FC Bayern nur mit Remis gegen Werder Bremen

Die “schwarze Serie” des SV Werder ist beendet: Nach 19 Bundesliga-Niederlagen gegen den FC Bayern in Folge haben die Bremer mal wieder einen Erfolg in München verbuchen dürfen – wenn auch nur einen kleinen. Am Ende hieß es in der Paarung, die früher einmal das Bundesliga-Spitzenspiel war, immerhin 1:1 (0:1). Zuletzt hatte der SV Werder im August 2009 ein Unentschieden gegen die Bayern geschafft – auch damals hieß es 1:1, durch Tore von Mario Gomez und Mesut Özil.

Elf Jahre später hatte sich Bremen offenbar etwas vorgenommen, verteidigte von Anfang an giftig und ließ die Münchner in der ersten Halbzeit kaum ins Spiel kommen. Und am Ende der ausgeglichenen ersten Halbzeit ging der Außenseiter sogar in Führung: Joshua Sargent setzte sich auf der rechten Seite gegen Leon Goretzka durch und brachte den Ball nach innen in den Bayern-Strafraum. Dort schloss Maximilian Eggestein direkt ab und überwand Manuel Neuer (45. Minute).

Nach dem Seitenwechsel sah man gleich, dass die Münchner das so nicht stehen lassen wollten. Der Druck auf das Bremer Tor nahm stetig zu. Schließlich war es Kingsley Coman, der nach einer weiten Goretzka-Flanke per Kopf für den Ausgleich sorgte (62.). Doch obwohl die Bayern nun klar überlegen waren, erzielten sie kein weiteres Tor. Fast hätte es Bremen sogar geschafft, den “Lucky punch” zu setzen, doch Neuer war bei einem Sargent-Konter auf dem Posten.

“Die Mannschaft hat heute wirklich aus meiner Sicht sehr mutig gespielt, sehr diszipliniert, aggressiv im richtigen Rahmen, ohne jemals unfair zu sein und hat damit die beste Mannschaft Europas entnervt”, lobte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. “Deshalb ist das aus meiner Sicht ein hoch verdienter Punkt für uns.”

Leipzig nicht zwingend genug

Bayern-Verfolger RB Leipzig nahm das Geschenk der Bremer nicht an und trennte sich im Samstagabendspiel von Eintracht Frankfurt ebenfalls 1:1 (0:1). Frankfurts Aymen Barkok gelang sein erstes Bundesliga-Tor, das die Stimmung bei den Leipzigern kurz vor der Pause dämpfte (43.). Zwar wechselte RB-Trainer Julian Nagelsmnann anschließend mit Emil Forsberg und Yussuf Poulsen zwei Angreifer ein, doch mehr als der Ausgleich durch Poulsen (57.) gelang den Gästen nicht mehr.

Bundesliga - Eintracht Frankfurt v RB Leipzig

Ein schönes Tor, aber trotzdem nur ein Punkt: Yussuf Poulsen macht das 1:1 für RB Leipzig

Allerdings war es ein schönes Tor: Der Däne spitzelte den Ball nach einer Flanke von Angelino mit langem Bein knapp unterhalb der Querlatte in den Torwinkel. “Manchmal passt es, manchmal nicht”, lachte Poulsen anschließend im Sky-Interview. “Ich habe auch schon leichtere Chancen gehabt, wo ich das Tor nicht treffe.”

Leipzig war insgesamt nicht zwingend genug, hatte nicht den unbedingten Drang zum gegnerischen Tor. Daher war das Unentschieden letztlich folgerichtig. RB wartet damit auch nach dem sechsten Spiel in Frankfurt auf den ersten Auswärtssieg bei der Eintracht.

Desolate Schalker

Der FC Schalke hat nun bereits seit 24 Bundesliga-Spielen nicht mehr gewonnen. Gegen den VfL Wolfsburg gab es ein 0:2 (0:2). Schon nach wenigen Augenblicken zappelte der Ball zum ersten Mal im Schalker Netz. Wout Weghorst hatte nach einem Eckstoß mit einem platzierten Kopfball getroffen (3.). In der 24. Minute erhöhte Xaver Schlager auf 2:0. Die Wolfsburger hatten die Schalker Abwehr zuvor mit einer schnellen Passfolge regelrecht auseinander gespielt. 

Schalke-Trainer Manuel Baum stellte daraufhin die Abwehr um und ließ mit Viererkette spielen. Außerdem nahm er noch vor der Pause den schwachen Amine Harit heraus und wechselte auch in der Halbzeit doppelt. Danach war Schalke stabiler und besser in der Offensive. Goncalo Paciencia (46./67.) und Benito Raman hatten gute Chancen (90.), in Gefahr geriet der Wolfsburger Sieg aber nicht mehr.

“Ich habe da wirklich keine Erklärung”, sagte Schalkes Stürmer Mark Uth anschließend im ARD-Interview und klang verzweifelt. “Wir sind in jedem Zweikampf zu spät. Wir haben kaum Fouls. Wir kommen nicht mal einen Zweikampf rein. Wenn wir mal richtig dazwischenhauen würden, dann wäre das vielleicht ein bisschen anders. Aber wir sind nicht einen Schritt, wir sind fünf Schritte zu spät.”

Hradecky tritt daneben

Noch mal Glück gehabt, das wird sich Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky nach dem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg von Bayer Leverkusen bei Arminia Bielefeld gedacht haben. Nachdem seine Mannschaft zunächst durch Leon Bailey standesgemäß in Führung gegangen war (27.), hatte der Torwart nämlich für den kuriosen Ausgleich gesorgt: Hradecky wollte nach einem Rückpass den Ball wegschlagen, traf aber nicht richtig, und das Leder trudelte zum 1:1 ins Leverkusener Tor (47.).

Fußball Bundesliga Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen

Alle auf den Torschützen: Leverkusens Aleksandar Dragovic (Nummer 6) wird von seinen Mitspielern geherzt

Zu Hradeckys Glück traf der eingewechselte Aleksandar Dragovic kurz vor dem Abpfiff noch zum 2:1-Endstand (88.). Zudem hatte die Werkself zweimal den Videoschiedsrichter auf ihrer Seite, der bei strittigen Zweikämpfen im Bayer-Strafraum auf eine Überprüfung verzichtete und somit auch nicht auf Elfmeter für Bielefeld entschied. Es war der fünfte Sieg in Folge für Leverkusen.

Weniger Glück als Leverkusen hatte Borussia Mönchengladbach: Dabei lagen die Gladbacher schon nach fünf Minuten gegen den FC Augsburg in Führung, weil Florian Neuhaus aus 15 Metern erfolgreich abgestaubt hatte. Außerdem spielte der FCA nach 66. Minuten nur noch mit zehn Mann, weil Raphael Framberger wegen wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte sah. Der Abwehrspieler war erst in der 54. Minute eingewechselt worden. Doch als es so aussah, als sollte die Borussia den knappen Heimerfolg über die Zeit bringen, schlug der FCA doch noch zu: Die Gladbacher Abwehr schaffte es nicht, den Ball zu klären, eine Flanke erreichte Daniel Caligiuri und der Ex-Schalker setzte den Ball per Volleyschuss in die Maschen (88.).

Hoffenheim wehrt sich, Stuttgart trifft spät

Trotz des Ausfalls von mehreren Spielern wegen Corona-Quarantäne bei der TSG Hoffenheim, war die Partie gegen den VfB Stuttgart ausgeglichen und bis zum Ende spannend. Mit einer 3:3 (1:2)-Punkteteilung gingen die Teams vom Platz. Die ersatzgeschwächte TSG ging in Führung: Christoph Baumgartner schob den Ball aus 15 Metern überlegt ins untere rechte Eck (16.). Doch die Antwort der Stuttgarter kam sofort: Nicolas Gonzalez dribbelte im TSG-Strafraum an vier Verteidigern vorbei und schoss den Ball unhaltbar unten links ins Tor (18.). Der nächste Stuttgarter Treffer durch Silas Wamangituka war ein Billard-Tor: Zunächst setzte Gonzalez einen Kopfball an die Querlatte, dann traf Wamangituka beim Nachschuss nur den Pfosten. Doch der Ball prallte wieder vor die Füße des Kongolesen, dessen zweiter Nachschuss ins Tor trudelte (27.).

Bundesliga 8. Spieltag | TSG Hoffenheim vs. VfB Stuttgart | 2. TOR Stuttgart

Silas Wamangituka (l.) war einer der besten Stuttgarter – er sorgte für die zwischenzeitliche 2:1-Führung des VfB

Nach der Pause kam Hoffenheim zurück. Ryan Sessegnon sprintete auf der linken Seite Richtung Tor und überwand VfB-Torwart Gregor Kobel (48.). Schließlich war es TSG-Torjäger Andrej Kramaric, der einen Foulelfmeter verwandelte (71.). Doch damit war es noch nicht vorbei: Eine eigentlich verunglückte Flanke wurde per Kopf noch einmal verlängert und fiel vor die Füße von Marc Oliver Kempf. Der nach vorne geeilte Abwehrspieler behielt die Nerven und stocherte den Ball zum 3:3 ins Hoffenheimer Tor (90.+4).

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