Месечни архиви: June 2019

Lima-Gruppe wirft Venezuela Foltermord vor

Nach dem Tod des Korvettenkapitäns  Rafael Acosta Arévalo werfen Staaten der Lima-Gruppe den venezolanischen Behörden Folter vor. Acosta Arévalo sei am 21. Juni von bewaffneten Männern festgenommen worden und eine Woche später mit sichtbaren Zeichen von Folter am Körper vor einem Richter erschienen, teilte der amerikanische Staatenbund mit. Am Samstag sei er in einem Krankenhaus gestorben. Die Gruppe verurteile den Mord sowie die andauernde Praxis willkürlicher Festnahmen und Folter des Maduro-Regimes an Oppositionellen. 

Zuvor hatte Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó die Foltervorwürfe erhoben. Der Korvettenkapitän sei “brutal gefoltert” worden, erklärte der selbsternannte Übergangspräsident im Onlinedienst Instagram. Er sprach von einem “abscheulichen Verbrechen”.

Der Lima-Gruppe gehören – neben der selbsternannten venezolanischen Interimsregierung um Guaidó – 13 Staaten an, die Guaidó als Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes anerkennen und Maduro jegliche Legitimität absprechen. Darunter sind Brasilien, Argentinien und Kanada. Auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, verurteilte den “kriminellen Mord” an Acosta Arévalo. 

Oppositionsführer Juan Guaidó

Oppositionsführer Juan Guaidó

Maduros Informationsminister, Jorge Rodríguez, veröffentlichte auf Twitter eine Mitteilung, wonach Maduro seinen Generalstaatsanwalt aufgefordert habe, den “bedauerlichen” Todesfall zu untersuchen. Acosta Arévalo sei unter anderem schwerer Terrorakte beschuldigt gewesen. 

Acosta Arévalo war einer von 13 Militärangehörigen, die wegen eines angeblichen Komplotts gegen den linksgerichteten Staatschef Nicolás Maduro festgenommen worden waren. Die Regierung in Caracas hatte am Mittwoch erklärt, einen Putschversuch vereitelt zu haben. Mehrere Offiziere hätten mit Unterstützung der USA, Kolumbiens und Chiles ein Attentat auf Maduro geplant. Kommunikationsminister Rodríguez warf auch Guaidó eine Verwicklung in die angeblichen Putschpläne vor. Der selbsternannte Übergangspräsident wies die Anschuldigungen zurück. 

Demonstration der Opposition Anfang Juni in Venezuela

Demonstration der Opposition Anfang Juni in Venezuela

Guaidó versucht seit Monaten, Maduro von der Macht zu verdrängen. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt. Zudem stehen vor allem arme Bevölkerungsgruppen zu Maduro. Das Land mit den größten bekannten Ölreserven der Welt ist in den vergangenen Jahren in eine tiefe Wirtschaftskrise gerutscht. Viele importierte Waren des täglichen Lebens sind kaum noch erhältlich, die Landeswährung ist völlig entwertet. 

stu/haz (dpa, afp)
 

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DFB-Elf unterliegt Spanien im Finale der U21-EM

SPANIEN - DEUTSCHLAND 2:1 (1:0)

Die Revanche ist geglückt: Spanien besiegt Deutschland in der Neuauflage der U21-EM 2017 mit 2:1 (1:0). Schon in der siebten Minute brachte Fabian die Iberer mit einem herrlichen Schlenzer in Führung und belohnte sein Team für einen starken Beginn mit über 60 Prozent Ballbesitz. Deutschland schaute in dieser Phase zu, wirkte passiv und geschockt vom frühen Rückstand.

Im zweiten Durchgang kam die deutsche Elf besser ins Spiel, dominierte die Partie und spielte sich Chancen heraus, agierte aber zu unpräzise. Dani Olmo (69.) erhöhte mitten in dieser starken Phase der DFB-Auswahl auf 2:0. Das Anschlusstor von Nadiem Amiri (88.) fiel zu spät. Luca Waldschmidt ging dieses Mal leer aus, bei seiner aussichtsreichen Chance verfehlte er in der zweiten Halbzeit das Tor nur um Zentimeter. Doch seine bisherigen sieben Turniertreffer machten ihn dennoch zum Torschützenkönig. Zum besten Spieler des Turniers wurde Fabian gewählt.

Zwei Jahre nach dem EM-Coup von 2017 verpasste die deutsche Nachwuchs-Auswahl damit vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB- Direktor Oliver Bierhoff einen weiteren Triumph. Damals hatte sich die Mannschaft von Kuntz im Finale gegen Spanien mit 1:0 durchgesetzt. Es war die vierte Finalteilnahme einer deutschen U21. 2009 und 2017 hatte die Auswahl jeweils den Titel geholt. ”Wir konnten trotzdem viel mitnehmen, obwohl wir nicht gewonnen haben. Aber die Enttäuschung ist natürlich sehr groß”, sagte Kapitän Jonathan Tah in der ARD: “Vielleicht haben wir uns in den ersten Minuten ein bisschen verunsichern lassen. Aber wir haben trotzdem bis zum Ende alles gegeben.”

Hier können Sie die Höhepunkte der Partie in unserem Liveticker nachlesen:

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ABPFIFF

90.+2. Minute: Spanien macht das geschickt, zieht das Foul, das Spiel ist oft unterbrochen und die Zeit tickt runter…für Spanien. 

90. Minute: Drei Minuten Nachspielzeit. Drei Minuten für den Ausgleich.

88. Minute: TOR AMIRI!!! Mit einem leicht abgefälschten Ball von Vallejo bringt er das deutsche Team nochmal ins Spiel zurück. 

84. Minute: Wie kompliziert machen die das heute? Waldschmidt vergibt um Zentimeter, das wäre der richtige Zeitpunkt für den Anschlusstreffer gewesen.

83. Minute: Ist nicht nötig, und dafür sieht er auch noch GELB: Torwart Sivera mit Zeitspiel.

81. Minute: Da wackelt der Kasten von Nübel: Soler trifft das Lattenkreuz. Gegenwehr: Fehlanzeige.

78. Minute: Dritter WECHSEL bei Spanien: FABIAN macht Platz für MERINO. Auch die DFB-Elf wechselt: NMECHA kommt für EGGESTEIN.

75. Minute: Fabian macht’s selbst und legt nicht auf seinen freistehenden Mitspieler. Nur deshalb steht es vermutlich noch immer nur 2:0. 

74. Minute: Waldschmidt mit dem nächsten Versuch, Sivera kann wieder nicht festhalten, doch der Ball will einfach nicht ins Tor.

72. Minute: WECHSEL bei Spanien: FORNALS darf gehen, MAYORAL kommt. Auch Deutschland wechselt: ÖZTUNALI verlässt den Platz, ihn ersetzt RICHTER.

71. Minute: In einer Phase, wo Deutschland drückt und dem Ausgleich immer näher kommt, macht Spanien den Sack vermeintlich zu. Bitter. NUNEZ sieht GELB nach einem Foul an Amiri.

69. Minute: ⚽️ TOR für Spanien! OLMO staubt ab, nachdem Nübel prallen lässt, und erhöht auf 2:0. 

64. Minute: Die deutsche Elf hat nun mehr Torschüsse auf dem Konto als die Spienier, aber es fehlt die Genauigkeit. Maxi Eggestein verhindert mit seinem guten Stellungsspiel einen gefährlichen Konte und leitet gleich den nächsten Angriff ein.

63. Minute: Doppelchance für Deuschland: Henrichs schießt Nunez ab, danach drischt Amiri drüber. Spanien bleibt ziemlich passiv. 

60. Minute: Auch Stefan Kuntz WECHSELT: NEUHAUS kommt für SEDAR. Es wird einen Tick offensiver.

57. Minute: Dem deutschen Nachwuchs fehlt die Präzision im Abschluss. Immer wieder über rechts geht es, doch kurz vor dem 16er stockt es.

55. Minute: Trainer de la Fuente reagiert mit einem WECHSEL: OYARZABAL muss gehen, SOLER kommt neu ins Spiel. 

54. Minute: Offenbar hat Kuntz die richtigen Worte gefunden, der deutsche Start der 2. Halbzeit ähnelt dem der spanischen im ersten Durchgang. Fehlt nur noch das Tor. 

52. Mintue: Waldschmidt kann’s besser. Sein Schuss geht rechts am Tor vorbei. Sieben Mal hat er in diesem Turnier schon getroffen. 

50. Minute: Der Beginn der zweiten Hälfte ist vielversprechend: Beide Teams sind hellwach aus der Kabine gekommen.

47. Minute: Amiri prüft Sivera, der lässt den Ball prallen, aber Waldschmidt kommt einen Tick zu spät. Vallejo bekommt den Fuß dazwischen. Guter Start!

46. Minute: Auf geht’s! Wiederanstoß. Deutschland in Ballbesitz. Keine Wechsel. 

ANPFIFF 2. HALBZEIT

15 Minuten Pause. Die deutsche Elf liegt im EM-Finale zurück, in der 7. Minute brachte Fabian mit einem schönen Schlenzer die Spanier in Front. Die Iberer starteten mit viel Schwung, Sicherheit und Ballbesitz in die Partie, Deutschland rannte zunächst hinterher und agierte ziemlich passiv. Das änderte sich zum Ende der 1. Halbzeit. Noch bleiben mindestens 45 Minuten.

ABPFIFF 1. HALBZEIT

45. Minute: Noch zwei Minuten bis zum Pausenpfiff. Nach einer deutschen Drangphase wäre der Ausgleich drin gewesen.

42. Minute: Öztunali zieht ab nach einer Ecke – abgefälscht, nochmal Ecke. Danach folgen noch drei weitere Ecken. Aber kein weiterer Torschuss.

41. Minute: Auch nach hinten arbeitet Öztunali und sorgt erstmal wieder für deutschen Ballbesitz. Aber zu leicht gehen die Bälle wieder verloren, Spanien wirkt einen Tick wacher, schneller, hungriger. 

36. Minute: Serdar setzt seinen Kopfball nach einem Freistoß über das Tor – keine Gefahr für Spaniens Schlussmann.

32. Minute: Waldschmidt wird im Vollsprint vom spanischen Kapitän Vallejo gefoult und bleibt liegen. Vallejo sieht die GELBE KARTE. Zumindest diskussionswürdig, denn das war mit “offener Sohle”.

28. Minute: Erste Meinungsverschiedenheit zwischen Fabian und Amiri. Amiri hatte seinen Gegner zuerst festgehalten, dann am Fuß getroffen. Schiri Jovanivic beruhigt beide und lässt die Karten stecken.  

25. Minute: Immer wieder kommt Öztunali über rechts in den Strafraum, da steht Spanien nicht so ganz sattelfest. Noch kann die DFB-Elf aber keine richtige Torchance herausspielen. 

23. Minute: Oyarzabal kommt  in Strafraumnähe zu Fall und will einen Freistoß. Hätte er auch bekommen müssen. Hat Schiri Jovanovic aber nicht (so) gesehen.

19. Minute: Die Deutschen sind jetzt erstmals längere Zeit in Ballbesitz – und in der gegnerischen Hälfte. Auch im Halbfinale gegen Rumänien lag die DFB-Elf zwischenzeitlich mit 1:2 zurück… und gewann am Ende 4:2.

17. Minute: Endlich mal ein aussichtsreicher Vorstoß: Amiri gibt den Ball von rechts in die Mitte, Dahoud verpasst aber. Den nächsten Ball holt sich die deutsche Elf  auch. Ecke. Jetzt kämpfen sich die Deutschen ins Spiel. 

14. Minute: Der deutschen Mannschaft bekommt keinen Zugriff auf den Ball. Spanien schiebt sich den Ball durch die Reihen hindurch zu. Da muss deutlich mehr kommen von der Kuntz-Elf.

11. Minute: Die deutsche U21 agiert weiter ziemlich passiv, muss den frühen Rückstand wohl erstmal verkraften. Viele Bälle gehen verloren.

7. Minute: ⚽️ TOR für Spanien! FABIAN mit dem 1:0! Schönes Tor, Fabian kommt frei zum Schuss. Keine Chance für Nübel.  

5. Minute: Verhaltener Beginn beider Teams. Der Respekt voreinander scheint hoch zu sein. Spanien mehr in Ballbesitz, Deutschland schaut erstmal zu.

1. Minute: Das Finale ist eröffnet! Spanien mit Anstoß.

ANPFIFF

20:44 Uhr: Der serbische Schiedsrichter Srdjan Jovanovic hat die Pfeife im Mund und pinke (!) Stutzen an. Gleich geht’s los!

20:43 Uhr: Und so spielt Spanien: Sivera – Martin Aguirregabiria, Unai Nunez, Vallejo, Junior Firpo – Marc Roca, Fabian Ruiz – Dani Olmo, Ceballos, Fornals – Oyarzabal.

Also unter anderem mit Vallejo, den wir von Eintracht Frankfurt kennen und Ceballos von Real Madrid, der vor zwei Jahren Spieler des Turniers wurde.

20:41 Uhr: Die Startelf für das Finale: Nübel – Klostermann, Tah, Baumgartl, Henrichs – Serdar, M. Eggestein, Dahoud – Öztunali, Waldschmidt, Amiri.

Überraschend steht Suat Serdar statt Florian Neuhaus von Beginn an auf dem Platz. Benjamin Henrichs hat die Gelbsperre abgesessen und ersetzt Maximilian Mittelstädt.

20:39 Uhr: Die Daumen drücken viele (Ex-)Kollegen aus der Bundesliga: Unter anderem wünschten Mario Götze, Philipp Lahm, Lukas Podolski, Benedikt Höwedes und Jürgen Klopp via Social Media viel Erfolg. Inzwischen trägt ein gewisser Herr Pirlo den Pokal ins Stadion.    

20:37 Uhr: Selbstvertrauen dürfte die deutsche Elf mitbringen: Sie ist seit 16 Spielen unbesiegt und hat in den letzten zwölf Spielen jeweils mindestens einmal getroffen.

20:35 Uhr: Im Stadion in Udine sind auch Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff mit dabei, sowie die DFB-Spitze Reinhard Rauball und Rainer Koch. Das dürfte zusätzliche Motivation sein für die Spieler um Kapitän Jonathan Tah, der bereits A-Nationalspieler ist, das U21-Finale vor zwei Jahren aber verletzungsbedingt verpasst hatte.

20:33 Uhr: Fünf deutsche Protagonisten von heute waren exakt vor zwei Jahren schon dabei, als die deutsche U21 den EM-Titel mit einem 1:0-Erfolg gegen Spanien gewann: Mahmoud Dahoud, Nadiem Amiri, Levin Öztunali, Waldemar Anton und natürlich Trainer Stefan Kuntz. “Ich sehe Spanien ein bisschen mehr in der Favoritenrolle”, sagte der allerdings.

20:31 Uhr: Rund 30 Grad in Udine – dem Finalort der U21-Europameisterschaft. Heiß ist es den Spielern so oder so – Deutschland ist Titelverteidiger, Spanien will Revanche für das verlorene Endspiel von 2017.

20:30 Uhr: Herzlich willkommen zum DW-Liveticker!

 

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New York feiert 50 Jahre Gay Pride

Zu Konfetti in Regenbogenfarben und der US-Nationalhymne beim Start sind Hunderttausende Menschen in New York für die Gleichberechtigung aller Liebesformen auf die Straße gegangen. 50 Jahre nach den Auseinandersetzungen in der New Yorker Christopher Street waren beim “Pride March” im Zentrum von Manhattan laut Veranstalterangaben im Vorfeld rund 150.000 Menschen aktiv dabei, gesäumt von Hunderttausenden an den Straßen. 

Den von Regenbogenfahnen und schillernden Kostümen geprägten Zug führten Mitglieder der “Gay Liberation Army” an, einer der ersten Gruppen, die für Rechte der LGBTQ-Community kämpften und zu der auch Teilnehmer des Stonewall-Aufstands 1969 zählen. LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und queere Menschen. 

Der “Pride March” markierte den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum sogenannten Stonewall-Jubiläum. Zugleich richtete New York erstmals den “WorldPride” aus, die bedeutendste Veranstaltung ihrer Art weltweit. Der US-Fernsehkanal ABC hatte eine dreistündige Live-Sondersendung angesetzt. 

Aktivisten hatten im Vorfeld die zunehmende kommerzielle Ausrichtung der Veranstaltung mit immer mehr Firmen-Paradewagen kritisiert – und deshalb am Sonntag zuvor ebenfalls in New York den “Queer Liberation March” organisiert. Dessen Schwerpunkt lag noch deutlicher auf politischen Forderungen nach Gleichberechtigung. 

Insgesamt erwarteten die Organisatoren für Veranstaltungen im “Pride”-Monat Juni in New York mehr als 4,5 Millionen Teilnehmer. Unter anderem hatten sich Madonna, Lady Gaga und Grace Jones für Auftritte angekündigt. Auch ESC-Sieger Tom Neuwirth (“Conchita Wurst”) war von den Veranstaltern eingeladen worden. “Ich glaube, wir werden die größte Pride-Feier in der Geschichte des Globus haben”, sagte der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio im Vorfeld der gigantischen Feiern. 

Am 28. Juni 1969 hatte die Polizei das Stonewall Inn gestürmt, eine Schwulenbar in der Christopher Street im New Yorker Greenwich Village. Empört darüber, dass die Behörden immer wieder gegen Schwulen-Treffpunkte vorgingen, versammelten sich hunderte Menschen vor der Bar, es kam zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei, die auch in den folgenden Tagen andauerten. Die Proteste gelten als einer der Startpunkte der Bewegung für die Rechte Homosexueller in den USA.

Ein Jahr nach dem Beginn der Proteste erinnerten Schwulenrechtsgruppen vor dem Stonewall Inn an die Ereignisse – die Geburtsstunde der Gay-Pride-Paraden. 2016 machte der damalige US-Präsident Barack Obama das Stonewall Inn zum ersten nationalen Homosexuellen-Denkmal.

stu/haz (afp, dpa)
 

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Streit in der EU um Topjobs

Man richtet sich auf eine lange Nacht ein in Brüssel. “Ich hoffe, dass es schnell geht, aber es könnte spät werden”, unkte der niederländische Premier Mark Rutte bei seiner Ankunft im Ratsgebäude. Es geht um eine Paketlösung für die Topjobs in Brüssel, und der erste Preis ist der des Kommissionspräsidenten. Er hat die meiste Macht und steuert die größte der Behörde der EU über die nächsten fünf Jahre. Zwar kann auch er nicht allein entscheiden, aber der Präsident setzt doch den politischen Ton.

Hat Timmermans wieder Chancen?

Auf dem G20-Gipfel in Osaka hatten Deutschland, Frankreich und Spanien ein Paket ausgearbeitet, dass erstaunlicherweise den bereits als chancenlos geltenden Niederländer Frans Timmermans wieder auf Platz 1 hievt. Er ist der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten im Europaparlament, wo sie allerdings nur einen geschwächten zweiten Platz einnehmen. Den Spitzenjob hatte die konservative EVP für ihren Kandidaten Manfred Weber seit Monaten für sich reklamiert. Aber ihn lehnt nicht nur Frankreichs Präsident Macron, sondern auch eine Reihe anderer Länder ab.

Frans Timmermans (picture-alliance/XinHua)

Hat plötzlich wieder Chancen: der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans

Außerdem hat er keine Mehrheit im Parlament, weil die alte große Koalition zwischen Christ- und Sozialdemokraten nicht mehr funktioniert. Letztere fühlen sich außerdem gestärkt, weil Skandinavien und Spanien inzwischen wieder sozialdemokratische Regierungen haben. Im Gegenzug dafür, dass sie auf den Kommissionspräsidenten verzichten, müsste die EVP dann entschädigt werden: Durch den Parlaments-und oder Ratspräsidenten. Außerdem bedeutet dieses Lockangebot, dass der umstrittene Prozess der Auswahl von Spitzenkandidaten im Parlament erhalten bleiben würde.

Schließlich gibt es noch einen Trostpreis mit dem Amt des Chef-Diplomaten und am Ende die Nachfolge in der EZB. All dies muss so verteilt werden, dass nicht nur die großen Parteien sondern auch Nord und Süd, Ost und West irgendwie vorkommen. Es ist kompliziert.

Deswegen wollte sich auch Rutte zu den Chancen für seinen Landsmann Frans Timmermans nicht einlassen, obwohl er konsultiert worden war. “Es ist ein bewegtes Bild”, eine Menge Namen seien noch im Spiel. Allerdings: Wenn die Timmermans-Lösung klappt, wäre es ein Sieg für die Mitte-Links Kräfte in der EU,  denn sie würden das fünfzehn Jahre dauernde Machtmonopol der Konservativen in der Kommission brechen.

Belgien EU-Sondergipfel Brüssel | Jean-Claude Juncker (Reuters/J. Geron)

Sein Job ist der wichtigste: der scheidende Kommissionspräsident Juncker

Macron will einen “kompetenten Kandidaten”

Wenn es kommt wie geplant, dann hätte der französische Präsident zumindest den Machtkampf mit Angela Merkel gewonnen. Denn er hatte die Ablehnungsfront gegen den deutschen Kandidaten Manfred Weber aufgebaut und war dessen schärfster Gegner. Es gehe ihm vor allem um “Kompetenz”, wiederholt Emmanuel Macron zu Beginn des Treffens, denn hinter der Person des neuen Kommissionspräsidenten müsse ein Programm stehen beim Klimaschutz sowie der Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Solche Kompetenz würden der Franzose Michel Barnier, die Dänin Margrethe Vestager und Frans Timmermans mitbringen. Alle haben Erfahrung als Minister und EU-Kommissare -  das größte Manko von Manfred Weber. Darüber hinaus müsse es ein geographisches Gleichgewicht geben, sagt Macron noch und man suche zwei Männer und zwei Frauen. Aber klar ist: Wenn kein Deutscher zum Zuge kommt, dann wird es auch kein Franzose, Brexit-Unterhändler Michel Barnier wäre also ebenfalls raus.

Der größte Widerstand gegen den Sozialdemokraten Timmermans aber kommt von den Visegrad-Staaten. Sie hatten vorab sogar einen Brief an Ratspräsident Tusk geschrieben und der tschechische Premier Andrej Babis sagte zum Beginn der Sitzung deutlich, dass er den Niederländer nicht “für den richtigen Mann halte, Europa zu einen”.

Allerdings braucht man zur Wahl des Kommissionspräsidenten eine Mehrheit von 21 Ländern und 75% der Bevölkerung. Wenn nur eine kleine Hand voll Osteuropäer gegen den Kandidaten sind, wäre das zu verkraften.

Belgien EU-Sondergipfel Brüssel | Angela Merkel (picture-alliance/AP/R. Pareggiani)

Noch skeptisch hinsichtlich der Erfolgschancen: Angela Merkel auf dem Gipfel in Brüssel

Merkel skeptisch

Die Bundeskanzlerin, die geholfen hatte das Kompromisspaket für die EU-Jobs in Osaka zu schnüren, zeigte sich vor den Türen in Brüssel ziemlich skeptisch über die Erfolgschancen. “Es wird keine einfache Beratung - vorsichtig gesagt”. Das Vorbereitungstreffen mit ihren konservativen Parteikollegen muss wohl schwierig gewesen sein. Ihnen fällt es extrem schwer, sich von ihrem Anspruch auf den EU-Kommissionspräsidenten und/oder das Prinzip der Spitzenkandidaten im EP zu lösen.

Aber Angela Merkel weist noch einmal darauf, dass die Konservativen eben keine Mehrheit zustande gebracht hätten für Manfred Weber, weder im Parlament noch im Rat. Ratspräsident Donald Tusk habe also eine schwierige Aufgabe vor sich, um die widerstrebenden Interessen zusammen zu bringen.

Was der Kanzlerin dabei wichtig ist: Sie will keine Blockade der beiden Institutionen, dem Rat der Regierungen und dem Parlament, die sich in einem politischen Patt über Monate neutralisieren könnten. Beide Seiten müssen also Kompromisse machen, um eine Lösung zu finden. “Es wird eine Weile dauern”, fügt Merkel hinzu. Sie wird, noch müde vom Rückflug aus Osaka, einmal mehr  ihre berühmte Durchhaltekraft in einer langen Nacht in Brüssel beweisen müssen.

 

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Sri Lanka will Todesstrafe vollstrecken

Insgesamt vier Exekutionsbefehle für wegen Drogenvergehen Verurteilte hat der Präsident des südasiatischen Inselstaates, Maithripala Sirisena, unterzeichnet und damit erstmals nach 43 Jahren wieder die Vollstreckung von Todesurteilen in die Wege geleitet. Laut Justizministerium steht vor einer möglichen Hinrichtung jedoch ein langwieriger Verwaltungsprozess. Ein Richter des Obersten Gerichtshofs müsste in jedem Einzelfall eine neue Empfehlung abgeben, ob die Todesstrafe vollstreckt werden soll oder nicht. Der verurteilte Gefangene habe zudem die Möglichkeit, beim Präsidenten ein Gnadengesuch einzureichen.

Sirisenas Ankündigung vom Mittwoch, zum Tode Verurteilte wieder durch den Strang zu richten, hatte international für scharfe Kritik gesorgt.  Die Europäische Union erklärte, der Plan widerspreche den Zusagen des Landes auf der UN-Generalversammlung im vergangenen Jahr, das Moratorium beizubehalten. In Sri Lanka war zum letzten Mal im Juli 1976 ein Mensch hingerichtet worden.

“Ein guter moralischer Charakter”

Die Regierung des Landes hat die erneute Vollstreckung der Todesstrafe bereits länger geplant. Weil der letzte Henker des Landes 2014 in den Ruhestand gegangen war, schaltete die Regierung im Februar eine Stellenanzeige für den Posten, für den laut Anforderungsprofil “mentale Stärke” und “ein guter moralischer Charakter” verlangt wurden. Auf die Stelle bewarben sich mehr als 100 Menschen. Laut lokalen Medien wurden zwei Henker eingestellt.

Am Freitag hatte ein Journalist in Sri Lanka in einer Petition verlangt, die geplanten Hinrichtungen zu stoppen, weil diese gegen Bürgerrechte verstießen. Am 2. Juli muss sich nun ein Gericht mit der Frage befassen, ob die Wiederaufnahme von Exekutionen mit der Verfassung zu vereinbaren ist.

In Sri Lanka wird bei Mord, Vergewaltigung und Drogenhandel fast immer die Todesstrafe verhängt, die dann jedoch regelmäßig in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wird.  Zurzeit befinden sich laut amtlichen Angaben 1299 Häftlinge  in Sri Lankas Gefängnissen, die zum Tode verurteilt wurden. 

qu/djo (epd, afpe)

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