Месечни архиви: February 2016

Flüchtlinge stürmen Eisenbahntrasse bei Idomeni


Hunderte verzweifelte Migranten haben die Bahntrasse, die Griechenland mit Mazedonien verbindet, gestürmt. Eine Gruppe von rund 300 Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien überwand am Übergang Idomeni Polizeiabsperrungen und drang auf die Bahnstrecke vor. Medienberichten zufolge versuchten die Menschen, Stacheldrahtabsperrungen niederzureißen. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen zu stoppen.



Mazedonische Polizisten versuchen, den Grenzzaun zu Griechenland zu sichern. Hunderte Migranten versuchen von griechischer Seite aus die Grenze zu stürmen. (Foto: AP Photo/Boris Grdanoski)

Die mazedonische Polizei versucht der Stürmung der Grenze Stand zu halten


Auslöser war offenbar die verbreitete Information, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe. “Frei, frei, wir können rüber”, schrie ein Flüchtling im griechischen Fernsehen. Griechische Grenzpolizisten bestätigten diese Vermutung nicht. Die Grenze sei weiterhin geschlossen, dennoch hielt sich die Polizei zunächst aus Angst vor einer Eskalation zurück.


Tausende Flüchtlinge warten auf Weiterreise


Am Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien harren nach Schätzungen der Polizei mehr als 6000 Migranten in Zelten und unter Planen auf der griechischen Seite der Grenze aus. Tausende Migranten sind mit allen möglichen Verkehrsmitteln und auch zu Fuß gen Norden unterwegs in der Hoffnung, doch noch einen Weg zu finden, weiter nach Mitteleuropa zu kommen, berichteten griechische Medien. Am Samstag durften demnach etwa 300 Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien in das Land einreisen, am Sonntag hingegen nahezu niemand. In der Nacht zum Montag wurden erneut knapp 300 Menschen durchgelassen, sagten griechische Polizisten. Seit etwa vier Uhr am frühen Montagmorgen sei der Grenzzaun geschlossen, hieß es.



Mazedonien, das erste Land auf der sogenannten Balkanroute, hatte kürzlich ebenso wie Serbien und die EU-Staaten Kroatien, Österreich und Slowenien Tageshöchstgrenzen für die Einreise von Flüchtlingen eingeführt. Zudem lässt das Land fast nur noch Menschen aus Syrien und dem Irak passieren. Die Flüchtlinge kommen zumeist über die Türkei nach Griechenland und wollen nach Nordeuropa. Aus diesem Grund sitzen nach griechischen Angaben landesweit inzwischen etwa 22.000 Menschen fest, die weiterreisen wollen. Athen warnt, dass die Zahl bis März auf rund 70.000 ansteigen könnte. Griechischen Medienberichten zufolge soll es am Montag ein Krisentreffen auf Ministerebene geben. Dabei solle ein “Notfallplan” ausgearbeitet werden.


Immer mehr Flüchtlinge kommen an


Die Situation der Flüchtlinge in Griechenland wird immer dramatischer: Wie die die Hafenverwaltung in Piräus mitteilte, kamen wieder knapp 1800 Migranten in der Hafenstadt an. Die Menschen hatten in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu den griechischen Inseln der Ostägäis übergesetzt. Die griechischen Auffanglager, mehrere Wartehallen in Piräus und die Hallen eines alten, geschlossenen Flughafens von Athen, sind überfüllt, wie das Staatsfernsehen berichtet. Im Zentrum Athens spielten sich chaotische Szenen ab: Am zentralen Viktoria-Platz verbrachten laut Augenzeugenberichten Hunderte Flüchtlinge – darunter auch Familien mit Kleinkindern – die Nacht im Freien.




Hunderte Flüchtlinge haben im Hafen von Piraeus ein Schiff verlassen und stehen in einer Warteschlange.(Foto: Reuters/A. Konstantinidis)

In Griechenland gestrandet. Für die über Tausend Menschen ist in Griechenland vorerst Schluss

Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft


Erstmals gab es Brandanschläge mit vermutlich ausländerfeindlichem Hintergrund. Unbekannte zündeten am Wochenende zwei Lagerhallen in Nordgriechenland an, die zu Unterkünften für Flüchtlinge umgebaut werden sollten. Die ehemals vom griechischen Militär benutzten Hallen in der Kleinstadt Giannitsa seien fast vollständig zerstört worden, berichtete das griechische Fernsehen. In Giannitsa soll in zwei verlassenen Kasernen ein Flüchtlings-Aufnahmelager für rund 4000 Migranten entstehen. Der Ort liegt knapp 60 Kilometer südlich des Grenzübergangs zwischen Griechenland und Mazedonien.


Abschottungspolitik entlang Balkanroute


Athen kritisiert vor allem die Abschottung Österreichs und fordert eine Beteiligung der gesamten Europäischen Union an der Bewältigung der Krise und bekommt Rückendeckeung der deutschen Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Athen am Sonntag Beistand zu und lehnte Obergrenzen erneut ab. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte der griechischen Zeitung “Ta Nea”, “nachhaltige Fortschritte” werde es nur geben, wenn alle Europäer an einem Strang zögen. Europa dürfe seine Probleme nicht auf Kosten Griechenlands lösen, sondern müsse Athen weiter helfen. Auch Griechenland müsse aber “seine Verpflichtungen erfüllen”. Dazu gehörten etwa die “Kontrolle und vollständige Registrierung der Flüchtlinge”.



Österreich hatte Griechenland und Deutschland vergangene Woche nicht zu einer Flüchtlingskonferenz mit den Westbalkanstaaten eingeladen, obwohl die beiden Länder am stärksten von der Krise betroffen sind. Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner wies die Kritik an der Flüchtlingspolitik ihres Landes zurück. Österreich müsse sich “keinen Vorwurf gefallen lassen “, sagte sie der österreichischen Nachrichtenagentur APA.


Deutschland habe im vergangenen Dezember selbst Tageskontingente eingeführt und damit einen “gewaltigen Rückstau bei uns” verursacht, sagte Mikl-Leitner.


pab/as (afp, dpa, rtr)


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Kommentar: Der Oscar ist kein Nobelpreis

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Da tritt im Herbst in Stockholm ein Mann vor die Tür eines gefüllten Saales mit Pressevertretern aus aller Welt und verkündet den Nobelpreisträger in der Sparte Film. Undenkbar. Und doch gar nicht so abwegig. Schließlich gibt es doch auch einen Literaturnobelpreis.

In anderen Künsten, die auch keinen Nobelpreis kennen, wie beispielweise die Musik und die Architektur, gibt es vergleichbar hoch angesehene Auszeichnungen. In der Musikwelt zum Beispiel den Ernst von Siemens-Preis, für die Architekten den Pritzker-Preis.

Die Filmwelt aber hat doch den Oscar, werden manche nun einwenden. Doch der Oscar ist anders. Er ist anders, weil er sich, verglichen mit den erwähnten Preisen, in mehreren Dingen fundamental von ihnen unterscheidet.

Medienrummel und kommerzielles Großereignis

Erstens: Der Oscar ist ein nationaler Filmpreis. Er beschränkt sich – von ein paar wohldosierten internationalen Einsprengseln abgesehen – auf die englischsprachige Filmwelt. Ein Nobelpreis für Literatur, der sich Jahr für Jahr nur zwischen Schriftstellern wie Philip Roth und Toni Morrison, Jonathan Franzen und Joyce Carol Oates entscheiden könnte – undenkbar.

Zweitens: Der Oscar ist ein kommerzielles Medien-Großereignis. Zum einen, weil er den US-amerikanischen Kino-Markt stark beeinflusst, wenn es um die Produktionsabläufe und Starttermine der einzelnen Filme geht. Zum anderen, weil die Übertragung der Oscar-Zeremonie inzwischen ein so stark beachtetes Medienereignis ist, dass alles andere, auch die ausgezeichneten Filme, in den Hintergrund treten.

Und Drittens: Die Berichterstattung im Vorfeld dieser Preisverleihung hat inzwischen absurde Dimensionen angenommen.

Konzentrierter Blick auf die großen Produktionen aus Hollywood

Der Oscar sagt nichts aus über den Stand des Weltkinos in künstlerischer Hinsicht. Er zeigt nicht auf, wie die großen Linien der siebten Kunst verlaufen, rückt keine innovativen Filmemacher anderer Kontinente und Nationen ins Rampenlicht. Das wird oft vergessen bei dem gewaltigen Medienrummel um diesen Filmpreis.



DW-Redakteur Jochen Kürten (Foto: DW/Per Henriksen)

DW-Redakteur Jochen Kürten

Dass in diesem Jahr wieder einmal ein paar sehr gute und auch künstlerisch interessante Filme aus dem englischsprachigen Raum ausgezeichnet wurden, spricht nicht gegen diese These. “Spotlight” ist ein dynamisch inszenierter Film über zwei wichtige Themen: den Missbrauchskandal innerhalb der katholischen Kirche und den investigativen Journalismus. “The Revenant” ist ein überwältigender Naturfilm mit großartigen Bildtableaus. Die sechs Oscars für “Mad Max” und Preise für Filme wie “Ex Machina” und “Alles steht Kopf” lenken die verdiente Aufmerksamkeit auf die Hexenmeister des Filmhandwerks der großen amerikanischen Studios.

Der Wert des Oscars: Diskussionen über die Probleme der Welt

Doch sagen uns diese Preise irgendetwas über den Wert und die künstlerische Entwicklung des Kinos? Kaum – sieht man einmal ab von der des nicht unwichtigen US-Films.

Der Wert des Oscars liegt woanders. Er lenkt den Blick der Weltöffentlichkeit auf gesellschaftliche Zustände und Probleme. Auf die Nichtbeachtung schwarzer Filmkünstler in diesem Jahr vor allem – und die Probleme innerhalb der Vereinigten Staaten. Das wurde am eigentlichen Oscar-Abend von Moderator Chris Rock mit Anspielungen und bissigen Kommentaren sogar noch auf die Spitze getrieben.

Vom Klimawandel und Mädchenmorden

Die Zuschauer an den Fernsehgeräten wurden auch auf den bedrohlichen Klimawandel in der Welt aufmerksam gemacht – durch den Oscarprämierten Schauspieler Leonardo DiCaprio. Und manche dürften – aufgrund der Auszeichnung des pakistanischen Kurzdokumentarfilms “A Girl in the River -
The Price of Forgiveness”- zum ersten Mal von den vielen Morden an jungen Mädchen auf dem Subkontinent erfahren haben.

Dass darüber nun gesprochen wird, ist ein Verdienst der Oscar-Verleihung. Und freuen über die vielen bunten Bilder vom roten Teppich darf man sich ja auch. Für die allermeisten Zuschauer dürfte das sowieso der Hauptgrund sein, die Fernsehapparate anzuschalten. Kommerziell zahlt sich ein Oscar für die Geehrten ja sowieso aus. Doch ein Nobelpreis für die Welt des Kinos, der den Blick auf Kunst und Kultur, auf Inspiration und Innovation richtet, ist der Oscar nicht.

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"Spotlight" auf Missbrauch in der katholischen Kirche

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Wenn am kommenden Sonntag (28.02.) in Los Angeles die diesjährigen Oscars verliehen werden, könnte es die ein oder andere Überraschung geben. Der Film “Spotlight” wurde in sechs Kategorien nominiert: Bester Film, bestes Drehbuch, beste Regie, bester Schnitt, sowie Rachel McAdams und Mark Ruffalo als beste Nebendarsteller. Seit Donnerstag (25.02.) läuft er in den deutschen Kinos.

Darum geht es: Kaum ein Ereignis hat die römisch-katholische Weltkirche in den vergangenen Jahrhunderten so stark erschüttert wie der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche und andere Kirchenbedienstete. Seit den 1990er-Jahren wurden mehr und mehr Missbrauchsfälle bekannt – auf allen Kontinenten. Mit dieser Form von Gewalt führten triebgesteuerte Priester die geistlichen Ideale und ethisch-moralischen Normen des christlichen Glaubens ad absurdum. Sie stürzten ihre Kirche in eine Krise, von der sie sich bis heute nicht erholt hat. Zu Hunderttausenden verließen Katholiken ihre Glaubensheimat. Keineswegs nur jene an der Peripherie, die ohnehin zum Absprung bereit waren, sondern oftmals ehrenamtliche Mitarbeiter, die über Jahre ihr Herzblut in kirchliche Arbeitsbereiche hatten fließen lassen. Zu tief saß die Enttäuschung über das Versagen von Teilen der geistlichen Elite.

Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika wurden immer mehr Missbrauchsvorwürfe bekannt – zunächst vor rund 15 Jahren in Boston.

Eine wahre Geschichte

Wie aber diesen brisanten und zugleich vielschichtigen Stoff des sexuellen Missbrauchs angehen und in ein Filmformat gießen, das zugleich spannend ist und zum Nachdenken anregt? Regisseur Tom McCarthy, der gemeinsam mit Josh Singer auch das Drehbuch von “Spotlight” schrieb, wählte ein wahres Ereignis – ein Lehrstück des investigativen Journalismus’. Im Jahr 2001 hatte die Tageszeitung “The Boston Globe”, eine der renommiertesten Tageszeitungen der USA, in einer beispiellosen Weise einen Sumpf aus Missbrauch, Vertuschung und Einschüchterung der Opfer in der katholischen Kirche der Stadt aufgedeckt. Und genau darauf legt der Film seinen Schwerpunkt: das Aufdecken.

Boston ist stark römisch-katholisch geprägt und Sitz der gleichnamigen Erzdiözese. Weil der Erzbischof von Boston traditionell zu den bedeutendsten und einflussreichsten Bischöfen der USA zählt, hat er zumeist den Kardinalsrang. Das machte die Sache seinerzeit besonders schwierig.

Journalistisches Spezialteam

Was passierte: Der Chefredakteur des “Boston Globe”, Marty Baron (Liev Schreiber), gerade neu in diesem Amt, las in seiner Zeitung eine knappe, aber brisante Meldung. Demnach unternahm Kardinal Bernard Law, der damalige Erzbischof von Boston, nichts gegen den pädophilen Priester John Geoghan, obwohl er über dessen massiv praktizierten sexuellen Missbrauch voll im Bilde war. Baron witterte dahinter die ganz dicke Story. Deshalb setzte er über viele Monate das Spotlight-Team seiner Redaktion auf das Thema an. Dieses eher kleine Ressort ist gewissenmaßen eine Spezialtruppe von erfahrenen Journalisten, die mittels intensiver Recherche versucht, an redaktionell verwertbare Informationen und Beweise zu gelangen. Der Film begleitet dieses vierköpfige Team, gespielt von Michel Keaton, Marc Ruffalo, Rachel McAdams und John Slattery, bei der täglichen mühevollen Arbeit.

Zuschauer als Hospitant

Regisseur Tom Mc Carthy zeigt, wie die Protagonisten seinerzeit versuchten, Schneisen in das schier undurchdringlich wirkende Dickicht aus Vertuschen, Verschweigen, Verdrängen und Lügen zu schlagen. Die Macheten der Recherche des Spotlight-Teams waren in einer Zeit, in der das Internet längst nicht die heutigen Möglichkeiten bot, beinahe banal: Telefongespräche, Nachforschungen bei Gericht, Besuche in Selbsthilfegruppen, Befragung von Opfern, Zeugen und Informanten.

All das zeigt der Film – und noch mehr: Diskussionen und Strategien zwischen mit Papierstapeln und mächtigen Röhrenmonitoren überfrachteten Redaktionsschreibtischen. Über allem die latente Drohung der kaum greifbaren, aber mächtigen Institution Kirche und ihrer Helfer, der Zeitung notfalls juristisch zu Leibe zu rücken. Gewiefte Rechtsanwälte, Journalisten, die keineswegs idealtypisch daherkommen, sondern selber handwerkliche Fehler gemacht haben. Bei all dem wird der Zuschauer zu einem heimlichen Redaktionshospitanten, der erlebt, wie Zug um Zug die Wahrheit ans Licht kommt und sich Bahn bricht.

Diese Art von Journalismus wird gebraucht

Der Aufwand des “Boston Globe” und seines Spotlight hat sich in mancherlei Hinsicht ausgezahlt. Im Jahr 2002 beschloss die US-Bischofskonferenz schärfere Richtlinien im Umgang mit Sexualstraftaten. Sie beinhalten verlängerte Verjährungsfristen und die Laisierung von Priestern bei erwiesenem Missbrauch, also das Aussetzen ihrer Rechte und Pflichten. Viele tausend Opfer fanden den Mut, auf Schadensersatz zu klagen. Bis 2010 wurden sie mit insgesamt mehr als zwei Milliarden US-Dollar entschädigt. Für einige Bistümer bedeutete das das Aus. Weil sie die Forderungen nicht mehr bedienen konnten, mussten sie Insolvenz anmelden.

Priester John Geoghan, bei dessen Fall der “Boston Globe” 2001 ansetzte, wurde 2002 wegen Missbrauchs von Minderjährigen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Erzbischof von Boston, Kardinal Bernard Law, musste wegen mutmaßlicher Verschleierung der Delikte zurücktreten und wurde auf ein klerikales Abstellgleis in Rom geschoben. Überall auf der Welt, Jahre später auch in Deutschland, fassten Missbrauchsopfer den Mut, ihre durch Priester zugefügte sexuelle Gewalt öffentlich zu machen. Der “Boston Globe” schließlich wurde für seine hervorragende Arbeit 2003 mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Oscars für “Spotlight”?

Ob der vermutlich beste Hollywood-Film über investigativen Journalismus seit “Die Unbestechlichen” (1976 zur Watergate-Affäre) tatsächlich einen oder sogar mehrere Oscars bekommt? Ob das auch davon abhängt, wie viele Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences Katholiken sind? Dürfte es eigentlich nicht, denn nach dem US-Start von “Spotlight” Anfang November 2015 attestierte der Papst-Sender Radio Vatikan der Filmbiografie “ehrlich” und “dringend” zu sein. Sie könne der katholischen Kirche in den USA dabei helfen, ihr Sünden zuzugeben und die Konsequenzen dafür zu tragen.

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Endlich Oscar für Leonardo DiCaprio

Großer Jubel bei den Produzenten: “Spotlight” wurde mit dem wichtigsten Preis der diesjährigen Oscarverleihung ausgezeichnet – als bester Film. Die Oscar-Statue für das beste Drehbuch kann Regisseur Tom McCarthy mit nach Hause nehmen. Gemeinsam mit Autor Josh Singer hat er das hochbrisante Drehbuch für den Film “Spotlight” verfasst.

Nominiert war das Drama für sechs Kategorien: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, bester Schnitt, sowie Rachel McAdams und Mark Ruffalo als beste Nebendarsteller. Es basiert auf realen Ereignissen und ist auch ein filmisches Lehrstück für politisch engagierten, investigativen Journalismus.

Im Jahr 2001 hatten Reporter der Zeitung “The Boston Globe”, eine der renommiertesten Tageszeitungen der USA, einen Sumpf aus Missbrauch, Vertuschung und Einschüchterung der Opfer innerhalb der katholischen Kirche aufgedeckt. Regisseur McCarthy zeigt in seinem Film, wie die Journalisten versuchen, Licht in das undurchdringliche Dickicht aus Schweigen, Verdrängung und Lügen zu schlagen – ein Stück amerikanische Pressegeschichte, das hier mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde.

Als bester Hauptdarsteller wird Hollywoodstar Leonardi DiCaprio in diesem Jahr endlich mit einen Oscar geehrt. Fünfmal war er in seiner Karriere bereits nominiert, jedes Mal hatte er bisher das Nachsehen. Um so größer die Freude auch bei Schauspielerkollegen und Fachpublikum im ausverkauften Dolby Theatre, als er seinen goldglänzenden Oscar entgegennehmen konnte.

DiCaprio hielt eine sehr politische Rede. Dieses radikale Westerndrama “The Revenant” sei auch ein Film “über die Beziehung des Menschen zur Natur” und gegen “eine Politik der Gier des großen Geldes”, sagte er mit Nachdruck vor den geladenen Gästen der Oscar-Gala.



88. Oscarverleihung Oscars Beste Schauspielerin Brie Larson

Kann ihr Glück kaum fassen: Brie Larson wird als beste Schauspielerin im Film “Room” geehrt

Den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle sicherte sich die US-Schauspielerin Brie Larson für ihre Leistung in dem Thriller “Raum” (“Room”). Larson spielt dort eine Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn von einem Mann gefangen gehalten wird.

Der begehrte Oscar für die beste Kamera geht, wie von vielen Filmkritikern erwartet, an den Hollywoodfilm “The Reverant” des mexikanischen Regisseurs Alejandro G. Iñárritu, der auch den Oscar für die Beste Regie bekommt. Kameramann Emmanuel Lubezki wird zum dritten Mal in Folge für seine herausragende Kamera-Arbeit mit einem Oscar ausgezeichnet, Iñárritu zum zweiten Mal als Regisseur.

2014 bekam Lubezki die Trophäe auch schon für Iñárritus Kinofilm “Birdman.” Für “The Reverant” drehte der versierte Kameramann neun Monate unter härtesten Witterungsbedingungen unter anderem in der kanadischen Wildnis – ausschließlich mit Naturlicht. Herausgekommen sind atemberaubende Landschaftsaufnahmen und äußerst realistische Actionszenen.



88. Oscarverleihung Oscars Best Documentary Feature Amy

Freude über Oscar für “Amy”: Regisseur Asif Kapadia und Produzent James Gay-Rees

In Großbritannien ist er einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme aller Zeiten. Jetzt hat die Dokumentation “Amy” über das Leben der Sängerin Amy Winehouse auch noch den Oscar als bester Dokumentarfilm bekommen. Große Freude bei Regisseur Asif Kapadia und Produzent James Gay-Rees, die hier ihre goldglänzende Trophäe in Händen halten.

Der Oscar in der Kategorie bestes adaptiertes Drehbuch – nach einer literarischen Vorlage – geht an die Finanzsatire “The Big Short”. Auch hier ist Regisseur Adam McKay gleichzeitig Drehbuchautor, zusammen mit Ko-Autor Charles Randolph. Die Schwedin Alicia Vikander bekommt in diesem Jahr den Oscar als beste Nebendarstellerin. Die 27-Jährige wird für ihre Rolle in dem bewegenden Transsexuellen-Drama “The Danish Girl” ausgezeichnet.

Standing Ovation für Komponistenlegende Ennio Morricone (87): Er bekommt den Oscar für die beste Filmmusik – für seine Komposition in dem Western “The Hateful Eight” von Starregisseur Quentin Tarantino. Morricone war bei der Preisverleihung im Dolby Theatre in Los Angeles sichtlich bewegt. Er war in der Vergangenheit mehrfach für einen Oscar nominiert worden, hatte aber bislang nur einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk als Komponist bekommen.



88. Oscarverleihung Oscars Chris Rock

Moderator Chris Rock – im weißen Smoking – ließ einige Spitzen gegen die Nominierungspraxis der Academy los

Der britische Schauspieler Mark Rylance wird für seine Rolle als russischer Spion in dem in Deutschland gedrehten Film “Bridge of Spies” (Der Unterhändler) als bester Nebendarsteller mit einem Oscar geehrt. Er gilt als brillianter Bühnendarsteller und spielt in England große Theaterrollen, unter anderem den “Hamlet” im gleichnamigen Skakespeare-Drama.

Der Actionfilm “Mad Max: Fury Road” konnte 2016 gleich sechs Oscarstatuen abräumen: für den besten Schnitt, für besten Tonschnitt und Tonmischung, das beste Kostüm- und Produktionsdesign und noch für bestes Make-Up und beste Frisuren.

hm/haz/as (dpa/oscar.go.cor)

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Waffenruhe in Syrien hält trotz Verstößen

Die Waffenruhe in Syrien ist von gegenseitigen Vorwürfen wegen Verstößen überschattet worden, hat am Wochenende jedoch weitgehend gehalten. Einwohner sonst umkämpfter Städte wie Aleppo zeigten sich aber erleichtert angesichts der ungewohnten Ruhe. “Es ist etwas Seltsames an dieser Ruhe. Wir waren gewohnt, zum Lärm der Luftangriffe und der Artillerie einzuschlafen und damit aufzuwachen”, sagte der 45-jährige Bäcker Abu Omar in einem von den Rebellen gehaltenen Viertel des einstigen Wirtschaftszentrums Aleppo.

Die Feuerpause, die von den USA und Russland vermittelt worden war, gilt nur für die Regierungstruppen und knapp hundert gemäßigte und islamistische Rebellengruppen, nicht aber für die Dschihadistengruppen “Islamischer Staat” (IS) und Al-Nusra-Front. Diese Milizen kontrollieren zusammen allerdings mehr als die Hälfte des Staatsgebiets.

Immer wieder Verstöße

Das Hohe Verhandlungskomitees (HNC), in dem syrische Oppositions- und Rebellengruppen zusammengeschlossen sind, beschwerte sich bei UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schriftlich, die Armee von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und ihre Verbündeten hätten die Waffenruhe in 24 Fällen mit Artilleriefeuer sowie fünf Bodenoffensiven verletzt. Die Verstöße ereigneten sich demnach in 26 von moderaten Rebellen gehaltenen Gebieten.



Rauch steigt nach einem Luftschlag der russischen Luftwaffe am Sonntag über Aleppo auf (Foto: abaca)

Rauch steigt nach einem Luftschlag der russischen Luftwaffe am Sonntag über Aleppo auf

Das HNC warf außerdem dem mit Assad verbündeten Russland vor, 26 Luftangriffe in Gebieten geflogen zu haben, für welche die unter UN-Vermittlung ausgehandelte Feuerpause gelte. Der HNC-Vorsitzende Riad Hidschab führte in dem Brief aus, durch die Verstöße seien 29 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Unter derartigen Umständen sei eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen “unmöglich”.

HNC-Sprecher Salem al-Meslet gestand jedoch ein, dass sich die Lage in Syrien durch die Feuerpause deutlich entspannt habe. “Wir haben hier und da Verstöße, aber im Allgemeinen ist es viel besser als vorher und die Menschen fühlen sich wohl”, sagte er.

Insgesamt 97 Rebellengruppen beteiligen sich an der auf zunächst zwei Wochen angelegten Waffenruhe, die in der Nacht zum Samstag in Kraft getreten war. Sie soll den Weg für neue Gespräche der Syrien-Kontaktgruppe ebnen, in der neben den USA und Russland auch Vertreter zahlreicher regionaler Mächte wie dem Iran und Saudi-Arabien vertreten sind. Die Verhandlungen könnten am 7. März wieder aufgenommen werden, wenn die Waffenruhe hält.

Aus der Türkei eingedrungen

Das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien, das die Einhaltung der Feuerpause überwacht, erklärte, die Waffenruhe sei in den vergangenen 24 Stunden neun Mal von gemäßigten Rebellen, der Türkei und Dschihadisten verletzt worden. Russland, das seit Ende September Angriffe zur Unterstützung der syrischen Regierung fliegt, hatte am Samstag verkündet, alle Luftangriffe für einen Tag auszusetzen, um die Waffenruhe zu unterstützen.

Das russische Zentrum kritisierte, dass eine Gruppe von hundert Kämpfern aus der Türkei nach Syrien eingedrungen sei und die Stadt Tal Abjad angegriffen habe. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor erklärt, Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte hätten einen IS-Angriff auf Tal Abjad zurückgeschlagen.



Syrien Fußggänger in den Tümmern der Stadt Al-Shadadi im Osten des Landes (Foto: Reuters)

Frauen in den Tümmern der Stadt Al-Shadadi im Osten des Landes

Laut den nur schwer überprüfbaren Informationen der oppositionsnahen Organisation vertrieben die Syrischen Demokratischen Kräfte, die aus arabischen und kurdischen Milizen bestehen, die Dschihadisten mit Hilfe von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärkoalition.

Die Beobachtungsstelle meldete zudem, syrische oder russische Kampfflugzeuge hätten mehrere Ortschaften in den Provinzen Hama und Aleppo bombardiert. Demnach ist nur eines der bombardierten Dörfer direkt von Al-Nusra-Front besetzt.

Rückschläge “unvermeidbar”

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir warf Russland vor, es habe die “moderate Opposition” unter dem Vorwand angegriffen, dass es sich um die Al-Nusra-Front oder den IS handele. Ein Vertreter der US-Regierung forderte, der Waffenruhe eine Chance zu geben. Rückschläge seien aber “unvermeidbar”.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich vorsichtig optimistisch: “Mit jeder Stunde, die die Waffenruhe hält, steigt für Millionen Syrer nicht nur im Land selbst, sondern auch für jene, die weltweit vor Krieg und Terror geflohen sind, die Hoffnung auf Frieden in Syrien”, sagte er der “Welt am Sonntag”. Jetzt müssten Hilfsorganisationen Zugang zu den Menschen erhalten, um Lebensmittel zu liefern und medizinische Hilfe zu leisten.

In dem Bürgerkrieg sind Schätzungen zufolge bislang rund 250.000 Menschen getötet worden. Millionen sind in Nachbarländer wie die Türkei geflohen oder sind von dort weiter über die Balkanroute in Richtung Deutschland gereist.

stu/haz (afp, dpa, rtr)

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Oscar-Verleihung in LA: die Spannung steigt


Für den erfolgsverwöhnten Hollywoodstar, hier mit Kate Winslet auf dem roten Teppich vor der Oscar-Gala, sei dieser Film in jeder Hinsicht eine existentielle Erfahrung gewesen, mehrfach sei er an seine physischen und psychischen Grenzen geraten, erzählte Leonardo DiCaprio nach Abschluss der Dreharbeiten. Aber ob er für seine eindrucksvolle Rolle als Trapperscout dieses Jahr die heißbegehrte Oscar-Trophäe bekommt, ist noch offen.


Der berühmte rote Teppich vor dem Dolby Theatre in Los Angeles ist längst ausgerollt, die Champagnergläser stehen bereit, Fotografen und Fernsehteams aus aller Welt sind bereits backstage akkreditiert. In diesem Jahr werden die Filme des Jahres 2015 ausgezeichnet. Moderiert wird die glanzvolle Oscar-Gala von Schauspieler Chris Rock, der sich vermutlich ein paar Bemerkungen über die Nicht-Nominierung schwarzer Schauspieler in diesem Jahr nicht verkneifen wird.




Filmszene The Revenant - Der Rückkehrer

Starke Rolle für Hollywoodstar Leonardo DiCaprio


Nur Weiße für einen Oscar nominiert


Favoriten für einen Oscar als Bester Film sind “The Revenant” von Regisseur Alejandro G. Iñárritu und “Spotlight”, ein Film über die Aufklärung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche durch Reporter des “Boston Globe”. Bei den Schauspielern werden Leonardo DiCaprio (“The Revenant”) als Bester Hauptdarsteller und Sylvester Stallone (“Creed – Rocky´s Legacy”) für die Kategorie Bester Nebendarsteller hoch gehandelt. Bei den Frauen gilt die 26-jährige Schauspielerin und Sängerin Brie Larson (“Raum”) als aussichtreiche Kandidatin für einen Oscar.


Deutsche Filme sind in diesem Jahr nur spärlich vertreten: Der Film “Alles wird gut” ist in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert. Regisseur Patrick Vollrath hat dafür schon den Studenten-Oscar gewonnen. Der Babelsberger Kulissenbauer Bernhard Henrich ist für das Szenenbild des Agententhrillers “Bridges of Spies” nominiert. Regisseur Steven Spielberg hat den Agententhriller als deutsche Koproduktion zum größten Teil in Deutschland und im Studio Babelsberg gedreht, Hauptrolle spielt Tom Hanks.




Tom Hanks in einer Filmszene von Bridge of Spies

Spionagetriller “Bridge of Spies” mit Tom Hanks (re) in der Hauptrolle


Alles wartet gespannt auf die Entscheidungen der Academy of Motion Picture Arts and Science. Sicher ist, dass in diesem Jahr kein schwarzer Schauspieler mit einem Oscar ausgezeichnet wird. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Oscars sind ausschließlich Weiße nominiert. Dazu hatte es bereits im Vorfeld heftige Diskussionen auch unter prominenten Hollywood-Stars gegeben, einige hatten ihren Boykott der diesjährigen Oscarverleihung angekündigt.


Die Akademie reagierte auf die Kritik mit Änderungen ihrer Mitgliederregeln und kündigte “historische Maßnahmen” an, um in Zukunft mehr Frauen und Minderheiten in die rund 6000 Mitglieder starke Organisation aufzunehmen. 94 Prozent seien weiß, 77 Prozent sind Männer, ermittelte die “Los Angeles Times” im Jahr 2012.


hm/haz (dpa/prosieben.de)

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