London und Teheran auf Konfrontationskurs

Eine Woche nach dem Stopp des iranischen Supertankers “Grace 1″ vor der Küste des britischen Überseegebiets Gibraltar sind der Kapitän und der Erste Offizier des Handelsschiffes in Polizeigewahrsam. Das teilten die Behörden in Gibraltar mit. Die beiden Besatzungsmitglieder haben einen indischen Pass. Ihnen wird nach offiziellen Angaben vorgeworfen, die europäischen Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verletzt zu haben. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe.

Der Tanker war vor einer Woche mit Hilfe der britischen Royal Navy unter dem Verdacht gestoppt worden, er sei mit iranischem Öl auf dem Weg nach Syrien. Dies wäre auch ein Verstoß gegen die US-Sanktionen, die Washington gegen Teheran verhängt hat.

Der Zwischenfall führte zu einer ernsten diplomatischen Krise zwischen Großbritannien und dem Iran. Das Mullah-Regime protestierte scharf und warnte, dies werde nicht ohne Folgen bleiben. Es bestellte dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein und forderte, das Schiff unverzüglich weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete allerdings an, dass die “Grace 1″ mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.

Am Donnerstag löste ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker im Persischen Golf Spekulationen über eine mögliche Vergeltungsaktion des Irans aus. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London versuchten drei iranische Schnellboote an der Straße von Hormus, das Handelsschiff “British Heritage” an der Durchfahrt zu hindern. Eine britische Fregatte habe sie jedoch zum Abdrehen gezwungen. Die Führung in Teheran bestreitet, in den Vorfall verwickelt zu sein.

se/haz (dpa, rtr, afp)

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