Vermutlich noch mehr Tote nach Hochhausbrand

Nach dem Hochhausbrand in London könnte die Zahl der Todesopfer weiter steigen. Bislang waren die Behörden auf Basis von Vermisstenmeldungen von mindestens 58 Toten ausgegangen. Die Polizei kündigte an, im Laufe des Tages neue Angaben zu machen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Über die Zahl wolle man jetzt aber noch nicht spekulieren. Außerdem könnten einige der Toten womöglich nie identifiziert werden, weil sie so schwer verbrannt seien, sagte Stuart Cundy von Scotland Yard. Die Polizei veröffentlichte Fotos aus dem Innern des ausgebrannten Gebäudes, die das Ausmaß der Katastrophe zeigen.

Nach dem Hochhausbrand in London (Reuters)

Die Polizei veröffentliche Bilder aus dem Innern des ausgebrannten Hochhauses. Hier die Fahrstühle

Schweigeminute für die Opfer

Der Brand des Grenfell Tower im Stadtteil Kensington stimmt die Briten auf ihrer Suche nach Antworten ernst und nachdenklich. Am Vormittag um 11.00 Uhr Ortszeit wollen sie mit einer Schweigeminute der Opfer der Brandkatastrophe gedenken. Dann soll in allen öffentlichen Gebäuden Stille herrschen. Noch immer sind 18 Verletzte im Krankenhaus, neun von ihnen in kritischem Zustand.

Der Blick in der britischen Hauptstadt richtet sich auf die Klärung der Ursachen und mögliche Lehren für die Zukunft. So geht Schatzkanzler Philip Hammond davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist. Bei der strafrechtlichen Untersuchung des Unglücks solle nun geprüft werden, ob es bei der Renovierung des Wohnhochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte der Tory-Politiker im BBC-Fernsehen.

Nach dem Hochhausbrand in London (Reuters)

Möglicherweise war die brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten

Khan bringt drastische Maßnahmen ins Gespräch

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan brachte derweil den Abriss von veralteten Gebäuden ins Gespräch. Viele Hochhäuser aus den 60er und 70er Jahren entsprächen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen waren nach dem Brand des Hochhauses im Stadtteil Kensington in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. Zudem habe es im Grenfell Tower keine angemessenen Fluchtwege gegeben.

cr/ml (dpa, rtr)

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