Месечни архиви: April 2015

Endspiel um Europa

Es ist das dritte Aufeinandertreffen der beiden Klubs in dieser Saison. Im Bundesliga-Hinspiel (1:0) als auch im DFB-Pokal-Viertelfinale (3:2 nach Verlängerung) setzte sich jeweils Borussia Dortmund gegen die TSG 1899 Hoffenheim durch. Wird auch diesmal der BVB als Sieger vom Platz gehen?

“Jetzt geht es in die heiße Phase, das wird ein entscheidendes Spiel um Europa”, meint TSG-Stürmer Sven Schipplock. Und sein Trainer Markus Gisdol, der unter der Woche seine Vertragsverlängerung bekannt gab, betont: “Wir haben das große Ziel, dieses Spiel zu gewinnen”. Ähnlich sieht es auch sein Gegenpart in Dortmund, Jürgen Klopp: “Diese Saisonphase ist keine Phase, in der man Kräfte schonen könnte. Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel.” Hoffenheim ist mit 42 Zählern derzeit Tabellensiebter mit einem Punkt Vorsprung aber dem schlechteren Torverhältnis als die Borussen. Platz fünf und sechs, die derzeit der FC Schalke 04 und der FC Augsburg mit jeweils 42 Punkten besetzten, qualifiziert für die Europa League.

Mehr Geld, größerer Anreiz



Europa League Logo (Foto: Ingo Wagner/dpa)

Die Europa League ist lukrativer geworden

Und die ist ab der kommenden Saison attraktiver für die Vereine. Bisher als “Armenhaus” oder von Franz Beckenbauer als “Cup der Verlierer” verspottet, ist die Europa League von der europäischen Fußball-Union (UEFA) aufgewertet worden. Zum einen erhält der Sieger dieses Wettbewerbs ab 2015 ein automatisches Startrecht in der Champions League für die folgende Saison. Zudem haben sich die Start- und Siegprämien um fast 64 Prozent erhöht: Statt wie bisher 232,5 Millionen Euro werden nun 381 Millionen Euro ausgeschüttet.

Für Dortmund ist es enorm wichtig – wenn schon nicht in der Königsklasse – weiterhin international zu spielen. Sonst wird es schwer, die
Stars der Mannschaft zu halten und ihnen das großzügige Gehalt zu garantieren. Und die Sponsoren erwarten, ihre Namen auch zukünftig international in den Medien zu sehen.

Über den Pokal in die Europa Leauge

Dortmund kann jedoch nach dem
überraschenden und sensationellen DFB-Pokaltriumph am Dienstag gegen den FC Bayern München noch über einen anderen Umweg in die Europa League gelangen. Da der Pokalsieger ein Startrecht in der Europa League sicher hat, muss ein Sieg im Finale am 30. Mai in Berlin her.



Dortmunder Spieler jubeln (Foto: REUTERS/Michael Dalder)

Nach dem Einzug ins Pokalfinale, wollen die Dortmunder auch in der Liga weiter nach oben klettern

Selbst bei einer Niederlage gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg im Pokal, erhöht sich die Chance für Dortmund, aber auch die der anderen Bundesligavereine, die in die Europa League wollen: Da nämlich schon feststeht, das der VfL unter die besten Vier der Tabelle kommt und damit in der Champions League spielt, geht das Ticket an den Siebtbesten der Liga, so dass dann drei deutsche Klubs in der Europa League spielen würden.

Europa-League-Teilnahme als Geschenk

Für Hoffenheim wäre es eine Premiere, international zu spielen. “In dem Spiel wird sich zeigen, wie weit wir sind”, motiviert Sven Schipplock sich und die Mannschaft. Trainer Markus Gisdol gibt sich dagegen vor dem Spiel gegen die Dortmunder bescheiden: “Es ist eine tolle Saison, wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Es ist toll, wenn wir fester Bestandteil der Bundesliga sind. Und es wäre ein Geschenk, wenn wir die Europa League erreichen.”

Für die Dortmunder bedeutet es eigentlich nur das Erreichen des Minimalziels, das vor der Saison ausgerufen wurde. Doch nach der desolaten Leistung in der Hinrunde, in der der BVB dreimal – zuletzt am 19. Spieltag – auf dem letzten Tabellenplatz standen, wäre es nun doch ein Erfolg. Und der Pokaltriumph wäre das Sahnehäubchen.

Schalke unter Druck



Bundesliga 14. Spieltag VfB Stuttgart vs FC Schalke 04 06.12.2014

Das Hinspiel in Stuttgart ging mit 4:0 klar an die Schalker

Am Samstag gibt es fünf weitere Partien, da am Freitag – der 1. Mai ist ein Feiertag – nicht gespielt wird. Der FC Schalke 04 hofft gegen den Tabellenletzten VfB Stuttgart auf den ersten Dreier nach zuletzt sechs sieglosen Spielen. Der VfL Wolfsburg ist gegen das abstiegsbedrohte Team von Hannover 96 klarer Favorit. Werder Bremen und Eintracht Frankfurt haben praktisch kaum mehr Hoffnung auf den internationalen Wettbewerb beziehungsweise müssen sich keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen.

Dagegen ist die Ansetzung SC Freiburg gegen SC Paderborn 07 ein direktes Abstiegsduell, der Tabellenvierzehnte gegen den Vorletzten. Zudem hofft der FC Augsburg gegen den 1. FC Köln noch auf Punkte, um sich für die Europa League zu qualifzieren. Und Bayer 04 Leverkusen kämpft gegen den neuen und alten Deutschen Meister Bayern München um Platz drei, der die direkte Champions-League-Qualifikation bedeutet. Das gilt auch für Borussia Mönchengladbach, das am Sonntag bei Hertha BSC in Berlin spielt . Zudem will sich der Hamburger SV mit einem Sieg auswärts beim FSV Mainz 05 vom Relegationsplatz verabschieden.

Alle Partien des 31. Spieltags können Sie in voller Länge in unserem DW-Liveticker mitverfolgen.

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Donovan: Unabhängige Untersuchung des Kindesmissbrauchs "absolut notwendig"

DW: Frau Donovan,
die Vergewaltigungen sollen in der Nähe von Flüchtlingslagern in der Zentralafrikanischen Republik in den Jahren 2013 und 2014 geschehen sein. Haben Sie bereits mehr Details über die Verbrechen, die an den Kindern begangen worden sein sollen?

Paula Donovan: Bisher wissen wir von etwa zehn bis zwölf Kindern, die den Vereinten Nationen (UN) bekannt sind, die von verschiedenen französischen Soldaten sexuell missbraucht worden sein sollen. Sechs der Kinder sind bereits befragt worden von den UN, von der Hilfsorganisation Unicef und der Kommission für Menschenrechte vor Ort. Die Interviews haben im Mai und im Juni 2014 stattgefunden. Die Kinder erzählten, dass sie für kleine Essensrationen oder Wasser von den Soldaten zum Oralverkehr gezwungen wurden. Die Soldaten haben individuell gehandelt oder auch im Team. Es scheint sich nicht um einen Ring von Pädophilen zu handeln, sondern eher um einzelne Soldaten, die wahllos Kinder missbrauchen, die sich in ganz unterschiedlichen Notlagen befinden. Die Kinder sind oft obdachlos, sie leben auf der Straße, einige haben ihre Eltern im Konflikt verloren, sie sind hungrig, verzweifelt.

Wenn wir von Vergewaltigungen in Konfliktgebieten hören, sind die Opfer meist Frauen und Mädchen. Die Betroffenen in diesem Fall sind offensichtlich viele Jungen.

Alle befragten Kinder sind Jungen. Und auch die Kinder, die sie in den Interviews erwähnen, sind alles Jungen.



Paula Donovan (Foto: Alexis MacDonald)

Paula Donovan

Der Whistleblower, ein UN-Mitarbeiter, wurde für die Weitergabe der Informationen an die französischen Behörden vom Dienst suspendiert. Was sagt uns das über die Bereitschaft der Vereinten Nationen, diesen Fall aufzuklären?

Ich verstehe nicht, warum die Aufmerksamkeit so sehr auf die Person gerichtet wird, die diese Informationen der französischen Staatsanwaltschaft übergeben hat. Ich habe nicht persönlich mit dem UN-Mitarbeiter gesprochen. Aber aus den Hinweisen, die ich habe, würde ich schließen, dass es sich weniger um einen Fall des Geheimnisverrats handelt. Ich glaube, hier ist eher ein Dokument weitergegeben worden, ohne den vorschriftsgemäßen Weg des Protokolls der UN einzuhalten.

Angesichts der schrecklichen Situation in der Zentralafrikanischen Republik, angesichts solch massiven Fehlverhaltens auf höchster Ebene der Vereinten Nationen und solch abscheulicher Vergehen an Kindern kann ich dieses einseitige Fokussieren auf diese Person nicht nachvollziehen. Das Dokument wäre früher oder später ohnehin bei den französischen Behörden gelandet. Ich sehe keinen logischen oder auch ethischen Sinn darin, die direkte Weitergabe an die französischen Behörden als ein so schwerwiegendes Fehlverhalten einzuschätzen im Vergleich zu diesen widerlichen Verbrechen, die dort geschehen sind.

Was sollte Ihrer Meinung nach jetzt geschehen?

Alle involvierten Institutionen sollten jetzt jegliche erforderlichen Mittel bereitstellen für eine strafrechtliche Untersuchung. Den betroffenen Kindern muss so schnell wie möglich geholfen werden. Mögliche weitere Opfer müssen gefunden werden. Alle müssen jetzt mobilisiert werden, das schließt die entsprechenden Abteilungen der Vereinten Nationen, aber auch ihre Mitgliedsstaaten mit ein.

Gleichzeitig ist der Umgang der UN mit solchen Delikten und die enorm hohe Zahl von Fällen sexueller Ausbeutung unter Angehörigen der Friedenstruppen sehr besorgniserregend. Nur selten scheinen solche Fälle ans Tageslicht zu kommen, es sei denn, die Medien berichten darüber.

Deshalb halte ich eine Untersuchung durch eine UN-unabhängige Kommission für absolut notwendig, die allen Hinweisen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs nachgeht, sowohl unter militärischen als auch zivilen UN-Kräften. Das muss die Hauptquartiere der UN miteinschließen und die Ebene des Managements und der Supervisor. Alle Mitgliedsstaaten der UN sollten sich jetzt für eine solche Untersuchung einsetzen.

Die US-Amerikanerin Paula Donovan ist Menschenrechtsaktivistin und Ko-Direktorin der Organisation AIDS-Free World. Ein Großteil ihrer Arbeit widmet Donovan der Gleichberechtigung von Frauen.

Das Interview führte Isaac Mugabi.

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Die Party geht weiter


Hilmar Zeissig steht am Hafen von Galveston, einige Kilometer südlich der Ölmeteropole Houston in Texas. Seit 1978 ist der Jurist aus Deutschland hier, als Geschäftsmann in Sachen Öl, als Berater, als Lobbyist. In Texas dreht sich viel ums Öl, und Zeissig glaubt: Das wird auch so bleiben.


In Deutschland wird die Energiewende beschworen, das Ende des Ölzeitalters. “Das wird nicht in dieser Generation passieren, auch nicht in der unserer Kinder, auch nicht in der unserer Enkelkinder”, sagt Zeissig dazu und zeigt einer Gruppe von Journalisten aus Deutschland zwei riesige Bohrplattformen, die gerade gewartet werden, hereingeschleppt aus dem nahen Golf von Mexiko.


Gerade erlebt Texas wieder einmal einen Boom in Sachen Öl und Gas. Die Hälfte aller Bohranlagen der USA steht hier, es gibt 150 000 produzierende Öl – und 100 00 produzierende Gasanlagen. Zum Vergleich. In Deutschland sind es gerade einmal 30.



 Hilmar Zeissig ACHTUNG SCHLECHTE QUALITÄT

Hilmar Zeissig erwartet das Ende des Ölzeitalters erst in sehr ferner Zukunft.


In Deutschland verpönt, in den USA ganz normal


Und der Boom hat einen Namen: Fracking. Bei dieser Fördermethode werden aus tiefen Schieferschichten Öl und Gas durch Wasser und Chemikalien unter hohen Druck gelöst und dann gefördert. So können Gesteinsschichten ausgebeutet werden, die lange unzugänglich waren, auf dem Land, auf dem Meer. Vor allem das horizontale Fracking hat eine Revolution ausgelöst: Erst wird in die Tiefe gebohrt, dann viele hundert Meter nach links und rechts.


In Deutschland ist das verpönt. Experten sprechen von Erdbebengefahren, von einer drohenden Verseuchung des Grundwassers durch den Chemiemix. Die Regierung in Berlin hat gerade ein Gesetz beschlossen, das so viele Auflagen für das Fracking vorsieht, dass es quasi verboten ist. Zeissig kann darüber nur den Kopf schütteln.


Das Fracking hat die Energiepolitik der USA grundlegend verändert. Die Importe sind in den letzten zehn Jahren um 32 Prozent gesunken, die aus Saudi-Arabien sogar um die Hälfte. Politiker und Industrielle in den USA träumen davon, dass sich das Land bald komplett allein mit Energie versorgen kann.




Alles eine Frage des Marktes


Aber zuletzt gab es Probleme. Wegen des vielen neuen Öls ist der weltweite Preis gesunken, um die Hälfte seit Mitte letzten Jahres. Dadurch sind schon wieder viele tausend der neuen Jobs verlorengegangen. Die OPEC mit Saudi-Arabien hat nicht wie in der Vergangenheit mit einer Drosselung der Ölmengen reagiert, um den Preis zu heben.


“Die Saudis haben nicht mehr die Macht wie früher, die sorgen sich jetzt vor allem im ihre Marktanteile”, sagt Jim Krane, der am James-Baker Institut der Rice-Universität von Houston zu Energiefragen forscht. “Wir sehen eine Veränderung des globalen Ölmarktes, hin zum Westen: Die USA, auch Venezuela und Mexiko werden ihre Produktion steigern.” Und was ist mit dem Klimaschutz? Müssen wir nicht weg vom Öl? Krane zuckt mit den Achseln. Alles eine Frage des Marktes.


Der Markt und seine Realität


In Texas sind Öl und Gas allgegenwärtig: Raffinerien, Bohrtürme, chemische Industrie. Nach Öl oder Gas zu suchen, liegt den Menschen hier in den Genen. Wer das macht, investiert erst einmal viele Millionen Dollar quasi auf Verdacht, bevor er Geld sieht. Viele scheitern, weil die Bohrung nicht ergiebig genug ist. Aber wer es schafft, verdient Geld, viel Geld.


Die Gefahren durch das Fracking werden durchaus gesehen, in einigen Kommunen gab es heftige Proteste, aber die Mehrheit lebt mit dem Öl. “Die Kinder spielen hier neben den Pipelines, sie wachsen damit auf, als Bedrohung wird das nicht empfunden”, sagt die bekannte Energiejournalistin Barbara Shook dazu.


Europa, vor allem Deutschland, mit seinen Sorgen um das Klima sind weit weg. Auf sechs Spuren wälzt sich der gigantische Autoverkehr auf zwei Highway-Ringen um die viertgrößte Metropole der USA, bald wird es einen dritten Ring gebe, weiter draußen rund um die Stadt. Einsam rattert währenddessen eine einzige Straßenbahnlinie durch die Innenstadt, die von den meisten Menschen hier belächelt wird.


Es gibt auch erneuerbare Energien in Texas, viele Windanlagen sogar. An der Dominanz der Öl-und Gasindustrie ändert das nichts. Und die Reserven am Schwarzen Gold sind eher größer geworden, weil die Methoden, es zu fördern, immer effektiver werden. Die Deutschen steigen währenddessen aus der Atomkraft aus und wollen Wind-und Sonnenstrom den Vorrang geben. “Das ist doch nur Politik, Ideologie, mit dem Markt und seiner Realität hat das nichts zu tun”, kommentiert das Hilmar Zeissig.


Bis auch in Texas das solare Zeitalter beginnt, werden noch viele Jahre vergehen

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Astro_Alex für Grimme Online Award nominiert


Alexander Gerst, deutscher Astronaut und Geophysiker, hat während seines Aufenthalts auf der internationalen Raumstation ISS zahlreiche beeindruckende Fotos der Erde geschossen. In den Facebook- und Twittermeldungen, die seine Fotos begleiteten, habe Gerst “mit sehr persönlichen und anrührend geschriebenen Worten immer wieder auf die Verletzlichkeit unseres Planeten hingewiesen”, sagte die Grimme Online Award-Jury in Köln. Darüber hinaus hätten durch seine Fotos und Texte “alle Nutzer an der Mission teilhaben und Raumfahrt besser verstehen” können.

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NS-Dokumentationszentrum in München feierlich eröffnet

Bei der Veranstaltung im Münchner Amerikahaus unweit des Dokumentationszentrums hob Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer die Bedeutung der Erinnerung für eine demokratische Gesellschaft hervor. “Freiheit und Demokratie brauchen Erinnerung”, sagte der CSU-Politiker. “Und aus unserer Erinnerung wächst ein kraftvolles ‘Nie wieder’”. Das Dokumentationszentrum am Königsplatz soll vor allem mit Fotografien, Filmen, Dokumenten und Texten die besondere Rolle Münchens für den Nationalsozialismus als “Hauptstadt der Bewegung” dokumentieren. Seehofer betonte, die Nationalsozialisten hätten “unsägliches Leid, Massenmord und Barbarei über die Menschen in ganz Europa” gebracht.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter erinnerte vor den Festgästen daran, dass München wie keine andere Stadt mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden sei. Das NS-Dokumentationszentrum werde “ein Lern- und Erinnerungsort” zur Geschichte des Nationalsozialismus in München sein, sagte der SPD-Politiker. München sei heute eine Stadt des friedlichen Miteinanders und der Vielfalt. Rechtsextremismus, Intoleranz und Antisemitismus hätten in München “nichts zu suchen”.


Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte es bei dem Festakt eine “immer währende moralische Verpflichtung”, die Verbrechen der Nationalsozialisten aufzuarbeiten und ihrer Opfer zu gedenken. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, und der Vorsitzende des Zentralrats deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erinnerten an den Völkermord der Nazis und riefen zur Wachsamkeit gegenüber rassistischen Tendenzen auf. Der Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums, Winfried Nerdinger, sagte, mit der Eröffnung des Hauses setze die Stadt München “ein eindeutiges Zeichen” der Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte.

Symbolischer Standort

Das Dokumentationszentrum wurde an der Stelle errichtet, an der das am Kriegsende zerstörte “Braune Haus” stand, die Parteizentrale von Adolf Hitlers NSDAP. Zum Norden hin steht der frühere Führerbau, heute Sitz der Musikhochschule; zum Süden hin der frühere Verwaltungsbau der Partei. Gegenüber am Königsplatz ließ Hitler sich in Aufmärschen feiern.

In dem ganz in Weiß gehaltenen, weit sichtbaren Kubus werden jährlich bis zu 250.000 Besucher erwartet. Das Haus öffnet am Freitag seine Türen für die Öffentlichkeit. Die Baukosten in Höhe von 28,2 Millionen Euro haben der Bund, der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München zu je einem Drittel getragen. Der Entwurf für den Neubau stammt von den Berliner Architekten Bettina Georg, Tobias Scheel und Simon Wetzel.

Die rund 1000 Quadratmeter große Ausstellung verteilt sich auf vier Stockwerke und ist von oben nach unten aufgebaut. Im vierten Stock beginnt die Geschichte mit dem Ersten Weltkrieg, den Gründen für das bald auf das Kriegsende folgende Entstehen der NSDAP und deren Aufstieg. In den unteren Stockwerken erhalten die Besucher Informationen über die Gesellschaft im nationalsozialistischen München, über Verbrechen von Münchnern im Zweiten Weltkrieg und die Folgen des Vernichtungskriegs über die Stadt hinaus.



Eine Besucherin schaut sich die Ausstellung im neuen Dokumentationszentrum in München an (Foto: AFP)

Eine Besucherin schaut sich die Ausstellung im neuen Dokumentationszentrum in München an

Neonazi-Mini-Kundgebung

Während der Eröffnung protestierten nach Angaben der Polizei zehn Rechtsextreme unweit des Amerikahauses gegen das NS-Dokumentationszentrum. Zugleich versammelten sich dort bis zu 150 lautstarke Gegendemonstranten. Zuvor war die Stadt München mit dem Versuch gescheitert, die Demonstration der Rechtsextremisten mit juristischen Mitteln zu verhindern. Der Initiator der Kundgebung, ein Neonazi der Gruppe “Die Rechte”, setzte sich in zweiter Instanz vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof durch.

kle/sti (afp, epd, dpa)

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Argentinien entschädigt Opfer von 1994

Argentiniens Parlament hat Entschädigungszahlungen für den Anschlag auf das Gebäude des jüdischen Hilfswerks Amia beschlossen. Die Angehörigen der getöteten Anschlagsopfer und die bei dem Attentat von 1994 verletzten Personen sollen eine einmalige Summe erhalten, wie argentinische Medien berichteten. Die Entscheidung des Kongresses fiel einstimmig. Der Senat hatte sich bereits zuvor für den Vorstoß ausgesprochen. Bei der Explosion am 18. Juli 1994 in der Hauptstadt Buenos Aires wurden 85 Menschen getötet und 300 verletzt.

Mit Zahlungen für die Opfer der Militärdiktatur vergleichbar

Entschädigt würden jedoch nur diejenigen, die damals als besonders schwer oder schwer verletzt galten, hieß es in einem Bericht der Tageszeitung “Página/12″. Die Angehörigen der Getöteten sollen umgerechnet etwa 150.000 Euro (1,5 Millionen argentinische Peso) erhalten. Verletzte bekommen weniger. Das entspreche in etwa der Entschädigung für die Opfer der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983.



Das zerstöre Gebäude des jüdischen Hilfswerks Amia in Buenos Aires am 18. Juli 1994 (Foto: AFP/Getty Images/A. Burafi)

Bei dem Anschlag auf das Gebäude des jüdischen Hilfswerks Amia wurden 85 Menschen getötet und 300 verletzt

Um eine Entschädigung für die Amia-Opfer wurde Jahre gerungen. Einen ersten Vorstoß gab es 2007, nachdem der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden hatte, dass der argentinische Staat eine Mitschuld an dem Anschlag trägt. Das Attentat löste die größte Ermittlungsaktion der argentinischen Justizgeschichte aus, die jedoch von Pannen und Personalwechseln überschattet wurde. Bis heute wurde niemand zur Rechenschaft gezogen.

Der Iran wird verantwortlich gemacht



Der im Januar erschossene Staatsanwalt Alberto Nisman (Foto: REUTERS/Marcos Brindicci/Files)

Der im Januar erschossene Staatsanwalt Alberto Nisman

Argentiniens Justiz macht den Iran für den Anschlag verantwortlich. Präsidentin Cristina Kirchner war in diesem Zusammenhang erst kürzlich einem Verfahren wegen Strafvereitelung entgangen. Dabei ging es um die mutmaßliche Vertuschung der Hintergründe des Anschlags auf Amia. Der für den Fall zuständige Staatsanwalt Alberto Nisman hatte den Iran für das Attentat verantwortlich gemacht. Mitte Januar wurde Nismans Leiche mit einer Schusswunde in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden – wenige Stunden vor einer geplanten brisanten Anhörung im Parlament. In dieser wollte er Kirchner vorwerfen, seine Ermittlungen zu behindern, um die Beziehungen zum Iran nicht zu belasten und iranische Politiker vor Strafverfolgung zu schützen.

Der Bombenanschlag, bei dem auch rund 400 Gebäude und Geschäfte beschädigt oder zerstört wurden, war der bisher schlimmste Terrorakt in Argentinien. In dem südamerikanischen Land leben etwa 150.000 Juden. Die jüdische Gemeinde in Buenos Aires gilt nach der in New York als zweitgrößte außerhalb Israels.

sti/kle (afp, dpa)

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Chinesen und Russen planen Militärmanöver im Mittelmeer

Das Manöver ist für Mitte Mai geplant und es soll scharfe Munition dabei zum Einsatz kommen, wie ein chinesischer Militärsprecher in Peking ankündigte. Zugleich versicherte er, “dass dieses gemeinsame Manöver nicht gegen eine dritte Partei gerichtet ist und nicht im Zusammenhang steht mit der regionalen Sicherheit”.

Es ist das erste Mittelmeer-Manöver der beiden Länder, deren Beziehungen in jüngster Zeit immer enger geworden sind. Laut den Angaben aus Peking sollen neun Schiffe an der Übung beteiligt sein, von denen drei aus China kommen.

Einsatz in fernen Gewässern proben

Diese befinden sich zur Zeit vor der Küste von Somalia, wo sie am internationalen Kampf gegen Piraterie am Horn von Afrika beteiligt sind. Nach den Worten des Militärsprechers wollen Chinesen und Russen im Mittelmeer den Marineeinsatz in “fernen Gewässern” proben.

Die Volksrepublik liegt besonders im Ost- und im Südchinesischen Meer im Streit mit mehreren Nachbarländern um rohstoffreiche Meeresgebiete. Vor allem die Beziehungen zu Japan haben sich wegen des Streits zwischen Peking und Tokio um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer seit 2012 dramatisch verschlechtert.

Xi demonstriert Schulterschluss mit Moskau

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat die japanische Regierung ihre Militärzusammenarbeit mit den USA verstärkt und neue Verteidigungsrichtlinien mit Washington vereinbart. Ein Schritt, der in Peking mit größtem Argwohn zur Kenntnis genommen wurde.

Angesichts der Wirtschaftssanktionen, die der Westen im Ukrainekonflikt verhängt hat, hat Russland mit China einen willigen Verbündeten gefunden, der großes Interesse an russischen Bodenschätzen hat. Zum Zeichen der Unterstützung will der chinesische Präsident Xi Jinping am 9. Mai nach Moskau reisen und an den Feiern zum 70. Jahrestag des Siegs über Hitlerdeutschland teilnehmen, während die meisten westlichen Regierungschefs fernbleiben wollen.

uh/kle (afp,ap)

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Messengers Merkur-Mission zu Ende

Messenger war die erste Raumsonde, die den Merkur aus einer Umlaufbahn erkundete. Selbst das gewaltsame Ende ihrer Mission soll noch für neues Wissen sorgen. Mit enormer Wucht soll sie auf die Merkur-Oberfläche krachen. Schnell genug, dass sie einen rund 16 Meter großen Krater hinterlässt.

Bei dem Einschlag wird frisches Material aus tieferen Schichten an die Oberfläche befördert. Das könnte neue Informationen liefern über die Beschaffenheit des Merkur. Etwa wie sich dessen Oberfläche durch das sogenannte Space Weatherring verändert, verursacht durch Sonnenteilchen und herabrieselnde Mikro-Meteoriten,

Merkur widersetzt sich der Erkundung

Der kleinste Gesteinsplanet unseres Sonnen-Systems gibt seine Geheimnisse nur widerwillig preis. Von der Erde aus lässt er sich schwer erforschen. Wegen seiner Nähe zur Sonne ist er nur für kurze Zeit über dem Horizont zu sehen: in der Abend- und Morgendämmerung.

Himmelsaugen wie das Hubble-Weltraum-Teleskop können nicht auf den Merkur gerichtet werden. Das helle Sonnenlicht würde sie blind machen. Deshalb wussten Planeten-Forscher und Astronomen lange Zeit nur wenig über die ferne Welt aus Feuer und Eis.

Erste Schleier werden gelüftet

Das änderte sich, als die erste Raumsonde 1974 den Merkur erreichte. Dreimal konnte Mariner 10 den innersten Planeten während kurzer Vorbeiflüge ins Visier nehmen.

Die Raumsonde fotografierte rund 45 Prozent der Merkur-Oberfläche, untersuchte Magnetfeld und Atmosphäre und auch die chemische Zusammensetzung des Gesteins. Ihre Aufnahmen zeigen eine Welt, die an den Erdmond erinnert: eine alte, tektonisch wohl schon lange inaktive Oberfläche, übersät von Kratern mit bis zu 1300 Kilometern Durchmesser.

Die Ergebnisse der Mariner 10-Mission warfen viele Fragen auf. So entdeckte die Raumsonde ein globales Magnetfeld beim Merkur. Stammt es von Vorgängen im Planeteninneren wie bei der Erde oder wird es durch magnetisierte, eisenhaltige Gesteine an der Merkur-Oberfläche erzeugt? Wie ist die noch unbekannte Seite des Planeten beschaffen? Und wie wirkt sich das heftige Bombardement von geladenen Sonnenpartikeln auf Oberfläche und Atmosphäre aus, die beim Merkur extrem dünn ist?



Unser Sonnensystem mit seinen acht Planeten

Merkur ist der sonnennächste Planet in unserem Sonnensystem aber immer noch 58 Millionen Kiloeter weit von der Sonne entfernt.

Welt aus Feuer und Eis

Lange mussten die Forscher auf die Antworten warten. Drei Jahrzehnte lang hatte sich keine Raumsonde mehr zum Merkur gewagt. Denn dort herrschen – gelinde gesagt – äußerst unwirtliche Bedingungen. Ein Satellit muss intensive Sonnenstrahlung aushalten, mehr als zehn Mal so stark wie auf der Erde.

Dazu kommen extreme Temperaturunterschiede. Die Tagseite des Merkur wird bis zu 430 Grad Celsius heiß, während im Schatten bis zu minus 170 Grad Kälte herrschen. Nur einige der Herausforderungen, die Techniker und Ingenieure bei einer Merkur-Mission meistern müssen.

Ein neues Kapitel der Merkur-Forschung beginnt

Im August 2004 startete die amerikanische Raumsonde Messenger zu der höllischen Welt aus Feuer und Eis. Mehr als sechseinhalb Jahre dauerte ihre Reise. Um in einen Orbit um den Merkur einzuschwenken musste Messenger mehr Planeten-Swing-By-Manöver ausführen als jede andere Raumsonde zuvor. Insgesamt sechsmal flog sie an Erde, Venus und Merkur vorbei. Bis sich Messengers Flugbahn und Geschwindigkeit so verändert hatten, dass sich die Raumsonde von Merkurs Schwerkraft in eine Umlaufbahn ziehen ließ.

All den widrigen Umständen zum Trotz erkundete die Raumsonde den Merkur viermal länger als geplant. Dank ihrer Zählebigkeit hat sie den Forschern eine reiche Ausbeute an Daten beschert. Zum ersten Mal hat sie die gesamte Merkur-Oberfläche kartiert und das Bild des Planeten verändert.

Das neue Bild vom Merkur

So schrumpfte der Merkur in den vergangenen vier Milliarden Jahren mehr als doppelt so stark als bisher bekannt. Das hat die Analyse gebogener, kliffartiger Steilwände, die sich über dessen Oberfläche ziehen, gezeigt.

Am Südpol detektierte Messenger gefrorenes Wasser – Eis in großen Mengen, abgelagert in Kratern, die ewig im Schatten liegen, verborgen unter einer dicken dunklen Schicht, die angereichert ist mit organischen Molekülen.

Forscher vermuten: Das Wasser gelangte durch Einschläge von Kometen und Asteroiden auf den Merkur. In den eisigen Kratern, die wie Kältefallen wirken, hat es überdauert. Mit diesen Funden lässt sich vielleicht sogar klären, wie Elemente für Leben vor Urzeiten auf die Erde gelangt sind.

Äußerlich ähnelt der Merkur dem Mond, im Inneren jedoch erinnert er mehr an die Erde. Wie diese hat auch der Merkur einen Eisenkern, nur größer im Verhältnis zum Durchmesser. Der wohl noch teilweise flüssige Merkur-Kern erzeugt ein globales Dipol-Magnetfeld. Es ähnelt dem unserer Erde, ist aber viel schwächer.

Messengers Daten zur chemischen Zusammensetzung des Merkur liefern den Forschern außerdem wichtige Anhaltspunkte, wie sie ihre Modelle zur Entwicklung terrestrischer Planeten überprüfen können. Das wird ihnen helfen, auch die Frühzeit der Erde besser zu verstehen.

Der Schatz ist aber noch lange nicht gehoben. Die Auswertung der Messenger-Mission wird die Forscher noch Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte beschäftigen.

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Neue Hoffnung inmitten von Trümmern

“Ich wusch gerade die Wäsche. Die Kinder sahen fern. Es war ein ganz normaler Samstag – bis zu diesem schrecklichen Erdbeben. Ich dachte erst, mir sei schwindelig, weil mir davor etwas unwohl gewesen war. Dann hörte ich meinen Mann und die Kinder schreien. Als wir aus dem Haus liefen, hatte das schon einige Risse”, erzählt die 40-jährige Dhan Gautam, Mutter von vier Kindern. Alle Häuser der Umgebung stürzten ein.

Janak Singh, ihr früherer Nachbar, stand vor noch größeren Herausforderungen. Seine einzige Tochter Sonu Thapa war hochschwanger und konnte nicht einmal gehen, geschweige denn laufen, um sich in Sicherheit zu bringen. Nachbarn halfen, Sonu zu retten und sie sofort ins Krankenhaus zu bringen. In der Klinik, die mit Tausenden von verletzten Erdbebenopfern überfüllt war, brachte sie in einem provisorisch hergerichteten Kreißsaal eine Tochter zur Welt. Sonu brachte das Baby anschließend “nach Hause”, zum Zelt ihres Vaters in einem Auffanglager.



Stumpf eines Turms
Foto: DW/A.Singh Choudary

Vom Dharahara-Turm in Kathmandu ist nur noch ein Stumpf übriggeblieben

“Wir dachten, die Zukunft sei sicher”

Rund eine Woche nach dem schwersten Erdbeben in Nepal seit 81 Jahren sind die Menschen immer noch damit beschäftigt, das Ausmaß der Schäden zu ergründen, die materiellen wie die immateriellen.

“Wir haben aufgegeben. Was können wir schon tun außer unser Leben zu retten? Selbst das haben wir nicht im Griff. Vor der Natur sind wir hilflos. Vor einer Woche hatten wir ein Haus und eine Existenz. Wir hatten Freunde und Familien. Wir hatten Ersparnisse und das trügerische Gefühl, die Zukunft sei sicher. Ein Augenblick genügte, und alles hat sich verändert”, murmelt Vikas Sharma, bevor er mich abweist: “Ich will nichts mehr sagen. Es gibt nichts zu sagen.”

Vikas stand vor seinem Laden in Kathmandu, als der berühmte, mehr als 60 Meter hohe Dharahara-Turm erst wankte und dann einstürzte. Am Tag des Erdbebens hatten mehr als 150 Menschen Eintrittskarten für die Besteigung des Turms gekauft, um den Ausblick auf das Kathmandu-Tal zu genießen. Nur 50 von ihnen kamen lebend wieder heraus. Der Turm begrub auch einige der Läden und Wohnhäuser in seiner Umgebung unter sich. Vikas traf es nicht, auch nicht seinen Laden. Aber das Trauma und die emotionale Last wiegen schwer.

Zerstörte Gebäude, zerstörtes Leben

Dameer, Neta Rai und Usha Pokhra sind Studenten aus dem Bezirk Lalitpur im Kathmandu-Tal. Die drei Freunde haben sich freiwillig zur Verstärkung der Räumtrupps gemeldet, die den Schutt um den Patan Darbar Square in Lalitpur beseitigen. Um den Platz aus dem dritten Jahrhundert herum standen Tempel in vielen verschiedenen Baustilen, er galt als bestes Beispiel für Steinarchitektur in Nepal. Selbst Tage nach dem Erdbeben suchen Bergungsmannschaften mit Spürhunden noch nach Überlebenden in den Trümmern.

Bhaktapur, eine weitere alte Stadt bei Kathmandu, ist schwer verwüstet. Die historischen Ziegelbauten, für die die Stadt berühmt war, haben sich in Schutt verwandelt. Einige der Tempel jedoch sind auf wundersame Weise heil geblieben.

Bhaktapur lag nur rund 50 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Die zerstörten Dörfer weiter oben in den Bergen bleiben weitgehend unzugänglich, Überlebende können nur mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Wie groß das Ausmaß der Zerstörungen dort ist, kann man nur vermuten.



Bergungstrupps inmitten von Trümmern
Foto: DW/A.Singh Choudary

Bergungstrupps am Patan Darbar Square in Lalitpur

Noch einmal davongekommen

Bhaktapur lebte zu 65 Prozent vom Fremdenverkehr. “Jetzt, wo die ganze Stadt zerstört ist und wir keine berühmten historischen Bauten mehr haben, wissen wir gar nicht, wie es weitergehen soll. Es wird Jahre, wahrscheinlich eine ganze Generation dauern, bis die Wunden verheilt sind”, sagt Robin Raya, der als Koch in einem der Restaurants gearbeitet hat. Er hat sowohl sein Haus als auch seinen Arbeitsplatz verloren. Sein einziger Trost ist, dass er sich unverletzt ins Freie retten konnte. Sein Nachbar dagegen wurde verschüttet. Einen Tag später konnte nur noch seine Leiche geborgen werden.

“Wir können froh sein, dass wir mit dem Leben davongekommen sind. Wenn Gott uns das Leben geschenkt hat, wird er uns auch einen Ausweg weisen”, zeigt sich Rayas Freund Madhu Sharma zuversichtlicher.

Im Auffanglager in Kathmandu hat unterdessen Sonu beschlossen, ihre Tochter Devi zu nennen, Göttin, die, so sagt Sonu, sie und ihre Familie gerettet habe. Die kleine Devi liegt friedlich auf dem Schoß ihrer Mutter und scheint den Zerstörungen um sie herum keine Beachtung zu schenken. Sie hat ihrer Familie und anderen Menschen um sie herum neuen Grund zum Lächeln gegeben.

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BND-Affäre: Warten auf Antworten


Es ist ein angespanntes Warten auf Antworten, das die Geheimdienst- und Innenpolitiker des Bundestages in diesen Tagen umtreibt. Es sind Wortmeldungen zu hören, die zwischen Sorge und Empörung angesiedelt sind. Die Parlamentarier wissen nicht mehr so richtig, woran sie sind mit den Geheimdiensten und der Bundesregierung. Was ist genau vorgefallen und wer wusste davon. Seit kurzem gibt es Hinweise von deutschen Medien darauf, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) der US-Agentur NSA geholfen haben könnte, deutsche und französische Unternehmen sowie Politiker in Brüssel und Paris auszuspionieren. Und es sieht für viele so aus, als ob man im Bundeskanzleramt schon länger darüber Bescheid weiß. Es scheint etwas aus dem Ruder gelaufen zu sein, denn eigentlich sollten es die Parlamentarier sein, die die Geheimdienste unter Kontrolle haben.


Der Streit dreht sich derzeit besonders um eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion Mitte April. Darin beteuert das Innenministerium, dass es keine Erkenntnisse zu angeblicher Wirtschaftsspionage durch die NSA oder andere Staaten habe. Das wird aber durch die jüngsten Enthüllungen in deutschen Medien in Zweifel gezogen. Die Opposition im Bundestag geht inzwischen davon aus, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) den USA bei ihren Ausforschungen geholfen haben könnte. Die Bundesregierung spricht inzwischen davon, dass die Angaben den korrekten Stand von damals wiedergeben, ob sie aktuell noch zutreffen, soll geprüft werden. “Ich glaube nichts mehr”, kommentierte das Hans-Christian Ströbele von den Grünen in der “Saarbrücker Zeitung”.


Im Sog der BND-Aktivitäten


Es steht viel auf dem Spiel in der Geheimdienst-Affäre – national und international. Es ist ein ziemlich prominenter Kreis von Politikern und Ex-Politikern, der von der BND-Affäre betroffen ist. So sollten die ehemaligen Kanzleramtsminister über die Aktivitäten des BND Bescheid gewusst haben: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der während der Schröder-Regierung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die Zusammenarbeit mit der NSA organisiert hat, Innenminister Thomas de Maizière, in dessen Amtszeit die EADS/Eurocopter-Ausspähung fällt und Bahn-Lobbyist Ronald Pofalla (CDU), der die ganze NSA-Affäre 2013 zu den Akten legen wollte. Natürlich trifft es auch den aktuellen Geheimdienst-Koordinator der Kanzlerin, Peter Altmaier. Der muss jetzt mit der verfahrenen Situation fertig werden.




Thomas de Maiziere (CDU)
Foto: dpa

Thomas de Maizière 2008: Als Kanzleramtsminister war er für die Geheimdienstkoordination zuständig

Stark in der Kritik steht vor allem de Maizière. “Er ist als Innenminister völlig untragbar”, sagte Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht der “Saarbrücker Zeitung”. Die Grünen-Fraktion im Bundestag nennt die Vorwürfe, die nun im Raum stehen, “ungeheuerlich”. Von Rücktrittsforderungen in Richtung Innenminister hält der Grünen-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Konstantin von Notz, im Augenblick allerdings nicht viel. “Ich finde solche Personaldiskussionen derzeit unerquicklich, das lenkt nur ab”, sagte Notz weiter im Deutschlandfunk. “Nur wenn wir die parlamentarische Kontrolle verbessern, kann so etwas nicht wieder passieren”, ist Notz überzeugt. Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir warnte davor, letztlich nur nachgeordnete Positionen beim BND und im Kanzleramt zur Verantwortung zu ziehen. Das sei das übliche Spiel der Bundeskanzlerin, so Özdemir zur Deutschen Welle. “Am Ende muss man schauen, wer wofür Verantwortung trägt, und der oder die muss dann bitteschön auch den Hut nehmen!”


Auch aus dem Regierungslager kommen Forderungen nach umfassender Aufklärung. Der SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, forderte das Kanzleramt im ZDF auf, “alle Fakten auf den Tisch zu legen”. Antworten erhoffen sich alle am kommenden Mittwoch von Innenminister de Maizière. Dieser wird dann vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium sprechen, einem Geheimgremium, das speziell für die Kontrolle der Geheimdienste eingerichtet worden ist.




Elysee Palast in Paris
Foto: IP3

Auch die französischen Freunde im Elysee-Palast sollen belauscht worden sein


Merkels Bummerang-Spruch vom “geht gar nicht”


Wenig zu hören in der Affäre gibt es bislang von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin ist letztlich verantwortlich für das, was im Kanzleramt passiert. Hat sie etwas gewusst? Hätte sie nicht Bescheid wissen müssen? Ihre Glaubwürdigkeit und ihr Moralverständnis würden – bestätigt sich der Verdacht, dass man im Kanzleramt von der Spitzelhilfe wusste – in zweifelhaftes Licht gerückt. Es deutet sich an, dass das auch die Beziehungen zu Frankreich belasten könnte. Der berühmte Satz der Kanzlerin, “spionieren unter Freunden geht gar nicht”, wird in diesen Tagen auch mit einiger Süffisanz von der französischen Tageszeitung “Le Monde” zitiert. Ein Sprecher der französischen Regierung erklärte lediglich in diplomatischen Worten, dass man im engen Kontakt mit den deutschen Partnern sei, die sich jetzt um die Aufklärung der Vorwürfe kümmerten.




Rolf Mützenich
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SPD-Politiker Rolf Mützenich macht sich über die internationalen Folgen der BND-Affäre Gedanken

Rolf Mützenich, Vizechef der SPD-Fraktion im Bundestag macht sich dennoch Sorgen. “Sollte sich herausstellen, dass Partner gezielt, allein aus Gründen wirtschaftlicher Interessen und des Informationsvorsprungs ausspioniert wurden, wird dies zu Belastungen im bilateralen, aber auch im innereuropäischen Verhältnis führen“, warnt der Sozialdemokrat im “Kölner Stadtanzeiger”. Damit steht nach Ansicht des Sozialdemokraten viel auf dem Spiel. “Vertrauen im deutsch-französischen Verhältnis ist existenziell für die europäische Integration.”


Und dann ist auch noch die deutsche Wirtschaft verunsichert und fragt sich, woran sie bei der Bundesregierung eigentlich ist. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hat sich deswegen öffentlich an die Bundesregierung gewendet. Die solle “die Vorwürfe zügig und lückenlos aufzuklären – ohne Kompromiss”, lässt sich Grillo auf der BDI-Website zitieren. Der Verbandschef würde gerne wissen, welche Daten nun in den Händen der US-Spionagedienste sind. Das Verhältnis zwischen Staat und Industrie sei erheblich belastet, klagt Grillo. Das könne Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben.

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