Месечни архиви: February 2016

Showdown am Super Tuesday

Die ersten Vorwahlen im US-Wahlkampf sind eigentlich nur Appetithäppchen. Die Hauptspeise im parteiinternen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ist der “Super Tuesday” – der “Super-Dienstag”. An diesem einen Tag nämlich stimmen Wähler und Parteimitglieder in gleich zwölf Bundesstaaten sowie dem US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa ab, wer sich im November zur Wahl um die US-Präsidentschaft stellen soll.

Fast jeder Bundesstaat hat einen etwas anderen Modus. Doch in allen werden Delegierte gewählt, die im Sommer auf den nationalen Parteitagen darüber abstimmen, welchen Kandidaten die jeweilige Partei letztlich nominiert.

Am Super Tuesday wählen beide großen Parteien einen großen Teil ihrer Wahlmänner – fast fünfmal so viele, wie bei an allen vorangegangenen Terminen zusammen. Bei den Demokraten ist es an diesem einen Tag etwas mehr als ein Drittel, bei den Republikanern sogar fast die Hälfte aller Delegierten.

Doch die große Relevanz des Super-Dienstags ergibt sich nicht allein aus den Zahlen. Auch die Unterschiede zwischen den Bundesstaaten bezüglich ethnischer und religiöser Zusammensetzung ihrer Bevölkerung- und der Wirtschaftsstrukturen spielt eine Rolle, wie Matthew Wilson, Experte für US-Wahlen an der Southern Methodist University in Dallas, erläutert. Wer in so unterschiedlichen Staaten gewinnt, könne für sich reklamieren, breite Bevölkerungsteile zu repräsentieren – ein wichtiges Argument für die Unterstützer im kostspieligen US-Wahlkampf.

Trumps starkes Momentum

Die meisten Demoskopen sagen für den Super-Dienstag deutliche Siege der ohnehin führenden Kandidaten voraus. Wenn sie richtig liegen, könnte schon am Mittwoch feststehen, dass Donald Trump und Hillary Clinton die nächste Präsidentschaftswahl unter sich ausfechten.



Donald Trump mit Marco Rubio und Ted Cruz in einer CNN-Debatte (Foto: Reuters)

Donald Trump (M.) muss sich noch gegen mehrere Mitstreiter der Republikaner behaupten

Wobei es Trump etwas schwerer haben dürfte, sich schon jetzt endgültig durchzusetzen, weil das Bewerberfeld bei den Republikanern weiterhin sehr groß ist. Vier seiner Konkurrenten haben in bisherigen Vorwahlen Delegierte gewonnen und sind noch im Rennen. Um sie vorzeitig auszustechen, müsste Trump den Super-Tuesday haushoch gewinnen.

Doch selbst wenn er nur mit mäßigem Vorsprung gewinnt und auch am Mittwoch rechnerisch noch einholbar ist, glaubt Julian Zelizer, Historiker und Politologe an der Universität Princeton, nicht an ein offenes Rennen: “Sein Vorsprung und das Momentum, dass sich daraus ergäbe, würde die Unterstützer der anderen Kandidaten demoralisieren.”

Sanders unter Druck

Bei den Demokraten dagegen sieht es so aus, als entscheide sich das Rennen am Dienstag. “Es müsste etwas Drastisches geschehen, damit Bernie Sanders eine Chance bleibt”, sagt Stella Rouse, Leiterin des Center for American Politics and Citizenship an der Universität von Maryland.

Auch Wahlexperte Wilson sieht Hillary Clinton bereits als demokratische Kandidatin: “Meine Vorhersage lautet, dass Clinton dank ihrer starken afroamerikanischen Basis in den Südstaaten gewinnt, und damit alles klar macht.” Sanders habe aus dieser Wählergruppe bisher keine signifikante Unterstützung erhalten. Ohne sie, so Wilson, könne man in der Demokratischen Partei heutzutage nicht gewinnen.



Hillary Clinton wird in South Carolina von ihren Anhängern bejubelt (Foto: Reuters)

Nach ihrem Sieg in South Carolina sehen Experten Hillary Clinton bereits als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten

Demnach wäre der Super Tuesday Sanders’ letzte Chance, Clinton auf ihrem Weg zur Präsidentschafts-Kandidatur aufzuhalten, sagt auch Princeton-Forscher Zelizer: “Sanders müsste schon eine ganze Reihe solider Siege einfahren, sonst ist seine Kampagne am Ende.”

Spannung garantiert

Selbst wenn Trump und Clinton eine Vorentscheidung erreichen, dürfte der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft spannend bleiben. Denn dass sich Clinton gegen einen selbsternannten “Sozialisten” durchsetzt, bedeutet noch lange nicht, dass sie auch gegen einen republikanischen Kandidaten bestehen kann. “Wenn sie weiterhin weiße Wähler verliert, wie bisher im Rennen gegen Bernie Sanders”, sagt Wahlexperte Wilson, “könnte das bei der Präsidentschaftswahl im November ein Problem für sie werden.”

Aber auch zwei republikanische Kandidaten könnten noch für Aufsehen sorgen: Ted Cruz und Marco Rubio. Dafür müssten sie ihre Unterstützer allerdings jetzt überzeugen, dass sie Trump noch stoppen können. “Cruz muss dafür Texas gewinnen und in ein paar anderen Staaten gut abschneiden”, sagt Stella Rouse von der Universität von Maryland. “Rubios Weg ist bei weitem nicht so klar: Er ist in keinem der Super-Dienstag-Staaten Favorit.”

Source Article from http://www.dw.com/de/showdown-am-super-tuesday/a-19083420?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Bis zu 25 Tote bei Selbstmord-Anschlag auf Trauerfeier im Irak

Ein Attentäter habe im Osten der Stadt Al-Mikdadija seine Sprengstoffweste gezündet, meldete die Nachrichtenseite “Al-Sumaria”. Der Internetseite “Shafaaq News” zufolge wurde das Attentat auf der Trauerfeier für den Kämpfer einer schiitischen Miliz verübt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Al-Mikdadija liegt in der östlichen Provinz Dijala, in der die Behörden vor einem Jahr ihren Sieg über die Aufständischen erklärt hatten. Die sunnitische Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS), die weite Landesteile des Irak und im benachbarten Syrien kontrolliert, blieb jedoch in Dijala aktiv.

Erst am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein vor allem von Schiiten bewohntes Viertel der Hauptstadt Bagdad mehr als 70 Menschen getötet worden, mehr als 150 wurden verletzt. Der IS bekannte sich zu der Tat. Die Dschihadisten verüben regelmäßig Attentate im Irak und greifen dabei vor allem Schiiten an.

sti/ml (dpa, rtr)

Source Article from http://www.dw.com/de/bis-zu-25-tote-bei-selbstmord-anschlag-auf-trauerfeier-im-irak/a-19083350?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Deutschland und Marokko für schnellere Abschiebeverfahren

Marokkanische Staatsbürger sollen künftig leichter aus Deutschland zurück in ihre Heimat abgeschoben werden können. Beide Länder haben sich auf ein Verfahren zu beschleunigten Rückführungen verständigt. Das teilten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Marokkos Innenminister Mohamed Hassad nach einem Treffen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mit.

Dabei wolle man sich zunächst auf diejenigen konzentrieren, die im vergangenen Jahr mit den Flüchtlingsströmen nach Deutschland gekommen seien und sich als Syrer ausgegeben hätten. “Wir sind uns einig, dass wir in dieser Gruppe so viele wie möglich zurückführen werden”, sagte de Maizière. Sowohl Hassad als auch Regierungschef Abdelilah Benkirane hätten sich überzeugt gezeigt, dass Marokko ein sicheres Herkunftsland sei.



Deutschland Abschiebung Polizei

Mit Linienflügen sollen die Marokkaner abgeschoben werden

Fingerabdrücke sollen helfen

Die Identität marokkanischer Staatsbürger soll anhand von Fingerabdrücken festgestellt werden, die in Marokko für biometrische Pässe gespeichert sind. “Die marokkanische Seite hat mitgeteilt, dass sie dann in aller Regel innerhalb von 45 Tagen antwortet”, sagte de Maizière. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rund 10.000 Marokkaner nach Deutschland gekommen. Die Anerkennungsquote für Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Land lag bei 3,7 Prozent.

Ausreisepflichtige Marokkaner sollen mit Linienflügen abgeschoben werden. Für die Zahl der Abschiebungen werde es keine Begrenzung oder Kontingente geben, sagte de Maizière. Als erstes solle eine Gruppe von 29 Marokkanern zurückgeführt werden, deren Identität bereits zweifelsfrei geklärt sei. Als Reisedokumente werde die marokkanische Seite sogenannte Laissez-Passer-Papiere ausstellen, die eine längere Gültigkeitsdauer als üblich haben sollen. Bisher sind diese Passersatzdokumente auf wenige Tage begrenzt, was Abschiebungen häufig verhindert.


Sicherheitsabkommen bald fertig

Zugleich einigten sich beide Minister auf den baldigen Abschluss eines Sicherheitsabkommens, das seit Jahren verhandelt wird. Nur noch wenige technische Details müssten geklärt werden, dann sei das Abkommen unterschriftsreif, sagte de Maizière. Das Abkommen betreffe den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, gegen Schmuggler, organisierte Kriminalität und illegale Migration.

Im Rahmen seiner Maghreb-Reise ist de Maizière inzwischen in Algier eingetroffen. Auch hier steht das Thema der Rücknahme ausreisepflichtiger Staatsbürger im Mittelpunkt der Gespräche. Am Flughafen der algerischen Hauptstadt wurde de Maizier von seinem Amtskollegen Noureddine Bedoui in Empfang genommen. Anschließend wollte er mit Regierungschef Abdelmalek Sellal zusammentreffen. Zuletzt stehen noch Gespräche in Tunesien auf dem Programm des Innenministers.

Stärkere Wirtschaftskooperation mit Tunesien

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist ebenfalls in der Region unterwegs. Bei Gesprächen in Tunesien ging es um eine wirtschaftlich engere Zusammenarbeit. “Wir haben vereinbart, im Bereich des Investments deutscher Firmen die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern”, sagte Müller in der Hauptstadt Tunis. 250 Firmen seien bereits in dem nordafrikanischen Land aktiv und hätten dort investiert.

Zudem gebe es “volle Übereinstimmung in puncto Sicherheitskooperation, in puncto Migration, auch der Frage der Rücknahme von abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland”, sagte Müller nach dem Zusammentreffen mit dem tunesischen Premierminister Habib Essid. Der nannte Deutschland einen verlässlichen Partner. “Deutschland ist das einzige Land, das seine Investitionen, vor allem seine Auslandsinvestitionen, erhöht hat nach der Revolution”, betonte er. Im März plane Tunesien eine Konferenz von bereits ansässigen Unternehmen sowie zukünftigen Investoren aus Deutschland.

wo/as (dpa, afd, epd)

Source Article from http://www.dw.com/de/deutschland-und-marokko-für-schnellere-abschiebeverfahren/a-19082823?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Schlechte Noten für Afrikas Schulen


Wenn Südafrikas Bildungsministerin Angie Motshekga an den Zustand des Bildungswesens in ihrem Land denkt, dann war’s das mit ihrer Nachtruhe. Allein in vier Provinzen Südafrikas sind mehr als 213.000 Schüler durch die Abschlussprüfung gerasselt. “Wenn 25 Prozent einer Gruppe durchfallen, dann müssen wir schlaflose Nächte haben”, wurde sie im Januar von einer südafrikanischen Zeitung zitiert. Die Zahl gleiche “einer nationalen Katastrophe”.


Der Bildungsforscher Servaas van der Berg hat noch schlimmere Zahlen parat. Von den 1.2 Millionen Kindern, die 2002 in Südafrika eingeschult wurden, erreichte weniger als die Hälfte den Abschluss der Sekundarschule.


30 Millionen Kinder gehen nicht nur zur Schule


Südafrika ist nur
ein Negativbeispiel. In vielen afrikanischen Ländern gehen immer noch viele Kinder erst gar nicht zum Unterricht. Laut einem Bericht der UN-Bildungsorganisation UNESCO saßen in Nigeria, der Elfenbeinküste oder Eritrea weniger als 80 Prozent aller schulpflichten Kinder im Klassenzimmer. Auch wenn die Einschulungsraten steigen: 2012 gingen mindestens 30 Millionen Kinder in Afrika nicht zur Schule.




Bildungsforscher Reiner Klingholz vor seinem Schreibtisch.

Bildungsforscher Reiner Klingholz plädiert für mehr Investitionen in Afrikas Bildungssektor

“Der afrikanische Kontinent ist mit Abstand am schlechtesten qualifiziert”, sagt Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. In vielen afrikanischen Ländern gebe es einen hohen Anteil an Analphabeten oder Kindern, die nicht zur Schule gehen. Und selbst die Kinder, die zur Schulen gingen, bekämen zum Teil nur sehr schlechten Unterricht. “Diese jungen Menschen sind dann nicht in der Lage, im globalen Maßstab zu konkurrieren”, so Klingholz.


“Schlechte Lehrer, schlechte Lehrpläne, keine Klassenzimmer”


Das sei aber nicht die Schuld der Schüler: “Schlechte Lehrer, schlechte Lehrpläne, unzureichende Infrastruktur wie Schulgebäude”, zählt Bildungsforscher Klingholz als Gründe auf. Die Konsequenzen: Der südafrikanische Experte Servaas van der Berg rechnet vor, dass Kinder in einigen afrikanischen Ländern vier bis fünf Jahre brauchen, um in der Schule das gleiche Wissen zu erlangen, das Kinder in Industrie-Nationen in zwei Jahren lernen.


Mit verheerenden Folgen: “In vielen Konfliktgebieten in Afrika sieht man, dass meistens junge Männer oder Kinder für Rebellengruppen rekrutiert werden. Es sind Menschen, die keine Bildung haben und die die Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppe als Möglichkeit sehen, sich ein Einkommen zu verdienen”, sagt der Afrika-Experte Christopher Fomunyoh vom Nationalen Demokratie-Institut in Washington.


Als Beispiel nennt Fomunyoh die Terror-Miliz Boko Haram in Nordnigeria. “In diesen Gebieten finden Sie massenhaft junge Männer, die
keine Grundbildung haben, die große Probleme haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren und die daher besonders für extreme Gruppen anfällig sind.”


Qualität statt Quantität


Die Ursachen für die Bildungsmisere reichen bis in die Kolonialzeit zurück. Die Kolonialmächte bauten nur wenige Schulen – denn an einer grundlegenden Qualifikation der Bevölkerung fehlte ihnen schlichtweg das Interesse. Nach der Unabhängigkeit investierten viele Staaten nicht genügend in Bildung. Konflikte in vielen Staaten trugen dazu bei, dass das Thema keine Priorität genoss. Und die Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank sorgten dafür, dass viele Staaten auf Haushaltskonsolidierung setzen – und
Investitionen ins Bildungssystem drastisch kürzten.




Schüler in einem Klassenzimmer in Nairobi.

Viele Schüler leiden unter schlechten Lernbedingungen

Der südafrikanische Wirtschaftswissenschaftler Seervas van der Berg von der Universität Stellenbosch fordert aber nicht nur Geld für Afrikas Bildungssysteme. Er fordert auch, dass andere Prioritäten gesetzt werden. “Viele Regierungen in Afrika und zum Teil auch ausländische Geber haben sehr viel Wert darauf gelegt, die Zahl der Schulkinder zu erhöhen. Es wurde aber zu wenig darauf geachtet, was die Kinder lernen, welche Qualität der Unterricht hat.”


Das heißt: Mehr Investitionen in die Lehrerausbildung, in geeignete Lehrmaterialien oder Schulgebäude. Und auch die Lehrpläne müssen sich ändern. “Die Lehrpläne in vielen afrikanischen Staaten ähneln immer noch denen aus der Kolonialzeit”, sagt Afrika-Experte Christopher Fomunyoh. Er plädiert auch dafür, die Ausbildung grundsätzlich zu überdenken: “Es ist schön, dass wir viele Geisteswissenschafter haben. Aber bilden wir auch genug Mechaniker, Ingenieure oder Landwirtschafts-Experten aus, die wir brauchen?”

Source Article from http://www.dw.com/de/schlechte-noten-für-afrikas-schulen/a-19083127?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

"Irgendwie ist diese Flucht nie vorbei"

Greifvögel zirkeln über die Felder. Elegant und kraftvoll. Jederzeit bereit zur tödlichen Attacke. McAllen ist ein Paradies für Ornithologen. Besonders jetzt im Frühjahr. An heißen Sommertagen steigen die Temperaturen auf über 40 Grad im Schatten. “Dann ist niemand draußen, der es irgendwie vermeiden kann”, sagt Jose Cruz. Er ist hier geboren, kennt fast jede Wendung des Rio Grande, der natürlichen Grenze zwischen Texas und Mexiko. Dem Fluß, der nicht nur Staaten, sondern Welten trennt.

Illegale Einwanderung ist eines der Top-Themen dieses Wahlkampfes. 3144 Kilometer lang ist die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. Die Mauer, die Donald Trump errichten will, um illegale Einwanderung zu stoppen, fehlt in keiner politischen Debatte in diesem Wahljahr.

Cruz hat viele Jahre im Ausland gearbeitet, für die Vereinten Nationen Grenzen bewacht und Kontrollen organisiert, im Kosovo und in Mazedonien. Jetzt ist er wieder zu Hause, um seine eigenen Leute zu beschützen.



USA Texas Border Control Jose Cruz und Jerry Brumley

Patroullieren die texanisch-mexikanische Grenze im Privat-Auftrag: Jose Cruz und sein Kollege Jerry Brumley

“Die Vereinigten Staaten sind von Einwanderern gegründet worden. Ich bin nicht gegen Einwanderung”, sagt Cruz. “Aber wir müssen Wege finden, kontrollieren zu können, wer in unser Land kommt.”

Zu wenig Personal und veraltete Technik

“Die offizielle Grenzkontrolle kann das nicht leisten”, meint er. Sie sei unterbesetzt und mit völlig veralteter Technik ausgestattet. Deshalb arbeitet er seit drei Jahren für die private Organisation ISA (International Security Agency) in McAllen. “Wir überwachen die Gebiete, für die wir verantwortlich sind, komplett mit Foto- und Infrarot-Technik. Die arbeitet vollautomatisch und sendet Signale aus, wenn sich etwas bewegt.”

Die Hauptauftraggeber der Firma sind derzeit Farmer, die ihre Ländereien im Grenzgebiet haben. Schutz brauchen sie vor allem gegen Drogenkartelle und Menschenschmuggler, die nicht nur verbal drohen, wenn sie bei ihren Geschäften gestört werde. Eigentlich wollen Cruz und seine Kollegen für den Staat arbeiten. “Wir bekommen viel Unterstützung für unsere Ideen, aber kein Geld.” Politiker wollten nicht in sinnvolle Technik investieren, sondern in etwas, das man sieht. “Wie diese riesige Mauer.”

Auch wenn er Trump grundsätzlich unterstützt, hält er wenig von dessen Plänen. “Alles, was die illegale Einwanderung verringert, ist gut. Aber das stoppt sie nicht. Was wir brauchen ist ein digitaler Zaun. Wir brauchen eine lückenlose Bodenüberwachung.”

Cruz hat keine Angst vor den
Einwanderern aus Mexiko und Lateinamerika. “Wenn sie vor Gewalt oder Krieg fliehen ist es in Ordnung, wenn sie hier bleiben.” Seine größte Sorge ist, dass radikale Islamisten über die schlecht gesicherte Grenze in die Vereinigten Staaten kommen. “Das sind die wirklich gefährlichen Leute. Und die würden sich niemals von einem Zaun aufhalten lassen.”

Tödlicher Streifen Niemandsland

Mit einem bis dato unerreichten finanziellen Aufwand wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein Grenzzaun aus Eisenstreben errichtet. Rostrot ragen sie in den Himmel, zwischen zwei und sechs Metern hoch. Oben sind kleine Überwachungskameras angebracht. “Die musst die Flüchtenden frühzeitig entdecken. Wenn sie erst am Zaun sind, ist es zu spät.” Deshalb brauche man eine Überwachung, die die Flüchtlinge im 20 Meilen breiten Niemandsland aufspüre, diesem vor allem im Sommer oft tödlichen Streifen, der zwischen der Mexikanischen Grenze und den Sicherungsanlagen der Vereinigten Staaten liegt.


Tiefblau spiegelt sich der Himmel im Rio Grande. Grenzschützer Jose Cruz blickt auf eines seiner Handys. Wenig später liest er den Bericht eines lokalen Nachrichtensenders vor: Ganz in der Nähe gab es eine Schießerei, verletzt wurde niemand. Immer wieder werden Schüsse von der mexikanischen Grenze in Richtung USA abgefeuert. “Das sind keine normalen Immigranten, das sind die Kartelle. Sie versuchen, die Grenzpatrouillen einzuschüchtern und freies Feld für ihre Operationen zu bekommen.”

Der Vater wird immer gewalttätiger

Diego Mancha ist sieben, als seine Mutter ihn und seine kleine Schwester in den Schwimmunterricht steckt. Die Situation zu Hause wird immer unerträglicher. Mittlerweile beginnt der Vater schon am Donnerstag zu trinken, oft bis spät in den Sonntagabend. Erst schlägt er die Mutter, dann auch die beiden Kinder. “Zuhause” ist das väterliche Elternhaus mit Großeltern und Tanten in Mexico City.

Dass die Mutter versuchte, ein Besuchervisum für die USA zu bekommen, hat er damals nicht verstanden. Im Juni 2002 steht die Mutter plötzlich mit zwei Koffern vor der Schule. Zum ersten Mal in seinem Leben steigt Diego in ein Flugzeug. Nach Monterrey. Von dort geht es weiter mit dem Bus in den kleinen Grenzort Piedras Negras, rund 400 Kilometer nördlich von McAllen. Es wird lange dauern, bis er wieder fliegen wird.



USA Texas Border Control Zaun

Kein unüberwindbares Hindernis: der US-Grenzzaun zu Mexiko

Die Großmutter mütterlicherseits und die Tante leben schon seit einiger Zeit in den USA. Sie haben ein Visum und können die Grenze überqueren. “Wir trafen sie. Ich verstand nicht, weshalb meine Mutter ihnen unsere beiden Koffer mitgab. Nur einen Satz trockene Kleider für jeden von uns behielt sie. Ich erinnere mich noch gut an diese letzte, lange Umarmung meiner Großmutter.”

Trockene Kleider in einer Plastiktüte

Sie verstecken sich in einem kleinen verlassenen Haus im Grenzgebiet mit zwei anderen Frauen und einigen Kindern. Es ist ein Samstag. Die Mutter streitet mit fremden Männern. Viele Jahre später erklärt sie Diego, dass sie für gefälschte Papiere bezahlt hatte. Hier will niemand mehr etwas davon wissen. Ein Mann kommt. Schärft ihnen ein, sich auf der anderen Seite des Flusses sofort umzuziehen und die nassen Kleider liegen zu lassen. Dann geht alles schnell. Er drängt sie ins Wasser. Diego Mancha, seine Schwester und Mutter klammern sich verzweifelt an den schwarzen Reifen, der auf dem grauen Wasser liegt. Der Mann schwimmt vorneweg, Mancha kann sich nicht erinnern, wie lange sie im Wasser sind. Der Unbekannte wirft die Plastiktüte mit den Kleidern ans andere Ufer, wartet, bis sie an Land sind. Dann ist er weg.

“Ich habe nicht darauf geachtet, wohin er verschwand. Ich war so beeindruckt von ein paar weißen Leuten, die Fußball spielten, nur wenige Meter von der Grenze entfernt. Als würde die gar nicht existieren.” Bis heute erinnert er sich an all die vielen nassen Kleider, die überall herumlagen. “Ich wünsche, ich hätte damals mein Handy gehabt, um ein Foto zu machen. Es war alles so … skurril.”

Wenig später sitzen sie in einem Auto. Eine Frau fährt, die Mutter sitzt vorne, Diego Mancha und seine Schwester müssen sich auf den Rücksitz legen, so dass sie von außen niemand sieht.

Sie schaffen es, ohne kontrolliert zu werden nach San Antonio, zur Familie. “Meine Mutter ist sehr religiös. Sie betet die ganze Zeit zur Heiligen Maria von Guadalupe. Vielleicht war es nur pures Glück. Vielleicht half sie wirklich.” Für einen Moment weicht sein verschmitzes Lachen einer Ernsthaftigkeit die ahnen lässt, was dieser 22-Jährige, der so jungenhaft daherkommt, erlebt hat.

Brutale Zustände in den Lagern


Flüchtlinge, die geschnappt werden, werden in Lager gebracht.Wie Kimberly Rivera, die mit ihren beiden Kindern aus Honduras über Mexico in die USA geflohen ist. Sie erzählt unter Tränen von den unwürdigen Zuständen, mangelhafter Versorgung, brutalen Wärtern. “Wir waren sehr durstig und bekamen nicht genügend zu trinken. Sie haben uns alles weggenommen. All meine privaten Dinge. Meine Kinder mussten im Lager zusehen, wie Menschen sich das Leben nahmen.” Nach der Erfassung beginnt das Warten. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein endgültiges Urteil gefällt wird. Die 27-Jährige hat große Angst, dass sie vielleicht zurück muss nach Honduras, gefoltert wird oder ermordet, wie so viele ihrer Freunde und Familienangehörigen.

Diego Mancha und seine Familie schaffen es unbehelligt bis zu Tante und Großmutter, die in einem relativ wohlhabenden Vorort von San Antonio leben. Viele Weiße, kaum Latinos. Die Tante besitzt ein recht erfolgreiches Reinigungsunternehmen.

Mancha kommt in eine zweisprachige Grundschule. Er ist klein und drahtig. Man sieht, dass er ein guter Läufer ist. Beim Laufen verletzt man sich nicht so schnell wie bei anderen Sportarten. Die Mutter hat ihm früh eingebläut, aufzupassen. Die Familie hat keine Krankenversicherung.

Er muss schwören, es niemandem zu erzählen

Es dauert einige Jahre bis er merkt, dass ihn etwas ganz Grundsätzliches von seinen Mitschülern unterscheidet. Am Anfang denkt er, es sei einfach das Geld, das fehlt. Und dass er deshalb bei den Schulausflügen nicht dabei sein kann. Irgendwann nimmt ihn seine Mutter zur Seite, lässt ihn auf die Heilige Maria de Guadalupe schwören, dass er niemandem jemals erzählen wird, dass er keine Papiere hat. Dass er, seine Schwester und seine Mutter illegal im Land sind.

Mancha beginnt zu verstehen, dass er anders ist. Dass sein Leben Grenzen hat hier in Amerika.


Über die Jahre wird es immer schwieriger, seinen Schulfreunden zu erklären, warum er nie mit nach Mexico kommt. Warum er keinen Führerschein macht, keine Jobs annimmt, obwohl die Familie offensichtlich doch zu den ärmsten in der Nachbarschaft gehört.

Diego Mancha ist so gut in der Schule, dass seine Lehrer ihn für einen Kurs zur Vorbereitung aufs College empfehlen. Er besteht. Und soll, wie alle anderen, Anträge ausfüllen für Stipendien. “Aber ich konnte nicht. Ich hatte keinen Status, geschweige denn eine Sozialversicherungsnummer. Ich dachte nur: Jetzt stecke ich richtig in der Scheiße.”

Ohne Papier kein Stipendium

Und wieder ist es der Gedanke an die Mutter, die die Schule abbrechen musste, der ihn nicht aufgeben lässt. “Ich wollte der erste in der Familie mit einem Hochschulabschluss sein.”

Also spricht er endlich mit seiner Betreuerin. Erzählt ihr die Wahrheit. Sie ist schockiert, fragt ihre Kollegen. Niemand hier in diesem weißen Vorort hat Erfahrung mit Schülern ohne Dokumente. “Ich fühlte mich wieder wie ein Außenseiter.”

Es ist das Jahr 2012. Präsident Obama hat den sogenannten Dream Act erlassen, eine Verordnung, die Kindern wie Diego hilft. Auch wenn es keine völlige Legalisierung ist, so kann er dank der neuen Gesetze endlich eine Arbeitsgenehmigung bekommen, seinen Führerschein machen. Ein halbwegs normales Leben führen. Aber zunächst bleibt er vorsichtig. Was, wenn Obama verliert und Matt Romney ins Weiße Haus einzieht. Was passiert dann mit den Daten? Würde er nach all den Jahren vielleicht doch noch deportiert werden? Und seine Schwester und seine Mutter gleich mit? Er wartet ab. “Aber dann geschah irgendetwas in diesem Sommer. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Auf einer Pressekonferenz packte ich alles aus.”

Ein riesiger Befreiungsschlag. Die meisten seiner Freunde waren geschockt. Nicht über seine Herkunft, sondern darüber, dass er seine wahre Geschichte so lange vor ihnen verheimlicht hatte.

“Mein coming out hat gab mir so viel Energie. Ich habe mich unglaublich befreit gefühlt.



USA Texas Border Control Diego Mancha

Schwamm als Kind illegal in die USA: Diego Mancha

Kofferpacken, falls Trump gewinnt

Jetzt, wo Diego Mancha seine Geschichte nicht mehr verheimlicht, kann er sich um Stipendien bewerben. Organisationen wie The Dream.US helfen ihm, seine College-Gebühren zu bezahlen. Dank Obamas Initiative kann er arbeiten, Geld verdienen und seine Mutter entlasten.

Ist er angekommen? Fühlt er sich als Amerikaner? “Mit diesem Bekenntnis habe ich ein Problem. Ich bin dagegen, dass man sich assimilieren muss. Jeder sollte in der Lage sein, seine eigene Kultur zu behalten.”

In zwei Monaten wird Diego seinen College Abschluss machen. Dann zwei Jahre arbeiten, um sich damit den Traum zu erfüllen, auf die Uni zu gehen. “Ich werde der erste in meiner Familie sein, der einen Doktor-Titel haben wird.”

Zweifel dass er es nicht schaffen könnte, hat Diego Mancha keine. Einen Unsicherheitsfaktor aber gibt es. “Ich plane schon was ich machen werde, wenn
Donald Trump zum Präsidenten gewählt wird. Ich überlege nur noch, ob ich nach Mexiko oder Kanada gehen sollte.” Wäre es nicht hart, die USA zu verlassen? “Ich bin hier, wenn sie mich hier wollen. Ich habe noch immer keine Rechte. Irgendwie ist die Flucht nie zu Ende.”

Source Article from http://www.dw.com/de/irgendwie-ist-diese-flucht-nie-vorbei/a-19081972?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Megahotel an Spaniens Küste vor dem Abriss

Mit seinen 21 Stockwerken und 411 Zimmern ragt die halb fertige Hotelanlage “El Algarrobico” fast wie eine Pyramide an der Küste empor. Der Betonklotz, der nur etwa 14 Meter vom Strand des Naturparks Cabo de Gata im Süden Spaniens entfernt ist, ist eines der umstrittensten Bauprojekte Spaniens.

Doch nun ist zumindest der Rechtsstreit vorbei: Nach mehr als zehn Jahren haben die Richter am Obersten Gerichtshof in Madrid den Bau des Hotels für illegal erklärt. Die Hotelanlage liegt den Richtern zufolge im Naturschutzgebiet. Umweltaktivisten haben nach zehn Jahren Widerstand endlich Grund zum Feiern. Sie hatten bereits 2003 gegen die Verschandelung eines der letzten naturbelassenen Strände in der Gegend von Carboneras geklagt.

“Endlich hat der Countdown für den Abriss des Hotels begonnen”, sagt der andalusische Umweltminister José Fiscal. Seine triumphierenden Worte kommen nach jahrelangem Hin und Her und rechtlicher Ungewissheit. Viele örtliche Bewohner machen die regionale Regierung für das Fiasko verantwortlich.



Nationalpark Cabo de Gata
(Foto: picture-alliance/ H. Champollion)

Der Nationalpark Cabo de Gata ist eines der größten Küsten-Schutzgebiete in Andalusien

Alles begann in den 1980ern, mit der ersten Baugenehmigung. Damals stand die Küstenregion noch nicht unter Umweltschutz. 2003, als der Bau schon im Gange war, hatte sich die Rechtslage bereits geändert. Das Hotel befand sich im Nationalpark Cabo de Gata und war somit rechtswidrig geworden.

2006 – erst drei Jahre später – ordnete ein lokaler Gerichtshof den sofortigen Stopp der Baustelle an. Darauf reagierte aber weder die andalusische Landesregierung noch das Umweltministerium.

Weitere sechs Jahre vergingen, bis der andalusische Gerichtshof 2012 das Gebäude für illegal erklärte und den Abriss forderte. Nach zwei Jahren revidierten die Richter ihren Beschluss jedoch wieder – das Bauprojekt bekam erneut grünes Licht.

Erst zehn Jahre später schob ihm dann schließlich der Oberste Gerichtshof endgültig den Riegel vor.

Hoher Preis für den Erfolg

Der Abriss der gigantischen Bauruine wird schätzungsweise sieben Millionen Euro kosten. Die Kosten müssen sich die nationale und die lokale Regierung teilen. Die Entschädigung für die Hotelbesitzer steht noch nicht fest. Sie fordern 70 Millionen Euro.



Blick über eine Baustelle auf die für den Touristenansturm gebauten Bettenburgen in Torremolinos an der Costa del Sol (Foto: picture alliance).

Für den Touristen-Ansturm gewappnet: Bettenburgen im andalusischen Badeort Torremolinos

Zu den großen Verlierern zählen sich außerdem die Bewohner der Gegend. Während sich Umweltschützer vehement gegen die Hotelanlage wehrten, unterstützte die Mehrheit der Anwohner den Bau – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. “Jetzt, da es schon fast fertig gebaut war, hätten wir wenigstens das Beste daraus machen können”, sagt Salvador Hernández, Bürgermeiser des nahegelegenen Ortes Carboneras.

Hernández sagt, das Hotel hätte die nötigen Jobs schaffen können. “Stattdessen müssen die Leute jetzt den Abriss und dessen Folgen mit ihren Steuern bezahlen”, sagt er im Gespräch mit der DW. Laut Hernández leiden die lokalen Gemeinden am meisten. “Unsere Gemeinde ist zwar einzigartig, aber unser Image ist durch dieses Skandal komplett zerstört”, beklagt er.


Die Redaktion empfiehlt


Unsichere Zukunft

Außerdem wird die Baustelle auch nicht über Nacht verschwinden. Und der Abriss wird nicht billig. Etwa 60.000 Kubikmeter Müll und Schutt werden zurückbleiben. Davon müssen 40.000 Kubikmeter abtransportiert und woanders abgeladen werden. Mit dem Rest soll die Gegend ihr ursprüngliches Aussehen zurückerhalten.

Das birgt auch Chancen, finden Vertreter von
Greenpeace. “Die Abrissarbeiten können etwa 400 Arbeitsplätze schaffen”, sagt Pilar Marcos. Er ist Chef der Küstenschutz-Kampagne von Greenpeace. “98 Prozent des Materials kann recycelt werden. Außerdem bietet sich hier eine große Chance für nachhaltigen Tourismus.” Für die Zukunft des Küstenstreifens gibt es zwei Optionen: Entweder er bleibt naturbelassen, oder er wird Basis für neue Tourismus-Angebote.

Derweil boomt der
Tourismus in Spanien weiter: Das küstenreiche Land ist nach wie vor eines der beliebtesten Tourismusziele weltweit. 2014 erreichte Spanien Platz drei auf der UN-Rangliste der meistbesuchten Länder. Laut der Statistik-Stelle der EU Eurostat war Spanien 2015 mit 421 Millionen Übernachtungen
Spitzenreiter in Europa.

Der Umweltorganisation WWF zufolge ist der Massentourismus aber eine ernste Bedrohung für die Umwelt und ist eine der Hauptursachen für den Verlust an Biodiversität im Mittelmeerraum. Er bedroht Meeresböden, Küstenlandschaften und meeresbiologische Prozesse.

Damit steht Spanien jedoch nicht allein da – die Umweltfolgen von Tourismus sind ein weltweites Problem. Mexiko, China, Ecuador, Indonesien und Nepal sind nur einige von vielen Ländern, wo Urlauber die Natur gefährden, die sie eigentlich genießen wollen.

Source Article from http://www.dw.com/de/megahotel-an-spaniens-küste-vor-dem-abriss/a-19083038?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Deutscher Mindestlohn eher niedrig


Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten ist der Mindestlohn in Deutschland laut einer Untersuchung eher niedrig. Der deutsche Mindestlohn liege mit 8,50 Euro pro Stunde unter den Lohngrenzen der übrigen westeuropäischen Staaten, die allesamt deutlich über neun Euro vorsähen, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf.


In den westeuropäischen Ländern rangieren die Lohnuntergrenzen zwischen 8,50 Euro in Deutschland und 11,12 Euro in Luxemburg. Im benachbarten Frankreich beträgt der Mindestlohn demnach 9,67 Euro, in den Niederlanden 9,36 Euro, in Irland 9,15 und in Belgien 9,10 Euro. In Großbritannien müssen umgerechnet mindestens 9,23 Euro gezahlt werden.


Die südeuropäischen EU-Staaten haben Untergrenzen zwischen 3,19 Euro in Portugal und 4,20 Euro auf Malta. Etwas darüber liegt Slowenien mit 4,57 Euro je Stunde. In den meisten anderen mittel- und osteuropäischen Staaten sind die Mindestlöhne noch deutlich niedriger. Allerdings hätten diese Länder im Vergleich zu den anderen EU-Staaten beim Lohnniveau mittlerweile aufgeholt, erklärten die Wissenschaftler.


In vielen Ländern wurden Mindestlöhne angehoben


Der Untersuchung zufolge haben 22 von 28 Mitgliedsstaaten der EU einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. 17 von ihnen hätten ihre Lohnuntergrenze zum Jahreswechsel angehoben. “Die Erhöhungen fielen mit durchschnittlich 4,6 Prozent stärker aus als 2014 und waren deutlich kräftiger als in den krisengeprägten Jahren zuvor”, hieß es in der Untersuchung. “Da gleichzeitig die Inflation sehr niedrig war, legten die Mindestlöhne in den meisten EU-Ländern auch real deutlich zu.”


Der erst vor gut einem Jahr eingeführte Mindestlohn in Deutschland von 8,50 Euro je Stunde blieb unangetastet. In den kommenden Monaten entscheidet aber die Mindestlohn-Kommission über eine Erhöhung. Basis dafür sind die jüngsten Tarifabschlüsse. Die Lohnuntergrenze könnte ab Januar 2017 um 30 Cent auf 8,80 Euro steigen.


iw/wen (epd, rtr)


Source Article from http://www.dw.com/de/deutscher-mindestlohn-eher-niedrig/a-19082404?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Deutschland und Marokko vereinbaren schnellere Abschiebeverfahren

Marokkanische Staatsbürger sollen künftig schneller aus Deutschland zurück in ihre Heimat abgeschoben werden. Beide Länder haben sich auf ein Verfahren zu beschleunigten Rückführungen verständigt. Das teilten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Marokkos Innenminister Mohamed Hassad nach einem Treffen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mit. Dabei wolle man sich zunächst auf diejenigen konzentrieren, die im vergangenen Jahr mit den Flüchtlingsströmen nach Deutschland gekommen seien und sich als Syrer ausgegeben hätten.

Deutschland und Marokko wollen die Identität marokkanischer Staatsbürger anhand von Fingerabdrücken feststellen, die in Marokko für biometrische Pässe gespeichert werden. “Die marokkanische Seite hat mitgeteilt, dass sie dann in aller Regel innerhalb von 45 Tagen antwortet”, sagte de Maizière. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rund 10.000 Marokkaner nach Deutschland gekommen. Die Anerkennungsquote für Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Land lag bei 3,7 Prozent.


Sicherheitsabkommen bald fertig

Zugleich einigten sich beide Minister auf den baldigen Abschluss eines Sicherheitsabkommens, das seit Jahren verhandelt wird. Nur noch wenige technische Details müssten geklärt werden, dann sei das Abkommen unterschriftsreif, sagte de Maizière. Das Abkommen betreffe den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, gegen Schmuggler, organisierte Kriminalität und illegale Migration.

Marokko ist die erste Station einer Reise de Maizières durch den Maghreb. Bis Dienstagabend sind weitere Gespräche mit den Regierungen Algeriens und Tunesiens geplant. Ziel ist es, dass die Dauer der derzeit oft monatelangen Rückführungsverfahren in diese Länder deutlich beschleunigt wird.

Stärkere Wirtschaftskooperation mit Tunesien

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist ebenfalls in der Region unterwegs. Bei Gesprächen in Tunesien ging es um eine wirtschaftlich engere Zusammenarbeit. “Wir haben vereinbart, im Bereich des Investments deutscher Firmen die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern”, sagte Müller in der Hauptstadt Tunis. 250 Firmen seien bereits in dem nordafrikanischen Land aktiv und hätten dort investiert.

Zudem gebe es “volle Übereinstimmung in puncto Sicherheitskooperation, in puncto Migration, auch der Frage der Rücknahme von abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland”, sagte Müller nach dem Zusammentreffen mit dem tunesischen Premierminister Habib Essid. Der nannte Deutschland einen verlässlichen Partner. “Deutschland ist das einzige Land, das seine Investitionen, vor allem seine Auslandsinvestitionen, erhöht hat nach der Revolution”, betonte er. Im März plane Tunesien eine Konferenz von bereits ansässigen Unternehmen sowie zukünftigen Investoren aus Deutschland.

wo/as (dpa, afd, epd)

Source Article from http://www.dw.com/de/deutschland-und-marokko-vereinbaren-schnellere-abschiebeverfahren/a-19082127?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

UN nutzen Waffenruhe für Hilfslieferungen


In den kommenden Tagen sollten rund 154.000 Menschen in eingeschlossenen Gebieten versorgt werden, sagte der UN-Regionalkoordinator in der Hauptstadt Damaskus, Jakob El Hillo. Nach UN-Schätzungen sitzen rund 500.000 Menschen in Städten und Dörfern fest, die von den unterschiedlichen Konfliktparteien eingekesselt sind.


“Es bestehen jetzt die besten Chancen seit fünf Jahren für das syrische Volk, dauerhaft Frieden und Stabilität zu erreichen”, betonte El Hillo. Die Versorgung mit Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel und Medikamenten allein werde aber nicht ausreichen, die Lage zu verbessern, wenn es nicht einen wirklichen politischen Prozess zur Beendigung des Bürgerkriegs gebe, sagte der UN-Koordinator. Die Hilfslieferungen sollen nach seinen Worten an diesem Montag in Moadamija beginnen und anschließend die Städte Sabdani, Kufreja, Fua und Madaja erreichen.





Die Feuerpause, die in der Nacht auf Samstag in Kraft getreten ist, erlaube es den UN und ihren Partnerorganisationen, die notleidenden Menschen in dem Bürgerkriegsland besser zu versorgen, ergänzte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, Jens Laerke.


Tausende verhungert?


Die Belagerung syrischer Städte hat nach UN-Aussagen inzwischen vermutlich ein Massensterben ausgelöst. Wahrscheinlich seien bereits Tausende Menschen in den eingekesselten Orten verhungert, erklärte der UN-Hochkommissar für Menschen, Seid Ra’ad al-Hussein, in Genf. Einige der eingeschlossenen Menschen seien schon seit Jahren von Hilfslieferungen abgeschnitten, warnte der UN-Menschenrechtskommissar.


Etwa 18 Orte und Gebiete seien von unterschiedlichen Konfliktparteien eingekesselt. Islamistische Terroristen, bewaffnete Rebellengruppen und die Truppen des Regimes hätten systematisch die Lieferung von Lebensmitteln, Medizin und anderen Hilfsgütern blockiert. Das Völkerrecht verbiete das Aushungern von Menschen, betonte Al-Hussein.


Die Feuerpause, die von den USA und Russland vermittelt worden war, gilt nur für die Regierungstruppen und knapp hundert gemäßigte und islamistische Rebellengruppen, nicht aber für die Dschihadistengruppen IS und Al-Nusra-Front. Diese Milizen kontrollieren zusammen allerdings mehr als die Hälfte des Staatsgebiets. Die Feuerpause wird laut UN weitgehend eingehalten, wenn man von diversen Schießereien absieht.





Opposition: Waffenruhe vor dem Aus


Allerdings beklagte die gemäßigte Opposition am Montagmittag, die Waffenruhe stehe wegen andauernder Angriffe der Regierungstruppen vor dem Aus. Die Feuerpause sei gescheitert, noch ehe sie wirklich begonnen habe, zitierte der saudische Fernsehsender Al-Arabija al-Hadath den Vorsitzenden der von Saudi-Arabien unterstützten Oppositions-Verhandlungsdelegation, Asaad al-Subi. Die Opposition habe keine Alternative als ihr Volk zu schützen, wenn die internationale Gemeinschaft dies nicht könne. Es gebe bisher auch keine Hinweise darauf, dass der Boden für Friedensgespräche bereitet werde. Nach dem Willen der UN sollen die vor einigen Wochen unterbrochenen Friedensverhandlungen in Genf am 7. März fortgesetzt werden.


In dem arabischen Land kämpfen das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Rebellengruppen und Terrormilizen um die Macht. In dem seit fünf Jahren andauernden Konflikt wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. Millionen Syrer sind auf der Flucht.


kle/as (epd, rtr, afp, dpa)

Source Article from http://www.dw.com/de/un-nutzen-waffenruhe-für-hilfslieferungen/a-19082094?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Tag und Jahr kommen immer wieder aus dem Takt


In meiner Familie erzählt man sich, dass mein Vater am 29. Februar 1936 geboren worden sei – also an einem Schalttag in einem Schaltjahr vor langer Zeit. Vielleicht passt es ja ganz gut zu einem Mann, der von sich zu sagen pflegt, er interessiere sich nicht für Geburtstage: Somit hätte er eine gute Ausrede, um drei von fast vier Feiern ausfallen zu lassen.



Die Redaktion empfiehlt




Aber man sollte wissen, dass mein Vater ein passionierter Geschichtenerzähler war – sein Berufsleben hatte er auf Wochenmärkten begonnen. Insofern könnte es auch sein, dass er gar nicht 1936 geboren wurde, sondern vielleicht schon 1935 – in einem ganz “normalen” Jahr.


Was ist der Unterschied zwischen einem normalen und einem Schaltjahr?


Nach dem Gregorianischen Kalender – der sich weltweit durchgesetzt hat – hat ein Jahr 365 Tage. Ein Schaltjahr dagegen hat 366 Tage. Das ist ein Versuch, die Genauigkeit des westlich-christlichen Kalenders mit der Erdrotation um die Sonne in Einklang zu bringen – und mit weiteren astronomischen Ereignissen: den Sommer- und Wintersonnenwenden, die den Beginn des Kalendersommers und -winters markieren, und den Tag-und-Nacht-Gleichen, dem Äquinoktium. Das sind die beiden Termine, an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Sie markieren jeweils den kalendarischen Frühlings- und Herbstanfang.


Wo ist das Problem?


Ganz einfach: Es gibt keinen perfekten Kalender. Jeder Kalender beschreibt ein Jahr, aber es ist nie ein rechnerisch perfektes Jahr.


Eigentlich ist ein Jahr der Zeitraum, den die Erde braucht, um einmal die Sonne zu umrunden. Dieser Zeitraum, von Astronomen als tropisches Jahr bezeichnet, dauert aber nicht genau 365 Tage. Der genaue Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleichen dauert in Wirklichkeit 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Als Dezimalzahl präzise ausgedrückt sind das 365,2422 Tage.


Grob gerechnet ist jedes Jahr also fast sechs Stunden länger als das Kalenderjahr. Und die Schaltjahre kompensieren diese 0,2422 Tage. Hätten wir keine Schaltjahre, würden unsere Jahreszeiten nach 100 Jahren um 24 Tage aus dem Takt geraten.



Wie oft brauchen wir Schaltjahre?


Alle vier Jahre gibt es ein Schaltjahr, mit einigen Ausnahmen. Und das kam so: Ursprünglich wurden Schaltjahre durch den römischen Kaiser Julius Caesar und seinen Julianischen Kalender eingeführt. Damals galt strikt die Regel: Alle vier Jahre gibt es ein Schaltjahr. Aber das führte zur Überkompensation.


Im Gregorianischen Kalender, den der Astronom Aloisius Lilius im 16. Jahrhundert entwickelte und der nach Paps Gregor XIII benannt wurde, galten schärfere Regeln. Demnach sind Schaltjahre Jahre, bei denen die Jahreszahl durch vier teilbar ist. Dazu gibt es noch Jahrhundertjahre, die auf “00″ enden. Diese sind keine Schaltjahre – es sei denn, sie können durch 400 geteilt werden: Dann sind es doch welche.


Man muss also einige Schaltjahre auslassen, um zu kompensieren, dass die 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden doch noch 11 Minuten und 14 Sekunden kürzer sind als ein Vierteltag. Man korrigiert also die Korrektur. Aber dennoch bleibt am Ende eine nicht ganz perfekte Summe zurück.


Wettbewerb der Kalender


Der Gregorianische Kalender wurde zuerst in Italien, Polen, Portugal und Spanien im Jahre 1582 eingeführt. Er gilt heute als einer der genauesten Kalender, aber hat immer noch eine Abweichung von etwa 27 Sekunden pro Jahr vom tropischen Kalender – etwa ein Tag alle 3236 Jahre. Dabei steht er unter allen historischen Kalendern nur an vierter Stelle, wenn es um Genauigkeit geht.


Der Sonnenkalender der Maya aus etwa 2000 vor Christus kam auf eine Abweichung von einem Tag in 6500 Jahren. Der revidierte Julianische Kalender aus dem Jahr 1923 hatte nur noch eine Abweichung von einem Tag in 31.250 Jahren und der iranische Sonnenkalender Hijri, der etwa so alt ist wie der Kalender der Maya, hatte eine Fehlerquote von einem Tag in 110.000 Jahren. Dieser Kalender erreichte seine Präzision, indem er sich an astronomischen Beobachtungen orientierte und nicht an einer mathematischen Logik.



Haben andere Kalender auch Schaltjahre?


Der chinesische Kalender hat Schaltjahre mit Schaltmonaten, aber keine Schalttage wie der gregorianische Kalender. Auch der Kalender der Hindus schiebt beizeiten einen Schaltmonat ein. Ein äthiopischer Kalender hat 13 Monate, wobei der 13. Monat in normalen Jahren fünf Tage hat und in Schaltjahren sechs. Im Islam gibt es innerhalb eines 30-jährigen Zyklus 11 Schaltjahre. Das jüdische Schaltjahr hat zwischen 383 und 385 Tagen und tritt sieben Mal in einem 19-jährigen Zyklus auf.


Was nützt uns das Geschalte?


Wir schalten auch so schon ziemlich viel hin und her: Die Weltzeit wird regelmäßig angepasst, um Ungenauigkeiten in der Erdrotation auszugleichen. Für Menschen ist es aber sehr wichtig zu fühlen, dass sie im Takt mit der Natur leben. So orientieren sich bestimmte Feiertage sicher nicht durch Zufall gerade an astronomischen Ereignissen: Ostern etwa am Frühlingsanfang.


Aber hätten wir solche Gründe nicht – würde es wirklich einen Unterschied für uns machen, wenn sich die Jahreszeiten von Monat zu Monat etwas verschieben würden oder wir über Tausende von Jahren ein paar Stunden oder Tage verlieren würden? Würden wir es überhaupt merken?

Source Article from http://www.dw.com/de/tag-und-jahr-kommen-immer-wieder-aus-dem-takt/a-19077582?maca=de-rss-de-all-1119-rdf