Sturm auf den letzten IS-Quadratkilometer

Die letzten IS-Kämpfer kontrollierten noch ein Wohngebiet von etwa einem Quadratkilometer im Süden von Baghus, sagte ein Kommandeur der angreifenden Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Adnan Afri. Das Dorf im Osten Syriens sei vielfach untertunnelt, deshalb gehe der Vormarsch nur langsam voran. Das kurdisch-arabische Bündnis geht von rund tausend Kämpfern und Kämpferinnen aus, die sich in den Tunneln, Häusern und einem Lager im Süden von Baghus verschanzt hätten.

Syrien Kämpfe gegen den IS in Baghus (Getty Images/AFP/D. Souleiman)

Ein gepanzerter Humvee der SDF-Armee patrouilliert in Baghus

Die Angriffe der von Kurden angeführten SDF werden von der internationalen Anti-IS-Koalition mit den USA an der Spitze aus der Luft unterstützt. Der IS habe die Region vermint und setze zahlreiche Selbstmordattentäter ein, sagte Afri. Die SDF-Kräfte würden mit Fahrzeugen und Motorrädern angegriffen, die mit Sprengstoff präpariert seien. Allein am Dienstag hätten sich zwei Frauen in die Luft gesprengt. Viele IS-Kämpfer seien entschlossen, bis zur letzten Minute Widerstand zu leisten.

Nicht alle Dschihadisten wollen bis zum Letzten kämpfen

Zehntausende Menschen sind seit Beginn der SDF-Offensive im September aus der letzten IS-Bastion im Euphrattal geflohen, darunter mehrere tausend Kämpfer. In den vergangenen Tagen ergaben sich zahlreiche, oft ausgehungerte IS-Kämpfer mit ihren Familien. Allein am Mittwoch zählte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte rund 240 Dschihadisten, die sich dem SDF unterwarfen. Sie wurden nach Angaben von Aktivisten zu Verhören in Lager gebracht.

Syrien IS - Kampf um Baghus - Zivilisten, die vor Kämpfen in der Nähe von Baghouz vor den Islamisten fliehen (Getty Images/C. McGrath)

Ein Lastwagenkonvoi mit Zivilisten, die vor den Kämpfen in Baghus fliehen

Der IS hatte 2014 den Höhepunkt seiner Macht erreicht. Damals kontrollierten die Dschihadisten ein Gebiet, das sich über große Teile Syriens und des Iraks erstreckte. Mittlerweile sind IS-Anhänger auch in anderen Ländern aktiv, etwa Libyen oder Afghanistan.

rb/djo (afp, ap, dpa)

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