vorab verbreitetem Redemanuskript ihrer Ansprache zum neuen Jahr. Es stehe außer Frage, “dass wir die Sicherheit in Europa gemeinsam mit Russland wollen, nicht gegen Russland”. Aber ebenso stehe völlig außer Frage, “dass Europa ein angebliches Recht eines Stärkeren, der das Völkerrecht missachtet, nicht akzeptieren kann und nicht akzeptieren wird”, sagte die Kanzlerin mit Blick auf den ungelösten Konflikt im Osten der Ukraine. Als Antwort darauf habe sich Europa entschlossen, sich nicht spalten zu lassen, sondern stärker denn je als Einheit zu handeln, um seine Friedensordnung und seine Werte zu verteidigen, unterstrich die Regierungschefin. 2014 habe Europa in lange nicht gekannter Härte erfahren, was es bedeute, wenn Grundlagen der gemeinsamen europäischen Friedensordnung in Frage gestellt werden.

IS bedroht die Werte Europas

In ihrer Ansprache warnte die Kanzlerin auch vor der Gefahr, die von der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) ausgeht. Die Terrorgruppe habe im zu Ende gehenden Jahr “alle Menschen verfolgt und auf bestialische Weise ermordet, die sich ihrem Herrschaftswillen nicht unterwerfen”. Der IS bedrohe auch “unsere Werte zu Hause”, betonte Merkel.

Zuwanderung Gewinn für Deutschland

Angesichts zahlreicher Kriege und Konflikte weltweit sicherte die Kanzlerin Flüchtlingen deutsche Hilfe zu. Derzeit gebe es so viele Flüchtlinge wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele seien dem Tod entronnen. “Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen.” Es sei ein Kompliment für Deutschland, wenn Kinder verfolgter Menschen hierzulande ohne Furcht groß werden könnten. Auch unabhängig von Schutzsuchenden sei Zuwanderung “ein Gewinn für uns alle”.

Scharfe Warnung vor fremdenfeindlichen Demos

Mit deutlichen Worten wandte sich Merkel in ihrer vorab aufgezeichneten Neujahrsansprache gegen die Anhänger der Anti-Islam-Bewegung “Pegida”, die gegen eine vorgebliche Überfremdung Deutschlands demonstrieren. Sie rief die Bürger auf, sich von den Initiatoren nicht instrumentalisieren zu lassen. Diese wollten Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion ausgrenzen. “Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen.” Sie kritisierte, dass sich die Demonstranten der Parole der DDR-Bürgerbewegung “Wir sind das Volk” bedienen.

Stärke liegt im Zusammenhalt

Den Bundesbürgern machte Merkel Mut für das kommende Jahr 2015 und hob dabei den Wert des Zusammenhalts in Deutschland hervor. “Auch im kommenden Jahr sollten wir gemeinsam alles daran setzen, den Zusammenhalt unseres Landes zu stärken.” Das mache unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich und sei die Grundlage unseres Erfolges. Damit könne das Land auch kommende Herausforderungen wie die digitale Revolution, die unser Leben fundamental verändere, und die alternde Gesellschaft meistern.

Für Deutschlands Präsidentschaft im Kreis der sieben führenden Industrienationen (G7) im kommenden Jahr kündigte die Kanzlerin ihren persönlichen Einsatz für den Klimaschutz an. Dafür müsse es endlich gelingen, neue verbindliche Vereinbarungen zu beschließen.

qu/kle (dpa, epd, afp, rtr, Bundespresseamt)

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Nahost-Resolution scheitert im UN-Sicherheitsrat

Acht Staaten stimmten auf einer Sondersitzung im höchsten UN-Gremium für die Vorlage. Dazu gehören die drei Vetomächte Frankreich, Russland und China. Fünf Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen enthielten sich. Der Entwurf hätte der Zustimmung von mindestens neun Mitgliedern bedurft.

Der Resolutionsentwurf setzte Israel unter anderem eine Frist von zwölf Monaten, um ein dauerhaftes Friedensabkommen mit den Palästinensern auszuhandeln. Bis Ende 2017 sollte Israel zudem sämtliche Truppen aus dem künftigen palästinensischen Staat abgezogen haben. Angestrebt wurde die Koexistenz zweier unabhängiger demokratischer Staaten mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt.

Von Jordanien eingebracht

Die Palästinenser hatten zuvor angesichts von Kritik mehrerer Staaten den Text überarbeitet. Jordanien, das derzeit das einzige arabische Mitglied des Sicherheitsrats ist, hatte den Entwurf im Auftrag der Palästinenser vor etwa zwei Wochen eingebracht.

Das Abstimmungsergebnis kam nicht überraschend, da mehrere Länder – darunter die USA und Großbritannien – zuvor bereits angekündigt hatten, die Resolution nicht unterstützen zu wollen. “Die Resolution würde unsere Anstrengungen untergraben, zwei Völkern zwei Länder zu geben”, sagte US-Botschafterin Samantha Power. “Wir glauben, dass es die falsche Resolution zur falschen Zeit ist”, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Washington wendet sich vor allem gegen die Zweijahresfrist für den Abzug der israelischen Truppen, hat aber grundsätzlich Gesprächsbereitschaft signalisiert.

kle/qu (dpa, afp, rtre)

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