Republikanischer Ex-Gouverneur Weld fordert Trump heraus

Es wäre eine “politische Tragödie”, wenn Trump 2020 wiedergewählt und weitere vier Jahre im Amt bleiben würde, sagte Bill Weld: “Ich hätte Angst um die Republik.” Im Fernsehsender CNN kündigte der 73-Jährige an, sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zu bewerben. Zugleich veröffentlichte Weld ein Video bei Vimeo, in dem es unter anderem heißt: “Ein besseres Amerika beginnt hier”.

In dem rund zweiminütigen Video wird auf die Erfolge Welds in seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts in den 1990er Jahren verwiesen. Zugleich geht das Video hart mir Trump ins Gericht: Es thematisiert unter anderem frühere frauenfeindliche Äußerungen Trumps und dessen unerfülltes Wahlversprechen, Mexiko werde für den Bau einer Grenzmauer zahlen.

Parteiestablishment steht hinter Trump

Weld, der Trump schon als “Schulhof-Rabauken” bezeichnet hat, wirft dem Präsidenten unter anderem vor, die Rechtsstaatlichkeit zu verhöhnen. Erst kürzlich hatte Weld zudem in einem Interview der Zeitschrift “Rolling Stone” Trump “bösartigen Narzissmus” attestiert. Weld, von 1991 bis 1997 für die Republikaner Gouverneur des Ostküstenstaats Massachusetts, hatte sich 2016 an der Seite des Präsidentschaftskandidaten der kleinen Libertären Partei, Gary Johnson, um die Vizepräsidentschaft beworben. Erst im Februar war Weld wieder zu den Republikanern zurückgekehrt.

Welds Chancen auf eine Kandidatur dürften jedoch schlecht stehen: Nach Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Gallup genießt Trump unter Anhängern der Republikaner seit Monaten Zustimmungswerte um die 90 Prozent. Zudem erklärte die Führung der Republikaner, kein Verständnis für innerparteiliche Machtkämpfe zu haben. “Jeder Versuch, die Nominierung des (amtierenden) Präsidenten auszuhebeln, führt ins Leere”, erklärte das Nationale Komitee der Republikaner.

Schon 18 Kandidaten bei den Demokraten

Während Weld der erste Republikaner ist, der es wagt Trump herauszufordern, haben bei den Demokraten bereits 18 Anwärter ihren Hut in den Ring geworfen. Dazu gehören die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris und Amy Klobuchar sowie der Ex-Kongressabgeordnete Beto O’Rourke, der im vergangenen Jahr im Rennen um einen Senatssitz viel Schlagzeilen gemacht hatte.

Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 bei den demokratischen Vorwahlen angetreten und damals Hillary Clinton unterlegen war, will einen weiteren Versuch starten. Weitere Namen sind im Gespräch. Unter anderem wird über eine Kandidatur des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden spekuliert.

ww/qu (dpa, afp)

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