Месечни архиви: February 2017

Schifffahrtskrise kostet Jobs in Deutschland

Um Blohm+Voss steht es schlechter als gedacht. Das hat die Bremer Lürssen-Gruppe herausgefunden, nachdem sie die Hamburger Werft gekauft und überprüft hat. Nun geht es ans Aufräumen. Erstes Ergebnis: Bei Blohm+Voss sollen rund 300 von knapp 1000 Arbeitsplätzen wegfallen. Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen möglich, teilten Geschäftsführung und Aufsichtsrat am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Hamburg mit.

“Unsere mehrwöchige Analyse zeigt, dass dringend erforderliche Investitionen ausgeblieben sind, Konstruktions- und Fertigungsprozesse nicht ausreichend modernisiert und die Kostenstrukturen nicht den realen Bedingungen angepasst wurden”, erklärte Aufsichtsratschef Klaus Borgschulte. Zugleich sei der Auftragsbestand im Schiffneubau erheblich gesunken und die schwache Auftragslage in Teilen des Reparaturgeschäfts belaste die Werft.

Traditionswerft in “kritischem Zustand”

Lürssen hatte Blohm+Voss im vergangenen Jahr übernommen und zunächst offengelassen, ob der Standort künftig auch für den Neubau von Luxusjachten genutzt wird, einem der wesentlichen Standbeine der Gruppe. Davon ist nun keine Rede mehr.

“Blohm+Voss ist in einem kritischen Zustand”, sagte Geschäftsführer Dieter Dehlke. Nun soll die Hamburger Werft innerhalb der Lürssen-Gruppe einen bedeutenden Beitrag im Marineschiffbau leisten, sowohl bei der Konstruktion wie auch der Fertigung. Lürssen wolle sich so für den Bau weiterer Korvetten der Klasse 130 optimal vorbereiten.

Zudem solle Blohm+Voss ein ziviles Standbein behalten. Lürssen plane, den Schwerpunkt der gruppenweiten Refit-Aktivitäten in Hamburg zu konzentrieren, das ist die Überholung und oft luxuriöse Aufwertung von Jachten.

Von der Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit

Bereits am Vortag hatte die Lloyd-Werft in Bremerhaven den Wegfall von 117 ihrer rund 400 Arbeitsplätze angekündigt. Auch diese Werft, die zur malaysischen Genting-Gruppe gehört, wollte sich auf den Neubau von Luxusjachten konzentrieren und konnte keinen Auftrag ergattern.

Für die Betroffenen soll nach Angaben des Betriebsrats eine Transfergesellschaft gegründet werden. Zunächst seien Beschäftigte aufgerufen, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. Dann erst werde die Geschäftsführung betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Seit Oktober gibt es bei Lloyd Kurzarbeit.

Der Schiffbau liegt weltweit darnieder und erhält nur wenig neue Aufträge für Handelsschiffe, doch generell stehen die deutschen Werften dank ihrer Spezialisierung auf hochwertige Nischenprodukte noch gut da.

Preiskampf im Container-Geschäft

Der Linienreederei Hapag-Lloyd hat der Preiskampf in der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr schwer zugesetzt. Das operative Ergebnis (Ebit) brach 2016 um gut zwei Drittel auf 126 Millionen Euro ein. Im Jahr zuvor hatten hier noch 366 Millionen Euro zu Buche gestanden. Das geht aus den am Dienstag in Hamburg vorgelegten vorläufigen Zahlen des Unternehmens hervor.

Trotz einer um 2,7 Prozent gestiegenen Transportmenge ging der Umsatz infolge deutlich gesunkener Frachtraten um 1,1 Milliarden Euro auf 7,7 Milliarden Euro zurück. Dabei reduzierten sich allerdings auch die Transportkosten um 12,3 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro.

Als Gründe hierfür nannte die Reederei unter anderem niedrigere Treibstoffpreise, Kosteneinsparungen sowie Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss mit der Containersparte der chilenischen CSAV.  

Hapag-Vorstandschef Rolf Habben Jansen hatte aufgrund des scharfen Preiskampfs im Container-Geschäft Rückgänge erwartet. Das Ergebnis nach Steuern teilte Hapag-Lloyd noch nicht mit. Nach den ersten neun Monaten 2016 hatte die Reederei rund 134 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Jahresbilanz soll am 24. März vorgelegt werden. 

dk/ul (dpa)

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Islamistennaher Moscheeverein "Fussilet 33" in Berlin verboten

Die Polizei durchsuchte am Dienstagmorgen 24 Objekte in der Hauptstadt, darunter Wohnungen, Firmensitze und Hafträume in Berliner Gefängnissen (Archivbild). Der Einsatz mit 460 Beamten laufe seit sechs Uhr morgens und erfolge als Amtshilfe für die Innenverwaltung, sagte ein Polizeisprecher. Die Gebetsräume waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. 

Die Moschee hatte angesichts des drohenden Verbots allerdings schon selbst vor einer Woche ihre Räume geschlossen. Die Gebetsräume standen schon länger im Fokus von Polizei und Verfassungsschutz. Das mehrfach angekündigte Verbot des Moschee-Vereins ließ aber auf sich warten. Ein Verbot ziele auf die Vereinsstrukturen, auch um zu verhindern, dass ein Verein andere Räume mietet, hatten Berliner Politiker gefordert.

Deutschland Islamisten-Moschee Fussilet hat geschlossen (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Vor einer Woche schloß der Verein überraschend seine Gebetsräume

Islamunterricht für IS-Anhänger

Amri hatte die Moschee oft besucht, zuletzt wurde er dort am Abend des Anschlags an der Gedächtniskirche am 19. Dezember 2016 gefilmt. Kurz danach tötete er einen polnischen LKW-Fahrer, entführte dessen Lastwagen und fuhr auf den Weihnachtsmarkt, wo er weitere elf Menschen tötete und mehr als 50 zum Teil schwer verletzte. Die Polizei hatte den Hauseingang der Moschee von einer gegenüberliegenden Polizeiwache zeitweise mit einer versteckten Kamera beobachtet.

In der Moschee soll Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden sein. Beim Islamunterricht sollen Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) in Syrien radikalisiert worden sein. Wichtig für die Polizei ist weiterhin die Frage, wohin sich potenzielle Gefährder wenden würden, teilte ein Polizeisprecher vergangene Woche mit. In Berlin würden aktuell 75 bis 80 Menschen in diese Kategorie eingeordnet. Die Hälfte von ihnen sitze allerdings im Gefängnis oder halte sich derzeit im Ausland auf, zum Beispiel in Syrien.

myk/kle (dpa, afp)

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SpaceX plant Mondflug mit Weltraumtouristen

Die Mission biete Menschen die Gelegenheit, “erstmals seit 45 Jahren tief in den Weltraum zurückzukehren” sowie “schneller und weiter in das Sonnensystem zu reisen, als jemals zuvor”, erklärte SpaceX-Chef Elon Musk.

Sollte der Ankündigung die Tat folgen, so wäre die Mondreise der Privatzahler die bislang weiteste Weltraumfahrt von Menschen überhaupt. Die letzten Apollo-Mondmissionen unternahm die US-Raumfahrtbehörde NASA in den 1970er Jahren.

Billig ist der Flug nicht

Wer die beiden Weltraumtouristen sind, wurde von SpaceX bisher nicht öffentlich gemacht. Dafür gab es aber den Hinweis, dass sie bereits eine “beträchtliche” Anzahlung geleistet hätten. Gesundheitstests und Flugtraining würden im Verlauf des Jahres beginnen. Es gebe weitere Teams, die ihr “großes Interesse” an einer Weltraumreise bekundet hätten und es würden “weitere folgen”, gab sich Musk zuversichtlich.

Das von dem US-Milliardär gegründete Raumfahrtunternehmen will eine kostengünstige Alternative zu staatlichen Raumfahrtprogrammen bieten und hat bereits im Auftrag der NASA die Internationale Weltraumstation ISS mit Nachschub versorgt. Erfahrungen im All kann SpaceX also durchaus vorweisen. Das dürfte auch den ersten zahlenden Weltraumtouristen Mut machen.

haz/wa (dpa, afp)

 

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Wachsender Antisemitismus in den USA

“Es geht doch gar nicht darum, ob Donald Trump ein Antisemit ist oder nicht; es geht darum, dass er mit seinem Verhalten den Antisemitismus in den USA fördert”, so Alan Elsner von der links-liberalen jüdischen Organisation “J- Street” beim  derzeitigen Jahrestreffen in Washington D.C. gegenüber der Deutschen Welle. Trump selbst weist regelmäßig jegliche Vorwürfe des Antisemitismus von sich und verweist auf seine Tochter. Ivanka Trump konvertierte zum jüdischen Glauben als sie ihren Ehemann Jared Kushner heiratete. Kushner ist orthodoxer Jude und arbeitet derzeit als Berater des Präsidenten im Weißen Haus.

Trump habe viel zu lange gewartet, um die steigende Anzahl antisemitischer Vorfälle zu verurteilen, so Elsner. Ähnlich argumentiert Jack Rosen, Vorsitzender des American Jewish Congress (AJCongress) in New York. “Viele hätten sich gewünscht, dass der Präsident früher klare Worte zu den Vorfällen gefunden hätte.”

Erst in der Nacht zum vergangenen Sonntag (26.2.) wurden bis zu hundert Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof “Mount Carmel” in Philadelphia umgestoßen. Die Polizei tappt noch im Dunkeln. Auch die Täter, die vor zwei Wochen den Friedhof in Saint Louis, Missouri, geschändet haben, wurden von den Sicherheitskräften noch nicht ausfindig gemacht.

Die Rabbinerin Deborah Waxman beklagt die Schändung des Friedhofs in ihrer Heimatstadt Philadelphia: “Wir alle sind zutiefst geschockt von diesem Angriff auf unsere Gemeinde.” Wahrscheinlich seien auch die Gräber ihrer Familie beschädigt worden.

In den letzten zwei Monaten registrierten die amerikanischen Behörden über 90 telefonische Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen. Verstärkt kommt es zu antisemitischen Grafittis in amerikanischen Innenstädten. An Universitäten machen rechte Gruppierungen Stimmung gegen jüdische Kommilitonen.

Alan Elsner sieht eine Verbindung zwischen dem neuen Selbstbewusstsein rechtsextremer Bewegungen und der Präsidentschaft von Donald Trump: “Antisemitische Gruppierungen bekommen durch das politische Handeln von Präsident Trump neuen Aufwind”, meint er. Sie fühlten sich auch bestärkt durch den neuen Chefberater des Präsidenten, Steve Bannon, der einst das rechtsextreme Internetportal “Breitbart” leitete.

Der neue Fanatismus in den USA müsse stärker als bisher bekämpft werden, verbreitet die amerikanische Anti-Defamation  League (ADL) über Twitter. Die Organisation tritt gegen die Diskriminierung von Juden in den Vereinigten Staaten ein und hat eine Belohnung  von 10.000 Dollar auf die Ergreifung der Täter in Philadelphia ausgesetzt.

Bei diesem Vorfall geht es aber nicht nur um Angriffe auf Juden, sondern auf Minderheiten in allen Bundestaaten. Experten wie Jack Rosen und Alan Elsner verweisen auf die angespannte Situation im ganzen Land. Nicht nur amerikanische Juden seien betroffen, sondern auch Vertreter anderer Minderheiten wie Muslime oder Einwanderer aus Lateinamerika.

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