Месечни архиви: June 2019

670 Kilogramm Heroin an deutsch-polnischer Grenze

An der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder) schlugen die Zollfahnder zu, nach einem Hinweis niederländischer Ermittler. Der Lastwagen mit den 670 Kilogramm Heroin kam aus Kirgistan. Der Verkaufswert auf der Straße dürfte bei 40 bis 50 Millionen Euro liegen, wie ein Sprecher der Zollfahndung Berlin-Brandenburg mitteilte.

532 kleine Päckchen

Jeweils 1,3 Kilogramm Heroin waren in kleine Schalen gepackt worden. Die als türkische Süßigkeit deklarierten Päckchen steckten wiederum in kleineren Kisten. Das Rauschgift kam vermutlich aus der Region Afghanistan und sollte nach Belgien geliefert werden.

Deutschland Zollfahndung stellt 670 Kilogramm Heroin sicher (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Kartons mit einer Adresse aus Kirgistan – sie enthielten die kleinen Päckchen mit der “türkischen Süßigkeit”

“Dieser Aufgriff ragt aus allem heraus. Etwas Vergleichbares haben wir bisher nicht feststellen können”, sagte der Leiter der Zollfahndung. Der LKW war mit georgischem Kennzeichen unterwegs. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 63-jährigen Türken. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Einfuhr von Drogen in größerer Menge. Er gab an, nichts von der brisanten Ladung gewusst zu haben.

Niederländische Fahner ermittelten bereits seit längerem gegen eine türkisch-niederländische Tätergruppe. Im Mai wurden in den Niederlanden 172 Kilogramm Heroin beschlagnahmt. 

se/uh (dpa, afp)

Source Article from https://www.dw.com/de/670-kilogramm-heroin-an-deutsch-polnischer-grenze/a-49250780?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Evangelischer Gottesdienst vom 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag, am 23. Juni 2019, im Signal Iduna Park Dortmund live im DLF,10.03 –11.30 Uhr

Mit Pastorin Dr. min. Sandra Bilz und Präses Dr.h.c. Annette Kurschus.

Vertrauen ist ein Wagnis, es muss sich auf Unsichtbares verlassen, im Zusammenleben und im Glauben. Bevor die Kirchentagsbesucherinnen und –besucher nach fünf Tagen Fest und Diskussion in ihren Alltag zurückfahren, sollen sie und alle, die am Radio und über den Bildschirm mitfeiern, noch einmal erfahren, was Vertrauen stärkt. Durch berührende Texte, das gemeinsame Abendmahl und facettenreiche Musik. Timo Böcking (Piano, Musikalische Leitung), die Posaunenchöre des Deutschen Ev. Kirchentags Dortmund (Landesposaunenwart Ulrich Dieckmann), der Studierendenchor der Ev. Popakademie Witten (Chorleitung Miriam Schäfer), das Ensemble Brass Connection und die Band Timo Böcking & Friends laden zum Mitsingen bekannter Choräle und Kirchentagslieder ein.

Source Article from https://www.dw.com/de/evangelischer-gottesdienst-vom-37-deutschen-evangelischen-kirchentag-am-23-juni-2019-im-signal-iduna-park-dortmund-live-im-dlf-10-03-11-30-uhr/a-49249340?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Ende der Sanktionen gegen Russland abgelehnt

Mit Blick auf die Krim und die Ostukraine warf Merkel der russischen Regierung “sehr rechtswidriges Verhalten” gegenüber der Ukraine vor. Solange bei der Wiederherstellung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine keine Fortschritte erzielt würden, könnten “die Sanktionen nicht aufgehoben werden”, sagte Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz  mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. Die von Moskau besetzte Halbinsel Krim müsse an die Ukraine zurückgegeben werden.

 ”Auf der anderen Seite wissen wir, dass wir ohne Gespräche und ohne Kontakte die Probleme auch nicht aus der Welt ausräumen können”, fügte die Kanzlerin hinzu. Merkel hatte den ukrainischen Staatschef zuvor mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Bei einem Mittagessen sprachen die beiden neben dem Konflikt in der Ostukraine über die bilateralen Beziehungen und den Reformprozess in der Ukraine. Selenskyj strebt eine Mitgliedschaft seines Landes in der NATO und der EU an.

Selsnskyj  wandte sich an diejenigen, die eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland forderten: “Wir wollen nicht, dass unsere europäischen Partner unter diesen Sanktionen leiden, aber es ist der einzige Weg, ohne Blutvergießen zur Beendigung dieses Konflikts zu kommen.”

Wirtschaft verlangt Lockerungen

In Deutschland hatten sich zuletzt einzelne Wirtschaftsvertreter und Politiker für eine Aufhebung der Strafmaßnahmen ausgesprochen, die von der EU als Reaktion auf die russische Annexion der Krim 2014 und das russische Verhalten in der Ostukraine verhängt worden waren.

Merkel und Selenskyj stellten ein baldiges Treffen im so genannten Normandie-Format zur Ostukraine in Aussicht. “Wir stehen bereit”, sagte die Kanzlerin mit Verweis auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Im Normandie-Format vermitteln Deutschland und Frankreich zwischen Russland und der Ukraine bei der Umsetzung des Abkommens von Minsk. Die 2015 geschlossene Vereinbarung sollte den Konflikt in der Ostukraine befrieden, doch wird immer wieder gegen den Vertrag verstoßen.

Telefonisch eingeladen

Es war der erste Besuch des neuen ukrainischen Staatschefs in Deutschland. Merkel hatte Selenskyj, der neu in die Politik eingestiegen ist, in einem ersten Telefongespräch nach seinem Wahlsieg gegen den bisherigen Staatschef Petro Poroschenko im April nach Deutschland eingeladen. Der ehemalige Schauspieler und Komiker Selenskyj strebt eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO und der EU an. Seine erste Auslandsreise hatte ihn Anfang Juni nach Brüssel geführt.

uh/se (afp, rtr)

Source Article from https://www.dw.com/de/ende-der-sanktionen-gegen-russland-abgelehnt/a-49246289?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Hunderttausende im Kongo auf der Flucht

Innerhalb von zwei Wochen seien im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, in der Provinz Ituri, mindestens 300.000 Menschen vertrieben worden, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf. Die Zahl der Geflohenen basiert auf Erhebungen in 125 Orten der Region. Schießereien, Entführungen, Vergewaltigungen, Verstümmelungen und Rachemorde sind laut Angaben aus dem Konfliktgebiet an der Tagesordnung, wie UNHCR-Sprecher Babar Baloch mitteilte.

Die Menschen könnten vom UNHCR nur mangelhaft versorgt werden. Es fehlten vor allem Unterkünfte und Nahrungsmittel. Viele Flüchtende versuchten, Bunia, die Hauptstadt der Provinz Ituri, zu erreichen, würden aber von Jugendbanden der Bevölkerungsgruppen der Hema und Lendu teils daran gehindert. Andere fliehen nach diesen Angaben über den Albertsee nach Uganda. Der Gouverneur der Provinz Ituri, Jean Bamanisa Saidi, sprach sogar von bis zu 400.000 neuen Flüchtlingen.

Uralter Stammeskonflikt

In der Region war zuletzt die Gewalt zwischen Viehhaltern vom Stamm der Hema und Getreidebauern vom Stamm der Lendu wieder aufgeflammt. Allein in der vergangenen Woche wurden nach Angaben lokaler Behörden dabei mindestens 160 Menschen getötet. Zwischen den Bevölkerungsgruppen gab es zuletzt zwischen 1999 und 2007 einen großen Konflikt, dabei waren etwa 50.000 Menschen getötet worden. Seitdem beruhigte sich die Situation etwas. Hema und Lendu sind seit langem über Weiderechte und politischen Einfluss zerstritten.

Laut UN-Sprecher Baloch bilden beide Volksgruppen derzeit “Selbstverteidigungsgruppen”. Das UNHCR befürchte, dass diese Eskalation sich auf weite Teile der Provinz ausweiten könnte, fügte er hinzu.

Ebola und Masern

Gefährlich ist die aktuelle Lage auch, weil es in der Provinz schon zahlreiche Fälle der hochansteckenden Viruskrankheit Ebola gegeben hat. Wenn so viele Menschen in engen Flüchtlingslagern zusammenleben und umherziehen, können die Gesundheitsbehörden Ansteckungen kaum verhindern, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Insgesamt sind im Kongo  seit Beginn des jüngsten Ausbruchs vor etwa einem Jahr fast 2200 Menschen an Ebola erkrankt und fast 1450 von ihnen gestorben. Etwa zehn Prozent der Fälle wurden in der Provinz Ituri gemeldet, sagte ein Sprecher WHO in Genf.

Neben Ebola betrifft auch eine Masern-Epidemie den Kongo. Nach Angaben von “Ärzte ohne Grenzen” starben seit Jahresanfang mehr als 1500 Menschen an der Krankheit. Die Ansteckung mit dem Masernvirus lässt sich durch Impfung leicht vermeiden. Allerdings sei die Impfrate seht gering, beklagt “Ärzte ohne Grenzen”. Das mangelhafte Gesundheitssystem, die instabile Sicherheitslage und die marode Infrastruktur seien für die Impfteams eine enorme Herausforderung.

qu/se (dpa, afp, epd, rtr)

Source Article from https://www.dw.com/de/hunderttausende-im-kongo-auf-der-flucht/a-49248503?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Selenskyj im Kanzleramt empfangen

Der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu seinem Antrittsbesuch in Deutschland eingetroffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing den Gast mit militärischen Ehren (Artikelbild) im Berliner Kanzleramt. Beim Mittagessen wollten beide im Anschluss über die bilateralen Beziehungen, den Stand der Umsetzung des Minsker Abkommens sowie über den ukrainischen Reformprozess sprechen. Anschließend war ein Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue geplant.

Telefonisch eingeladen

Es ist der erste Besuch des neuen ukrainischen Staatschefs in Deutschland. Merkel hatte Selenskyj, der neu in die Politik eingestiegen ist, in einem ersten Telefongespräch nach seinem Wahlsieg gegen den bisherigen Staatschef Petro Poroschenko im April nach Deutschland eingeladen. Der ehemalige Schauspieler und Komiker Selenskyj strebt eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO und der EU an. Seine erste Auslandsreise hatte ihn Anfang Juni nach Brüssel geführt.

Das Abkommen von Minsk

Im sogenannten Normandie-Format vermitteln Deutschland und Frankreich zwischen Russland und der Ukraine bei der Umsetzung der Abkommen von Minsk. Die 2015 geschlossene Vereinbarung sollte den Konflikt in der Ostukraine befrieden, doch wird immer wieder gegen dessen Auflagen verstoßen. Selenskyj hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Monat ein Ende des Konflikts zu seiner ersten Priorität erklärt.

Der neue ukrainische Staatschef wird bei seinem Deutschland-Besuch auch mit Wirtschaftsvertretern zusammentreffen. So sind Gespräche mit Unternehmen des Ost-Ausschuss des Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) geplant.

ml/sti (afp, dpa)

Source Article from https://www.dw.com/de/selenskyj-im-kanzleramt-empfangen/a-49246289?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Medien: Ex-UEFA-Chef Michel Platini in Polizeigewahrsam

Der ehemalige Präsident der Europäischen Fußball-Union, Michel Platini, ist nach übereinstimmenden Medienberichten aus Frankreich festgenommen worden. Der 63-Jährige werde im Pariser Vorort Nanterre von der Anti-Korruptions-Abteiligung der Kriminalpolizei verhört, heißt es. Es bestehe der Verdacht der “aktiven und passiven Korruption” im Zuge der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Laut einem Justizbeamten, der anonym bleiben wollte, wurde auch Sophie Dion, eine frühere Beraterin des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy für den Bereich des Sports, in Polizeigewahrsam genommen.

Von der FIFA gesperrt

Platini war Ende 2015 im Zuge der FIFA-Korruptionsaffäre gemeinsam mit FIFA-Präsident Joseph Blatter von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands für acht Jahre gesperrt worden. Dabei ging es um eine ominöse Zahlung Blatters an Platini in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 – angeblich für Beraterdienste. Der Verdacht bestand, dass Blatter sich Platinis Unterstützung bei der Wiederwahl zum FIFA-Boss im selben Jahr erkauft habe. 

Das FIFA-Berufungsgericht bestätigte im Februar 2016 das Urteil gegen die beiden Spitzenfunktionäre, reduzierte die Sperre jedoch auf sechs Jahre. Platini zog vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS, der im Mai 2016 die Strafe des Franzosen auf vier Jahre herunterstufte. Platini sprach von einer “Ungerechtigkeit” und trat vom Posten des UEFA-Präsidenten zurück, den er neun Jahre lang innehatte. Bis zu seiner Sperre hatte Platini als Topfavorit auf die Nachfolge Blatters an der Spitze des Weltverbands FIFA gegolten.

In seiner Fußballerkarriere hatte Platini als Kapitän die französische Nationalmannschaft 1984 zum Europameister-Titel im eigenen Land geführt. Dreimal in Folge war er Europas “Fußballer des Jahres” und ist bis heute mit neun Treffern EM-Rekordtorschütze – neben dem Portugiesen Cristiano Ronaldo. 

sn/jst (afp, rtr, sid, dpa)

Source Article from https://www.dw.com/de/medien-ex-uefa-chef-michel-platini-in-polizeigewahrsam/a-49244353?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Altmaier auf schwieriger Mission in China

Deutschland ist eine Exportnation. Jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie hängt vom Welthandel ab, auf die gesamte deutsche Wirtschaft bezogen ist es jeder vierte Job. Daher fürchten die Unternehmen kaum etwas so sehr wie Protektionismus. Doch der nimmt rund um den Globus immer weiter zu. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schlug jüngst Alarm. In einer Umfrage gab jedes zweite deutsche Unternehmen an, seit dem letzten Jahr von Handelshemmnissen betroffen zu sein.

“Die Exporterwartungen sind so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr – auch, weil sich die Unternehmen bei ihren Auslandsaktivitäten oft mit Hemmnissen wie Zöllen oder Lokalisierungszwängen zugunsten heimischer Wettbewerber konfrontiert sehen”, warnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Es ist vor allem der Streit zwischen den USA und China, der diese Entwicklung befeuert. Seit Monaten überziehen sich die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt gegenseitig mit Straf- und Sonderzöllen.

Deutschland als Vermittler

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will dem nicht tatenlos zusehen und seine dreitägige China-Reise nutzen, um zu vermitteln. Man müsse das Gespräch suchen und Lösungen finden. “Es macht wenig Sinn, sich über Tausende Kilometer hinweg gegenseitig Schuldzuweisungen auszusprechen”, so Altmaier vor seinem Abflug in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es ist bereits seine zweite China-Visite in diesem Jahr. 

«Seidenstraßen»-Gipfel in Peking (picture-alliance/dpa/O. Geibel)

Peter Altmaier mit Chinas Voze-Premier Liu He im April in Peking

In Peking wird der Wirtschaftsminister am Mittwoch (19.06.) Vize-Premierminister Liu He, den Vorsitzenden der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, He Lifeng, Handelsminister Zhong Shan und den Minister für Industrie und Informationstechnologie, Miao Wie treffen. In Shanghai sind Gespräche mit Vertretern der deutschen Wirtschaft in China und Unternehmensbesuche geplant. An der Tongji Universität wird Altmaier an einer Diskussion über Soziale Marktwirtschaft teilnehmen.

Vorsicht ist geboten

Deeskalation, so lautet Altmaiers Mission. “Wir appellieren an alle Beteiligten, Verhandlungslösungen zu suchen und die vorhandenen multilateralen Strukturen und Instrumente zu respektieren.” Das gelte für China und die USA gleichermaßen, betont der Wirtschaftsminister, der unbedingt den Eindruck verhindern will, Deutschland wolle sich mit China gegen die Amerikaner verbünden. Hängt doch die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Auto-Importe aus Europa künftig mit höheren Abgaben zu belegen, wie ein Damoklesschwert über den deutschen Autoherstellern.

Doch wird man in Peking überhaupt auf den Gast aus Berlin hören? Die Chinesen sind auf Deutschland derzeit nicht sonderlich gut zu sprechen. Das Verhältnis ist frostig – und das nicht erst, seit in Berlin über die Beteiligung des chinesischen Technikkonzerns Huawei am deutschen 5G-Netz diskutiert wird. Die Stimmung gegenüber seinem Land habe sich deutlich verschlechtert, klagte der Chef der chinesischen Handelskammer in Deutschland, Wei Duan, kürzlich in Berlin. “Das Geschäftsklima ist das schlechteste in der bisherigen Geschichte.”

Chinesische Investoren würden in Deutschland behindert, ihr Engagement als Bedrohung dargestellt. “Wir fragen uns: Was wollen die Bundespolitiker? Wollen sie alle chinesischen Investitionen sperren? Sollen wir überhaupt noch nach Deutschland gehen? Kommen noch schlechtere Maßnahmen?”, fragte Wei Duan.

Naiv gegenüber China? Das war gestern

Pikanterweise ist Peter Altmaier für diese Entwicklung ein großes Stück mit verantwortlich. Seit einem Jahr führt der CDU-Politiker das Wirtschaftsministerium in Berlin. In dieser Zeit wurde die Außenwirtschaftsverordnung weiter verschärft. Die Prüfschwelle für ausländische Investitionen in deutsche Unternehmen wurde von 25 auf zehn Prozent abgesenkt. Die Liste der Technologien, die als “sicherheitsrelevant” einzustufen sind, wurde erheblich erweitert. Die Bundesregierung kann nun leichter ihr Veto einlegen, wenn sie strategische Investitionen und Übernahmen aus Fernost befürchtet.

Dazu kommt Altmaiers “Deutsche Industriestrategie 2030″, die bereits im Herbst endgültig auf den Weg gebracht werden soll. Als der Minister sie im Februar in Berlin vorstellte, warnte er ausdrücklich vor einem wirtschaftlichen Durchmarsch der Chinesen auf Kosten der westlichen Industrienationen. Altmaier will dagegenhalten, indem er Unternehmen, beispielsweise im Bereich der künstlichen Intelligenz, zu europäischen und nationalen Champions ausbauen will. Dafür soll es auch staatliche Beihilfen, also Geld geben.

Die Geschäfte laufen (noch) gut

In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist man davon nicht begeistert. Auf der anderen Seite wissen auch die Manager, dass im Umgang mit China Stärke gefragt ist. Die Volksrepublik war 2018 erneut Deutschlands größter Handelspartner. Das Handelsvolumen beläuft sich auf rund 200 Milliarden Euro. China ist in der gesamten Region Asien-Pazifik der wichtigste Markt für deutsche Exporte. 2018 wurden Waren im Wert von rund 93 Milliarden Euro dorthin verkauft, das war ein Zuwachs von gut acht Prozent.

Auch die Zahl deutscher Unternehmen, die in China produzieren, ist weiter gewachsen. 2016 beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in China bereits auf rund 76 Milliarden Euro. Das entspricht 6,8 Prozent der gesamten deutschen Auslandsinvestitionen. Allerdings sind ausländische Unternehmen in China weiterhin erheblichen Restriktionen unterworfen. “Wir erleben, dass die Kommunistische Partei den Anspruch auf umfassende Kontrolle aller Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche erhebt”, klagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, kürzlich in Berlin. Der Staatssektor werde weiter gestärkt, Ideologie spiele eine herausgehobene Rolle.

Gleiche Spielregeln für alle

Auch das will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Peking ansprechen. Es gehe um gleiche Rechte für Unternehmen, einen vergleichbaren Marktzugang, den Schutz geistigen Eigentums sowie den Verzicht auf staatliche Subventionen. “Über all diese Fragen spreche ich mit meinen chinesischen Kollegen und ich hoffe, dass wir auch Lösungen schrittweise näherkommen”, kündigte der Minister an, der auf seiner Reise von einer 20-köpfigen Delegation aus den Reihen der deutschen Wirtschaft begleitet wird.

Es müsse ein Fahrplan entwickelt werden, wie es in den nächsten Monaten und Jahren vorangehen solle. “Wir haben nicht endlos viel Zeit. Deshalb müssen konkrete Fortschritte bald erkennbar werden.” Das gilt auch für die angestrebte Reform der Welthandelsorganisation WTO. In diesem Punkt hat Altmaier eine besonders heikle Verhandlungsposition. Denn in einem Teil der Reformvorschläge stimmen die Deutschen mit China überein, in einem anderen aber mit den USA.

Berlin – Peking – Berlin – Washington

Darüber will der Bundeswirtschaftsminister in Kürze auch mit den Amerikanern direkt sprechen. Nach der China-Reise plant Peter Altmaier einen Besuch in den USA. Pendeldiplomatie nennt man das in politischen Kreisen. Für Deutschland steht allerdings deutlich mehr auf dem Spiel als nur die Position eines unbeteiligten Vermittlers. Altmaier kann nur hoffen, dass er in Peking und Washington Gehör findet. Sonst könnten die Deutschen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte, im Handelsstreit auch zum Spielball zwischen den Großmächten werden. 

Source Article from https://www.dw.com/de/altmaier-auf-schwieriger-mission-in-china/a-49245615?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Der spannendste Afrika Cup aller Zeiten

Noch nie war die Vorbereitung eines Afrika Cups so von Komplikationen geprägt wie dieses Mal. Zuerst legte der eigentliche Gastgeber Kamerun eine Pleite hin: Obwohl das Land der “unbezähmbaren Löwen” seit fünf Jahren als Ausrichter der Fußball-Afrikameisterschaft gesetzt war, gelang es den Organisatoren nicht, rechtzeitig vorbereitet zu sein.

Schließlich entzog der Afrikanische Fußballverband CAF Kamerun Ende November 2018 die Ausrichtung des Turniers – wegen Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben an den geplanten Spielorten. Und auch wegen der politischen Krise zwischen der Regierung und dem anglophonen Teil des Landes. Anfang Januar wurde Ägypten als Ersatz-Gastgeber bestimmt.

Kommissionen gefordert 

Anschließend reichten die Komoren, die in der Qualifikation hinter Kamerun landeten beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) eine Klage gegen die Teilnahme Kameruns ein: Nach der Ausrichtung solle dem Land auch die Teilnahme am Turnier verwehrt bleiben. Doch die Petition des Inselstaats blieb ohne Erfolg.

Anfang Juni schließlich, zwei Wochen vor Turnierbeginn, wurde Ahmad Ahmad, Präsident des Afrikanischen Fußballverbands, in seinem Pariser Hotel von der Polizei besucht, um von speziellen Anti-Korruptionsermittlern befragt zu werden. Und das direkt nach dem zweitägigen Treffen einer außerordentlichen Kommission, die eine Entscheidung über das skandalöse Rückspiel des Champions-League-Finals zwischen Espérance Sportive de Tunis (Tunesien) und Wydad Casablanca (Marokko) hatte treffen sollen. Bei dieser Partie gab es heftigen Streit zwischen beiden Teams um die Anerkennung eines Tores.

Erschöpfung vor dem Startpfiff

Aber jetzt liegt die Konzentration voll auf dem Fußball. Viele Akteure in Afrika können es kaum erwarten, dass das Turnier am 21. Juni endlich beginnt. Bis zum Finale am 19. Juli werden 24 Teams in sechs Stadien aufeinander treffen: drei in Kairo, jeweils eines in Alexandria, Ismaïlia und Suez.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird der Afrika-Cup im Sommer stattfinden. Bei Temperaturen von über 30 Grad eine echte Herausforderung für die teilnehmenden Mannschaften – und nicht die einzige, sagt Fußball-Experte Zoubaier Baya. “Die meisten Spieler, die am Afrika-Cup teilnehmen werden, haben in dieser Saison bereits über 40 Spiele bestritten. Für diejenigen, die in Europa spielen, sind es schon über 50 Spiele”, sagt der Tunesier, der ehemals beim SC Freiburg kickte und heute als Experte für Abu Dhabi Sports arbeitet. “Und jetzt sollen sie bei dieser Hitze wieder ran. Das geht nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche. Das sind doch auch nur Menschen.”

Viele Spiele 

Eine weitere Neuerung bei diesem Turnier: Erstmals werden 24 Teams an der Endrunde teilnehmen. Baya lehnt das neue System rigoros ab: “Ich bin total dagegen, weil das die Qualität senken wird”, sagt er. Genau wie bei der Europa-Meisterschaft kann sich nun auch der Gruppendritte für das Achtelfinale qualifizieren. Die Teams könnten es also im ersten Spiel noch ruhig angehen lassen, so die Kritik – nicht wie bei einem Turnier mit 16 Teams, wo es gleich zum Auftakt um alles geht.

Umgekehrt kann der neue Modus aber auch für Überraschungen sorgen. Das findet zumindest Patrick Mboma. Für den ehemaligen kamerunischen Stürmer und zweimaligen Afrika-Meister (2000, 2002) steht fest: “Früher konnten die großen Teams nach zwei Siegen ein bisschen rotieren. Heute geht das nicht mehr. Die Favoriten müssen sich nun vor den kleineren Nationen in Acht nehmen, die bis zum Ende der Gruppenphase eine Chance haben, sich für das Weiterkommen zu qualifizieren.”

Die Favoriten: Ägypten, Senegal, Marokko

Mohamed Salah bejubelt einen seiner vielen Treffer (Getty Images/K. Desouki)

Mohamed Salah bejubelt einen seiner vielen Treffer

Der Charme des Afrika-Cups ist für viele, dass man nie wirklich vorhersehen kann, was passieren wird. So schaffte es Kamerun 2017 mit einer der vermeintlich schwächsten Mannschaft seiner jüngeren Fußballgeschichte, den Pokal zu holen.

Dieses Jahr werden allerdings drei andere Länder ganz hoch gehandelt: Ägypten, Senegal und Marokko. “In Afrika kann man immer davon ausgehen, dass der Gastgeber Favorit ist”, erklärt Zoubaier Baya. “Mit Mohamed Salahhat Ägypten einen Top-Spieler, der gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist. Und das ägyptische Publikum wird selbstverständlich auch eine Rolle spielen.” Als Rekord-Sieger des Afrika-Cups hätten “Die Pharaonen” sicher nichts dagegen, auch ein achtes Mal gekrönt zu werden.

Aber auch Senegal hat starke Argumente. Dazu gehören Stars wie Innenverteidiger Kalidou Koulibaly, der sonst beim SSC Neapel spielt, und Flügelstürmer Sadio Mané vom FC Liverpool. “Auch wenn Mané in diesem Team natürlich heraus sticht, bleibt er ein Spieler, der für sein Team arbeitet. Das erhöht die Chancen für Senegal”, analysiert Baya. Und dann müsse man natürlich Marokko auf dem Zettel haben.

Die Nordafrikaner haben mit Hakim Ziyech einen hochtalentierten Spieler in ihren Reihen. Aber das ist nicht der einzige Trumpf. “Marokko hat viele erfahrene Spieler, aber in Hervé Renard vor allem einen sehr erfahrenen Trainer, der das Turnier schon zweimal mit zwei unterschiedlichen Mannschaften gewonnen hat. Das macht Marokko besonders stark.”

Außenseiterchancen

Neben diesen drei Teams gibt es eine Reihe weiterer Mannschaften mit Titel-Ambitionen. So ist zum Beispiel auch mit Titelverteidiger Kamerun zu rechnen, “auch wenn man nie wirklich weiß, wie es bei denen laufen wird”, so Patrick Mboma. “Keiner hätte darauf gewettet, dass Kamerun 2017 den Cup gewinnen würde. Und was ist passiert? 

Die “Unzähmbaren Löwen” haben gewonnen. Alle dachten, dass das Team sich für die WM 2018 qualifizieren würde – und dann sind sie krachend gescheitert. Man muss abwarten, was Trainer Clarence Seedorf für ein Team gebaut hat.”

Nigeria und Ghana könnten auch eine gewichtige Rolle bei diesem Turnier spielen, “auch wenn sie gerade nicht stabil sind”, sagt Baya. Er sieht vor allem Algerien als Geheimtipp: “Der Trainer (Djamel Belmadi, Anmerk. der Red.) ist noch jung, aber sehr kompetent. Und viele Spieler aus der algerischen Mannschaft hatten eine sehr gute Saison.

So wie Baghdad Boudjenah, der in Katar Tore wie am Fließband schießt, oder Sofiane Feghouli, der gerade mit Galatasaray das Double geholt hat”. Tunesien und der Demokratischen Republik Kongo räumen Experten ebenfalls Außenseiter-Chancen ein. 

Und eines wünschen sich dann auch alle Beteiligten. Dass die vielen Skandale endlich in den Hintergrund rücken und Afrika zeigen kann,  dass es vor allem eines zu bieten hat: Eine Menge fußballerischer Qualität.

Source Article from https://www.dw.com/de/der-spannendste-afrika-cup-aller-zeiten/a-49211479?maca=de-rss-de-all-1119-rdf