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Khan: "Frauen spielen eine besondere Rolle im Kampf gegen Extremismus"

Im Januar 2018 hat Sie Premierministerin Theresa May zur Leiterin der Kommission zur Extremismusbekämpfung im Innenministerium ernannt. Wie wollen Sie Extremismus in Großbritannien bekämpfen?

Extremismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, deswegen erfordert es eine gesamtgesellschaftliche Lösung. Alle spielen eine Rolle darin, die Schulen, die Regierung, die Zivilgesellschaft, die religiösen Führer. Wir haben diese Antwort auf gesamtgesellschaftlicher Ebene bisher nicht gefunden und genau daran arbeiten wir. Diese Kommission ist neu, deswegen wollen wir erst einmal beim Bewusstsein ansetzen.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie?

Erstens rauszugehen und Menschen zu erreichen. Ich war in rund 30 Städten und Dörfern in England und Wales. Ich habe mit Tausenden Akademikern, Gruppen aus der Zivilgesellschaft und Regierungsvertretern gesprochen, um die Herausforderung besser zu begreifen.

“Taktiken der Extremisten durchleuchten”

Das zweite Ziel ist eine Studie. Wir haben bisher keine breitangelegte Untersuchung, die uns das Gesamtbild des Problems zeichnet. Wir fragen nach der öffentlichen Wahrnehmung, wollen die Taktiken der Extremisten durchleuchten und den Schaden, den sie anrichten. Dafür haben wir auch eine Beratungsstelle eingerichtet. Ganz wichtig sind aber die möglichen Antworten. Wir wollen Empfehlungen aussprechen und ein Programm erstellen.

Vor welchen Herausforderungen genau steht Großbritannien, wenn es um Extremismus geht?

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Extremismus in Großbritannien. Aber manche sind prominenter und stellen eine größere Gefahr dar als andere. Wir sehen jetzt einen starken Anstieg des Rechtsextremismus, in den letzten beiden Jahren. Der islamistische Extremismus ist auch ein großes Thema. Alleine 2018 hatten wir fünf Terroranschläge, vier davon waren islamistisch motiviert, einer rechtsextremistisch. Es gibt aber auch linken Extremismus, extremistische Gruppierungen in der Sikh-Community oder bei jüdischen Gruppen.

Großbritannien Gedenken 1. Jahrestag Anschlag Ariana-Grande-Konzert in Manchester | TurnToLove (Getty Images/L. Neal)

Turn To Love: Ein Jahr nach dem Anschlag auf das Konzert der Sängerin Ariana Grande in Manchester im Mai 2017

Zu glauben Extremismus wäre nur islamistisch, ist grundsätzlich falsch. Extremismus kann jeder politischen Ideologie oder Religion entspringen und kann jede Gruppe auf der ganzen Welt treffen. Es gibt einen Anstieg aller Arten von Extremismus, ob die Neonazis in Deutschland, die Hindu-Nationalisten in Indien oder die muslimischen Fundamentalisten.

Was haben all diese Extremisten denn gemeinsam?

Viele extremistische Ideologien fördern ein “Wir” gegen “die Anderen”-Denken. Es wird Hass gegen andere Gruppen geschürt und Rassismus verbreitet. Extremisten glauben nicht an universelle Menschenrechte. Sie greifen Menschen an, weil sie vermeintlich anders sind. Extremisten mögen keine Diversität in der Gesellschaft. Deswegen müssen wir diese Werte, die Menschenrechte, die Gleichheit aller Menschen und die Pluralität verteidigen.

Welche Rolle spielen Frauen in diesem Kampf?

Frauen stark zu machen, hat Folgen für das ganze Land. Frauen sind meist die stärksten Kämpferinnen gegen Extremismus, weil sie die Auswirkung extremistischen Gedankenguts in ihrer eigenen Familie sehen können. Ich erlebe immer wieder Frauen, die sehr mutig sind.

“Kinder vor Ideologien schützen”

Wir haben spezielle Programme für muslimische Frauen gehabt, in denen wir ihnen zum Beispiel theologische Gegenargumente vermittelten. Die Partizipation von Frauen hat Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. 2015, nach dem der IS sein Kalifat ausrief, haben wir eine Anti-IS-Kampagne durchgeführt. Dabei spielten Frauen und Mütter eine wichtige Rolle. Wir haben ihnen Werkzeuge an die Hand gegeben, wie sie ihre Kinder vor diesen Ideologien beschützen können. Wenn sie einem Imam über den Weg laufen, der Hass predigt, dürfen sie das nicht einfach  ignorieren, sondern müssen etwas dagegen tun.

Großbritannien London Fahrzeug rammt Moschee-Besucher (picture-alliance/AA/T. Salci)

Anschlag auf Muslime: Im Juni 2017 rast ein Wagen in Moschee-Besucher in London

850 Briten haben sich dem IS angeschlossen, rund die Hälfte kehrte wieder zurück. Warum radikalisieren sich Jugendliche in Großbritannien?

Es gibt viele Gründe, die individuell oder sozial sein können. Es geht aber meist um Ideologien, extremistische Propaganda, Identität und Zugehörigkeit. Auch wenn man vielleicht einfach keine Gegenargumente kennt, spielt das eine Rolle. Soziale Medien sind auch entscheidend. Da ist es in Großbritannien nicht anders als woanders. Es gibt einen Mangel an Respekt vor anderen und sehr viel Spaltung momentan. In Dialog zu treten, andere Meinungen und Sichtweisen zu hören, kann sehr viel Positives bewirken.

Was denken Sie, wie sieht die Zukunft aus? Wird dieses Erstarken von Extremisten bald wieder vorbei sein?

Wir leben in einer Zeit der Extremismen. Wenn wir uns die Weltlage ansehen, ist es sehr besorgniserregend und düster. Ich denke nicht, dass es bald besser wird. Wir müssen alles tun, um Extremismus aufzuhalten.

“Die Arbeit ist zu wichtig, um nicht gemacht zu werden”

Staaten müssen die Gleichheit, Diversität und Menschenrechte für all ihre Bürger sicherstellen. Diese Werte sind entscheidend, weil genau sie von Extremisten bedroht werden. 

Waren Sie selbst Zielscheibe von Extremisten?

Das ist ein Teil meiner Arbeit, daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Das passiert aber nur, weil Extremisten nicht wollen, dass wir tun, was wir tun. Das bedeutet für uns, dass wir weitermachen müssen. Das muss man einfach verdrängen. Diese Arbeit ist einfach zu wichtig, um nicht gemacht zu werden. Sie hat Auswirkungen auf uns alle.

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Sara Khan hat 2008 eine Frauenorganisation namens “Inspire” mitgegründet, um präventiv gegen Extremismus vorzugehen und Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen. Mit Videos versuchte die NGO beispielsweise die IS-Propaganda zu widerlegen und erreichte tausende Klicks. Vor allem versucht Khan, junge Frauen und Mütter zu erreichen und zu sensibilisieren. Die pakistanischstämmige Britin ist außerdem Autorin eines Buches über muslimische Identität und Extremismus.

Das Gespräch führte Nermin Ismail.

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Der Vatikan verliert seine Pressesprecher

Im Vatikan haben Pressesprecher Greg Burke und seine Stellvertreterin überraschend ihren Rücktritt eingereicht. “Wir denken, es ist das beste, dass der Heilige Vater zu diesem Zeitpunkt des Wandels in der vatikanischen Kommunikation komplett frei ist, ein neues Team zusammenzustellen”, twitterte Burke in Rom. Die Zeit als Vatikan-Sprecher sei “eine faszinierende Erfahrung gewesen, um das Mindeste zu sagen”, fügte er hinzu.

Papst Franziskus habe die Rücktritte angenommen und übergangsweise Alessandro Gisotti zum neuen Sprecher ernannt, teilte die vatikanische Pressestelle mit. Der Italiener Gisotti arbeitete bisher als Social-Media-Koordinator für die Kommunikationsabteilung im Vatikan. Der 44 Jahre alte studierte Politikwissenschaftler arbeitete lange bei Radio Vatikan und war dort auch stellvertretender Redaktionsleiter.

Keine offizielle Begründung

Zu den Gründen für den Personalwechsel äußerte sich der Vatikan nicht. Dem Vernehmen nach gab es innerhalb der Behörde jedoch Differenzen hinsichtlich der organisatorischen Entwicklung. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte eine ungenannte Quelle im Vatikan mit der Einschätzung, es habe strategische Differenzen gegeben. Burke und Ovejero hätten eine größere Unabhängigkeit von der Kommunikationsabteilung des Vatikans angestrebt.

Paloma Garcia Ovejero Vatikan (Getty Images/T. Fabi)

Auch sie gibt ihren Posten im Vatikan auf: Paloma Garcia Ovejero

Der US-Journalist Burke, der Mitglied der umstrittenen Gemeinschaft Opus Dei ist, hatte den Posten im Juli 2016 von dem langjährigen Vatikan-Sprecher Federico Lombardi übernommen. Der 59-Jährige war erst der zweite Laie auf dem einflussreichen Posten seit Joaquín Navarro Valls, der Sprecher von Papst Johannes Paul II. war. Zuvor hatte Burke in Rom als Korrespondent für die katholische Zeitung “National Catholic Reporter” und das Magazin “Time” sowie als Vatikanberichterstatter für den Sender Fox News gearbeitet. Im Dezember 2015 wurde er zunächst zum Vize-Chef der Vatikan-Pressestelle ernannt.

Seine ebenfalls zurückgetretene Stellvertreterin Paloma Garcia Ovejero hatte zuvor als Vatikan- und Rom-Korrespondentin für den spanischen Rundfunksender Cope gearbeitet. Sie war die erste Frau auf diesem Posten. Sie gehörte zu den wenigen weiblichen Führungskräften im Vatikan.

Umbau der Kommunikationsabteilung

Seit langem kämpft der Vatikan mit der Umstrukturierung seiner Kommunikationsabteilung, um die Medienarbeit auf die Höhe der Zeit zu bringen. Der Präfekt der übergeordneten Medienabteilung, Paolo Ruffini, erklärte, der Rücktritt geschehe auf freien Wunsch von Burke und Garcia. Um die Medienreform zu einem Abschluss zu bringen, sei ein “rascher Führungswechsel” nötig. Es stehe nun ein “schwieriger Weg” an. Weiter ins Detail ging er nicht.

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Erst vor kurzem hatte der Vatikan führende Ämter in der Kommunikationsabteilung neu besetzt. Chefredakteur aller Medien des Kirchenstaates ist nun der italienische Journalist Andrea Tornielli, der für die italienische Zeitung “La Stampa” jahrelang aus dem Vatikan berichtet hatte. Ob Tornielli, der als einer der erfahrensten italienischen Vatikan-Korrespondenten gilt, in dieser Rolle auch Sprecherfunktionen übernimmt, steht dahin.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Informationspannen, die die Pressestelle ausbügeln musste.  Papst Franziskus ist auch bekannt für Alleingänge und dafür, dass er gern frei von der Leber spricht. Mit dem Abtritt der beiden erfahrenen Journalisten muss der Vatikan nun mit einem neuen Team durch stürmische Zeiten schiffen: Derzeit steht die katholische Kirche vor allem wegen Missbrauchsskandalen in verschiedenen Ländern in der Kritik. Dem Papst selbst wird vorgeworfen, nicht genug gegen pädophile Geistliche zu tun. Und im Februar findet in Rom ein Gipfel der Bischöfe zum Thema Missbrauch und Prävention statt, von dessen Verlauf und Präsentation viel für die katholische Kirche abhängt. Zudem sieht sich die Kirchenleitung mit wachsendem Widerstand konservativer Kirchenkreise gegen innere Reformen konfrontiert.

kle/uh (afp, dpa, kna, epd, rtre)

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Nach der Wahl: Kongo unter Hochspannung

Sowohl die Opposition als auch die Regierungskoalition des scheidenden Amtsinhabers Joseph Kabila beanspruchen den Sieg für sich. Dass noch keinerlei belastbare Auszählungsergebnisse vorliegen, stört sie dabei nicht. Die Wahl im Kongo am Sonntag wurde von Gewaltausbrüchen und logistischen Problemen begleitet. Weitere Proteste werden befürchtet, spätestens dann, wenn erste Wahlergebnisse veröffentlicht werden.

Kongo hält mit zwei Jahren Verspätung historische Wahlen ab (Reuters/O. Acland)

Felix Tshisekedi bei der Stimmabgabe

Kampf um die Deutungshoheit

Reale Chancen auf einen Wahlsieg werden unter den 21 Präsidentschaftskandidaten nur dreien eingeräumt: Kabilas auch international umstrittener Wunschkandidat Emmanuel Ramazani Shadary und die Oppositionsbewerber Felix Tshisekedi und Martin Fayulu können auf einen Erfolg hoffen.

Tshisekedis Wahlkampfmanager sagte, erste Auszählungen zeigten die beiden Oppositionskandidaten Kopf an Kopf mit jeweils etwa 40 Prozent der Stimmen. Kabilas Kandidat Shadary habe nur etwa 13 Prozent erreicht. Auf welcher Basis die Zahlen ermittelt wurden, sagte Wahlkampfmanager Vital Kamerhe nicht.

Dagegen sagte Kabilas Stabschef, er sei zuversichtlich, dass Shadary gewonnen habe: “Für uns ist der Sieg sicher.” Prozentzahlen nannte er nicht.

Regierungsapparat fürchtet das Internet

Inzwischen hat die Regierung in weiten Landesteilen den Zugang zum Internet sperren lassen. In der Hauptstadt Kinshasa sind nach Angaben von Einwohnern die mobilen Internet-Verbindungen gestört. Auch aus vielen anderen Städten werden Verbindungsprobleme gemeldet. Die Internet-Sperre begann demnach, nachdem in sozialen Medien erste inoffizielle Schätzungen zum Wahlausgang kursierten.

Wahlen im Kongo (picture-alliance/AP/J. Delay)

Martin Fayulu – vom Ölmanager zum Präsidenten?

Der Zugang sei “auf Anweisung der Regierung für unbestimmte Zeit” unterbrochen worden, teilte der Internetbetreiber Global der Nachrichtenagentur AFP in Kinshasa mit. Ähnlich äußerten sich Vertreter der großen Internetunternehmen Vodacom und Airtel. Die Opposition zeigte sich beunruhigt: Sie warnte die Regierung vor Wahlbetrug. Das Team des Oppositionskandidaten Fayulu warf der Regierung vor, durch das Internet-Blackout den “überwältigenden Sieg” ihres Kandidaten verschleiern zu wollen.

Kritik von der Katholischen Kirche

Der Generalsekretär der im Kongo einflussreichen katholischen Bischofskonferenz, Donatien Nshole, bedauerte die Internet-Sperre. Bischof Abraham Djamba, der als Wahlbeobachter im Einsatz war, sagte der Deutschen Welle: “Bei Wahlen gibt es immer die Möglichkeit zu manipulieren.” Es werde alles genau beobachtet. In mehr als 500 Fällen hätten die Wahlcomputer nicht funktioniert, ergänzte Nshole. Grund dafür seien beispielsweise leere Batterien gewesen. Zudem gebe es zahlreiche Berichte, wonach Wähler von der Stimmabgabe ausgeschlossen wurden. Beobachter hatten Hunderte Unregelmäßigkeiten bei der Wahl kritisiert.

Offizielle Teilergebnisse frühestens am Neujahrstag

Die Nationale Wahlkommission will am Dienstag erste Teilergebnisse veröffentlichen. Ein vorläufiges Ergebnis der Präsidentschaftswahl soll nach Angaben der unabhängigen Wahlkommission (Céni) am 6. Januar verkündet werden.

Kongo Beni | Wahlkampf Emmanuel Ramazani Shadary (Reuters/S. Mambo)

Gesponsert von Präsident Kabila persönlich, der Wahlkampf für Ex-Innenminister Shadary

Ein umstrittener Wahlausgang könnte wie nach den Abstimmungen 2006 und 2011 zu einer Welle der Gewalt führen. Besonders prekär ist die Sicherheitslage an den Grenzen zu Ruanda, Uganda und Burundi, wo Dutzende von Milizen aktiv sind.

Knapp 39 Millionen Bürger waren in Afrikas zweitgrößtem Flächenstaat mit mehr als zweijähriger Verspätung zur Wahl eines Nachfolgers von Präsident Kabila aufgerufen. Sollte er sein Amt nach der Wahl tatsächlich aufgeben, wäre das der erste demokratische Machtwechsel in der Demokratischen Republik Kongo, seit das Land 1960 die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Belgien erlangt hatte.

qu/uh (rtr, afp, dpa, epd, kna, DW)

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Willkommen, 2019!

Den pazifischen Inseln und Neuseeland folgte die Ostküste Australiens in das neue Jahr. Geschätzt 1,5 Millionen Menschen begrüßten 2019 in Sydney mit einem riesigen Feuerwerk. Zehn Stunden vor Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit flogen im Hafen der Metropole Raketen über dem berühmten Opernhaus in die Luft. 

Die Organisatoren sprachen von den gigantischsten Neujahrsfeierlichkeiten, die es je gegeben habe, mit Kosten von umgerechnet rund 3,7 Millionen Euro. Nach Angaben der Stadt wurde eine Rekordmenge an Feuerwerkskörpern gezündet. Das Spektakel wurde mit Musik der 2018 gestorbenen Soulsängerin Aretha Franklin untermalt. Bei Einwohnern rief die Organisation der Feier auch Kritik hervor: Die Besucher in Sydney mussten sich erstmals Tickets für das Hafengelände mit der besten Sicht aufs Feuerwerk mit Preisen von bis zu 60 Dollar kaufen. 

Gleich zweimal Silvester möglich

Die Samoaner konnten auf ihren Pazifik-Inseln als erste 2019 begrüßen. Wie in den vergangenen Jahren begleitete ein großes Feuerwerk über Samoas Hauptstadt Apia die Einwohner und Touristen in dem kleinen Südsee-Inselstaat ins neue Jahr.

Eine Stunde später startete Neuseeland ins Jahr 2019.

Neuseeland Auckland New Year's Eve (Getty Images/ATEED/H. Peters)

Neuseeland – Feuerwerk über Auckland

Im Südpazifik bietet sich zudem eine besondere Möglichkeit zum Feiern: Wer gleich zwei Mal die Silvester-Korken knallen lassen will, muss von Samoa nur gut 150 Kilometer Richtung Osten, nach Amerikanisch-Samoa, fliegen. Das zum US-amerikanischen Außengebiet gehörige Eiland liegt schon jenseits der Datumsgrenze. Für dessen Einwohner beginnt das neue Jahr damit zu allerletzt.

Feiern unter Polizeischutz

In Berlin laufen derweil die letzten Vorbereitungen für Deutschlands größte Silvesterparty. Auf der zwei Kilometer langen Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule werden wieder hunderttausende Feierlustige erwartet. Nicht erlaubt für Besucher sind auf dem Gelände Feuerwerkskörper, auch Alkohol darf nicht mitgebracht werden.

Deutschland Vorbereitung für Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Auf der Bühne am Brandenburger Tor werden Stars wie DJ Bobo und Bonnie Tyler auftreten

Vielerorts in der Bundesrepublik soll ein Großaufgebot der Polizei Übergriffe wie in der Kölner Silvesternacht vor drei Jahren verhindern. Damals waren am Dom viele Frauen sexuell bedrängt und beraubt worden. Die Vorkommnisse machten weltweit Schlagzeilen.

qu/wa/uh (dpa, afp)

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Kommentar: Presse im Visier Ortegas

Es hat ihnen nicht gereicht, hunderte junger Leute zu verhaften und die sozialen Proteste im Land mit Blut und Feuer zu beenden. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega und seine Frau und Vizepräsidentin Rosario Murillo mussten noch weiter gehen. In diesen Dezembertagen stürmte die nicaraguanische Polizei die Redaktionsräume der Zeitung “Confidencial” und der Fernsehprogramme “Esta semana” und “Esta Noche”. Es war der Versuch, die Chronisten der Realität in Nicaragua zum Schweigen zu bringen, in einem Land, in dem die Freiheit der Presse seit Jahren in ernster Gefahr ist. Aber warum jetzt dieser Schlag gegen die Medien? Welchen Sinn macht es, gegen Journalisten vorzugehen und dafür auf internationaler Ebene einmütige Ablehnung zu riskieren?

Die Antwort ist, dass für ein autoritäres Regime nichts unbequemer ist als die gewissenhafte Berichterstattung über seine Exzesse, die genaue Dokumentation seiner Übergriffe. Für Tyrannen ist der Reporter der Staatsfeind Nummer eins, denn er beschreibt öffentlich und detailliert, was im Regierungspalast unter den Teppich gekehrt werden soll. Er ist der unbequeme Augenzeuge, der all das verbreitet, was niemand wissen soll.

Kubanische Bloggerin Yoani Sanchez in Brasilien Pressekonferenz (Reuters)

DW-Autorin Yoani Sánchez

Das Regime Ortega ist mit diesem weiteren Anziehen der Daumenschrauben in eine neue Phase der Repression eingetreten. In dieser Etappe konzentriert sich der Kontrollapparat darauf, die letzten Überreste von Unabhängigkeit zum Verstummen zu bringen, die der Zivilgesellschaft noch geblieben sind. Im Zentrum der Maßnahmen stehen deshalb Nichtregierungsorganisationen, Bürgerrechtsgruppen und Medien. Alles, was dazu führen könnte, dass Bürger sich zusammentun oder sich auf dem Laufenden halten könnten, soll ausgeschaltet werden. Das zumindest versucht Ortega, der ehemalige Guerillero, der zum Tyrannen mutierte. 

Umso wichtiger ist daher die Solidarität von Medien überall auf der Welt und ganz besonders in Lateinamerika. Allein eine Redaktion zu überfallen und ihr die Arbeitsmittel zu rauben heißt, mit einem Schlag tausende von Menschen blind und taub zu machen, hunderte von Kehlen am Schreien zu hindern.

Eins sollten wir nicht vergessen: In den unperfekten Demokratien Lateinamerikas, gerade in den Ländern, die immer noch autoritär regiert werden, ist es die Presse, die den Menschen eine Stimme gibt und Übergriffe der Autoritäten notiert. Die zerbrechlichen Republiken, die aus Unabhängigkeitskriegen entstanden sind, wären sehr viel vergänglicher ohne die Arbeit der Presse – ebenso wie die Freiheiten, die nach Militärdiktaturen wieder erlangt werden mussten.

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Zehntausende Briten wollen Iren werden

Vor dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union beantragen immer mehr Briten einen irischen Pass. Mit insgesamt mehr als 183.000 Anträgen habe die Zahl 2018 einen neuen Höchststand erreicht, teilte das Außenministerium in Dublin mit. Aus der Provinz Nordirland gingen demnach rund 84.850 solcher Anfragen ein, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Aus dem Rest des Vereinigten Königreichs kamen gut 98.500 Anträge – ein deutliches Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Jeder, der in Irland oder Nordirland geboren wurde oder dessen Eltern oder Großeltern aus Irland stammen, kann einen irischen Pass beantragen. Irlands Außenminister Simon Coveney zeigte sich erfreut über die jüngste Entwicklung. “Der irische Pass ist ein wertvolles Dokument”, erklärte er. 

Deal oder Chaos?

Das Vereinigte Königreich soll Ende März 2019 die Europäische Union verlassen, wie in einem Referendum im Juni 2016 mit knapper Mehrheit entschieden wurde. Unklar ist, ob es dem Parlament in London doch noch gelingt, das von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen zu verabschieden. Andernfalls kommt es zu einem “harten” Brexit, der chaotische Folgen haben dürfte.

Theresa May im Londoner Unterhaus (picture-alliance/empics)

Keine Mehrheit für den Brexit-Deal in Sicht: May hat im britischen Parlament derzeit einen schweren Stand

Auch in Deutschland war die Zahl der eingebürgerten Briten zuletzt kräftig gestiegen: Schon 2017 beantragten exakt 7493 Briten einen deutschen Pass – und damit so viele wie nie zuvor. Beim größten Teil der Antragsteller handelte es sich um Menschen, die einst vor dem NS-Regime nach Großbritannien flohen oder deren Nachkommen. Sie profitieren von einer speziellen Regelung zur Wiedereinbürgerung im Artikel 116 des Grundgesetzes. Für 2018 liegen noch keine offiziellen Zahlen vor.

wa/kle (afp, rtr, dpa, kna)

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