Taktikspiel "Azul" ist "Spiel des Jahres 2018"

Der Spielname “Azul” leitet sich von dem portugiesischen Wort “Azulejo” ab, das für die landestypischen bunt bemalten Keramikfliesen steht. Das Taktikspiel enthält insgesamt hundert kleine Mosaikkacheln aus Kunstharz. Mit ihnen sollen die Spieler den Palast des bedeutenden portugiesischen Königs Manuel I. gestalten. Hierfür brauchen sie mal viele Fliesen einer Sorte, dann wieder wenige zur Erweiterung des Musters. Wer sich verspekuliert, büßt Punkte ein. 

Das Material sei ein Genuss, schreibt die Jury in ihrer Begründung. “Azul” vereine vermeintliche Gegensätze: “Die fast schon nüchterne Funktionalität des Spielbretts ist ein gelungener Kontrast zur wunderbaren Ästhetik des entstehenden Mosaiks.” Dem Autor Michael Kiesling sei die Meisterleistung gelungen, einem einfachen Auswahlmechanismus so viel Tiefgang zu verleihen, dass dieser einen nahezu endlosen Wiederspielreiz auslöse.

Dritter Preis für Kiesling

“Azul” kann von zwei bis vier Spielern ab einem Alter von acht Jahren gespielt werden. Spieleentwickler Michael Kiesling erhält mit “Azul” bereits zum dritten Mal den Kritikerpreis. 1999 gewann er mit “Tikal”, ein Jahr später konnte er die Jury mit “Torres” überzeugen.

Das Gremium vom Verein “Spiel des Jahres”, das aus ehrenamtlichen Kritikern aus dem deutschsprachigen Raum besteht, kürt seit 1979 einmal jährlich unter allen Neuerscheinungen das nach ihrer Auffassung beste Spiel. Die entscheidenden Kriterien sind Idee, Regelgestaltung, Layout und Design. Die Wahl gilt als wichtigste Auszeichnung für analoge Gesellschaftsspiele im deutschsprachigen Raum. Ziel der alljährlichen Preisverleihung ist “die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft”.

pr/bb (dpa, epd, KNA)

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