Месечни архиви: December 2020

UN ziehen Friedenstruppen aus Darfur ab

Mit dem Ende der Mission UNAMID (United Nations Mission in Darfur) gehe die Verantwortung für den Schutz von Zivilisten an die Regierung des Sudans über, teilten die Vereinten Nationen mit. Der UN-Sicherheitsrat hatte sich erst vor gut einer Woche auf die Einstellung der Mission zum 31. Dezember 2020 geeinigt. Mit dem Abzug von Personal und Ausrüstung soll gemäß der Resolution am Freitag begonnen werden; abgeschlossen sein soll sie am 30. Juni.

Die sudanesische Übergangsregierung hatte um ein Ende der Mission gebeten, die 2007 begann. Auch die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union hatten sich für diesen Schritt ausgesprochen.

Weil die Sicherheitslage in Darfur nach wie vor als angespannt gilt, rief das Ende der Mission Kritik von Menschenrechtlern hervor. Amnesty International hatte eine Verlängerung der Mission gefordert und vor einem “Sicherheitsvakuum” gewarnt. Auch viele Bewohner der Region fürchten ein Wiederaufflammen der Gewalt nach dem UNAMID-Abzug.

Sudan | UNAMID Mission | Truppenabzug

Auch Soldaten der Afrikanischen Union waren an dem UN-Einsatz beteiligt

Zeitweilig waren 16.000 Blauhelmsoldaten in der Krisenregion stationiert. In dem Gebiet im Westen des Sudans war im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar Al-Baschir ausgebrochen, dem nach UN-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.

Al-Baschir, der den Sudan fast 30 Jahre lang mit harter Hand regierte, war im April 2019 gestürzt worden und sitzt seither im Hochsicherheitsgefängnis Kober in Khartum. Die Übergangsregierung hat zugesagt, den wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten Al-Baschir an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag auszuliefern.

Seit einigen Jahren herrscht in Darfur relative Ruhe. In den vergangenen Wochen gab es aber immer wieder Gefechte und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gruppierungen sowie zwischen arabischen Nomaden und Bauern.

qu/gri (afp, kna)

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Gibraltar tritt dem Schengen-Raum bei

Unmittelbar vor dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt haben die Regierungen in London und Madrid eine Grundsatzeinigung über die künftigen Regeln für Gibraltar erzielt. Für das britische Überseegebiet sollen die Bestimmungen des Schengen-Abkommens gelten, wie die spanische Außenministerin Arancha González Laya in Madrid bekanntgab. Damit sind Grenzübertritte ohne Passkontrolle weiterhin möglich.

Die Einigung verhindert in nahezu letzter Minute, dass die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar am Südzipfel der Iberischen Halbinsel ab dem 1. Januar 2021 zu einer undurchlässigen EU-Außengrenze wird. Stattdessen wird sich Gibraltar nun als überraschende Folge des Ausscheidens Großbritanniens aus der EU enger an Spanien und die Europäische Union binden, wie die Ministerin erklärte.

Spanien I Außenministerin I Arancha González Laya

Arancha González Laya: Spanien hat die Aufsicht über die Kontrolle an der künftigen EU-Außengrenze

Das britische Überseegebiet ist nicht Teil des Abkommens von Heiligabend zwischen der EU und Großbritannien, sondern die Gespräche liefen bilateral zwischen Madrid auf der einen sowie Großbritannien und Gibraltar auf der anderen Seite. Die Grundsatzeinigung muss noch zwischen der EU und London vereinbart werden.

In der Praxis wird sich die EU-Außengrenze an den internationalen Flughafen des Überseegebiets verlagern. Dort soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex Reisende kontrollieren. Die Aufsicht hat nach den Worten von Gonzalez Laya Spanien. Das ist ein sensibler Punkt für die Bewohner Gibraltars, denn Spanien macht Großbritannien die Souveränität über den Affenfelsen streitig.

Madrid hatte auf der Aufsicht über die Kontrollen bestanden, denn Spanien sei bei den anderen Schengen-Staaten in der Pflicht, die Außengrenze zu kontrollieren, so Gonzalez Laya. Großbritannien könne das nicht, weil es nicht zum Schengenraum gehöre – und Gibraltar auch nicht, weil es kein Staat sei.

uh/sti (afp, dpa, rtr)

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Schauspieler und Regisseur Robert Hossein ist tot

Der französische Schauspieler und Regisseur Robert Hossein ist tot. Wie die französische Nachrichtenagenuter AFP unter Berufung auf Hosseins Ehefrau berichtete, starb er nach Atemproblemen im Krankenhaus.

Hossein, der am Mittwoch 93 Jahre alt geworden war, spielte in seiner mehr als 60-jährigen Karriere in mehr als 100 Filmen und Theaterstücken. Geboren wurde er am 30. Dezember 1927 als Sohn eines iranischen Komponisten und einer russisch-orthodoxen Mutter. Geboren als Abraham Hosseinhoff, wuchs er in Armut auf und beschloss im Alter von 15 Jahren, sich dem Schauspiel zu widmen. 

Schauspieler Robert Hossein mit Michele Courdou im Film Hinter blinden Scheiben

Robert Hossein 1957 im Film “Méfiez-vous, fillettes!” – wörtlich übersetzt: “Seid auf der Hut, Mädchen!”

“Angélique”-Reihe macht ihn zum Sex-Symbol

International bekannt wurde er durch die „Angélique“-Filme in den 1960-er Jahren an der Seite von Michèle Mercier. Dank seiner Rolle als Joeffrey de Peyrac wurde er damals zum Sexsymbol. 1970 dann, zwei Jahre nach dem letzten “Angélique”-Film, zog der “Casanova der Backfische”, wie die französische Autorin Marguerite Duras ihn nannte, ins französische Reims und gründete dort sein “Volkstheater”. Seine Vision: Ein Theater, dass Lichter, Musik, klassische Texte und große Gefühle wie im Kino mischt.

Als Theaterregisseur inszenierte er unter anderem Romeo und Julia von William Shakespeare, Geschlossene Gesellschaft von Jean Paul Sartre und Les Misérables von Victor Hugo. „Er war der Prinz des Volkstheaters, seine Erfolge waren unzählig” schreibt Gilles Jacob, der ehemalige Präsident der Filmfestspiele von Cannes, auf Twitter über den Verstorbenen.

mjs/sti (mit dpa)

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Hongkonger Regierungskritiker muss wieder in Haft

Der regierungskritische Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai muss wieder ins Gefängnis. Das oberste Gericht der chinesischen Sonderverwaltungszone gab einem Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen seine Freilassung statt. Es verwies dabei auf das umstrittene Sicherheitsgesetz, das sowohl von Aktivisten in Hongkong als auch im Ausland scharf kritisiert wird.

Lai ist Eigentümer der pro-demokratischen Boulevardzeitung “Apple Daily” und gilt in Hongkong als einer der wichtigsten Kritiker der Zentralregierung in Peking. Er wurde Anfang Dezember unter dem Vorwurf des Betrugs festgenommen. Nach 20 Tagen Haft wurde er am Mittwoch vergangener Woche auf Kaution und unter strikten Auflagen freigelassen. Unter anderem musste er seinen Reisepass abgeben.

Diese Freilassung wurde nun vom obersten Gericht kassiert. Es argumentierte, dass die vorangegangene Instanz einen Artikel im neuen Sicherheitsgesetz “fehlerhaft” interpretiert haben könnte. Dieser Artikel 42 besagt, dass keine Freilassung auf Kaution möglich ist, wenn es Gründe für die Annahme gibt, dass der Beschuldigte die ihm zur Last gelegten Taten noch einmal begehen könnte.

Das im Juni verabschiedete Sicherheitsgesetz erlaubt den chinesischen Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit bedrohen. China hatte das Gesetz trotz scharfer internationaler Proteste verabschiedet. Laut Peking sollen damit Abspaltung, Subversion, Terrorismus und Einmischungen aus dem Ausland bekämpft werden.

Als Höchststrafe drohen lebenslange Haft. Das Gesetz gilt als massivster Einschnitt in die Autonomie der ehemaligen britischen Kronkolonie, die ihr bei der Übergabe an China 1997 nach dem Prinzip “Ein Land – zwei Systeme” für mindestens 50 Jahre zugesagt worden war. Viele westliche Staaten werfen China vor, Bürgerrechte in Hongkong auszuhöhlen und die Demokratie-Bewegung dort mundtot machen zu wollen.

uh/sti (afp, rtr, dpa)

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Auch China gibt jetzt ersten Impfstoff frei

Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten. Die Daten hätten gezeigt, dass der Impfstoff die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

79-prozentiger Schutz

Dem Impfstoff von Sinopharm sei eine “bedingte Zulassung” erteilt worden. In Zukunft müssten die Haltbarkeit und die Schutzwirkung der Impfimmunität kontinuierlich beobachtet werden. Sinopharm hatte mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen mehr als 79-prozentigen Schutz vor COVID-19 bietet. Diese Angabe wurde von den chinesischen Behörden bestätigt.

In China selbst gibt es neben Sinopharm mit Anhui Zhifei Longcom, Cansino, und Sinovac noch drei weitere Unternehmen, die sich in der Endphase der Impfstoff-Entwicklung befinden. Die Volksrepublik hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende des Jahres 600 Millionen Dosen auf den Markt bringen zu können. Zuletzt war in Staatsmedien auch davon die Rede, bis Mitte Februar 50 Millionen Chinesen impfen zu wollen.

Impfen mit Notfallzulassung

Obwohl es bislang keine Zulassung für die breite Öffentlichkeit gab, wird in China bereits seit dem Sommer geimpft. Laut Schätzungen wurden über Notfallzulassungen bereits weit über eine Million Menschen geimpft.

China Peking | Sinopharm Impfstoff

Chinas Impfstoff soll zu 79 Prozent vor einer Ansteckung gegen das Corona-Virus schützen

Laut der von Sinopharm angebenen Daten ist das nun zugelassene chinesische Präparat weniger wirksam als die sogenannten mRNA-Impfstoffe von BioNTech-Pfizer und Moderna, die nach Angaben der Hersteller über eine Wirksamkeit von 95 Prozent verfügen. Allerdings kann das chinesische Vakzin nach Angaben des Herstellers bei normaler Kühlschrank-Temperatur gelagert werden. Zahlreiche Staaten – vor allem in Afrika und Südamerika – haben Bestellungen für chinesische Impfstoffe aufgegeben.

Die erste Nachricht kam vor einem Jahr

An diesem Donnerstag jährt sich der Tag, an dem China die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die ersten Corona-Infektionen informierte. Die chinesischen Behörden setzten am 31. Dezember 2019 das WHO-Büro in Peking darüber in Kenntnis, dass offenbar ein neuartiges Virus bei mehreren Menschen in der Millionenmetropole Wuhan eine Atemwegserkrankung ausgelöst habe. Am 7. Januar wurde der heute als Sars-CoV-2 bekannte Erreger isoliert, am 12. Januar veröffentliche China dessen Gensequenz.

Die ersten Ansteckungen, die die WHO nachträglich als Corona-Infektionen einstufte, reichen bis zum 8. Dezember 2019 zurück. Seitdem hat sich der Erreger rasant ausgebreitet. Weltweit wurden mittlerweile rund 82 Millionen Infektionen nachgewiesen, mehr als 1,79 Millionen Infizierte starben. Die Pandemie und die Gegenmaßnahmen beeinträchtigen in aller Welt das Leben der Menschen und die Wirtschaft. In China selbst wurde das Virus mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Massentests weitgehend unter Kontrolle gebracht.

haz/AR (dpa, afp)

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