Месечни архиви: February 2015

Zufluchtsort für Boko-Haram-Opfer

Minawao, ein Dorf in Nordkamerun, 120 Kilometer von der Grenze zu Nigeria entfernt: Die Vereinten Nationen haben dort ein Flüchtlingslager errichtet. Die UN-Leute haben viel zu tun, all die ankommenden Menschen unterzubringen. 30.000 sind schon vor dem Terror der Boko Haram hierher geflohen und täglich werden es mehr.

Anfang Februar hatte eine multinationale Truppe aus Tschad, Kamerun und Niger ihre Offensive auf Gabaru gestartet, einer Hochburg der Islamisten-Miliz. Seitdem hat der Flüchtlingsstrom stark zugenommen. Auch Muhamadou Ousman, der aus einer 14-köpfigen Familie stammt, ist nach Minawao geflohen. “Vor Boko Haram ist keiner sicher”, sagt der 41-Jährige. Alle seine Brüder seien von der Terrorgruppe umgebracht worden, da sie sich geweigert hätten, der Miliz beizutreten. “Wenn du ihnen widersprichst, töten sie dich”, beschreibt Ousman, wie Boko Haram versucht, neue Kämpfer zu rekrutieren.




Flüchtlingslager Minawao/ Kamerun
Foto: Moki Edwin Kindzeka/ DW

Lager Minawao: 30.000 Flüchtlinge, Tendenz steigend

Muhamadou Ousman ist Muslim. Hier im Camp teilt er sich ein Zelt mit Elias Yega, einem Katholiken. Yega fühlt sich unwohl in dieser Situation. Er sei erst vor einer Woche aus Nigeria geflohen – vor Leuten, die ihn gefoltert hätten und behaupteten, Muslime zu sein. Traumatische Erlebnisse wie diese hinterlassen Spuren: “Es gibt manchmal Probleme, weil wir Christen einfach alle Muslime hier im Camp ‘Boko Haram’ nennen. Manchmal werden die dann festgenommen und zu den Sicherheitsbeamten gebracht”, erzählt Yega. Vergangene Woche haben kamerunische Soldaten hunderte Flüchtlinge festgenommen. Sie wurden verdächtigt, Boko-Haram-Anhänger zu sein, die sich ins Camp eingeschlichen haben.

Leben unter unerträglichen Bedingungen

Mouhaman Boukar hat seine Viehherde in Yerwa zurückgelassen und ist aus dem nordnigerianischen Bundesstaat Borno geflohen. Er danke Gott dafür, dass er noch am Leben sei. Jedoch seien die Bedingungen im Camp immer unerträglicher – wegen der steigenden Flüchtlingszahl. Es fehlt nicht nur an Wasser und Toiletten: “Seit etwa 15 Tagen warten wir auf Essen. Uns knurrt allen der Magen”, sagt Boukar. “Leider kommen jeden Tag mehr Menschen.”




Kind und ältere Frau, Flüchtlingslager Minawao

Terror-Flüchtlinge: “Vor Boko Haram ist keiner sicher”

In den vergangenen Wochen haben auch in Nordkamerun die Anschläge von Boko Haram zugenommen. Najat Rochdi, Koordinatorin des UN-Einsatzes in Kamerun, berichtet, dass nicht nur Flüchtlinge aus Nigeria Minawao erreichen, sondern auch Bewohner der Grenzregion in Kamerun. Rochdi befürchtet, dass es zu einer humanitären Katastrophe kommt. “Mit der Hilfe des kamerunischen Militärs und örtlicher Behörden konnten wir 5500 Flüchtlinge von Kolofata nach Minawao holen”, sagt sie. Die Grenzstadt, in der sich auch eine Militärbasis befindet, war vor wenigen Wochen von Boko-Haram-Kämpfern überfallen worden. Geplant sei, so die UN-Koordinatorin, täglich bis zu 1000 Menschen von dort in Sicherheit bringen.

Keine Rückkehr nach Nigeria in Sicht

Trotz der schwierigen Lage im Flüchtlingslager: Die Bereitschaft der geflohenen Nigerianer ist gering, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Zu groß ist die Angst vor neuen Angriffen der Islamisten-Miliz.




Unterricht im Flüchtlingslager Minawao

Schüler im Flüchtlingscamp: Sehnsucht nach Bildung

Das Vertrauen der Bevölkerung in das eigene Militär ist gering. Immer wieder sei es zu Boko-Haram-Überfällen gekommen, heißt es, obwohl das Militär noch kurz zuvor Schutz versprochen habe.

Ein Großteil der Flüchtlinge in Minawao sind von Heimweh geplagte Kinder und Jugendliche. Sie wünschen sich zu Schule gehen zu können, was in ihrer Heimat von Boko Haram verhindert wird, weil sich die Terrorgruppe auch den Kampf gegen westliche Bildung auf die Fahnen geschrieben hat. Bejigele James ist ein Junge aus Yerwa. Er besucht zwar eine Schule im Camp, sehnt sich aber nach seiner Klasse in Nigeria. Sobald Boko Haram dem Frieden eine Chance gibt, da ist sich der Neunjährige sicher, wird er in seine Heimatstadt zurückkehren.

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Liveticker: Frankfurt – Hamburg

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Nationalmuseum des Irak wiedereröffnet


Hinter den Mitarbeitern und Verantwortlichen des Bagdader Museums liegen zwölf Jahre mühevoller Arbeit. So lange hat es gedauert, bis sie die wertvollsten Stück der einzigartigen Sammlung wieder zurück im der Sammlung vereinen konnten. Das Nationalmuseum in Bagdad war während der US-geführten Invasion im Jahr 2003 fast komplett geplündert worden.


Mehr als 10.000 verschwundene Kunstschätze


“Wir haben uns in den vergangenen Monaten auf die Wiedereröffnung vorbereitet, nun soll das Museum für alle Menschen zugänglich sein”, sagte der stellvertretende Minister für Tourismus und Altertümer, Kais Hussein Raschid, der Nachrichtenagentur AFP.


Noch sind nicht alle gestohlenen Objekte des Museums wieder aufgetaut. So wurden nach Angaben von Experten bis jetzt 4300 Exponate wiedererlangt – bei den Plünderungen waren mehr als 15.000 Museumsstücke gestohlen worden. Insbesondere auf Märkten und bei Auktionen werde weiter nach den mehr als 10.000 verschwundenen Artefakten gesucht, erklärte Raschid. Die wichtigsten Objekte seien jedoch inzwischen aufgespürt worden.




Iraks Ministerpräsident kündigt Vergeltung an


Mit Blick auf die Zerstörung antiker Kulturschätze durch die Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) im nordirakischen Mossul sagte er, die Wiedereröffnung in Bagdad sei auch eine Reaktion auf die dortigen Ereignisse. Sie könne dazu beitragen, die Wunden der Zerstörungen von Mossul zu heilen.


Deutlicher wurde Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi. Er sagte beim Festakt zur Wiedereröffnung: “Wir werden die Zivilisation bewahren und diejenigen ausfindig machen, die sie zerstören wollen.” Er kündigte an, die Täter von Mossul zu bestrafen. Sie seien barbarische und kriminelle Terroristen, die versuchten, die irakische Zivilisation und das Erbe der Menschheit zu zerstören. “Wir werden sie jagen und für jeden einzelnen Tropfen Blut, den sie im Irak vergossen haben, genauso bezahlen lassen, wie für die Zerstörung der irakischen Zivilisation”, so Al-Abadi.


2600 Jahre altes Kunstwerk zerstört


In einem am Donnerstag veröffentlichten Video waren IS-Extremisten im Museum von Mossul zu sehen, wie sie Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern zerschlagen. Mit einem Presslufthammer wurde die große Torhütestatue aus Granit zerstört, die einst am Nergal-Tor stand und mehr als 2600 Jahre alt war.





 IS-Extremisten zerstören Exponate im Museum von Mossul (Quelle: IS Video)

Hämmer gegen Kunstschätze: IS-Extremisten zerstören Jahrtausend alte Exponate im Museum von Mossul


Die Taten rechtfertigen die Islamisten damit, dass auch der Prophet Mohammed in Mekka Götterbilder beseitigt habe. Experten sagen aber, dass vor allem solche Objekte zerstört wurden, die für den Schmuggel und Verkauf zu groß sind. Das Museum von Mossul war, ebenso wie das Nationalmuseum in Bagdad, bereits 2003 während der US-Invasion geplündert worden.


cw/sc (afp, ape)

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Klarer Dortmunder Sieg im Ruhrderby

Pierre-Emerick Aubameyang zog sich eine Batman-Maske über. Mit seinem Treffer zum 1:0 (78. Minute) brachte der Stürmer Borussia Dortmund im 146. Revierderby gegen den FC Schalke 04 auf die Siegerstraße. Damit war der Tor-Bann bei den hoch überlegenen Dortmundern gebrochen: Henrich Mchitarjan (80.) und Marco Reus (86.) legten zwei Treffer zum 3:0 (0:0)-Endstand nach. So schickte der BVB den FC Schalke deutlich geschlagen nach Hause. Dortmund klettert in der

Tabelle auf Platz neun. Vor dem Derby hatte die Dortmunder Polizei mehr als 20 gewaltbereite Ultras aus Köln in Gewahrsam genommen. Sie sollen der Gruppe “Boyz” angehören, die der 1. FC Köln ausgeschlossen hatte, nachdem deren Mitglieder in Mönchengladbach den Platz gestürmt hatten. Die Dortmunder Polizei stellte bei den Kölnern Schlagwerkzeuge und Betäubungsmittel sicher.

Wichtiger Sieg für Hertha




Salomon Kalou bejubelt seinen Treffer gegen Augsburg. Foto: Getty Images

Berlins Matchwinner Salomon Kalou

Drei Tage nach der guten Leistung beim 1:0 im Champions-League-Achtelfinalhinspiel gegen Atletico Madrid hat Bayer 04 Leverkusen auch in der Bundesliga seine Durststrecke beendet. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt besiegte den SC Freiburg verdient mit 1:0 (1:0). Den Siegtreffer für die Leverkusener erzielte Kapitän Simon Rolfes (33.). Leverkusen verdrängte in der Tabelle Schalke von Platz vier. Die Freiburger rutschten auf den vorletzten Platz ab, weil Hertha BSC an ihnen vorbeizog. Die Berliner feierten nach drei Heimniederlagen in Serie einen überaus wichtigen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den FC Augsburg. Salomon Kalou (88.) sorgte mit seinem Siegtreffer in der Schlussphase für großen Jubel unter den Hertha-Fans. Die Berliner kletterten auf Tabellenplatz 14.

Zwei Platzverweise in Hannover

Ebenfalls einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf holte sich Schlusslicht VfB Stuttgart beim 1:1 (0:0) bei Hannover 96. Es hätten sogar drei Zähler werden können. Die Schwaben waren nämlich durch Christian Gentner (52.) in Führung gegangen. Doch Lars Stindl (70.) glich für Hannover aus. In der Schlussphase der Partie lagen die Nerven bei beiden Mannschaften blank. Nach einem Gerangel sah Hannovers Torschütze Stindl Gelb-Rot, VfB-Profi Martin Harnik glatt Rot. Hannover verpasste mit dem Unentschieden den erhofften Befreiungsschlag und auch den 200. Bundesliga-Heimsieg. Die Stuttgarter blieben erneut sieglos, Trainer Huub Stevens dürften weitere unruhige Tage bevorstehen.




Gentner erzielt das 1:0 für den VfB Stuttgart bei Hannover 96. Foto: Getty Images

Nach dem 1:0 durch Christian Gentner (2.v.l.) träumten die Stuttgarter sogar von einem Auswärtssieg

Hoffenheim feiert ersten Bundesliga-Heimsieg gegen Mainz

Der munter aufspielende FSV Mainz 05 hat unter seinem neuen Trainer Martin Schmidt Lehrgeld bezahlt. Eine Woche nach dem Derby-Sieg gegen Eintracht Frankfurt kassierten die Mainzer eine unnötige 0:2 (0:0)-Niederlage bei 1899 Hoffenheim. Kevin Volland (55.) mit seinem fünften Saisontor und der Ex-Mainzer Eugen Polanski (76.) trafen für den Tabellen-Siebten. Sie sorgten damit für den ersten Heimerfolg ihres Teams überhaupt in der Bundesliga gegen die Mainzer, die ihrerseits einige dicke Chancen vergaben. Im Samstagabendspiel stehen sich Eintracht Frankfurt und der Hamburger SV gegenüber.

Sammer: “In K.o-Spielen geht das nicht”



Am Freitag hatte sich der FC Bayern München zum 115. Geburtstag des Vereins mit einem 4:1 (2:1)-Sieg gegen den 1. FC Köln selbst beschenkt. Bastian Schweinsteiger (3.), Franck Ribery (10.), Arjen Robben (67.) und Robert Lewandowski (75.) trafen für den Tabellenführer, Anthony Ujah (45.+1) für Köln. Nur nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Gäste zum 1:2 wackelten die Münchener leicht. “Es kann nicht sein, dass wir im eigenen Stadion zweimal fast ein 2:2 bekommen”, kritisierte dennoch Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. “In K.o.-Spielen kannst du dir das nicht erlauben.”

Am Sonntag wird der 23. Bundesliga-Spieltag abgeschlossen. Drei Tage nach dem Ausscheiden

in der Europa League gegen den FC Sevilla empfängt zunächst Borussia Mönchengladbach Aufsteiger SC Paderborn. Anschließend stehen sich im Nordderby Werder Bremen und der VfL Wolfsburg gegenüber. Die “Wölfe” hatten am Donnerstag das Achtelfinale der Europa League erreicht. Dort treffen sie auf

Inter Mailand.

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Lammert: Imame sollen Deutsch sprechen

Imame sollen nach Auffassung von Bundestagspräsident Norbert Lammert hierzulande Deutsch sprechen. Er halte es für eine “Selbstverständlichkeit”, dass jemand, der in Deutschland tätig sei, auch Deutsch spreche, sagte der CDU-Politiker der Zeitung “Die Welt”.

Auch Priester, die aus dem Ausland kämen und keine perfekten Deutschkenntnisse mitbrächten, müssten “in der Regel die deutsche Sprache erlernen, um die ihnen übertragenen Aufgaben wahrnehmen zu können”.



Lammert zeigte Sympathie für das in Österreich verabschiedete Islam-Gesetz, das den Umgang mit Muslimen umfassend regelt und für Imame die Kenntnis der deutschen Sprache vorschreibt. Das sei “jedenfalls ein interessanter Versuch, Klärungen herbeizuführen”. Ob dies per Gesetz erfolgen müsse, sei eine andere Frage.

Vollverschleierung “kein dringliches Problem”

Lammert wandte sich zugleich gegen das von mehreren anderen CDU-Politikern verlangte Burka-Verbot. Er sehe da “kein dringliches Problem”. Die praktische Umsetzung eines solchen Verbots würde “vermutlich mehr Probleme schaffen als lösen”.

Lammerts Parteikollegin Julia Klöckner hat dagegen ihre Forderung bekräftigt, das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit zu untersagen. “Vollverschleierung ist kein Ausdruck religiöser, kultureller Vielfalt” – sie stehe für die Unterdrückung der Frauen, so Klöckner.




Julia Klöckner (Foto: SuccoMedia / Jan-Timo Schaube)

Julia Klöckner

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”, zum Islam gehörten auch extremistische Strömungen, die bereit seien, gegen Nicht- und Andersgläubige Gewalt einzusetzen, eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ablehnten sowie antisemitisch und schwulenfeindlich seien. “Muslime, die unsere Grundordnung eines aufgeklärten Landes teilen, gehören zu Deutschland – aber nicht fundamentalistisch-extremistische Ausprägungen des Islams.”

“Aufgeklärtes Verhältnis zwischen Staat und Religion

Auch Norbert Lammert wollte sich den Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-Präsident Christian Wulff (CDU), wonach der Islam zu Deutschland gehört, nicht uneingeschränkt zu eigen machen. “Der Islam gehört inzwischen zu den Religionen, die in Deutschland erhebliche Verbreitung finden”, sagte der Parlamentspräsident. “Und ich würde mir wünschen, man könnte von dieser großen Weltreligion sagen, dass sie ein ähnlich aufgeklärtes Verhältnis zwischen Politik und Glauben, Staat und Religion gefunden hat wie Christentum und Judentum. Diese beiden Religionsgemeinschaften sind für Geschichte und Kultur unseres Landes zweifellos prägend.”

jj/sti (dpa, afp, kna)

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Lebte lang und in Frieden: "Mr. Spock"


In der Serie “Star Trek” spielte er die Rolle seines Lebens: Leonard Nimoy überzeugte als der spitzohrige Halbvulkanier, der als Erster Offizier des Raumschiffs Enterprise nüchterne Analysen der Lage abgab – mit der unverkennbaren erhobenen Augenbraue. “Mr. Spock” wurde zur beliebtesten Figur der Serie.


Der Sohn jüdisch-orthodoxer, jiddisch sprechender Einwanderer aus der Ukraine begann seine Karriere als Kinderdarsteller in seiner Geburtsstadt Boston. Als erwachsener Darsteller bekam Nimoy seine erste kleine Rolle 1951 in dem Film “Queen for a Day”. Danach ging er aber zur Army, die er 1955 im Rang eines Sergeants verließ. Er kehrte wieder zur Schauspielerei zurück, bekam erst nur unbedeutende Rollen im Fernsehen und an verschiedenen Bühnen.


Die Sorge um den galaktischen Frieden


Dann kam die Rolle, für die ihn Star-Trek-Fans immer in Erinnerung behalten werden: Mr. Spock in der Science-Fiction-Serie “Star Trek”, die 1966 anlief. Von “Star Trek” – im deutschen TV “Raumschiff Enterprise” – wurden 79 Folgen produziert. Das Raumschiff kreuzte im Auftrag des Staatenbundes “United Federation of Planets” durch das All, um den galaktischen Frieden zu garantieren und unbekannte Gebiete des Universums zu erkunden. Die beiden Hauptpersonen Kapitän Kirk (dargestellt von William Shatner) und Spock personifizierten den ewigen Kampf von Emotion gegen Rationalität. Mangels guter Einschaltquoten wurde die Serie 1969 gestoppt, die Wiederholungen laufen aber bis heute in mehr als 100 Ländern. Auch Kinofilme hat es gegeben, bei denen Nimoy zum Teil als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig war. Weitere Serien mit anderen Besatzungen folgten.





Leonard Nimoy im Jahre 1991 zusammen mit Darstellerin Kim Cattrall, heute bekannt aus der Serie Sex and the City

Leonard Nimoy im Jahre 1991 zusammen mit Darstellerin Kim Cattrall, heute bekannt aus der Serie “Sex and the City”


Die 79 Ur-Episoden von “Star Trek” sind inzwischen Teil der US-Kulturgeschichte geworden. Im Nationalen Raumfahrtmuseum, dem “Smithsonian Institut” in Washington, steht ein Modell der “Enterprise” neben der Apollo-11-Kapsel und Lindberghs Atlantikflieger “Spirit of St. Louis”. Auf Bitten der “Star Trek”-Fans, so genannten Trekkies, wurde das erste US-Space-Shuttle auf den Namen “Enterprise” getauft.


“I am not Spock”


Mr. Spock blieb die Rolle seines Lebens. Auch, wenn Nimoy 1982 eine Emmy-Nominierung als bester Nebendarsteller in einer Golda-Meir-Biographie erhielt. Bereits während der “Star Trek”-Dreharbeiten brachte Nimoy 1967 seine erste Schallplatte auf den Markt: “Leonard Nimoy presents Mr. Spock’s Music from Outer Space”. Auch in den Folgejahren veröffentlichte er erfolgreich Musikalben, teils mit Star-Trek-Songs, teils mit Coverversionen aktueller Titel. 1977 schrieb er seine Autobiographie: “I am not Spock”. Der Titel besorgte die Fans, weil sie glaubten, Nimoy wolle sich von der Figur des Spock distanzieren. 1995 befriedigte er die Erwartungen der Fan-Gemeinde mit seiner zweiten Autobiographie mit dem Titel “I am Spock”.


Engagement für den irdischen Frieden





Leonard Nimoy

Leonard Nimoy war vielseitig

Nimoy befasste sich im Lauf der Jahre nicht nur mit dem “Star Trek”-Universum. Auch politisch war er engagiert. Im Nahost-Konflikt sprach er sich 2011 für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. In einem Offenen Brief verwies er unter anderem auf die “Star Trek”-Episode “Let That Be Your Last Battlefield” (deutsch: “Bele jagt Lokai”) von 1969. Darin bekämpfen sich ein schwarz-weißer Mutant vom Planeten Cheron und ein weiß-schwarzer Gegenspieler im Namen ihrer historischen Identität. Das fiktive Drama zeige, dass ein Mythos zur Falle werden könne. Ein Kompromiss müsse durch Landtausch zu “zwei Staaten für zwei Nationen” führen, hatte Nimoy gefordert. Zudem engagierte er sich in der jüdischen Gemeinde und veröffentlichte Gedichtbände. 2002 erschien sein Buch “Shekhina”, ein Fotoband, in dem er Frauenakte im Zusammenhang mit jüdischen Symbolen zeigte, was ihm heftige Kritik konservativer Kreise einbrachte. 2003 zog sich Nimoy von der Schauspielerei zurück.




Vulkanischer Abschiedsgruß tausender Fans


Die offizielle Star-Trek-Seite auf Facebook zählt rund 3,5 Millionen Likes. Über 2000 Kommentare wurden innerhalb von einem Tag nach Bekanntwerden seines Todes am 27.2.2015 auf der Seite gepostet. Die meisten Fans teilten ein Foto ihrer Hand, die den vulkanischen Gruß ausrichtet, der zum unverkennbaren Zeichen der Serie geworden ist. “Live long and prosper” (“Lebe lang und in Frieden”) heißt es in etlichen Kommentaren, Worte, die meist zusammen mit dem vulkanischen Gruß gesagt werden und zeigen soll, dass Nimoy als Mr. Spock in den Herzen der Fans weiterleben wird.


Nimoy starb im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, wie sein Agent mitteilte. Die Zeitung “New York Times” berichtete unter Berufung auf seine Ehefrau, die Todesursache sei eine Lungenerkrankung im Endstadium gewesen.


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Todesopfer unter Kreml-Oppositionellen

Der Politische Mord ist oft ein perfektes Verbrechen: Es gibt ein Opfer – doch keine sichtbaren Täter. Falls dennoch ein Mörder dingfest gemacht wird, dann jedenfalls keiner mit Verbindungen zur Staatsspitze. In anderen Fällen tritt der Tod unter mysteriösen Umständen ein: Ungewiss bleibt, ob es eine Beteiligung Dritter gab oder nicht. Alsbald laut werdenden Spekulationen über Auftraggeber oder Hintermänner steht regelmäßig ein entrüstetes Dementi der Mächtigen entgegen. Diesem Muster folgen auch die Morde an Kreml-Kritikern in Russland oder im Exil – und jene Fälle, in denen Gegner des “Systems Putin” auf ungeklärte Weise ums Leben kamen.

27. Februar 2015 – Boris Nemzow, russischer Oppositioneller und ehemaliger Vize-Regierungschef, wird in Moskau auf der Großen Steinernen Brücke nahe dem Kreml von Unbekannten hinterrücks erschossen. Wenige Tage später hätte er auf einer Großkundgebung gegen den Krieg in der Ukraine auftreten sollen.

23. März 2013 – Boris Beresowski, russischer Oligarch und Putin-Kritiker, wird erhängt im Bad seines Hauses in Großbritannien gefunden, wo er politisches Asyl beantragt hatte. Die offizielle Untersuchung lässt mangels Beweisen offen, ob es sich um Selbstmord oder Mord handelte.




Boris Beresowski (Foto: Reuters)

Boris Beresowski

15. Juli 2009 – Natalja Estemirowa, tschetschenische Aktivistin der Menschenrechtsorganisation Memorial und Freundin der 2006 ermordeten Journalistin Anna Politikowskaja, wird vor ihrem Haus in Grosny von Unbekannten verschleppt. Kurz darauf wird ihre Leiche in der Nachbarrepublik Inguschetien gefunden. Die Mörder werden nicht gefasst.

19. Januar 2009 – Stanislaw Markelow, russischer Menschenrechtler und Anwalt, wird nach Morddrohungen in Moskau auf offener Straße niedergeschossen. Bei dem Attentat kommt auch die Journalistin Anastasja Baburowa ums Leben. Der mutmaßliche Mörder, der die Tat später gesteht, behauptet, als Einzeltäter aus persönlichen Gründen gehandelt zu haben. Dennoch bleibt der Verdacht, dass es sich um einen Auftragsmord gehandelt haben könnte.

31. August 2008 – Magomed Jewlojew, russischer Journalist und Betreiber einer der meistbesuchten Websites mit Nachrichten über die Teilrepublik Inguschetien, stirbt an den Folgen eines Kopfschusses in Polizeigewahrsam. Offizielle Stellen sprechen von einem Unfall.




Alexander Litwinenko (Foto: AP)

Alexander Litwinenko

23. November 2006 – Alexander Litwinenko, Ex-KGB-Agent und FSB-Geheimdienstoffizier und späterer Putin-Kritiker, stirbt im politischen Asyl in London an den Folgen einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium-210. Nach Angaben britischer Ermittler wurde der Stoff seinem Tee beigegeben, den er wenige Wochen zuvor in einer Bar getrunken hatte. Ohne Erfolg verlangt Scotland Yard die Auslieferung mehrerer Tatverdächtiger.



7. Oktober 2006 – Anna Politkowskaja, russsische Reporterin und Menschenrechtsaktivistin, die über Korruption in der Regierungsspitze recherchierte, wird im Treppenhaus vor ihrer Wohnung in Moskau durch Schüsse getötet. Mehrere Verdächtige werden verhaftet, wieder freigelassen, angeklagt und freigesprochen. Der Oberste Gerichtshof hebt die Urteile auf, weshalb der Prozess neu aufgerollt wird. Mehrere Angeklagte, darunter ein russischer Polizeioffizier, werden als Tatbeteiligte verurteilt. Über etwaige Hintermänner wird nichts bekannt.

9. Juli 2004 – Paul Klebnikow, US-amerikanischer Journalist und Chefredakteur der russischen Ausgabe des Forbes-Magazins, wird vor dem Verlagsgebäude der Zeitschrift in Moskau erschossen. Mehrere Verdächtige werden angeklagt und zunächst freigesprochen. Als der Oberste Gerichtshof die Freisprüche kassiert, sind zwei der mutmaßlichen Täter nicht mehr aufzufinden.

jj/sti (dpa, afp, rtr, nyt, munzinger)

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