Месечни архиви: December 2016

Scheidender UN-Generalsekretär Ban fühlt sich "wie Aschenputtel"

Sichtlich gerührt sagte der Generalsekretär im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York “auf Wiedersehen”. Stunden vor dem Ende seiner Amtszeit fühle er sich ”ein bisschen wie Aschenputtel”, denn: ”Morgen um Mitternacht wird sich alles ändern”, sagte Ban Ki Moon vor der riesigen Menschenmenge, die zu seiner Verabschiedung erschienen war. Er dankte noch einmal seinen Mitarbeitern und Unterstützern für ihre harte Arbeit und ihren aufopferungsvollen Einsatz in den vergangenen zehn Jahren. “Behaltet die Menschen im Mittelpunkt”, mahnte Ban, und die “Rechte des Menschen und die Würde des Menschen”.  

Zum endgültigen Abschied wird dem Südkoreaner noch eine besondere Ehre zuteil: Bei den Silvesterfeierlichkeiten auf dem New Yorker Times Square darf er die Sekunden bis zum Beginn des neuen Jahres herunterzählen. “Ich werde vor Millionen von Leuten meinen Job verlieren”, scherzte der sonst oft spröde Asiate zum Abschluss der Feier. 

Für Stab und Funktionäre blieben ihm zum Ende nur die Worte: “Ich danke Euch”, erklärte der 72-Jährige. Er selbst fühle sich geehrt, dass er dieser “großen Organisation” habe dienen dürfen.   

USA Abschied des Generalsekretärs Ban Ki-moon (picture-alliance/Zumapress/A. Lohr-Jones)

Und auch die letzten Selfies am UN-Sitz dürfen nicht fehlen

Der oberste UN-Diplomat hatte in seiner Ära ein globales Klimaabkommen erstritten sowie den UN neue programmatische Entwicklungsziele gegen Armut und Ungleichheit gesetzt. Ungelöst hinterlässt er seinem Nachfolger etwa die Konflikte in Syrien, im Yemen, in Südsudan und Libyen. Mit dem 1. Januar endet Bans Amtszeit an der Spitze der Vereinten Nationen. Eine Abspaltung der Regierungspartei in seiner südkoreanischen Heimat möchte ihn als Mitglied und Kandidaten für das Präsidentenamt gewinnen.  

Bans Nachfolger Antonio Guterres tritt seinen Posten am 3. Januar an. Der Portugiese leitete zehn Jahre lang das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und war zuvor Ministerpräsident seines Landes. Er gilt als Mann der Tat. 

SC/myk (afp, APE)

 

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Merkel: "Wir sind stärker als der Terrorismus"

2016 geht zu Ende, 2017 steht vor der Tür. In ihrer Neujahrsansprache spricht Angela Merkel von einem “Jahr der schweren Prüfungen”, das hinter den Deutschen liegt. Dabei sei der islamistische Terrorismus “ohne Zweifel” die “schwerste Prüfung” gewesen. Mehrfach hatten Attentäter im Verlauf des Jahres zugeschlagen: in Würzburg, in Ansbach und Mitte Dezember auch in Berlin.

Zwölf Menschen kamen auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche ums Leben, als der Tunesier Anis Amri einen Sattelschlepper in die Menschenmenge fuhr. Der 23-Jährige war als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Es sei “besonders bitter und widerwärtig”, so die Bundeskanzlerin, wenn Terroranschläge von Menschen begangen würden, “die in unserem Land angeblich Schutz suchen”. Die deutsche Hilfsbereitschaft, aber auch diejenigen, “die tatsächlich unseren Schutz brauchen und verdienen”, würden durch diese Taten “verhöhnt”.

Zuversicht und Entschlossenheit

Nach wie vor ist die Trauer um die Toten und Verletzten groß. Das ist auch in der Neujahrsansprache zu spüren. Inmitten dieser Trauer spüre sie aber auch Zuversicht, sagt Angela Merkel. “In einer festen Entschlossenheit, der Welt des Hasses der Terroristen unsere Mitmenschlichkeit und unseren Zusammenhalt entgegenzusetzen.” Im Kern bestätigt die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende in ihrer Botschaft für das neue Jahr ihre bisherige Linie in der Flüchtlingspolitik. “Indem wir zum Beispiel mit den Bildern des zerbombten Aleppo in Syrien vor Augen noch einmal sagen dürfen, wie wichtig und richtig es war, dass unser Land auch im zurückliegenden Jahr denjenigen, die tatsächlich unseren Schutz brauchen, geholfen hat, hier bei uns Tritt zu fassen und sich zu integrieren.”

Deutschland Berlin - Bürger und Flüchtlinge Gedenken der Opfer (Getty Images/S. Gallup)

Zusammenhalt: Bürger und Flüchtlinge gedenken der Opfer nach dem Anschlag in Berlin

Für die Kanzlerin sind die Terroristen allein “Mörder voller Hass”. Rechtsstaat und Demokratie seien der Gegenentwurf dazu. “Unsere Werte werden stärker sein als der Terrorismus”. Auch der Staat werde dem Terror die Stirn bieten und damit für die Bürger “Sicherheit in Freiheit” gewährleisten. “2017 werden wir als Bundesregierung dort, wo politische oder gesetzliche Veränderungen nötig sind, schnellstens die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten und umsetzen”, kündigte Merkel in ihrer Rede an, die am Silvesterabend ausgestrahlt wird.

Der Demokratie und den Menschen dienen

Für das neue Jahr wünscht sich die Bundeskanzlerin mehr Zusammenhalt und eine Stärkung der Demokratie. Viele Menschen würden mit dem Jahr 2016 das Gefühl verbinden, die Welt sei aus den Fugen geraten. Errungenschaften wie die EU und die parlamentarische Demokratie würden infrage gestellt, weil sie sich angeblich nicht um die Interessen der Bürger kümmerten. Der Kommentar der Kanzlerin dazu: “Was für Zerrbilder.” Ja, Europa sei langsam und mühsam. Aber: “Wir Deutschen sollten uns niemals vorgaukeln lassen, eine glückliche Zukunft könnte je im nationalen Alleingang liegen.”

Im September 2017 wird der Deutsche Bundestag neu gewählt. Auch darauf geht Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache ein. Die  parlamentarische Demokratie erfordere “Widerspruch und Mitsprache”. Das aber stets friedlich und respektvoll. “Ich werde mich für eine politische Auseinandersetzung einsetzen, bei der wir über vieles leidenschaftlich streiten werden, aber stets wie Demokraten, die nie vergessen, dass es eine Ehre ist, unserer Demokratie und damit den Menschen zu dienen.”

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Trump voll des Lobes für Putin

Präsident Wladimir Putin versuchte geschickt, seinen amerikanischen Gegenspieler Barack Obama öffentlich vorzuführen. Während Obama in den letzten Tagen seiner Amtszeit noch einmal Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängte und wegen angeblicher Hackerangriffe 35 russische Diplomaten des Landes verwies, gab sich Putin demonstrativ generös. Er pfiff sogar seinen Außenminister Sergej Lawrow zurück und stoppte die angedrohte Ausweisung amerikanischer Diplomaten. Genüßlich verwies er auf den designierten Nachfolger Obamas: Man werde in Ruhe abwarten, was Donald Trump tun werde. Und der fühlte sich sichtlich geschmeichelt.  

Der Verzicht auf Gegenmaßnahmen durch Putin sei ein “großartiger Zug”, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. “Ich habe immer gewusst, dass er sehr klug ist.” Trump will sich in der Sache in der kommenden Woche mit Vertretern der Geheimdienste treffen. Der um bessere Beziehungen zu Russland bemühte Republikaner hatte wiederholt starke Zweifel an geheimdienstlichen Erkenntnissen über russische Cyberattacken auf Computer der US-Demokraten geäußert. Über Putin persönlich hatte sich der Rechtspopulist immer wieder lobend ausgelassen.

Die neuen Strafmaßnahmen der Obama-Administration richten sich unter anderem gegen die russischen Geheimdienste GRU und FSB sowie gegen Unternehmen. Die 35 als “Spione” ausgewiesenen russischen Diplomaten und ihre Familien wurden mit einer Sondermaschine aus Moskau abgeholt. 

USA US-Senat stimmt für Folter-Verbot bei Verhören John McCain (Getty Images/M. Wilson)

Hält sogar Obamas Kurs noch für zu lasch: Senator John McCain von den Republikanern

Widerstand im Republikaner-Lager

Im Gegensatz zu Trump sehen auch viele in seiner eigenen republikanischen Partei die Bedrohung durch russische Hacker als real an und stehen hinter Obamas Sanktionen. So hatte der republikanische Senator Lindsey Graham jüngst bestätigt, dass auch seine Wahlkampf-Accounts von russischer Seite gehackt worden seien. Er sei bereits drei Monate vor der Präsidentenwahl von der US-Bundespolizei FBI darüber informiert worden.

Der Chef des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, bezeichnete die Konsequenzen der USA als “überfällig”. Die republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham forderten sogar noch schärfere Sanktionen gegen Russland. Moskau werde “für die Cyberangriffe einen hohen Preis bezahlen”, drohte McCain bei einem Besuch in Kiew. Und fügte an, “kein Kongress der USA” werde jemals “die Freiheit und Unabhängigkeit der Ukraine opfern”. 

SC/myk (afp, APE, dpa, rtre)
 

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Google-Rangliste: Pokémon Go vor Trump

1. Pokémon Go

Google veröffentlicht jedes Jahr eine Rangliste der weltweiten Suchanfragen sowie nationale Auswertungen der beliebtesten Suchbegriffe. Das Ergebnis dieses Jahr: Platz eins geht an Pokémon Go. Kein anderer Begriff wurde 2016 häufiger in die Suchmaske von Google eingegeben. Und nicht nur das. Das äußerst beliebte Spiel für Smartphones und Tabletcomputer, das im Juli 2016 herauskam, stieß glatt den ewigen Spitzenreiter “Porno” als am meisten eingegebenen Google-Begriff vom Thron.

Russland Pokemon Go Spieler in Nowosibirsk (picture-alliance/dpa/A. Kryazhev)

Bei “Lure-Partys” versuchen die Spieler in Gruppen Pokémons anzulocken

Bereits nach 19 Tagen hatten sich mehr als 75 Millionen Menschen das Spiel heruntergeladen. Gruppen von Menschen jeden Alters jagten auf einmal durch Straßen und Parks, unermüdlich auf der Suche nach weiteren, kleinen Poké-Monstern. Sogar von dadurch verursachten Verkehrsunfällen war die Rede. Oder davon, dass sich junge Leute dank des Spiels endlich mehr draußen bewegten. Allerdings stellte sich das hinterher als Trugschluss heraus. Datenschützer waren ohnehin nicht angetan von dem Spiel und warnten vor der riesigen Datensammelmaschine. 

USA Apple Phil Schiller präsentiert das iPhone 7 AirPods (Reuters/B. Diefenbach)

2016 bei den Smartphone-Käufern heiß begehrt: das iPhone 7 von Apple

2. iPhone 7

Auf Platz zwei des Google-Rankings landete das iPhone 7, das Apple im September als neueste Smartphone-Variante herausbrachte. Immer wieder scheint der Konzern mit dem angebissenen Apfel als Emblem einen Verkaufshit mit seinen Neuerscheinungen zu landen. Und das obwohl die Technik nicht unbedingt überzeugt. Längst ist bekannt, dass man mit dem hohen Kaufpreis eher für ein Lifestyleprodukt bezahlt, als ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erhält.  

Japan Produktion von Trump Masken (Getty Images/T. Ohsumi)

Donald Trump kam als beliebtes Suchwort nur auf Platz 3 des Google-Rankings

3. Donald Trump

Er selbst hätte sich sicher gerne auf Platz 1 gesehen, doch es reichte nur für den dritten. Der künftige republikanische US-Präsident, war nicht ganz so gefragt wie die beiden Gadgets auf Platz eins und zwei. Dafür schaffte es Donald Trump aber im Bereich Nachrichten und bei der Personensuche auf den Spitzenplatz. Das dürfte den lautstarken Immobilienmogul etwas beruhigen. Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton lag bei der Google-Personensuche gleich auf dem zweiten Rang – vor US-Schwimmstar Michael Phelps. und Trumps Ehefrau Melania auf dem vierten Platz. 

USA Sänger Prince bei American Idol in Kalifornien (Reuters/C. Pizzello)

Unter den 2016 gestorbenen Stars wurde Prince am häufisten bei Google gesucht

In Deutschland führte laut Rangliste von Google die Fußball-Europa-Meisterschaft (EM 2016) das Ranking an, gefolgt von den Begriffen “Pokémon Go” und “iPhone 7″. Wir dürfen gespannt sein, was uns Google Ende 2017 darüber verraten wird, was uns das Jahr über bewegt hat

 

bb/hm (AFP/sz.de)

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Kraft gewinnt Tournee-Auftakt

Stefan Kraft ist mit einem Sieg in die 65. Vierschanzentournee gestartet. Wie schon 2014 gewann der Österreicher das Auftaktspringen in Oberstdorf. Kraft kam auf 139,0 und 134,5 Meter und siegte mit 308,0 Punkten vor Kamil Stoch aus Polen (305,2) und seinem Landsmann Michael Hayböck (296,2). “Unglaublich. Dass mir das gelingt, ist mega-cool. Das ist einer meiner schönsten Tage”, sagte Kraft. Zu sehr sollte sich der Österreicher nun aber nicht in Sicherheit wiegen, zu oft stürzten die Oberstdorf-Sieger am Ende noch ab. Nur vier der letzten zehn Gewinner am Schattenberg holten am Ende auch den Gesamtsieg.

“Es ist noch nichts entschieden”

65. Vierschanzentournee | Auftaktspringen in Oberstdorf | Markus Eisenbichler (picture-alliance/dpa/D. Karmann)

Überzeugt beim Auftaktspringen: Markus Eisenbichler

Bester Deutscher war Markus Eisenbichler. Der 25-Jährige verpasste nur knapp einen Podestplatz und belegte vor rund 25.000 Fans mit Sprüngen auf 135 und 133,5 Meter den sechsten Rang. Nach dem ersten Durchgang hatte Eisenbichler sogar den vierten Platz belegt. “Die Weite hat nicht gefehlt, ich muss nur normal landen. Das ärgert mich extrem. Ich habe aber bewiesen, dass ich es drauf habe. Ich ärgere mich nur fünf Minuten, und dann ist es vorbei”, sagte Eisenbichler und richtete vor dem Neujahrsspringen an diesem Sonntag sofort eine Kampfansage an die Konkurrenz. “Es ist noch nichts entschieden.” Das sieht auch Bundestrainer Werner Schuster so: “Markus hat einen guten Wettkampf gemacht und ist weiter dabei. Es ist bitter, dass er über die Landung Plätze verloren hat. Die Jury hat das hart bestraft.” 

Favorit Prevc enttäuscht

Der letztjährige Oberstdorf-Sieger Severin Freund belegte mit 129,9 Punkten nur den 20. Rang und hat damit schon alle Chancen auf den Gesamtsieg verspielt. Gleiches gilt für den erst 17 Jahre alten Favoriten Domen Prevc aus Slowenien, der auf einem indiskutablen 26. Platz landete. “Es hört sich doof an, aber die Gesamtwertung ist für mich nicht das bestimmende Thema. Es war von Anfang an klar, dass die Tournee zu früh kommt”, sagte der in der Vorbereitung lange verletzte Freund.

Der zuletzt formschwache Tournee-Titelverteidiger Peter Prevc knüpfte als Zehnter zumindest an seine alte Stärke an. Zwei prominente Namen schafften es erst gar nicht in den zweiten Durchgang: Altmeister Noriaki Kasai aus Japan musste auf Rang 31 ebenso vorzeitig die Koffer packen wie der zweimalige Oberstdorf-Sieger Simon Ammann aus der Schweiz, der 37. wurde.

tk (sid, dpa)

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Griechischer Botschafter in Brasilien wurde von Polizist ermordet

Der Diplomat Kyriakos Amiridis wurde tot in einem ausgebrannten Wagen in Nova Iguaçu im Norden von Rio de Janeiro entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizist habe den Mord gestanden, berichtete das Nachrichtenportal G1. Die Ermittler beantragten auch die Festnahme der brasilianischen Witwe des griechischen Botschafters unter dem Verdacht der Mittäterschaft. Die Frau hatte vor vier Tagen ihren Ehemann als vermisst gemeldet. Die Polizei verhörte in dem Fall auch noch einen Jugendlichen.

Der 59-jährige Amiridis war nach Polizeiangaben zuletzt am Abend des 26. Dezember bei Rio de Janeiro gesehen worden. Am Donnerstag wurde in Nova Iguaçu in der Nähe von Rio in einem ausgebrannten Auto ein Toter entdeckt, bei dem es sich – wie inzwischen feststeht – um den Botschafter handelte. Der Leihwagen war von dem Diplomaten gemietet worden. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Ermittlerkreisen, als wahrscheinlichste Spur gelte ein “Verbrechen aus Leidenschaft”.

War erst in diesem Jahr griechischer Botschafter in Brasilien geworden: Kyriakos Amiridis (Foto: picture-alliance/AP Photo/M. Correa)

War erst in diesem Jahr griechischer Botschafter in Brasilien geworden: Kyriakos Amiridis

Der griechischen Botschaft zufolge hatte Amiridis gemeinsam mit seiner Familie in Nova Iguaçu Urlaub gemacht und wollte Anfang Januar in die Hauptstadt Brasília zurückfliegen. Seine Frau Françoise meldete ihn als vermisst, als er nicht in die gemeinsame Ferienwohnung zurückgekehrt war. Ermittler gaben an, die Identifizierung habe sich als äußerst schwierig erwiesen, weil die Leiche “vollkommen verkohlt” sei. Amiridis war erst in diesem Jahr griechischer Botschafter in Brasilien geworden. Zuvor arbeitete er von 2012 bis 2016 als Diplomat in Libyen. Von 2001 bis 2004 war er Generalkonsul in Rio de Janeiro. Nach Auskunft der Botschaft in Brasília hat er mit seiner Frau eine zehnjährige Tochter.

sti/jj (afp, dpa)

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Frankreich trotzt dem Terror

Angesichts der Terrorgefahr mobilisiert Frankreich am Wochenende ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte zum Schutz der Silvesterfeiern. Im ganzen Land seien fast 100.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, sagte Innenminister Bruno Le Roux.

Besonderer Fokus auf Paris

Allein in Paris und Umgebung sollen 7000 Polizisten und Soldaten die Feiern schützen. Besonders strenge Vorkehrungen gibt es am Samstag rund um den Prachtboulevard Champs-Élysées, wo zum Jahreswechsel mehr als 600.000 Besucher erwartet werden. Der Partybereich ist von drei Kilometer langen Schutzbarrieren umgeben. Wie die Polizei mitteilte, werden Betonklötze, Einsatz-Fahrzeuge und Barrieren als Hindernisse die Zufahrten versperren. Das soll einen Anschlag mit einem Lastwagen wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt und im Sommer in Nizza verhindern. Besucher müssen zudem ihre Taschen vorzeigen, wenn sie das Gelände betreten wollen.

Frankreich Paris - Polizeiaufgebot am Eifelturm (Getty Images/AFP/D. Faget)

In Paris sind seit den Terroranschlägen mehr Polizisten zu sehen (Archivbild)

Es soll gefeiert werden

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren Ziel mehrerer islamistischer Anschläge, seit der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 gilt im Land der Ausnahmezustand. Zudem kam es in Silvesternächten immer wieder zu Ausschreitungen in den Vorstädten von Paris, bei denen etwa Autos angezündet wurden.

Vergangenes Jahr waren die Silvesterfeiern in der französischen Hauptstadt als Reaktion auf die Pariser Anschläge auf ein Minimum reduziert worden. Das große Feuerwerk wurde nach den islamistischen Attacken mit 130 Toten abgesagt. Dieses Jahr soll wieder größer gefeiert werden. Dennoch: Frankreichs Polizeichef Jean-Marc Falcone hatte erst vor Kurzem in einem Zeitungsinterview gesagt, die Terrorbedrohung im Land sei weiterhin “sehr hoch”.

Europas Großstädte rüsten auf

Auch in den anderen europäischen Metropolen verstärkt die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen zu Silvester. So werden in Berlin etwa die Feiermeile den Behörden zufolge mit gepanzerten Fahrzeugen und Betonklötzen gesichert, Polizisten tragen Maschinengewehre, bis zu 1800 zusätzliche Beamte sind im Dienst. Neben der Anschlagsgefahr gilt das Augenmerk nach den Vorfällen von Köln zudem verstärkt der Verhinderung sexueller Übergriffe. In Wien will die Polizei tausende kleiner Taschenalarme an Frauen verteilen, die diese im Notfall aktivieren können. In Köln selbst wurden neue Überwachungskameras installiert. 

chr/jj (afp, dpa)

 

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Kriegsverbrechen online dokumentiert

Zwei junge Männer, 3000 Euro Kapital, Arbeit von Zuhause aus: Das steckt hinter dem “Syrian Archive”. Die Datenbank über Kriegsverbrechen in Syrien nutzen mittlerweile die Vereinten Nationen, Amnesty International und Human Rights Watch als Quelle – aber auch Anwälte und Aktivisten weltweit.

Die Gründer haben das “Syrian Archive” auf der Konferenz der deutschen Hackervereinigung Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg vorgestellt. Mittlerweile sind auf der Internetseitesyrianarchive.org mehr als 2200 illegale Taten aus dem mehr als fünfeinhalb Jahre andauernden Bürgerkrieg dokumentiert. Freiwillige weltweit und vor allem aus Syrien liefern und verifizieren das Material. 

Auf der Datenbank des “Syrien Archivs” landet unbearbeitetes und häufig sehr grausames Videomaterial aus Syrien. Die Bilder zeigen die Folgen von Luftattacken auf Krankenhäuser, Angriffe mit Chlorgas, die Nutzung von Splitterbomben und anderer illegalen Waffen. Auch in der Information enthalten sind der Standort, das Datum der Aufnahme und die Quelle. Oft werden die Videos auch über Youtube hochgeladen.

Ein Mann wird nach einem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien behandelt (Foto: Getty Images/AFP/F. Dirani)

Das “Syrian Archive” hat dutzende Fälle dokumentiert, bei denen Chemiewaffen eingesetzt wurden

Das Archiv kann nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden. Zum Beispiel nach den genutzten Waffenarten, aber auch nach Kategorien des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR). Das sind: “willkürliche und nachdrückliche Vertreibung”, “Plünderungen und Diebstahl”, “Geiselnahme”, “Folter und Misshandlung” sowie “Massaker und andere unrechtmäßige Tötungen”. Es gibt außerdem einen speziellen Filter für “angebliche zivile Opfer von russischen Angriffen”, der alleine schon einige hundert Ergebnisse liefert. 

Quellen überprüfen

Hadi al Khatib ist 2011 aus Syrien nach Berlin gekommen. Er und sein Kollege Jeff Deutch sehen es als wichtigstes Ziel, individuelle Kriegsverbrechen für zukünftige gerichtliche Untersuchungen verifizierbar zu machen. Sie hoffen aber, dass ihre Datenbank auch von Medien genutzt wird. Obwohl es eine massive Verbreitung von Videobeweisen aus Syrien in sozialen Netzwerken im Internet gebe, fehle es an einer vernünftigen Standardisierung und Katalogisierung, erklären Khatib und Deutch. So ginge eine Menge Material inklusive Metadaten vollständig verloren.

Die Planung für das Archiv begann, als Al Khatib und Deutch 2014 mit Menschenrechtsanwälten in der Türkei zusammenarbeiteten. Dort half Al Khatib dabei, syrische Anwälte und Journalisten darin auszubilden, Videos von Menschenrechtsverletzungen zu erfassen, die später als Beweise vor Gericht verwendet werden können. “Seitdem habe ich mit der syrischen Zivilgesellschaft – Journalisten, Anwälte und so weiter – zusammengearbeitet und ihnen beigebracht, wie sie sicherer kommunizieren können”, sagt Al Khatib, der keiner Gruppe der syrischen Opposition angehört.

Al Khatib und Deutch pflegen zu bestimmten Quellen schon einige langjährige Beziehung: “Wir folgen Social-Media-Accounts von speziellen Leuten, die wir überprüft haben und laden dann von diesen Kanälen jeden Tag die Videos herunter”, sagt Deutch der DW. Aber sie suchen immer nach Leuten, die sie mit mehr Beweisen versorgen: Menschenrechtsgruppen, Journalisten, Bürgerjournalisten, Anwälte, Medienbüros, Nachrichtenagenturen und andere, wie es auf der Homepage unter “join us” (“mach mit”) heißt. 

Die Verifizierung der Quellen aus Kriegsgebieten ist generell eine große Herausforderung. Deshalb, erklärt Deutch, hätten sie einen Überprüfungsprozess, bei dem sie sich anschauen, wie lange die neuen Quellen schon über Themen berichten und woher. “Wir haben eine Liste von Fragen, die wir durchgehen – und wir gucken uns an, ob sie unserem Netzwerk von Aktivisten bekannt sind und ob ihre Meldungen aus der Vergangenheit vertrauenswürdig gewesen sind.” Al Khatib und Deutch kontrollieren auch, ob die neuen Quellen wirklich originales Material liefern oder nur anderswoher Aufnahmen sammeln.

Zur Neutralität verpflichtet

Den Machern des Archivs ist es wichtig zu betonen, dass sie Gräueltaten von allen Kriegsparteien dokumentiert – auch wenn Al Khatib zugibt, dass einige Quellen vielleicht bestimmte Interessen verfolgten. “Sie könnten zu bestimmten Gruppen gehören oder eine Agenda verfolgen”, sagt er. “Aber darauf schauen wir nicht. Wir betrachten die visuellen Beweise, die sie veröffentlichen, damit wir verstehen, was bei bestimmten Ereignissen passiert und ob sie mit anderen Vorfällen in Verbindung stehen.” Deutch fügt hinzu: “Wir archivieren Videos von allen Seiten des Konflikts, um zu versuchen, so unparteiisch wie möglich zu sein.”

Das 31. Treffen Chaos Computer Club Hamburg (Foto: picture-alliance/dpa/A. Heimken)

Die Online-Datenbank wurde auf der Konferenz des CCC in Hamburg präsentiert

Das “Syrian Archive” teilt die Beweise, die es sammelt bereits mit dem UNHCHR in Genf und ist eine Partnerschaft mit den “Digital Verification Corps” eingegangen. Bei diesem Programm von Amnesty International durchsuchen Jurastudenten weltweit Massen an digitalem Videomaterial aus Kriegsgebieten. Im nächsten Jahr möchte das “Syrian Archive” noch enger mit Anwälten zusammenarbeiten, die sich rechtlich mit der Situation in Syrien beschäftigen.

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Berlin vor der Silvesterparty: Zwischen Hoffen und Bangen

Pariser Platz, gleich in der Mitte von Berlin: Tonnenschwere Beton-Poller stehen an allen wichtigen Zufahrtsstraßen. Das ist neu. Noch niemals zuvor sind die Sicherheitsvorkehrungen zu einer der größten Silvesterparties in Europa so streng gewesen. Schon seit Tagen sind die Festmeile rund um das Brandenburger Tor und die Straße des 17. Juni hermetisch umgittert und die Zufahrtsstraßen mit Pollern zugebaut. So soll sichergestellt werden, dass kein Fahrzeug in die feiernden Menschenmassen durchbrechen kann.

Festmeile wird zur Festungsmeile

Der Anschlag vom 19. Dezember mit 12 Toten hat in Berlin vieles verändert. Die Unbeschwertheit vor dem Riesenfest ist weg. Aus der Festmeile ist eine Festungsmeile geworden. Immerhin wollen hier Hunderttausende am Samstag in das neue Jahr feiern. Polizei-Sprecher Thomas Neuendorf sagt: “Das Sicherheitskonzept wurde nach dem Anschlag erneut überarbeitet.”

Sicherheitsmann bei Vorbereitung zur Silvesterparty am Brandenburger Tor (DW/N. Jolkver)

Sicherheitsmann bei Vorbereitung zur Silvesterparty am Brandenburger Tor

Rund um das Brandenburger Tor werden 1000 Polizisten im Einsatz sein, Videokameras sind schon jetzt sichtbar installiert, weitere neuralgische Punkte in der Stadt werden stärker observiert. Hinzu kommen 600 Sicherheitskräfte des privaten Party-Veranstalters “Silvester Berlin”. Die Security-Leute werden jeden Gast an den Eingängen kontrollieren. Feuerwerkskörper sind verboten, ebenso wie Flaschen, Messer, Pfefferspray und andere gefährliche Gegenstände.

Im Gespräch mit der Deutschen Welle gibt sich Anja Marx von “Silvester in Berlin” optimistisch. “Wenn man auf dieser Meile ist, ist man wahrscheinlich an einem der sichersten Orte in Berlin.”

Hinzu kommt die Sorge vor sexueller Belästigung. In Köln war die letzte Silvesterparty vor dem Hauptbahnhof außer Kontrolle geraten. Horden von überwiegend nordafrikanischen Männern hatten hunderte Frauen sexuell belästigt, ausgeraubt, gedemütigt. Diese Nacht war auch in der Flüchtlingspolitik von Deutschland eine Zäsur, weil viele der Täter Migranten waren.

Terror und sexuellen Übergriffe

Alle Sicherheitskräfte in Berlin sind instruiert, genau hinzusehen und derartige Übergriffe zu unterbinden. Aber es stimmt wohl, was Innenminister Thomas de Maizière sagt: “Silvester 2016 wird nicht wie Silvester 2015.”

Die Feuerwehr rüstet sich ebenfalls für den Großeinsatz, hat zwei temporäre Wachen und sechs Unfallstellen eingerichtet. Insgesamt wird aber beim Personal nicht aufstockt. 1600 Helfer und 390 Fahrzeuge sind bereitgestellt. Neben der Angst vor Bränden und gefährlichen Böllern ist bei Feuerwehrchef Wilfried Gräfling aber weiterhin noch die angespannte Sicherheitslage ein Thema. Der Deutschen Welle sagt er: “Es bleibt bei einer abstrakten Terrorgefahr, auch nach den Ereignissen vom 19. Dezember.”

Brandenburger Tor mit Silvesterfeuerwerk (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Hunderttausende Besucher werden auch dieses Jahr wieder am Brandenburger Tor erwartet

Berliner lässt sich das Feiern nicht verbieten

Doch eigentlich will man einfach nur feiern und die Erinnerungen an die schlimmen Ereignisse des vergangenen Jahres und der letzten Wochen vergessen. Und das sollte gelingen: 24 Bands sind angekündigt, 150 Imbissbuden aufgebaut, das große Feuerwerk ist vorbereitet. In der Stadt sind schon spürbar mehr Touristen unterwegs als sonst. Viele von ihnen wollen Silvester friedlich und ausgelassen in der Party-Hauptstadt Berlin feiern.

Und alle Verantwortlichen in Politik, Verwaltungen und Behörden wollen das garantieren, sagen aber auch: “100-prozentige Sicherheit - die könne es schlicht nicht geben.”

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