Месечни архиви: March 2016

Visionärin der Baukunst: Zaha Hadid ist tot

Zaha Hadid galt als Diva in der Männerdomäne Architektur. Aber nicht nur das: Sie wurde weltwelt geachtet als bedeutendste Architektin der Welt. Um die Entwürfe der Stararchitektin rissen sich Bauherren in aller Welt, private wie öffentliche. Und wer das nötige Geld aufbrachte, konnte sie sogar realisieren. In China gelang das mit der “Galaxy Soho” in Peking, einem futuristisch anmutenden Wohn- und Geschäftskomplex, oder in Hongkong, wo sie für die Technische Hochschule das “Jockey Club Innovation Tower” baute. In Aserbaidschans Hauptstadt Baku errichtete sie das “Heydar Aliyev Centre”.

Zaha Hadid war einer der wenigen Stararchitektinnen auf Weltniveau

Ihre Entwürfe hatten eines gemeinsam – sie sollten alte Selbstverständlichkeiten des Bauens in Frage stellen. Dabei gelang es Hadid, ihren Bauten Eleganz, Schwung und fließende Leichtigkeit einzuhauchen. Sie selbst bezeichnete ihren Stil als “kinetisch”. Ihr bevorzugter Werkstoff war Beton. So stehen Form und Material bei vielen ihrer Gebäude im spannungsreichen Gegensatz. Wohl das hatte Zaha Hadid zum Durchbruch verholfen. Denn ihren ersten Bauauftrag erhielt sie im Alter von 43 Jahren 1993 in Deutschland: Für die Betriebsfeuerwehr des badischen Designmöbelherstellers Vitra baute Hadid die “Firestation” in Weil am Rhein. Hadid verpasste der Feuerwehrstation eine dekonstruktivistische Strenge. Perfektion und Präzision prägen die ineinander verschachelten Räume. Die Dachauskragungen und schräg gestellten schmalen Mikadosäulen waren eine Referenz an ihren berühmten Lehrer, den Niederländer Rem Koolhaas. Vor allem aber bewies sie – zur Überraschung der Fachwelt – die Baubarkeit ihrer visionären Entwürfe.

Nobelpreis der Architekten für Zaha Hadid

Darauf setzte – zu Recht – auch der Autohersteller BMW, als er einen Hadid-Entwurf für das Zentralgebäude seines Leipziger Werks auswählte. Der Bergsteiger Reinhold Messner ließ von der Britin sein “Messner Mountain Museum” in die Gipfel der Tiroler Bergwelt setzen. Er nannte das Projekt seinen “15. Achttausender”. Die Zusammenarbeit mit Zaha Hadid galt als schwierig, zeitraubend und kostspielig. Doch Hadids Erfolgsbiografie spricht für sich: Als erste Frau erhielt sie 2004 den “Nobelpreis” der Architekten, den Pritzker Preis. Im Jahre 2009 wurde ihr der hochdotierte Praemium Imperiale verliehen. In diesem Jahr ehrte sie die Queen mit der “Royal Gold Medal”, eine Auszeichnung, die zuvor nur Männern vorbehalten war. Hadid lebte und arbeitete mit ihrem Büro in London. Am Donnerstag, den 31. März, starb sie überraschend an einem Herzinfarkt in Miami im Alter von 65. Jahren.

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Flüchtlinge in Uganda willkommen


Tag für Tag überqueren dutzende Menschen die ugandische Grenze. Inzwischen suchen mehr als eine halbe Million Flüchtlinge aus der ostafrikanischen Nachbarschaft Schutz in Uganda – so viele wie noch nie in der Geschichte des Landes.


Uganda hat eine sehr liberale Flüchtlingspolitik – fast jeder erhält hier Asyl. Das Land gilt als stabile Insel im krisengeschüttelten Herzen Afrikas: In der benachbarten Demokratischen Republik Kongo herrscht seit mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg; im nördlich gelegenen Südsudan brach Ende 2013 der Konflikt erneut aus. Weiter südlich, in Burundi, terrorisiert die Staatsmacht die Bevölkerung. Mehr als 200.000 Menschen sind bereits aus dem Land geflohen, die meisten nach Ruanda und Tansania. Doch die Lager dort sind überfüllt, Ruanda hat angedroht, keine weiteren Flüchtlinge mehr aufzunehmen. Jetzt ziehen auch die Burundier weiter nach Uganda, weil sie wissen, dass sie sich dort langfristig niederlassen können.


Eine Heimat in der Ferne


Inzwischen sind selbst Ugandas weitläufige Flüchtlingslager heillos überfüllt. Gelegen im Westen des Landes, zwischen grünen Hügeln, wirkt das Lager Nakivale mit seinen mehr als 100.000 Einwohnern mittlerweile wie eine Kleinstadt. Flüchtlinge der verschiedenen Nationalitäten leben hier in verschiedenen “Stadtteilen” zusammen, benannt nach ihren Heimatstädten: “Klein-Kigali” oder “Klein-Mogadishu” steht auf Wegweisern, die durch das Lager führen.


Derzeit stampfen burundische Flüchtlinge auf einem weiteren Hügel “Klein-Bujumbura” aus dem Boden: Aus Holz und Lehm bauen sie ihre eigenen Häuser mit Strohdächern. Jede Familie bekommt von Ugandas Regierung einen Acker zugewiesen, den sie bepflanzen darf. Bis dort etwas wächst, verteilt das UN-Welternährungsprogramm monatlich Lebensmittel.




Yoweri Museveni 
Foto: picture alliance/Kyodo

Ugandas Präsident Museveni: Flüchtlinge als potenzielles Druckmittel

“Obwohl wir eine sehr offenherzige Politik verfolgen, ist unser Problem die Versorgung der Flüchtlinge, wenn sie in Massen kommen”, gab Flüchtlingsminister Mussa Ecweru bereits im Zuge des Flüchtlingszustroms während des Kongokriegs 2008 zu. Heute fliehen noch wesentlich mehr Menschen nach Uganda.


Ugandas Regierung ist bei der Erstversorgung daher auf internationale Hilfe und Lebensmittellieferungen angewiesen. Diese würden jedoch immer weniger, da auch Europa mit einem Flüchtlingsansturm klarkommen muss, heißt es vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.


Flüchtlinge als Wirtschaftsmotor


Ugandas liberale Flüchtlingspolitik kommt nicht von ungefähr. Während der 1970er und 1980er Jahre, als die Diktatoren Idi Amin und Milton Obote mit Terror regierten, waren viele Ugander selbst Flüchtlinge in den Nachbarländern. Ugandas heutiger
Präsident Yoweri Museveni hat im Exil in Tansania seiner Guerillabewegung gegründet. 1986, nach Jahren des Bürgerkrieges, eroberte sie letztlich Uganda und stellt bis heute die Regierung.


Und auch Ugandas Wirtschaft profitiert von den Flüchtlingsströmen: Denn aus den Krisenländern retten sich auch die Unternehmer und die Mittelklasse. In Ugandas Hauptstadt Kampala sieht man zahlreiche große Geländewagen mit burundischen oder südsudanesischen Kennzeichen. Die meisten schlagen mit ihrem ganzen Ersparten in Kampala auf, um sich ein neues Leben aufbauen: Sie mieten ein Haus, eröffnen ein Geschäft oder Restaurant, betreiben Handel mit ihren Verwandten in der Heimat – und zahlen im besten Fall sogar Steuern und stellen ein paar Ugander ein. “Uganda hat eine sehr offenherzige Flüchtlingspolitik und profitiert langfristig auch wirtschaftlich davon”, sagt Charly Yaxlei vom UN-Flüchtlingshilfswerk in Uganda.


Oppositionelle und Rebellen als Trumpfkarte


Präsident Museveni weiß zudem um die politische Macht dieser Willkommenspolitik: Flüchtlinge sind ein wichtiger Faktor seiner Großmachtpolitik in der Region. Damit zieht er die Fäden weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus.



M23-Rebellen
Foto: AP Photo/Jerome Delay, File

Nach ihrer Niederlage zogen sich hunderte M23-Kämpfer nach Uganda zurück


In der Regel fliehen zuerst Oppositionelle aus ihren Heimatländern und suchen bei den Nachbarn Unterschlupf. Derzeit beherbergt Uganda Oppositionelle aus Burundi, Südsudan, Ruanda und selbst aus weiter entfernten Ländern wie Somalia und Äthiopien. Darunter sind auch einst bewaffnete Rebellen, die den Krieg in ihrer Heimat verloren haben und in Uganda eine Auszeit nehmen, zum Beispiel die kongolesischen Tutsi-Rebellen der “Bewegung des 23. März” (M23). Als sie sich im November 2013 geschlagen geben mussten, zogen sich zahlreiche bewaffnete Kämpfer
über die Grenze nach Uganda zurück. Zwar wurden sie von Ugandas Armee entwaffnet – sie gelten aber noch immer als Trumpfkarte Musevenis gegenüber Kongos Regierung.


UN-Ermittler, die den Krieg und illegale Waffenlieferungen im Kongo analysieren, sammeln seit vielen Jahren regelmäßig Beweise, dass kongolesische Milizen ihren Nachwuchs im ugandischen Flüchtlingslager Nakivale rekrutieren.


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UN-Tribunal spricht serbischen Nationalistenführer Šešelj frei

Der serbische Nationalistenführer Vojislav Šešelj ist vom UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien überraschend in allen Anklagepunkten freigesprochen worden.

Anklage erwägt Berufung

Dem ehemaligen “Chefpropagandisten von Groß-Serbien” waren neben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Balkankriege in den 90er Jahren auch Hassreden gegen Kroaten und Muslime vorgeworfen worden. Die Anklage hatte 28 Jahre Haft gefordert. Sie erwägt, Berufung einzulegen. Das Urteil entspreche nicht der bisherigen “konsistenten Rechtsprechung des Tribunals”, sagte Chefankläger Serge Brammertz.


Das Gericht sah in den während des Prozesses von der Anklage dokumentierten hetzerischen Äußerungen Šešeljs keine Grundlage für eine Verurteilung. In keinem der Anklagepunkte sei eine Verantwortung Šešeljs für Verbrechen gegen Kroaten und Muslime erwiesen, urteilte das Gericht ungewöhnlich deutlich.

Der Plan eines Groß-Serbiens sei “politisch zu beurteilen und ist sicher nicht kriminell”, erklärte der Vorsitzende Richter Jean-Claude Antonetti. “Mit diesem Freispruch ist Vojislav Šešelj ein freier Mann.”

Freiwillig dem Tribunal gestellt

Šešelj hatte sich 2003 selbst dem Tribunal gestellt. 2014 war er aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft in den Haag entlassen worden. Der 61-Jährige war zur Urteilsbegründung nicht in die Niederlande gekommen.


Auf einer Pressekonferenz in Belgrad erklärte Šešelj, die Richter hätten aus juristischer Sicht die “einzig mögliche Entscheidung getroffen”. “Nach all den Prozessen gegen unschuldige Serben, die drakonische Strafen erhalten haben, gibt es nun ein Urteil von ehrenwerten und fairen Richtern.” Beobachter erwarten, dass Šešeljs “Serbische Radikale Partei” (SRS) bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 24. April von dem Freispruch profitieren wird. Laut Umfragen liegt sie derzeit leicht über der Fünf-Prozent-Hürde.

Zehntausende Kriegstote

In den Kriegen nach dem Zerfall des kommunistischen Vielvölkerstaates Jugoslawien waren von 1991 bis 1995 Zehntausende Menschen getötet und vertrieben worden. Erst vor einer Woche hatte das UN-Tribunal den Chef der bosnischen Serben während des Krieges, Radovan Karadzic, zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt, unter anderem wegen des Völkermordes an Muslimen in Srebrenica.

Enttäuschung in Kroatien

Empört über den Richterspruch äußerte sich Kroatiens Regierungschef Tihomir Oreskovic. Das Urteil sei “schändlich” und eine Niederlage für das Haager Gericht und die Staatsanwaltschaft, sagte er vor Journalisten in Zagreb. Šešelj habe keinerlei Reue gezeigt, “weder damals noch heute”. Auch der Präsident einer Vereinigung früherer kroatischer Kriegsgefangener zeigte sich “zutiefst enttäuscht”. Šešeljs Freispruch trage nicht zur Versöhnung bei, sagte Danijel Rehak.

wl/bor (dpa, afp, rtr)

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Palmyra nach dem IS: Geisel in Assads Spiel mit dem Westen

Zehn Monate lang dachte die ganze Welt, dass Palmyra dem Erdboden gleich gemacht worden sei. Nun sieht es so aus, als seien nur 20 Prozent zerstört. War es gezielte Propaganda des IS, uns glauben zu lassen, dass alle Statuen und Ruinen für immer verloren sind?

20 Prozent, das hört sich zwar wenig an. Aber die Terroristen haben die wichtigsten Monumente des Weltkulturerbes zerstört: den Baal-Tempel und den Balschamin-Tempel, die beiden größten und schönsten Bauwerke Palmyras. Außerdem haben sie sieben der schönsten Grabtürme und den Triumphbogen zerstört. Und viele Flächen, auf denen noch gegraben wurde. Die Plünderungen – ob durch Assads Truppen oder durch den IS – haben auch Areale betroffen, die Archäologen und Historiker noch weiter erforschen wollten. Das sind Verluste historischen Ausmaßes. Wenn jetzt von 20 Prozent die Rede ist, dann muss man das relativieren: Die bedeutendsten 20 Prozent des Weltkulturerbes sind ausradiert worden.

Angst vor Rekonstruktion Palmyras als “Disneyland”

Was soll also passieren mit Palmyra?

Ich bin für den Wiederaufbau, aber gegen eine Rekonstruktion. Aber ich bin auch dagegen, dass man so tut, als hätte das, was in Palmyra passiert ist, einfach nicht stattgefunden. Man sollte einen Teil des zerstörten Palmyras als Mahnmal belassen, als Zeugnis der Geschichte. Es muss im Gedächtnis bleiben, was dort los war.

Ich komme nochmal auf meine Frage zurück: Handelte es sich bei der Zerstörung Palmyras um Propaganda des IS?

Ja, sicher. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in den Augen des IS Palmyra in zweifacher Hinsicht zerstört werden musste. Zum Ersten, weil Palmyra für den Westen ein Symbol ist, das es zu erhalten galt. Wobei ich klar stellen möchte, dass der IS auch Zeugnisse islamischer Geschichte wie Moscheen oder Mausoleen zerstört hat. Und zum Zweiten, weil Palmyra ein Symbol Syriens ist. Man muss sich nur die Briefmarken, die Geldscheine ansehen, überall ist Palmyra abgedruckt.



Der Baal-Tempel in Palmyra: vor (links) und nach (rechts) der Zerstörung durch den IS (Foto: picture-alliance/dpa/Unosat)

Der Baal-Tempel in Palmyra: vor (links) und nach (rechts) der Zerstörung durch den IS

Wie schätzen Sie die “Befreiung” Palmyras ein. Versucht Baschar al-Assad daraus auch persönlich Profit zu schlagen?

Als Baschar al-Assad Palmyra dem “Islamischen Staat” im Mai 2015 gewissermaßen überlassen hat, war das ein gezielter politischer Schachzug: Seine Strategie bestand darin, dass der Westen ihm zur Hilfe kommt, um den IS zu bekämpfen. Doch erstmal ist seine Rechnung nicht aufgegangen, weil der Westen natürlich einem Diktator wie Assad nicht zur Hilfe kommen wollte. Die syrische Luftüberwachung muss genau gesehen haben, dass die Truppen des IS sich durch die Wüste Palmyra näherten. Sie haben extra nichts dagegen unternommen, weil sie es darauf angelegt hatten, Hilfe vom Westen zu bekommen. Statt den IS anzugreifen, haben sie Bomben über Aleppo abgeworfen. Jetzt ist dort eine ähnliche Situation zu beobachten: Assad ist es gelungen, Russland und die Hisbollah auf seine Seite zu ziehen, um Palmyra zu befreien und sich jetzt feiern zu lassen. Er hofft, dass der Westen ihn wieder als Verhandlungspartner akzeptiert. Das sind politische Manöver.

Mögliche Instrumentalisierung Palmyras durch Assad

Glauben Sie, das ist alles nur Taktik?

Assad lügt, wenn er den Mund aufmacht. Ich kenne das syrische System seit mehr als vierzig Jahren. Als ich 1971 nach Syrien gekommen bin, bin ich sofort mit dem Regime von Baschar al-Assads Vater in Berührung gekommen, ich habe auch den Übergang vom Vater zum Sohn vor Ort mit verfolgt, ich war während des Beginns der Revolution 2011 in Syrien. Ich habe Baschar al-Assad als einen großen Manipulator und Betrüger kennen gelernt. Wir haben es in Syrien mit einer mafiösen Diktatur zu tun.

Das einzige Ziel, das Baschar al-Assad hat, ist an der Macht zu bleiben, damit Syrien so bleibt, wie er es haben will, weil er es als sein Eigentum betrachtet. Er ist bereit, alles dafür zu tun: Er hat keine Probleme, 300.000 Menschen zu massakrieren, Millionen Syrer ins Exil zu vertreiben, Gefängnisinsassen zu foltern und umzubringen. Wenn jetzt wieder Verhandlungen mit ihm aufgenommen werden, dann müssen die Verhandler einen großen Löffel mitbringen. Denn sie sind dabei, sich mit dem Teufel selbst an einen Tisch zu setzen.



Grabtürme bei Palmyra. Das Bild wurde 2010 aufgenommen. (Foto: REUTERS/Sandra Auger)

Grabtürme bei Palmyra: Der IS hat auch sieben dieser einzigartigen Bauwerke zerstört. Das Bild stammt von 2010

Bleibt Palmyra auch weiterhin eine Geisel?

Ja, Assad weiß, wie er Palmyra zu instrumentalisieren hat. Ich bin froh, dass der IS weg ist, aber ich bin nicht bereit, Assad dafür zu danken.

Halten Sie es für möglich, Palmyra in fünf Jahren wieder aufzubauen, wie es Maamun Abdulkarim, Chef der syrischen Antikenverwaltung, angekündigt hat?

Ich halte es für unrealistisch. Ohne Hilfe aus dem Ausland, also der UNESCO, wird es nicht zu schaffen sein. Ich habe auch mit Irina Bokowa, der Generaldirektorin der UNESCO, darüber gesprochen. Sie will sich alsbald ein Bild von der Lage vor Ort machen. Sie hält sich mit Zusagen zurück. Erstmal müssen sich die Experten ein Bild machen, ob ein Wiederaufbau Sinn macht. Auf der anderen Seite ist die Frage, ob Palmyra beim Wiederaufbau Syriens auf der Prioritätenliste ganz oben steht. Das ganze Land liegt in Schutt und Asche.

Würden Sie beim Wiederaufbau mithelfen?

Wenn ich gefragt werde, dann ja. Aber ich habe Angst, Palmyra in diesem Zustand wiederzusehen.

Das Gespräch führte Sabine Oelze.

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Südafrikas Präsident Zuma muss zahlen

Binnen 60 Tagen müsse das Finanzministerium dem Präsidenten eine Rechnung stellen, sagte der Vorsitzende des südafrikanischen Verfassungsgerichts, Mogoeng Mogoeng. Staatschef Jacob Zuma sei verpflichtet, den Bau eines Besucherzentrums, eines Hühnerstalls, eines Amphitheaters und eines Swimming Pools auf seinem Anwesen im südlichen Ort Nkandla privat zu bezahlen. Zuma habe es “versäumt, die Verfassung hochzuhalten, zu verteidigen und zu respektieren”, sagte der Oberste Richter in Johannesburg weiter.

Jahrelang in der Kritik

In den Bau in der Provinz KwaZulu-Natal flossen rund 250 Millionen Rand Staatsgelder (derzeit fast 15 Millionen Euro). Das entspricht etwa dem Preis von 100 Einfamilienhäusern in der Metropole Johannesburg. Zuma steht deswegen seit 2009 unter Dauerfeuer von Öffentlichkeit und Opposition. Der 73-Jährige hatte die Forderung nach einer Rückerstattung jahrelang zurückgewiesen. Es habe sich bei dem Ausbau nur um nötige Sicherheitsmaßnahmen gehandelt, sagte er.

Zuma kämpft derweil an zahlreichen politischen Fronten. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, mehr als jeder Vierte ist arbeitslos – und jetzt kommt auch noch die Wirtschaftsflaute dazu. Vor zwei Wochen musste sich Zuma im Parlament gegen massive Korruptionsvorwürfe verteidigen: Eine dem Präsidenten nahestehende Unternehmerfamilie soll die Absetzung des Finanzministers veranlasst und die Neubesetzung des Postens beschlossen haben.

Opposition fordert ein Amtsenthebungsverfahren

Das fällige Misstrauensvotum überstand der Präsident problemlos, denn Zumas Afrikanischer Nationalkongress (ANC) verfügt im Parlament über eine klare Mehrheit.

Dennoch kündigte die größte Oppositionspartei des Landes umgehend die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens an. Bereits wenige Minuten nach dem Urteil veröffentlichte die Demokratische Allianz (DA) eine Erklärung. Darin heißt es, der Richterspruch sei “sehr klar”. Zuma habe einen “schweren Verstoß” gegen die Verfassung begangen. Das rechtfertige seine Absetzung.

rb/uh (afp, ap, dpa, rtr)

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Streiks gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

Streiks bei der französischen Staatsbahn SNCF und bei den Pariser Verkehrsbetrieben sorgten am Morgen für Behinderungen im Nah- und Fernverkehr. Weil auch die Fluglotsen ihre Arbeit niedergelegt hatten, wurden Flüge gestrichen und es gab Verspätungen.

Aus Protest gegen die Pläne der sozialistischen Regierung blockierten Schüler im Großraum Paris die Zugänge zu rund 50 Gymnasien, wie eine Schülerorganisation mitteilte. Auch in anderen französischen Städten gab es Blockaden vor Schulen (Artikelbild). Nach Gewerkschaftsangaben waren landesweit rund 200 Kundgebungen geplant.



Hollande und Vals (Foto: Reuters)

Das Reformvorhaben von Präsident François Hollande (l.) und seinem Premierminister Manuel Valls war vergangene Woche vom Kabinett gebilligt worden

Ausschreitungen am Rande von Demos

Die Gewerkschaften gehen schon seit Wochen gegen die Pläne von Präsident François Hollande auf die Barrikaden, der das französische Arbeitsrecht aufweichen will. Anfang März waren mehr als 200.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Organisatoren sprachen sogar von rund 450.000 Demonstranten. Vor einer Woche kam es bei
Protesten von Schülern zu schweren Ausschreitungen.


Um die Rekordarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, wollen Hollande und sein Premierminister Manuel Valls unter anderem die 35-Stunde-Woche lockern und die Regeln für betriebsbedingte Kündigungen vereinfachen. Das stößt auch beim linken Parteiflügel ihrer eigenen Sozialistischen Partei auf Kritik.

Schafft Hollande die Trendwende?

Dieser hält die Reform für zu unternehmerfreundlich, obwohl die Regierung wegen des anhaltenden Protests ihre ursprünglichen Pläne schon abgeschwächt hat. Das Kabinett hatte die Reform vergangene Woche beschlossen. Die Nationalversammlung wird ab dem 3. Mai im Plenum über das Vorhaben beraten.


Hollande hat eine erneute Kandidatur bei der Präsidentenwahl im Frühjahr 2017 von einer Trendwende am Arbeitsmarkt abhängig gemacht. Ende Februar waren in Frankreich mehr als 3,59 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, das sind 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchststand.

uh/rb (dpa, afp)

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The Bobs 2016: Die Abstimmung beginnt


Für die diesjährigen “The Bobs” – Award – Best of Online Activism – haben Internetnutzer aus aller Welt über 2.300 Vorschläge eingereicht. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für diese großartige Unterstützung!


Nach langen Diskussionen haben sich die Mitglieder nun auf 126 Finalisten geeinigt. Die Nominierungen umfassen fünf Finalisten für jede der 14 Sprachen, in denen die Auszeichnung vergeben wird sowie 14 Finalisten für jede der vier thematischen Kategorien: Sozialer Wandel, Tech for Good, Kunst und Kultur sowie Bürgerjournalismus.


Ab dem 31. März 2016 können User auf der Seite
thebobs.com den Websites, Apps, Personen oder Projekten ihre Stimmen geben, die sie am überzeugendsten finden und so die Gewinner der Publikumspreise festlegen können. Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs sind die Kandidaten, die die meisten Stimmen auf sich vereinen. Jeder kann sich am Voting beteiligen, das am 2. Mai endet.


Zugleich trifft sich in Berlin eine Experten-Jury, die die Jury-Awards in den vier mehrsprachigen Kategorien vergibt.


“Wir gratulieren allen Teilnehmern und Projekten, die für The Bobs 2016 nominiert wurden. Es ist eine Ehre, so viele selbstlose und hart arbeitende Menschen auszuzeichnen, die sich für den sozialen Wandel und die freie Meinungsäußerung engagieren”, sagt Julia Bernstorf, von der DW-Stabsstelle Programmentwicklung und Innovation.


12 Jahre The Bobs


Seit zwölf Jahren zeichnet die Deutsche Welle mit ihrem Wettbewerb “The Bobs” Menschen aus, die sich für Redefreiheit einsetzen und für Online-Aktivismus einstehen. Frühere Gewinner des Awards sind unter anderem Yoani Sánchez (Kuba), Lina Ben Mhenni (Tunesien), Ushahidi (Kenia), die Sonnenlicht Foundation (USA), Li Chengpeng (China) und Alaa Abd El-Fattah (Ägypten).


“Es gibt eine ganze Reihe von Auszeichnungen, die das Engagement für Redefreiheit, Menschenrecht, traditionellen Journalismus und Technologie auszeichnen. Aber es gibt keinen anderen Preis, der einen vergleichbaren Umfang hat”, sagt Jury-Mitglied Georgia Popplewell, Geschäftsführerin von
Global Voices.


“Die Flexibilität, mit der die Bobs auf die raschen Veränderungen im digitalen Raum reagieren, zeichnet den Preis ganz besonders aus”, fügte sie hinzu.


Teilnahme an der Abstimmung


Um sich an der Abstimmung bei diesjährigen Wettbewerb beteiligen zu können, muss man sich auf der Seite thebobs.com registrieren. Updates für den Abstimmungsprozess werden auf
Twitter und
Facebook bekannt gegeben.


Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs werden zur Preisverleihung im Rahmen des Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn am 14. Juni eingeladen. Die Gewinner des Bobs 2016 werden am 2. Mai bekannt gegeben.

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Freispruch für serbischen Nationalisten Seselj


Seine Schuld an Kriegsverbrechen im Bürgerkrieg auf dem Balkan Anfang der 1990er Jahre sei nicht erwiesen, urteilten die Richter. Vojislav Seselj, Vorsitzender der großserbischen Radikalen Partei (SRS), wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Balkankriege in den 90er Jahren zur Last gelegt. Er sollte vor allem für die Ermordung tausender und die Vertreibung zehntausender Kroaten und Muslime in Bosnien verantwortlich gewesen sein. Die Ankläger hatten 28 Jahre Haft für Seselj gefordert.



In keinem der Anklagepunkte sei eine Verantwortung Seseljs für Verbrechen gegen Kroaten und Muslime erwiesen, urteilte das Gericht ungewöhnlich deutlich. “Vojislav Seselj ist somit ein freier Mann”, sagte Richter Jean-Claude Antonetti bei der Urteilsverkündung in Abwesenheit des 61-Jährigen. Die neun gegen Seselj wegen seiner Rolle während der Balkankriege erhobenen Anklagepunkte wurden fallengelassen.


Der Ultranationalist hatte sich freiwillig gestellt


Vor zwei Jahren war Seselj aus gesundheitlichen Gründen vorläufig aus der Haft entlassen worden. Er weigerte sich, zur Urteilsverkündung nach Den Haag kommen. Den vom UN-Sicherheitsrat eingesetzten Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien
erkennt er nicht an, obwohl er sich ihm 2003 freiwillig gestellt hatte.


In Serbien
kandidiert der Ultranationalist derzeit für seine SRS für die vorgezogene Parlamentswahl am 24. April. In der Regierungszeitung “Novosti” hatte er am Mittwoch erklärt: “Ich habe keine Zeit, mich mit Den Haag zu befassen. Ich befinde mich im Wahlkampf und habe jeden Tag Veranstaltungen. Mit denen bin ich fertig.”


uh/rb (dpa, afp)

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