Месечни архиви: April 2020

Mit Vitaminen gegen COVID-19

Masken tragen, Abstand halten, Hände waschen – Gebote, die derzeit rund um den Globus gelten. Vielmehr können wir nicht tun, nur warten, bis ein wirksames Medikament gegen COVID-19 gefunden oder eine Impfung entwickelt ist. Richtig? Fast.

Es gibt noch etwas, auf das es jetzt mehr den je ankommt und das keine geringere Rolle spielen sollte als gute Handhygiene. Etwas, das weder in der öffentlichen Debatte, noch im Empfehlungskatalog der Regierungen einen prominenten Platz findet: ein funktionierendes Immunsystem.

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Der Biochemiker Adrian Gombart, der am Linus Pauling Institute der Oregon State University zur Relevanz von Nährstoffen für das Immunsystem forscht, wollte an diesem Umstand etwas ändern. Gemeinsam mit Kollegen machte er sich daran, ein Review-Paper zu erstellen, das die Ergebnisse von Studien zu verschiedenen Nährstoffen und ihrem Einfluss auf das menschliche Immunsystem zusammenfasst. Erkenntnisse, die eine zusätzliche Waffe im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sein können. 

Ohne Vitamine geht nichts

“Die getroffenen Maßnahmen sind alle wichtig. Es ist aber auch wichtig, dass wir auf unseren Nährstoffstatus achten, damit unser Immunsystem überhaupt funktionieren kann”, sagt Gombart. Das sei besonders in stressigen Zeiten wie diesen wesentlich, in denen wir schnell dazu tendieren, uns mit Junkfood zu trösten. Ausreichend Nährstoffe? Interessiert uns eher weniger.

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Dabei sind Vitamin C und D oder andere Mikronährstoffe wie Zink, Eisen und Selen viel mehr als ein “nice to have”. Im ungünstigsten Fall kann ein Nährstoffmangel den Viren Tür und Tor öffnen, weil der Körper außer Stande ist, sich gegen die Eindringlinge zu verteidigen. Für Menschen, die ohnehin zu einer Risikogruppe zählen, ist die Gefahr eines schweren Krankheitsverlauf dann besonders hoch.

Dem zu Grunde liegt simple Biochemie: “Jede Zelle unseres Körper nutzt verschiedene Mikronährstoffe, um zu funktionieren”, sagt Gombart. Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Omega-Fettsäuren.

Im Gegensatz zu den Makronährstoffen wie Fett, Kohlenhydrate und Einweiß, liefern die Mikronährstoffe dem Körper keine Energie. Sie sind trotzdem essentiell für die Grundfunktionen eines Organismus. Nicht nur für den Zellstoffwechsel, sondern eben auch für das Abwehrsystem.

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Die Verteidigungslinien halten

Adrian Gombart forscht vor allem zu Vitamin D. “Vor einigen Jahren fand unsere Forschungsgruppe heraus, dass Vitamin D die Expression eines Gens reguliert, das ein antimikrobielles Peptid kodiert”, sagt er. Solche Peptide sind an den unspezifischen Abwehrmechanismen unseres Körpers beteiligt. “Vitamin D ist zudem an der Regulierung weiterer immunrelevanter Gene beteiligt.” 

Ein Mangel an Vitamin D kann im Umkehrschluss eine Lücke in die Verteidigungslinien unseres Körpers reißen. Eindringlinge haben dann leichteres Spiel. Dabei kann der menschliche Körper im Optimalfall einiges zu seiner Verteidigung aufbieten. 

Eindringende Keime müssen zuerst Haut und Schleimhäute passieren. Haben sie diese erste Verteidigungslinie überwunden, reagiert der Körper mit Phagozyten, antimikrobiellen Proteinen und Entzündungen auf die Invasoren. Diese Vorgänge gehören zu den unspezifischen Abwehrmechanismen. Hilft die Verteidigung mit der Schrotflinte nicht, muss es präziser werden.

SARS-CoV-2 lässt sich nur durch eine ganz spezifische Immunantwort bekämpfen. Lymphozyten spüren fremde Mikroorganismen und körperfremde Moleküle auf – Viren gehören dazu. Die Lymphozyten können daraufhin Antikörper produzieren und einem Scharfschützen gleich in den Kampf ziehen.

Vitamin C gegen Pathogene

Diese Vorgänge können nur dann vernünftig ablaufen, wenn der Körper gut ausgestattet ist. Mit Vitamin C zum Beispiel. “Vitamin C wird unter anderem zur Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies, auch Sauerstoffradikale genannt, benötigt. Diese Radikale sind eine weitere Waffe des Körpers im Kampf gegen Krankheitserreger.”

Vitamin C ist außerdem an der Produktion von Antikörpern beteiligt, ohne die der Körper COVID-19 nicht in Schach halten kann. Patienten, die an dem neuartigen Virus erkrankt und in intensivmedizinischer Behandlung sind, werden daher mit hohen Dosen Vitamin C behandelt, sagt Isabelle Schiffer.

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Schiffer ist Genetikerin und Altersforscherin und die wissenschaftliche Sprecherin der Stiftung “forever healthy”. Auch wenn der Name der Stiftung eher nach Wellness kling, geht es doch um richtige Wissenschaft. Wenn gerade keine Pandemie herrscht, beschäftigen sich Schiffer und ihre Kollegen mit der Frage, wie Menschen möglichst gesund möglichst alt werden können. Basis für ihre Empfehlungen sind Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Sparten.

Naturheilkunde wissenschaftlich betrachtet

Dieser ganzheitliche Ansatz schließt auch Naturheilkunde ein. Um in Zeiten von Corona “einen Beitrag zu leisten”, wie Schiffer sagt, hat sich das Team von forever healthy auf die Suche nach Heilpflanzen gemacht, deren Wirksamkeit in klinischen Studien bestätigt werden konnte.

“Wir haben festgestellt, dass es sehr wenig Wissen über pflanzliche Stoffe gibt, die eventuell helfen können, Symptome abzuschwächen oder den Verlauf einer Infektion zu mildern”, sagt Schiffer. Dabei ist es der Wissenschaftlerin wichtig zu betonen, dass die Naturheilkunde die Schulmedizin nicht ersetzen, sondern ergänzen kann. 

“Viele, die den Begriff ‘Naturheilkunde’ hören, haben sofort das Bild des Wunderheilers im Kopf, der Krebs heilen möchte. Das ist natürlich nicht das, was Naturheilkunde kann”, sagt Schiffer. Es gehe viel mehr darum, dass Immunsystem zu stärken.

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Zu den pflanzlichen Stoffen, die Schiffer und ihre Kollegen im Kampf gegen COVID-19 als möglicherweise hilfreich identifiziert haben, gehört unter anderem Holunder.”In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Holunderextrakt die Wahrscheinlichkeit einer Erkältung senkt und die Dauer von Atemwegsproblemen bei Influenza verkürzt”, sagt Schiffer.

Nahrung oder Nahrungsergänzung?

Die positive Wirkung von Holunder hat nichts mit Hokuspokus, sondern mit Biochemie zu tun: Sie enthält zahlreiche Vitamine und Spurenelemente. Sowohl Isabelle Schiffer als auch Adrian Gombart sind der Meinung, dass es zur Zeit ratsam ist, die Dosis an Vitaminen und anderen Mikronährstoffen mit Hilfe von Ergänzungsmitteln zu erhöhen. Gerade an Vitamin D mangelt es den meisten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist anderer Meinung: “Grundsätzlich versorgt eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den gesunden Körper mit allen lebensnotwendigen Stoffen”, heißt es in einer Stellungnahme. Das Institut räumt allerdings ein, dass es Ausnahmen von dieser Regel gibt. 

In Schwangerschaft und Stillzeit sei der Bedarf an Nährstoffen erhöht. Auch alte Menschen seien häufiger unterversorgt. Sie gehören in der aktuellen Situation zur Risikogruppe Nummer eins.

Es spricht vieles dafür, dass die Frage nach einem funktionierenden Immunsystem eine höhere Priorität in der politischen Debatte um die Gesundheit der Bevölkerung verdient hat. Gesunde Ernährung sollte keine Frage des Lifestyles sein, sondern eine Maßnahme zur Prävention von Krankheiten. Wie gründliches Händewaschen auch.

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EU-Chefdiplomat bestreitet Chinas Einfluss

“Als ich den Begriff ‘Kampf der Narrative’ benutzt habe, konnte ich nicht wissen, dass dies weltweit einen solchen Effekt haben würde”, sagte EU-Chefdiplomat Josep Borrell. Mit Nachdruck verteidigte vor dem Auswärtigen Ausschuss des Europaparlaments die Integrität seiner sogenannten Stratcom-Einheit, die sich mit der Verbreitung von Fake News aus Osteuropa und China befasst und der jetzt Nachgiebigkeit gegenüber politischem Druck aus Peking vorgeworfen wird. 

Der Streit geht auf einen Artikel in der “New York Times” zurück, der sich auf interne Informationen berief. Nachdem aus China Druck ausgeübt worden sei, habe der diplomatische Dienst der EU (EAAS) einen Bericht über Desinformationsaktivitäten der chinesischen Regierung verwässert und entschärft, so hieß es darin.

In der Folge sei dann ein zweiter, wesentlich gemäßigter Report veröffentlicht worden. Seitdem steht vor allem der Borrell selbst im Verdacht, der Öffentlichkeit wichtige Erkenntnisse über eine mögliche chinesische Desinformationskampagne vorenthalten zu haben.

“Schädliche Lecks”

“Was hat sich zwischen dem 16. April (erster Bericht) und dem 24. April (zweiter Bericht) verändert?”, wollte die konservative Abgeordnete Sandra Kalniete aus Lettland wissen. Und die belgische Liberale Hilde Vautmans legte nach: “Welcher chinesische Vertreter hat denn den Druck ausgeübt? Und müssen wir nicht unsere Strategie gegenüber China ändern? Die Bürger wollen wissen, wo das Virus herkam und wie es sich verbreiten konnte.”

Hilde Vautmans (DW/Doris Pundy)

Stellte Borrell unangenehme Fragen: Hilde Vautmans

Josep Borrell versuchte, die Lage zu entschärfen. Der erste, schärfere Report mit härteren Formulierungen zu China sei eine interne Fassung gewesen, erklärte er. Solche Papiere produziere jeder diplomatische Dienst der Welt, sie dienten nur der internen Kommunikation. Nur der zweite Bericht, der vom 24. April, sei für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen.

“Solche Lecks sind schädlich, so können wir nicht arbeiten”, klagte Borrell. Der EU-Außenbeauftragte räumte ein, dass sich chinesische Vertreter in der Tat über den Bericht zur Desinformation ‘Made in China’ beschwert hätten. “Sie sind nicht glücklich darüber, und sie werden auch in Zukunft (mit unseren Reports) nicht glücklich sein”, meinte er. Zugleich versicherte Borrell, er habe “keine Anordnung gegeben, etwas zu ändern”.

Braucht Europa eine neue China-Strategie?

Der politische Kurs gegenüber dem größten Handelspartner der EU ist umstritten. ”Für uns gilt immer noch die EU-China Strategie von 2016″, erklärt Borrell, wonach China ein wichtiger Partner, aber auch Konkurrent und systemrelevanter Rivale sei.

Vor allem konservative Abgeordnete wollen die Strategie ändern. “Die EU-Regierungschefs müssen darüber diskutieren, wie (China) zur Verantwortung gezogen werden kann”, verlangt zum Beispiel der Bulgare Angel Dzhambazki, die kommunistische Partei belüge die Menschen systematisch. Auch niederländische Liberale fordern, die EU müsse auf die Desinformationskampagnen deutlicher reagieren und Sanktionen verhängen. Und Sergey Lagodinski von den deutschen Grünen erinnert daran, dass auch einige EU-Regierungen, etwa in Italien oder Ungarn, das Spiel Pekings mitspielten.

“Falsche Narrative”

Seit Januar und dem Beginn der Corona-Krise ist China in noch nie gesehenem Ausmaß in den sozialen Medien aktiv, sagt Lucrezia Pogetti vom Thinktank Merics, der auf China-Beobachtung spezialisiert ist. Dabei gebe es verschiedene Strategien, wie etwa die maßlose Übertreibung chinesischer Spenden von medizinischem Material und die entsprechende “Begleitpropaganda”.

Am Beispiel Italien könne man beobachten, wie das funktioniere: China habe mit Bots Mitte März unter den Hashtags #forzaitalia und #graziechina fast die Hälfte aller Tweets in Italien generiert. Dabei wurden chinesische Spenden einer angeblichen Engherzigkeit der EU gegenüber gestellt und die Freundschaft zwischen Italien und China beschworen.

Italien Coronavirus Hinweisschild Händeschütteln (Reuters/F. Lo Scalzo)

Gemeinsamer Feind: das Coronavirus

Ein Narrativ, dass bei euroskeptischen Italienern auf Anklang stieß und auch von Außenminister Luigi Di Maio gefördert wurde. “Diese Aktivitäten sind in Italien auf fruchtbaren Boden gefallen”, sagt Pogetti, viele Medien hätten von italienischer Dankbarkeit und gegenüber China berichtet.

Laut Pogetti reagiert Peking in erster Linie defensiv und will von der Verantwortung der Corona-Epidemie ablenken. Dazu würden auch russischen Quellen genutzt, etwa “Russia Today” oder das Kreml-nahe “Global Research Institute”. Hauptsache sei, im Westen Verwirrung zu stiften, so Pogetti.

Das Narrativ, das immer wieder in den sozialen Medien auftauche, laute: “Sie können mit der Pandemie nicht umgehen. Es wird nicht aufhören, dies ist ein Test, ob Europa Widerstand leistet oder gespalten werden kann”, sagt die China-Expertin. Die Frage nach der strategischen Unabhängigkeit etwa bei medizinischem Material werde für die EU jetzt wichtiger denn je.

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Corona-Regeln in Deutschland werden leicht gelockert

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer haben sich auf weitere Lockerungen der Einschränkungen in der Coronavirus-Pandemie verständigt. Nach den Beratungen sagte Merkel in Berlin, unter Auflagen sollten Spielplätze sowie Kultureinrichtungen wie Museen, Gedenkstätten, Zoos und Botanische Gärten wieder öffnen können. Unter Auflagen, die die Religionsgemeinschaften selbst vorgeschlagen haben, sollen auch Gottesdienste bundesweit wieder möglich sein.

Die konkreten Regelungen müssen die Bundesländer umsetzen. Mehrere Länder hatten bereits vor den Beratungen mit der Kanzlerin beschlossen, Gottesdienste wieder möglich zu machen, die meisten davon ab Anfang Mai. In Sachsen und Thüringen sind religiöse Zusammenkünfte schon jetzt wieder erlaubt.

Schutzkonzept der Religionen

Bund und Länder haben das Schutzkonzept der Religionsgemeinschaften in ihre Beratungen einfließen lassen und gebilligt. Neben Hygiene- und Abstandsregeln enthält das Konzept auch die Empfehlung, auf Singen und Musik mit Blasinstrumenten zu verzichten. Bei beidem wird davon ausgegangen, dass Musizierende mehr möglicherweise infektiöse Tröpfchen ausstoßen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, nannte die Entscheidung, Gottesdienste wieder weitestgehend zu ermöglichen, “sehr erfreulich”. Damit werde die grundgesetzlich verbriefte Religionsfreiheit ein Stück weit wiederhergestellt. “Trotz der notwendigen Beschränkungen ist es immens wichtig für uns, wieder gemeinsam in der Synagoge Gottesdienste abhalten zu können. Gerade in der jetzigen Situation brauchen die Menschen Halt und Trost durch ihre Religion.”

Nächste Entscheidungen am 6. Mai

Die jüngsten Beratungen von Bund und Ländern bezeichnete Merkel als “Zwischenschritt”. Erst am 6. Mai, wenn die Runde der Regierungschefs wieder zusammenkommen will, seien die Konsequenzen der Öffnung von Geschäften vor dann 14 Tagen absehbar, erklärte sie. Merkel betonte, Ziel bleibe es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem die Zahl der schwer Erkrankten bewältigen kann.

Sollte die Kurve der Infektion wieder steiler werden, müsse das schnell erkannt werden, und man müsse dann auch bereit sein, zu reagieren, sagte Merkel und warnte, niemand solle sich in “Scheinsicherheit” wiegen. So heißt es in dem Bund-Länder-Beschluss, dass bei einer “regionalen Dynamik mit hohen Neuinfektionszahlen” sofort reagiert werden müsste. Dazu gehöre auch, dass die Beschränkungen, die vor dem 20. April – also vor der Öffnung von Geschäften – gültig waren, “vor Ort sofort wieder konsequent eingeführt werden müssten”.

Deutschland Berlin Pressekonferenz Coronavirus | Angela Merkel (Reuters/K. Nietfeld)

Bayerns Ministerpräsident Söder, Kanzlerin Merkel und Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher (v.l.n.r.)

Die registrierten Infektionszahlen stiegen am Donnerstag auf mehr als 160.000, die Zahl der Neuerkrankungen geht aber leicht zurück. Mindestens 6362 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben. Das Robert Koch-Institut empfahl eine Ausweitung der Tests auf Menschen mit leichten Symptomen.

Schulen, Kitas, Sportstätten bald wieder zugänglich?

In der Beratungsrunde am 6. Mai soll es Merkel zufolge konkret unter anderem um die Konzepte der Kultus-, Jugend- und Sportminister gehen, die sich mit der schrittweisen Öffnung von Schulen, Kitas und Sportmöglichkeiten beschäftigen. Eine Öffnung weiterer Branchen wie Gastronomie und Tourismus soll erst in der darauffolgenden Beratung diskutiert werden. Bis dahin sollen Merkel zufolge ebenfalls die zuständigen Fachminister Konzepte erarbeiten. Das Thema Sommerurlaub stehe in Zeiten, in denen in einigen europäischen Ländern noch der “totale Lockdown” herrsche, nicht auf der Tagesordnung.

Die Abstandsregeln für das öffentliche Leben bleiben übrigens vorerst bestehen. Ein konkretes Enddatum nannte Merkel am Donnerstag nicht – Kanzleramtschef Helge Braun hatte zuvor einen Zeitraum bis mindestens zum 10. Mai genannt. Bis dahin sollen Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und sich dort nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten.

Kein normales Schuljahr mehr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnte, dass angesichts der wirtschaftlichen Fragen die ethischen nicht vergessen werden dürften. Debatten darüber, wer noch wie lange leben solle, seien nicht nur unangebracht, sondern gefährlich, kritisierte der CSU-Politiker. Mit den geplanten Lockerungen gehe Deutschland einen Schritt in Richtung Normalität – aber Normalität mit Corona. “Es wird auf keinen Fall ein normales Schuljahr mehr werden.”

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sagte, es gebe eine unterschiedliche Betroffenheit in Deutschland, deswegen werde es auch unterschiedliche Regeln geben – aber in den großen Fragen wie Schule und Bildung strebe er Einigkeit an.

kle/ust (epd, rtr, dpa)

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Polens Ex-Staatschefs rufen zu Wahlboykott auf

In einem offenen Brief erklärten mehrere frühere polnische Staats- und Regierungschefs, sie würden an der für den 10. Mai geplanten Abstimmung nicht teilnehmen. Sie riefen auch die Bürger zum Boykott auf.

Bei der Abstimmung, die die nationalkonservative PiS-Regierung wegen der Coronavirus-Epidemie als reine Briefwahl abhalten will, handele es sich um eine “Pseudowahl”, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben, das der Ex-Ministerpräsident Leszek Miller per Twitter veröffentlichte. Unterzeichnet wurde es von den ehemaligen Staatspräsidenten Lech Walesa, Aleksander Kwasniewski und Bronislaw Komorowski sowie von sechs früheren Regierungschefs, die aus verschiedenen politischen Lagern stammen.

Die Opposition in Polen verlangt wegen der Corona-Epidemie und der Einschränkungen des öffentlichen Lebens eine Verlegung der Wahl. Die PiS ist dagegen. Ihr Kandidat, Amtsinhaber Andrzej Duda, kann nach jüngsten Umfragen mit mehr als 50 Prozent der Stimmen rechnen und im ersten Wahlgang gewinnen. Grund ist unter anderem, dass die Opposition wegen des Versammlungsverbots keinen Wahlkampf machen kann, wovon der Amtsinhaber profitiert – der mit Ansprachen zum Kampf gegen das Coronavirus regelmäßig in den Medien präsent ist.

Kurzfristige Änderung des Wahlrechts

Die PiS will den Wahltermin retten, indem sie die Abstimmung ausschließlich per Post abhält. Doch eine dafür nötige Änderung des Wahlrechts wird voraussichtlich erst am 6. Mai dem Parlament zur endgültigen Abstimmung vorliegen – vier Tage vor der Wahl. Zudem gibt es Zweifel daran, ob die polnische Post die logistische Aufgabe bewältigen kann, mehr als 30 Millionen Wahlunterlagen rechtzeitig zuzustellen.

Polen Coronavirus - Bürgermeisterwahlen in Aleksandrow Kujawski (picture-alliance/PAP/T. Zmijewski)

In Schutzmontur: Die Bürgermeisterwahl konnte in der Stadt Aleksandrow Kujawsk am Sonntag im Wahllokal stattfinden

In ihrem Brief kritisieren die früheren Staats- und Regierungschefs, diese Wahl sei verfassungswidrig. Sie werde weder allgemein noch gleich sein. Es gebe keine Garantie, dass alle Wähler ihre Wahlunterlagen erhalten würden und dass das Wahlgeheimnis gewährleistet bleibe. Auch bedeute eine Wahl in Zeiten der Corona-Epidemie eine Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der Bürger. “Wir werden deshalb nicht teilnehmen. Und wir hoffen, dass sich alle Kandidaten und Wähler ähnlich verhalten werden, wenn sie unsere Sorge um eine demokratische Zukunft Polens teilen.”

Die früheren Staats- und Regierungschefs schlagen vor, die Regierung solle wegen der Ausbreitung von COVID-19 den Ausnahmezustand ausrufen. Dies würde nach der Verfassung eine Verschiebung des Wahltermins um mehrere Monate bedeuten.

Zuvor hatte bereits der frühere EU-Ratschef und ehemalige polnische Ministerpräsident Donald Tusk an seine Landsleute appelliert, nicht zu wählen. Die Präsidentschaftskandidatin des größten polnischen Oppositionsbündnisses, Malgorzata Kidawa-Blonska, hatte zudem angekündigt, sie ziehe ihre Kandidatur zurück, wenn die Wahl am 10. Mai oder einem anderen Datum ausschließlich per Post abgehalten werden solle.

ust/kle (dpa, afp)

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Felix Sturm wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung ist Box-Profi Felix Sturm zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der 41-Jährige nahm das Urteil im Gerichtssaal des Landgerichts Köln regungslos auf. Sturm wurde schuldig gesprochen, dem Fiskus in den Jahren 2008 bis 2010 sowie 2013 insgesamt rund eine Million Euro vorenthalten zu haben. Freispruch erging hingegen bezüglich der Steuerhinterziehungsvorwürfen für die Jahre 2011 und 2012. Richter Marc Hoffmann hielt Sturm bei der Urteilsverkündung zugute, dass er teilgeständig gewesen sei und seine Verteidigung in dem Verfahren “gute Arbeit” geleistet habe. “Wir haben uns gefragt, ob das für eine Bewährungsstrafe reicht und kamen zu der klaren Antwort: nein”, meinte der Vorsitzende. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Doping und Körperverletzung

Außerdem wurde der Ex-Weltmeister wegen Verstoßes gegen das Anti-Dopinggesetz verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts war Sturm im Februar 2016 im Weltmeisterschaftskampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow mit dem Mittel Stanozolol gedopt. Da der Kampf somit regelwidrig geführt wurde, wurde Sturm auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt. Sturm hatte in dem Verfahren rund acht Monate in Untersuchungshaft gesessen, nachdem er im April 2019 auf der Fitnessmesse “Fibo” festgenommen worden war. Vor Heiligabend vergangenen Jahres kam Sturm gegen eine Kaution von 300 000 Euro unter Auflagen auf freien Fuß.

Sturm wurde im Januar 1979 als Adnan Catic in Leverkusen geboren. Seine Eltern stammen aus Bosnien-Herzegowina. Aus Vermarktungsgründen trat Catic als Profiboxer unter dem Künstlernamen Felix Sturm an. Er besitzt neben der deutschen auch die bosnische Staatsbürgerschaft.

asz/ml (sid, dpa)

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Was steckt hinter dem Hisbollah-Verbot?

Der militärische Arm der Hisbollah wird schon seit 2013 von der gesamten EU als Terrororganisation eingestuft. Anders als in Großbritannien und den Niederlanden durfte der zivile Arm aber bisher in Deutschland und den meisten anderen EU-Staaten aktiv sein. Jetzt hat die Bundesregierung alle Betätigungen der Organisation verboten, nachdem der Bundestag das schon im Dezember gefordert hatte.

Die Aktivitäten der Hisbollah richten sich “in elementarer Weise gegen den Gedanken der Völkerverständigung, unabhängig davon,ob sie als politische,soziale oder militärische Struktur in Erscheinung tritt”, begründet Innenminister Horst Seehofer, CSU, das Verbot. Die Organisation rufe “offen zu gewaltsamer Vernichtung des Staates Israel auf und stellt dessen Existenzrecht infrage”. Der Innenminister begründet den Schritt auch aus der historischen Verantwortung Deutschlands.

Direkte Folgen des Verbots: Das Hisbollah-Vermögen in Deutschland wird eingezogen; die Organisation darf keine Spenden mehr sammeln. Ihre Symbole dürfen nicht mehr gezeigt werden, so wie die gelbe Hisbollah-Fahne, auf der eine Faust ein Sturmgewehr in die Luft reckt.

Deutschland | Berlin | Razzien gegen Hisbollah (Reuters/H. Hanschke)

Bei bundesweiten Razzien wurden auch Moscheevereine mit Hisbollah-Verbindungen durchsucht

Die Sicherheitsbehörden rechnen der Hisbollah (arabisch für “Partei Gottes”) in Deutschland gut tausend Personen zu. Sie sollen sich vor allem in örtlichen Moscheevereinen treffen. Daher die Polizeirazzien in Moscheevereinen in Berlin, Dortmund, Bremen und Münster sowie in Privatwohnungen von mutmaßlichen Vereinsmitgliedern. Der Verfassungsschutz beobachtet die vier Vereine seit Jahren.

Der Al-Kuds-Tag

Doch warum kommen das Verbot und die Razzien gerade jetzt? Möglicherweise wollten die Behörden verhindern, dass Hisbollah-Mitglieder den jährlichen sogenannten Al-Kuds-Tagfür politische Aktionen nutzen. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. An diesem Tag wird für die “Befreiung” Jerusalems von den “zionistischen” Besatzern, also von Israel, demonstriert. Der Al-Kuds Tag fällt stets auf das Ende des Fastenmonats Ramadan, in diesem Jahr auf den 16. Mai. Die Hisbollah gilt als einer der Organisatoren der Veranstaltung, die der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1979 ins Leben gerufen hatte.

Das Verbot kommt aber nicht aus heiterem Himmel. Schon im September vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung der Bundesanwaltschaft eine Ermächtigung zur Strafverfolgung mutmaßlicher Hisbollah-Mitglieder in Deutschland erteilt. Zu einem Komplettverbot der Hisbollah wollte sie sich damals aber nicht durchringen, obwohl die USA und Israel seit langem dazu drängen.

Deutschland Archiv l Protest gegen den Israel feindlichen Al Kuds in Berlin (Imago Images/epd/C. Ditsch)

Am Al-Kuds-Tag kam es regelmäßig auch zu Gegendemonstrationen

Noch im Dezember bestritt die Bundesregierung einen Medienbericht, sie bereite ein Verbot vor. Im vergangenen Sommer hatte sie ihre Ablehnung eines Verbots noch damit begründet, es sei wichtig, weiterhin einen Dialog mit allen relevanten politischen Kräften und Parteien im Libanon zu ermöglichen. Dort ist die Hisbollah eine wichtige Stütze der Regierung und betreibt soziale Einrichtungen. “Dem würde derzeit ein Verbot von Hisbollah als Ganzes entgegenstehen”, antwortete die Regierung damals auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Deutschlands Ruf steht auf dem Spiel

Hier könnte sich die Meinung verschoben haben. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sagt jetzt: “Die Entscheidung kann auch zur Stabilisierung des Libanons und damit des Nahen Ostens beitragen.” Entscheidend dürfte aber kurz vor dem 75. Jahrestag des Kriegsendes sein, dass die Bundesregierung den Ruf loswerden will, Deutschland dulde anti-israelische Terroraktivitäten und deren Finanzierung. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion,Mathias Middelberg erklärt, anti-israelische Propaganda und eine “Finanzierung des Terrors aus Deutschland heraus darf es zukünftig nicht mehr geben”.Und der FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser stellt fest:”Deutschland war zuletzt nicht nur Rückzugsort”, sondern auch “der Hauptstandort für die kriminellen Aktivitäten der Hisbollah in Europa”.

Jürgen Hardt (picture-alliance/dpa/S. Stein)

CDU-Außenpolitiker Hardt hofft sogar auf eine Stabilisierung im Libanon durch das Hisbollah Verbot

US-Botschafter Richard Grenell hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, dass die Hisbollah jährlich Hunderte Millionen Dollar aus international eingeworbenen Geldmitteln, kriminellen Netzwerken und transnationaler Geldwäsche erhalte. Diesen Vorwurf bestätigte der libanesisch-stämmige Politologe Ralph Ghadban in einem Interview mit der Deutschen Welle Ende November: ”Deutschland ist unheimlich wichtig für die Hisbollah. Denn Deutschland ist ein Eldorado für die Geldwäsche.”

Was für Deutschland an Ansehen auf dem Spiel stand, kommt nicht zuletzt in den Reaktionen jüdischer Organisationen zum Ausdruck: “Es wurde höchste Zeit”, so Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. “Deutschland durfte und darf nicht länger einen Rückzugsraum für die Anhänger einer islamistischen Organisation bieten,die – getrieben von einem tiefen Hass auf Juden – Menschen zu Gewalt anstacheln und Terror finanzieren.”

Lob aus Israel und USA

US-Botschafter Grenell freut sich unterdessen, dass die Bundesregierung endlich das getan hat, was er seit Monaten fordert. Das Verbot sei “genau das, was überall in Europa nötig” sei.

US-Gesandter Grenell bringt Kosovo in Aufruhr (picture-alliance/AA/M. Miskov)

US-Botschafter Grenell hat schon lange ein Verbot der Hisbollah gefordert

Auch aus Israel gab es Lob für das Hisbollah-Verbot. Außenminister Israel Katz sprach am Donnerstag von einem “wertvollen und wichtigen Schritt im weltweiten Kampf gegen Terrorismus”. Katz sagte nach Angaben seines Büros weiter: “Ich möchte der deutschen Regierung meine tiefste Anerkennung für diesen Schritt aussprechen. Ich bin sicher, dass viele Regierungen im Nahen Osten sowie Tausende Opfer des Hisbollah-Terrors sich meinem Dank für diese Entscheidung anschließen.”

EU-weites Verbot unwahrscheinlich

Zentralratspräsident Schuster fordert die Bundesregierung auf, während der anstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft auf eine EU-weite Verbotsentscheidung zu drängen. Bisher lassen aber die meisten EU-Länder die Aktivitäten des politischen Arms der Hisbollah zu. Vor allem Frankreich mit seinen engen historischen Verbindungen in den Libanon setzt sich dafür ein, dass es so bleibt.

Schuster fordert nach dem Verbot sämtlicher Hisbollah-Aktivitäten, dass Deutschland nun auch den anti-israelischen Al-Kuds-Marsch verbietet. Das Zeigen von Hisbollah-Fahnen war zwar schon in den vergangenen Jahren verboten, der Marsch selbst ist aber erlaubt.

 

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Missbrauchsskandal: US-Turntrainerin Maggie Haney gesperrt

Maggie Haney darf nicht länger junge Turnerinnen schikanieren. Der amerikanische Turnverband USA Gymnasics (USAG) sperrte die Trainerin “wegen verbalen und emotionalen Missbrauchs” ihrer Schützlinge für acht Jahre. Bei einer vorherigen Anhörung hatten betroffene Turnerinnen und Eltern über das Verhalten Haneys in einem Verein in Monmouth Junction im US-Bundesstaat New Jersey berichtet. Die Trainerin soll unter anderem verlangt haben, dass verletzte junge Turnerinnen ihre Gipsverbände ablegen, um trainieren zu können. Haney wurde auch vorgeworfen, Kinder angeschrien zu haben, weil sie von deren Leistungen enttäuscht war. Ein Mädchen habe eine Panikattacke erlitten und am ganzen Körper gezittert, hieß es. Haney soll darauf mit einem Scherz über das Tourette-Syndrom reagiert haben.

Dreieinhalb Jahre bis zur Anhörung

Zur Trainingsgruppe der 42-Jährigen gehörten auch Laurie Hernandez, Team-Olympiasiegerin von Rio de Janeiro 2016 und Riley McCusker, die bei der Leichtathletik-WM 2018 in Katar mit der US-Riege Mannschafts-Gold gewonnen hatte. Hernandez hatte sich nach den Spielen in Rio von Haney getrennt und bereits im Herbst 2016 einen USAG-Funktionär auf die fragwürdigen Methoden ihrer ehemaligen Trainerin hingewiesen. Erst drei Jahre später, im Herbst 2019, leitete der Verband Untersuchungen gegen Haney ein. Bis zur ersten Anhörung verging ein weiteres halbes Jahr.

“Wie lange hat es gedauert, bis ihr den Berichten über den Missbrauch von Trainerin Maggie Haney nachgegangen seid? 3,5 Jahre, sagt ihr??”, twitterte die frühere Turnerin Rachael Denhollander Anfang April. “Vertrauen Sie der USAG, dass sie Ihnen hilft, Missbrauch zu erkennen und zu bekämpfen”, hieß es in einem Tweet des Verbands, den Denhollander als “besten Aprilscherz”, den sie “in diesem Jahr gefunden” habe bezeichnete.

Immer noch schleppende Aufklärung des Skandals

Denhollander hatte 2016 als erste Turnerin gegen Larry Nassar, den früheren Mannschafts-Arzt der US-Turnierinnen, ausgesagt und damit den bis dato größten Missbrauchs-Skandal im US-Sport losgetreten. Nassar wurde später nachgewiesen, dass er über Jahrzehnte hinweg insgesamt mehr als 250 Mädchen und Frauen sexuell missbraucht hatte. Zu seinen Opfern gehörten mit Turn-Superstar Simone Biles, Alexandra Rose “Aly” Raisman, Gabby Douglas, Jordyn Wieber und McKayla Maroney auch fünf Olympiasiegerinnen. In drei Verfahren wurde Nassar schuldig gesprochen und 2018 zu einer Strafe von bis zu 175 Jahren Haft verurteilt. 

Auch unter der neuen USAG-Präsidentin Li Li Leung, die den Verband seit März 2019 leitet, verläuft die Aufarbeitung des Skandals schleppend. Im Januar sorgte das USAG-Angebot einer Entschädigungzahlung über insgesamt 215 Millionen US Dollar für Empörung bei vielen Missbrauchs-Opfern Nassars.

Sie forderten stattdessen, dass der Skandal von unabhängiger Seite untersucht werden und der Verband alle Dokumente und Daten offenlegen solle. “Wollen sie nicht auch wissen, wie das alles geschehen konnte und wer dafür verantwortlich war, damit es nie mehr wieder passieren kann?”, fragte Fünffach-Olympiagoldmedaillen-Gewinnerin Simone Biles auf Twitter. Aly Raisman, Team-Olympiasiegerin von 2016, pflichtete ihr bei: “Das ist eine massive Vertuschung.”

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