Месечни архиви: February 2020

China meldet mehr als 2000 Tote durch Coronavirus

Die Gesundheitskommission in Peking teilte mit, die Zahl der Todesopfer sei seit Dienstag um 136 auf nun 2004 gestiegen. Die nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus kletterten demnach um 1749 auf 74.185 Fälle. Allein in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei kamen nach den jüngsten Angaben aus Peking 132 Tote und 1693 neue Infektionen mit der COVID-19 genannten Lungenkrankheit hinzu, die von dem Virus ausgelöst wird.

Außerhalb des chinesischen Festlands wurden bislang fünf Todesfälle und fast 1000 Infektionen mit dem Corona-Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen, 16 davon in Deutschland. In Hongkong soll nun örtlichen Medienberichten zufolge ein sechster, offiziell noch unbestätigter Todesfall dazugekommen sein. Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Mediziner, die sich seit dem Ausbruch der Krankheit mit dem Erreger infiziert haben.

Wie Staatsmedien in Peking berichteten, haben sich laut einer Studie der chinesischen Gesundheitsbehörde bislang mindestens 3000 Ärzte und Krankenhausmitarbeiter infiziert. Zuvor waren lediglich 1700 Erkrankungen bekannt gewesen. Bis Ende vergangener Woche waren mindestens sechs Helfer gestorben, wie das Staatsfernsehen CCTV berichtet hatte. Die meisten Betroffenen waren demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war.

Erste Passagiere verlassen Schiff in Japan

In Japan wurde die zweiwöchige Quarantäne, die wegen des Coronavirus über das Kreuzfahrtschiff “Diamond Princess” verhängt worden war, aufgehoben. Rund 500 Passagiere mit negativen Testergebnissen begannen in Yokohama, das Schiff zu verlassen. Nahe der Anlegestelle warteten städtische Busse sowie Taxis darauf, die Menschen fortzubringen.

Japan Coronavirus Covid-19 Kreuzfahrtschiff Diamond Princess (picture-alliance/AP Photo/Yomiuri Shimbun)

Sie stand seit Wochen unter Quarantäne: das Kreuzfahrtschiff “Diamond Princess”

Hunderte andere Passagiere dürfen das Schiff allerdings weiterhin nicht verlassen. Jeder Passagier, der Kontakt mit einem der Infizierten an Bord hatte, muss weitere 14 Tage unter Quarantäne bleiben. Zudem warten die Behörden noch aus ausstehende Testergebnisse. Auch für die gesamte Besatzung der “Diamond Princess” wurde eine zusätzliche Quarantäne angeordnet. Sie soll erst beginnen, wenn alle Passagiere von Bord sind.

542 Infizierte

Bislang wurde bei 542 der Menschen, die mit der “Diamond Princess” nach Japan gereist waren, der Erreger der Atemwegserkrankung COVID-19 diagnostiziert. Sie wurden in japanische Krankenhäuser gebracht. Das Schiff mit insgesamt 3771 Menschen an Bord war am 5. Februar von den japanischen Behörden unter Quarantäne gestellt worden.

An Bord der “Diamond Princess” waren auch mindestens acht Deutsche. Die meisten von ihnen sollen nach Angaben der Bundesregierung möglichst bald heimkehren können. “Wir bemühen uns intensiv darum, den nicht erkrankten und ausreisewilligen deutschen Passagieren der ‘Diamond Princess’ eine baldige Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen”, hieß es am Dienstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Bereits am Sonntag hatte das Amt allerdings mitgeteilt, zwei Deutsche hätten sich infiziert.

Die USA flogen bereits am Montag rund 300 US-Passagiere der “Diamond Princess” in ihre Heimat aus. Sie wurden dort erneut unter Quarantäne gestellt. Die 40 nachweislich infizierten US-Passagiere mussten in Krankenhäusern in Japan bleiben.

Zwei Rückkehrer aus Kambodscha

Auch von einem weiteren betroffenen Kreuzfahrtschiff, der “Westerdam” in Kambodscha durfen deutsche Passagiere nach Hause reisen. Zwei Brandenburger kehrten am Dienstag heim. Beide weisen keine Symptome auf und befinden sich in häuslicher Isolation, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Bei einer 83-jährigen US-Passagierin der “Westerdam” war bei der Weiterreise in Malaysia Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Unklar ist, wo sich die in Hongkong zugestiegene Frau angesteckt hat. Andere der 57 deutschen Passagiere des Schiffes warten in Kambodscha noch auf ihre Weiterreise.

kle/AR (dpa, afp)

 

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Ocean Viking rettet 182 Menschen

Der Notruf kam gegen 5.30 Uhr morgens. Ein völlig überfülltes Holzboot mit Flüchtlingen treibt rund 130 Kilometer vor der Küste Libyens. Als die Nachricht die “Ocean Viking” erreicht, ist sie rund 22 Seemeilen von dem in Not geratenen Boot entfernt. In ein bis zwei Stunden könne sie vor Ort sein.

Begleitung der Ocean Viking auf dem Mittelmeer Nicholas Romaniuk, Search and Rescue Coordinator
(DW/M. Soric)

Nicholas Romaniuk koordiniert die Einsätze

Nicholas Romaniuk, Einsatzleiter auf der “Ocean Viking”, ändert den Kurs. Er beschließt, sich die Lage vor Ort näher anzusehen. Schließlich gilt die Informationsquelle für diese Meldung – die NGO “Alarm Phone” – als glaubwürdig. Im Kern ist es ein Netzwerk von zivilen Aktivisten in Europa und Nordafrika. An sie wenden sich diejenigen, die auf hoher See im Mittelmeer in Not geraten. Alarm-Phone informiert dann andere NGOs – darunter auch SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen – sowie die zuständige Küstenwache.

Der Ernstfall tritt ein

Während sich die “Ocean Viking” der Gegend nähert, in dem das Flüchtlingsboot sein soll, nimmt Nicholas Romaniuk Kontakt auf mit der “European Border Force”, bekannter unter dem Namen “Frontex”. Die Organisation arbeitet im Auftrag der Europäischen Union und der so genannten Schengen-Staaten, beobachtet die Außen-Grenzen der EU. Für den Einsatzleiter auf der “Ocean Vinking” ist “Frontex” deshalb wichtig, weil sie selbst über kleine Flugzeuge oder Hubschrauber verfügt, die auch das Küstengebiet vor der Küste Libyens im Blick haben.

Bilder einer Rettung durch das Team der Ocean Viking (Anthony Jean/SOS Mediterranee)

Einsatzbereit: Das Team der Ocean Viking

Nicholas Romaniuk erhält von Frontex die genauen Koordinaten des Flüchtlingsbootes; zudem noch eine Schätzungen, wie viele sich auf dem Holz-Boot befinden sollen. Frontex spricht von 90 Menschen, die in Not geraten sind. Am Ende werden es 84 sein.

Plötzlich kommt Bewegung auf der Brücke: Nicholas Romaniuk hat bei einem Blick durch das Fernglas das Holzboot gesichtet. Er läßt die orangefarbenen Rettungsboote startklar machen. Wenige Minuten später jagen zwei Rettungsboote los, jedes mit einer 3-köpfigen Besatzung. Das Mutterschiff folgt.

Gefährliche Bergungsaktion

Schon bald erscheint das blaue Boot der Flüchtlinge am Horizont. Die Menschen an Bord winken den Helfern mit ausgestreckten Armen zu. Das Boot beginnt zu schwanken. Die wichtigste Aufgabe der Retter ist jetzt die Flüchtlinge zu beruhigen.

Bilder einer Rettung durch das Team der Ocean Viking (Anthony Jean/SOS Mediterranee)

Erfolgreich im Einsatz: Rettungsaktion durch die Ocean Viking

Tanguy, der den Einsatz der kleinen Rettungsschiffe leitet, redet beruhigend auf die Überlebenden ein: Alle würden mitgenommen, es sei auf der “Ocean Viking” genügen Raum für alle, sie würden auch nicht zurück gebracht werden nach Libyen, von wo sie am Vortag gestartet sind. In den kommenden 30 Minuten Minuten erhält jeder der Flüchtlinge eine Rettungsweste ausgehändigt. So stellen die Helfer sicher, dass selbst wenn das Boot umkippt, niemand ertrinkt. In drei Touren bringen zwei Rettungsboote die Flüchtlinge, die vor allem aus Bangladesch und aus Marokko stammen, zur “Ocean Viking”. Es sind ausschließlich Männer, darunter 21 Jugendliche unter 18 Jahren, die sich ohne Eltern oder Verwandte auf den gefährlichen Seeweg nach Europa gemacht haben. Alle Flüchtlinge bekommen einen Beutel mit neuer Kleidung, einer Decke, energiereiche Nahrung sowie Wasser zu trinken.

Erneute Alarmmeldung

Im Laufe des Tages zieht sich der Himmel über der “Ocean Viking” zu, der Wind wird stärker, die Wellen deutlich höher. Am späten Nachmittag informiert Alarm-Phone erneut Nicholas Romaniuk, dass ein Schiff in Not geraten sei, diesmal ein Schlauchboot. Die “Ocean Viking” gibt Vollgas.

Miodrag Soric auf der Ocean Viking (DW/M. Soric)

DW-Korrespondent Miodrag Soric auf der Ocean Viking

Nach einer Stunde erreicht sie die Überlebenden, die ebenfalls winken als sich die Retter nähern. Die Gefahr, dass das lange Schlauchboot umkippt, ist groß. Das Schiff ist völlig überladen und treibt wie eine Nussschale hin und her.

Tanguy hat es dieses Mal deutlich schwerer, die Überlebenden zu beruhigen. Einigen wollen sich vordrängeln, um als erste auf dem Rettungsboot Platz nehmen zu können. Am Ende werden alle 98 Menschen gerettet. Die meisten kommen aus Nigeria und Ghana, mehrere aus Senegal, Guinea, Biafra, Gambia, Mali, Togo oder Guinea Bissau. 14 der Geretteten sind Kinder oder Jugendlich unter 18 Jahren. Auch eine Frau ist unter den Überlebenden.

Die Retter auf der “Ocean Viking” bereiten sich auf weitere Aktionen vor.

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"Lola rennt" auf Hindi – Bollywood dreht Remake des deutschen Erfolgsfilms

Der deutsche Kinofilm “Lola Rennt” mit der Schauspielerin Franka Potente in der Hauptrolle bekommt ein Remake in Hindi. Unter dem Titel “Loop Lapeta” produziert der US-amerikanische Filmgigant Sony Pictures Films eine neue Fassung des erfolgreichen Klassikers von 1998. Auf Twitter verspricht Sony “eine Thriller-Komödie, die das Herz rasen lässt”.

Besetzung ist ein Glückfall

Die weibliche Hauptrolle der Lola spielt Bollywood-Star Taapsee Pannu, Tahir Raj Bhasin übernimmt die Rolle des ursprünglich von Moritz Bleibtreu verkörperten Freundes von Lola. Pannu – laut “Times of India” eine der meistbeschäftigten Schauspielerinnen Bollywoods - zeigte sich begeistert von dem Remake-Projekt: “Ich bin gierig nach guten Drehbüchern”, lässt sie ihre Fans auf Twitter wissen. “Und das ist eins!”

Bildkombo Bollywood Schauspieler Taapsee Pannu und Tahir Raj Bhasin

Schauspielerin Taapsee Pannu und ihr Schauspielkollege Tahir Raj Bhansin

“So ein Remake wie ‘Looop Lapeta’ ist eine glänzende Ergänzung unserer Produktpalette an spannenden Filmen”, sagte Vivek Krishnani, der Geschäftsführer von Sony Pictures Entertainment India dem Fachmagazin “The Hollywood Reporter”. Für ihn ist die Besetzung ein Glücksfall: “Wir sind hocherfreut über die wunderbaren Schauspieler, die bei dieser Produktion an Bord gekommen sind, um dem Drehbuch neues Leben einzuhauchen.”

Warum der Film ein Welterfolg wurde

Nach der gefeierten Premiere von “Lola rennt” bei den Filmfestspielen von Venedig 1998 hat der Actionthriller des deutschen Regisseurs Tom Tykwers mehrere internationale Preise gewonnen, u.a. beim Sundance-Festival in den USA, dem Forum des unabhängigen Films. Sieben Auszeichnungen erhielt der Film allein beim Deutschen Filmpreis – darunter die als bester Film.

Deutschland Geschichte Film Filmszene Lola rennt Flash-Galerie (X Filme)

Krasse Geschichte: Lola (Franca Potente) will ihren Freund Manni (Moritz Bleibtreu) raushauen

Tom Tykwers dritter Spielfilm, der mit über 1000 Statisten in Berlin gedreht wurde, zeigt in einem visuell kühnen Stil und mit extrem schnellen Schnittfolgen eine während des gesamten Films laufende Lola (Franka Potente), die versucht, innerhalb von 20 Minuten 100.000 DM (die deutsche Währung vor dem Euro) zu ergattern. Mit dem Geld will Lola ihren Freund Manni (Moritz Bleibtreu) retten.

Das Lebensgefühl der 1990er Jahre

Der Soundtrack treibt den Zuschauern mit hämmernden Technobeats den Schweiß auf die Stirn. Künstlerisch wurde der Thriller sowohl von der deutschen wie auch der internationalen Filmkritik sehr positiv aufgenommen. Er sei ein Meilenstein für den deutschen Film der 1990er Jahre, wie das Fachportal “filmstarts.de” schreibt: “Schnell, pulsierend, dynamisch ist der Thriller, der auf herausragende Weise das Lebensgefühl dieser Zeit einfängt.”

Deutschland Geschichte Film Filmszene Lola rennt (imago/EntertainmentPictures)

Atemberaubend: Franca Potente in “Lola rennt” (1998)

Regisseur Tom Tykwer, der auch die Musik zum Teil selbst komponiert hat, schaffe es mit “Lola rennt”, die deutsche Filmindustrie aus ihrem Schneewittchen-Schlaf zu wecken. “Damit beweist er auf dem internationalen Parkett, dass auch Filme ‘Made in Germany’ durch Originalität und Experimentierfreudigkeit glänzen können.”

Oft kopierte Stilelemente

Der Film brach auch mit traditionellen Erzählstrukturen, die bislang im deutschen Film üblich waren. Er beleuchtete ein spannendes Ereignis von wenigen Minuten aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven – und montierte es zu einer Geschichte. Tykwer verwendete darin höchst unterschiedliche filmische Elemente, darunter Videoclips sowie Zeichen- und Trickfilm. In schneller Abfolge wechselte er zwischen Farbe und Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

Tom Tykwer Berlinale Jury (Getty Images/P. Le Segretain)

International erfolgreich: Regisseur Tom Tykwer

Auch kommerziell war der Film sehr erfolgreich. Allein an den Kinokassen in den USA spielte die deutsche Produktion mehr als 7,2 Millionen US-Dollar (12,7 Millionen Euro) ein. In Deutschland wurde der Film 2013 als Bühnenstück für das Theater Regensburg adaptiert.

Die Bollywood-Version

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich das Drehbuch der Hindi-Version vom Original unterscheidet. Die Bollywood-Produktionen setzen traditionell auf viel Gefühl und eher nicht so sehr auf knappe, coole Dialoge und spannende Actionszenen. Die Dreharbeiten zu “Looop Lapeta” beginnen im April 2020 in Indien. Die weltweite Premiere ist für den 29. Januar 2021 avisiert.

Auch Erfolgsfilme aus Hollywood sind als weitere Remake-Produktionen geplant: In der indischen Version von “Forrest Gump” etwa wird der populäre Bollywood-Schauspieler Aamir Khan die Hauptrolle spielen, die in der US-Version Tom Hanks verkörperte.

hm/nf (dpa/hollywoodreporter.de)

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Russland-Sanktionen: Was soll’s?

Die “Russland-Meister” – unter diesem Titel erzählt die deutsch-russische Auslandshandelskammer auf ihrer Webseite die Geschichte von deutschen Unternehmen in Russland. Eins davon ist Phoenix Contact, ein Spezialist für Elektrotechnik. Die Produkte sorgen dafür, dass Maschinen in der Industrie auf die Millisekunde genau die richtige Menge an Strom und Daten bekommen. Das 1923 gegründete Unternehmen mit Stammsitz im nordrhein-westfälischen Blomberg hat es geschafft, dass jede fünfte Klemme, die irgendwo auf der Welt elektrische Leitungen verbindet, aus seiner Fertigung stammt.

2017 eröffnete Phoenix Contact die erste Produktion in Russland. Nicht etwa, weil man sich davon niedrigere Löhne oder ähnliches erhoffte. “Russland ist unser größter europäischer Markt außerhalb von Deutschland”, erklärt Geschäftsführer Frank Stührenberg auf einer Russland-Konferenz des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in Berlin. “Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht so, dass für unsere Kunden langfristig ein sicherer Import gegeben ist und deswegen wollen wir eine möglichst breite Palette unserer Produkte in Russland herstellen können.”

Eine lange Liste mit Verboten

Seit fast sechs Jahren sind die von der Europäischen Union gegen Russland verhängten Sanktionen wegen der Annexion der Krim und des Krieges in der Ukraine in Kraft. Jahr für Jahr wurden sie bislang erweitert und verlängert, aktuell bis Juli 2020. Die Liste der Verbote beim Im- und Export ist lang. Wer in Russland Geschäfte machen will, produziert daher am besten im Land. 4000 deutsche Unternehmen seien inzwischen vor Ort, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf der Russland-Konferenz des DIHK. Es gebe viele zusätzliche Unternehmen, die bereit wären, in Russland zu investieren. Der Dialog zwischen beiden Ländern müsse intensiviert werden – trotz der Sanktionen, die nicht weniger geworden seien.

Deutschland Russland-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Berlin (picutre-alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf der Russland-Konferenz

“Natürlich hat es Spannungen gegeben, aber richtig ist auch, dass wir zum ersten Mal seit einigen Jahren in den großen politischen Fragen wieder Hoffnung empfinden”, so der CDU-Politiker mit Blick auf das Treffen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen im Dezember und die Einigung im Streit um den russischen Gastransitdurch die Ukraine. “Der Besuch der Bundeskanzlerin in Moskau war ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir entschlossen und gewillt sind, unsere beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen auszubauen. Ich wünsche mir einen neuen Aufbruch für unsere bilateralen Beziehungen.”

Wie lange werden die Sanktionen noch bleiben?

Die Wirtschaft hört das gerne. In einer Umfrage der deutsch-russischen Auslandshandelskammer unter ihren Mitgliedsunternehmen sprechen sich 93 Prozent der Befragten für eine Abschaffung der Sanktionen aus. Die Hälfte würde die Strafmaßnahmen am liebsten sofort streichen, die andere Hälfte folgt den politischen Vorgaben und macht die Abschaffung von der Erfüllung des Minsker Abkommens abhängig.

Deutschland Russland-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Berlin (picutre-alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Der russische Handelsminister Denis Manturow (li.) mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

Zu den EU-Sanktionen äußerte sich Altmaier auf der Russland-Konferenz nicht. Die von den USA zusätzlich verhängten Sanktionen, die sich gegen den Bau der deutsch-russischen Gaspipeline Nordstream 2 richten, bedauert er. Die Pipeline sei wichtig, denn wegen des Ausstiegs aus der Atomenergie und der Kohle werde Deutschland demnächst mehr Gas brauchen als heute. Auch, um in einem zukünftigen Schritt Wasserstoff als Energieträger zu erzeugen.

Energiepolitik wird wichtiger

Die Herstellung von Wasserstoff ist sowohl mit erneuerbaren Energien als auch mit Gas möglich. Daran arbeitet bereits der russische Gaslieferant Gazprom. Wasserstoff könnte ebenfalls über die Nordstream-Pipeline nach Deutschland geliefert werden. “Ich sehe hier große Potenziale für unsere künftige Zusammenarbeit”, so Minister Altmaier, der die Einrichtung einer deutsch-russischen Arbeitsgruppe zur Energiepolitik ankündigte.

Infografik Karte Gaspipelines Europa Nord Stream DE

Darüber sprach er in Berlin auch mit dem früheren russischen Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin, der inzwischen Wirtschaftsberater von Präsident Wladimir Putin ist. Oreschkin kam etwas später zur Russland-Konferenz des DIHK, weil er vorher noch einen Termin im Kanzleramt hatte. Auch das ein Hinweis darauf, wie wichtig die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen von der Bundesregierung genommen werden.

Schnelleres Internet als in Deutschland

Über sein Gespräch mit Angela Merkel wollte Oreschkin auf der Konferenz nichts sagen. “Alles, was im Büro der deutschen Bundeskanzlerin geschieht, bleibt auch dort.” Selbstbewusst zählte er aber auf, welche Fortschritte Russlands Wirtschaft gemacht habe. Die Inflation liege bei nur zwei Prozent und es werde von staatlicher Seite viel dafür getan, um für Investoren attraktiver werden. “Das ist schon eine sehr positive Geschichte.”

Laut Oreschkin liegt der Fokus vor allem darauf, die Bürokratie abzubauen und im digitalen Bereich zu investieren. Wer einen schnellen und günstigen Internetanschluss brauche, sei in Russland herzlich willkommen. “In Moskau und vielen anderen Gebieten in Russland ist die Qualität der Internetanschlüsse schon jetzt besser als in Deutschland.”

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Iran und Deutschland tauschen Gefangene aus

Die Behörden geben sich schmallippig: Der deutsche Staatsbürger war nach den Worten von Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili wegen illegaler Foto- und Filmaufnahmen im Iran zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er habe schon “seit einiger Zeit” im Gefängnis gesessen und kam demnach am Montag frei. Inzwischen sei er in seine Heimat zurückgekehrt, hieß es aus Teheran weiter. Seinen Namen nannte die Justiz nicht. 

Zuvor hatte der Iran die Freilassung seines Staatsbürgers Ahmed Chalili aus deutscher Haft bekanntgegeben. Wie der Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, war Chalili “unter dem Vorwand, gegen die illegalen und brutalen Sanktionen der USA” verstoßen zu haben, in Deutschland festgenommen worden. Ihm soll die Abschiebung in die USA gedroht haben.

Freigelassener kehrt mit dem iranischen Außenminister nach Teheran zurück

Am Sonntag sei Chalili dann nach “intensiven diplomatischen Konsultationen” freigekommen und gemeinsam mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach Teheran geflogen. Sarif hatte am Wochenende an der internationalen Sicherheitskonferenz in München teilgenommen. Unklar blieb, wann Chalili in Deutschland festgenommen worden war. Laut iranischen Medienberichten war er ein Verantwortlicher der zivilen iranischen Luftfahrt.

Die USA hatten im Mai 2018 das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und wieder Sanktionen gegen Teheran verhängt, die sich unter anderem gegen die iranische Luftfahrtbranche richten.

Auch Gefangenenaustausch mit den USA      

Washington und Teheran, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, hatten im Dezember Gefangene ausgetauscht.

Gefangenenaustausch USA und Iran Edward McMullen und Xiyue Wang (picture-alliance/AP Photo/U.S. Embassy Switzerland)

Der freigelassene Xiyue Wang wird im Schweizerischen Zürich begrüßt

Der seit 2016 unter Spionagevorwürfen inhaftierte US-Doktorand Xiyue Wang wurde gegen den in den USA inhaftierten iranischen Forscher Massud Soleimani auf freien Fuß gesetzt. Der Iran erklärte sich daraufhin zu weiteren entsprechenden Aktionen bereit.

Prozess gegen zwei Franzosen im Iran      

Im Iran sind derzeit noch mehrere westliche Staatsbürger inhaftiert. Am 3. März soll vor dem Teheraner Revolutionsgericht der Prozess gegen zwei seit Juni inhaftierte französische Wissenschaftler beginnen, wie deren Anwalt Said Dehghan jetzt mitteilte.

France Iran Frankreich Iran Demonstration Fariba Adelkhah (picture-alliance/AP Photo/M. Euler)

Bei einer Kundgebung in Paris forderten Kollegen vor einer Woche die umgehende Freilassung der beiden Franzosen

Der französisch-iranischen Anthropologin Fariba Adelkhah wird ”Propaganda gegen das politische System” im Iran und “Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” zur Last gelegt. Ihr Kollege und Freund Roland Marchal soll sich ebenfalls wegen Verschwörung vor Gericht verantworten. Der Franzose arbeitet am selben Forschungsinstitut an der Pariser Universität Sciences Po wie Adelkhah und ist auf Konflikte in Afrika spezialisiert. Er wollte sie in Teheran besuchen und war bei seiner Einreise festgenommen worden.

se/as (afp, dpa)

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