In Afghanistan sollen die Waffen schweigen

Der Konflikt in Afghanistan drohte in den vergangenen Tagen zu eskalieren. Präsident Aschraf Ghani hatte nach Anschlägen auf eine Klinik sowie eine Trauerfeier mit Dutzenden Toten am 12. Mai erneute Offensiven gegen Terrorgruppen angekündigt. Die Taliban interpretierten dies als Kriegserklärung. Die UN-Mission in Afghanistan rief zu einer Waffenruhe und Reduzierung von Gewalt auf.

Mit der nun von den Taliban angekündigten dreitägigen Waffenruhe könnte eine Entschärfung des Konflikts einhergehen. Die Vereinbarung soll während der Eid-al-Fitr-Feiertage gelten. Mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens wird von Sonntag an das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gefeiert.

Große Feste vor zwei Jahren

Bereits vor zwei Jahren hatten die Taliban während des Fastenmonats Ramadan eine Waffenruhe ausgerufen. Damals kam es zu ungewöhnlichen Szenen: Aufständische und Regierungstruppen trafen sich und feierten auf offener Straße. Es war die erste Waffenruhe nach 17 Jahren bewaffneten Aufstands. Sie weckte damals Hoffnungen auf Versöhnung, die sich allerdings nicht erfüllten. 

In den Konflikt in Afghanistan haben sich auch die USA eingeschaltet. Am 29. Februar unterzeichnete die US-Regierung mit den Taliban ein Abkommen, das einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen vorsieht. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Der Deal sieht einen Gefangenaustausch vor und soll den Weg für Friedensgespräche ebnen.

Viele Tote auch im Ramadan

Ein echter Durchbruch ist aber nicht in Sicht: Nach Angaben eines Sprechers des Geheimdienstes in Kabul haben die Taliban während des Ramadans mindestens 146 Zivilisten durch Anschläge getötet und 430 weitere verletzt. Erst am Montag starben bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe einer Einrichtung des afghanischen Geheimdienstes in der Provinz Ghasni mindestens sieben Menschen.

haz/cw (dpa, afp,rtr )

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