Месечни архиви: August 2017

Liveticker: Liverpool gegen Hoffenheim

FC LIVERPOOL – TSG 1899 HOFFENHEIM 4:2 (3:1)

88. Minute: WECHSEL - Der beste Liverpooler verlässt den Platz: Mit Sonderapplaus wird Mané vom Publikum verabschiedet. Ihn ersetzt der ehemalige Augsburger Klavan.

87. Minute: Wieder wackelt das Hoffenheimer Tornetz, glücklicherweise nur, weil ein Schuss von Firmino das Außennetz getroffen hat.

86. Minute: Mané tanzt mit drei Hoffenheimern im Strafraum – aber drei sind einer zuviel. Der Liverpooler Wirbelwind verliert diesmal den Ball.

79. Minute: TOR - SANDRO WAGNER setzt sich gefühlt zum ersten Mal gegen Lovren durch und köpft den Ball zum 2:4 ins Netz. Kramaric hatte die Flanke nach innen gebracht.

78. Minute: Nächste gute Gelegenheit für die TSG: Wagner legt ab auf Demirbay und dessen Gewaltschuss aus 17 Metern wird noch abgefälscht. Schwierig für Mignolet der aber blitzschnell die Füße schließt und den Ball abwehren kann.

76. Minute: Wieder einer dieser langen Diagonalbälle der Hoffenheimer in die Spitze. Diesmal kommt er an, doch die Ablage in die Mitte verpasst Szalai um einige Zentimeter.

75. Minute: Wo sind eigentlich die beiden Hoffenheimer Torjäger Kramaric und Wagner? Die zwei TSG-Angreifer sind meist komplett abgemeldet, weil Klopps Innenverteidigung, bestehend aus Matip und Lovren in der Mitte so gut wie nichts zulässt.

70. Minute: WECHSEL - Der Doppeltorschütze geht unter warmem Applaus vom Feld: Can verlässt den Platz, für ihn kommt Milner.

65. Minute: WECHSEL auf beiden Seiten: Bei Hoffenheim kommt Toljan für Kaderabek. Klopp bringt Gomez für Alexander-Arnold.

64. Minute: TOR - Das war die endgültige Entscheidung: Nach einem schlechten Rückpass von Demirbay verliert Vogt den Ball an Henderson. Der LFC-Kapitän schiebt in die Mitte und FIRMINO hat keine Mühe den Ball an Baumann vorbei im rechten unteren Eck unterzubringen. 4:1 für den FC Liverpool.

61. Minute: Mignolet irrt durch seinen Strafraum und kommt nicht an den Ball. Zunächst faustet er an einer Flanke vorbei, dann kann er das Leder erst im zweiten Nachfassen sichern. 

58. Minute: Nächste gute Gelegenheit für Mané, der einfach nicht in den Griff zu kriegen ist. Aus spitzem Winkel prüft er Baumann. Der reißt den Arm hoch und pariert.

57. Minute: WECHSEL - Nagelsmann bringt den nächsten Stürmer. Szalai kommt für Gnabry.

54. Minute: Riesenchance aus dem Nichts für Liverpools Wijnaldum: Nach einem Einwurf sind die Hoffenheimer wieder zu passiv. Der Ball gelangt von Salah zum Niederländer, der frei vor Baumann steht aber zu hoch zielt. Glück für Hoffenheim. 

50. Minute: Hoffenheim versucht es mit einem weiten und hohen Pass in den Strafraum auf Kaderabek, doch Mané geht dazwischen und spielt den Ball mit der Brust zurück auf Mignolet.

49. Minute: Vogt holt sich nach einem Foul an Firmino die GELBE KARTE ab.

46. Minute: Die zweite Halbzeit läuft. Auf beiden Seiten gab es in der Pause keine Wechsel.

PAUSE: Die Hoffenheimer haben sich gegen Ende der ersten Halbzeit ein wenig berappelt. Zunächst waren sie schwer beeindruckt vom Sturmlauf der Liverpooler. Doch seit der Einwechslung von Uth und der Umstellung in der Abwehr funktioniert es besser. Allerdings müssen sie in der zweiten Halbzeit noch drei Tore schießen, um weiterzukommen. Gleichzeitig ist der LFC, der ein wenig das Tempo gedrosselt hat, immer brandgefährlich.

45. Minute: PAUSE – Kurz zuvor gibt es die GELBE KARTE für Liverpools Kapitän Henderson.

44. Minute: Wieder versucht es Uth aus dem Lauf heraus. Diesmal zielt er auf das kurze Eck, hat aber kein Glück. Es bleibt beim 1:3 aus TSG-Sicht.

42. Minute: Fast macht Can seinen dritten Treffer. Wieder ist kein Hoffenheimer Verteidiger bei ihm, als er vom linken Strafraumeck aus Maß nimmt. Sein Flachschuss streicht aber knapp am Außenpfosten vorbei.

41. Minute: Guter Schussversuch von Gnabry, der den Ball vom Strafraumeck mit rechts auf den langen Pfosten zieht. Doch ein paar Zentimeter fehlen zum zweiten Tor der TSG.

37. Minute: Hoffenheims Kaderabek sieht nach einem zu harten Einsteigen die GELBE KARTE.

36. Minute: Und dann stechen sie doch wieder zu: Zwei schnelle Pässe auf der rechten Angriffsseite genügen, um den Ex-Hoffenheimer Firmino in der Mitte freizuspielen, doch Baumann pariert hervorragend.

35. Minute: Der FC Liverpool lässt es nach der furiosen Auftaktphase in den letzten Minuten etwas ruhiger angehen. Offenbar haben die Reds erstmal genug getan. Das eröffnet Hoffenheim die Möglichkeit selbst zu agieren, statt immer nur zu reagieren.

30. Minute: Orsato zeigt Geiger nach einem taktischen Foul die GELBE KARTE.

28. Minute: TOR – Der Wechsel hat sich bezahlt gemacht: Joker MARK UTH läuft mit dem Ball in den Strafraum und schiebt den Ball am ausgestreckten Arm von Liverpool-Keeper Mignolet vorbei ins lange Eck.

25. Minute: Und sofort geht es für Hoffenheim nach vorne. Gnabry startet in den Strafraum, wird schön bedient, aber sein Versuch von der linken Seite segelt am langen Pfosten vorbei ins Toraus.

24. Minute: WECHSEL – Nagelsmann räumt  auf der schwachen rechten Abwehrseite auf und wechselt sehr früh. Nordtveit muss gehen, für ihn kommt Hinspiel-Torschütze Uth auf das Feld. 

21. Minute: TOR – Mané ist auf dem linken Flügel erneut ganz frei und zieht in die Mitte. Er spielt Firmino an der Grundlinie frei. Die Flanke kommt präzise auf den Fuß von EMRE CAN, der aus vier Metern keine Mühe hat, das 3:0 zu erzielen.

18. Minute: TOR – Da klingelt es schon wieder: MOHAMED SALAH steht goldrichtig und staubt nach einem Pfostentreffer von Wijnaldum zum 2:0 ab. Da war die Hoffenheimer Abwehr nicht auf der Höhe und war zu passiv. Baumann ist ohne Chance. 

16. Minute: Der FC Liverpool zelebriert das Klopp’sche System des frühen Gegenpressings. Kaum hat ein Hoffenheimer den Fuß am Leder, stehen schon zwei oder drei Rote bereit und bedrängen ihn.

10. Minute: TOR für den FC Liverpool durch EMRE CAN. Bei einem Konter wird der Deutsche auf der linken Seite freigespielt. Bei seinem Schuss ist der Ball noch leicht abgefälscht. In den ersten zehn Minuten hat Liverpool relativ klar gezeigt, wer hier der Herr im Haus ist. Nun drückt sich diese Überlegenheit auch im Ergebnis aus.

7. Minute: Kaderabek bedient Gnabry in der Mitte, doch der Stürmer verzieht aus aussichtsreicher Position. Allerdings hatte der Schiedsrichter zuvor bereits auf Abseits entschieden.

4. Minute: TSG-Keeper Baumann bleibt mit einer Fußabwehr Sieger gegen Mané, der alleine auf das Tor zuläuft.

3. Minute: Kopfballchance für Salah nachdem ein Freistoß von Alexander-Arnold aus 20 Metern zunächst an der Mauer abprallt. Kaderabek hatte Moreno kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall gebracht.

1. Minute: Anpfiff durch Orsato. Die Gäste aus Hoffenheim haben angestoßen. Vor dem Start hat TSG-Kapitän Kevin Vogt seine Mitspieler noch einmal lautstark eingeschworen.

20:42 Uhr: Angeführt von Schiedsrichter Daniele Orsato aus Italien haben die Teams den Rasen von Anfield betreten. Die Champions-League-Hymne wird gespielt. Vorerst zum letzten Mal für die TSG Hoffenheim?

20:40 Uhr: Liverpools Coach Jürgen Klopp warnte vor dem Spiel, es sei noch nichts entschieden. Das Duell befinde sich gerade einmal in der Halbzeit.

Der ehemalige BVB-Trainer schickt diese Elf auf den Rasen:

20:37 Uhr: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann ist trotz des 1:2 im Hinspiel optimistisch: “Wir wollen an geschichtsträchtiger Stätte ein gutes Spiel abliefern”, sagte er. “Wir müssen uns nicht wegducken. Ich empfinde keine Ehrfurcht, mehr Vorfreude.”

Und so will er spielen:

20:33 Uhr: Bisher ist überhaupt noch nie einem deutschen Verein im Europapokal ein Sieg in Liverpool gelungen. 16 Versuche gab es bislang, ein paar Unentschieden waren das höchste der Gefühle.

20:30 Uhr: Die TSG 1899 Hoffenheim tritt an, um das schier Unmögliche zu schaffen. Ein Sieg an der Anfield Road in Liverpool muss her, entweder ein 2:1, um die Verlängerung zu erreichen, oder ein Erfolg mit zwei oder mehr Toren Vorsprung.

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Macron in Osteuropa: Ran ans Eingemachte

Warschau und Budapest sind nicht dabei. Frankreichs Präsident Macron redet am Mittwochabend in Salzburg mit den Ministerpräsidenten Tschechiens und der Slowakei, danach reist er noch nach Rumänien und Bulgarien. Die osteuropäischen Länder Polen und Ungarn sucht man allerdings vergeblich auf der präsidialen Agenda dieser Tage. Und das scheint innenpolitisches Kalkül zu sein. 

Im präsidialen Werkzeugkasten holt Emmanuel Macron diesmal nicht den großen, einenden Staatsmann heraus. Das Ziel seiner Ost-Tour ist weniger, aus Europa-müden Osteuropäern glühende EU-Fans zu machen. Daher kein großes historisches Besteck, kein Streit mit dem ungarischen Premier Viktor Orban, keine strenge Stippvisite bei der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo. Der Präsident suche schlicht den Kontakt zu jenen osteuropäischen Staaten, die “Lust auf die EU und ihre Vertiefung” hätten, heißt es aus dem Elysée-Palast dazu nur knapp.

Nach Prag und Bratislava reist er als französischer Staatsmann. Französisch großgeschrieben. Es geht um Wahlkampfversprechen, um die EU-Entsenderichtlinie. Was hölzern klingt, ist ein hochemotionales Thema zwischen Ost- und Westeuropa. Vor allem die Franzosen - ob ganz links, Mitte oder rechts – sind schlecht zu sprechen auf die europaweite Vereinbarung zur grenzüberschreitenden Erbringungen von Dienstleistungen.

Polnischer Bauarbeiter (picture-alliance/dpa/A. Dedert)

Ausländische Arbeiter in Frankreich sollen mehr verdienen – und kürzer bleiben

Aus Sicht der französischen Gewerkschaft CGT (Conféderation générale du travail) ist diese zu großem Teil Schuld am Sozialdumping. Entsandte Arbeiter aus dem Osten verdrängten Franzosen vom heimischen Arbeitsmarkt, so die gängige Klage. Betroffen seien laut der CGT vor allem Branchen wie das Baugewerbe, Schlachtbetriebe, Gebäudereinigung und der Pflegebereich.

Ausländische Arbeiter schneller nach Hause

Frankreichs Arbeitslosenquote ist mit 9,6 zwar knapp unter die zehn Prozent im vergangenen Herbst gerutscht, aber bei dem Wort Arbeitsmarkt drücken alle den Rücken durch. Frankreichs neue Regierung hat deshalb nicht vor, Zeit zu verlieren. Emmanuel Macron will die Regeln für ausländische Arbeiter im eigenen Land verschärfen. EU-Ausländer müssten dann nach gleichen Bedingungen beschäftigt werden wie inländische. Demnach sollte für diese Arbeiter dann der Tariflohn gelten, nicht mehr nur der Mindestlohn. 

Eine weitere aus Sicht des Elysée-Palasts notwendige Novelle: Die Entsendedauer. Derzeit muss ein entsandter Arbeiter nach 36 Monaten in seinen ursprünglichen EU-Mitgliedsstaat zurückkehren. Brüssel arbeitet bereits an einem Vorschlag, der maximal nur  noch 24 Monate vorsieht. Dem französischen Präsidenten ist dies immer noch zu lange, er wirbt für eine maximale Verweildauer von einem Jahr für entsandte Arbeiter.

Frankreich Arbeitsagentur (picture-alliance/dpa)

Die Arbeitslosenquote in Frankreich beträgt 9,6 Prozent

Er wolle ein “Europa, das die Bürger besser schützt”, so ein Kernpunkt seines Wahlkampfes, “Wir kämpfen gegen den Missbrauch im Sektor der entsandten Arbeiter und müssen die Regeln in unserem Land dafür neu definieren, um Schluss zu machen mit jeder Form von unlauterem Wettbewerb”, so Macron im März dieses Jahres. Jetzt will er liefern.

Test für Macron 

Aber dazu muss er auf Tuchfühlung gehen mit dem Osten. Für das sensible Thema braucht er direkte Ansprechpartner in Tschechien und der Slowakei, genauso wie in Rumänien und Bulgarien. Denn derzeit gibt es für sein Ansinnen ordentlich politischen Gegenwind. “Frankreich hat Vorschläge vorgelegt, die nach unserer Auffassung eindeutig zu weit gehen”, ließ etwa die tschechische Arbeitsministerin Michaela Marksova bereits im Juni wissen. Sie steht mit ihrer Haltung nicht alleine da. Im vergangenen Jahr beschwerten sich zehn mittel- und osteuropäische Parlamente bei der EU-Kommission, die umstrittene Verschärfung sei eine protektionistische Maßnahme, zum Nachteil entsandter Arbeiter.

Für Präsident Macron ist der Streit um die EU-Entsenderichtlinie ein erster Test, wie viel politische Macht die Europäer gewillt sind, ihm zuzubilligen. Ob es dabei besonders klug ist, die Osteuropäer zu ärgern und gerade EU-Länder wie Polen links liegen zu lassen, sei dahingestellt. Polen steht mit fast einer halben Million Arbeitern an der Spitze der Entsendungen, da hätte sich ein Gespräch mit Warschau durchaus gelohnt.

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FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner kritisiert Afghanistan-Einsatz

“Ich halte den Militär-Einsatz in Afghanistan für uns nicht mehr für dauerhaft fortsetzbar”, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner im Gespräch mit DW-Chefredakteurin Ines Pohl und Moderator Jaafar Abdul-Karim. Der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl am 24. September begründete seine Haltung damit, die Ziele seien nicht erreicht worden. Vielleicht seien die Ziele, aus Afghanistan eine westlich orientierte, marktwirtschaftliche  Demokratie zu machen, auch kulturell und zivilisatorisch zu ehrgeizig.” Lindner fügte hinzu: “In der zur Verfügung stehenden Zeit.”

Das internationale Militär-Engagement unter Führung der Vereinigten Staaten dauert inzwischen 16 Jahre. Erst Anfang dieser Woche hat US-Präsident Donald Trump Truppen-Verstärkungen seines Landes in Afghanistan angekündigt. Nun sagte Lindner der Deutschen Welle: “Ich glaube nicht, dass ein solcher Einsatz für die Bundeswehr opportun ist.”

Deutschland wählt DW Interview mit Christian Lindner (DW/R. Oberhammer)

Christian Lindner sprach im DW-Interview von der ersten Minute an Klartext

Auch in anderen umstrittenen Fragen nahm der 38-Jährige kein Blatt vor den Mund. Mit Blick auf die Türkei forderte er nach den jüngsten Ereignissen, in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit müssten alle Ampeln “auf Rot” gestellt werden. Konkret schlägt Lindner vor, keine Exportbürgschaften mehr zu gewähren und keine Gespräche über Erleichterungen beim Zoll zu führen. “Das sind wir der Opposition in der Türkei schuldig.” Dort wurden nach dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 mehrere tausend Menschen inhaftiert und die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Zuletzt wurde türkisch-stämmige Schriftsteller Dogan Akhanli durch ein Fahndungs-Ersuchen der Türkei in Spanien vorübergehend festgenommen. Der 60-Jährige ist ausschließlich deutscher Staatsbürger und lebt in Köln.

Heftige Kritik übte Lindner auch am Flüchtlingskurs unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Asyl-Verfahren dauern ihm zu lange. Um sie zu beschleunigen, schwebt ihm ein eigener Rechtsstatus vor, der Flüchtlingen vorübergehenden humanitären Schutz gewähren soll. Nach der Identitätsfeststellung bekämen die Menschen zunächst eine Aufenthaltsgenehmigung und hätten sofort Zugang zum Arbeitsmarkt. “Aber”, schränkt Lindner ein, “die Aufenthaltsgenehmigung ist strikt zeitlich befristet.”  Wenn die alte Heimat wieder befriedet sei, “müssen die Menschen in der Regel ausreisen”.

Lindners Vorschläge für eine aus seiner Sicht bessere Flüchtlingspolitik sind Teil seiner Vorstellung einer künftigen Einwanderungspolitik. Deutschland sei ein Einwanderungsland, sagte der FDP-Chef im DW-Interview. “Aber wir müssen sauber definieren, welche Zugänge es nach Deutschland gibt.” Lindner sprach von vier Türen. “Die erste Tür heißt Asyl.” Das sei ein individuelles Grundrecht, für das es keinerlei Obergrenze und Beschränkung geben kann. Das treffe nur für ganz wenige Menschen zu, “die wirklich individuell als Person verfolgt sind.”  

Deutschland wählt DW Interview mit Christian Lindner (DW/R. Oberhammer)

Klare Botschaft, klare Kante: “Vier Türen”, durch die Menschen nach Deutschland kommen können – oder auch nicht

Lindners zweite Tür trägt die Aufschrift “Flüchtling”. Darunter versteht er Menschen, die nicht individuell verfolgt sind, sondern vor Kriegsgräuel und  Gewalt fliehen. Ob es eine Obergrenze gebe, wollte DW-Chefredakteurin Pohl in diesem Zusammenhang wissen. Lindners Antwort: “Da gibt es eine Obergrenze, die macht sich fest an den Kapazitäten, wie man den Menschen gerecht werden kann.” Auf eine bestimmte Zahl wollte sich der FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl jedoch nicht festlegen.

Die dritte Tür in seinem Bild einer künftigen Einwanderungspolitk ist mit dem Etikett “qualifizierte Zuwanderung” versehen. Darunter versteht Lindner die gezielte Auswahl von Menschen, die nach Deutschland kommen dürfen. “Wir entscheiden, wer kann kommen, in Abhängigkeit von Sprachkenntnis, Qualifikation und so weiter und so fort.” Die vierte und letzte Tür bleibt laut Lindner verschlossen. Wer nicht asylberechtigt ist, kein Flüchtling oder kein qualifizierter Zuwanderer, “der kann nicht nach Deutschland kommen, der darf nicht hier bleiben”.

Ob Lindners FDP ihre Vorstellungen in einer künftigen Bundesregierung umsetzen kann, hängt selbstverstädnlich vom Wahlergebnis und den anschließenden Koalitionsverhandlungen ab. Momentan kommt die FDP im aktuellen Deutschlandtrend auf acht Prozent – gleichauf mit den Grünen und der Alternative für Deutschland (AfD). Die Linke liegt bei neun Prozent. Der Kampf um Platz drei im Deutschen Bundestag ist derzeit also äußerst spannend. Für ein Bündnis mit der Union aus CDU und CSU reicht es momentan nicht. Lindner hat in den zurückliegenden Wochen aber auch schon mehrmals durchblicken lassen, sich auch gut eine prägende Rolle in der Opposition vorstellen zu können. Am liebsten natürlich als Oppositionsführer.

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Serbien und Mazedonien: Ein Balkanthriller

Angebliche Spionage, künstlich erzeugte Spannungen und viel heiße Luft – Standardstoff vieler Balkandramen. Doch was die serbische Regierung am Sonntag tat, ist einmalig: Das gesamte diplomatische Personal wurde aus der mazedonischen Hauptstadt Skopje zu “dringenden Beratungen” nach Belgrad beordert. Man habe Beweise über “sehr offensive” geheimdienstliche Aktivitäten, so die knappe Erklärung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić. Da Vučić mehr nicht sagen konnte oder wollte, kochte gleich die mediale Gerüchteküche hoch.

“Skandal: Die Mazedonier belauschen sogar Vučić?!” – titelte das Hetzblatt “Informer”, das inoffizielle Sprachrohr der serbischen Regierung. Die restlichen auflagenstarken Boulevardblätter stellten den neuen mazedonischen Premier Zoran Zaev an den Pranger: “Zaev erklärt Serbien Krieg” und “Zaev sticht uns ein Messer in den Rücken” war auf den Titelblättern zu lesen.

Das Geheimnis um einen Geheimdienstler

Um den langjährigen Autokraten Nikola Gruevski zu stürzen, musste sich der Sozialdemokrat Zaev mit Chefs der albanischen Parteien in Mazedonien arrangieren. Der Deal beinhaltete verschiedene Zugeständnisse an die Albaner, die etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. So gelangte Zaev Anfang Juni an die Macht  - und der alte Machthaber Gruevski ins Visier der Justiz, die ihm Machtmissbrauch, Wahlbetrug und massive Korruption vorwirft.

Mazedonien Serbische Botschaft in Skopje (Google 2017)

Zurzeit leer: Die serbische Botschaft in Skopje

Es war vor allem die “albanische Frage”, weshalb die serbische Führung bis zum Ende an Gruevski festhielt. Als seine Anhänger Ende April als wütender Mob das Parlament in Skopje stürmten, um die Bildung neuer Regierungskoalition zu verhindern, zeigten Videoaufnahmen einen serbischen Geheimdienstler an der Spitze des Ansturms. Mehrere Abgeordnete wurden verletzt, darunter auch Zoran Zaev.

Die für Belgrad peinliche Episode wurde heruntergespielt, auch die neue mazedonische Regierung bemühte sich um einen diplomatischen Ton gegenüber den nördlichen Nachbarn. Möglicherweise hat dieser Eklat die mazedonischen Dienste dazu bewegt, die serbische Diplomaten im Land strenger unter die Luppe zu nehmen, meint Bojan Elek, der beim Belgrader Zentrum für Sicherheitspolitik forscht. In Skopje werden offiziell alle Spionagevorwürfe bestritten. In der mazedonischen Presse wird aber vermutet, dass Belgrad den spektakulären Schritt unternommen hat, um mögliche Geheimdienstaktivitäten gegen Zaev zu relativieren und zu verschleiern.

Der Kosovo als Zankapfel

Zahlreiche Beobachter vermuten allerdings andere Gründe für den neu entflammten Streit. Ende Oktober soll die Vollversammlung der UN-Kulturorganisation (UNESCO) erneut über die Aufnahme vom Kosovo entscheiden. Serbien erkennt die 2008 einseitig erklärte Unabhängigkeit der einstigen Südprovinz weiterhin nicht an, Mazedonien hingegen schon. Vor zwei Jahren verfehlte der Kosovo, der fast ausschließlich von ethnischen Albanern bewohnt wird, die UNESCO-Mitgliedschaft knapp. Es fehlten nur drei Stimmen für die nötige Zweidrittelmehrheit.

Obwohl Zaev im Mai signalisierte, dass Mazedonien bei der nächsten Abstimmung “neutral” sein könnte, verdichten sich jetzt Hinweise, dass Skopje erneut für die Aufnahme Kosovos stimmen wird. “Wir haben solche Informationen”, sagte dazu der serbische Präsident Vučić in einer Nachrichtensendung. In Skopje heißt es, man werde sich an der Mehrheit der EU-Mitglieder orientieren.

“Die serbische Seite mag nicht verstehen, dass wir ein multiethnisches Land sind. Die Regierung muss stets die Interessen aller Bürger berücksichtigen”, sagte der frühere mazedonische Außenminister Denko Maleski der DW. Man dürfe nicht die Stabilität im Land gefährden, sagte er in Anspielung auf die Dauerspannungen zwischen Mazedonien und Albanern. “Wir werden wahrscheinlich für die Aufnahme des Kosovos in die UNESCO stimmen – das entspricht unseren staatlichen Interessen.”

Von der NATO umzingelt

Nach der Aufnahme der kleinen Adriarepublik Montenegro in die NATO ist Serbien fast vollständig von den Staaten des atlantischen Militärbündnisses umzingelt. Auch die neue mazedonische Regierung strebt einen schnellen NATO-Beitritt an. Das Regime des früheren Ultranationalisten Vučić in Belgrad gibt sich reformbereit und proeuropäisch, doch die NATO bleibt ein Tabu. Die Allianz bombardierte Serbien heftig im Zuge des Kosovokrieges 1999. Außerdem sind die serbischen Politeliten stets bemüht, die besten Beziehungen mit Russland zu pflegen.

Mazedonien Skopje Ausschreitungen Parlament Parlamentarier (Reuters/O. Teofilovski)

Zoran Zaev: Nach der Attacke im Parlament mit Blut beschmiert

Der mazedonisch-albanische Diplomat Alajdin Demiri deutet deswegen die “Hysterie” aus Belgrad als Versuch, einen EU- und NATO-Beitritt Mazedoniens zu verhindern. “Dahinter steckt wahrscheinlich ein Versuch, Moskau zu unterstützen. Ich glaube, dass das nur der Anfang war und bald neue Schritten folgen werden”, prognostiziert Demiri im DW-Gespräch.

Um den Weg für eine Mitgliedschaft freizuräumen, muss Mazedonien zuerst den jahrelangen Streit mit Griechenland um die Staatsnamen beilegen. Hinter der Bezeichnung “Mazedonien” wittert Athen einen Gebietsanspruch auf die gleichnamige griechische Region Makedonien. Die neue Koalition in Skopje ist sichtlich um einen Kompromiss bemüht. Es würde sie hart treffen, wenn künftig Belgrad, wie der Außenminister Ivica Dačić angedroht hat, Mazedonien nicht mehr unter diesen Namen anerkennen würde.

Die Krisenproduktion

Der Analytiker Elek glaubt die Regierungsmuster des serbischen Machthabers Vučić erkannt zu haben: er schaffe künstlich Krisen mit Nachbarländern – Kroatien, Montenegro, Kosovo oder eben Mazedonien – um sich dann innenpolitisch als kluger und kühler Politiker inszenieren zu können. Die Nachbarn würden so als bedrohlich wahrgenommen. “Und dann kommen die serbischen Politiker als Retter, die das Problem beseitigen.”

Serbien Premierminister Aleksandar Vucic (picture alliance/AP Photo/D. Vojinovic)

Serbiens Präsidenten Vucic: “Künstliche Krisen geschaffen?”

So halte er das heimische Publikum in Atem. Echte Probleme rückten hingegen in den Hintergrund: die wirtschaftliche Misere, die willkürliche Verteilung der Jobs im öffentlichen Dienst durch die Parteignade und die mediale Zensur.

Am Mittwoch telefonierten Vučić und Zaev miteinander, um die Lage zu beruhigen und die eigentlich freundschaftliche Beziehung zwischen den Serben und den Mazedoniern zu betonen. Man wolle im Dialog bleiben, die wirtschaftlichen Beziehungen stärken und sich gegenseitig auf dem EU-Weg unterstützen, so die gemeinsame Stellungnahme. Die serbischen Diplomaten sollen schon nächste Woche wieder in Skopje sein.

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Netanjahu warnt vor Einfluss des Iran im Nahen Osten

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor einem wachsenden Einfluss des Irans im Nahen Osten gewarnt. Bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin in Sotschi sagte Netanjahu, Teheran versuche “das Vakuum zu füllen”, das durch die Niederlage des sogenannten “Islamischen Staats” (IS) entstanden sei. “Dort, wo der IS besiegt ist und verschwindet, rückt der Iran nach”, schloss sich der russische Präsident der Kritik an Teheran an.

Die beiden Politiker hatten sich getroffen, um über die Lage in dem Bürgerkriegsland Syrien zu sprechen. “Der Iran unternimmt große Anstregungen, um seinen Einfluss in Syrien auszuweiten. Das ist eine Gefahr für Israel, den Nahen Osten und für den Weltfrieden”, sagte Netanjahu. Außerdem habe Teheran seinen Einfluss und seine Kontrolle im Irak, im geschwächten Jemen und Libanon ausgeweitet.

Russland unterstützt die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Israel hält sich weitgehend aus dem Konflikt im Nachbarland heraus, seine Luftwaffe soll jedoch Medienberichten zufolge mehrmals Waffentransporte an die verfeindete libanesische Hisbollah-Miliz angegriffen haben, die wiederum an der Seite der Assad-Truppen kämpft.

Netanjahu und Putin hatten sich zuletzt alle paar Monate getroffen, unter anderem, um ihre Positionen zum Konflikt in Syrien abzustimmen.

sas/qu (dpa, afp)

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