Streiks gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

Streiks bei der französischen Staatsbahn SNCF und bei den Pariser Verkehrsbetrieben sorgten am Morgen für Behinderungen im Nah- und Fernverkehr. Weil auch die Fluglotsen ihre Arbeit niedergelegt hatten, wurden Flüge gestrichen und es gab Verspätungen.

Aus Protest gegen die Pläne der sozialistischen Regierung blockierten Schüler im Großraum Paris die Zugänge zu rund 50 Gymnasien, wie eine Schülerorganisation mitteilte. Auch in anderen französischen Städten gab es Blockaden vor Schulen (Artikelbild). Nach Gewerkschaftsangaben waren landesweit rund 200 Kundgebungen geplant.



Hollande und Vals (Foto: Reuters)

Das Reformvorhaben von Präsident François Hollande (l.) und seinem Premierminister Manuel Valls war vergangene Woche vom Kabinett gebilligt worden

Ausschreitungen am Rande von Demos

Die Gewerkschaften gehen schon seit Wochen gegen die Pläne von Präsident François Hollande auf die Barrikaden, der das französische Arbeitsrecht aufweichen will. Anfang März waren mehr als 200.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Organisatoren sprachen sogar von rund 450.000 Demonstranten. Vor einer Woche kam es bei
Protesten von Schülern zu schweren Ausschreitungen.


Um die Rekordarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, wollen Hollande und sein Premierminister Manuel Valls unter anderem die 35-Stunde-Woche lockern und die Regeln für betriebsbedingte Kündigungen vereinfachen. Das stößt auch beim linken Parteiflügel ihrer eigenen Sozialistischen Partei auf Kritik.

Schafft Hollande die Trendwende?

Dieser hält die Reform für zu unternehmerfreundlich, obwohl die Regierung wegen des anhaltenden Protests ihre ursprünglichen Pläne schon abgeschwächt hat. Das Kabinett hatte die Reform vergangene Woche beschlossen. Die Nationalversammlung wird ab dem 3. Mai im Plenum über das Vorhaben beraten.


Hollande hat eine erneute Kandidatur bei der Präsidentenwahl im Frühjahr 2017 von einer Trendwende am Arbeitsmarkt abhängig gemacht. Ende Februar waren in Frankreich mehr als 3,59 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, das sind 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchststand.

uh/rb (dpa, afp)

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