Schlüsselübergabe in der Hamburger Elbphilharmonie

Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Lichter der Elbphilharmonie eingeschaltet. Auf der Fassade des gläsernen Baus am Hafen ist in riesigen Buchstaben das Wort “FERTIG” zu lesen. Rund  neuneinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung übergab der Baukonzern Hochtief das Gebäude am Montag offiziell an die Stadt. “Hamburg hat mit der Elbphilharmonie ein beeindruckendes Gebäude bekommen, dessen Architektur schon heute nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken ist”, erklärte Bürgermeister Olaf Scholz.

“Einer der besten Konzertsäle der Welt” 

Die Elbphilharmonie beherbergt nicht nur einen Konzertsaal, sondern auch ein Luxushotel und teure Eigentumswohnungen. Die Plaza der Elbphilharmonie, eine Aussichtsplattform zwischen dem  historischen Kaispeicher und dem gläsernen Neubau, wird der Öffentlichkeit am Freitag, dem 4.11.2016,  bei einem Festakt zugänglich gemacht. Dann nehmen auch Gastronomie und Hotel den Betrieb auf. Die Eröffnungskonzerte in dem neuen Konzerthaus am Hafen sind für den 11. und 12. Januar 2017 vorgesehen. Im Großen Saal hat der weltweit renommierte Akustiker Yasuhisa Toyota seine Prüfungen bereits im Sommer abgeschlossen.Obwohl bislang kein offizieller Ton darin verklungen ist, wird der Konzertsaal mit 2.150 Plätzen schon jetzt als einer der zehn Besten der Welt angekündigt.

Großer Saal Elbphilharmonie Hamburg (M. Schulz)

Der Konzertsaal wird schon jetzt in den höchsten Tönen gelobt

 
Baukosten ums Zehnfache überschritten

Nach einer schwierigen Startphase hätten alle Beteiligten einen hervorragenden Job gemacht, so Bürgermeister Scholz. Er spielte damit auf die immer wieder verschobenen Eröffnungstermin und die Baukosten an, die von ursprünglich geschätzten 77 Millionen Euro auf mehr als das Zehnfache (789 Millionen Euro) stiegen.

Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust, der von 2001 bis 2010 im Rathaus saß, nutzte die Schlüsselübergabe, um die Grundidee für das Konzerthaus noch einmal für sich zu reklamieren. Hamburg werde einen der besten Konzertsäle der Welt haben, sagte er. Allerdings hätte er sich noch mehr gefreut, “wenn das schneller und billiger geworden wäre”.

Der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, René Gögge, sieht das Konzerthaus als ein Haus für alle mitten in der Stadt: “Aus diesem Anspruch folgen zahlreiche günstige Tickets für Konzerte, intensive Arbeit von Orchestern mit Kindern und Jugendlichen sowie Formate, die neue Zielgruppen ansprechen werden.”

suc/uh  (dpa, NDR)

 

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