Auch syrische Kurden machen mobil

Angesichts der zunehmenden Drohungen der Türkei und ihrer syrischen “Söldner” würden alle aufgerufen, sich an die Grenze zu begeben, um in diesen “kritischen Momenten” Widerstand zu leisten, hieß es in einer Erklärung der kurdischen Autonomieverwaltung in Nordsyrien. Kurden weltweit wurden aufgefordert, gegen die Offensive zu demonstrieren.

Die türkische Regierung hatte zuvor bekräftigt, eine Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien werde “in Kürze” beginnen. Auch die mit der Türkei verbündeten Milizen verlegten ihre Truppen in das betroffene Gebiet. Die türkische Operation soll sich gegen kurdische Truppen östlich des Flusses Euphrat richten. Die Kurdenmiliz YPG – aus Sicht der Regierung in Ankara eine Terrororganisation – kontrolliert dort ein großes Gebiet an der Grenze zur Türkei. 

Türkei Militär an der Grenze zu Syrien (Getty Images/AFP/B. Kilic)

Die türkische Artillerie steht bereit, die Geschütze sind auf Syrien gerichtet

Die YPG war bisher ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrororganisation “Islamischer Staat” in Syrien. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch zuletzt überraschend verkündet, die US-Truppen aus dem Grenzgebiet abzuziehen.

Russland befürchtet Flächenbrand

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Syrienpolitik der USA scharf kritisiert. Der Truppenabzug aus Nordsyrien könne “die ganze Region in Brand setzen”. Die USA betrieben dort eine inkonsequente und widersprüchliche Politik. Die Amerikaner hätten in den Kurdengebieten eine staatsähnliche Struktur aufgebaut. Die Kurden seien nach den Äußerungen aus Washington “extrem beunruhigt”. Russland unterstützt Syriens Präsidenten Baschar al-Assad. Der Kreml arbeitet gemeinsam mit der Türkei und dem Iran an einer Lösung des Konflikts.

Verständnis für Türkei

Irans Präsident Hassan Rohani rief die Türkei zur Zurückhaltung auf, zeigte aber zugleich Verständnis für Ankara. “Die Türkei ist zu Recht besorgt über ihre südliche Grenze.” Den Abzug der US-Truppen aus der Region hält er für notwendig und fordert zugleich die Kurden auf, die syrische Armee zu unterstützen.

Unterdessen hat die iranische Armee eine unangekündigte Militärübung im Nordwesten an der Grenze zur Türkei begonnen.

fab/AR (rtre, afp, dpa)

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