Месечни архиви: October 2015

Das Pop-Oratorium "Luther" kommt auf die Bühne

Auffallend beim Pop-Oratorium “Luther” ist das ungewöhnliche Format: Bei der Aufführung in der Westfalenhalle Dortmund am 31. Oktober wirken – zusätzlich zum großen Chor – 12 Musical-Darsteller, ein 40-köpfiges Symphonie-Orchester und eine Band mit sechs Musikern mit.

Themen des Stücks sind das Leben Martin Luthers (1483-1546), sein Ringen um die biblische Wahrheit und sein Kampf gegen Obrigkeit und Kirche. Ausgangspunkt der Handlung ist der Reichstag in Worms im Jahr 1521, der den Augustinermönch und Kirchenreformator aufforderte, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Das Musical will Luther als einen Menschen mit Ängsten, Zweifeln, Gewissenskonflikten und festen Überzeugungen darstellen.



Frank Winkels spielt im Musical Martin Luther (Foto: Stiftung Creative Kirche)

Frank Winkels spielt im Musical Martin Luther

Die Musik zu “Luther” stammt vom Düsseldorfer Komponisten und Produzenten Dieter Falk, den Text verfasste der deutsche Bühnenautor Michael Kunze. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Stiftung Creative Kirche aus Witten realisiert, die ebenfalls mit Falk und Kunze vor einigen Jahren “Die 10 Gebote” auf die Bühne brachten.

“Wir holen Luther vom Podest und feiern mit ihm den Sieg des individuellen Gewissens über die übermächtige Autorität einer fragwürdigen Tradition”, sagte Kunze im Vorfeld der Aufführung.

Zur musikalischen Gestaltung sagte Dieter Falk: “Den Störkopf Luther kann ich nicht mit weichgespülten Balladen unterlegen. Die Rockband gibt wirklich Gas, und wir haben ein großes Orchester auf der Bühne, bei dem das tiefe Blech richtig reinhaut.”

Schirmherrin des Projekts ist die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, die als Botschafterin des EKD-Rates für das Reformationsjubiläum 2017 fungiert – 500 Jahre nach Luthers sogenanntem Thesenanschlag, der als Beginn der Reformation gilt.

Zu den beiden Aufführungen in der Westfalenhalle erwarten die Veranstalter bis zu 15.000 Besucher.

rf/ld (dpa, luther-oratorium.de)

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Lüders: "Bankrotterklärung westlicher Syrien-Politik"

Deutsche Welle: Herr Lüders, die Teilnehmer des Friedensgipfels für Syrien haben sich auf Eckpunkte verständigt. Diese sehen unter anderem die Bildung einer Übergangsregierung vor – sowie Wahlen unter UN-Aufsicht. Ist eine politische Lösung des Konfliktes damit realistischer geworden?

Michael Lüders: Es ist auf jeden Fall gut, dass sich alle beteiligten Kriegsparteien – mit Ausnahme der Syrer selbst – in Wien getroffen haben. Aber das ist natürlich nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Konferenz soll ja daher auch in zwei Wochen fortgesetzt werden.

Allen Beteiligten ist klar, dass sehr viel auf dem Spiel steht. Aber es gibt noch einen Grund-Dissens der externen Mächte, die auf den Krieg in Syrien Einfluss nehmen. Die westlichen Staaten (die USA, die Europäer und die Türkei) und die Golfstaaten wollen den Sturz von Baschar al Assad und seinem Regime sehen. Russland, Iran und China wollen aber genau diesen Sturz verhindern.

Wie könnte hier eine Lösung aussehen, die für alle Beteiligten akzeptabel wäre?

Die Russen, die Iraner und die Chinesen werden auf jeden Fall am Regime von Baschar al Assad festhalten – aber nicht unbedingt an seiner Person. Man kann sich vorstellen, dass er kurz- oder mittelfristig ins Exil geht – zum Beispiel nach Russland. Das aber setzt voraus, dass sich seine Gegner im Gegenzug bereit erklären, dieses Regime am Leben zu erhalten.

Es ist ja auch nicht so, dass alle Syrer gegen dieses Regime eingestellt wären. Was wiederum nicht mit Zuneigung oder Sympathie für dieses von der religiösen Minderheit der Alawiten getragene Regime zu erklären ist, sondern mit der Angst vor dem, was danach kommen würde. Es würden nach dem Sturz ja nicht Demokratie, Freiheit und Menschenrechte um sich greifen, sondern es würden dann wahrscheinlich die Truppen des sogenannten Islamischen Staates in Damaskus einmarschieren. Und davor haben viele Syrer – vor allem Angehörige der religiösen Minderheiten – noch größere Angst als vor Assad.

Zu den Kernpunkten in Wien zählt die Forderung, dass Syriens staatliche Integrität und sein säkularer Charakter erhalten bleiben müssten. Ist dies angesichts der weit fortgeschrittenen Zersplitterung des Landes überhaupt noch möglich?

Nein. Da spiegelt sich ein gewisses Wunschdenken wider. Das Regime von Baschar al Assad kontrolliert noch etwa 30 Prozent des syrischen Territoriums – entlang der Linie Damaskus-Homs im Zentrum Syriens und dann westlich in Richtung Mittelmeerküste. Die übrigen Landesteile werden überwiegend vom IS oder der Nusra-Front, dem syrischen Ableger von Al Kaida, oder anderen islamistischen oder sonstigen Gruppierungen kontrolliert. Hier spricht wenig dafür, dass das Regime diese verlorenen Landesteile zurückerobern könnte.



Porträt Michael Lüders (Foto: DW)

Nahost-Experte Michael Lüders

Die externen Mächte verfolgen hier also eine zweigeteilte Strategie: Zum einen versuchen sich Russland und die USA darüber zu verständigen, wie es mit dem Regime weitergeht. Die nächste Frage ist dann, wie kann man den “Islamischen Staat” bekämpfen, ihn möglicherweise ganz aus Syrien verdrängen.

Hier deutet sich ein Kurswechsel der USA an, die jetzt erstmals bereit sind, mit Bodentruppen in Syrien militärisch zu intervenieren. Aber die Entsendung weniger Spezialkräfte ist wahrscheinlich nur der erste Schritt für noch größere Offensiven der USA im Windschatten der Russen. Die Amerikaner wollen den Russen nicht das Feld überlassen.

Zeugt diese Entscheidung der USA zum Einsatz von Bodentruppen, die parallel zum Wiener Gipfel verkündet wurde, von einer weiteren Militarisierung des Konfliktes?

Es ist natürlich eine weitere Militarisierung des Konfliktes, und es ist natürlich auch kein sehr durchdachtes Konzept. Diese wenigen Elitesoldaten werden natürlich keine militärische Entscheidung herbeiführen können. Es handelt sich eher um Symbolpolitik, die den Russen signalisieren soll: Auch wir erheben unsere Ansprüche auf Syrien. Wir werden euch nicht das Feld überlassen. Die Russen sind ja massiv mit etwa 3000 Militärberatern in Syrien präsent und unterstützen das Regime.

Es ist – wenn man so will – ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland, der sich hier immer stärker offenbart. Aber die Obama-Administration hat erkannt, dass sie keine wirkliche Alternative zum russischen Vorgehen hat. Sie muss sich mit der russischen Präsenz Russlands in Syrien arrangieren.

Wenn man es ganz offen und ehrlich betrachtet, ist es eine Bankrotterklärung der Syrien-Politik westlicher Staaten in den vergangenen vier Jahren. Man hat nichts erreicht mit dem eigenen Versuch das Regime zu stürzen. Und jetzt haben Russen und Iraner einen großen Einfluss. Diese Entwicklung war abzusehen.

Der promovierte Islamwissenschaftler und Politologe Michael Lüders ist Publizist, Politik- und Wirtschaftsberater, Roman- und Sachbuchautor sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft.

Das Gespräch führte Andreas Noll.

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Freundschaft zur Türkei hat ihren Preis

“Dostum” – mein Bruder – nennt Jean-Claude Juncker den türkischen Präsidenten neuerdings. Nach dem Besuch Erdogans beim EU-Kommissionspräsident in Brüssel Anfang Oktober erschienen die beiden Politiker betont herzlich zur Pressekonferenz. Für den türkischen Oppositionsabgeordneten Yusuf Halacoglu ist die Kumpelei Junckers jedoch lediglich das Ergebnis knallharter realpolitischer Überlegungen: “Die Europäische Union will die Türkei doch nur als einen Pufferstaat nutzen, der alle Flüchtlinge auffangen soll, die nach Europa weiterziehen möchten,” so der Politiker der nationalistischen MHP im Gespräch mit der Deutschen Welle.

Schon jetzt übernimmt die Türkei einen Löwenanteil bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Über zwei Millionen Syrer haben hier insgesamt Zuflucht vor Chaos und Bürgerkrieg gefunden.

Türkei soll noch stärker eingebunden werden

Neben Juncker plädiert vor allem die deutsche Bundeskanzlerin für eine stärkere Einbindung der Türkei. Ende Oktober war Angela Merkel dafür extra nach Istanbul gereist. Für den Türkeiexperten Gareth Jenkins vom Institute for Security and Development Policy in Istanbul war das Ziel klar: “Es sollen möglichst viele Flüchtlinge von der EU fern-, und in der Türkei gehalten werden”, so Jenkins gegenüber der DW. Eines wurde bei den Gesprächen am Bosporus jedoch schnell klar: Die Unterstützung aus Ankara wird für die “europäischen Freunde” nicht günstig. Drei Milliarden Euro fordert man in Ankara von der EU.

Für Türkeiexperte Gareth Jenkins geht die EU in ihren Bemühungen um Annäherung sehr weit: “Die EU hat sowohl ihre Kritik an Präsident Erdogan und an der AKP heruntergefahren, wie auch die Veröffentlichung eines mit großer Wahrscheinlichkeit sehr kritischen Fortschrittsberichts über die Türkei auf die Zeit nach den Wahlen am 1. November verschoben.”



Türkei Flüchtlingslager Suruc

Zwei Millionen syrische Flüchtlinge hat die Türkei aufgenommen

EU-Beitritt will eigentlich keiner

Zusätzlich beharrt die Türkei auf der seit langem geforderten Einführung der Visafreiheit. Sogar von der Öffnung neuer Verhandlungskapitel im EU-Beitrittsprozess ist nun die Rede. Dieser, vor allem in konservativen Kreisen Deutschlands stark kritisierte Schritt ist jedoch wohl mehr von symbolischer Natur.

Gareth Jenkins: “Weder Erdogan noch die AKP haben überhaupt ein Interesse an einem Beitritt zur EU. Außenpolitisch hängen sie tatsächlich noch der Vorstellung nach, den gesamten Nahen Osten in eine Art neo-osmanisches Einflussgebiet zu verwandeln. Aber auch das wird nicht passieren”.

Das Desinteresse an einem EU-Beitritt beschränkt sich in der Türkei jedoch nicht nur auf die AKP, wie im Gespräch mit Yusuf Halacoglu schnell klar wird: “Die Europäische Union hat zwar Großes geleistet für den Frieden in Europa,“ so der Politiker, für die Türkei sei die EU heute aber nur mehr „als wirtschaftlicher Bezugspunkt wichtig”. Ein EU-Beitritt kommt für ihn nicht in Frage.

Für Samuel Vesterbye von der Nichtregierungsorganisation “Young Friends of Turkey” in Brüssel trägt die EU eine Mitschuld an den stagnierenden Verhandlungen: “Das Problem liegt doch nicht alleine an der AKP,” so Vesterbye gegenüber der DW: “Ohne ein ernsthaftes Versprechen, die Beitrittsverhandlungen voranzutreiben, wird es nie zu einem echten Ergebnis kommen. Und genau das hat die Europäische Union der Türkei bisher verweigert.”

EU verspielt Vertrauen

Vertrauen in EU-Institutionen zu entwickeln, das fiel vielen Türken schon vor der Flüchtlingskrise schwer. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Eurobarometer vom August 2015 halten 40 Prozent der Türken einen EU-Beitritt ihres Landes für “schlecht.”



Yusuf Halacogul Türkei MHP Oppositionspartei

Oppositionspolitiker Yusuf Halacoglu

Laut Gareth Jenkins hat die EU in der Türkei durch ihr Verhalten in der Flüchtlingskrise einen großen Imageschaden davongetragen: “Auf beiden Seiten des politischen Spektrums des Landes ist man inzwischen der Meinung, dass die EU ihre eigentlich so hehren Prinzipien wie Menschenrechte, und demokratische Prinzipien sehr schnell bereit ist, über den Haufen zu werfen und sogar bereit ist , mit autoritären Regimen zusammenzuarbeiten; wenn es denn nur ihren eigenen Interessen nutzt.”

Oppositionspolitiker Yusuf Halacoglu bricht seine Haltung herunter und macht seine Ablehnung gegenüber Europa an einer einzigen Person fest: “Für mich ist Europa Deutschland und Deutschland Merkel.” Und Merkel, so Halacoglu zur Verabschiedung “vertraue ich nicht.”

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Provinzposse in Italiens Hauptstadt

In der italienischen Hauptstadt ist das politische Chaos nach dem Hin und Her um den Amtsverbleib von Bürgermeister Ignazio Marino perfekt: Insgesamt 26 der 48 Mitglieder des Gemeinderats erklärten am Freitag ihren Rücktritt. Damit gelten Stadtparlament und Stadtregierung als aufgelöst und der 60-Jährige als nicht länger im Amt. Die Gemeindeordnung sieht vor, dass durch den Rücktritt einer Mehrheit der Kommunalvertreter der Bürgermeister automatisch sein Amt verliert.

“Ewige Stadt” wird kommissarisch regiert

Die Stadtregierung bekommt jetzt Hilfe von Außen. Der bisherige Mailänder Präfekt Francesco Paolo Tronca wurde zum kommissarischen Leiter der Geschäfte der Stadt Rom ernannt. “Unsere Wahl ist Francesco Paolo Tronca, denn das Jubeljahr soll so funktionieren, wie die Expo funktioniert hat”, zitierte die Nachrichtenagentur AdnKronos Innenminister Angelino Alfano. Tronca hatte sich in Mailand hohes Ansehen erworben. Die Wahl eines neuen Bürgermeisters wird voraussichtlich im Sommer 2016 abgehalten.

In Rom beginnt am 8. Dezember ein von Papst Franziskus ausgerufenes außerordentliches Heiliges Jahr. Erwartet werden mehrere Millionen zusätzliche Besucher in der Stadt, die mit riesigen Verkehrs- und Infrastrukturproblemen zu kämpfen hat.



Roms Ex-Bürgermeister Ignazio Marino (Foto: Reuters)

Das war’s dann wohl: Ignazio Marino

Der Ex-Chirurg und politische Quereinsteiger Marino, dem unter anderem vorgeworfen wird, private Essen mit der städtischen Kreditkarte bezahlt zu haben, hatte am 12. Oktober seinen Rücktritt eingereicht. Am Donnerstag machte er aber von der Möglichkeit Gebrauch, diesen binnen einer 20-Tage-Frist zu widerrufen. Er gehört zur Demokratischen Partei (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi, in der er zuletzt jeden Rückhalt verloren hatte. 19 der jetzt zurückgetretenen römischen Gemeinderatsmitglieder sind Parteigänger der PD.

Marino war 2013 zum Bürgermeister gewählt worden. Er hatte einen Neuanfang in dem von Korruptionsskandalen unter den vorangegangenen Rechtsregierungen erschütterten Rathaus auf dem Kapitol versprochen, agierte aber politisch ungeschickt und galt als führungsschwach.

qu/wa (dpa, afp)

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Fed will Kapitalvorschriften für US-Großbanken verschärfen

In den USA sollen die größten Banken ihre Kapitaldecken weiter aufpolstern, damit sie bei Krisen nicht wieder den Steuerzahlern auf der Tasche liegen. Durch neue Regeln wollen die Finanzaufseher sicherstellen, dass Verluste künftig bei Investoren und nicht mehr bei der öffentlichen Hand anfallen, wenn eines der Geldhäuser ins Schlingern gerät. Einen entsprechenden Vorschlag beschloss die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Washington. Das zusätzlich verlangte Polster müssen die Institute demnach voraussichtlich in langfristigen Anleihen vorhalten.

Wenn das Vorhaben umgesetzt wird, müssten die als systemisches Risiko für das Finanzsystem eingestuften acht größten Banken Milliarden an frischem Geld auftreiben. Zu systemrelevanten Geldhäusern zählen unter anderen JPMorgan, Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs. Bis 2019 soll der Schutzpanzer an langfristigen Verbindlichkeiten, die im Krisenfall in Eigenkapital umgewandelt werden können, mindestens 16 Prozent der risikogewichteten Vermögenswerte in den Bilanzen erreichen. 2022 soll der Wert dann auf 18 Prozent steigen.


Zu groß zum Scheitern

Chaotische Bankenpleiten, wie im September 2008 der Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers, sollen mit dieser und vielen anderen Regeln verhindert werden. “Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Wahrnehmung an den Märkten zu beenden, dass Banken zu groß zum Scheitern seien”, erklärte Fed-Chefin Janet Yellen. Die Bedrohung für die Finanzstabilität, die von den Firmen ausgehe, werde deutlich reduziert.

Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge müssten die betroffenen Banken etwa 120 Milliarden Dollar (109 Milliarden Euro) auftreiben, um der neuen Regel gerecht zu werden. Aus Fed-Kreisen verlautete, dass es den Banken nicht schwer fallen sollte, die Vorgaben zu erfüllen, da viele Auflagen mit bestehenden Regeln identisch seien. Zudem könnten die Anforderungen durch Refinanzierung von existierenden Bonds erfüllt werden.

Die geplanten neuen Vorschriften sind eine Konsequenz aus der Pleite von Lehman Brothers. Der Bankrott löste damals Schockwellen aus, die das Finanzsystem weltweit erschüttern ließen. Seit der letzten großen Finanzkrise haben die USA die Zügel bei der Bankenregulierung massiv angezogen. Die Banken klagen zwar, die strengeren Regeln und höheren Kapitalvorschriften würden ihre Geschäfte und die Kreditvergabe erschweren. Die meisten von ihnen scheffeln aber weiter Milliardengewinne.

kle/qu (rtr, dpa, afpe, ape)

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Weltweiter Appell zum Erhalt der Pressefreiheit in der Türkei


Der offene Brief wurde von Chefredakteuren und anderen leitenden Vertretern aus mehr als zwei Dutzend Ländern unterzeichnet. Dazu gehören die US-Zeitungen “New York Times” und “Washington Post”, die Nachrichtenagenturen AP und AFP, ARD und ZDF, die “Süddeutsche Zeitung”, die “Welt”-Zeitungsgruppe, der TV-Sender N24, die italienische Zeitung “La Stampa”, “Mainichi Shimbun” aus Japan und VICE Media.


Die unterzeichnenden Medien teilen die Besorgnis, dass die jüngsten Angriffe auf Medien und Journalisten in der Türkei “Teil einer konzertierten Kampagne sind, um jegliche Opposition oder Kritik an der Regierung im Vorfeld der Wahl zum Schweigen zu bringen”. Das Versagen der türkischen Regierung, Journalisten während des Wahlkampfs zu unterstützen und zu schützen, “untergräbt das internationale Ansehen des Landes und schädigt sein Ansehen als Demokratie”, schreiben die Autoren.



“Kultur der Straflosigkeit”


An den islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gewandt heben die Medienvertreter hervor: “Wir rufen Sie auf, ihren Einfluss geltend zu machen um sicherzustellen, dass Journalisten, ob türkische Staatsbürger oder Mitglieder der internationalen Presse, geschützt sind und es ihnen erlaubt wird, ihre Arbeit ohne Einschränkungen auszuüben.” Dabei brachten die Chefredakteure auch ihre Sorge über die “Kultur der Straflosigkeit” bei Attacken auf Journalisten zum Ausdruck.


Die Chefredakteure führen eine Reihe von Angriffen auf Medien in den vergangenen zwei Monaten an. Dazu zählt die Attacke auf die Büros der Tageszeitung “Hürriyet”, der Überfall auf den Journalisten Ahmet Hakan Coskun, die Festnahme von drei Journalisten, die für Vice News aus dem unruhigen Kurdengebiet im Südosten der Türkei berichtet hatten.


Staatliche Treuhänder greifen durch


Zudem verwiesen die internationalen Medienvertreter auf die Erstürmung des regierungskritischen Koza-Ipek-Medienkonzerns durch die Polizei in dieser Woche. Nach der Übernahme von Koza Ipek haben die staatlichen Treuhänder die Zeitungen des Konzerns vor der Parlamentswahl auf Regierungskurs gebracht. Die bisher regierungskritische “Bugün” erschien am Freitag mit einem staatstragenden Foto von Präsident Erdogan bei den Feiern zum Tag der Republik auf der Titelseite. Die “Millet” bildete Ministerpräsident Ahmet Davutoglu ab, der weiße Tauben mit einer “brüderlichen Botschaft” in den Himmel steigen lässt.


Die beiden zwischenzeitlich abgeschalteten Fernsehsender des Konzerns – Kanaltürk und Bugün – zeigten am Freitag Wohlfühlsendungen statt Nachrichten. Ein Gericht in Ankara hatte am Montag Treuhänder für die Koza-Ipek-Holding bestellt. Das Gericht wirft dem Mutterkonzern mit Sitz in Ankara Geldwäsche und Unterstützung der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vor, die in der Türkei inzwischen als Terrororganisation eingestuft wird. Gülen gilt inzwischen als Erzfeind Erdogans. Dieser wirft dem im US-Exil lebenden Prediger vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Macht an sich reißen zu wollen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von “Reporter ohne Grenzen” liegt die Türkei inzwischen nur noch auf Platz 149 von 180.



Schon wieder eine Wahl


Zum zweiten Mal innerhalb von knapp fünf Monaten sind die Türken an diesem Sonntag zur Wahl ihres Parlaments in Ankara aufgerufen. Erdogan hatte die Neuwahl ausgerufen, als nach der Abstimmung am 7. Juni keine Regierungskoalition zusammenkam. Bei der Wahl im Juni hatte die islamisch-konservative Regierungspartei AKP mit 40,9 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit der Sitze verfehlt. Grund dafür war, dass die pro-kurdische HDP mit 13,1 Prozent der Stimmen überraschend die Zehnprozenthürde überwand und ins Parlament einzog.


Der Verlust der absoluten Mehrheit war auch eine schwere Niederlage für Erdogan. Er hatte vor der Wahl im Juni für die von ihm mitbegründete AKP Wahlkampf betrieben, obwohl die Verfassung dem Staatsoberhaupt Neutralität vorschreibt. Erdogans Ziel ist die Einführung eines Präsidialsystems, wofür er aber eine starke AKP-Alleinregierung benötigt.


kle/qu (afp, dpa, ape)

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Viele Tote bei Explosion und Brand in Bukarester Nachtclub

Mehr als 180 Menschen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden, teilte das rumänische Innenministerium mit. Der für das Rettungswesen zuständige Staatssekretär Raed Arafat erklärte, er befürchte, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könne. Das Gesundheitsministerium rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Für die frühen Morgenstunden wurde eine Krisensitzung der Regierung einberufen.

Missglückte Feuerwerksshow?

Zum Zeitpunkt der Explosion besuchten mehrere Hundert Menschen ein Rockkonzert in den Nachtclub. Zu den Ursachen des Unglücks im Club “Colectiv” gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

Berichte von Augenzeugen waren widersprüchlich. Ein Konzertbesucher sagte der Agentur Mediafax, dass eine Show mit Feuerwerkskörpern einen Brand ausgelöst habe. Die Schallschutz-Verkleidung einer Wand sei dadurch in Brand geraten. Ein anderer Clubbesucher sagte, die Verkleidung einer Wand habe plötzlich gebrannt und die Gäste hätten dies zunächst irrtümlich für eine Feuerwerks-Show gehalten.

Menschen, die sich aus dem brennenden Saal retten konnten, berichteten von einer Massenpanik. Zudem sei zunächst nur einer von zwei Ausgängen des Kellerlokals passierbar gewesen. Viele Gäste seien niedergetrampelt worden, als sie ins Freie fliehen wollten.

In dem Club hatte die Bukarester Metalcore-Band “Goodbye to Gravity” ihr neues Album “Mantras of War” vorgestellt.

Staatschef Klaus Iohannis schrieb auf Facebook, er sei “erschüttert”, es handele sich “um einen sehr traurigen Moment für unsere Nation”.

qu/kle (rtr, dpa, afp, APE)

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