Месечни архиви: September 2017

Mindestens 26 Tote bei Luftangriff in syrischer Provinz Idlib

Russlands Militär rühmt sich gerne für seine präzisen Luftangriffe. Doch die US-gestützten Truppen in Syrien beklagen ebenso wie Menschenrechtler tödliche Angriffe durch russische Jets, die eindeutig die Falschen trafen. (25.09.2017)

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Das Technische Hilfswerk – ein deutscher Exportschlager

Er kostete rund 300.000 Menschen das Leben und trieb mehr als sieben Millionen in die Flucht: Nach rund 50 Jahren könnte der blutige Konflikt in Kolumbien nun der Geschichte angehören. Am Montag meldeten die Vereinten Nationen, dass die Entwaffnung der FARC-Rebellen offiziell abgeschlossen sei. Die Regierung und die größte und älteste Guerilla-Organisation des Landes hatten sich bereits 2016 auf ein Friedensabkommen verständigt; die FARC versprach ihre Waffen an die Vereinten Nationen abzugeben. Eine tragende Rolle in diesem Prozess: das Technische Hilfswerk (THW).

Seit Januar dieses Jahres waren über 56 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des THW jeweils für mehrere Wochen in dem südamerikanischen Land und unterstützten die Mission. Die Entwaffnung der Guerilla war komplex. “Es darf keiner wissen, welche Waffe mit welchem FARC-Rebellen in Verbindung gebracht werden kann, und was damit gemacht wurde – sonst wird eine Amnestie schwierig”, sagt Klaus Buchmüller, Referatsleiter Ausland im Technischen Hilfswerk, der DW.

THW Technisches Hilfswerk - Kolumbien (THW)

Unter den Augen der Weltöffentlichkeit: Ein THW-Mitarbeiter zerstört Waffen der FARC-Rebellen

Die Waffen mussten registriert und die Daten verschlüsselt übermittelt werden – eine Aufgabe, die das THW ganz kurzfristig von den Vereinten Nationen übertragen bekommen hatte. Die kolumbianische Regierung hatte sich kurz vor dem Start außer Stande gesehen, es selbst zu machen. “Wir haben Laptops neu aufgespielt und Servertechnik eingebaut und innerhalb von drei Monaten das digitale Funknetz in Kolumbien aufgebaut”, sagt Buchmüller, der selber auch bei der Mission dabei war. Aber auch die Zerstörung der Waffen selbst wurde durch das THW unterstützt. Mit Diamanttrennschneidern und Plasmaschneidegeräten machte das Hilfswerk fast 9.000 Waffen und über 20.000 Kartuschen unbrauchbar.

In mehr als 130 Ländern aktiv 

1950 als Zivilschutzorganisation der Bundesregierung gegründet, dürfte das THW heute den meisten Deutschen vor allem vom Katastrophenschutz bekannt sein. Immer dann, wenn nach einer Flut Straßen und Plätze überschwemmt sind, rücken die meist ehrenamtlichen Helfer an und versuchen mit Sandsäcken und Pumpen die Wassermassen einzudämmen. Was viele nicht wissen: Auch im Ausland ist die Hilfe der Organisation gefragt. In mehr als 130 Ländern war das THW seit seiner Gründung unterwegs, zum Beispiel nach Erdrutschen in Peru oder der Nuklearkatastrophe in Japan. Manchmal sind sie auch dafür da, andere Helfer auszustatten, wie etwa 1994 in Ruanda. Einige Organisationen waren nach dem Massaker zwischen den Hutus und Tutsis ohne Ausrüstung in das Krisengebiet geflogen. “Manche waren mit Badelatschen angereist”, erzählt Buchmüller. Das THW bereitete vor Ort das verseuchte Trinkwasser auf – und stattete zudem Hilfskräfte anderer Organisationen mit angemessenem Schuhen und Schlafsäcken aus. Auch bei der Ebola-Epidemie in Sierra Leone war das THW dabei. 

Klaus Buchmüller - Referatsleiter Ausland beim THW (THW)

Klaus Buchmüller, THW: Schlankere Friedensmissionen

Trotz der vielen Auslandsprojekte: Der jüngste Einsatz in Kolumbien ist etwas Besonderes. Denn erstmals unterstützte das THW die Vereinten Nationen im Rahmen einer Friedensmission. “Es gibt langjährige Bemühen der UN, den ‘schwerfälligen Tanker’ Friedensmission etwas schlanker zu machen, daher will man zivile Organisationen mehr einbinden”, sagt Buchmüller. Denn viele Aufgaben in den UN-Missionen können nicht militärisch oder polizeilich erledigt werden. Organisationen wie das THW seien wesentlich besser geeignet, weil sie mit weniger Personalaufwand mehr leisten könnten.

Engagement als “Lebensanker” 

Das staatliche Hilfswerk setzt vor allem auf Ehrenamtliche und ist mit dieser Struktur weltweit einmalig. Neben den 1300 hauptamtlichen Mitarbeitern sind es vor allem die rund 80.000 freiwilligen Helfer, die das THW unterstützen – vom Schreiner bis zum IT-Profi. Schon Kinder ab sechs Jahren können beim THW mitmachen. ”Es ist für viele eine Art Lebensanker”, so Buchmüller. “Viele bleiben ihr Leben lang. Nachwuchssorgen haben wir deshalb nicht, aber wir müssen – vor allem seit Ende der Wehrpflicht – schon etwas tun.”

Für die Organisation sei es von Vorteil, dass sie vor allem mit Ehrenamtlichen zusammenarbeitet. Denn so seien die Helfer immer auf dem neuesten Stand der Technik, sagt Buchmüller. Zudem sei die Akzeptanz unter der örtlichen Bevölkerung deutlich höher. Allerdings bräuchten die Freiwilligen auch tolerante Arbeitgeber. Denn je nach Einsatz haben die Freiwilligen nur sechs Stunden Zeit zwischen dem Anruf des THW und dem Abflug der Maschine ins Einsatzland. Ein entsprechendes Gesetz schützt die Arbeitnehmer, sie müssen von der Arbeit freigestellt werden.

Einsatz des THW in Tunesien (THW/C. Saponaro)

In Tunesien soll jetzt eine THW-ähnliche Organisation aufgebaut werden – mit Hilfe von über 100 THW-Fahrzeugen

Kopien erwünscht 

Bald könnte es in mehreren Ländern Nachahmer geben. In Tunesien, Jordanien und im Nordirak werden derzeit ähnliche Strukturen geschaffen. Das THW berät die Länder zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und bildet vor Ort Trainer aus. Für Tunesien stellt es auch über 100 Fahrzeuge bereit. Für die Staaten ergeben sich dadurch viele Vorteile, so Buchmüller. Zum einen sei es deutlich kostengünstiger und flexibler, mit ehrenamtlichen Helfern auf Katastrophen reagieren zu können. Außerdem könne das Engagement von Freiwilligen einen Staat auch stabilisieren. “Wer als Bürger für seinen Staat arbeitet, wird sich kaum gegen ihn wenden. Das ist auch politisches Kalkül, was dahinter steckt”, sagt Buchmüller.

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Putin-Gegner Alexej Nawalny vorerst freigelassen

Im Eingang seines Hauses hatte die Moskauer Polizei den bekannten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny festgenommen – wegen “wiederholter Aufrufe zur Teilnahme an einer nicht genehmigten öffentlichen Veranstaltung”. Darauf stehen bis zu 30 Tage Haft.

Am Freitagabend kam der Oppositionelle wieder frei. Allerdings müsse er am Montag vor einem Richter erscheinen, teilte seine Sprecherin Kira Jarmytsch mit. Nawalnys Anwältin Olga Michailowa hatte zuvor erklärt, ihr Mandant sei ohne eine schriftliche Darlegung der Gründe den ganzen Tag lang festgehalten worden.

“Ich fühle mich sehr gut”

Der 41-Jährige rief Journalisten, die vor der Polizeiwache warteten, zu, er fühle sich “sehr gut”. Am Wochenende werde er in der Stadt Orenburg und in Archangelsk im Nordwesten seinen Wahlkampf fortsetzen.

Russland Alexei Nawalny (picture-alliance/AP Photo/Navalny Campaign/E. Feldman)

… in der er sich zuvor am Fenster gezeigt hatte

Auch zum Zeitpunkt seiner Festnahme war Nawalny nach eigenen Angaben zu einer Wahlkampfveranstaltung unterwegs, die in der Großstadt Nischni Nowgorod, 400 Kilometer östlich von Moskau, stattfinden sollte. Dort nahm die Polizei seinen Wahlkampfleiter Leonid Wolkow fest. Dennoch versammelten sich mehrere hundert Menschen, nachdem Nawalny seine Anhänger dazu aufgerufen hatte, als Zeichen des Protests zu erscheinen.

“Sie fühlen sich bedroht”

Der erklärte Gegner von Präsident Wladimir Putin brachte seine neuerliche Festnahme mit der Kundgebung in Nischni Nowgorod in Verbindung. Der Kreml sehe seine “Treffen mit den Wählern als eine riesige Bedrohung und sogar als Beleidigung”, erklärte er.

Nawalny hatte im Sommer eine 25-tägige Arreststrafe abgesessen. Die Justiz hatte ihn für schuldig befunden, nicht genehmigte Proteste gegen Putin organisiert zu haben. Wegen einer früheren Verurteilung zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe darf Nawalny laut Wahlkommission nicht bei der Präsidentenwahl 2018 antreten.

Er selbst hält dieses Urteil, das wegen Veruntreuung erging, für politisch motiviert. Auch der Europarat sprach von einer “willkürlichen und unfairen” Entscheidung und forderte Russland auf, Nawalny eine Präsidentschaftskandidatur zu ermöglichen.

Europarat: Demonstranten werden öfter festgenommen

Der Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Nils Muiznieks, kritisierte in einem am Freitag vorgelegten Bericht, die russischen Behörden genehmigten immer weniger kremlkritische Versammlungen. Teilnehmer an solchen Kundgebungen würden häufiger festgenommen und mit Strafen von bis zu fünf Jahren Gefängnis belegt. Muiznieks forderte Moskau auf, die Verschärfung des Versammlungsrechts zurückzunehmen.

jj/ust (dpa, afp, ap)

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USA erkennen Kurden-Referendum nicht an

US-Außenminister Rex Tillerson sagte, bei der Abstimmung handele es sich um eine “einseitige” Maßnahme, weshalb es dem Ergebnis an Legitimität fehle. Die Vereinigten Staaten unterstützten weiterhin einen “vereinten, föderalen, demokratischen und gedeihenden Irak”.

Tillerson rief alle Seiten, einschließlich der Nachbarstaaten des Iraks, zur Zurückhaltung auf. Die irakische Zentralregierung hatte wenige Stunden zuvor ihre Drohung wahrgemacht und ein Flugverbot für die autonome Kurdenregion verhängt. Auf dem internationalen Flughafen der Regionalhauptstadt Erbil wurden alle internationalen Verbindungen ausgesetzt.

Rex Tillerson (picture-alliance/AP Photo/J. Martin)

“Einseitige Maßnahme”: US-Außenminister Rex Tillerson

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bemüht sich derweil, in dem Konflikt zwischen der Zentralregierung in Bagdad und den Kurden zu vermitteln. Macron lud den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi zu Gesprächen nach Paris ein. Er betonte, die territoriale Integrität des Iraks müsse erhalten bleiben. Zugleich seien die Rechte der kurdischen Bevölkerung anzuerkennen.

Al-Abadi hatte sich vehement gegen die Abhaltung des Unabhängigkeitsreferendums in den Kurdengebieten im Norden des Landes gestemmt. Die angrenzende Türkei drohte mit einer möglichen militärischen Reaktion. Auch der Iran lehnt das Vorgehen der Kurden strikt ab. In diesen Nachbarstaaten des Iraks lebt ebenso wie in Syrien eine starke kurdische Minderheit, weshalb die Regierungen dort regionale Autonomiebestrebungen fürchten.

Irak Erbil Flughafen (Reuters/A. Lashkari)

Wollen unabhängig von Bagdad sein: Demonstranten am Flughafen in Erbil

Die Kurden im Nordirak hatten am Montag in einem rechtlich nicht bindenden Referendum für die Unabhängigkeit votiert. Nach Angaben der Wahlkommission stimmten mehr als 92 Prozent der Teilnehmer für die Abspaltung der Region vom Irak.

Die Bundesregierung prüft vor diesem Hintergrund, ob die militärische Unterstützung für die kurdischen Peschmerga fortgesetzt wird. “Wir werden in Ruhe beobachten, wie sich die Lage entwickelt”, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. Dann müsse man sehen, ob für eine Fortsetzung der Bundeswehrmission “die Umstände gedeihlich genug sind”. Die Türkei hat die Ausbildung der Peschmerga bereits gestoppt.

Irak Erbil Flughafen (Reuters/A. Lashkari)

Das Terminalgebäude in Erbil ist nach dem Flugembargo leer wie selten

Die Bundeswehr unterstützt seit 2014 die irakischen Kurden mit militärischer Ausrüstung und durch die Entsendung von Ausbildern im Kampf gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS). Das Mandat des Bundestages endet im Januar; es müsste für die Folgezeit erneuert werden. Der IS wird zusehends zurückgedrängt, beherrscht aber nach wie vor Gebiete im Irak und in Syrien.

jj/ust (dpa, afp, rtr)

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Breel Embolo – am Ende der Leidenszeit

Das Spiel endete unentschieden – und trotzdem gab es einen Sieger: Beim 1:1 (1:0) zwischen dem FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen spielte Breel Embolo erstmals wieder von Beginn an. Vor einem Jahr, am 7. Spieltag der vergangenen Saison, wurde das hochgelobte Talent mit der Trage schwer verletzt vom Platz getragen. Knöchel und Wadenbeinbruch – es war zunächst fraglich, ob der Schweizer überhaupt noch einmal auf höchstem Niveau Fußball spielen könnte. Eine lange Pause folgte. Nun, am 7. Spieltag der neuen Saison, stand er wieder in der ersten Elf auf dem Platz – schmerzfrei und problemlos.

Das Geschehen auf dem Platz löste nur selten die ganz großen Gefühle bei den Schalker Fans aus. Vom Tor Leon Goretzkas und einigen vergebenen Großchancen abgesehen, am ehesten noch, als Schiedsrichter Gudio Winkmann das Publikum in Spannung versetzte. Zweimal im Spiel griff er sich ans Ohr und brauchte jeweils lange dafür, strittige Szenen mit dem Videoassistenten zu besprechen. 

“Da war nicht mehr viel heil”

Als jedoch Breel Embolos Name beim Verlesen der Schalker Aufstellung an der Reihe war, und als in der 54. Minute ausgewechselt wurde, verspürte nicht nur S04-Manager Christian Heidel “Gänsehaut”.

1. Bundesliga - FC Augsburg - FC Schalke 04 - Breel Embolo verletzt (picture-alliance/AP Photo/M. Schrader)

Vor einem Jahr verletzte sich Embolo schwer

Denn viele Fußball-Anhänger erinnern sich noch an diesen Moment, als am 16.Oktober 2016, beim Heimspiel gegen den FC Augsburg Embolos Knochen nachgaben. Kostas Stafylidis foulte den damals 19-Jährigen Schweizer. Der erlitt dabei einen Bruch des Sprunggelenks, einen Bruch des Wadenbeins sowie Risse der Syndesmose und des Innenbandes. “Da war nicht mehr viel heil”, erklärte Heidel. “Diese Verletzung hat ganz Schalke geschockt.” Und Embolo sagt rückblickend: ”Es war die schwerste Zeit meines Lebens.” Der mit 22,5 Millionen teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte war gerade mal sieben Bundesliga-Spiele im Einsatz und schon war die Saison bereits gelaufen.

Nachdem Schalke die Spielzeit nur auf dem enttäuschenden zehnten Platz beendete, erwarten die Fans nun wieder die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Dabei soll Embolo eine wichtige Rolle spielen – keiner ist glücklicher als er selbst darüber, dass er es nach einjähriger Leidenszeit wieder kann.

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