Corona-Live-Ticker vom 6. April: BMW bleibt auf seinen Autos sitzen

Das Wichtigste in Schlagzeilen:

  • In vielen Ländern steigen die Ansteckungs- und Todeszahlen
  • Die UN prangern eine Zunahme häuslicher Gewalt an
  • BMW verkauft ein Fünftel weniger Autos

Das Wichtigste in Meldungen – alle Zeiten in MEZ:

11.21 Uhr – Die Regierung in Österreich will die drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus direkt nach Ostern langsam lockern. Bundeskanzler Sebastian Kurz gab die Öffnung kleinerer Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen ab dem 14. April als Ziel aus.

11.06 Uhr – In der ostdeutschen Stadt Jena gilt seit diesem Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben. Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals. Unter Experten ist es umstritten, ob das eine sinnvolle Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie ist.

10.55 Uhr – Polen steht nach Einschätzung von Regierungschefs Mateusz Morawiecki erst am Anfang des Kampfes gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Der Höhepunkt der Infektionswelle werde voraussichtlich im Mai und Juni erreicht, sagt er vor dem Parlament. In Polen wurden bislang 4200 Infektionsfälle und 100 Tote registriert.

10.53 Uhr – Die Bundesregierung will den Mittelstand mit einem weiteren Kreditprogramm beistehen. Das sogenannte Krisenkabinett berate die Details, hieß es in Regierungskreisen. Einzelheiten wollen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz um 14 Uhr MESZ erläutern.

10.47 Uhr – Mehr als 20.000 pakistanische Arbeiter, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten festsitzen, versuchen, in ihre Heimat zurückzukehren. Das bestätigte das pakistanische Konsulat in dem Golfstaat. Dort gilt eine Ausgangssperre, Flüge finden nicht mehr statt. Die Regierung in Dubai meldet 1.800 Coronavirus-Fälle und 10 Tote.

10.19 Uhr – Japan will angesichts der Rezessionssorgen wegen der Pandemie am Dienstag ein Konjunkturpaket beschließen. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte an, dass es “beispiellos” sein werde. In Japan gibt es offiziell 3500 Infizierte und 85 Tote.

10.13 Uhr – Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat der ADAC für das Osterwochenende keine Warnung vor langen Staus in Deutschland ausgegeben. “Freie Autobahnen an Ostern” überschrieb der Automobilklub seine Einschätzung zur Verkehrslage. Gleichzeitig verband ADAC-Präsident August Markl dies mit der dringenden Bitte, auch wirklich zu Hause zu bleiben.

BdTD Straße in Bern Schweiz Corona (picture-alliance/dpa/Anthony)

Leer wie diese Straße in Bern werden nach der ADAC-Prognose auch die deutschen Autobahnen sein

09.57 Uhr – Der Autobauer BMW hat infolge der Coronakrise im ersten Quartal weltweit ein Fünftel weniger Autos verkauft als 2019. Den größten Absatz-Rückgang habe es mit 31 Prozent in China gegeben, teilte der Konzern mit. Lichtblicke machte BMW-Vertriebschef Pieter Nota in China und auf dem Markt für Elektrofahrzeuge aus. Hier gebe es die Trendwende.

09.53 Uhr – In Russland ist die Zahl der Infektionen in den vergangenen 24 Stunden um 950 auf knapp 6500 Fälle gestiegen. Wie das Krisenreaktionszentrum des Landes weiter mitteilte, gibt es die meisten Fälle in Moskau. Insgesamt seien 47 Menschen gestorben.

09.48 Uhr – Kanzleramtschef Helge Braun fordert den Einsatz einer europaweit einheitlichen Smartphone-App zu Nachverfolgung von Corona-Infektionen. Im Sender n-tv begründete er das mit den zahlreichen grenzüberschreitenden Pendlern. “Das Schlimmste, was uns passieren kann ist, dass es viele verschiedene Tracking-Apps gibt.” Eine solche App soll dafür sorgen, dass Kontaktpersonen Infizierter schneller ausfindig gemacht und informiert werden können. Braun rechnet damit, dass in Deutschland eine solche App schon bald verfügbar sein wird.

09.33 Uhr – Der britische Wohnungsbauminister Robert Jenrick ist Gerüchten entgegengetreten, dass Premierminister Boris Johnson ernsthaft erkrankt sei. Johnson gehe es “gut” und er werde voraussichtlich in Kürze wieder in seinem Büro sein. Der britische Premier war am Sonntagabend in eine Klinik gebracht worden. Er war positiv auf Corona getestet worden.

09.27 Uhr - Der Deutsche Aktienindex Dax hat zum Wochenauftakt zugelegt. Hoffnungen auf eine langsamere Ausbreitung des Coronavirus ließen den Dax um vier Prozent auf 9910,26 Punkte steigen.

09.21 Uhr - Die Verschiebung des Krisengipfels der Organisation Erdöl exportierender Länder OPEC und ihrer Partner hat den Ölpreis wieder sinken lassen. Im asiatischen Handel fielen die Preise je nach Sorte um drei bis fünf Prozent. Eine eigentlich für diesen Montag geplante Videokonferenz der OPEC+-Staaten wurde nach Angaben Aserbaidschans ohne Nennung von Gründen auf Donnerstag verschoben.

09.10 Uhr - Die Unsicherheit und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens drücken die Stimmung der Verbraucher in Deutschland im April deutlich. Das HDE-Konsumbarometer fällt auf seinen tiefsten Stand seit Beginn der Befragungen im Oktober 2016, teilt der Handelsverband HDE mit. Für die kommenden Monate sei mit einem deutlichen Rückgang des Konsums zu rechnen, die Krise sei bei den Verbrauchern angekommen.

08.17 Uhr – Wegen des hohen Bedarfs an Kurzarbeit verdreifacht die österreichische Regierung ihre dafür vorgesehenen Finanzmittel auf drei Milliarden Euro. Das teilten Finanzminister Gernot Blümel und Arbeitsministerin Christine Aschbacher mit. „Die Corona-Kurzarbeit hat bisher rund 400.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert“, sagte Aschbacher. Insgesamt seien bis Freitag etwas mehr als 23.000 Anträge eingegangen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe auf Video-Leinwand (picture-alliance/Kyodo)

Wird Japans Ministerpräsident Shinzo Abe den Notstand ausrufen?

07.38 Uhr - Die japanische Regierung prüft einem Medienbericht zufolge die Verhängung des Ausnahmezustands für ein halbes Jahr. Dieser würde die Hauptstadt Tokio und drei Nachbarpräfekturen sowie Osaka betreffen, berichtet der Fernsehsender TBS unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Während dieser Zeit könnten die Präfekturen entscheiden, wie lange ihre eigenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus dauern sollen.

06:48 Uhr – In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infizierten auf 95.391 gestiegen – 3677 mehr als am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. 1434 Menschen seien bislang an COVID-19 gestorben.

06.01 Uhr – UN-Generalsekretär António Guterres hat eine Zunahme von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der weltweiten Corona-Krise angeprangert. In den vergangenen Wochen habe es als Folge der in der Krise gewachsenen wirtschaftlichen und sozialen Drucksituationen sowie der gestiegenen Ängste eine “erschreckende” globale Zunahme der häuslichen Gewalt gegeben, sagte Guterres in einer Videoansprache. Er rief die Regierungen weltweit dazu auf, dagegen vorzugehen.

04.35 Uhr – Die Gesundheitsbehörden in China verzeichnen einen leichten Anstieg der Neuinfektionen. Sonntag seien 39 neue Fälle in Festland-China registriert worden nach 30 am Vortag. 38 davon seien Menschen, die aus dem Ausland eingereist seien. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Erkrankungen in China den Angaben zufolge nunmehr bei 81.708, 3331 Menschen starben.

03:47 Uhr – In den USA nähert sich die Zahl der Todesopfer der Coronavirus-Pandemie der Marke von 10.000 an. Binnen 24 Stunden starben mehr als 1200 Menschen an der Infektion, wie am Sonntag aus der Statistik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Die Gesamtzahl der Todesopfer in den USA stieg bis zum Abend (Ortszeit) auf 9633. Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle wuchs auf mehr als 337.200. 

03.40 UhrSüdkorea meldet 47 Neuinfektionen. Es ist das erste Mal, dass das Land weniger als 50 neue Krankheitsfälle meldet, seit die Pandemie dort am 29. Februar ihren Höhepunkt erreichte. Insgesamt wurden nach Angaben der Behörden bislang 10.284 Fälle erfasst. 186 Menschen seien gestorben.

mm/sam/pg (alle Agenturen, Johns-Hopkins-Universität, RKI)

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Johns Hopkins meldet Schreckenszahl

Deutschland hat nach Angaben der in den USA ansässigen Johns Hopkins Universität jetzt mehr als 100.000 bekannte Corona-Infektionsfälle. Die Schwelle wurde demnach am Sonntagabend (MESZ) überschritten. Die Zahl der Menschen in der Bundesrepublik, die bisher an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 starben, wurde mit 1576 angegeben. Fast 29.000 Menschen in Deutschland seien mittlerweile genesen, heißt es.

Die Johns Hopkins Universität erhebt ihre Daten nach einer anderen Methodik als das deutsche Robert Koch-Institut, das bis zum Sonntag einige tausend Infektionsfälle weniger bestätigt hat.

“Unheimlich viele Masken”

Vizekanzler Olaf Scholz kündigte für diesen Montag Beschlüsse der Bundesregierung zur Versorgung mit medizinischer Schutzkleidung an. Es gehe unter anderem um eine stärkere Produktion von Schutzmasken im Inland, sagte Scholz im deutschen Fernsehen. “Wir brauchen jetzt unheimlich viele Masken.” Der sozialdemokratische Politiker sprach sich allerdings nicht für eine Pflicht zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit aus.

Schutzmasken (Getty Images/AFP/P. Lopez)

Mangelware in Deutschland: Schutzmasken

Unternehmen, die in der Krise auf die Fertigung medizinischer Ausrüstung umschwenken, sicherte Scholz Unterstützung zu. Es werde vom Staat Abnahmegarantien und attraktive Preise geben. Eine Überproduktion wäre in der aktuellen Situation kein Problem, weil viele Länder auf der Suche nach solchen Gütern seien, so der Bundesfinanzminister. Auch Arzneimittel müssten hierzulande in größerem Umfang hergestellt werden. Manches werde dann teurer. “Das ist aber auch richtig so”, meinte Scholz.

Wenig Verstöße gegen Auflagen

Den ersten “Zuhause bleiben”-Härtetest in der Corona-Krise bestand Deutschland. Am ersten “richtigen” Frühlingswochenende mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen hielten sich die allermeisten Menschen zwischen Ostsee und Alpen an die behördlichen Auflagen, die die Ausbreitung des Coronavirus bremsen sollen. Die Polizei zog trotz einzelner Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen insgesamt ein zufriedenes Fazit.

Usedom Strand Seebrücke (picture-alliance/dpa/S. Sauer)

Fast menschenleer: Strand bei Zinnowitz auf der Ostseeinsel Usedom

wa/ack (rtr, afp, dpa)

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Queen ermutigt Briten: "Wir werden siegen"

“Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist”, sagte Königin Elizabeth II. in der am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Rede an die Nation. “Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die manche in Trauer gestürzt hat, für viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet”, so die Queen weiter.

Zugleich rief die 93-Jährige ihr Volk zum Durchhalten in der Corona-Krise auf – und sprach ihm Mut zu. “Wir werden siegen”, betonte die Monarchin. “Und dieser Sieg wird jedem von uns gehören.” Die Queen bedankte sich auch bei allen Briten, die zu Hause blieben, um besonders gefährdete Menschen zu schützten. “Zusammen gehen wir diese Krankheit an und ich will Ihnen versichern, dass wir sie überwinden werden, wenn wir geeint und entschlossen bleiben.” In diesem Zusammenhang lobte sie insbesondere die Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS und alle anderen Helfer.

Ein seltenes Ereignis

Abgesehen von ihrer traditionellen Fernsehbotschaft am Weihnachtstag wendet sich Elizabeth II. nur selten direkt an die Nation. In ähnlicher Weise tat sie das zuletzt 2002 beim Tod ihrer Mutter “Queen Mum”, vor der Beisetzung von Prinzessin Diana 1997 und während des Golfkriegs 1991.

Die Rede war unter strengen Vorsichtsmaßnahmen auf Schloss Windsor aufgezeichnet worden. Dorthin hatten sich die Königin und ihr Mann, der 98 Jahre alte Prinz Philip, bereits Mitte März zurückgezogen. Das Paar gilt wegen seines hohen Alters als besonders gefährdet durch die Lungenkrankheit COVID-19.

Johnson im Krankenhaus

Insgesamt starben im Vereinigten Königreich nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums vom Sonntag bisher 4934 Menschen an einer Coronavirus-Infektion. Positiv getestet wurden bis dahin fast 48.000 Menschen, unter ihnen Premierminister Boris Johnson.

Boris Johnson (picture-alliance)

Hatte vor anderthalb Wochen seine Coronavirus-Infektion bekannt gemacht: Boris Johnson

Nach anhaltenden Coronavirus-Symptomen wurde Johnson inzwischen in eine Klinik gebracht. Der 55-Jährige solle dort untersucht werden, teilte die britische Regierung mit. Bei dem Schritt handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Johnson hatte sich zuletzt in Selbstisolation befunden.

wa/ack (dpa, afp, rtr)

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Gottesrache oder Teufelswerk: Wie Brasiliens Evangelikale mit COVID-19 umgehen

Als Strategie des Satans bezeichnete Edir Macedo, Gründer der mächtigen “Igreja Universal do Reino de Deus” in einem Video, SARS-CoV-2. Wer keine Angst habe, dem könne das Coronavirus nichts anhaben, so der Multimillionär, dem neben dem weltweiten Netz aus evangelikalen Tempeln auch ein einflussreicher TV-Sender in Brasilien gehört. Valdemiro Santiago, Chef der “Igreja Mundial do Poder de Deus”, hält das Virus gar für eine Rache Gottes.

Am lautesten tönte in den letzten Wochen jedoch Silas Malafaia, der als religiöser Guru von Präsident Jair Bolsonaro gilt. Genau wie dieser kritisiert auch der Chef der “Assembleia de Deus Vitória em Cristo” den Shutdown. “Wird das Coronavirus Menschen töten? Ja. Aber wenn es soziales Chaos gibt, dann sterben noch mehr. Und die Kirchen sind nun einmal essenziell für die Menschen, die verzweifelt, voller Angst und depressiv sind und in keinem Krankenhaus aufgenommen werden”, so Malafaia.

Riten in leeren Kultstätten

Trotz des Verbots von Menschenansammlungen, das auch in Brasilien gilt, bleiben zahlreiche Tempel geöffnet. Doch die meisten sind leer. Also halten die evangelikalen Prediger ihre Gottesdienste ohne Gemeinde ab und senden sie ins Internet. “Der Rückgang trifft alle Kirchen, es gibt einen enormen Rückgang der Besucherzahlen”, sagt der Religionssoziologe Clemir Fernandes. “Je mehr die Presse berichtet und die Leute gute Informationen haben, umso stärker nehmen sie die Risiken wahr. Denn die Todeszahlen steigen ja.”

Brasilien Corona-Pandemie Silas Malafaia (picture-alliance/AP Photo/L. Correa)

Silas Malafaia, Chef der “Assembleia de Deus Vitória em Cristo”, hält einen Gottesdienst vor leeren Sitzreihen für die Kamera

Neben den Großkirchen existiert ein schier unendliches Universum kleinerer Kirchen. Vor allem kleine Kirchen in den Armenvierteln hätten weiterhin Zulauf, sagt der Religionsexperte, aber er meint: “Die Leute sind nicht verantwortungslos. Sie gehen ja auch in den Supermarkt, der viel voller ist als die Kirche an der Ecke. Und in der Kirche fühlen sie sich sicher.”

Zwischen Wissenschaft und Glaube

Vereinzelt wird zwar über Pastoren berichtet, die die Gefahren des Virus herunterspielen oder mit Gottes Hilfe besiegen wollen. Eine Kirche in Südbrasilien versprach gar eine Immunisierung gegen das Virus. “So etwas ist aber eher Folklore, geradezu eine Karikatur”, sagt Fernandes und betont: “Repräsentativ für die evangelikale Welt an sich ist das nicht.”

Im Gegenteil, sagt er, die evangelikale Welt sei äußerst aufgeschlossen gegenüber den Wissenschaften: “Die evangelikalen Kirchen der protestantischen Tradition nehmen die Wissenschaftspille und beten gleichzeitig; sie verzichten weder auf die eine noch die andere Welt.”

Brasilien Glaube | leere Kirche in João Pessoa (picture-alliance/imageBROKER)

Die Zahl der Katholiken in Brasilien schrumpft seit Jahren. Etwa jeder dritte Brasilianer gehört einer Freikirche an

Dass derart bizarre Episoden trotzdem von der Presse herausgehoben werden, liege auch daran, dass die Evangelikalen seit der Wahl Bolsonaros im Scheinwerferlicht stünden, glaubt der Soziologe.

Die Machtstruktur der Evangelikalen

Genau wie die Evangelikalen in den USA Donald Trump unterstützten, halfen sie in Brasilien Bolsonaro im Wahlkampf. Und wie Trump ist auch Bolsonaro schnell dabei, wenn es um die Verharmlosung der Corona-Pandemie geht, um das Bejubeln von möglichen Gegenmitteln oder um Verschwörungstheorien wie die, dass COVID-19 ein Angriff Chinas auf die westliche Welt sei.

Für Francisco Borba Ribeiro Neto, Professor der Katholischen Universität von São Paulo, hat das eine gewisse Folgerichtigkeit: Bolsonaro repräsentiere eine Art “Fundamentalismus der Außenseiter”, sagt Borba Neto. Angesprochen fühlten sich davon Bevölkerungsgruppen, die sich an traditionellen Werten orientieren und sich angesichts der derzeitigen ökonomischen Entwicklungen ausgeschlossen und an den Rand gedrängt fühlen. Dazu gehöre auch ein passendes Feindbild. “Der Fundamentalist sieht die Welt voller Gefahren und versteckter Feinde, und die strenge Einhaltung von Normen und Doktrinen ist seine einzige Rettung vor dem Bösen in der Welt. Die Pandemie verstärkt dieses furchteinflößende Bild der heutigen Welt noch.”

 Edir Macedo und Jair Bolsonaro (Getty Images/AFP/E. Sa)

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (r.) steht den Evangelikalen nah, hier ganz wörtlich mit Kirchengründer Edir Macedo

Dabei gebe es einen engen Zusammenhang zwischen der Ablehnung des “Social Distancing” und der Verneinung von Gefahren durch den Klimawandel, weil beide die Wirtschaft in ihrer traditionellen Form bedrohen, argumentiert Borba Neto. Dabei gehe es letztlich gar nicht um die Wirtschaft, sondern darum, sich vom Gegner abzugrenzen: “Ihn als ideologische Vogelscheuche darzustellen, als gefährlich und lächerlich zugleich.”

Das Geschäft geht vor

Religionssoziologe Fernandes sieht hinter der Verteufelung des gesellschaftlichen Shutdowns durch evangelikale Anführer wie Malafaia puren Geschäftssinn, ähnlich wie bei Unternehmern, die sich gegen die Schließungen aussprachen: “Malafaias Beziehung zu Bolsonaro ähnelt der von vielen Unternehmern. Er ist letztlich ein Unternehmer des Glaubens, der genau wie andere Unternehmer die eigenen Interessen verteidigt.”

Politisch nachhaltig sei das Herunterspielen der COVID-19-Gefahr jedoch nicht, glaubt Fernandes. Genau wie in der gesamten Gesellschaft bröckele die Unterstützung für Bolsonaro derzeit auch unter den Evangelikalen, und sogar in der evangelikalen Parlamentariergruppe im brasilianischen Kongress. Schließlich, erinnert Fernandes, gebe es auch unter ihnen Ärzte und Abgeordnete, die etwas von Wissenschaft verstünden.

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Corona-Pandemie: Der gute Mensch von Moskau

Der Nachname ist Programm: Engelgardt. Der “Engel” ist um die dreißig, weiblich und trägt weiße Einmalhandschuhe. Wir treffen Anastasia Engelgardt in einem markanten 52-stöckigen Wolkenkratzer im Moskauer Westen. Von hier oben hat man sonst den schönsten Panoramablick auf die russische Metropole. Heute jedoch liegt der wahre Schatz unten, in der Tiefgarage.

“Hier sind die Masken und hier die Handschuhe”, sagt Anastasia Engelgardt und zeigt auf die Pappkartons, die sich im Kellerraum neben ihrem Auto stapeln. Daneben warten Dutzende Wasserkocher, Pakete mit Einweggeschirr und anderen Utensilien auf Abnehmer. “Das alles kommt heute noch weg”, erklärt die junge Frau lächelnd. “Denn wir brauchen Platz. Viel Platz!”

Die einen bieten Hilfe, die anderen fragen sie ab

Ihr Handy klingelt. “Adresse? Wie viel? Nein, alles kostenlos. Sie brauchen nichts zu überweisen!” Das Handy klingelt wieder. Gefühlt alle zwei Minuten. Am anderen Ende sind Firmen, Vereine, Organisationen, besorgte Bürger, mehr und weniger wohlhabend, aber auch Krankenhäuser und Ärztestationen. Die einen bieten Hilfe an, die anderen brauchen diese Hilfe dringend.

Bei Anastasia Engelgardt klingelt ständig das Telefon

Bei Anastasia Engelgardt klingelt ständig das Telefon

“Ich koordiniere Spenden für Krankenhäuser, in denen Corona-Patienten behandelt werden. Wobei diese Spenden in erster Linie für Ärzte bestimmt sind. Sie brauchen Schutzmasken und Handschuhe, aber auch Getränke und Essen. Schnelles und gesundes Essen.”

“Ein Virus – aber ein gutes”

Wie wichtig die Hilfe und der Dank an die Ärzte ist, weiß Anastasia Engelgardt aus eigener Erfahrung. Sie ist in einer Medizinerfamilie aufgewachsen. Hauptberuflich leitet sie eine kleine Firma, die mit medizinischen Geräten handelt. Als sie von den überforderten Ärzten in Italien und Spanien hörte, wollte sie alles unternehmen, um eine ähnliche Situation in ihrer Heimat nicht zuzulassen. Sie rief über Instagram Mitstreiter auf, ihr zu helfen. Im Moment hat sie ein kleines Team von sieben Freiwilligen, die die Spenden ausliefern helfen, wenn die Firmen das nicht selbst machen. Und – jede Menge dankbare Ärzte, denn ihre Initiative hat sich sehr schnell in der Stadt herumgesprochen. “Wie ein Virus, – scherzt Anastasia – aber ein gutes Virus!”

Nicht ohne meine Maske: Jugendliche in Moskau (picture-alliance/dpa/S. Bobylev)

Nicht ohne meine Maske: Jugendliche in Moskau

Aktuell sind in Russland mehr als 5.300 Menschen (Stand 5.04.) mit dem Coronavirus infiziert – und die Zahlen steigen extrem schnell. Immer mehr Tests werden täglich im ganzen Land durchgeführt. Sie decken immer mehr Fälle auf und verlangen immer mehr Kräfte von den Ärzten ab. Allein in Moskau werden Corona-Patienten zur Zeit in acht Krankenhäusern behandelt. Weitere Stationen sollen kommen. Außerdem baut die Stadt auf Hochtouren ein neues Krankenhaus Mit bis zu fünfhundert Betten in der Siedlung Woronowskij am Rande von Moskau.

“Wir alle müssen jetzt anpacken!”

“Sie allen brauchen unsere Hilfe, wiederholt Anastasia und ruft bei “Level Kitchen” an, einer Lieferfirma, die unter anderem grüne Salate mit Hähnchen serviert. Am anderen Ende ist Artur Zelyony, ein bärtiger rundlicher Mitdreißiger, der Chef selbst. Seine Stimme klingt klar: “Wie viel und wohin?”

Artur Zelyony, Chef von Level Kitchen

Artur Zelyony, Chef von “Level Kitchen”

“Level Kitchen” liefert täglich Essen an bis zu zehntausend Stammkunden. “Alles frisch und gesund”, sagt der Chef lächelnd. Seit ein Paar Tagen sind unter diesen Zehntausenden auch sechshundertfünfzig Ärzte und Krankenschwestern in Moskau und Sankt Petersburg, die Corona-Patienten behandeln. Sie kriegen das Essen von “Level Kitchen” gratis. Auch die Lieferung übernimmt das junge Unternehmen. “Ich kann nicht abseits stehen und warten, bis alles vorbei ist. Ich muss helfen. Wir alle müssen jetzt anpacken!”, ist Herr Zelyony überzeugt.

Zurück im Wolkenkratzer von Anastasia Engelgardt. Sie telefoniert schon wieder, diesmal mit einer Moskauer Kaffee-Fabrik. Am nächsten Morgen hält ein Lieferauto vor den Toren des Städtischen Krankenhauses Nummer 15 an. Darin sind vier Kaffevollautomaten, zwei Kapselmaschinen, zehn Kaffeetassen, hundertsechzig Kilogramm Kaffee und dreißigtausend Pappbecher.

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Corona-Krise und der Sport: Bayern wieder im Mannschaftstraining

4. April:

Die Profis der englischen Premier League haben einen Gehaltsverzicht wegen der Corona-Krise in Höhe von 30 Prozent abgelehnt. Die Spielergewerkschaft PFA begründete die Haltung damit, dass der englischen Regierung mit einem solchen Schritt rund 200 Millionen Pfund (227 Millionen Euro) über einen Zeitraum von zwölf Monaten an Steuergeldern verloren gingen. “Das würde auf Kosten unseres nationalen Gesundheitsdienstes NHS oder anderen staatlich-unterstützten Diensten gehen”, teilte die PFA in einem Statement mit. Die Premier-League-Clubs waren am Freitag überein gekommen, die Spieler um einen Gehaltsverzicht von 30 Prozent zu bitten. “Die Spieler sind sich bewusst, dass die kombinierte Steuer auf ihre Gehälter einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung wesentlicher öffentlicher Dienstleistungen leistet – die derzeit besonders wichtig sind”, hieß es in der Stellungnahme der PFA weiter. 

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Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München trainiert von Montag (06. April) an zumindest wieder in Kleingruppen. Die Einheiten sollen unter strengen Auflagen und unter Einhaltung aller vorgegebenen Regelungen stattfinden. Zunächst hatte der “Kicker” darüber berichtet. Laut dem Bericht werden die Profis in vier Gruppen aufgeteilt. Diese sollen in zeitlichen Abständen in der Tiefgarage am Vereinsgelände abgeholt und in mehrere Kabinen gebracht werden. Danach wird auf verschiedenen Plätzen trainiert. Duschen und Essen sollen die Stars anschließend zu Hause. Das Cybertraining, das zuletzt via Video-Chat durchgeführt wurde, kann als Variante in der Trainingsarbeit weiter genutzt werden.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat bekräftigt, dass es im Kampf gegen Corona keine Ausnahmeregelungen für den Fußball geben wird. Die Bundesligen wollen so bald wie möglich den Spielbetrieb ohne Zuschauer wieder aufnehmen, um die wirtschaftlichen Schäden für die Clubs zu begrenzen. “Wir wollen den Sport-Interessen gerecht werden”, sagte der Politiker: “Aber es kann kein Sonderrecht allein für Fußballvereine geben. Alles, was auch Fußballvereine machen, muss sich in das Gesamtgeschehen vernünftig einfügen.” Es gibt Überlegungen, wonach die Bundesliga-Saison etwa durch Englische Wochen und eine Isolierung der involvierten Mannschaften fortgeführt werden könne. Vorerst ist der Spielplan bis Ende April ausgesetzt. 

4. April:

Trotz der Coronavirus-Pandemie hat in Tadschikistan die neue Fußball-Saison begonnen. Der FC Istiklol aus der Hauptstadt Duschanbe gewann den traditionellen Supercup zum Saisonauftakt mit 2:1 gegen FK Khujand. Die Partie im Zentralstadion Duschanbe fand entgegen vorheriger Ankündigung aus Vorsichtsmaßnahmen ohne Zuschauer statt. Die regulären Ligapartien sollen dann am Sonntag beginnen. Bisher gibt es nach offiziellen Angaben in Tadschikistan keinen Coronavirus-Infizierten. Damit gehört das zentralasiatische Land zu den wenigen, in denen aktuell trotz der Ausbreitung des Coronavirus noch Fußball gespielt wird. In Weißrussland laufen trotz breiter Kritik aus dem Ausland die Fußballspiele der nationalen Meisterschaft weiter, auch in Nicaragua und Burundi wird derzeit noch gespielt.

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Die Deutsche Fußball Liga hat Medienberichte dementiert, nachdem bereits ein feststehender Spielplan für die Zeit nach der durch die Coronakrise erzwungene Unterbrechung existiere. Es gäbe keinen fertigen Spielplan für den Rest der laufenden Saison, teilte die DFL am Samstagmittag via Twitter mit. Das Fachmagazin kicker hatte zuvor berichtet, dass die Bundesliga und die 2. Liga am ersten oder zweiten Mai-Wochenende den Spielbetrieb wieder beginnen und die jeweiligen Saisons bis zum 30. Juni beenden wollen.

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Die Fußball-Bundesliga und die 2. Liga wollen offenbar am ersten oder zweiten Mai-Wochenende ihre wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison fortsetzen und dann größtenteils ohne Englische Wochen die Spielzeit bis zum 30. Juni abschließen. Darauf sollen sich die 36 Klubs nach Informationen des Fachmagazins  “Kicker” verständigt haben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gesundheitsbehörden grünes Licht für Geisterspiele geben. Die Termine unter der Woche sollen vor allem für Nachholspiele, Partien des DFB-Pokals oder der europäischen Club-Wettbewerbe genutzt werden.

3. April:

Die wirtschaftliche Lage vieler Vereine in der Fußball-Bundesliga und in der 2. Liga ist einem Medienbericht zufolge dramatischer als bisher bekannt. Wie der “Kicker” berichtet, droht 13 der 36 Profivereine – darunter vier Erstligisten – wegen der Corona-Pandemie die Insolvenz noch in dieser Saison. Das Fachmagazin beruft sich auf Zahlen, die auf der Video-Mitgliederkonferenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Dienstag den Vertretern der Profivereine mitgeteilt worden seien. Das erschreckende Ergebnis resultiere aus der Bestandsaufnahme der 36 Vereine, die sie zu ihrer aktuellen Lage bei der DFL hinterlegten.

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Die englische Premier League fordert von den Spielern der Vereine einen Gehaltsverzicht von 30 Prozent. Das erklärte die finanzstärkste Liga der Welt am Freitag in einem Statement. Bei einem Meeting der 20 Erstligisten wurde die Aussetzung der Liga bis zu einem Zeitpunkt beschlossen, an dem es “sicher und angemessen” sei, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

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Das größte Fußballstadion Deutschlands wird zum Corona-Behandlungszentrum: Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund stellt die Dortmunder Arena im Westfalenpark für den Kampf gegen das Corona-Virus zur Verfügung. Ab dem morgigen Samstag steht im Bereich der Nordtribüne die Versorgung von Coronavirus- Verdachtsfällen sowie Patienten mit entsprechenden Beschwerden im Mittelpunkt. Der BVB hat das Areal gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eigens in Teilen umgebaut.

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Zwei weitere Radrennen sind abgesagt: Wegen der Coronavirus-Pandemie werden die 84. Tour de Suisse und auch das deutsche Eintagesrennen Rund um Köln in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Schweizer Radrundfahrt sollte vom 7. bis 14. Juni ausgetragen werden, die Organisatoren sahen sich wegen der gravierenden Auswirkungen aber zu einer Absage gezwungen. Die Tour de Suisse plant aber einen digitalen Ableger: Vom 22. bis 26. April soll eine virtuelle Rennserie ausgetragen werden. Radprofis und auch Radsportfans sollen vernetzt auf ihren Hometrainern teilnehmen können. Aktuell haben sich laut Tour de Suisse bereits 17 WorldTour und ProTeams sowie die Schweizer Nationalmannschaft für “The Digital Swiss 5″ angemeldet.

2. April:

Die erste Top-Liga Westeuropas wird wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen. Der Verwaltungsrat der belgischen Pro League hat einstimmig empfohlen, den Ligabetrieb in der ersten Liga des Landes für den Rest der Saison einzustellen. Der offizielle Abbruch soll auf einer Generalversammlung am 15. April vollzogen werden. Dies sei nach dem Beschluss des Rates belgischen Medien zufolge nur noch eine Formalität.

“Es besteht die Gefahr, dass mögliche Infektionen eines Spielers oder des Spielerkerns den sportlichen Verlauf des restlichen Wettbewerbs in inakzeptabler Weise beeinflussen”, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung der Liga. Auch Geisterspiele seien deshalb keine Option. Demzufolge ist Club Brügge, mit 15 Punkten Vorsprung Tabellenführer, vorzeitig Meister. In der regulären Saison hätte noch ein Spieltag ausgetragen werden müssen, danach waren Play-offs vorgesehen gewesen. Wie der Auf- und Abstieg nun geregelt wird, soll auf der Generalversammlung geklärt werden. 

1. April:

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) verschiebt die Austragung der noch ausstehenden Partien der Champions League und der Europa League sowie alle für Juni geplanten Länderspiele der Männer und Frauen auf unbestimmte Zeit. Die Regelung gilt auch für die Playoff-Spiele für die Euro 2020, die 2021 ausgetragen wird. Das teilte der europäische Fußballverband nach einer Videokonferenz mit den Generalsekretären aller 55 Mitgliedsverbände am Mittwoch mit.

Offen bleibt, wie mit bereits beschlossenen Transfers zum 1. Juli oder am 30. Juni auslaufenden Verträgen verfahren wird. Hierzu berät eine Arbeitsgruppe des zuständigen Weltverbands FIFA. Die UEFA werde “zu gegebener Zeit” neue Fristen festlegen.

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Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt Wimbledon aus. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde das vom 29. Juni bis 12. Juli angesetzte Tennis-Turnier nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit und kündigten die nächste Auflage für den 28. Juni bis 11. Juli 2021 an. 

“Da die Maßnahmen der Regierung wahrscheinlich noch viele Monate andauern werden, sind wir der Ansicht, dass wir verantwortungsbewusst handeln müssen, um die große Zahl von Personen, die für die Vorbereitung der Meisterschaften benötigt werden, vor einer Gefährdung zu schützen – und ebenso, um zu berücksichtigen, dass die für die Durchführung der Meisterschaften gesetzlich vorgeschriebenen Personen, Lieferungen und Dienstleistungen zu keinem Zeitpunkt in diesem Sommer verfügbar sind, so dass eine Verschiebung ausgeschlossen ist”, hieß es in der offiziellen Stellungnahme auf der Homepage.

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Auch die eigentlich vom 5. Bis 7. Juni geplanten Ruder-Europameisterschaften in Posen in Polen werden wegen der Corona-Krise verschoben. Der Ruder-Weltverband FISA teilte mit, er prüfe Alternativtermine im September oder Oktober.

Ruderer Saeid Fazloula (Imago/Sven Simon/A. Waelischmiller)

Keine EM im Juni: Die Ruderer müssen auf einen Ausweichtermin hoffen

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Tour-de-France-Sieger Egan Bernal hat sich dafür ausgesprochen, die diesjährige Frankreich-Rundfahrt wegen der Corona-Pandemie zu verschieben. “Diese Zwangspause trifft uns alle. Wenn die Tour im Juli ausgetragen würde, wären einige Fahrer dem Rennen aufgrund der Vorbereitung womöglich nicht gewachsen. Es könnte besser sein, die Tour zu verschieben”, sagte der 23 Jahre alte Kolumbianer in einer Live-Übertragung auf Instagram. Noch halten die Tour-Organisatoren am Starttermin 27. Juni fest. Die französische Sportministerin Roxana Maracineanu hatte zuletzt eine “Geister-Tour” ohne Zuschauer vorgeschlagen.

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Der ehemalige Präsident des französischen Fußball-Erstligisten Olympique Marseille, Pape Diouf, ist im Alter von 68 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. Das bestätigte seine Familie. Diouf hatte von 2005 bis 2009 an der Spitze von Olympique gestanden und in dieser Zeit die Meistermannschaft von 2010 aufgebaut. Zuletzt lebte er in seinem Heimatland Senegal. Es ist der erste bestätigte Corona-Todesfall in dem afrikanischen Staat. 

31. März

Eintracht Frankfurt - 1. FC Union Berlin (picture-alliance/dpa/U. Anspach)

Keine Bundesliga im April – geht es im Mai weiter?

Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wie erwartet bis mindestens 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums beschlossen am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig. Der Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga ist wegen der Corona-Pandemie seit dem 12. März und damit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt. Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer.

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Der slowakische Fußball-Spitzenklub MSK Zilina geht als erstes prominentes Opfer der Coronakrise in die Insolvenz. Der 1909 gegründete siebenmalige Meister wurde einem Insolvenzverwalter unterstellt, der umgehend die Verträge mit 17 Spielern auflöste. Diese hatten sich Medienberichten zufolge geweigert, einer Gehaltskürzung von bis zu 80 Prozent zuzustimmen. Zilina hatte die Hauptrunde in der nach einem Wettanbieter benannten Fortuna-Liga auf dem zweiten Platz beendet, die anschließende Meisterrunde ist aufgrund der Pandemie ausgesetzt. 

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Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat bei den vier Teammitgliedern, deren Test auf den Coronavirus positiv war, Entwarnung gegeben. “Es geht ihnen wirklich sehr gut, sie waren alle schnell über den Berg. Einer von den vier hat gar nichts mitbekommen”, sagte der 48-Jährige im Interview mit “hessenschau.de”. Zwei Spieler und zwei Betreuer sind betroffen. 

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Der ehemalige Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF, Jose Maria Marin, der in den USA wegen des Korruptionsskandals beim Fußball-Weltverband FIFA inhaftiert war, wurde am Montag (Ortszeit) aufgrund eines Straferlasses wegen des Coronavirus freigelassen. Marins Anwälte hatten aus “gesundheitlichen Gründen” einen Antrag auf Notfall-Freilassung gestellt. Richterin Pamela Chen bewilligte diesen. Marin war im Dezember 2017 in sechs von sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, das Strafmaß wurde auf vier Jahre Haft festgelegt. 

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Aufgrund der Corona-Pandemie werden auch die verbliebenen Basketballspiele der Champions League verschoben. Wie die Turnierorganisatoren mitteilten, sollen die ursprünglich von März bis Mai geplanten Begegnungen im Zeitraum vom 30. September bis 4. Oktober nachgeholt werden. 

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Üblicherweise wird in Flushing Meadows um Punkte und Tennis-Trophäen gespielt – nun sollen sich dort Ärzte und Freiwillige gegen das Coronavirus stemmen. Ein Teil des US-Open-Geländes im New Yorker Stadtteil Queens wird angesichts der sich weiter dramatisch zuspitzenden Lage in der amerikanischen Weltstadt zum Krankenhaus.
In einer Trainingshalle sollen künftig in 350 Betten vorrangig an COVID-19 Erkrankte behandelt werden, beim Umbau hilft die US Army. Das Louis Armstrong Stadium, zweitgrößter Platz im Billie Jean King National Tennis Center, wird zur Mensa: 25.000 Mahlzeiten pro Tag sollen dort an Patienten, Gesundheitspersonal und Schulkinder ausgegeben werden.

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Die Coronakrise macht auch vor den wohlhabendsten Klubs nicht Halt. Der englische Spitzenklub Tottenham Hotspur, mit einem Umsatz von über 520 Millionen Euro achtreichster Fußball-Verein der Welt, hat 550 Angestellte in Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub geschickt. Die Spurs sind nach Newcastle United das zweite Team aus der Premier League, das diese Maßnahme ergreift.

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Der amerikanische Rugbyverband hat inmitten der Corona-Krise Insolvenz angemeldet. Wie USA Rugby am Montag (Ortszeit) auf seiner Homepage mitteilte, sei der Einnahmeverlust durch die Pandemie in der ohnehin schwierigen finanziellen Lage des Verbands zu viel gewesen. Mit finanzieller Hilfe des Weltverbands könnte aber ein Neustart gelingen.

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Sieben Monate nach den Panamerikanischen Spielen in Perus Hauptstadt Lima wird das Athletendorf mit mehr als 1000 Wohnungen seine Tore für die Coronavirus-Patienten des südamerikanischen Landes öffnen. Am Montag wurden in zwei Wohntürmen 900 Betten für die Intensivbehandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten freigegeben.

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30. März:

Die Olympischen Spiele in Tokio sollen nun am 23. Juli kommenden Jahres eröffnet werden und bis zum 8. August dauern. Auf diesen Termin einigten sich das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Stadt Tokio und der japanische Staat nach einer Exekutivsitzung des Organisationskomitees in Tokio. Die Sommerspiele sollten eigentlich vom 24. Juli bis 9. August 2020 dieses Jahres stattfinden, die Eröffnung der Paralympics war für den 25. August geplant gewesen. Die Paralympics sollen nun vom 24. August bis 5. September 2021 ausgetragen werden. Beide Veranstaltungen waren vor einer Woche wegen der Coronavirus-Pandemie ins nächste Jahr verlegt worden. 

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Fußball-Weltstar Neymar wehrt sich gegen den Verdacht, er halte sich nicht an die Regeln zur Selbstisolation in der Corona-Krise. Er lebe in seinem Anwesen in Brasilien “völlig isoliert” und lediglich mit jenen Menschen, die mit ihm aus Frankreich dorthin zurückgereist seien, ließ der 28-Jährige erklären. Auf zwei Bildern, die der Profi von Paris St. Germain auf Instagram geteilt hat, ist er mit Freunden auf einem Beachvolleyballfeld zu sehen. Die Personen hätten ihn aus Frankreich nach Brasilien begleitet und wohnten mit ihm in Quarantäne auf seinem Anwesen, teilte Neymar mit.

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Die Spieler des spanischen Fußball-Traditionsvereins FC Barcelona verzichten wegen der Corona-Krise auf 70 Prozent ihrer Bezüge. Damit solle sichergestellt werden, dass die Angestellten des Vereins weiter ihre vollen Gehälter bekämen, teilten Lionel Messi und Co. mit. Barcelona hatte am vergangenen Donnerstag Kurzarbeit für den gesamten Klub angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft noch Gehaltseinbußen abgelehnt.

29. März

Die für dieses Jahr abgesagten Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen nach einem Bericht der New York Times voraussichtlich am 23. Juli 2021 eröffnet werden. Die wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagten Spiele waren ursprünglich für den 24. Juli bis 9. August 2020 vorgesehen. Das Internationale Olympische Komitee und die Organisatoren in Tokio hätten sich auf diesen Termin geeinigt, hieß es. Eine offizielle Bestätigung gab es dazu nicht. “Die Spiele sollen im Sommer stattfinden, daher sollten wir an eine Zeit zwischen Juni und September denken”, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Japans früherer Ministerpräsident Yoshiro Mori, den Präsidenten des Organisationskomitees. 

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DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff geht von einer Absage der Rasen-Saison und des Tennis-Klassikers in Wimbledon aus. Er habe “die Nachricht bekommen, dass man ziemlich sicher damit rechnen muss, dass auch die Rasensaison nicht stattfinden kann”, sagte der Vize-Chef des Deutschen Tennis Bundes im “tennisnet”-Podcast. Die Wimbledon-Organisatoren hatten für die kommende Woche eine Entscheidung angekündigt, ob das Grand-Slam-Turnier wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt oder verschoben wird.

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Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund nimmt am Montag das Training wieder auf, lässt allerdings die Spieler nur in Zweiergruppen arbeiten, um das Ansteckungsrisiko aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren. Das kündigte Nationalspieler Emre Can in einer Live-Schalte im Sport1-Doppelpass an. Reguläres Mannschaftstraining findet weiterhin nicht statt. 

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EM-Botschafter Philipp Lahm erwartet eine baldige Entscheidung der Frage, ob die zwölf Spielorte der wegen der Coronakrise ins Jahr 2021 verlegten EURO auch im kommenden Jahr Gastgeberstädte des Fußball-Großereignisses sein können. “Von allen Städten muss jetzt erst mal die erneute Zusage kommen, dass sie weiter Spielort sein wollen. Anderenfalls müsste man etwas ändern. Falls eine Stadt nicht mehr dabei sein kann oder will, müsste sie das zeitnah mitteilen”, sagte der DFB-Ehrenspielführer der Welt am Sonntag.

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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin glaubt weiterhin an eine Fortsetzung des wegen der Coronakrise zum Erliegen gekommenen Fußballbetriebs. Dies müsse jedoch in den nächsten zwölf Wochen geschehen, um die Saison ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. “Wir könnten Mitte Mai, im Juni oder sogar im späten Juni beginnen”, sagte Ceferin der italienischen Zeitung La Repubblica. Danach aber sei die Saison “sehr wahrscheinlich verloren”.

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Der italienische Fußball-Rekordmeister Juventus Turin hat im Zuge der Coronakrise mit seinen Spielern um Superstar Cristiano Ronaldo und dem Trainerteam um Maurizio Sarri eine Einigung zu einem Gehaltsverzicht erzielt. Wie die Alte Dame am Samstagabend mitteilte, belaufen sich die Einsparungen durch die Übereinkunft für das laufende Geschäftsjahr auf 90 Millionen Euro. Betroffen sind die Gehälter für März, April, Mai und Juni. Detaillierte Vereinbarungen mit jedem Einzelnen sollen in den kommenden Wochen erfolgen. 

28. März

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Der Dortmunder Fußball-Nationalspieler Marco Reus beweist in der Corona-Krise Hilfsbereitschaft und hat die Aktion “Help your Hometown” ins Leben gerufen. Mit einer Spende von 500 000 Euro wollen er und seine Frau Scarlett dazu beitragen, dass lokale Kleinunternehmen die finanziellen Notlage meistern. “Das gesellschaftliche Leben, wie wir es kennen, steht still. Und genau das stellt kleine und alt eingessene Firmen vor Riesenprobleme. Sie haben trotz ihrer leidenschaftlichen Arbeit nicht die Rücklagen bilden können, um Wochen ohne Kunden zu überstehen Aber gerade diese Läden machen jede Stadt einzigartig. Hier möchten wir helfen”, sagte der BVB-Kapitän

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Auch die Profis des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln werden wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Teile ihres Gehalts verzichten. Der Verein bestätigte am Samstag, dass die Mannschaft des Bundesliga-Zehnten ihre Bereitschaft signalisiert habe. In der Bundesliga hatten zuvor unter anderem die Profis von Bayern München, Borussia Dortmund,  Borussia Mönchegladbach und von Schalke 04 einem Verzicht auf Teile des Gehalts zugestimmt.

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 IOC-Präsident Thomas Bach hat allen bereits für die Olympischen Spiele von Tokio qualifizierten Athleten ein Startrecht für die ins kommende Jahr verschobenen Wettkämpfe zugesichert. “Es ist klar, dass diejenigen Athleten, die sich für die Olympischen Spiele Tokio 2020 qualifiziert haben, weiterhin qualifiziert sind”, sagte Bach in einer vom IOC via Twitter verbreiteten Stellungnahme. Dies folge laut Bach aus der “Tatsache, dass diese Olympischen Spiele Tokio 2020 im Einvernehmen mit Japan die Spiele der XXXII. Olympiade bleiben werden”.

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Der Fußball-Verband Uruguays AUF hat mit der vorläufigen Entlassung aller Trainer, darunter auch Nationalmannschafts-Chefcoach Oscar Tabarez, auf die Folgen der Coronakrise reagiert. Dies gab der Verband in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) bekannt. Demnach sind Tabarez und weitere Verbandscoaches ab 1. April beschäftigungslos, wobei alle allerdings in den Genuss einer Arbeitslosenversicherung kommen, wie der AUF mitteilte. Der 73-jährige Tabarez ist seit 2006 Cheftrainer des zweimaligen Weltmeisters (1930 und 1950). 

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Der ehemalige Frankfurter Fußball-Bundesliga-Profi Martin Fenin (32) engagiert sich in seiner tschechischen Heimat während der Coronavirus-Pandemie im sozialen Bereich. Der ehemalige Torjäger geht im Auftrag des Roten Kreuzes für Seniorinnen und Senioren einkaufen. ”Man registriert sich in einer App. Dort gibt man an, was man übernehmen kann. Ich gehe einkaufen und besorge Medikamente in der Apotheke”, berichtete Fenin auf der Eintracht-Homepage. Das Engagement kam beim ehemaligen Spieler der Eintracht nicht von ungefähr. “Meine Mutter ist Ärztin, meine Oma ist Ärztin, beide sind im Dienst. Meine Freundin ist Polizistin, sie ist auch im Dienst. Wie soll ich das sagen? Ich habe mich geschämt, habe nichts gemacht und war zu Hause. Daher wollte ich auch helfen”, so Fenin.

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Der Präsident der Europäischen Fußball-Clubvereinigung (ECA), Andrea Agnelli, sieht eine “existenzielle Bedrohung” des europäischen Fußballs durch die Corona-Pandemie. “Weil der Fußball suspendiert ist, sind das auch unsere Einnahmen, von denen wir abhängen, um unsere Spieler, das Personal und andere operative Kosten zu bezahlen. Niemand ist immun, und das Timing ist entscheidend”, schrieb Agnelli in einem Brief an die ECA-Mitglieder, aus dem die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte. Der Präsident des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin erklärte, für die ECA gebe es zwei klare Ziele: zum einen, eine “realistische Strategie” zu definieren, um auf nationaler und europäischer Ebene den Spielbetrieb wiederaufzunehmen und dabei Gesundheit von Publikum und Spielern voranzustellen und zum anderen, den Clubs in dieser schwierigen Phase zu helfen, ihre Bilanzen zu managen.

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27. März

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht mit seinen Stars hat der FC Barcelona dem Team und vielen Mitarbeitern die Arbeitszeit und damit den Lohn gekürzt. Der spanische Fußballmeister begründete die Eingriffe in die Verträge mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Laut spanischem Recht können Unternehmen im Falle höherer Gewalt zu solchen Mitteln greifen. Zuvor hatte sich der Verein laut spanischen Medien mit den Profis um Superstar Lionel Messi nicht auf eine freiwillige Gehaltskürzung einigen können. Auch die spanische Liga hat wegen der Corona-Krise den Spielbetrieb vorläufig ausgesetzt.

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Die für den 21. und 22. April geplanten Halbfinals im DFB-Pokal werden aufgrund der Coronakrise verschoben. Sowohl die Begegnung zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt als auch das Heimspiel des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken gegen Bayer Leverkusen können “gemäß der aktuellen Verfügungslage” nicht stattfinden, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

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Die “Finals Rhein-Ruhr 2020″ in Nordrhein-Westfalen und die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig sind wegen der Coronakrise verlegt worden. Beide Events sollten am 6. und 7. Juni stattfinden, die Finals in der Rhein-Ruhr-Region, die Leichtathletik-DM in Braunschweig. Für die Finals, die im vergangenen Jahr ihre erfolgreiche Premiere in Berlin erlebt hatten und die Leichtathleten werden mögliche Ersatztermine geprüft. Das Multisportevent an Rhein und Ruhr mit deutschen Meisterschaften in 16 Sportarten sollte in Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Aachen und Neuss ausgetragen werden.

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Die Sportausschussvorsitzende des Bundestages, Dagmar Freitag, hat Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach am Umgang mit der Corona-Krise geübt. “Aus meiner Sicht hat Thomas Bach nicht zum ersten Mal in seiner Amtszeit Zweifel an seine Führungsfähigkeit geweckt”, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview der “Mittelbayerischen Zeitung”: “Schon sein Agieren in Bezug auf das russische Staatsdoping, als es erkennbar sein oberstes Ziel war, das russische Team möglich schnell wieder vollumfänglich in seine “olympische Familie” aufzunehmen, ist dem Anspruch an einen IOC-Präsidenten, die olympischen Werte zu vertreten und zu bewahren, nicht gerecht geworden. Beides wird rückblickend untrennbar mit Bachs Amtszeit in Erinnerung bleiben”, sagte Freitag.

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Christian Streich und sein Trainerteam beim SC Freiburg verzichten in der Corona-Krise auf Teile ihres Gehalts. Das gelte auch für das Vorstandsteam des Fußball-Bundesligisten, sagte Finanzchef Oliver Leki in einem Interview der “Badischen Zeitung”. Auch bei den Spielern, so Leki, deute sich ein Gehaltsverzicht an: “Aus dem Profikader gibt es bereits positive Signale. Da müssen wir noch abschließende Gespräche führen. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Konsens finden.”

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Das spanische Liga-Schlusslicht Espanyol Barcelona will die Gehälter seiner Spieler als Folge der Coronakrise um 70 Prozent kürzen. Einen entsprechenden Antrag reichte der zweimalige UEFA-Pokalfinalist bei den katalanischen Behörden ein. Die Betroffenen, darunter auch die zweite Mannschaft und das Frauen-Team, hätten “Verständnis und Respekt” gezeigt, teilte Espanyol mit. Der Klub aus Barcelona gehört zu den spanischen Klubs mit den finanziell größten Schwierigkeiten. 

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Die NFL hält trotz der Coronavirus-Krise an ihrem Termin für den so genannten Draft fest. Das teilte Liga-Boss Roger Goodell den Teams mit. Die 32 Mannschaften der nordamerikanischen Profi-Liga im American Football werden also wie geplant vom 23. bis 25. April Spieler für sich auswählen können, die bislang als Amateure vor allem für Universitäten gespielt haben. Aus der eigentlich geplanten großen Show in Las Vegas wird dagegen nichts. Erwartet wird jetzt eine TV-Show ohne Live-Publikum und ohne Anwesenheit der ausgewählten Spieler und deren Familien. Im Draft dürfen die schlechtesten Teams als erstes auswählen und sollen so Zugriff auf die besten Spieler bekommen. So versucht die NFL ein Gleichgewicht zu wahren.

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26. März

Die Rufe nach Solidarität der großen, finanzstarken deutschen Fußball-Klubs mit den “kleineren” ist seit Wochen vielerorts zu vernehmen. Nun haben sich die vier deutschen Champions-League-Teilnehmer Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig auf eine gemeinsame Finanzhilfe für die anderen Klubs verständigt. In einer von Borussia Dortmund herausgegebenen Pressemitteilung heißt es dazu: ”Im Rahmen einer Solidaritätsaktion stellen die deutschen Champions-League-Teilnehmer aus Dortmund, München, Leipzig und Leverkusen insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel der Aktion ist es, in von der Corona-Krise ausgelösten Härtefällen, Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga finanziell zu unterstützen.”

“Wir haben immer gesagt, dass wir uns solidarisch zeigen werden, wenn Klubs unverschuldet durch diese absolute Ausnahmesituation in eine Schieflage geraten, die sie alleine nicht mehr beherrschen können. Der BVB wirkt aktuell durch vielfältige Aktionen tief in die Gesellschaft hinein. Und natürlich sind wir auch bereit, im Profifußball zu helfen, wenn es am Ende darum geht, wirtschaftliche Konsequenzen der Pandemie ein Stück weit aufzufangen.” 

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Die Tour de France als “Geistertour”: Frankreichs wichtigstes Sportereignis könnte angesichts der Coronakrise in diesem Jahr ohne Zuschauer stattfinden. Diese Möglichkeit äußerte die französische Sportministerin Roxana Maracineanu im Sender “France Bleu radio”. “Alles ist vorstellbar”, sagte die frühere Schwimm-Weltmeisterin. Zuschauer-Ausschlüsse habe es schon bei anderen Wettbewerben gegeben, “auf die Tour hätte es aber nicht die gleichen Auswirkungen, da deren Geschäftsmodell anders als beim Fußball oder Rugby nicht von Ticketverkäufen abhängt”, sagte die 44-Jährige: “Letztendlich wäre es nicht schlecht, weil man immer noch im TV zuschauen könnte.” Die Tour soll am 27. Juni in Nizza beginnen, bis zum 19. Juli werden zehn Millionen Zuschauer an weit über 3000 Streckenkilometern erwartet.

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Der Langstrecken-Triathlon in Roth, für den sich auch die beiden Ironman-Weltmeister Jan Frodeno und Anne Haug, angemeldet hatten, fällt wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Die Kultveranstaltung über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen hätte am 5. Juli stattfinden sollen. “Schweren Herzens mussten wir die Entscheidung treffen”, hieß es in einer Mitteilung der veranstaltenden Familie Walchshöfer am Donnerstag: ”Es bleibt uns nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden keine andere Wahl.” 

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Die für den Sommer geplanten Olympischen Spiele von Tokio sind auf 2021 verschoben – professioneller Fußball soll in Japan aber schon wieder im Mai gespielt werden. Die seit Ende Februar ausgesetzte J-League wird am 9. Mai wieder den Spielbetrieb aufnehmen. Liga-Chef Mitsuru Murai verkündete den neuen Termin am Mittwoch auf einer Pressekonferenz nach einer Sondersitzung. Seiner Aussage zufolge wird die 2. Liga bereits eine Woche vorher wieder einsteigen, die Drittliga-Saison soll am 25. April beginnen. Der ursprüngliche J-League-Wiederaufnahmetermin 3. April hatte sich wegen Sicherheitsbedenken aufgrund der Corona-Pandemie nicht halten lassen. Gespielt werden soll nun mit einer Zuschauerbeschränkung auf die halbe Stadionkapazität oder weniger.

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Tokios Gouverneurin Yuriko Koike will das Internationale Olympische Komitee um eine Beteiligung an den Kosten bitten, die durch die Verlegung der Sommerspiele auf das nächste Jahr entstehen. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Gouverneur Koido wolle das IOC auffordern “eine Rolle zu spielen”, hieß es. Tokio, das ursprünglich vom 24. Juli bis 9. August Schauplatz der wegen der Olympischen Sommerspiele und anschließenden Paralympics sein sollte, werde nun eine Schätzung vornehmen, berichtet Kyodo. Aktuell rechnet man mit Kosten von rund 2,7 Millionen Dollar für die Verlegung der Spiele. 

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Der Veranstalter des Tennis-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon will bei einem Krisentreffen in der kommenden Woche darüber entscheiden, ob die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie möglicherweise verschoben oder sogar ganz abgesagt werden muss. Spiele unter Ausschluss des Publikums werde es bei dem prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt nicht geben, teilte der Veranstalter AELTC mit. Die Spiele auf dem “heiligen Rasen” sollen eigentlich am 29. Juni beginnen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist das Turnier noch nie ausgefallen.

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Der frühere deutsche Fußballnationalspieler Max Kruse ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte sein Verein Fenerbahce Istanbul. Kruse hatte noch am Mittwoch in einem Interview mit dem TV-Sender Sky gesagt, er wolle tatkräftig Hilfe leisten: “In Krisensituationen sind wir darauf angewiesen, dass jeder Hilfe bekommt. Da haben wir eine Vorbildfunktion, und der werde ich nachkommen.” Vor knapp zwei Wochen hatte sich der Stürmer einen Bänderriss zugezogen. Zwischen 2013 und 2015 bestritt Kruse 14 Länderspiele. In der Bundesliga spielte er für Werder Bremen, den FC Sankt Pauli, den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. Mitte 2019 wechselte er aus Bremen in die türkische Süper Lig zu Fenerbahce. 

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Als erster Spieler der ATP-Tour hat sich Brasiliens Tennis-Hoffnung Thiago Wild mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der 20-Jährige am Mittwoch über die sozialen Medien mit. “Ich habe das Ergebnis meiner COVID-19-Erkrankung heute erhalten”, schrieb Wild, “ich habe seit rund zehn Tagen Symptome, Fieber. Ich habe mich schlapp gefühlt. Aber inzwischen geht es mir besser.” Thiago Wild, die aktuelle Nummer zwei seins Landes hinter Thiago Monteiro, belegt in der Weltrangliste den 114. Platz. In diesem Jahr feierte er beim Sandplatzturnier in Santiago de Chile seinen ersten Toursieg. 2018 hatte Wild den Junioren-Wettbewerb bei den US Open in New York gewonnen.

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Die Spitze des italienischen Fußball-Verbandes FIGC will trotz der Corona-Krise die Saison der Serie A im Sommer zu Ende bringen. “Wir werden alles dafür tun. Wenn es nötig ist, werden wir um die Unterstützung der UEFA und der FIFA bitten, um im Juli und August noch spielen zu können”, sagte FIGC-Präsident Gabriele Gravina.

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Der türkische Boxverband hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, nachdem zwei Boxer und ein Trainer aus der Türkei nach dem Olympia-Qualifikationsturnier in London Mitte März positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. “Während die Welt extreme Maßnahmen ergriff, um mit dem Virus umzugehen, bin ich verblüfft, dass eine IOC-Taskforce und die britische Regierung den Start des Turniers erlaubten, obwohl viele von uns Bedenken hatten und fast jede andere Sportart eingestellt worden war”, sagte Verbandspräsident Eyup Gozgec der Zeitung “The Guardian”.

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Bei der “Bundesliga Home Challenge” treten vom Wochenende an Fußballclubs der 1. und 2. Bundesliga in FIFA 20 gegeneinander an. Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilte, nehmen insgesamt 26 Teams an dem Online-Turnier teil. Die Mannschaften bestehen dabei aus zwei Spielern: einem Fußball-Profi und einer weiteren Person aus dem Club. Das ist ein klarer Vorteil für Bundesligisten mit einer E-Sport-Abteilung. Vor allem Werder Bremen dürfte beim Turnier der DFL zu den Favoriten gehören: Wie die Bremer auf Twitter bekannt gaben, wird ihr Team aus Profi-Kicker Maxi Eggestein und dem deutschen Fifa-E-Sport-Einzelmeister Michael “MegaBit” Bittner bestehen. 

25. März:

Die Basketball-Bundesliga (BBL) setzt wegen der Corona-Pandemie ihren Spielbetrieb noch einmal weiter bis zum 30. April aus. Darauf verständigten sich die Liga und die 17 Klubs. Nach rund dreistündigen Beratungen per Videokonferenz entschieden sich die Verantwortlichen mit deutlicher Mehrheit gegen einen Abbruch der Saison, wie ihn etwa die Deutsche Eishockey Liga vor kurzem beschlossen hatte. “Es bleibt das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus”, teilte die BBL mit. Der Basketball ruht in der Liga seit dem 12. März.

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Der CHIO in Aachen wird wegen der Coronavirus-Pandemie verlegt, soll aber noch in diesem Jahr ausgetragen werden. Das bedeutendste Reitturnier der Welt werde nicht wie geplant vom 29. Mai bis zum 7. Juni stattfinden, teilte der Veranstalter mit. “Ein Festhalten am geplanten Termin macht keinen Sinn, die aktuelle und zukünftige Gesundheit und Sicherheit aller am Turnier Beteiligten haben für uns allerhöchste Priorität”, sagte CHIO-Sportchef Frank Kemperman. Vorrangiges Ziel sei es, das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2020 zu organisieren.

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Nach zwei Wochen in häuslicher Quarantäne ist Hannovers Profi Timo Hübers offiziell wieder gesund. Der 23-Jährige war am 11. März als erster Fußball-Profi positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun darf er das Haus wieder verlassen, nachdem er laut Verein nach erneuten Abstrichen negativ auf das Virus getestet wurde. Hübers Teamkollegen verbleiben dagegen noch in häuslicher Quarantäne. Sie hatten sich erst einen Tag später in die Isolation begeben müssen, nachdem auch 96-Profi Jannes Horn positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die 16 Landessportbünde (LSB) fordern in der Corona-Krise von der Politik einen Schutzschirm für Sportvereine und -verbände. “Die gemeinwohlorientierten Sportorganisationen sind eine starke Säule Deutschlands und stehen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Miteinander ein”, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben: “Diese Säule darf gerade in diesen Zeiten nicht ins Wanken geraten, ohne staatliche Unterstützung wird dies jedoch nicht überall gelingen.” Die Folgen für das Zusammenleben, für psychische und physische Gesundheit, Inklusion, Integration und Lebensqualität wären unabsehbar, argumentierten der DOSB und die LSB: “Die 90.000 Sportvereine sind das Fundament des gesamten Sportsystems in Deutschland.”

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Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio ist auch der für Donnerstag angesetzte Olympische Fackellauf abgesagt worden. Das teilte das Organisationskomitee in Tokio am Mittwoch mit. Ein neuer Termin für die Zeremonie werde verkündet, wenn die Daten für die Neuansetzung der Spiele feststünden. Am Dienstag hatten das Internationale Olympische Komitee und die japanischen Gastgeber die Spiele in Tokio wegen der Coronavirus-Pandemie auf 2021 verlegt.

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die US-Football-Liga NFL ihre Klubs angewiesen, sämtliche Teameinrichtungen zu schließen. Die Regeln sollten sicherstellen, dass “alle Klubs unter gleichen Voraussetzungen operieren und dass sich die NFL in dieser Zeit weiter verantwortungsvoll verhält”, sagte Commissioner Roger Goodell. Die Maßnahmen sollen zunächst bis zum 8. April gelten. Alle NFL-Klubs hatten ihren Spielern bereits zuvor untersagt, das Gelände zu betreten, es sei denn, es war eine medizinische Behandlung notwendig. Die meisten Mannschaften hatten jedoch noch eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern in ihren Büros.

24. März

Die Zwangspause in der Bundesliga und 2. Liga wegen der Corona-Pandemie verlängert sich mindestens bis zum 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag legte das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) vor. Anfang kommender Woche müssen die 36 Klubs der beiden Ligen bei einer außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung die Empfehlung absegnen – das dürfte aber nur Formsache sein. Man arbeite, so die DFL, “an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt – der Situation geschuldet – auch ohne Stadion-Zuschauer und mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien durchzuführen”.

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Die Fußballprofis von Borussia Dortmund verzichten in der Corona-Krise freiwillig auf einen Teil ihrer Gehälter. Der BVB bestätigte entsprechende Medienberichte. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wertete das Entgegenkommen der Mannschaft als “wertvolles Zeichen der Solidarität”. Auch Watzke, weitere Verantwortliche wie Sportdirektor Michael Zorc oder Lizenzspielerchef Sebastian Kehl und auch Trainer Lucien Favre machen beim Gehalt Abstriche. Insgesamt soll ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Laut Angaben der “Bild”-Zeitung verzichten auch die Spieler sowie der Vorstand und Aufsichtsrat des Rekordmeisters FC Bayern München auf 20 Prozent ihrer Bezüge.

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In den Niederlanden werden bis zum 1. Juni keine Fußball-Spiele mit Zuschauern stattfinden. Das entschied der niederländische Fußballverband KNVB. Ob die derzeit unterbrochene Ehrendivision mit so genannten “Geisterspielen” fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Derzeit ist der Spielbetrieb bis zum 6. April ausgesetzt. Der KNVB und die Liga wollen bis dahin klären, wie es weitergehen soll. 

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Auch in der ersten australischen Fußball-Liga, der A-League, wird wegen der Corona-Pandemie ab sofort nicht mehr gespielt. Die Situation werde am 22. April neu bewertet, teilte der australische Fußballverband FFA mit. Die A-League ist der letzte australische Wettbewerb, der wegen der Corona-Krise ausgesetzt wurde. Die National Rugby League und die Australian Football League hatten ihre Saison bereits am Montag auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

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Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bunds (DBB), rechnet mit einem endgültigen Abbruch der Bundesliga-Saison. “Man hätte sonst eine Verzerrung des Wettbewerbs. Einige Klubs haben ihre Spieler nach Hause geschickt, einige haben schon längst Verträge aufgelöst” sagte der DBB-Chef der Deutschen Presse-Agentur. “Ich glaube nicht, dass wir in dieser Saison einen Basketball-Meister küren werden. Meine Hoffnung ist, dass wir die neue Basketball-Saison wie geplant im Oktober starten können und dann wieder alles hochfahren.” Die Basketball-Bundesliga ist derzeit bis auf Weiteres ausgesetzt.

23. März:

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat die Europäische Fußball-Union UEFA die Endspiele in der Champions League und Europa League auf unbestimmte Zeit verlegt. Dies teilte der Kontinentalverband am Montag mit. Das Champions-League-Finale sollte am 30. Mai in Istanbul stattfinden, das Endspiel der Europa League am 27. Mai in Danzig. Auch das Königsklassenfinale der Frauen am 24. Mai in Wien wurde bis auf Weiteres verschoben.

“Die Arbeitsgruppe, die letzte Woche als Ergebnis der Telefonkonferenz der Interessenvertreter des europäischen Fußballs unter dem Vorsitz von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin eingerichtet wurde, wird die verfügbaren Optionen analysieren”, teilte die UEFA mit: “Die Gruppe hat bereits mit der Prüfung des Kalenders begonnen. Zu gegebener Zeit werden Ankündigungen gemacht.”

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Der Saisonstart der Formel 1 verschiebt sich wegen der Corona-Krise weiter nach hinten. Jetzt gaben auch die Veranstalter des Rennens in Baku in Aserbaidschan bekannt, es werde nach einem neuen Termin gesucht. Der Grand Prix war ursprünglich für den 7. Juni geplant. Damit wird die Saison in der Königsklasse des Motorsports 2020 frühestens Mitte Juni in Kanada eröffnet. Zuvor waren bereits die Rennen in Australien (15. März),  Bahrain (22. März), Vietnam (5. April), China (19. April), den Niederlanden (3. Mai) und Spanien (10. Mai) vorläufig abgesagt worden.

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Auch in Japan mehren sich die Stimmen, die angesichts der Corona-Pandemie dafür plädieren, die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu verschieben. “Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen”, sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio, am Montag auf einer Pressekonferenz. Auch Premierminister Shinzo Abe schloss eine Verschiebung nicht mehr aus. “Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat “, sagte Abe. Die endgültige Entscheidung aber liege beim Internationale Olympischen Komitee. Mehr dazu hier:

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) appelliert an das Internationale Paralympische Komitee (IPC), die Paralympischen Spiele in Tokio zu verschieben. “Nach der erneuten Zuspitzung der weltweiten Corona-Krise sind wir der Auffassung, dass eine Verlegung der Paralympischen Spiele alternativlos ist”, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. ”Eine Entscheidung hierzu muss unverzüglich herbeigeführt werden. Wir alle brauchen Planungssicherheit, sowohl unsere Athleten und Athletinnen als auch wir als Verband.”

Link zum DW-Artikel

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In Australien ist wegen der Corona-Krise die Saison der National Rugby League (NRL) gestoppt worden. Die Entscheidung, ob auch die A-League, die erste australischen Fußball-Liga, ausgesetzt wird, soll am Dienstag fallen.

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Der Spielbetrieb in Spaniens Fußball-Eliteklasse La Liga bleibt aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Das teilten der spanische Fußball-Verband RFEF und der Ligaverband mit. In Spanien ruht der Ball seit dem 12. März. Zunächst hatte La Liga den Spielbetrieb für 14 Tage unterbrochen.

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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bevorzugt eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio im nächsten Jahr. Da auch ein Termin in diesem Herbst angesichts der Corona-Krise keine sichere Alternative darstellen würde, “präferieren wir eine Verlegung mindestens ins nächste Jahr”, teilte DOSB-Präsident Alfons Hörmann mit.

22. März:

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat erstmals eine Frist in der Diskussion um die Verlegung der Sommerspiele in Tokio  genannt. Innerhalb der nächsten vier Wochen soll eine Entscheidung fallen, teilte das IOC in einem offenen Brief an die Athleten nach einer Sitzung des Exekutivkomitees am Sonntag mit.  Eine Absage schloss das IOC aus. Diese würde “keines der Probleme lösen oder irgendjemandem helfen”, erklärte das IOC und verwies auf “deutliche Verbesserungen in Japan”. Zugleich müsse man allerdings den “dramatischen Anstieg der Fälle und neuen Ausbrüche von COVID-19″ auf verschiedenen Kontinenten berücksichtigen. Zuvor hatten sich Athleten und Verbände auf der ganzen Welt für einen neuen Termin für die vom 24. Juli bis 9. August geplanten und von der Corona-Pandemie bedrohten Spiele ausgesprochen.

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Nach der von Bund und Ländern angeordneten umfassenden Reduzierung sozialer Kontakte zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist ein baldiger Neustart der Fußball-Bundesliga auch faktisch vom Tisch. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag verkündeten Einschränkungen des sozialen Lebens durch ein neues Kontaktverbot machen auch die Austragung sogenannter Geisterspiele ohne Zuschauer für mindestens zwei Wochen praktisch unmöglich. Versammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit sind ab Montag (23.03.2020) nicht mehr erlaubt. Ausgenommen sind Kernfamilien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) kommt am Dienstag zur Vorbereitung einer weiteren Mitgliederversammlung am 31. März zusammen, bei der das künftige Vorgehen beschlossen werden soll. Bislang hatten die 36 Profi-Vereine eine Zwangspause bis zum 2. April vereinbart, allerdings gleichzeitig verkündet, dass man nicht davon ausgehe, “dass der Spielbetrieb am ersten April-Wochenende wieder möglich sein wird”.

Andere europäische Top-Ligen haben bereits einen Fußball-Stopp bis Ende April beschlossen. Laut Medienberichten plant die englische Premier League eine Wiederaufnahme der noch ausstehenden Spieltage erst am 1. Juni. Ziel der Bundesliga-Klubs ist es, die noch neun ausstehenden Spieltage zu absolvieren, um gravierende Einnahmeausfälle von bis zu 750 Millionen Euro zu vermeiden. Sollten das Geld aus TV- und Sponsorenverträgen wegfallen, drohe mehreren Klubs die Insolvenz, hatte DFL-Chef Seifert prophezeit. Bislang gilt der 30. Juni als spätester Zeitpunkt für ein Saisonende, da anschließend viele Spielerverträge enden. In England wird allerdings schon über ein Szenario bis Mitte Juli nachgedacht.

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Fechter Max Hartung hat seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt und damit den Druck auf das zögerliche Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Präsident Bach erhöht. “Ich mache mir Gedanken, wie ich als Sportler dazu beitragen kann, dass wir möglichst alle gut durch die Krise kommen. Für mich war schnell klar, dass das bedeutet, zu Hause zu bleiben”, sagte Hartung, der gleichzeitig Präsident der Vereinigung Athleten Deutschland ist.

Möglicherweise folgt sogar ein historischer Boykott des gesamten deutschen Teams. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entschied am Sonntagnachmittag bei seiner Präsidiumssitzung, ein Stimmungsbild seiner Athleten und Athletinnen zur Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) einzuholen. Die Ergebnisse der Umfrage werde auch über die Haltung des DOSB gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entscheiden. Eine solche Befragung findet erstmals in der DOSB-Geschichte statt.

“Zudem werden wir den Dialog mit der Bundesregierung intensivieren”, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. “Nach dem Vorliegen der verschiedenen Positionierungen wird es uns gelingen, eine klare und ganzheitlich ausgewogene Position des DOSB zu formulieren und diese gegenüber dem IOC zu vertreten.”

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Eine entsprechende Befragung der Athleten durch das Olympische und Paralympische Komitees der USA (USOPC) ergab ein eindeutiges Bild: Fast drei Viertel der 300 US-Athleten, die an der Umfrage teilnahmen, sprachen sich eindeutig für eine Verlegung der Olympischen Sommerspiele aus. Das berichtete die Zeitung “USA Today” am Sonntag. Insgesamt befürworteten demnach 70 Prozent der Athleten eine Verschiebung. Fast ein Viertel wünsche sich eine Entscheidung spätestens am 15. April, 18 Prozent bevorzugten sogar einen sofortigen Entschluss.

21. März:

Lorenzo Sanz, der frühere Präsident des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid, ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Er wurde 76 Jahre alt. Sanz habe neben der Infektion mit dem neuen Virus auch eine Nierenerkrankung gehabt, gaben die behandelnden Ärzte auf Anfrage bekannt. Zur Todesursache wurde zunächst aber nichts mitgeteilt. Sanz war vor einigen Tagen positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden und lag seit Dienstag auf der Intensivstation eines Madrider Krankenhauses. 

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Die Eishockey-WM, die vom 8. bis zum 24. Mai in der Schweiz stattfinden sollte, ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Die Entscheidung teilte der Weltverband IIHF mit. Die Schweizer Topligen NLA und NLB hatten ihre Saison bereits wie die Deutsche Eishockey Liga (DEL) vorzeitig beendet. Damit fällt erstmals seit 1946 die jährliche Weltmeisterschaft aus. Das Turnier sollte in Zürich und Lausanne ausgetragen werden. IIHF-Präsident Rene Fasel hatte eine Absage bereits im Vorfeld angedeutet. “Mit der aktuellen Faktenlage ist es kaum vorstellbar, dass die WM durchgeführt wird. Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Menschen im Land”, hatte Fasel dem Schweizer TV-Sender SRF gesagt. Das WM-Turnier war mit einem Budget von mehr als 30 Millionen Euro veranschlagt. Es waren bereits mehr als 300.000 Eintrittskarten verkauft worden.

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Auch im Frauenfußball gibt es die erste Spendenkampagne zur Bewältigung der Coronakrise. Die norwegische Nationalspielerin Ingrid Engen vom deutschen Meister VfL Wolfsburg verkündete bei Instagram, dass sie den Verein gebeten hat, zehn Prozent ihres Gehalts zu spenden, “um Menschen zu helfen, die in diesen Tagen wirklich finanzielle Unterstützungen benötigen”. Unter dem Hashtag #SocialResponsibility (soziale Verantwortung) hat sich unter anderem auch die frühere Wolfsburgerin Caroline Hansen (Norwegen/FC Barcelona) der Initiative angeschlossen. “Hoffentlich machen mehr mit und ergreifen Maßnahmen”, schrieb die Mittelfeldspielerin Engen.

20. März

In der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA häufen sich die positiven Corona-Fälle. Die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James gaben am Donnerstag (Ortszeit) zwei positive Tests auf COVID-19 bekannt, die Philadelphia 76ers bestätigten drei Fälle. Auch die Boston Celtics, bei denen Nationalspieler Daniel Theis unter Vertrag steht, sowie die Denver Nuggets vermeldeten Corona-Erkrankungen. Namentlich genannt wurde kein Betroffener. Celtics-Guard Marcus Smart gab seine Erkrankung selbst über die Sozialen Medien bekannt. Die NBA hatte ihren Spielbetrieb bis auf Weiteres unterbrochen, nachdem die Krankheit bei Rudy Gobert von den Utah Jazz am 12. März bestätigt worden war.

19. März:

Die Coronavirus-Pandemie wirbelt den Formel-1-Kalender weiter durcheinander. Wie die Motorsport-Königsklasse mitteilte, werden auch die geplanten Rennen in den Niederlanden (3. Mai), in Spanien (10. Mai) sowie in Monaco (24. Mai) verschoben. Der Saisonauftakt wird damit frühestens am 7. Juni in Aserbaidschan erfolgen. Noch nie in der Geschichte begann eine Saison später. Nach dem eigentlich geplanten Saisonstart in Australien in der Vorwoche waren auch die Rennen in Bahrain (22. März), das Debüt in Vietnam (5. April) sowie der China GP (19. April) wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Wie die Formel 1 weiter mitteilte, werden Optionen geprüft, die Rennen soweit möglich später im Jahr nachzuholen.

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Nun hat auch die Türkei Liga-Spiele wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres verschoben. Das betreffe Fußball, Basketball und Volleyball, sagte Jugend- und Sportminister Mehmet Kasapoglu in Ankara. Betroffen davon ist unter anderen Lukas Podolski, der deutsche Fußball-Weltmeister von 2014 spielt für Antalya. Schon vor einer Woche hatte die türkische Führung angeordnet, Sportveranstaltungen ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Spieler hatten diese Entscheidung der Türkei kritisiert. Sie plädierten direkt für eine sofortige Absage der Spiele.

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Die englische Fußball-Premier-League verlängert ihre Zwangspause wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 30. April. Diese Entscheidung verkündete die Liga mit Tabellenführer FC Liverpool nach einer Konferenz am heutigen Donnerstag. Zunächst hatte die reichste Fußball-Liga der Welt nur bis 3. April aussetzen wollen. Betroffen von der vorübergehenden Einstellung des Spielbetriebs sind auch die unteren Profiligen, der Frauenfußball sowie die Ligen in Schottland, Wales und Nordirland.

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Borussia Mönchengladbach ist der erste Fußball-Profiverein in Deutschland, bei dem die Spieler freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichten. “Der Trainerstab hat sich dem angeschlossen, genau wie unsere Direktoren und Geschäftsführer”, sagte Sportchef Max Eberl. Nach Informationen der “Rheinischen Post” soll der Klub monatlich deutlich mehr als eine Million Euro pro Monat einsparen. Spieler und führende Angestellte wollen angesichts der Corona-Krise und der Spielpause deswegen in der Bundesliga anderen Angestellten des Klubs Jobs und Einkommen sichern. “Ich bin sehr stolz auf die Jungs”, sagte Eberl weiter. “Wir stehen zusammen für Borussia, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie wollen etwas an Borussia zurückgeben und damit auch an all die Fans, die uns unterstützen.” Ziel sei es, keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen zu müssen, betonte Finanz-Geschäftsführer Stephan Schippers. Denkbar sei in dem Zusammenhang auch, Kurzarbeit zu beantragen. “Wir sind dabei, das zu prüfen.”

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Entwarnung in Ostwestfalen: Beim Fußball-Bundesligisten SC Paderborn hat sich nach Verteidiger Luca Kilian kein weiterer Spieler oder Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Alle 45 Tests, die der Verein nach dem Bekanntwerden von Kilians Infektion bei Teilen seiner Mannschaft sowie verschiedenen Mitarbeitern durchgeführt hatte, seien negativ ausgefallen. Kilian war in der vergangenen Woche der erste Bundesliga-Profi, der nachweislich an COVID-19 erkrankt ist. Bisher ist ein weiterer Fall im deutschen Oberhaus bekannt, ein Spieler von Hertha BSC soll sich ebenfalls infiziert haben.

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Ein Saisonabbruch aufgrund der Corona-Krise würde die europäischen Top-Fußballligen teuer zu stehen kommen. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-Unternehmens KPMG würde sich der Verlust der fünf großen Eliteklassen bei einer vorzeitigen Beendigung der Spielzeit zusammengerechnet auf 3,4 bis 3,95 Milliarden Euro belaufen. Am härtesten träfe es nach diesen Berechnungen die englische Premier League, der bei noch 92 verbleibenden Spielen 1,15 bis 1,25 Milliarden Euro verloren gingen. Die Bundesliga liegt mit einem möglichen Verlust von 650 bis 750 Millionen Euro in diesem Vergleich hinter der spanischen Primera Division auf Rang drei. Mit etwas geringeren Einbußen müssten die italienische Serie A und die französische Ligue 1 kalkulieren. Derzeit ruht in allen europäischen Topligen auf unbestimmte Zeit der Ball.

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Der englische Liga-Verband hat ein kurzfristiges Hilfspaket in Höhe von 50 Millionen Pfund (knapp 55 Millionen Euro) vorgelegt, um den Vereinen in den Fußball-Divisionen unterhalb der Premier League während der Corona-Krise unter die Arme zu greifen.

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Der schottische Fußballklub Heart of Midlothian hat angekündigt, in Folge der Coronavirus-Pandemie die Gehälter zu kürzen. Klubbesitzerin Ann Budge bat in einem offenen Brief die Spieler, das Trainerteam und andere Mitarbeiter darum, wegen der nun stockenden Einnahmen bis auf Weiteres auf die Hälfte ihres Lohns zu verzichten. Das Team wird von dem frühere Bundesliga-Trainer Daniel Stendel betreut.

18. März:

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat angesichts der Corona-Krise einen Spendenaufruf gestartet und geht mit gutem Beispiel voran: Die Nationalspieler um Kapitän Manuel Neuer spenden 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke. Über die Plattform “wirhelfen.eu” kann sich jeder Fan an der Aktion beteiligen, die die Profis am Mittwoch über Instagram bekannt machten. ”Wir müssen aufeinander schauen in solchen Zeiten”, sagte Neuer, der sich wie mehrere seiner Kollegen in einer Videobotschaft an die Fans wandte.

Auch im chinesischen Profi-Fußball gibt es jetzt einen nachgewiesenen Corona-Fall unter den Spielern. Nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörden infizierte sich ein 30 Jahre alter brasilianischer Profi mit dem Virus. Angeblich handelt es sich bei dem Erkrankten um Dorielton, einen Offensivspieler des Zweitligisten Meizhou Hakka. Über den Gesundheitszustand des Stürmers, der sich in einem Krankenhaus nahe Guangzhou befinden soll, ist nichts bekannt. Zuletzt war spekuliert worden, dass die Super League, die höchste chinesische Spielklasse, im April ihren Betrieb wieder aufnehmen könnte.

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Corona-Fall in der deutschen Handball-Nationalmannschaft: Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen hat sich nach übereinstimmenden Medienberichten mit dem Virus infiziert. Folge: Das Nationalteam um Bundestrainer Alfred Gislason begibt sich in häusliche Quarantäne. ”Ein bei einem Nationalspieler am Montag, 16. März, durchgeführter Test auf das Coronavirus ergab ein positives Ergebnis”, bestätigte der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Den Namen Kohlbacher nannte der Verband nicht. Das Nationalteam hatte sich vom 9. bis 13. März zu einem Lehrgang in Aschersleben in Sachsen-Anhalt getroffen.

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Auch die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL hat ihren ersten Corona-Fall. Ein Spieler der Ottawa Senators wurde positiv getestet. Welcher Profi betroffen ist, teilte das kanadische Team nicht mit. Der Spieler hat nach Klubangaben leichte Symptome und ist in Quarantäne, auch seine Mannschaftskollegen wurden isoliert. Der Spielbetrieb der NHL ist derzeit wegen der Pandemie ausgesetzt.

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Beim italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus Turin gibt es einen weiteren prominenten Corona-Fall. Der französische Weltmeister Blaise Matuidi hat sich  infiziert und befindet sich derzeit in einer freiwilligen Quarantäne zu Hause. Der 32-Jährige zeige keine Symptome der Lungenkrankheit Covid-19, teilte Juve mit. Als erste Infektion im italienischen Spitzenfußball war in der vergangenen Woche der Fall von Juventus-Verteidiger Daniele Rugani bekannt geworden. Insgesamt wurde das Coronavirus bislang bei 13 Serie-A-Profis nachgewiesen, darunter befinden sich sieben Akteure von Sampdoria Genua und drei der AC Florenz.

17. März:

Hertha BSC hat nach einem positiven Befund auf das Coronavirus bei einem Spieler Mannschaft, Trainer und Funktionsteam unter eine zweiwöchige häusliche Quarantäne gestellt. Das teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Dienstag mit. Das für diesen Dienstag angesetzte erste Training nach einer Pause wurde dementsprechend abgesagt. Der Spieler, dessen Namen die Berliner nicht bekanntgaben, habe über die üblichen Symptome geklagt. Er sei dann umgehend von der Gruppe getrennt worden. 

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Die in diesem Jahr geplante Fußball-Europameisterschaft wird wegen der Corona-Krise auf 2021 verschoben. Diese Entscheidung verkündete am Dienstag der europäische Fußballverband UEFA. Eigentlich sollte die EM in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in mehreren europäischen Ländern stattfinden, darunter auch Deutschland.  Als neues Austragungsdatum wurde von der UEFA der Zeitraum vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 vorgeschlagen. 

Die Copa América, die parallel zur EM von 12. Juni bis 11. Juli in Argentinien und Kolumbien stattfinden sollte, wird in das kommende Jahr verlegt. Das gab der Südamerikanische Fußballverband Conmebol bekannt.

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Russland stellt als eines der letzten europäischen Länder seine Fußball-Topliga vorläufig ein. Das berichten mehrere Quellen der russischen Sportmedien. Die Pause soll zumindest bis zum 10. April dauern. Die Entscheidung soll im Laufe des Tages offiziell verkündet werden.

Zuletzt wurde in Russland noch am Montag Fußball gespielt – teilweise ohne Zuschauer. Es werden jetzt neben der Premierliga auch alle weiteren Profi-Fußballligen sowie Eishockey- und Basketballligen gestoppt. Die jetzige Entscheidung kommt nicht unerwartet, nachdem das russische Sportministerium am Montagabend eine Pause für alle Wettkämpfe im Land empfohlen hat.

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16. März:

Auch das wichtigste Tennisturnier der Frauen fällt wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Die Veranstalter in Stuttgart sagten das Turnier ab. Die hochklassig besetzte Sandplatz-Veranstaltung sollte eigentlich vom 20. bis 26. April stattfinden.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Spielbetrieb der Frauen-Bundesliga, der 2. Frauen-Bundesliga und des DFB-Pokals der Frauen bis einschließlich 19. April ausgesetzt. Das teilte der DFB mit. Wie nach diesem Termin verfahren werde, sei noch offen. 

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Der Fußball-Erstligist FC Wuhan Zall kehrt nach China zurück. “Wir werden uns in China sicherer fühlen als in Spanien”, sagte Trainer Jose Gonzalez der Süddeutschen Zeitung. Seine Mannschaft hatte zuletzt in Spanien trainiert. Da die Zahl der Corona-Fälle in China jedoch rückläufig sein soll, möchte die Chinese Super League im Mai in die neue Saison starten – womöglich zunächst mit Geisterspielen. Ursprünglich war der Saisonstart für 22. Februar geplant, musste wegen des Coronavirus aber “bis auf Weiteres” verschoben werden.

Inzwischen sind viele der Klubs, von denen sich einige wie die chinesische Nationalmannschaft in Dubai fit hielten, zurückkehrt oder auf dem Weg. “Nach der Ankunft geht es für uns erst einmal in Quarantäne. Wie für jeden, der in Peking ankommt”, sagte Wuhan-Coach Gonzalez, in dessen Team es allerdings keinen einzigen Corona-Fall gegeben habe, wie er betonte.

Die chinesische Millionenmetropole Wuhan gilt als Ursprung der Corona-Krise. Das örtliche Fußballteam hatte die Stadt bereits am 3. Januar verlassen, seit Ende Januar war es in Spanien.

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