Месечни архиви: January 2017

Polnische Behörde sieht Kooperation Walesas mit Geheimdienst als bestätigt an

Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) sieht die Zusammenarbeit des ehemaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Lech Walesa mit dem kommunistischen Geheimdienst SB als erwiesen an. Dies gehe aus einer Expertenanalyse der vor rund einem Jahr aufgetauchten Geheimdienstakte “Bolek” hervor, teilte IPN-Ermittler Andrzej Pozorski in Warschau mit. Das polnische Pendant zur deutschen Stasi-Unterlagen-Behörde arbeitet die kommunistische Vergangenheit des Landes auf. Das Gutachten soll rund 1000 Seiten umfassen. 

Demnach hat ein von Sachverständigen vorgenommener Schriftvergleich ergeben, dass zahlreiche Dokumente aus der Akte, darunter eine Geheimdienstverpflichtung, von Walesa unterschrieben worden seien. Das IPN hatte im Februar 2016 erklärt, es sei “eine handschriftliche Zusage zur Zusammenarbeit” Walesas mit der Geheimpolizei SB entdeckt worden. Sie sei unterschrieben mit “Lech Walesa” und dem Tarnnamen “Bolek”. Auch lägen Quittungen über Honorarzahlungen vor. Walesa soll demnach in den frühen 1970er Jahren als Elektriker auf der Danziger Schiffswerft Kollegen für die SB bespitzelt haben.

Lech Walesa bei einer Messe auf der Lenin-Werft in Danzig am 30. August 1980 (Foto: Getty Images/Afp)

Als Lech Walesa der Held der Lenin-Werft in Danzig war (hier ein Foto vom 30. August 1980), lag die ihm unterstellte Spitzeltätigkeit für Polens Geheimpolizei wohl schon Jahre zurück

Die Akte war letztes Jahr von der Witwe des ehemaligen Innenministers und Geheimdienstchefs Czeslaw Kiszczak an das IPN übergeben worden. Walesa zufolge handelt es sich um eine Fälschung, er zweifelte auch das Expertengutachten an. Dieses sei nicht endgültig und der Fall nicht abgeschlossen, sagte sein Anwalt Jan Widacki polnischen Medien. Erst am Samstag gab Walesa eine weitere Erklärung ab, in der er die Darstellungen über seine angebliche Spitzeltätigkeit als “Lügen” zurückwies.

Walesa wehrt sich schon seit Jahren gegen Vorwürfe, als Agent “Bolek” für den kommunistischen Geheimdienst gearbeitet oder gespitzelt zu haben. Ein Gericht hatte im Jahr 2000 geurteilt, dass Walesa die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt habe.

Der einstige Anführer der Solidarnosc-Bewegung gilt in Polen als Symbol des Widerstands gegen den Kommunismus. Das Gutachten bezieht sich auf die frühen 1970er Jahre – also einen Zeitraum vor Walesas anti-kommunistischem Widerstand an der Spitze der Gewerkschaft Solidarnosc. Anfang dieses Jahres nahm sich einer von Walesas vier Söhnen, der 43-jährige Przemyslaw, das Leben; der frühere Staatschef machte daraufhin die gegen ihn geführte “Kampagne” in der Öffentlichkeit für den Tod seines Sohnes verantwortlich.

sti/ww (afp, dpa) 

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"Mr. Trump, schämst du Dich nicht?"

Bei der Umsetzung des neuen Einreiseverbots machen die USA auch bei kleinen Kindern keine Ausnahmen. Mehrere Medien berichten über den Fall eines fünfjährigen Jungen iranischer Abstammung, der am Wochenende am Flughafen Dulles nahe Washington vier Stunden lang in Handschellen von den Behörden festgehalten wurde.

Der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, sagte dazu, es wäre “irreführend und falsch” anzunehmen, dass allein aufgrund des Alters oder des Geschlechts einer Person keine Gefahr von ihr ausgehen könne. Bilder des TV-Senders CNN zeigen, wie der Junge nach seiner Einreise von seiner wartenden Mutter in den Arm genommen wurde.

Nach einem Bericht der “Huffington Post” handelte es sich bei dem Fünfjährigen um einen im Bundesstaat Maryland lebenden US-Bürger. Der Bericht verweist auf einen Facebook-Beitrag des demokratischen US-Senators Chris Van Hollen aus Maryland, der den Vorfall mit den Worten “Mr. Trump, schämst du Dich nicht?” kommentierte.

sti/ww (dpa, CNN) 

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Mattis will asiatische Bündnis bekräftigen

In Telefonaten mit Südkoreas amtierendem Präsidenten Hwang Kyo-ahn am Montag und Japans Premierminister Shinzo Abe am Samstag hat der neue US-Präsident Donald Trump die schlimmsten Befürchtungen der langjährigen US-Verbündeten in Ostasien hinsichtlich seiner “America first”-Politik vorläufig ausgeräumt. Trump sicherte Hwang die ständige Unterstützung der USA und Abe den “unerschütterlichen” Einsatz der USA bei der Sicherheit zu. Mit Hwang sprach Trump 30 und mit Abe 40 Minuten. Danach fühlten sich die Regierungen in Seoul und Tokio in ihrer Hoffnung bestätigt, dass Trump keine Abwendung von Ostasien plant.

Allerdings hat Trump, soweit bisher bekannt geworden ist, in den Telefonaten seine Kritik aus dem US-Präsidentenwahlkampf an Südkorea und Japan nicht ausdrücklich zurückgenommen. Der damalige Kandidat hatte beiden Ländern mit dem Abzug von US-Truppen gedroht, falls sie für deren Stationierung nicht mehr bezahlen würden. Außerdem brachte Trump die Möglichkeit ins Spiel, dass sich Südkorea und Japan nuklear bewaffnen, statt auf den US-Atomschirm zu vertrauen. In dieses Bild einer neuen Asien-Politik der USA passte der Rückzug von Trump aus dem Trans-Pazifik Partnership (TPP). Der Handelsvertrag war auch als Bollwerk gegen China gedacht.

Vertrerter und Flggen der TPP-Länder in Manila 2015 ,it Barack Obama (Foto: picture-alliance/AP Photo/S. Walsh)

Trump hat die Transpazifische Wirtschaftspartnerschaft ad acta gelegt. Dass davon nicht auch militärische Allianzen betroffen sind, will Mattis klarmachen.

Zerschlagenes Sicherheitsporzellan

Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis, ein ehemaliger General der Marineinfanterie mit dem Spitznamen “Mad Dog”, will bei seinem Besuch Südkoreas (ab 2. Februar) und Japan (ab 3. Februar) das zerschlagene Sicherheitsporzellan wieder kitten und das erschütterte Vertrauen von Südkorea und Japan in ihre Verteidigungsbündnisse mit den USA wiederherstellen. US-Sicherheitsexperte Alex Ward vom “Brent Scowcroft Center on International Security” sprach von einer “Entschuldigungstour” von Mattis für die kritischen Trump-Aussagen im Wahlkampf.

Der 66-jährige Ex-Militär hatte sich bereits bei seiner Befragung im US-Kongress für die bisherigen Asien-Allianzen der USA stark gemacht. “Der pazifische Raum hat für mich eine Priorität”, erklärte Mattis dabei. Am Dienstag telefonierte der neue Verteidigungsminister mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Han Min-koo und bestätigte die Entschlossenheit der USA, das umstrittene Raketenabwehrsystem THAAD in Südkorea aufzubauen. Dies hatte noch die Obama-Administration beschlossen. Das System soll im Ernstfall nordkoreanische Mittelstrecken- und Langstreckenraketen abschießen. Es wird  allerdings von China wegen seines weitreichenden Radars als Bedrohung seiner Sicherheitsinteressen betrachtet.

Südkorea Seoungju: Protest gegen geplantes Raketensystem THAAD (Foto: Reuters/Kim Hong-Ji)

Das hochmoderne US-Raketenabwehrsystem THAAD soll in Südkorea stationiert werden, aber viele sind dagegen

Nordkoreas Raketen als Top-Thema

Das Thema Nordkorea steht für Mattis bei seinen Besuchen in Seoul und Tokio ganz oben auf der Tagesordnung. Nordkoreas Führer Kim Jong-un hatte zu Neujahr den baldigen Abschuss von Interkontinentalraketen angekündigt und damit die Nachbarländer alarmiert. Im vergangenen Jahr hatte das Regime in Pjöngjang zwei Atombomben getestet und über 30 größere Raketen abgeschossen und sich damit eine mehrfache Verschärfung von Sanktionen der Vereinten Nationen eingehandelt.

“Die Entscheidung von Mattis, auf seiner ersten Auslandsreise nach Südkorea zu kommen, übermittelt eine sehr rechtzeitige und ernste Botschaft an Nordkorea”, betonte Verteidigungsminister Han vor dem Besuch. Mattis wird am Donnerstag sowohl Han als auch den amtierenden Präsidenten Hwang in Seoul treffen. Allerdings hält der Widerstand in Südkorea gegen die THAAD-Stationierung an. Einige Politiker der Opposition drängen darauf, vor einer Entscheidung den Ausgang des Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsidentin Park Geun-hye abzuwarten.

Semkaku-Inseln Minamikojima, Kitakojima & Uotsuri (Foto: picture-alliance/dpa/Maxppp)

Der chinesisch-japanische Streit um die Senkaku-Inseln (chines.: Diaoyu) südlich von Okinawa hat weiterhin militärisches Eskalationspotential

Japans Verteidigungsausgaben steigen

Zudem zeigt China seine Ablehnung der THAAD-Stationierung durch Importverbote etwa von südkoreanischer Kosmetik, die Absage von koreanischen Popkonzerten in China sowie Steuer- und Hygiene-Prüfungen von chinesischen Kaufhäusern des südkoreanischen Konzerns Lotte. Das Unternehmen will eines seiner Grundstücke im Süden von Südkorea für den Aufbau des THAAD-Systems zur Verfügung stellen. Die Sanktionen liefern den Südkoreanern einen Vorgeschmack auf einen möglichen Handelskrieg zwischen China und den USA und finden daher große Beachtung.

In Japan wird Mattis am Freitag mit Verteidigungsministerin Tomomi Inada, Außenminister Fumio Kishida und Regierungschef Shinzo Abe zusammentreffen. Dabei hofft die japanische Seite auf eine Bestätigung der alten Sicherheitsgarantien. Zugleich wollen die Japaner auf die eigenen Leistungen innerhalb der Allianz verweisen. Konkret sind dies seit vier Jahren steigende Verteidigungsausgaben sowie die Kostenübernahme von knapp zwei Milliarden Dollar jährlich für die US-Truppen in Japan. “Wir sind gleichwertige Partner”, sagte Tamaki Tsukada, Sprecher der japanischen Botschaft in Washington, dem US-Sender CNN. Für Mattis ist Japan kein unbekanntes Territorium: Er hatte einige frühe Jahre seiner Laufbahn als US-Marineinfanterist dort verbracht.

 

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Mehrweg-Becher statt Pappe und Plastik – der neue Umwelttrend bei Coffee to go?

Gerade einmal 15 Minuten wird ein Coffee to go-Becher im Schnitt genutzt. Dann landet er in den Mülltonne, auf den Straßen oder Bahnsteigen. Die Städte leiden darunter, es gibt zusätzliche Reinigungskosten und auch für die Umwelt sind die Einwegbecher ein großes Problem.

Nach Angaben der deutschen Umwelthilfe (DUH) landen so in Deutschland jährlich fast drei Milliarden Becher auf dem Müll. Pro Person, vom Baby bis zum Greis, sind das im Durchschnitt rund 37 Becher im Jahr. Zudem verursacht allein die Herstellung der Plastik oder Pappbecher mit Kunstoffbezug CO2-Emissionen von über 100.000 Tonnen pro Jahr in Deutschland.  

Umweltverschmutzung durch Plastikbecher (picture-alliance/ZB/J. Kalaene)

Typischer Schandfleck: Becher sorgen für überfüllte Mülltonnen in Berlin. Die Stadtreinigung kommt nicht mehr nach.

Trend zum Mehrwegbecher?

Das Unbehagen gegenüber den Wegwerfbechern steigt und so suchen Konsumenten, Café-Betreiber und Städte nach Lösungen. Auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit steigen Pendler auf ihre persönlichen Becher um. Und auch immer mehr Kantinen, Bäckereien und Cafés haben jetzt Mehrwegbecher als Alternative im Angebot. 

Die Stadt Berlin möchte jetzt eingen ganz großen Wurf schaffen: Ähnlich wie bei den Mehrwegflaschen, sollen Verbraucher in Berlin zukünftig ihren Coffee to go aus einem wiederbefüllbaren Becher mit Pfand genießen und diesen bei allen teilnehmenden Filialen schnell und unkompliziert wieder abgeben können. Der Antrag der Berliner Landesregierung zur Einführung eines Mehrwegsystems wird nun im Fachausschuss für Umwelt beraten und soll in den nächsten Wochen im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden. 

“Wir sehen hier einen klaren Trend in Richtung Mehrweg. Angefangen von kleinen Initiativen in Cafés, Mehrwegprojekten an deutschen Universitäten oder bei der Berliner S-Bahn, ebnet nun auch der Beschluss des Abgeordnetenhauses in Berlin den Weg für ein zukunftsweisendes Mehrwegsystem in der Hauptstadt”, so Stefanie Otterstein von der DUH. 

Die Berliner Politik will den Wechsel von Einweg- auf Mehrwegbecher mit Anreizen unterstützen: Vorgesehen ist ein Rabatt von mindestens 20 Cent für die Nutzung von Mehrwegbechern. So könnte die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits umweltfreundliches Verhalten fördern, andererseits würde es helfen die Stadtreinigung zu finanzieren und auch so Müll in Parks und Plätzen zu reduzierten. Jedes Jahr fallen rund 2400 Tonnen Coffee to go-Becher in Berlin an.

Deutschland Mehrwegbecher Deutsche Umwelthilfe (DUH/Sascha Krautz )

Mehr Becher, mehr Dreck, mehr Reinigungskosten: Auch bei der Bahn ein Problem.

Kaffee mit gutem Gefühl

Positive Erfahrungen mit einem verbraucherfreundlichen Mehrwertsystem sammelte bereits das Berliner Pilotprojekt Just swap it. Es entwickelte einen Becher aus Bambus, Maisstärke und Kunstharz, der an die Kunden in Berliner Cafés für 4 Euro Pfand ausgeliehen wird. Die Kunden können den Becher mitnehmen und auch bei anderen Cafés wieder abgeben.

“Der Becher wird gerne angenommen und genutzt”, erklärt Projektleiterin Ulrike Gottschau. “Unser Ziel ist der verantwortungsvolle Konsum mit gutem Gefühl. “Wir wollen nicht mit dem Finger auf die Konsumenten zeigen und so ein schlechtes Gewissen machen”, erklärt sie gegenüber der Deutschen Welle.

Nach Angaben von Gottschau macht die Mehrfachnutzung mit Pfandsystem auch ökonomisch Sinn: Während ein Plastikbecher inklusive Deckel bei der Anschaffung rund sieben Cent kostet, liegen die Spülkosten von Mehrwegbechern für die Unternehmen bei nur drei Cent – sind also nicht mal halb so hoch.

Umweltverschmutzung durch Plastikbecher Mehrweg (picture-alliance/dpa/P. Seege)

Freiburger Cup und Tasse statt Becher: Freiburg will den umweltfreundlichen Kaffeegenuss fördern.

Anreiz für umweltfreundlichen Konsum

Auch andere Deutsche Städte wollen die Nutzung von Mehrwegbechern fördern. In Freiburgs Innenstadt gibt es seit letztem November in Cafés und Bäckereien den Mehrwegbecher FreiburgCup für einen Euro Pfand.

Freiburg ist damit in Deutschland die erste Stadt mit einem Mehrwegbecher-Pfandsystem. “Wir möchten, dass die Bürgerschaft weniger Abfall produziert und weniger Kaffeebecher in den Straßenraum hineinwirft”, sagt Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. In der Stadt fallen jährlich rund zwölf Millionen leere Pappbecher an. 

 

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Pedro Almodóvar wird Jury-Präsident in Cannes

“Ich freue mich sehr, das 70. Filmfestival von Cannes von dieser hervorgehobenen Position aus zu feiern”, sagte der 67-Jährige laut einer Pressemitteilung des Festivals. “Ich bin dankbar, fühle mich geehrt und bin ein wenig überwältigt.” Er sei sich der Verantwortung der Aufgabe bewusst und werde sich voll und ganz der Aufgabe widmen – “mit Körper und Seele”.

Der Oscar-Preisträger gilt als der einflussreichste spanische Filmemacher seiner Zeit. Die Liste seiner Werke ist lang, darunter sind “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs”, “Fessle mich!”, “Alles über meine Mutter”, “Sprich mit ihr”, “La mala educación – Schlechte Erziehung” und “Volver – Zurückkehren”. Fünf seiner Filme wurden über die Jahre im Wettbewerb in Cannes gezeigt. Erst im Dezember 2016 widmete das MoMA in New York ihm eine große Retrospektive.

Almodóvar folgt als Jury-Präsident der renommierten Filmfestspiele im südfranzösischen Cannes auf den australischen “Mad-Max”-Regisseur George Miller. In den Jahren zuvor hatten unter anderem die Brüder Joel und Ethan Coen, Steven Spielberg, Robert de Niro, Tim Burton, Isabelle Huppert und Sean Penn die Jury geleitet. Das 70. Filmfestival von Cannes  findet vom 17. bis zum 28. Mai statt. 

ld/suc (dpa, afp, festival-cannes.fr)

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Streit um Einreiseverbot: Trump entlässt Justizministerin

Der Wind, der Donald Trump in seiner Heimat entgegen weht, ist inzwischen eisig. Doch Trump kümmert das wenig, vielmehr entledigte er sich medienwirksam weiterer Kritiker: Neben der scheidenden US-Generalstaatsanwältin und kommissarischen Justizministerin Sally Yates entließ der US-Präsident auch den kommissarischen Leiter der Einwanderungs- und Zollbehörde, Daniel Ragsdale. Beide gehörten noch der Vorgängerregierung unter Barack Obama an.

Trump wirft Yates Verrat vor

“Die amtierende Justizministerin, Sally Yates, hat das Justizministerium verraten, indem sie sich geweigert hat, die Rechtsverordnung zum Schutz der Bürger der Vereinigten Staaten umzusetzen”, erklärte das Weiße Haus. Der Präsident “entbindet Frau Yates von ihren Aufgaben”. Yates hatte die Rechtmäßigkeit des von Trumps per Dekret verfügten Einreiseverbots für Flüchtlinge und Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern infrage gestellt hatte. Ihren Anwälten im Ministerium hatte sie untersagt, das Dekret bei Anfechtungen vor Gericht zu verteidigen. 

Washington Sally Q. Yates Vize-Justizministerin (Getty Images/P. Marovich)

Muss nach der Kritik an Trumps Einreise-Dekret vorzeitig gehen: Sally Yates

Yates war von Obama zur stellvertretenden Generalstaatsanwältin ernannt worden. Die neue Regierung bat sie, das Amt der obersten Chefanklägerin so lange auszuführen, bis der designierte Justizminister und Generalstaatsanwalt Jeff Sessions vom Senat bestätigt ist. Zum neuen kommissarischen US-Justizminister und Generalstaatsanwalt wurde Dana Boente ernannt. Der Staatsanwalt aus dem Bundesstaat Virgina stellte sich hinter das umstrittene Einwanderungsverbot und setzte kurz nach seiner Ernennung die Anweisung Yates außer Kraft. Er wies die Beamten des Justizministeriums an, ihre “vereidigte Pflicht” zu tun und die “rechtmäßigen Anordnungen unseres Präsidenten” zu verteidigen.

Homan neuer Chef der Einwanderungs- und Zollbehörde

Die Entlassung des Chef der Einwanderungs- und Zollbehörde gab Heimatschutzminister John Kelly bekannt. Nachfolger von Ragsdale wird demnach Thomas Homan, der seit 2013 als Exekutivdirektor der Behörde für Rückführungs- und Abschiebemaßnahmen zuständig war. In seiner bisherigen Rolle sei Homan dafür verantwortlich gewesen, illegale Einwanderer zu identifizieren, festzunehmen und abzuschieben, darunter auch Personen, die die nationale und öffentliche Sicherheit gefährdet hätten, hieß es in einer Pressemitteilung. Der Wechsel werde dabei helfen, die neuen Einwanderungsregelungen umzusetzen, erklärte Kelly.

Trump hatte am Freitag verfügt, dass Bürger aus den Staaten Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien 90 Tage lang keine Visa erhalten. EU-Bürger können betroffen sein, wenn sie zusätzlich die Staatsbürgerschaft eines dieser Länder besitzen. Allen Flüchtlingen ist die Einreise in die USA für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit.

Der US-Präsident zeigt sich nach wie vor unbeeindruckt von der Empörung, der Wut und dem Chaos, das seine Entscheidung ausgelöst hat. Mit seinem Dekret laufe “alles gut”, beteuerte er via Twitter. Laut Heimatschutzminister Kelly gebe es mit dem Erlass “sehr wenige Probleme”, notierte er weiter.

ww/sti (afp, ap)

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Wassermassen gegen Chiles Flammenmeer

Chile erleidet seine bisher größte Brandkatastrophe: Wie die Behörden des südamerikanischen Staates mitteilten, wurden bereits 370.000 Hektar Land zerstört – das entspricht in etwa der vierfachen Fläche Berlins. Rund 1000 Häuser seien ein Raub der Flammen geworden, 4000 Menschen seien obdachlos. Die Zahl der Todesopfer wurde zuletzt mit mindestens elf angegeben.

Lage bessert sich

Insgesamt sind mehr als 4500 chilenische Feuerwehrleute und Helfer aus dem Ausland im Einsatz. Sie konnten die Zahl der Brandherde inzwischen reduzieren: Etwa die Hälfte der verbliebenen Brände seien mittlerweile unter Kontrolle, heißt es.

An den Löscharbeiten beteiligt sich nun auch ein russisches Flugzeug vom Typ Iljuschin II-76, das in der südchilenischen Katastrophenregion Bio Bio bis zu 42.000 Liter Wasser pro Flug abwerfen kann.

Löschflugzeug in Chile (Foto: picture-alliance/dpa/Agencia Uno)

Kämpft seit Montag gegen die Flammen: eine russische Iljuschin

Auf Initiative einer reichen Chilenin, die in den USA lebt und mit dem Enkel des Walmart-Gründers verheiratet ist, fliegt seit Tagen auch das größte Löschflugzeug der Welt Rettungseinsätze – eine Boeing 747-400: Der “Supertanker” kann bei jedem Flug sogar 72.000 Liter Wasser abwerfen.

Bislang wurden 43 Personen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen. Als Hauptursache für die Ausbreitung der Brände gilt die dramatische Trockenheit in dem Gebiet. Die weitere Entwicklung hänge sehr vom Klima ab, sagte der Direktor der Fortbehörde Concaf, Aarón Cavieres. “Aber das bis jetzt Schlimmste, das Größte, was wir bisher gesehen haben, haben wir hinter uns”, zitierte ihn die chilenische Presse.

wa/se (dpa, kna)

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Komponieren im Traum: Philip Glass ist 80

Sein Vater besaß einen Schallplattenladen, seine Mutter war Bibliothekarin. Abends hörte der Vater unverkaufte Platten aus seinem Geschäft, der Sohn lauschte mit: Mozart, Schönberg, Schubert, Charles Ives.

In einer Familie jüdischer Einwanderer aus Litauen wurde Philip Morris Glass am 31. Januar 1937 in Baltimore geboren. Er spielte früh Geige, dann Flöte, später Klavier. Mit acht Jahren wurde er Schüler am Peabody Conservatory in Baltimore, als Zehnjähriger spielte er in lokalen Orchestern mit. An der University of Chicago studierte er Mathematik und Philosophie, später Klavier an der Juilliard School in New York.

Durch ein Fulbright-Stipendium ging er 1964 nach Paris, um bei Nadia Boulanger zu studieren. Eine knochenharte Schule, sagte Glass später, denn Boulanger lehrte Mozart und Bach mit der Brechstange. 1965 begegnete er einem weiteren prägenden Einfluss, dem Sitar-Spieler und Komponisten Ravi Shankar. Durch ihn lernte Glass das Zeit- und Rhythmusverständnis von asiatischer Musik kennen. Er bereiste Indien, nahm Tabla-Unterricht, wurde Buddhist und setzte sich später für die tibetanische Unabhängigkeitsbewegung ein.

Klempner und Taxifahrer

1967 kehrte Glass in die USA zurück und hörte ein Konzert mit einer Aufführung von “Piano Phase”, einer Pionierarbeit im Genre Minimal Music des Komponisten Steve Reich, die ihn äußerst beeindruckte. Mit Reich und anderen Ex-Studenten gründete Glass bald ein Ensemble, das ihre Musik in Kunstgalerien im New Yorker Künstlerviertel Soho aufführte.

Komponist Philip Glass wird 80 Jahre (picture alliance/dpa/EPA/E. K. Brown)

Philip Glass nach der Verleihung des Praemium Imperiale 2012

Nach einem Streit mit Reich gründete er 1970 das Philip Glass Ensemble, mit dem der Komponist heute noch am Keyboard auftritt. Um sich finanziell über Wasser zu halten, gründete Glass zudem eine Umzugsfirma, jobbte als Klempner und fuhr Taxi. Er war sein eigener Konzertveranstalter und Verleger. Erst mit 42 gab er den Taxischein ab und konnte fortan von seiner Kompositionsarbeit leben.

Der internationale Durchbruch kam 1976 mit “Einstein on the Beach”, die in Zusammenarbeit mit dem Bühnenautor Robert Wilson und der Choreographin Lucinda Childs entstand. Ohne Handlung, fünf Stunden und ohne Pause: Diese Oper war eine revolutionäre Neuentwicklung. 25 Opern folgten, dazu “Satyagraha”, ”Akhnaten” und “The Voyage” - Werke, die inzwischen zum Repertoire der Opernhäuser weltweit gehören.

Himmlische Länge, ewige Wiederholungen

Mit ihren konventionellen Harmonien war die Minimal Music – deren Hauptprotagonisten Philip Glass, Steve Reich, John Adams und Terry Riley waren – die denkbar radikalste Abkehr von der damals vorherrschenden atonalen oder Zwölfton-Musik. Diese haben Glass und seine Mitstreiter aber keinesfalls abgelehnt: “Wie könnte man bloß Berio ablehnen?”, sagte Glass. “Auch die Frühwerke von Stockhausen sind unglaublich schön. Aber wir dachten: Das, was sie können, können wir nicht besser machen. Also setzten wir woanders an.”

Heute nennt Glass seinen Ansatz “Musik mit wiederholenden Strukturen”. Gerade diese Eigenschaft brachte ihm aber auch Spott ein: Glass sei der “Meister der kaputten Schallplattenspieler-Nadel”, hieß es. Seine Musik lähme mit ihren unablässigen Wiederholungen den Geist. 

“Einige Musiker missachten die Musik von Philip Glass. Sie nennen sie zu schlicht und einfältig”, sagte David Harrington, Geiger im Kronos Quartet. “Ich kann denen nur sagen: Sie sollen es mal versuchen, sie zu spielen. Erforderlich für Philips Musik ist die größte vorstellbare Klarheit in der Interpretation, im Klang, in der Intonation und im Rhythmus.”

Glass: ”Die Gegner sind einfach ausgestorben und wir spielen weiter.”

Haben sich die einst stark verfeindeten Lager der atonalen Komponisten und der Minimalisten inzwischen versöhnt? “Nein”, sagte Glass neulich in einem Interview mit dem  Londoner “Guardian”: “Die Gegner sind einfach ausgestorben und wir spielen weiter.”

Was die Musik von Philip Glass aufweist, ist jedoch nicht bloß die Verarbeitung des musikalischen Materials, sondern vor allem die melodische Substanz selbst mit ihren bezirzenden, tief melancholischen oder ekstatischen Tonverläufen. Es überrascht nicht, dass Glass Franz Schubert als seinen Lieblingskomponisten und die Musik Anton Bruckners als weiteren großen Einfluss nennt.

Glass hat auch mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen zusammengearbeitet: mit den Musikern Paul Simon und Leonard Cohen, mit der Singer-Songwriterin Patti Smith, der Choreografin Twyla Tharp oder der britischen Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing – aber auch mit dem Filmemacher Godfrey Reggio, mit dem er 1982 einen der erfolgreichsten Kunstfilme aller Zeiten schuf: “Koyaanisqatsi”. Auch zu Filmen von Woody Allen und Martin Scorsese schrieb er die Musik und wurde für drei Oscars nominiert. 

Komponist Philip Glass mit US-Präsident Barack Obama (Getty Images/A. Wong)

“Philips Arbeit überbrückt Genres und Kulturen”, sagte Barack Obama 2015

Befreiende Sinfonien

Glass schrieb auch Kammermusik, Klavierwerke – und erst mit 50 sein erstes Orchesterwerk, ein Violinkonzert. Darauf folgten 13 Solokonzerte und Orchesterwerke in jedem Genre – und zehn Sinfonien. “Gezwungen dazu”, sagt Glass, hätte ihn der langjähriger Freund, Förderer und Dirigent Dennis Russel Davies, der ihm einmal sagte: ”Ich werde nicht zulassen, dass du zu einem jener Komponisten wirst, die nie eine Sinfonie schreiben.” Als Einflüsse seiner sinfonischen Werke nennt Glass Mahler, Beethoven und Schostakowitsch. Im Gespräch mit seinem Plattenproduzenten Richard Guérin meinte er jüngst: “Die Leute behaupten, ich schreibe Musik, die wie keine andere klingt. Ich sage dazu: Nein, ich schreibe Musik, die wie jede andere klingt.”

Philip Glass’ 11. Sinfonie wird am 31. Januar, am Abend seines 80. Geburtstags, in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt. Zu seinen vielen Ehren und Auszeichnungen gehört die “National Medal of Arts”. Bei der Verleihung im September 2016 sagte US-Präsident Barack Obama: “Veränderung ist nicht leicht. Im Verlauf seiner Karriere als Komponist von Sinfonien, Opern und Filmmusik hat Philip Glass jedoch bewiesen, dass Veränderung wunderschön sein kann.”

2002 gründete er Orange Mountain Music. Auf dem Label sind inzwischen 60 LPs mit Musik von Philip Glass erschienen. Er ist Rechteinhaber und Eigentümer seiner Musik geblieben – bis auf einige Filmkompositionen – und war lange ein Skeptiker der Musik-Streamingdienste. Seit kurzem ist sein Werkkatalog nun auf Apple Music abrufbar.

Traumkompositionen

Seine Einfälle kämen im Traum, sagte Philip Glass 2006 der Wochenzeitung “Die Zeit”. Da müsse er morgens direkt versuchen, sie festzuhalten. Danach arbeite er bis zu zwölf Stunden am Tag. Zu seiner erstaunlichen Produktivität sagt er: ”Vielleicht mache ich zu viel”, aber da bin ich wie das Kind auf dem Kindergeburtstag, das immer den ganzen Kuchen alleine essen will.”

Zurzeit arbeitet Philip Glass an einer weiteren Filmmusik und plant seine 12. Sinfonie. Sein Rat an junge Komponisten? Sie sollen die Rechte an ihrer Musik nicht verkaufen und sie möglichst selber spielen. Denn: “Wenn wir diese Entscheidung, ob unsere Musik gespielt wird, anderen überlassen, dann wird sie niemand hören.” Und einen Taxischein zu erwerben, wäre bestimmt auch keine schlechte Idee.

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Deutsche Bank muss für Geldwäsche büßen

Die Deutsche Bank zahle an die New Yorker Finanzaufsicht ein Bußgeld in Höhe von 425 Millionen Dollar, teilte das State Department of Financial Services (DFS) mit. Weitere rund 205 Millionen Dollar soll die Deutsche Bank der britischen Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority) überweisen, wie es heißt.

Die Strafzahlungen sind das Ergebnis einer mehrjährigen juristischen Auseinandersetzung mit britischen und US-Behörden in einem russischen Geldwäsche-Skandal. Die Ermittlungen in dem Fall liefen seit Mitte 2015.

Mangelhafte Kontrollmechanismen

Kunden der Deutschen Bank sollen über die Finanzplätze Moskau und London rund zehn Milliarden Dollar an Rubel-Schwarzgeld aus Russland gewaschen haben. Das Institut habe wegen Aufsichtsversagen über Jahre zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt gelassen, das Komplott zu bemerken und zu unterbinden, so das DFS. Die New Yorker Behörde hatte bei ihrer Untersuchung nach eigenen Angaben eng mit der britischen FCA zusammengearbeitet.

Teil der Einigung ist auch, dass die Deutsche Bank ihre Geschäftsabläufe in New York durch einen unabhängigen Prüfer untersuchen lässt. Einer Bank-Sprecherin zufolge ist das Bußgeld durch bestehende Rückstellungen abgedeckt. Erst Mitte Januar hatte die Deutsche Bank einen insgesamt 7,2 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit der US-Justiz wegen dubioser Hypothekengeschäfte geschlossen.

wa/se (afp, dpa)

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