Месечни архиви: July 2015

Guardiola vor Supercup unter Druck

Es ist der Startschuss zur neuen Bundesliga-Saison. Im Supercup (Samstag, 20:30 MESZ) treffen der amtierende Deutsche Meister Bayern München und Pokalsieger Wolfsburg aufeinander. Für Münchens Trainer Pep Guardiola geht es ums Prestige. Die letzten beiden Endspiele um den ersten Titel der neuen Spielzeit hat der Spanier verloren. Nach den beiden Supercup-Pleiten gegen Dortmund 2013 und 2014 wäre eine dritte Schlappe ein schwarzer Fleck in seiner Vita. Entsprechend ernst nimmt der 44-Jährige das Duell mit dem VfL. “Für mich ist das ein großer Titel, und Wolfsburg ist ein großer Gegner”, sagte Guardiola. “Es ist ein Nachteil, dass wir in Wolfsburg spielen.” Auch für Wolfsburgs Manager Klaus Allofs ist der Supercup mehr als nur eine Standortbestimmung. “Dieser Pokal fehlt uns noch. Es wäre schön, wenn wir die Vitrine auffüllen könnten.”

Einsatz von De Bruyne fraglich



Einsatz fraglich: Wolfsburgs Superstar Kevin De Bruyne hat Rückenprobleme. (Foto: Firo)

Einsatz fraglich: Superstar De Bruyne hat Rückenprobleme

Beide Teams sind mit außergewöhnlichen Spielern gespickt, doch der Einsatz ihrer Superstars im Supercup ist fraglich. Bei Pokalsieger Wolfsburg könnte Kevin De Bruyne ausfallen. Der frisch gekürte Fußballer des Jahres, dessen Zukunft beim VfL trotz eines Vertrages bis 2019 unklar ist, leidet an Rückenproblemen. Er absolvierte aber am Freitag das Abschlusstraining in Wolfsburg, was die Chancen auf einen Einsatz erhöhte. “Ich wünsche mir, dass De Bruyne dabei ist”, gab der Bayern-Coach zu. In seinem Team ist der Fokus auf
Millionen-Einkauf Arturo Vidal gerichtet. Ob es aber zu seinem Debüt im Bayern-Trikot kommt, ließ Guardiola noch offen. “Wir haben einen guten Spieler mit einer großen Erfahrung und großen Qualität bekommen. Er wird uns helfen mit seinem Charakter und seiner Persönlichkeit. Aber wir können nicht nur mit Vidal gewinnen”, erklärte der Trainer.

“Immer ein Weg, Bayern zu schlagen”

Nicht zuletzt wegen des beeindruckenden 4:1-Sieges in der vergangenen Sai son blicken die Verantwortlichen der Wolfsburger positiv auf das kommende Duell mit dem Rekordmeister. Eine Wiederholung ist aber kein Automatismus, zumal Leistungsträger wie der Ex-Münchner Luiz Gustavo wegen Trainingsrückstand noch pausieren. “Es ist noch Vorbereitung”, betonte VfL-Trainer Dieter Hecking und fügte hinzu: “Es werden vielleicht nicht alle spielen, die auch am ersten Bundesliga-Spieltag dabei sind.” Dennoch sieht der Coach Chancen für sein Team. “Es gibt immer einen Weg, Bayern München zu schlagen. Dazu benötigen wir die notwendige Frische”, sagte er.

Letzte Chance für Guardiola?



FC Bayern München Robert Lewandowski

Siegessicher: Robert Lewandowski

Auch bei den Münchnern fehlen namhafte Stars. Weil die Verteidiger Holger Badstuber, Dante, Javi Martínez und Jan Kirchhoff verletzt sind, stellt sich die Defensivformation quasi von selbst auf. Im Mittelfeld hat Trainer Guardiola dagegen ein Überangebot, und im Angriff dürften Thomas Müller, Robert Lewandowski und Neuzugang Douglas Costa erste Wahl sein. “Wir möchten mit einem Titel in die neue Saison starten”, sagte Torjäger Lewandowski.

Das ist den Münchnern bereits viermal gelungen. Für Guardiola könnte es die letzte Chance auf den deutschen Supercup sein. Noch immer ist seine Zukunft ungeklärt, doch am Freitag wies der 44-Jährige immerhin Spekulationen, wonach er den Rekordmeister 2016 sicher verlassen wird, vehement zurück: “Ich sage es zum ersten und letzten Mal: Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich habe kein Angebot von einem anderen Verein der Welt.”

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Glyphosat verursacht wahrscheinlich Krebs

Mit Spannung wurde die Veröffentlichung der Monografie über das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat erwartet. Für Verbraucher, Bauern, Hersteller und Politik hängt von der wissenschaftlichen Bewertung der UN-Krebsforschungsagentur einiges ab. Es geht um die Gesundheit, die industrielle Produktionsweise in der Landwirtschaft und Milliardenumsätze für Pestizid-Hersteller wie Monsanto, Syngenta und Dow Agrosience.

Heikel ist die
Monographie auch, weil in Europa und den USA in den nächsten Monaten die Zulassungen für Glyphosat auslaufen und die Politik über eine weitere Zulassung des Pestizids entscheiden muss. Das weltweit meisten verkaufte Ackergift tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz des Herbizids überlebt.



Stillende Mutter mit Baby
(Foto: fotolia)

Zwischen 0,2 und 0,4 Nanogramm Glyphosat pro Milliliter in Muttermilch. Der Grenzwert im Trinkwasser liegt bei 0,1

In Deutschland kommt Glyphosat Schätzungen zufolge auf 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen zur Anwendung und wird zudem auch auf Bahngleisen, in Parkanlagen und Gärten eingesetzt. Seit Jahren steht es unter Verdacht beim Menschen Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen. Vor einem Monat stellte eine Stichprobenuntersuchung in Deutschland fest, dass
Muttermilch bedenkliche Rückstände von Glyphosat enthält.

Weitere Zulassung wird überprüft

Eine entscheidende Rolle beim zukünftigen Umgang mit dem Unkrautvernichtungsmittel kommt dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu. Ende 2015 läuft die Zulassung von Glyphosat in der EU aus, für die Koordination der Neuzulassung ist Deutschland derzeit zuständig. Das BfR sah in der Vergangenheit jedoch “keine Hinweise auf krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat”. Jetzt will das Bundesinstitut die IARC-Monografie prüfen. Das Ergebnis soll dann an die zuständige europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) gehen.


Besorgt über den Einsatz des Pestizids zeigen sich seit langem Umwelt- und Verbraucherverbände. Durch die Bewertung der Krebsforschungsagentur fühlen sie Rückenwind und fordern Konsequenzen von der Politik. Die Einstufung als “Krebserregend ist ein absoluter Verbotsgrund”, sagt Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz. “Alle Anwendungen, bei denen Menschen mit Glyphosat in direkten Kontakt kommen, müssen umgehend ausgesetzt werden”, forderte Greenpeace-Expertin Christiane Huxdorff.

Beschwichtigungsversuche der Agrarindustrie

Die
Arbeitsgemeinschaft Glyphosat, die die Interessen der Pesitzid-Hersteller vertritt, sieht dagegen in der IARC-Analayse “wenig bis keine praktische Relevanz für die Bewertung von Pflanzenschutzmitteln” und setzt darauf, dass sich wenig ändern wird. “Wir gehen davon aus, dass die Zulassungsbehörden, die in aller Welt übereinstimmend der IARC-Einschätzung widersprechen, die Ergebnisse sorgfältig prüfen werden“, so Sprecherin Ursula Lüttmer-Ouazane. Die Arbeitsgemeinschaft bezeichnet die Risiken als gering und vergleicht die Gefahrenlage mit der Aufnahme von Alkohol.

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Matsch & Metal: Das Wacken Open Air 2015

Michael aus Hamburg schaut mit erstaunten Augen auf seine Füße. Die Turnschuhe sind nicht mehr zu erkennen, sie sind von einer dicken Schicht aus schwarzem Schlamm überzogen. Gerade hat er sein Auto auf dem Campingplatz festgefahren; nun steht es schräg im Matsch. Das erste, was er sich am nächsten Morgen besorgen wird, sind Gummistiefel.

Die
Wacken-Fans sind hart im Nehmen, “doch so was”, heißt es überall, habe man noch nicht erlebt. Viele sind bereits am vergangenen Dienstag angereist, haben ihre Zelte im Dauerregen aufgebaut und sind kilometerweit im Schlamm herum gestapft, um das Festivalgelände zu erreichen.



Heavy-Metal-Fans liegen im Schlamm in Wacken, Foto: Wünsch

Wer Heavy Metal liebt, muss auch Matsch und Regen abkönnen

Neue Disziplin: Der Wacken-Schlamm-Gang

Auch die Wackener Veranstalter haben schwer mit dem Wetter kämpfen müssen. Sie mussten die anreisenden Fans zeitweise bitten, das Gelände nicht anzufahren – die Infrastruktur ist buchstäblich im Schlamm versunken.

Die ersten Bands sind schon am Mittwoch (29.07.) aufgetreten, darunter auch die britische Kultband New Model Army und Europe aus Schweden, die in den 1980ern mit “The Final Countdown” ihren größten Hit hatten. Zur offiziellen Eröffnung des Wacken Open Air – kurz W:O:A – am Donnerstag trotzten Zehntausende Regen und Schlamm und feierten Bands wie In Extremo, Rob Zombie und Savatage.



Heavy-Metal-Fans waten durch den Schlamm

Watend durch Wacken: da helfen auch keine Gummistiefel mehr…

Nachwuchsbands und Heavy-Metal-Größen


Newcomer und altbewährte Heavy-Metal-Hasen wechseln sich auf vier großen Bühnen ab – die Musikrichtungen sind für Nicht-Metaller manchmal schwer auseinander zu halten. Thrash-Metal, Speed-Metal, Dark-Metal – und unzählige weitere Spielarten. Manche Bands arbeiten mit mittelalterlichen Instrumenten, machen melodische Songs, während andere “auf die Zwölf” hauen: Ihre Musik ist ohrenbetäubend laut und sehr schnell. Die Sänger werden wegen ihrer kräftigen Stimme in Metal-Kreisen “Shouter” genannt. Wie die brasilianische Band Sepultura, die hier auf Wacken schon Stammgast ist.

28 Newcomer aus der ganzen Welt sind im “Metal Battle” gegeneinander angetreten. In diesem Jahr waren auch Teilnehmer aus Ländern mit dabei, die nicht zu den Top-Heavy-Metal-Nationen zählen – etwa aus Uruguay oder Japan. Die Sieger stehen fest: Die besten Fünf stammen aus Dänemark (Savage Machine), Großbritannien (Metaprism), dem Libanon (Blaakyum), Israel (Walkways), und der erste Platz ging an Vesperia aus Kanada. Alle Siegerbands bekommen Geld- und Sachpreise in Form von Instrumenten und Verstärkern. DW-PopXport war Medienpartner des Metal Battle und stellt die Bands in fünf Porträts vor.



Die Band Vespera, Foto: Wünsch

The Winner is…. Vesperia

Der Wettstreit der Newcomer ist für alle Teilnehmer ein Sprungbrett. Sie spielen auf einer großen Bühne mit amtlichem Sound und Lightshow. Wacken-Chef Thomas Jensen ist dies ein besonderes Anliegen, denn alle Teilnehmerbands haben so die Chance, direkt vor einem großen Publikum zu spielen und viele Menschen zu erreichen. Von daher seien alle, die es ins Metal Battle geschafft haben, bereits Sieger, sagt er. Das sehen auch die Bands so – viele haben sich untereinander angefreundet, auf den Campingplätzen ist bereits ausgiebig gefeiert worden.

Lautstarke Kulisse

Über
Wacken liegt eine Geräuschkulisse, die nur für wenige Stunden in der Nacht verstummt. Selbst auf den Campingplätzen wummern die Bässe, den Rest besorgen Dieselgeneratoren, mit denen die Camper ihre Kühlschränke in Gang halten – damit das Bier kalt bleibt. Wer nicht auf dem Festivalgelände ist, sitzt mit Freunden am Zelt – viele haben Pavillons aufgebaut, unter denen sie halbwegs trocken bleiben. Der Alkohol fließt in Strömen, und das schon morgens: Zum typischen Wacken-Frühstück wird gerne schon der Grill angeworfen, dazu gibt’s Ravioli aus der Dose und Bier.



Menschen mit Regenschirmen im Schlamm, Foto: Wünsch

28 Newcomer stehen beim “Metal Battle” auf der Bühne

Schnell bilden sich Freundschaften, gegenseitige Hilfe gehört unter den Wackenern dazu wie die langen Schlangen an Toilettenhäuschen und Duschen. Das Wetter meint es am dritten Festivaltag gut mit den Fans – die Wolken werden weniger, die Sonne zeigt sich und trocknet den allgegenwärtigen Schlamm. Für den letzten Tag sind unter anderem Biohazard, Steve’n'Seagulls, Cannibal Corpse, Judas Priest, Subway to Sally und Waltari angesagt. Bei schönstem Sonnenschein übrigens.

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Afrikas Jagdbranche fürchtet um ihr Image

Wenn doch nur der Fall Cecil nicht gewesen wäre. Seitdem bekannt wurde, dass der 13 Jahre alte Löwe illegal und grausam von einem US-amerikanischen Trophäenjäger zur Strecke gebracht worden war, ist die Welt für die afrikanische Jagdbranche nicht mehr die alte. Für das Image der Großwildjäger sei die Tötung des Tieres eine Katastrophe, sagt Hermann Meyeridricks vom südafrikanischen Berufsjägerverband Phasa. Gleichzeitig verweist er auf die vielen Arbeitsplätze in der Branche und die Investitionen in den Naturschutz: “Man darf die Vorteile, die diese Jagd den Einheimischen überall in Afrika bringt, nicht mit einem Verbrechen verwechseln, wie es in Simbabwe der Fall zu sein scheint”, erklärt Meyeridricks. Überall gebe es schwarze Schafe. Die Jagdindustrie sei da keine Ausnahme.

Cecil war Anfang Juli von einem US-Touristen erlegt worden. Wegen seiner schwarzen Mähne war der Löwe eine große Attraktion in Simbabwes Hwange-Nationalpark. Außerdem stand er unter Beobachtung von Wissenschaftlern der Universität Oxford. Sein Kadaver wurde außerhalb des Nationalparks gefunden. Das Tier war vermutlich mit rohem Fleisch weggelockt und dann getötet worden. Unbestätigten Angaben zufolge soll der Jäger 50.000 Dollar gezahlt haben, um das Tier jagen zu dürfen.

Simbabwe fordert Auslieferung

Zunächst gab der Zahnarzt aus Minnesota an, nichts von der Illegalität gewusst zu haben, doch alle Unschuldsbeteuerungen halfen nichts. Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich im Internet ein großer Proteststurm. Nach weltweiten Online-Attacken tauchte der Mann schließlich unter. Mittlerweile hat Simbabwe seine Auslieferung aus den USA beantragt. Unterstützung bekommt das südostafrikanische Land von vielen Amerikanern. Mehr als 160.000 Menschen unterzeichneten eine entsprechenden Petition an US-Außenminister John Kerry und Justizministerin Loretta Lynch. Um eine Antwort der US-Regierung zu erhalten, sind nur 100.000 Unterschriften nötig.



Der Löwe Cecil auf einem Foto aus dem Jahr 2012 (Foto: dpa)

Der Löwe Cecil auf einem Foto aus dem Jahr 2012

Die Organisatoren der Großwildjagd versuchen indes, sich dem weltweiten Sturm der Entrüstung entgegenzustellen. “Tierfreunde vergessen schnell, welche Vorteile eine gut organisierte Jagd hat”, erklärt Emmanuel Fundira, der Präsident des simbabwischen Safari-Verbands SOAZ. “Sie konzentrieren sich auf den sentimalen Wert des Tieres, wenn sie es zu schützen versuchen. Hier in Afrika ist das etwas anderes, weil die sozialen Vorteile der Jagd immens sind.”


Milliardengeschäft Safari

Allein in Südafrika brachte das Geschäft mit der Jagd im Jahr 2012 nach Einschätzung des nationalen Jagdverbandes einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro. Darin sind Lizenzgebühren enthalten, aber auch die Kosten für Transporte, Hotels und Ausrüstung. Außerdem kämen auf jeden ausländischen Jäger zwischen zwölf und 14 lokale Jobs. Für die Tierschützer ein schwacher Trost: Sie werfen der Branche vor, zur Dezimierung der Löwenpopulation beizutragen. Und daran seien auch die afrikanischen Regierungen schuld, erklärt der Aktivist Chris Mercer, denn deren wohlwollende Politik unterstütze die Großwildjägerlobby.

djo/jj (afp, dpa)

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Sierens China: Die Kornkammer Chinas




Heute jähren sich die Sanktionen der EU gegen Russland zum ersten Mal. Während Russland und der Westen kaum aufeinander zugehen, hat Peking gehandelt. Alleine seitdem Russland die Krim annektierte, hat Kiew seinen Agrarhandel mit Peking um über 50 Prozent gesteigert. Ausgerechnet das krisengebeutelte Land ist im ersten Halbjahr zum weltgrößten Lieferanten von Getreide für die Chinesen geworden, weil die Russen kaum noch was abnehmen und die Europäer nichts brauchen. Damit haben sie die USA abgelöst, die traditionell Chinas größter Getreidelieferant waren.



Die Ukrainer mussten in ihrer schwierigen Lage günstige Preise machen. Teilweise gab es bis zu 50 Prozent Nachlass beim Kauf von landwirtschaftlichen Unternehmen. Und Peking interessiert sich nicht nur für die Nahrungsmittel aus der Ukraine, sondern will auch in Bereichen wie Technologie, Immobilien und Wissenschaft stärker mit dem Land zusammenarbeiten. Im März pumpte Peking Kredite in Höhe von 15 Milliarden Dollar in den ukrainischen Immobilienmarkt, der am Boden war, und vertiefte die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Luftfahrtindustrie. Am 8. Juli erst fand das erste chinesisch-ukrainische Forum für Wissenschaft und Technologie statt. Peking verkündete dort, die Ukraine beim Aufbau von Informationstechnologie unterstützen zu wollen.



Keine politischen Vorbedingungen von Peking





Frank Sieren

DW-Kolumnist Frank Sieren

Gut vorstellbar, dass die Ukrainer das Peking so schnell nicht vergessen. Anders als die USA und die EU trennt China seine Investitionen von jeglichen politischen Bedingungen, so wie China dies schon seit einigen Jahren auch in Afrika, Lateinamerika, Südostasien und Australien tut. Und Peking schlägt sich in dem Konflikt auch nicht auf eine Seite. Sogar Zumutungen aus Kiew lässt sich Peking gefallen. Das Land ist einfach strategisch zu wichtig: Kiew hat kürzlich die kommunistische Partei in der Ukraine verboten.



Die Ukraine ist für Peking aber nicht nur ein wichtiger Nahrungsmittel-Lieferant und Technologiepartner, sondern auch Chinas wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern. Der einzige chinesische Flugzeugträger beispielsweise stammt aus der Ukraine. Peking lebt gut davon, der lachende Dritte zu sein. Allerdings gibt es ein Risiko, das man nicht unterschätzen sollte: Eskaliert der Konflikt, ist das Engagement der Chinesen erst einmal für die Katz.


DW-Kolumnist Frank Sieren lebt seit 20 Jahren in Peking.


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Taliban-Führung steht vor Zerreißprobe

Sie waren die Herrscher über Afghanistan. Jahrelang hielten sie die Weltmacht Nummer eins, die USA, in Atem – nachdem sie als Sieger aus dem Machtvakuum hervorgegangen waren, das durch den Abzug der sowjetischen Besatzer entstand. Blüht ihnen nun der Untergang durch Diadochenkämpfe? Die radikalislamischen Taliban stehen nach dem Wechsel an der Spitze vor einer Zerreißprobe.

Am Donnerstag hatten sich die Ereignisse überschlagen: Erstmals hatten die Islamisten den Tod ihres bisherigen Führers Mullah Omar offiziell bestätigt – zwei Jahre nach dessen Ableben. Dann sickerte durch, auf einer Versammlung in Pakistan, im Grenzgebiet zu Afghanistan, hätten die Taliban “einstimmig” Achtar Mohammed Mansur zum Nachfolger gewählt. Er ist Ende vierzig, stammt aus Band-e-Timor, einem Dorf in der Provinz Kandahar, und kämpfte in den 80er Jahren an Omars Seite gegen die Sowjets. Während der Taliban-Herrschaft in den Neunzigern befehligte er sowohl die Luftwaffe als auch das zivile Luftfahrtministerium.


Kopfgeld: Zehn Millionen Dollar

Auch die Stellvertreter Mansurs wurden unterdessen öffentlich benannt: Siradschuddin Hakkani, der das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk leitet und auf den die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt haben, sowie Haibatullah Achundsada, der ehemalige Chef der Taliban-Gerichte.

Die Nachrichtenagentur Reuters zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild als die Islamisten-PR: Sie berichtet, die Wahl des Nachfolgers sei keineswegs einmütig verlaufen. Vielmehr hätten mehrere Mitglieder des innersten Zirkelsdas Spitzentreffen der Radikalen aus Protest verlassen – darunter der Sohn und ein Bruder Mullah Omars. Während die Taliban selbst den Führungswechsel auf einer Website als reibungslose Staffelübergabe darstellen, zeichnet sich womöglich intern längst ihre Marginalisierung ab.

Erosion der Macht?

Hinzu kommt der mögliche Verlust an Gefolgschaft: Ähnlich, wie die Terrororganisition Al-Kaida nach dem Tod Osama bin Ladens an Einfluss verlor, könnte auch das Ende der charismatischen Führungsfigur Mullah Omar – jetzt, da es der Weltöffentlichkeit und damit den eigenen Sympathisanten bekannt ist – für die Taliban eine Phase des Bedeutungsverlusts einleiten.



Mullah Mohammed Omar (Archivbild: picture alliance/CPA Media)

Inzwischen offiziell für tot erklärt: Mullah Mohammed Omar

Den Gegnern der Taliban eröffnet der historische Machtwechsel demnach große Chancen. Für den afghanischen Friedensprozess dürfte der neue Mann in jedem Fall aufgeschlossener sein als sein Vorgänger, der der Islamisten-Miliz rund 20 Jahre lang vorstand. Mansur, bisher die Nummer zwei, gilt als Vertreter jenes Taliban-Flügels, der nach einem Ausgleich mit dem afghanischen Staat strebt. Sofern er sich im Führungszirkel behaupten kann, könnte dies die Verhandlungen deutlich erleichtern. Die Hoffnungen auf eine Ende des blutigen Konflikts in Afghanistan keimen vorsichtig auf. Erst vor einigen Wochen hatten die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufgenommen. Die erste Gesprächsrunde hatte nach zähen Vorbereitungen Anfang Juli in der pakistanischen Stadt Murree stattgefunden.

Die Ernennung Mansurs fällt in eine Phase, in der die Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) den Taliban immer mehr Konkurrenz macht. Der neue Anführer hat somit nach außen wie nach innen gefährliche Kämpfe vor sich. Der interne Widerstand geht vor allem von einigen Mitgliedern der Quetta-Schura aus – dem Führungsgremium der Taliban – die Pakistan vorwerfen, zu viel Einfluss auf die Gruppe zu nehmen. Und Mansur gilt vielen als “Mann Pakistans”. Er hat zeitweise selbst in dem Nachbarland gelebt.

Blutige Sommeroffensive

Der Friedensprozess, den Mansur voranbringen könnte, ist vielen Taliban-Vertretern ohnehin ein Dorn im Auge: Mehrere Kommandeure stellten die Legitimität der Gespräche offen in Frage. Noch vor der offiziellen Bestätigung von Omars Tod hatte eine Gruppe erklärt, nichts von einem Friedensprozess zu wissen. Auch hinderten die bereits laufenden Verhandlungen die Taliban nicht daran, an ihrer in diesem Jahr besonders blutigen Sommeroffensive festzuhalten.

Was dem neuen Machthaber zusätzlich zum Verhängnis werden könnte, ist sein Taktieren nach dem Tod der Nummer eins, Mullah Omar: Offenbar hat er nicht nur die Weltöffentlichkeit, sondern auch weite Teile der Taliban selbst bewusst über dessen Tod getäuscht – und das über Jahre hinweg. Lange hat dies die Strahlkraft der Miliz künstlich aufrechterhalten. Um so schneller könnte nun ihr Licht verblassen.

jj/doz (dpa, afp, rtr)

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Wenn das Radio Schule macht


Einmal quer durchs trockene Maisfeld, schon ist sie da. Astrida Zyingobos Schulweg ist kurz, ihr Klassenzimmer: ungewöhnlich. Die Schultafel lehnt am Stamm eines mächtigen Marula-Baums, statt auf Stühlen sitzen die Neunjährige Astrida und ihre 51 Mitschüler auf Steinen. Tische gibt es nicht. Der Unterricht findet komplett im Freien statt. Und dann ist da noch das tiefblaue Plastikradio, das in der Sonne neben den Sitzreihen steht. Astridas Lehrer Nchimunya Stemon fährt die Antenne aus, stellt geübt die richtige Frequenz ein und platziert den
solarbetriebenen Kasten wieder in der prallen Sonne.


Lehrer lernen mit


Es ist kurz vor 10 Uhr, die Stimme aus dem Radio begrüßt die Zweitklässler auf Englisch: “Achtung, der Unterricht geht gleich los”. Für die nächsten 35 Minuten wird die Radio-Stimme dem Lehrer genaue Anweisungen geben. Das klingt dann so: “Schreiben Sie den Buchstaben ‘e’ an die Tafel” oder “Rufen Sie einen Schüler oder eine Schülerin nach vorn”. Die Ansagen mögen banal klingen, doch Nchimunya Stemon helfen sie. Ausgebildete Lehrer sind rar in den ländlichen Gebieten Sambias. Auch der 32-jährige Nchimunya hat keine Lehrerausbildung. “Ich habe nicht studiert, aber ich will, dass die Kinder hier mal ein besseres Leben haben als ich”, sagt er.


Die Neunjährige Astrida mit den sorgfältig geflochtenen Zöpfen kennt keinen anderen Unterricht. “Ich komme gerne, weil wir durch das Radio Lesen und Schreiben lernen und ich Mittagessen bekomme”, sagt sie. “Ich will mal Lehrerin werden.”




Schülerin Astrida Zyingobos aus Sambia (Foto: Julia Jaki/DW)

Astrida, 9 Jahre alt: Will selbst mal Lehrerin werden



Radio erreicht alle


Astrida lebt in der dünn besiedelten Chikuni Region, etwa dreieinhalb Autostunden südöstlich von Sambias Hauptstadt Lusaka. Von ihrem Haus aus sind es acht Kilometer
bis zur nächsten regulären Schule. Andere Kinder leben sogar noch weiter entfernt, bis zu 50 Kilometer.


Besonders für Mädchen wie Astrida wäre der Schulweg zu riskant. In der Vergangenheit seien Kinder entführt und vergewaltigt worden, berichtet Father Kelly. Der katholische Priester leitet die insgesamt 18 Radioschulen in der Region. Im Jahr 2000 hat das sambische Bildungsministerium das Programm ins Leben gerufen, finanziert wird es zum größten Teil durch Spenden der christlichen Nichtregierungsorganisation Kindernothilfe in Deutschland. Das vorproduzierte Schulprogramm wird von Montag bis Freitag vom Lokalsender “Radio Chikuni” ausgestrahlt.


Aber wäre es nicht einfacher CDs oder Kassetten auszuteilen, statt täglich eine Sendung zu fahren? “Dann wäre die Anwesenheitsrate viel niedriger”, erklärt Father Kelly. “Der Lehrer könnte einfach sagen, dass er die Stunde später hält. Aber durch die zeitgenaue Ausstrahlung kann er den Unterricht nicht einfach ausfallen lassen, denn die Stunde kommt nicht zurück.” Das Prinzip scheint zu funktionieren. Laut Father Kelly schneiden die Schüler in den landesweiten Prüfungen genauso gut ab wie ihre Mitschüler in den regulären Schulen – oder sogar besser.




Radioschule in Sambia (Foto: Julia Jaki/DW)

Lernen unterm Marula-Baum: Der Radio-Unterricht findet im Freien statt



Englisch, Mathe, Landwirtschaft


Der Unterricht ist in vollem Gange: Unter dem mächtigen Marula-Baum strecken und bücken sich die 52 Kinder, aus dem Radio ertönt ein Lied. Was auf den ersten Blick nach Sport aussieht, ist eines der wichtigsten Fächer auf Astridas Stundenplan: Nachhaltige Landwirtschaft. Spielerisch lernen die Zweitklässler gerade, wie man richtig Samen in die Erde platziert und bewässert.




Lehrer Nchimunya Stemon (Foto: Julia Jaki/DW)

Lehrer Nchimunya Stemon

Die Schulstunde hat einen ernsten Hintergrund: Die meisten Menschen in der Chikuni-Region leben von Viehhaltung und Ackerbau. Auch Astridas Großeltern, mit denen sie in einer einfachen Lehmhütte wohnt, sind Bauern. Schlechte Böden und geringe Niederschläge lassen die Ernten jedoch oft vertrocknen, auch
Brandrodung macht die Böden kaputt.


Viele Kinder müssen auf den Feldern mit anpacken. In der Radioschule lernen sie über einen Zeitraum von drei Jahren, wie man Baum-Setzlinge pflanzt und Gemüse gewinnbringend anbaut. “Ich kann meinen Großeltern zeigen, was ich gelernt habe und sie so unterstützen”, sagt Astrida stolz.


Unkraut zupfen für die Zukunft


10.35 Uhr: der Theorie-Unterricht ist zu Ende. Astrida übergibt das blaue Radio an die 10. Klasse, die sich wenige Meter entfernt unter einem Reetdach versammelt hat. Hausaufgaben, große Pause, Händewaschen – dann gibt es Mittagessen für Astrida und die anderen. Ihre Großmutter und zwei weitere Frauen aus dem Dorf hieven zwei massive Blechtöpfe von der Feuerstelle. Auf dem Speiseplan steht heute Nshima, ein Brei aus Maismehl und Wasser – dazu gibt’s Kohl aus dem Schulgarten.


Dort findet gleich nach dem Essen der Praxisunterricht statt: Astrida und ihre Freundinnen pumpen Wasser, gießen Kohlköpfe und zupfen Unkraut zwischen den Bohnenstauden – alles unter der geduldigen Aufsicht von Lehrer Nchimunya, der über die üppigen Beete hinweg Anweisungen gibt und versucht, etwas Ordnung ins Garten-Chaos zu bringen. “Die Kinder sind gerne im Garten, sie pflanzen ihr eigenes Mittagessen und was übrig bleibt, verkaufen ihre Mütter auf dem Wochenmarkt”, erklärt er. “So kommt zusätzliches Geld in die Kasse.”



Astrida schmiedet schon Pläne für die Zeit nach der Schule. “Wenn ich mal erwachsen bin, will ich meinen eigenen Garten haben und dann wächst alles gut, weil ich hier gelernt habe, wie das geht.”


Gegen 14 Uhr ruft Nchimunya Stemon die Kinderschar aus dem Garten, Astrida schnappt ihren rosafarbenen Ranzen und macht sich auf den kurzen Heimweg. Einmal durchs Maisfeld, zurück zu den Großeltern.

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Syriza vor der Spaltung


“Scheidung” ist das wohl am meisten verwendete Wort in den Berichten und Kommentaren der griechischen Medien über die Sitzung des Zentralkomitees der Regierungspartei Syriza bis in die Nacht zum Freitag. Es wird von “Scheidung auf Raten”, einer “Vorankündigung einer politischen Scheidung” oder auch einer “Scheidung in kriegerischer Atmosphäre” gesprochen.


In der öffentlichen Meinung des Landes herrscht der Eindruck, dass die Spaltung der griechischen Linkspartei wohl unausweichlich ist. Der Riss zwischen dem linken Flügel und der Parteimehrheit ist wohl nicht mehr zu kitten. Die Auseinandersetzung wurde mit harten Bandagen geführt, persönliche Anfeindungen waren keine Seltenheit. Und trotz des emotional aufgeladenen Klimas wurde zum ersten Mal in einem Syriza-Parteigremium die Frage nach den Inhalten linker Regierungspolitik in Griechenland konkret diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die grundsätzlichen Konflikte der Partei nicht kaschiert werden können.


Tsipras stellt die Machtfrage




Panagiotis Lafazanis (Foto: REUTERS/Alkis Konstantinidis)

Panagiotis Lafazanis, Anführer der “Linken Plattform”, wettert gegen einer “Diktatur des Euro”

Schon am Mittwoch kündigte sich an, dass Syriza-Chef Alexis Tsipras eine harte Gangart gegen den linken Flügel seiner Partei fahren wird. Grundtenor eines zweistündigen Radiointerviews war, die Parteilinke müsse sich entscheiden. Es gehe nicht an, dass sie erkläre, sie werde die Syriza-Regierung keinesfalls stürzen, während sie zugleich im Parlament gegen Verhandlungen für ein drittes Kreditpaket stimme. Am nächsten Tag im Zentralkomitee verschärfte Tsipras die Gangart und ging zum Frontalangriff über. All denjenigen in seiner Partei, die behaupten, der Austritt Griechenlands aus dem Euro und ein Bruch mit Partnern sei eine gangbare Alternative, warf er vor, sie würden entweder die Augen vor der Wahrheit verschließen oder sie sagten die Unwahrheit. Nämlich, dass ein solcher Kurs eine “Sparpolitik ohne Ausweg” zur Folge haben würde. Tsipras forderte seine Kritiker auf, “ohne Umschweife” klar zu sagen, was sie denn nun genau wollen.



Das tat dann Panagiotis Lafazanis, Anführer der “Linken Plattform” und bis zu seiner Entlassung Energieminister des Landes. Er sprach von einer “Diktatur des Euro” und beschuldigte diejenigen in der Partei, die für den Verbleib in der Eurozone plädieren, den Euro zu einem “religiösen Dogma” erhoben zu haben. Lafazanis bestritt, dass der Euroaustritt einer Katastrophe gleichkäme. Praktisch könne die Einführung einer Nationalwährung durch die 35 Milliarden Euro auf den Sparkonten der griechischen Banken und den “dutzenden von Milliarden” in den Bankschließfächern abgesichert werden.


Ein überfälliger Klärungsprozess


Dieser Logik wollte am Ende einer über zwölfstündigen Sitzung die Mehrheit des Zentralkomitees nicht folgen. Sie nahm den Vorschlag von Tsipras an, einen außerordentlichen Parteitag im September einzuberufen, um über die strategische Ausrichtung der Partei zu beraten. Das heißt also, zu einem Zeitpunkt nach dem die Verhandlungen mit Europäischer Kommission, EZB, IWF und dem Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) über ein drittes Kreditpaket abgeschlossen sein dürften.


Aber vielleicht kommt es auch gar nicht dazu, da vorher die “Linke Plattform” Syriza verlässt. In einer Verlautbarung am Freitagmorgen erklärt sie, dass die Einberufung eines außerordentlichen Parteitages nachdem das griechische Parlament einem dritten Kreditprogramm zugestimmt hat, “absolut keinen Sinn” mache. Denn in diesem Fall wären die Parteitagsdelegierten vor vollendete Tatsachen gestellt und müssten im nachhinein einer Vereinbarung zustimmen, die “im höchsten Maße schädlich für das Land” wäre.




Alexis Tsipras (Foto: REUTERS/Yiannis Kourtoglou)

Alexis Tsipras – Härtere Gangart gegen die innenparteilichen Gegner

Diese Entwicklung bei Syriza kommt nicht von ungefähr. Sie hat sich schon seit längerem angekündigt, für viele Beobachter der griechischen Politik schien sie geradezu unausweichlich. Heute rächt sich für Syriza, dass die Partei innerhalb weniger Jahre ihr Wahlergebnis fast verzehnfacht hat. Weniger aus eigener Leistung, sondern weil die früheren Regierungsparteien Nea Dimokratia und PASOK kläglich gescheitert waren. Dieser Prozess ging so rasant vor sich, dass die einstige Nischenpartei Syriza sich nicht die Zeit für eine innerparteiliche Diskussion nahm, um die Frage zu beantworten: was heißt “linke Regierungspolitik”? Und zwar nicht nur in Griechenland, sondern in einem Land der Eurozone, dem wohl weltweit am meisten entwickelten Raum der freien Marktwirtschaft?

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Mit Zäunen und Spürhunden gegen Flüchtlinge

“Die Situation ist inakzeptabel”, beschwerte sich der britische Regierungschef David Cameron nach einer Sitzung des eilig einberufenen Nationalen Sicherheitskabinetts in London. “Menschen versuchen illegal in unser Land zu kommen, und hier gibt es Behinderungen für Fernfahrer und Urlauber.”

Die Flüchtlingskrise – so meinte Cameron weiter – werde “den gesamten Sommer über ein schwieriges Thema” bleiben. Doch man werde alles unternehmen, was “uns möglich ist”. Der Premier kündigte an, sich in Kürze mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande abzustimmen. London wolle mit Paris Hand in Hand arbeiten. Am Donnerstag hatte der Regierungschef bereits angekündigt, mehr illegal Eingereiste abschieben zu lassen und die Einwanderungsgesetze zu verschärfen.



Französische Polizisten verfolgen Flüchtlinge am Eurotunnel bei Calais (Foto: rtr)

Französische Polizisten verfolgen Flüchtlinge am Eurotunnel bei Calais

Spürhunde nach Calais

Vorerst wird die britische Regierung Spürhund-Staffeln, Absperrmaterial und weitere Hilfsmittel dieser Art nach Calais – der französischen Seite des Tunnels unter dem Ärmelkanal – schicken, wie Cameron mitteilte. Großbritannien hat bereits umgerechnet 32 Millionen Euro zugesagt, um die Sicherheitsvorkehrungen auf der französischen Seite des Eurotunnels zu verstärken.

Tausende warten auf eine Gelegenheit zur Flucht

Seit Wochen versuchen nahe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais immer wieder hunderte Flüchtlinge nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen oder Lastwagen illegal nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Die Behörden sprachen jüngst von bis zu 2000 abgewehrten Fluchtversuchen in einer Nacht. Der Tunnelbetreiber schätzt, dass mittlerweile 5000 Migranten, viele aus nordafrikanischen Ländern, Syrien oder dem Irak, auf eine Gelegenheit warten, den Ärmelkanal zu unterqueren. Zehn Flüchtlinge sind seit Anfang Juni bei ihren verzweifelten Versuchen ums Leben gekommen.

Frankreich hat bereits 120 zusätzliche Polizisten in die Hafenstadt beordert. Außerdem wurden neue Zäune errichtet. Auf beiden Seiten führt das Chaos zu langen Staus bei der Abfertigung des Verkehrs, insbesondere des Güterverkehrs. Mehrmals wurde der Eurotunnel vorübergehend geschlossen. Eine britische Speditionsfirma rief deshalb dazu auf, vorerst keine Güter mehr durch den Tunnel zu transportieren. Deutsche LKW-Fahrer erklärten, sie fürchteten um ihre Sicherheit, weil immer wieder Menschen versuchten, in ihre Fahrzeuge zu klettern.

se/djo (afp, rtr, dpa)

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Bundesanwaltschaft lässt Ermittlungen gegen Blogger von Netzpolitik.org ruhen

Gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erklärte Generalbundesanwalt Range, seine Behörde verzichte vorerst auf Exekutivmaßnahmen, die eigentlich nach der Strafprozessordnung möglich seien. Stattdessen sei in dem Ermittlungsverfahren zunächst zu klären, ob es sich bei den Veröffentlichungen um die Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses handelt, sagte Range. Dazu werde ein externes Sachverständigengutachten eingeholt. “Bis zum Eingang des Gutachtens wird mit den Ermittlungen innegehalten”.

Markus Beckedahl, einer der beiden Autoren, gegen die ermittelt wird, will den jüngsten Schritt der Generalbundesanwaltschaft noch nicht als Erfolg werten. Auf Twitter warnte er vor einem Missverständnis und schrieb: “Der Generalbundesanwalt stoppt nicht die Ermittlungen, wie einige Medien berichten. Er setzt sie nur temporär aus”.

Protest von vielen Seiten

Der Blog Netzpolitik.org hatte über Pläne des Bundesamtes für Verfassungsschutz berichtet, Online-Netzwerke stärker zu überwachen. Dazu veröffentlichten die Autoren vertrauliche Unterlagen. Der Verfassungsschutz selbst erstattete Anzeige. Die angekündigten Ermittlungen lösten nicht nur bei Journalistenverbänden, sondern auch bei Vertretern von SPD, Grünen, FDP, Linken und Piraten Unverständnis und Empörung aus.

Netzpolitik.org ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Blogs und wurde 2014 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. Seit Bekanntgabe der Ermittlungen erhalten die Blogger von vielen Kollegen Solidaritätsbekundungen.

djo/se (dpa, faz)

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